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Mittwoch, 30. vezember 1925

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 804 vrMes Blatt

Aus dem Reiche der Frau

be-

:gt! Der Einwand ffl Menschen haben die

^vÄschteÄ^^Backen verwendeten Trieb- I wird jetzt die reine, ZElichhaWare nlftlcl Ä ktt aiter-her im Gebrauch sind. Hefe verwendet. Me rn Mtmberen girrten her-

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lebt und werden am besten durch die fertig käuflichen (Backpulver erseht.

Diese sind entweder eines der chemischen Mittel in besonders feiner und sorgfältig her- aestellter Form oder Mischungen mehrerer oder besondere 21b arten. Sie werden von ben Fa­briken in gleich bleibender Stärke unter steter Kontrolle hergestellt, so daß die Hausfrau ein einfaches und leichtes Arbeiten mit ihnen Hai. Ein vorheriges Gehenlassen deS fertigen Teiges erübrigt sich bei ihnen.

Andere Triebmittel.

Bei einigen besonderen Backwaren werden auch besondere Triebmittel verwendet. So B die (Butter. Sie wird bei dem sogen. Mürbeteig in reichlicher Menge in die Masse hineingewirkt, während sie beim Blätterteig schichtweise zwischen die einzelnen Lagen gerollt wird. In der Hitze verdampft die Butter dann teilweile und treibt somit das Gebäck aus.

Auch Sier werden in Verbindung mit an­deren (Stoffen oder für sich allein zum Tre-.ben gebraucht Dazu ist aber eine möglichst feine Verteilung im Teig erkorderlich, wie sie am besten durch dos Schlagen des Eiweißes zu Schnee erreicht wird.

Schließlich sei auch noch der Alkohol er­wähnt. der mitunter zwischen den Teig gerichrt wird und dann in der Hitze verdunstet und da­durch die Gasbläschen im Gebäck erzeug'.

Dir sehen, daß uns die Arbeit am Barl­ofen manches lehren kann. Hoffen wir. dast jede Hausfrau recht viel Gelegenf-ei! haben möge, ihre Wissenschaft zum Wohle der Ihren auch praktisch zu erkunden.

Silveftergedantzen

Von Marie B o u s s e t.

Am weitesten verbreitet ist der znm Backen von Brot benutzte Sauerteig. Lästt man 2ltetzi in äuge rühr fern Zustand stehen, so fangen gewch in der Lust und im Teig immer vochandene kleine Lebewesen an. sich tobhaft zu entoidcbi. Und zwar sind das in erster Lime Hefebatte­rien. anstordem Milchsäure. G's.gsaure und an­dere Batterien. Sie alle bringen durch chren Stoffwechsel bestimmte chemische W^rngcn zu- stände, die wir mit dem Sammelbegriff uer Gärung bezeichnen Diele Hefebakterien zer­legen mittels eines in ihnen enthaltenenFer­mentes" die Zuckerbestandteile des Stärkemehls in Alkohol und Kohlensäure. D'.e anderen Lede- toefen entwickeln Milch-. Essig- und Butter-

Chemie im Backofen.

Don Hermann Buge.

Das Weihnachtssetz und die nun folgenden Silvester- und Reujahrsfeivcn geben immer Ver­anlassung zum Kuchenbaclen m der FoimUe. ®i Aussicht aus die verschiedenen «orten, twe. tz tosen Gelegenheiten üblich sind, als da srnd Stonii- und Pfefferkuchen, Sorten- und Mürbe- Jebäa läßt auch die ärmste Hausfvau danach trachten, wenigstens das eine oder andere ihren Lieben selbst zu bereiten. .

Interessant mühte es ^)och für teden sein, bei dieser Gelegenheit hd) einmal darüber Har MX werden, welche Ereignisse sich eigentlich ab­spielen. ehe der eingerichrto und Formen ge­füllte oder auf Bleche gestrichene Teig de» Back­ofen als fertiger Kuchen wieder v^laht.

