Nr. 256 Viertes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Samstag, 3'. Moder 1925
Wirtschaft.
Lör?e und Geldmarkt.
Die Lage der deutschen Effektenmärkte ist gegenwärtig wieder einmal unbeständiger als je. Die Unklarheit bezüglich der nächsten Entwicklung der innerpolitischen Verhältnisse in Deutschland, d. h. über den Ausgang der Kämpfe um die Locarnooerträgc,. wirkt auf die Börse sehr stark zurück und zeitigt hier ebenfalls eine außergewöhnliche Unsicherheit. Am Montag hatte der Rücktritt der deutschnationalen Reichsminister sogar zu einer ausgesprochenen Baisse geführt, und seitdem war keine gründliche Erholung der Kurse mehr zu verzeichnen. Es stürmen in der Tat immer wieder neue ungünstige Erscheinungen auf den Effektenhandel ein, so daß die Ansätze zu einer Erholung der Kurse bisher leider stets nur Ansätze blieben. Während wir vor acht Tagen auf die Schwierigkeiten beim Kahnkonzcrn Hinweisen mußten, haben sich jetzt die angesehenen Audi-Auto- mobil-Werke unter Geschäftsaufsicht begeben und die Rheinmetall A. G. offiziell zum Zwecke der Sanierung der Finanzen eine neue Kapitalzusammenlegung im Verhältnis von 3:1 beantragt. Die mißlichen Verhältnisse bei Rheinmetall sind zwar in Börsenkreisen längst bekannt gewesen, doch führen derartige Entwicklungen zu einer oft übertrieben pessimistischen Beurteilung der Verhältnisse auch bei anderen Unternehmungen bzw. Wirtschaftszweigen. Infolgedessen kommt eine optimistische Stimmung ä la longe nicht auf. Dies ist auch der Grund, warum das Publikum vor Efsektenkäufen immer noch zurückschreckt. Die Spekulation bat sich ebenfalls aus diesem Anlaß von den bisher führenden Spekulationsgebieten abgewandt und sich dafür einigen Spezialmärkten verschrieben, die jetzt stärker in den Vordergrund getreten sind. Hierzu gehören, wie in den täglichen Börsenberichten schon gemeldet, in erster Reihe diejenigen Werte, die aus der beabsichtigten Freigabe des beschlagnahmten deutschen Vermögens in Amerika voraussichllich Vorteile ziehen werden. Es handelt sich um Schifffohrtsaktien, Kanada, Orenstein & Koppel, Stoehr, Hammerfen, Berliner Handels-Anteile, Alfen Zement, Hemmor Zement usw. Ferner hat die inzwischen endgültig beschlossene Wiederaufnahme des Zinsendienstes für mexikanische Anleihen diesen Werten wieder einen etwas breiteren Markt geschaffen. In sonstigen Werten sind die Umsätze oft lächerlich gering. Dies wird z. B. dokumentiert durch die Tatsache, daß dieser Tage der Kurs der Rationalen Automobil-Gesellschaft (RAG) bei ^öör- senbeginn um 4 Prozent sank, weil ein Angebot von 4000 Mk. nom. vorlag, und einige Zeit darauf infolge eines Kaufauftrags über 250 Mk. nom. wieder um 1,5 Prozent stieg. Deutsche Petroleumaktien erfuhren am gleichen Tage eine Steigerung um 2,5 bei einem Umsatz von 450 Mk. Krasser kann die derzeitige Geschäftslage am deutschen Effektenmarkt nicht gekennzeichnet werden. Das Termingeschäft hat zwar eine mäßige Belebung der Abschlüsse in den hiervon betroffenen Werten ergeben (zu denen sich Anfang November noch weitere 22 Paniere gesellen werden), dagegen scheinen aber die Voraussetzungen für eine durchgreifende Geschäftsbelebung zur Zeit noch zu fehlen. Diese können auch nicht durch rein börsentecynische Maßnahmen geschaffen werden. Sie sind eng verknüpft mit der Entwicklung des inneren deutschen Kapitalmarktes. Die Kapitalbildung vollzieht sich in Deutschland infolge der Überall angespannten Geld- verhältnisie noch viel zu langsam, um zu einer
