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nächster Zelt noch vollständig ausgebaut werden. Die Zlegelgasse sei bedeutend erweitert, neu eingedeckt und mit einer neuen Fußsteiganlage versehen. Tein großes Interesse für die Pflege der Leibes. Übungen habe der Stadtvorstand durch die finanzielle Unterstützung des Turn Hal l e n . E r - meiterungsbaues bekundet. Es feien nennenswerte Vorbereitungen getroffen worden in bezug auf die Erbauung eines neuen Schul- Hauses und einer V i e h z u ch t ft a t i o n. 'Auch ein großzügig auigeftellter O r t s b a u p l a n fei in seinem Entwurf soweit gefördert, daß seine Offen- lage demnächst erfolgen könne. Eme neue Orts- fatzung über den Bezug von Wasser aus dem städtischen Wasserwerk fei erlassen und eine neue Friedhofs- und Begräbnisordnung ausgestellt. Die letztere fei aber bis jetzt noch nicht vom Ministerium, woselbst sie zur Einholung der Genehmigung vorgelegt worden fei, zurückgekommen. Der Stadtoor- stand habe auch nicht zuletzt der Landwirtschaft icine Fürsorge angedeihen lassen. Auf dem Gebiete des Fafelwefens fei olles geschehen, was zur Hebung der Viehzucht getan werden konnte. Es feien viele Feldwege verbessert und auch die Vertilgung schädlicher Tiere, besonders der Mäuse, nicht oerngch- lässigt worden. Den Bewohnern der tiefgelegenen Stadtteile fei man durch verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung des Hochwassers ent- gegengekommen, und es könne heute ruhig behauptet werden, daß das, was geschaffen worden fei, insbesondere die Erbauung einer Flutschleuse in das Wehr der Kolnhäuser Mühle, sich sehr bewährt habe. Auf sozialem Gebiet fei auch manches geschehen: der privat? Wohnungsbau fei durch Gewährung von Beihilfedarlehen nach Kräften gefördert worden, die Stadt selbst fei der übrigen Bevölkerung burdi Erbauung von Wohnungen mit gutem Beispiel vorangegangen: für schwächliche und kranke Kinder habe man Beiträge zu Solbadekuren bewilligt, an eine Reihe gemeinnütziger Vereine wurden Beiträge gezahlt, besonders an die Unternehmungen, die zur Bekämpfung der Tuberkulose ins Leben gerufen worden seien. Bemerkenswert fei noch die unentgeltliche Lieferung des Holzes für Särge, die eine Zeitlang gehandhabt worden iei. Doch jetzt dürften wir uns darüber freuen, daß den Leuten das Sterben nicht mehr so leicht gewacht werde. Der Stadtvorstand habe in den letzten drei Jahren mit Einschluß der heutigen Sitzung 68 Sitzungen mit 809 Beratungs- gegenständen gehalten. Zwei Sitzungen hätten wegen Befchluhunsähigkeit ausfallen müssen. An Kommis- sionssitzungen hätten gehalten werden müssen: Fi- nanzkommission 60. Baukommission 24, Wasferoeld- kommissivn 22, Landwirtschaftliche Kommission 21, Markttommisfiou 7, Holzoerwertungskommifsion 17, städtischer Wohlfahrtsausschuß 25, Wohnungs- Deputation 44, Schulvorstand 10 und der Wiesenvor- stand 8 Sitzungen. Der Bürgermeister sprach sodann dem Stadtvorstand angesichts der großen Arbeit, die in dieser Sitzungsperiode geleistet wurde, den herzlichsten Dank aus. In diesen Dank schloß er auch ein die städtischen Beamten, die in der angegebenen Zeit im städtischen Dienst tätig waren. Gleichzeitig sprach er die Bitte aus, auch in der nächsten Wahlperiode alle Kräfte zum Wohle der Stadt einzufetzen. Hierauf stattete Rektor E r b im Namen des gesamten