Die im Ofen herrschende Hitzc ötent tn erfter Linie zum Garwerden des Ätehies. Dieses ist im Rohzustand von nuferem Körper schlecht aus° zunutzen und auch deshalb durch Vermengen nut Flüfoakeit aufquellen und dann gar Zcmacht werden. In dieser Beziehung unterscheidet nch das Backen nicht wesentlich vom Braten oder Kochen.

Dagegen findet bei der Herstellung von Gebäck, sei es Brot oder Kuchen, eine Durch­setzung der festen Maske mit lüft' und gasgefuU- ten Bläschen statt und zwar teilweise schon vor­her beim Seltenlcftfon d-es Teiges, immer aber unter Einwirkung der Hitze im Ofen, ilnb in i>iefer für d ic Verdauung überaus wichtigen Auflockerung unterscheidet sich der Backprozest grundsätzlich von allen anderen Zubereitungsarten unserer Speisen.

Zurückzufiihren ist die Gasentwicklung auf

Vollkommen verschieden von Hefe und öa-uerteig, bei denen es sich um VorHänge le­bendiger Wesen ha,ndelt. sind die chemifchcm Triebmittel. Ihre Wirkung beruht darauf dah sich im Laufe des Backvorganges von ihnen Stoffe in Gasform abscheiüen und dadurch ge­nau fo eine Auflockerung dss Teiges verur­sachen wie die Produkte der Hefe- und andeven Batterien. _ ,,

Am bekanntesten i.st wohl das doppelttohlen- saure Aatron. Wie schon sein Aame anbeutet, hcmdett es sich hier um «ne chemische Verbin­dung. die lick aus Kohlensäure und (Ratrium ausbaut. Wenn nun unter dem Einfluß der Hitze chemische Umsetzungen im Kuchen­teig stattftnden. so-wird die Kohlensäure frei und gasförmig. Die Dläschenbildung und Aus- treibung ist bann die erwünschte Folge.

Gebräuchlich ist auch mitunter das Hirsch­hornsalz. oder, wie sein chemischer Olame ist, das Ammrmiumkarbonat. Es wurde früher tat» sächlich aus den geraspelten Spänen des Hirkch- g^cihes burd) trockene Destillation gewormen. wird ich: aber auf chemischem Wege fabrikmäßig bergestcllt. Seine Zerfetzungsvrod,ulte, welche sich in der bura) stoffliche LImlagerunyen

bilden find Ammon'ck vnd Kohlensäure, also auch gaffge Siosie. S^ine Wirlung ist demnach die gleiche wie die des Aatrons.

Dasselbe gilt von dem früher gebrauchten Weinstein oder Eremortartari und von der nit ihn verwandten Pottasche. Doch haben sich diele wegen unangenehmer. Aebeneigenlchaften über-

Dringt eure Kleinsten ins | Freie, auch im Winter!

Don Elisabeth Moll, Oberschwester im Kaiserin-Auguste-Viktoria-Haus

Sfrrrtottenburg.

Der Winter hat seinen Ginzug gehalten, es ist kalt, regnerisch, windig. Da kommt so vielen sorgsamen, aber überängstlichen Müttern der Ge­danke: nun ist'S vorbei mit dem Hinausbringen unserer Kleinsten, jetzt müssen wir sie zu Haus im warmen Zimmer behalten, damit sie draußen in der Kälte nicht Husten und Schnupfen bekommen, aus denen vielleicht etn böser Katarrh entstehen

fäll re. _ .. ,

Wird von diesem Sauerteig ein Stück unter frischen Brotteig geknetet, so durchsetzen die Bak­terien die gesamte Waste. und ihre gasförmigen Produkte treiben den Teig auf. Dazu laßt man 'olchem Teige immer eine gewiße Zett rum Gehen, ehe man ihn in den Ofen bringt.

(Boni Sauerteig nicht sehr verschieden in Art und Wesen ist die Hefe Der Linier,chied ist nur der. daß man die eine Sorte der trei­benden Batterien in möglichst reiner, unver- mcnqtec Form verwendet, ck-s fallen dadurch Du- üoriaen. start lauer schmeckenden Produkte dec anderen Erreger fort. Die Verwendung der Hete geschieht deshalb für Wcizenbrvt und Kuchen, weil man den sauren Geschmack nicht vertragen könnte. . . r .