spürbaren Erleichterung zu führen. Außerdem ist jedoch zu betonen, daß auch seitens der Börsenorgane selbst kaum alles getan wird, um Effekten- käufe zu erleichtern. So hat man mit Wirkung ab November die Maklergebühren ermäßigt, aber vergessen, dabei auch die Kassawerte einzubeziehen. Man hätte erwarten dürfen, daß nach der im Frühjahr ausdrücklich nur für die Sommermonate bestimmten Courtageerhöhung jetzt wieder ein Zurück- führen der Gebührensätze auf den früheren Stand erfolgt wäre. Wenn die Börse steuerliche und andere Erleichterungen für sich in Anspruch nimmt, bann kann sie auch selbst dazu beitragen, die Spesen bei Effektengeschäften zu vermindern. In dieser Richtung liegt übrigens die jetzt energisch betriebene Aufnahme des Effektengiroverkehrs, der demnächst versuchsweise für einige Papiere eingeführt und schon in kurzer Zeit bedeutend erweitert werden soll. DieseMaßnahme, d. h. die Sammlung aller Aktien in zentralen Depots, wird sich ohne Zweifel als eine der wirksamsten Rationalisierungsmaßnahmen im Bankgewerbe erweisen, da sie wirklich erhebliche Arbestsersparnisse, somit aber Kostenersparnisse, bedeutet. Die Bankkundschaft hat sich bisher im allgemeinen mit den Aufnahme des Effektengiroverkehrs einverstanden erklärt, und es ist nur zu empfehlen, daß dies auch alle diejenigen tun, die sich noch nicht über ihren Entschluß im klaren sind.
Am Geldmarkt hat sich der diesmalige Ultimo nicht nennenswert ausgewirkt. Die Banken hatten» reichliche Gelder zur Verfügung, um die Bedürfnisse zu decken. Die Anspannung der Geldsätze, die seit zwei Tagen spürbar ist, rührt demnach nicht von einer Versteifung der Geldlage überhaupt, sondern nur von der zum Monatsschluß üblichen Erhöhung der Leihsätze. Vor allem öffentliche Institute konnten dem Markt, und zwar auch über den Ultimo hinaus, bemerkenswerte Beträge zur Verfügung stellen. Am Privatdiskontmarkt hat sich bisher eine Erhöhung der Notierungen nicht als notwendig erwiesen, trotzdem mit dem bevorstehenden Ultimo mehr Material an den Markt gelangt. Die neuerdings reger nach Deutschland fließenden Beträge aus ausländischen Anleihen werden voraussichtlich auch für die nächsten Wochen zu einem Anhalten der verhältnismäßig leichten Verfassung des Börsenaeldmarktes führen, wenn auch nicht zu verkennen ist. daß sich jetzt mit dem Beginn des Wintergeschäftes der Geldbedarf allgemein stark geltend machen wird.
Zuladungen zum frankfurter
Börsenterminhandel.
LU. Vorn 2. Qiobember 1925 ab sind die nachstehenden Wertpapiere in den beigesehten Abschlüssen und einem Mehrfachen hiervon zum Frankfurter Dörsenterminhandel zugelassen: Berliner Anilin-Aktien (3000 Am.). Badische Anilin- Aktien (3600 und 6000 Am.). Bergmann Eleftr.- Aktien (3000 Am.). Chemische Werke Griesheim- Elektron-Aktien (3000 Am.), Deutsche Erdöl- Aktien (4000 und 6000 Am.), Elberfelder Farbwerk-Aktien (3000 Am.), Höchster Farbwerke- Aktien (3000 Am.), Ilse-Bergbau-Aktien (3000 Am), Mannesmannröchren-Aktien (3000 Am.),
Rheinische Braunkohle-Aktien (3000 Am.), Ritt» gerswerke-Aktien (3000 Am.), Olavi-Minen- und Cisenbahnen-Gesellschafts-Anteile (50 Stück), Elektrisch Licht und Kraft-Aktien (3000 Am ), Elektrizitäts-A.-G. norm. W. Lahmeher & Co. (3000 Am.), Aombacher-Hütte-Aktien (Mindestbetrag 3000 Am. und das Mehrfache hiervon) und Aheinstahl-Aktien (Mindestbetrag 3000 Am. und das Mehrfache hiervon).