Stadworstandes dem Bür* germeifter für seine unparteiische und fachoerständige Geschäftsführung den Dank der Der- iammlung ab. — Aus der Tagesordnung ist das folgende von allgemeinem Interesse zu vermerken: In Ausführung des Reichsoiehfeuchengefetzes find iür die hiesige Stadt zwei Schätzer und zwei Stellvertreter zu wählen. Aus Zuruf wurden gewählt 1. als Schätzer Metzgermeifter Ludwig Heller und Landwirt Ehr. A l d o h n , 2. als Stellvertreter H. PH. Dietz, Metzgermeifter, und 5r. Menges VI., Landwirt. Das Kreisamt Gießen hat die Richtlinien über die Erhebung eines Wassergeldes in bezug auf den Ansatz des Wassergeldes für Wasserstrahlpumpen beanstandet und vorgeschlagen, den Ansatz von 1 Mk. pro Pumpe wesentlich zu erhöhen. Der Stadtvorstand konnte dem Ansinnen nicht stattgeben und brachte zum Ausdruck, daß nur ganz wenige Wasserstrahlpumpen in hiesiger Stadt aufgestellt seien, und daß sie aus- schließlich zur Entwässerung von tiefgelegenen Kel- lern Verwendung finden. Ein Gesuch der ifraeli» tischen Religionsgemeinde, ihr den gleichen Zuschuß zu den Kosten der Heizung ihrer Synagoge wie der katholischen Kirchengemeinde für ihre Kirche zu gewähren, fand Annahme. Dem Amtsgericht Lich wurde auf Ansuchen das Lrennholz genau wie im Vorjahre zum durchschnittlichen Versteigerungserlös überlassen. Die Brauerei I h r i n g - M e l ch'i o r dahier beabsichtigt, eine private Wasserleitung durch städtisches Gelände zu führen und suchte um die Genehmigung hierzu nach. Dem Gesuch wurde in widerruflicher Weise gegen Zahlung einer jährlichen Anerkennungsgebühr von 20 Mk. entsprochen. Aus ein Gesuch der hiesigen Erwerbslosen um Gewährung einer W e i h n a ch ts b e i h i l f e aus städtischen Mitteln wurde beschlossen, allen Erwerbslosen, sofern sie am 14. Dezember Anspruch auf Erwerbslosenunterstüt- zung hatten, eine Beihilfe in folgender Höhe zu gewähren: Ledige erhalten 5 Mark. Verheiratete 10 Mk. und für jedes unterhaltsberechtigte Kind eine Zulage von 1 Mk. Die Auszahlung dieser Beihilfen wurde davon abhängig gemacht, daß die Empfänger für die Stadt besondere Arbeitsleistungen verrichten, wobei ihnen der Arbeitstag mit 4 Mk. angerechnet wird. Weitere kleinere Vorlagen fanden antragsgemäße Erledigung. Im Anschluß an diese Sitzung versammelte sich, wie alljährlich, der Stadtvorstand jn einem hiesigen Gasthaus zur gemütlichen Schlußsitzung. Diese Sitzung hat den Vorzug, daß sie keine Tagesordnung hat, upb daß ein Protokoll nicht geführt wird. Von dem wenigen, was über eine derartige Sitzung an die Öffentlichkeit dringt, fei erwähntz daß es eigentlich keine Sitzung, sondern eine Feier ist; ein B e r s ö h n u n g s f e st nach all dem Kampf des verfloffenen Jahres, so ganz der Stimmung des Weihnachtsfestes entsprechend. Es werden auch keine großen Reden gehalten, man gibt sich eben einer ungezwungenen Fröhlichkeit hin. wobei die Anwesenden darin wetteifern, durch musikalische und humoristische Darbietungen zum Gelingen der Feier nach Kräften beizutragen. Auch in diesem Jahr soll die Sitzung bei einem guten Glase Bier und einem entsprechenden Eßen ganz stimmungsvoll verlaufen fein. Es ist erfreulich, daß sich von dieser Sitzung ohne zwingenden Grund niemand der Beteiligten ausschließt, „unversöhnliche" Naturen gibt es anscheinend bei unserem Stadtvorstand nicht.