Nachdem man sich früher mit der bei der I Bierbrauerei entstehenden Hefo b gn gt hatte,

Silvesterpunfch.

Bon Ernst Edgar Reimörde».

Rach altem Brauch gehört mi einer würdiaen süoesterfeier jenes köstliche Getränk, welcher neben Berliner Psannekuchen (Krapfen), Mohnpielen, Neu- jahrskuchen und mancherlei anderem Gebäck auf der Festtafel nicht fehlen darf. Schon Schiller hat zwei wieher zum Vobe des Punsches gesungen, deren be fannteftre* mit den Worten beginnt:

Bier Elemente, Innig gesellt. Bilden das Leben, Bauen die Welt "

Mer der Dichter selbst scheint kein Meister m der Punschbereitnng gewesen zu sein, sonst hätte er gewußt, daß nicht vier, sondern fünf Elemente in einem rcgemrechten Punsch enthalten sein müssen, worauf schon der Name des aus Ostindien flammen den Getränks hindeutet: pantfcha heißt nämlich im Sanskrit fünf. Die Gnalanbcr lernten den Punsch im 17. Jahrhundert in feiner Heimat kennen, wo man ihn aus Arrak (nicht Rinn), Zucker, Tee, Wasser und hem Safi der Limone herftellte. An die Stelle der schwer zu beschasfenden und überdies häufig bitteren Limonade trat nach (Einführung des (9c- krankes in Europa die Zitrone, und den Tee er setzte man meist durch .stoimein, obwohl gerade der Teepurrid) vorzüglich schmeckt, wenn man ihn jod) gemäß zuzubereiten versteht. Man nahm auch wohl statt des Wassers Wein und behielt, was entschieden

Schönheit der Frau.

Das Gebaren, das Auftreten, vor allem die Kleidung, wie wir alles drei heute an vielen Frauen beobachten, ist ungesund und unnatürlich. Angesund und unnatürlich ist das Zigaretten- rauchen und Likörti inksri. wie es -heute wie eine Krankheit unter dem weiblichen Geschlechte grassiert. .

Aiemand empfindet das so deuLUch-wre die Frau selber. Das heißt: die gesunde und von der Ackttrr nicht entfernte Frau.

Aber eins fehlt ihr leider-so ost: der Mut und die ßiebe, gegen diese Verirrungen ihrer Mitschwestern mit aller Energie und Unermüd- lichseit auszutreten. Diese Laster, die das weib- liche Geschlecht immer tiefer herabziehen, können eben mir von der 'Frau selber bekämpft werden, würden schwinden oder wesentlich herminbert wer­den. wenn aus den Aeihen der gesunden und natürlichen Frauen die liebegetriebenen. willens'- mutigen Kämpferinnen wider sie entstünden. L-tnc lohnendere Ausgabe für rechte Fraziestbetätignng kaim es heute nicht geben

Die Frau muß nicht nur zurück zu ihrer (Matur, sie muß ihre Schwestern zu ihr zuruck- führen. Das bewußte Zurückgehen auf das einfach Weibliche, die Pflege des Innerlichen und der Liebe für ihr eigenes Geschlecht, die vornehme Keuschheit in der Kleidung wie im Gebühren, daS ist es. was wir an der Frau lieben, was ihr Wesen wie ihren Wert ausmacht.

Aber nicht einmal das ausgesprochen Weib- I liche das ausgesprochen Mütterliche ist das | Signum und der Adel der Frau.

Eine bedeutenhe Vorkämpferin der tfrau hat es einmal ausgesprochen, daß es heute mehr eine Frauenfrage als eine Frauenbewegung gibt: Vicht von den Frauen an die Gesellschaft, son­dern von der Gesellschaft an die Frauen gerich­tet: die Frage, ob sie ihr großes Vorrecht ver­dienen wollen. Mütter der neuen Geschlechter zu sein, ilnb in dem Maße, in dem die neue Ethik die Menschen durchbringt, wird die Antwort auf diese Frage lebensbejahend lauten, und die Folgen dieser LebenSbejahung werden in der LebenSstelgerung der Frauen fctbft wie in der ganzen Menschheit zutage treten.