Die Aotierung zu veränderlichen Kursen für diese Wertpapiere wird vom gleichen Tage ab eingestellt und an deren Stelle neben der Notierung des Einheitskurses nur eine amtliche Kursfestsetzung für Zeitgeschäfte (Medio bzw. Ultimo) vorgenommen.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
39
6:
i05*
105 4'
49,5 i
119 9 i
I 19
120
62,25
88.5
87
94,75* | 92.75'
30
27
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt
68.5
64,5'
95
57
118.4 118
40
1'8,25 118.62
36
48'
95
55
24.1
2,7.
81
65
60,5
69.13'
72.25'
94'
74
39 75
38,75
69 25'
17.25
35.13
. ;Ü 25
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.119.25
2.9
83.5
65
51
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26,5
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25
31
118.25 ।
118.4
47
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85,5'
29
103'
108.5
114
35
46
bS
54
69
48
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70 5'
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170.25’
64
50,25
Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)
I 69'
39,8
38.9' 67,9*
I 75 9’
10.', .' ,118,25
111, 5
l 36 ’ 46.5' j 68 4' i ö l 4*
28,25
31,75
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56.13'
70
5.5 |
69,25 |
48.
69.5* I
I 59.5 118.13
I 118
62
Bochumer Gug .......
BudcruS......
Caro Deutsch-Luxemburg ..... Gelsenkirchener Bergwerke. . tarpener Bergbau aliwcrke Aschersleben....
Kaliwerk Westeregeln Laurahütte ■ ....... Oberbcdars Phönir Bergbau Rhciustahl ..........
Riebcck Montan ...... Tellus Bergbau......
Homburg-Amerika Paket. . .! Norddeutscher Llolid . . .j Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo-Cont.-Guano Badische Anilin Chemische Mayer Alapin . . Goldschmidt . Griesbeimer Electron . . . . Höchster Farbwerke ..... Holzverkohlung ........ Rütgerswerke ......... Scheideanstalt ........
Allg. ElektrizitätS-Gesellschaft Bergmann Mainkraftwerke..... . .
Schuckert ♦. . Siemens A Halske ..... Adlerwerke Klcyer ..... Daimler Motoren. ...... Heyltgenstaedt ........
Meguin.............
Motorenwerke Mannheim . Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesell^aft Frankfurt. Schuhfabrik Herz . . . ‘ i * *. Sichel. Zellstoff Waldbof.......
Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
I 92.5' ! 73,25 | - 64,75* 183,57’
26 29,25
— 55.5
— 2»
- ' 2.25 - ; 81 25 - 55.75 — I 50,5
a. M.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluh- Kur»
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Aden).
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Schlub. fiu.»
S.tlufofr Mittag Mrh
Datum:
29. 11.
31.10.
29. 10.
30 10,
5°/,, Deutsche Ncichsanlcihe
0 2
0.2:2
0.225
i 22'5
4% Deutsche Ncichsanlcihe .
—
0.25
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3'/-;. > Deutsche NcichSanleihe
0.26
0.27
0,246
0.28
3°/., Deutsche Reichsanleihe •
0,445
0,412
0,4525
Deutsche Sparpramicuanleihe
—
0,13.5
4°/o Preußische Jlonfotö . . .
—
0.16
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1.2625
4% Hessen.........
—
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—
0.215
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—
—
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_
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Deutsche fflevtb. Dollar-Anl.
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dto. Doll.-Schatz Anlreisug.*)
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4% Holltürkcn.........
5% Goldmerikaner .....
7.5
7.45
_
7,1
44,5
43,5
—
Berliner Handelsgesellschaft- Commerz- und Pnvat-Bank
94.15*
132*
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94,75«
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95'
Tarmst. und Rationalbank •
104.;*
104.5*
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Deutsche Bank.........