ö. j) ungen,-28. Dez. Den Anfang zu den verschiedenen Weihnachtsfeiern machte der Frauen - undMädchen verein, die beide zusammen am 4. Advent abends im vollbesetzten Saale „Zur Traube" eine fein abgestimmte Weihnachtsfeier unter Dem Grundgedanken. „Von Advent zu Weihnachten" hielten. Mit Gedichten und gemeinsamen Liedern wechselten beim brennenden Tannen
baum klangrein voraetragene dreistimmige Chöre. Während der folgenden Kaffeepause erzählte der Gemeindepfarrer von Weihnachtsbräuchen und -sitten aus alter und neuer Zeit in den ver- schiedensten Ländern. Zwei Weihnochtsspiele, ein ernstes: „Weihnachten und deutsches Leid" und ein heiteres bildeten den Abschluß. So war die rechte Weihnachtsstimmung vorbereitet. — Nach alter Sitte wurden auch in diesem Jahre wieder unsere Feiern in der Kirche festlich ausgestaltet durch die allezeit freundliche Mitwirkung der beiden Gesangvereine, und zwar die Ehristoesper am heiligen Abend durch Gesangverein „Liederkranz" und der Gottesdienst am 1. Feiertagmorgen durch Gesangverein „Eintracht". Der Abend brachte uns wieder, wie in jedem Jahre, ein hübsches Krippenspiel durch die Konfirmanden. Obwohl wir diesmal mit Festtagen gesegnet waren, versammelte sich doch auch am dritten Feiertagabend noch einmal eine sehr zahlreiche Gemeinde im Gotteshaufe zu einer weihnachtlichen Lichtbildondacht. Die entzückenden Bilder von dem Künstler Stassen zeig ten, wie tief sich das deutsche Gemüt in die Weihnachtsbotschaft versenkt und ne wieder zum Ausdruck gebracht hat. Durch hochherzige freiwillige Stiftungen war es möglich, auch in diesem Jahre wieder durch kleinere Geschenke manche Gemeindeglieder und die Kinder am heiligen Abend zu erfreuen.
X Langd, 29. Dez. 2lm 2 WeihnachtS- feiertag abends sand hier im Sannschen Saale eine Abendunterhaltung statt. Dank der Bemühungen unseres neuen Lehrers Staut gelangten dabci von feiten der Schuljugend 4 Weihnachtstheaterstücke zur Aufführung, die sämtlich starken Beifall hervorriefen. Zwischen den einzelnen Stücken brachte der Gesangverein unter Leitung von Lehrer Dräut einige Weihnachtslieder formvollendet zum Dortrag. Der Saal war dicht besetzt, so daß trotz des verhältnismäßig niedrigen Eintrittspreises der schöne Betrag von 76,50 Mark einging.
ttrcis Zricdbcrg.
WSA. Friedberg. 29. Dez. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigt die Frage der Gefallenen-Ehrung die maßgebenden Kreise unserer Stadt. Aunmehr ist der Stadtteil Fauerbach initiattv vorgegangen, und die Denkmalsfrage scheint gelöst zu fein. Im Frühjahr soll das Ehrenmal eingeweiht werden. Die Sammlung der Geldmittel hat ein Ausschuß übernommen, an dessen Spitze Bürgermeister Dr. S e h d und. als Vertreter der Militärvereins Oberst S o l d a n stehen. Mit der Ausführung ist der Bildhauer Arnold zu Beuern, der Erbauer des 116er-Denkmals in Gießen, betraut worden.