DieLebenssteigerung der Frau aber ist die stete Steigerung des Weiblichen und MStter- I lichen in ihr. Aie etwas anderes.

Diese Steigerung allein gibt ihr die Fähig­keit, die höchste Kunst zu üben, die die Alten die königliche" nannten: die Erziehung.

Wer das aufwachsende Geschlecht heute beob­achtet. der merkt eins: ein bedeutendes Uebei- Kriegen imd Gewichtlegen auf das Intellektuelle.

Es kommt aber bei der Erziehung nicht ach die Pflege des Intellektuellen in erster Reibe an Daraus kommt es an, ein Kind, sei es Sohn Oder Mädchen, ftarf und fest, jo, in einem größeren Sinne hart zu machen für die ld)toere 3cit, in die wir es hineinsenden, damit es nicht einmal ein Spiel von jedem Druck der Luft wird.

Die Ausbildung des Willens, die Pflege des Gemütes, des Ethos - dos ist die Hauptsache der Erziehung unserer Zeit. % _.

Man flogt oft, daß die Erziehung der Kim der bei ver Arbeitsüberlastung des Vaters zu sehr in die Hand der Mutter gelegt sei.

Das O sallch. die Mutter ist die geborene I Erzieherin. Richt der Vater.

Aber die Mutter nur. die heb nicht von der (Katar entfernt, die bewußten Willens ^e Bah­nen geht, die diese ihr weist, die das Weibliche und Mütterliche in »urzertrenirbarer Harmonie in

I sich vereint. ___

rate Freundin ist viel bequemer unb anmfanlci. Von Den jungen Mädchen, bic sich leider dazu tn nicht geringer Zahl her geben, werden sie in ihrer Auffassung häufig noch bestärkt. Der Gedanke an die Ehe rückt damit in immer weitere Ferne. Eine solche Feststellung ist tief traurig, zeugt sie doch von einer sehr laten Auffassung über den Begriff der Ehe überhaupt. Wir' selicr. da einen bedauerlichen Zug der jungen ®encra turn: sie beansprucht Rechte, aber will die Pach­ten nicht aus sich nehmen Der Gedanke daran, daß eine Ede sehr Diele Verpflichtungen und Bindungen mit sich bringt, schreckt sie in vielen Fällen vielfach ab und hält sie von einer Wer­bung zurück.

Die wirtschaftlichen Verhältnisse miterstutzeu den jungen Mann in der Furcht vor der Ede. Er trcif ungefähr zu berechnen, was ein eigener Hausstand kostet, und kommt, wenn er seine eige­nen Einnahmen damit vergleicht, leider zu oft zu dem Ergebnis, daß er den finanziellen Anfor­derungen keineswegs gewachsen ist. Mit den Ausgaben für die Lebenshaltung, für Wirtschaft und Kleidung ist eS babrf noch nicht immer getan Die Aussteuer der meisten Dräute non heute ist sehr lückenhaft und unvollkommen: die Infla­tion hat ja den meisten alles erfoarte Geld gc- nominell. Da gilt es. in der jungen Ehe Aeu- anschaffungen zu übernehmen, die unter Um­ständen sehr kostspiellg sind. Und dann die Wohnungsfrage Sie ist die am schwersten zu lösende und das größte Hemmnis für jede Ehe­schließung. Hätten wir mehr Wohnungen, so wur­den noch weit mehr Ehen als bisher eingegangen werden und wir damit zu einer gewissen mvralft scheu Gesundung kommen. Welche Bedeutung für die gesamte Einstellung »um Leben eine glück liche Ehe hat. wird heute leider noch immer zu wenig erfaimt. Sie ist eine unversiegbare Quelle reicher Freuden und immer neuer Lebenskraft Für den Mann bedeutet fte die Freimachung aller ethischen und sittlichen Leistungen für die Frau aber Lebensaufgabe und Erfüllung ihres

Daseinszweckes.