106.2*
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Deutsche Bcrcinsbank ....
—
68
—
DiSconto Commandit
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1 2.5'
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102,75
Metallbank..........
Mitteldeutsche Creditbank. .
78,25
••
89,75'
SO'
90
89,5'
Oesterreichische Kreditanstalt
7,13
7
Weltbank .........
0.03
0.031
Banknoten. (Ohne Gewähr.)
29 Oktbr.
30. CftJr.
Amtliche
)2oti rung Brief
Amtliche Notierung
Geld
Geld
Brief
Amst.-Non
I68.f2
169,24
168,79
169,21
Buen.-AireS
1.726
19,04
1.130
1.724
19 04
1.728
Brn-Antw
19,08
19,08
Christiania.
85,69
85,91
85,49
85,79
Kopenhagen
104,42
104.68
104,47
IU4.73
Stockholm .
112,29
112,57
112,36
112,64
Helsingfors.
10,545
10,585
10.54
10,58
Italien. . .
16,56
16,60
16,59
16.63
London. .
20,33
20,38
20,329
20,379
Neuvork . .
4.195
4,235
4.195
4,20’
Paris....
17,55
17,59
17,70
17.71
Schwei; . .
80,82
81,02
80 865
81.06»
Spanien . ■
59,9?
60.13
60.02
60,18
Japan . . .
1,727
0.633
1,731
1,734
0.627
1.738
Rio de Jan Wien in D--
0,635
1.629
Oest. abgest
59,125
69,265
59,12
59,26
Prag ....
12 42
12,46
12.42
12,46
Belgrad . .
7,43
7,45
7.45
7,47
Budap-'t. .
5,88
6,90
5.88
5,90
Bulgarien
3,055
3,015
3.035
3,045
Lissabon
21,175
<0,225
21 175
21.225
Danzig. . .
80,65
80.85
80,65
80.85
Konstantin-
2,365
2.375
2,365
2,375
Alben. .
5.62
5.64
5.62
5.61
Canada. . .
4.197
1.207
4,197
4,207
Uruguay -
4,255
4,26)
4,255
4.2-5
Berlin, 30 Oktbr
Geld
Brief
Amerikanische Noten .....
4,176
4,19.>
Belgische Noten ...... .
18,93
19,03
Dänische Noten ......
104,19
101,71
Englische Noten. .......
Französische Noten ......
20,29
20,39
17,70
17 78
Holländische Noten......
168,41
169,25
Italienische Noten......
16.56
11,61
Norwegische Noten......
Deutsch-Lestcrr-, ä 100 Kronen
85,30
85.72
58.95
59,2 >
Rumänische Noten......
—
——
Schwedische Noten......
Schweizer Noten.......
112.05
80,62
59.85
112,61
81,02
Spanische Noten.......
>0,15
Tschechoslowakische Noten . .
12,88
12.41
Ungarische Noten.....
5.81
5.YÜ
e Detriebseinschränkung bei Daimler. Angesichts der weiteren Verschlechterung der Marktlage sieht sich die Daimler- Motoren-Gesellschaft in gleicher Weise wie die übrigen Automobilfabrikanten genötigt, für die Wette in Untertürkheim und in Sindelfingen eine weitere Betriebseinschränkung dergestalt vorzunehmen, daß in nächster Zeit die Entlassung von einigen Hundert Marm erfolgt.
• Don den internationalen Schienenv erhandlnngen. Bekanntlich versucht man bereits seit längerer Zeit in englischen, französischen und belgischen Kreisen die Gründung eines Internationalen Sch'.enenkartells. Don Monat zu Monat wurden die Verhandlungen vertagt, bis man für Ende Oktober wiederum eine Zusammenkunft in Brüssel ankündigte. Diese Besprechungen sind nun auch wieder auf unbe-
Rätsel-Ecke.
Silbenrätsel.