ss. F r i e d b e r g, 29. Dezember. Die hiesige Evangelische Kirchengemeinde hat das umfangreiche Grundstück Kaiferstrahe 15 käuflich zum Preise von 35 000 Mark erworben, um den schon lange gehegten Wunsch, ein Gemeindehaus zu erbauen, endlich zur Ausführung zu bringen. Ein früher zu diesem Zwecke ange- fammelter beträchtlicher Grundstock ist natürlich verloren gegangen, doch hofft die Genreinde auf die Unterstützung und Teilnahme weiterer Kreise, da für diesen Dau tatsächlich eine zwingende Aot- wendigkeit vorliegt. Das nach der Kaiserstraße gelegene Vorderhaus soll stehen bleiben, nur die seither als Magazin dienenden Hintergebäude sollen abgerissen und an deren Stelle das Gemeindehaus errichtet werden. In diesem sind ein größerer Saal für Versammlungen mit den entsprechenden Aebenräumen, Wohnungen für die Stadtschwestern und eine Hausverwalterwohnung vorgesehen.
B. Aodheim von der Höhe, 29. Dez. Der Gesangverein „Eintracht" hielt am Sonntag seine Weihnachtsfeier im Saalbau. der Wirtschaft Ludwig von Hayn ab. Die Begrüßungsrede hielt der Präsident G r u p e. Dem Charakter des Vereins entsprechend bestanden die Darbietungen des Abends zumeist aus Männerchören, die unter der Leitung des Vereinsdirigenten, Chormeister Wünsche aus Bad- Homburg, formschön und klangrein zum Vortrag kamen. Daneben waren einige theatralische Aufführungen einstudiert. An das abwechfelungs- reiche Programm, für das die zahlreichen Besucher mit lebhaftem Beifall dankten, schloß sich ein Tanzvergnügen an.
Zrreis Büdingen.
)( Ortenberg. 29. Dez. Ein in unserer Zeit seltenes Jubiläum form unser Mitbürger Christian Wendel am 1. Januar begehen. Seit 50 Jahren steht er an diesem Tage als Aentamtsbote im Dienst der Fürstlich- Stolbergisch-Aoblaischen Verwaltung. Durch große Berufstreue und vorbildliche Gewissen-- Hastigkeit hat et sich während 5 Jahrzehnten ausgezeichnet und sich dadurch die volle Wertschätzung des Fürsten, der ganzen fürstlichen Familie und seiner Vorgesetzten erworben. Bei der Bürgerschaft genießt er größte Beliebtheit. Herr Wendel, der einem altangefeffenen Orten- berget Bütgergeschlecht entstammt, erfreut sich trotz seiner vorgeschrittenen Jahre noch der bejten körperlichen und geistigen Rüstigkeit.
—/— Ortenberg. 28. Dez. Im Gottesdienst des ersten Weihnachtsfeiertages wirkte Der Kirchengesangverein unter Leitung des Herrn Ackermann mit. Der Verein trug u. a. das von einem oberhesfischen Pfarrer (ßic. Dr. Stumpf- Eschenrod > wundervoll zart und ansprechend vertonte „Dies ist die Dacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit", vor. An Kollekten gingen für verschiedene Zwecke 51,93 Mk. ein. — Am Abend des 1. Feiertags veranstaltete der Fußballklub Germania im Wauergartensaal einen wohlgelungenen Theaterabend, der den vollen Beifall der Besucher fand. Am folgenden Abend bot der Verein einen genußreichen Unterhaltung^» abend. Der Turnverein hatte einen T u r» ncrabenb hergerichtet, bei dem auch ein Teil der Reichswehrkapelle aus ®i.£en mitwirkte. Der Abend wurde u. a. durch lujönc Frei» ,pnd Stabübungen. Pyramiden und andere turnerische Vorführungen einet Schülerriege unter Leitung von Turnwart Hebbel, durch eine Reihe von lustigen Gedichten und kleineren Aufführungen und Die Christbaumverlosung angefüllt. Am Dritten Weihnachtstag fand zum Besten der Deutschen Rothilfe ein Verkauf der Wohlfahrtsbriefmarken statt, der bis jetzt 75 Mk. erbrachte.