Man könnte hier lagen: wo wirkliche Hiebe Liebe ist und ein gemeinsam erfaßtes Ziel zwei Menschen, die guten Willes sind, eint, da gäbe es auch einen Weg. ilnbebingtl Der Einwand ist berechttgt. Aber wieviel Menschen haben die dazu eiforderliche Kraft, wieviel Menschen brin­gen die Ausdauer auf. die dazu gehört? Die Flucht des jungen Mannes vor der Ehe wird hier begreiflich. Denn, wo ftndet er die Partnerin, die ehrlich mit ihm einen solchen Weg geben würde? Wenn man sich die jungen Mädchen von heute mischaut - wie erscheinen sie unS? Eine Summe von Putzsucht, Lieblichkeit und Kops voller Gedanken an Tanz und (Beran^n. Mit solchen Menschen soll man ernsthaft aber die Ehe reden? Gewiß, es gibt Ausnahmen, und ihre Zahl ist erfreulicherweise nicht gering. Aber, wie gesagt, ein großer Teil unserer modernem jungen Mädchen müßte gewaltig umlernen und seine Lebensauffassung erhebllch ändern, wenn mancher junge Mairn seine Furcht vor der Ehe verlieren sollte. O. M.

Gibt es so etwaS? Wenn wir die stati­stischen Aufzeichnungen Über die Eheschließungen der letzten Jahre vergleichen, nicht. Denn zum Teil ist nach dem Striege zahlenmäßig mehr ge- heiratet worden als vorher. Das ist verständlich, wenn man bebenff. daß in den Kriegsjahren nur wenige Ehen zustande tarnen, deren Schließung nach'Kriegsende sofort erfolgte. Diese Tatsache hindert aber nicht, daß heute in manchen Kri­sen geradezu eine gewisse Furcht vor der Ehe ltesteht. Sie ist am ausgeprägtesten bei manchen jungen Männern, die sich heute im heiratsfähigen Alter befinden. -Die Zahlen der für eine Ehe in Betracht kommenden Märmer und Frauen smd nicht ausgegkichen. Gerade im Alter von 18 fV 45 Jahren überwiegt die Zahl der Frauen und Mädchen ganz erheblich. Bein statistisch ließe sich demnach zunächst feststellen. daß nicht jedes junge Mädchen einen Mann abbekommen lann. Am schlechtesten ergeht es dabei im allgemeinen den jungen Damen im Alter von etwa 27 bis über 30 Jahren. Der Mann sacht sich, wenn er überhaupt heiratet, meistens einen jüngeren Part­ner. ohne sich dabei immer die Frage zu beant- worteu. ob damit eine ©aeantic für sein Lebens- alück gegeben ist. ,

Die Ucberytf)! der Heiratefäh,gen Mädchen bringt einen für die Vvllsmoml nicht erfreulichen I Lachteil mit sich: die Männer werden wählerischer | itni) sagen sich: heiraten kannst du ja immer noch.

Tarnt. _

Aich: so ängstlich sein, ihr (Mütter! Forsche Luft und Sonne sind unbedingt zur Desmiderhal- tung eurer Kinder nötig, auch im Winter. Frei­lich müht ihr vorsichtig sein, eure Kleinsten lange Zeit naßkalter Witterung auszusehen, auch scharfer Ostwind könnte ihnen schaden, aber trockenes, kaltes und sonniges Wetter farm euren Lieblingen nicht- anhaben. um so weniger, als ihr ihre Widerstandskraft gestärkt habt, indem ihr sie im Sommer auch bei Wechte Inder Witte­rung regelmäßig jcchen Tag hi nausbrach lei. Selbstverständlich müßt ihr wissen, daß der Spa­ziergang resp. die Spazierfahrt in bezug ihrer Dauer vom Wetter abhängig gemacht werden muß. Sehr kaltes, sonnenloses Wetter läßt sie eben nur kürzere Zeit draußen fern, aber gut ist's, wenn ein Hinauskommen ins Freie alle Tage ermöglicht werden kann. Auch eine geschützte Veranda oder ein Ballon erlauben dem kleinen Erdenbürger, stundenlang außerhalb des Zim­mers zu sein.