Aus den Silben: a — au — brau — chen — de — dorf — e — eif — fei — gen — grie— Hirsch — i — ie —-ko — land — lev — li — lid — mo — na — ne — neu — non — noto — ohls — rci — rij- — rot — far— ta — tra — tur — türm — bi — za sind 14 Worte zu bilden, deren Anfangs- und Endbuchstaben, letztere von unten nach oben gelesen, einen beliebten Komponisten und eines seiner Werke ergeben. Die Worte bedeuten: 1. Körperteil, 2. Blume, 3. Industrieunternehmen, 4. berühmtes Bauwerk, 5. Wild, 6. Körperübung, 7. Getränk, 8. Ort bei Hamburg, 9. Ort bei Berlin, 10. Terdi- oper, 11. Stadt in Pommern, 12. Fluh, 13. Schmetterling, 14. europäischer Staat (sch gilt als ein Buchstabe).
Homogramm.
A A A
B B E E E
E E E K K
L L L L M
M R S
Die Buchstaben der Figur sind so umzuordnen, daß die wagrechten Aeihen mit den entsprechenden senkrechten gleichlautende Worte ergeben: 1. Tragtier, 2. Bogel, 3. Blütenstand.
Kreuz-Scharade.
1 1 3
2 ' 4
1—4 Zeugen bei einer feierlichen Handlung, 2—3 Tonstück für drei Instrumente, 1 2—3—4 Vaterlandsfreunde.
Nätscl.
Im Weltkrieg gar manche Schlacht gewann Der deutsche Soldat — er sitzet zu Pferd' —; Fügst du ihm ein „e" zu und werden alsdann Die Lestern vermengt und umgekehrt, So wird es ein Dichter, ein deutscher Poet, Bei vielen beliebt, geschätzt und verehrt.
Auflösungen.
Silbenrätsel.
„In deinen fröhlichen Tagen fürchte des Tlnglücks tückische Aähe." (Schiller: „Die Braut von Messina".) 1. Infanterie, 2. Nazareth, 3. Dogge, 4. Elba, 5. I allen. 6. Norne, 7. Englisch, 8. Nikolaus, 9. Fidschi. 10. Reinick, 11. Offerte, 12. Efeu, 13. Humboldt, 14. Lucius, 15. Innsbruck, 16. Chinese, 17. Efau, 18. Nebel, 19. Trauung, 20. Arsen, 21. Gneiseipuu, 22. Euripides, 23. Novelle, 24. Fahrrad, 25. Urahne, 26. Element, 27. Rettich.
Kreuzworträtsel.
Effi
M
sl (Ä
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E|L|1
□I
Bll
M
Duchstabenrä.srl.
Kraut — Braut.
Scharade.
Nachtlicht.
Ein Erlebr.iS.
„Stradella": Aat, Ella, Akel, Salta. Stelle, Star, '211t, Esel, Stall, Tale, Saale, Adler.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren vom RedakiionSiisch.
hieb und Stich.
Bei einer Vorstellung von Glucks „Atteste" behauptete ein Spötter: „Mademoiselle Le Vasseur singt falsch und zerfleischt mir das Gehör."
„Wenn Sie dadurch ein anderes Paar Ohren bekommen," meinte d'Attmbcrt, „so können Sie recht zufrieden sein."
Der Graf von Rochester, der sich durch seine heitere Laune auszeichnete, begegnete eines Tages dem großen Mechaniker Barrow.
„Doktor," sagte der Graf zu ihm, „ich bin Ihr Diener — bis zum Schwerpunkt!"
„Und ich, lieber Graf, der Ihre — bis zu den Antipoden!"
„Adieu, Doktor, Ihr Ergebener — bis in die äußerste Hülle."
„Leben Sie wohl, Mylord, doch erlauben Sie, daß ich Sie hier verlasse!"
•
Durchlaucht scheinen sich zu langweilen?" fragte pikiert ein hoher Herr, der den Fürsten von Kaunitz besucht hatte; Kaunitz hatte diskret gegähnt.
„Oh, ich langweile mich nie," sagte der Staatskanzler Maria Theresias, „man langweilt mich höchstens."