Kreis Schotten.
lg. Gedern, 29. Dez. Am Abend des zwecken Weihnachtsfeiertages veranstaltete Der Turnoer - ein im Saale des Bergwirtshaufes einen Theaterabend, der recht gut besucht mar. Nach gemeinsamen Gesang des Liedes „Stille Nacht, heilige Nacht" und einem flotten Marsch der Feuerwehr
kapelle erfolgte die Aufführung eines dreiakttgen oberbayrischen Bauernschwanks. Das Stück gelangte ; u sehr wirksamer Darstellung. Anschließend fand llanz statt. Am gleichen Abend veranstaltete der Kriegeroerein im Saale Des „Löwen* einen ebenfalls gutbesuchten Unterhaltungsabend, Der mehrere Einakter und Singspiele aufzuweifen hatte. Auch hieran schloß sich der übliche Tanz an. Für Den Abend des Dritten Weihnachtsfcicr- tagcs hatte der Arbeitergesangverein zu einem Unterhaltungsabend im „Löwen" cingelaDen, der aus allen Teilen der Bevölkerung recht gut beucht war. Gesangliche und theatralische Darbietungen bereiteten Den Besuchern sehr genußreiche Stunden. Ein Tanzvergnügen schloß Die Veranstaltung ab. — Die bekannte hiesige mechanische W o 11- strickerei von Emil Hoffmann hat ihren Betrieb modernisiert und aus Die Höhe Der Zeit gebracht, indem sie ihre seitherigen Räumlichkeiten durch einen Neubau wesentlich erweiterte. Jnsbe- onbere wurden auch durch Neuaufstellung weiterer Maschinen, die in Den ersten Tagen mit elektrischem Krastbetrieb versehen werden sollen, Die nötigen Vorbedingungen für größere Leistungsfähigkeit gesoffen.
„?** Ober-Schmitten. 28. Dez. Der Verein für Bewegungsspiele veranstaltete am 2. Weihnachtstag einen Theater- abend. Die Mitwirkenden wußten durch flottes, verständnisvolles und hingebendes Spiel ihrer Aufgabe gerecht zu werden und sich den dankbaren Beifall einer zahlreich erschienenen Zuhörer- chaft zu erwerben. Der am folgenden Tage statt- gehabte Ball war gleich der Abendunterhaltung auch von auswärts gut besucht.
Id. Tlnler-Seibertenrod. 29. Dez. Am zweiten und drittelt Feiertag abend wurde hier unter Leitung von Lehrer Dutte von Weihnachtsfeiern veranstaltet. In der Kinderfeier wurden die Schüler und Eltern beschenkt. Die Geschenke für die Eltern waren von den Kindern unter Anleitung von Herrn und Frau Butteron angefertigt worden und riefen besondere Freude hervor.
eb. Eschenrod, 29. Dez. Wie freudig auch die Bevölkerung des Eicheltales die geplante 21 u toll n i e Schotten — Gedern begrüßt, so hat sie doch auch ihre st a r k e n B e d e n k e n. So ist die Kreis st raße Eschenrod • Wingers ha u- s e n ganz und gar nicht für Autobusverkehr geeignet. Diese schmale Straße, einem alten Verbindungsweg mit Wingershausen, dem sog. „Totenweg", folgend, muß unbedingt mit Ausweichst e 11 e n versehen werden. Da es unmöglich ist, daß mit Heu oder Frucht beladene Wagen und ein so großes Auto oneino iber oorbeifommen können, ohne daß ein Fahrzeug Gefahr läuft. Den Steilhang hinunterzurollen. Auch Die Einfahrt nach Wingershausen mit ihrem sehr starken G e - fälle und ihren unübersichtlichen Kurven wirb besonbers im Winter ihre Schwierigkeiten haben. Ferner hat bie geplante Linienführung ben Nachteil, baß bas Auto in Eschenrob von ber Staatsstraße Schotten—Gebern abbiegt und Gedern auf großem Umwege erreicht. Für Fahrgäste aus Schotten und Eschenrod wird dadurch die ^ahrt sehr verteuert, und viele werden den Weg Eschenrod— Gedern zu Fuß zurücklegen, um eineh ganz ansehnlichen Betrag zu sparen. Die Autolinie will Schotten mit Gedern verbinden, den Hirzenhainer Arbeitern aus dem Eicheltal bienen, bie Bewohner des Eicheltals an die Bahnstation Merkens itz und nach Gedern bringen, den verschieden gerichteten Verkehr in eine unnatürliche Linienführung zusammenpressen, zu viele Fliegen mit einer Klappe schlagen. Diese Tatsache kann ihr Todeskeim fein.