Aatürlich spielt dabei die Kleidmrg auch eine Volle. Sie muß warm genug sein, daß das Kindchen nicht feiert soll es aber auch njc&t überhitzen, daß es zum Schwitzen kommt und sich auf diese Weise erst recht erkälten kann. Schwitzen ist für jede Haut nachträglich. Aus einem daraus entstehenden Hai^tausschlag (Ekzem) kann eine üble Furunkulose werden. Außer, daß neben einer Matratze leichte Federbetten (Kopftifien. Deckbett) den Wagen füllen sollen, müssen Mutze. Mäntelchen ober Jäckchen. Strümpfchen und Schühchen möglichst wollene sein, die, wenn sie wegen der zu hohen Praise nicht fertig 8«aust werden können. jet>e Mutter mit ^Eg Geschick leicht selbst Herstellen kann. Für das Kleinl-nd, das schon umherlaufen lann, ist es auch nicht schwer, es der Witterung entsprechend zu kleiden. Bei ihm müssen wir noch daraus achten, daß es warm genug auch am Unterfcafoer fein muß, damit es sich nicht erkältet und dauernd naß macht. Feste Lederschuhe und Wollsachen sind in' der kalten Jahreszeit für die Umhüllung des Kleinkindes im Freien zweckmäßig.

Aber es ist im allgemeinen nicht so angltito) zu nehmen mit dem Erkälten eurer Kleinsten, wenn ihr die (Ratschläge befolgt, denkt nur daran, ihr Mütter, dah ihr eure Kinder nicht frischer, freier Luft entziehen dürft.

Die Flucht vor der Ehe.

n e tun g.

Denn je weiter wir im Leben schretten. einen desto größeren Platz nimmt in ihm die Erinnerung I etn. Und sie ist ja nicht - wie sentimentale Üveichhett meint nur lähmeridck Wehmut, sie ist vielmehr unerschöpfliche .Kraft, ein Bewußtsein um 6en Schatz von wirklichem Leiben, der uns ge­schenkt wurde, und den wit uns bewahrt haben, «thmenmg ist im gewissen Sinne Ewigkeit in der Zett. Wie wundervoll weiß Wilhelm von Humboldt den Wert der Erinnerung in fernen .Briefen an eine Freundin" zu Widern.Der große Genuß, das große Gluck, das wahrhaft durch keine Macht entreiffoave, liegt in der Der- gangenbeit und in der gewissen Betrachtung, daß daS (äußere) Glück zwar ein großes, schähens- würdiges Gut, aber daß doch die Bereicherung der Seele durch Freude und Schmerz, die Erho- buna aller ebeln Gefühle der wahre und letzte Zweck ist . . . Durch diese Ansicht versinkt das Leben in der DergMigenheit nicht in cm dumpfes (Brüten über vergangene Freuden oder empsun' bene Leiden, sondern verschlingt sich in die innere Tätigkeit, welche daS Gemüt in der Gegenwart beschäftigt. So ist es in mir. und da die Gefühle, auf welchem mein Leben beruht, «jetzt alle in die Vergangenheit entrückt sind auf eine zwar von Wehmut begleitete, aber ein so füfjto und fo sicheres, von Menschen und Schicksalen so un­abhängiges Glück gebende Welse, daß nichts es zu entreißen ja selbst mir zu schwächen vermag.

In einem anderen Briefe schreibt er tote die guten Erwartungen, die er in früheren Lebens- epvchen von dem Aller gehegt hat. noch über­troffen feien, da er eS selbst kennen gelernt.Die (Rübe de« Geistes, die Freiheit von allem, was die I Seele unangenehm spannt und cmfreizt, die iln- abhängigkeit fast von allem, waS man M mjt selbst durch innerliche Stimmung und Beschäfti­gung geben kann: diese Dinge find alle in frü­heren Jahren schwerer zu errrÄchen . . - noch sind ste e« vorzüglich, welche etn innerlich glückliches Geben uns sichern . . . So stirbt zwar in höheren Jahren eine gewisse Lebendigkeit mehr ab- aber e« ist dies nur eine äußere, oft sogar fälschlich geschätzte. Di. viel üwdlfoftgeve. scho­ne«. eblete, die sich immer in fruchtdarer Klar­heit entfaltet, gehört vielmehr erst recht eigentlich dem wahren Alter an."