Als ein gewisser Abbe, der einen Buckel hatte, ins Vorzimmer Ludwigs XV. trat, rief einer der Hofleute so laut, daß der Abbe es hören konnte: „Seht, da kommt unser Aesop!"
„Dieser Vergleich, meine Herren," erwiderte der Abbs, „schmeichelt mir sehr, denn Aesop brachte in seinen Fabeln die Tiere zum Reden."
*
Ein eingebildeter Gelehrter machte dem Präsidenten Montesquieu über dessen Schrift „Der Geist der Gesetze" ein höchst lächerliches Kompliment. „Alles," so schloß er, „würde ich Ihnen als Zeichen meiner Dankbarkeit hingeben, den Kopf selbst, wenn . . . ."
„Abc bitte," fiel Montesquieu ihm ins Wort, „ich würde es auch mit Dank entaeaennehmen, kleine Geschenke erhalten die Freundschaft."
*
Der Graf Bussi-Rabutin, ein Edelmann am Hof Ludwigs XIV., u.,.r sehr geistreich, aber auch sehr zügellos in seinem Lebenswandel.
Fräulein von Scud^ry schrieb einst an ihn: „Ihre Tochter hat so viel Verstand, als wenn sie täglich Ihres Umgangs genösse, und dabei ist sie so tugendhaft, als wenn sie Sie in Ihrem ganzen Leben nicht gesehen hätte."
stimmte Zeit vertagt worden, da augenblicklich keine Möglichkeit vorhanden ist, zu der beabsichtigten Gründung zu gelangen.
Frankfurter Abendborse.
Frankfurt a. M. 30. Oft. Die Abendbörse, die unter dem Zeichen großer Lustlosigkeit stand, verkehrte weiter in schwacher Haltung. Auf neues Angebot setzten sich die Aück- gänge auf allen Märkten bei völlig belanglosem Geschäft fort. Nur Bankaktien waren gehal en. Die Abendbörse schloß geschäftslos und schwach. Deutsche Anleihen: 5proz. Reichsanleihe 0.222. Ausländische Renten: 5proz. Goldmex'.kaner 431 '2. Montanaftien: Gelsenkirchen 76,25, Marisfelder 65,25, Phönix 68,10. Bankaktien: Commerzbank 93.75, Darmstädter Bank Medio 104,50, Deutsche Bank 105, Dresdner Bank 100, Metallbank 77, Mitteldeutsche Creditbank 90, Reichsbank 135, Österreichische Kreditaktien 7. Transportwerte: Baltimore 62.5. Industrieaktien: AEG. 92,75, Adlerwerke Kleher 26,50, Ehlinger Maschinen 37,50, Elektrisch Licht und Kraft 91,75, jammerten Spinnerei 100, Inag 0,40, Rheinmetall 21, Julius Sichel 2,75, Offsteinzucker 50.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Berlin, 30. Oft. Da sämtliche Dividenden- Papiere ziemlich vernachlässigt liegen und bei der Geschäftsunlust in diesen Werten eine Tendenz- Bildung kaum erfolgte, fand die Spekulation bei Börsenbeginn überraschend ein neues Tätigkeitsgebiet in heimischen Staatsrenten. Die Llmsähe waren hier in den ersten Stunden im Gegensatz zu der übrigen Stagnation recht lebhaft. Ihren Ausgang nahm die feste Entwicklung der heimischen Renten von Auslandskäufen, namentlich der holländischen Arbitrage in 3proz. deutschen Reichsanleihen und 3l, 2t>r°8- Preuh. Kvnsols. Beide Papiere, die bekanntlich zum erheblichen Teil im Auslande plaziert sind, hatten größere' Kurssteigerungen zu verzeichnen. 