Kreis Alsfeld.
m. Flensungen, 27. Dez. Am gestrigen 2. Feiertag veramtaltete der Radfahrerverein 1920 Flensungen-Mücke im neuen Saal des Gastwirts Becker dahier einen wohl- lungenen Anterhaltungsabend. Eröffnet wurde derselbe durch zwei flotte Märsche der Kapelle Bloh. Die Begrüßungsansprache hielt der Vorsitzende Heinrich Tag. Das Streichorchester brachte eine ganze Reihe von Konzertstücken zu Gehör. Die Gesangsabteilung des Radfahrervereins sang mehrere Chöre. Sowohl die Musik- als auch die Gesangsvorträge zeugten von vorzüglicher Schulung durch Musiklehrer Bloß, der wegen feiner großen Verdienste um die Volksbildungsarbeit schon vor Jahren in den hiesigen Ortsausschuß für Volks- bildungs- und Jugendpflege gewählt wurde. Rach verschiedenen humoristischen ' Darbietungen bildete den Höhepunkt des Abends ein Reigen, gefahren von sechs Mitgliedern des Vereins in Radfahrerspartanzügen auf schön geschmückten Räderm
Id. Ober-Ohmen, 29. Dez. Durch ein französisches Kommando wurden dieser Tage die Leichen der im Herbste 1918 in Ober-Ohmen, ^Unter-Seibertenrod, Stumpertenrod, Zeilbach und Ermenrod an der Grippe verstorbenen Franzosen ausgegraben und nach Frankreich überführt, z.T. in die Heimat, z. T. auf einen Ehrenfriedhof.
WSR. G r o h - F e l d a. 29. Dez. Hier ist ein deutsches Schulheim für Söhne von Landwirten und Gewerbetreibenden im Entstehen begriffen. Bis jetzt sind eingerichtet worden: 1. eine Landwictschaftsschule, 2. eine höhere Schule nach dem Lehrplan der Oberrealschule, 3. gewerbliche Abendkurse. Das Schulheim arbecket genau nach dem Lehrplan der staatlichen Schulen, um den Insassen die staatlichen Examen zu ermöglichen.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
73 Wetzlar, 28. Dez. In diesem Jahre hatte auchdie Stadtverwaltung für bie Schulen eine geschlossene Weihnachtsfeier vorgesehen, Die bei ber großen Zahl Der Kinder in drei Teilen abgehalten werden mußte. Bei Kaffee und einem Zuckermann, bei brennendem Christbaum und verschiedenen Ansprachen fühlten sich die Kinder recht wohl. Dazu kamen noch besondere Feiern in den einzelnen Schulklassen. Auch die vielen Vereine der Stadt gehen immer mehr dazu über, im Kreise ihrer Mitglieder das Fest der Liebe zu begehen. Von Den größeren Vereinen feien genannt der Kriegerverein, Der in Den Räumen ber unteren Stadtschule bie Kinder der Vereinsmilglieder in sehr ausgiebiger Wei'e beschenkte, wobei ein kleines Theaterstück und nette Deklamationen bie Herzen der Kleinen höher schlagen ließ. Mit gewohnter Eleganz hielt ber Turnverein im Lochügengarten bei vollem Haus seine Feier ab; ihm folgte am Dritten Feiertag ber evangelische Männeroerein ebendaselbst. Wie immer, fiel auch Diesmal bie Bescherung ber Mitglieder zu aller Zufriedenheit aus. Wohl Die schönste Veranstaltung hatte ber Gesangverein Union-Club am Abend des Dritten
Tages. In aller Stille war manche Träne getrocknet und manche Not gelindert worden, nicht zuletzt auch von dem ftäbt Wohlfahrtsamt, wo in Den letzten Tagen vor dem Fest alle Hände bis in Die Mckternachtsstunben mit Dem Verpacken von Liebesgaben zu tun hatten.