Die Frau.

Bvn Artur Br ausewe t ter.

Man kann den Wert imd die Bedeutung der Geschlechter in einen kurzen und einfachen Satz zusammenfaffen: Ein Mann muß ein ganzer Mann, eine grau eine ganze S^u fein. W gibt ein ewig Männliches wie es ein ewig Weibliches albt

Darüber hinaus aber gibt eS nichts Der Frau st^t bic Welt heute in demselben Maße Z wie dem Manne. Man darf nicht mehr Tagen: Dies imd jenes geziemt sich for die Frau wcht- Alles geziemt sich für sie. überall kann sie wirken und schaffen, gleichviel in welchem Berufe ober Tätigkeit es ist - wenn fic nur in altem die echte Frau bleibt, wenn fte ihr Tim erfüllt mit dem ewig Wekblichen__

Hier liegt ihre Aeberlegeicheit über den Mam, . . . auch im Berufe. Macht sie es ihm nur gleich durch die Stärke ihres Intellekts, ihrer Gewissenhastiakett imd ihreS Fleißes, fo hat sie nichts Besonderes. DaS kann der Mann eben auch, oft vielleicht ein ganz Teil besser. Aber Frnu bleiben, das Weibliche gerade in dem Tun, in dem Beruf offenbaren, der bisher dem Manne Vorbehalten war. in alle Liebestätigkeit, in ixte öffentliche Wirken in Parlamenten. Gemeindo- vder .Kirchenorganisativnen die Bote des weiblich Eigenartigen tragen, das gibt ihrem Berufe und ihrem Tun bas Besondere, vom Maime nicht zu Erreichende.

Man vermag nie etwas gegen die Aatur. Sie behauptet stets das Feld, bleibt immer Sie­gerin über den vorwitzigen (ZUenschengeift. Sie läßt aber auch ihre Grenzen nicht verwischen.

Das gilt vornehmlich wieder für die <5rau. Sie stehl der (Katar naher als der Mann, ihre gefunbe Entwicklung geht der Aatur entgegen, nicht von ihr fort. Darin liegt die Stärke und die

DaS Jahr geht zu Ende. Da halten die ®e- banfen, sonst von den Pfiichten, Sorgen und gretfben der fordernden Gegenwart rastlos be­drängt. einen Augenblick inne, wir richten uns aus, im Strom der Zeit dahintreibend, mit der ernsten Frage nach Sinn und Ziel der Fahrt. Vorwärts ist der Blick der Jugend gerichtet in Me goldene Ferne, wo die Erfüllung winkt. Aber der ältere, der gereifte Mensch schaut sinnend zurück, beim hinter ihm liegt bereits die größere Hälfte seines Lebens mit ihrer lieber fülle an Er­lebnissen und Grfahrungen. an Glück, Schmerz und Gnttäüschung, an äußeren und inneren Kämpfern. Da bricht wohl bei den ausquellenden Erinne­rungen an vergangenen Seligkeiten übermächtig der Wunsch hervor:Gib meine Jugend nur nurü(f doch nein, im Grunde ist ers mohl- zufrieden, daß diesem Sehnen keine Erfüllung werde» kann. Er hats erfahren und auägatoftet. dasschmerzenvolle Glück" der Jugend: ihr ruhe­loses Stürmen, ihren imgrftümen Tatw'llen 'hoe zersprengende Göfühlskrafl jetzt hat er anderes, vielleicht bessere» dafür eingelauscht: die innere Sicherheit, die heitere Gelassenheit, die Reife. Unb ein unveräußerlicher Besitz ist sein eigen, den die Jugend nicht kennt, das ParadiE. aus dem er nie vertrieben werden kann die E r x n -

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