3proz. Deutsche Reichsanleihe stiegen auf 0,460 gegen 0,412 am Vortage, 31/«3 prozentige Preuh. Konsols auf 0,292V- gegen 0,245. Kriegsanleihe mit 0,236 und Schuhgebietanleihe mit 5,57V- verzeichneten durch diese Anregung Besserungen. Außerdem bestand von ausländischen Renten einiges Interesse für Russenwerte. Im übrigen Verkehr blieb die Tendenz vollkommen farblos und dieGeschäfts- unlust steigerte sich an den Aktienmärkten in einem Maße, daß von einem lethargischen Zustande gesprochen werden kann. Da sowohl Käufer wie Verkäufer fehlten, zeigten die Notierungen nur geringfügige oder gar feine Schwankungen, so daß das Niveau des Vortages im allgemeinen erhalten blieb. Am Geldmarkt machte sich eine Versteifung bemerkbar, die Sähe zogen etwas an. Tägliches Geld 9 bis 10 Prozent, Geld einige Tage über den Ultimo 10 bis 12 Prozent, Monatsgeld 10,5 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt unterlag Paris Schwankungen. Der Kurs stellte sich gegen London auf 115,25 bis 115,50. Im übrigen waren
keine Veränderungen zu verzeichnen. Die Reichsmark wurde notiert: in London 20,35, Paris 5,64, Amsterdam 59,16V*.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger-".) Frankfurt a. M., 30. Oft. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 23,75 bis 24, Roggen (inländischer) 17,25 bis 17,50, Sommergerste (für Brauzwecke) 23 bis 25, Hafer (inländischer) 19 bis 21,50, Mais (gelb) 18,75 bis 19, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 37,75 bis 38,25, Roggenmehl 24,75 bis 25,25, Weizenkleie 10, Roggenlleie 10,25 bis 10,50. — Tendenz: Ruhig.
Berlins: Produktenbörse.
Berlin, 36. £A. Der Produktenmarkt war bei starker Zurückhaltung ruhig und etwas abgeschwächt. Roggen vom Inlande vermehrt angeboten und niedriger. Gerste und Hafer in guter Ware wohl gefragt, aber ohne nennenswerte älmsähe. Mehl still, desgleichen Futter» artifel. Es wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen, märk. 214 bis 217, do. Oft. 235,50 bis 237, do. Dez. 232 bis 233, do. März 237, Roggen, märt 144 bis 147, do. Oft. 164,75 bis 165, do. Dez. 165, do. März 174,50, Gerste, märk. 195 bis 216, Futtergerste 151 bis 163, Hafer, märt 166 bis 176, per 100 Kilo. Weizenmehl 26,75 bis 30,75, Roggenmehl 21,25 bis 23,25, Weizenkleie 11,30 bis 11,50, Roggenkleie 9 bis 9,30, Viktoriaerbsen 26 bis 32, Heine Speiseerbsen 25 bis 27, Futtererbsen 19 bis 22, Peluschken 18 bis 19, Ackerbohnen 20 bis 22, Wicken 22 bis 25, Lupinen, blau 12 bis 12,50, Rapskuchen 14,80 bis 15, Leinkuchen 21,30 bis 21,90, Trocktti- schnihel 8, Torfmelasse 9,40 bis 9,60, Kartoffelflocken 13,30 bis 13,70, Zucker 20,40 bis 20,50.
Spielplarr der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Sonntag, 1. Nov., abends 7 Ähr, Eine Nacht in Venedig. Montag, 2.: Der Waffenschmied. Dientag, 3.: Die Boheme. Mittwoch, 4.: Carmen. Donnerstag, 5.: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Bajazzo. Freitag, 6.: Eine Nacht in Venedig. Samstag, 7.: Lohen- grin. Sonntag, 8., abends 67» Llhr: Der Rosenkavalier.
Schauspielhaus. Sonntag, 1. Nov., abends 71/" Ihjr: Der Kreidekreis. Montag, 2.: Kabale und Liebe. Dienstag, 3.: Wie es euch gefällt Mittwoch, 4.: Ernst (Bunburh). Donnerstag. 5.: Wie es euch gefällt. Freitag, 6.: Ein Volksfeind. Samstag. 7.: Der älnwidersteh- liche. Sonntag, 8, abends V/2 üfjt: Einer von unsere Leut'.