• Dutenhofen. 29. Dez. Das in Rr. 299 des „Gieß. Anz." berichtete Ergebnis der Treibjagden wurde in den Revieren der Gemeinden Dorlar und Dutenhofen erzielt. Cs tourben 137 Hasen. 2 Fasanenhähne und 1 Hühnerhabicht geschossen. Don den von Förster Schröter erbeuteten 8 Füchsen sind 6 im Dorlarer und 2 im Dutenhofener Revier zur Strecke gebracht worden.
Kreis Biedenkopf.
# Königsberg, 29. Dez. Wie in den letzten Jahren, so wurden auch diese Weihilachten wieder in der Schule und vom Turnverein Weihnachtsfeiern veranstaltet. DieSonn- tagsschule spielte am ersten Feiertag-Abend in der Kirche ein Krippenspiel, das von einer deutschen Kolonie in Preßburg entstammt und dort schon im 13. Jahrhundert aufgeführt wurde. Am zweiten Feiertag wurde in der Schule ein Weihnachtsstück aufgeführt, das allgemeinen Beifall fani>.
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Turnen, Sport und Spiel.
Stand undVorschauder Bezirks- Itgo in Hessen-Hannover.
tz. Der letzte Sieg „Sport" Kassels über Göttingen 05 hat Sport luieDer an Die Spitze gebracht mit einem Punkt Führung vor Kurhessen, bie mit einem Spiel weniger relativ immer noch besser stehen. Wir haben also wieder ein Tabellenverhält nis wie vor vielleicht 8 Wochen, nur mit ueränber ten Zahlen. Soweit wäre also bie Situation noch genau so verzwickt wie bisher, wenn sich nicht Einflüsse anberer (nicht spielerischer) Art geltend machen können. Seiner Zeit entschied die Behörde, daß die Spielberechtigung für Kurhessens M. St. Weber zu früh ausgesprochen war, nahm ihren Beschluß zurück und setzte die Spiele, in denen Weber mitgewirkt hatte, neu an. Das waren im ganzen Drei, und zwar gegen Vereine, die sich heute von Kurhessen nicht ohne weiteres schlagen lassen, S. E. 03 und Hessen 09 Kassel, als dritter Gießen 1900, das ihm aber den Sieg nicht ftreilfg machen wird. Bei günstigem Ausgang dieser Spielberechtigungsangelegenheit für .Kurhessen, die inzwischen von Kurhessen erneut anhängig gemacht ist, ist Die Meisterschaft natürlich entschieden. 3m anderen Falle sollte der nächstsonntägliche Kampf
Spork—Kurhessen
dem ganzen die entscheidende Wendung geben. Bei zwei im allgemeinen so gleichstarken Gegnern ist bas Enbres'iltat bes Kampfes nicht ohne weiteres vorauszusehen. Die bessere Technik unb bie kultiviertere Spielweise ist auf Seiten des Altmeisters Kürhessen, die größere Wucht unb Durchschlagskraft bei Sport. Wie bie Verhältnisse liegen, könnte schon ber erste Torerfolg von entscheibenber Bebeutung sein. Vielleicht kann man sich aber boch ein kleines
Plus für Kurhessen herausdenken, wenn man den Privatspielbetrieb der beiden Gegner betrachtet. Kürhessen schlug über Weihnachten die 96er in Hannover mit 5:3 Toren durch eine gute spielerische Leistung, während Sport gegen den S. C. 03 Kassel mit 0:4 auch etwas an Zeitraum zu sich verlor, wenn auch die S. E.er an dem Tag in Hochform
waren. Es ist aber eine alte Erfahrung, daß gerade in solchen entscheidenden Lokoltrefsen wie dem am kommenden Sonntag bie Gegner über ihre eigene Leistung hinauswachsen ober — bie Nerven leicht verlieren. Kurhessens Trainer, ber Ungar Molnar, ist in seine Heimat zuruckgekehrt. Er hatte großen persönlichen Einfluß auf seine Elf, er wäre aber für bas teure Gelb, bas er bie Kasseler kostete, ein schlechter Lehrer gewesen, wenn sie nicht auch ohne ihn ihren Mann stehen sollten. Das Spiel sollte einen ai'k-er^emähnlich starken Besuch haben, wie man f-ört, auch einen Schiebsrichter von ganz neutraler Seite, unter besten Leitung nur ber wirklich Beste Sieger werden soll. Das ist unser Wunsch!
In Der ersten Serie spielten in Fulda Borussia gegen ben damals noch nicht vereinigten V. s. D. Marburg 0:1, verlor also knapp, allerdings unverdient. Heuer steigt das Rückspiel in Marburg gegen d e numnehr durch Kürhessen verstärkten V. f. D.er, von denen man
dieses Mal sagen kann, daß sie verdient siegen könnten, besonders nachdem sie sich in letzter Zeit
von bester Klas'e zeigten. Zu berücksichtigen ist allerdings, ob Die in Der Elf spielenden Mar
burger Studenten bis zum Sonntag aus den Weihnachtsferien zurück lind. Eine Aenderung im Tabellenplatz kann das Spiel nicht bringen.
„Sport* Kastel Kurhessen Kastel
Borustia Fulda 05 (Böttingen Hessen 09 Kastel Spieloerein Kassel
5.-Dg. (Böttingen S.-CC. 03 Kassel Marburger S.-Dg.
Wetzlarer F. (L 05
23 Spiele 37 Punkte
22 „ 36
24 „ 33
25 , 32
21 „ 28
24 „ 28
24 „ 28
21 „ 26
22 „ 24
23 „ 20
S.-Dg Hann.Münden 25 „ 16
Gießen 1900 24 „ 10
Kürhessen Marburg 26 „ 9
Osterode 26 3
Heber den Weihnachtsspielen stand, wenigstens irn Lahnkreis, ein Unstern. Das Spiel Wetzlarer F. C 05 gegen V. f. B G i e- hen fiel buchstäblich ins Was er. Die Wetzlarer mußten in letzter Stunde absagen Gießen 1900 verlor gegen die ^.-Klastigen Alsfelder 2:11, ein Resultat, das zu glauben wäre, wenn 1900 seine dritte Garnitur nach Alsfeld geschickt hätte. B. C. Wetzlar verstand sich mit nur 10 Mann gegen den F. S. Langen auch nicht durchzu- sehen und verlor 2: 9.
Abschließend wäre fü* den gesamten Lahn- kreisfuhball ein entschiedener Formrückgang fest- zustellen, mit Ausnahme von V. f. B. Gießen und Germania-Marburg, welch letztere übet die ehemalige bayerische Dezirksliga, „Baye r n" - K i h i ng en, einen beachtenswerten 8: 4-Sieg errangen. Rebenbei gewann B o- r u s f i a - Fulda gegen Die Bayern auch, aber nur 3:1. Die letzten beiden Resultate fordern einen Vergleich heraus, über den in den nächsten Tagen zu sprechen sein wird. Denn die Marburger Germanen haben noch Chancen zum Aufstieg. Darüber nächstens mehr!
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