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Nr. 504 Zweites Blatt Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 30. Dezember 1925
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8Da$ brachte uns das Jahr 1925.
Januar 5. Die volksparteilichen Minister I Sr. Dvclitz und Dc. von Richter treten aus dem | preußischen Kabinett Braun aus. — 6. Roten- wechsel in der Räumungsfrage. — 6 Stapellauf d»es neuen Kreuzers „Emden" - 8. Amtsniederlegung des Rcjchsposlministers Hoesle. 13. I ^ougthon, bisher amerikanischer Botschafter in I Berlin, zum Botschafter in London ernannt. — 11. Eisenbahnunglück bei Herne, 24 Tote. — 15. Gr. Luther zum Reichskanzler ernannt. — 15. An» • li^ahme des Konkordats im bayrischen Landtag.
2!). Aufhebung der Marinekontrolle 22 Billi- (Kunq der R cg ierungserllärung des Kabinetts Luther im Reichstage. - 23. Rücktritt des Kabinetts Braun in Preußen. 24. Rücktritt des schwedischen Ministerpräsidenten Dranting. — 25. Ter russisch-japanische Vertrag. — 26 Eine alliierte Rote zur Räumung der nördlichen Rhein- l»mdzone. - 26 Absetzung Trotzkis als Vo»
snhender des revolutionären Kricgsrates. - 30. Ter Kabylenscheich Raisuli schließt sich Abd el 5lrims Kampf gegen Spanien an — 30. Draun z am preußischen Ministerpräsidenten gewählt. — 3S1. Der ökonomische Patriarch aus. Konstanti- mopel ausgetrneseir
Februare 4 volterbundsenlscheidung im Tanzig-Polnischen Postkonflikt. — 9. Stresemann Vorschlag eines Sicherheitspaktes. — 10. Dr. Marx zum preußischen Ministerpräsidenten ge- trählt. - 10. Ratifizierung des deutsch-amerikani- schen Handelsvertrages durch den amerikanischen - Senat — 11. Schlagwetterexplosion auf Zeche : „ Minister Stein" (136 Tote). — 20. Demission des preußischen Kabinetts Marx. 25. Aufstand in Kurdistan. 28 Tod des Reichspräsidenten Friedrich Ebert.
März 9. Jakob Schu.mann, amerikanischer Botschafter in Berlin. 10. Dc. Marx zum zweiten Male zum preußischen Ministerpräsidenten gewählt. 12. Dr. Simons, stellvertretender Reichspräsident. 12. Raoult wiederum Präsident der Regierungskommission für das Saar- gebiet. — 16. Schulstreik im Elsaß. — 19. Dr. Marx lehnt seine Wahl zum preußischen Ministerpräsidenten ab. — 24. Wiederwahl des sozialisti- | schen Abgeordneten Ellrich zum hessischen Staats- I Präsidenten. — 24. Zaglul Pascha zum ägyptischen I Kammerpräsidenten gewählt. Auslösung des Par- I l oments. — 27. Aussöhnung der Raditsch-Partei I mit der jugoslawischen Regierung - 2s. Schwerer I Wirbelsturm in Rordamerika. — 29. Erster unent- | frieden er Wahlgang zur Reichspräsidentenwahl. I 31. Der demokratische Abgeordnete Höpker- I Aschoff zum preußischen Ministerpräsidenten ge- I lvähll. — 31 79 Soldaten bei Beltheim in der I Weser ertrunken. — 31. Ein italienisch-deutsches 1 tzandelsprvvisorium unterzeichnet.
April- 1. Tlnglück auf Zeche „Mathias I Stimres", 11 Tote. — 3. Höpker-Aschoff lehnt |l fehle Wahl ab, Braun wiederum zum Minister- I Präsidenten gewählt. — 3. Ein holländisch-belgisches Scheldeabkommen. — 5 Der Auf stand der Dehobots in Deutsch-Südwestafrika. — 6. Rieder- । schlagung des Kurdenaufstandes. - 10. Rücktritt > des Kabinetts Herriot. — 15. Hinrichtung des Massennrörders Haarmann. — 16 Schwcr-es Bombenattentat in Sofia. — 17. Kabinett Pain- leDc (Driano Außen- und Eaillaux Finanzminister). — 26. Feldmarschall von Hindenburg zum Reichspräsidenten gewählt. — 30. Konflitt zwischen der Tschechoslowakei und dem Vatikan.
Mai- 1. Eisenbahnunglück im polnischen Korridor, 40 Tote. — 7. Eröffnung deS Deutschen Museums in München. — 10. Hundertjähriges Jubiläum des Börsenvereins der deutschen Buch- pendler. — 12. Vereidigung des Reichspräsidenten won Hindenburg. — 16. Sprengstoffexplosion auf (Zeche Dorstfeld, 51 Tote — 22. Schweres Erdbeben in Japan. — 27. Annahme des deutsch- sipanischen Handelsvertrages im Reichstage. — 2:1. Die Reparations-Kommission stellt fest, daß Zeutschland seine Reparationsverpflichtungen erfüllt
Juni: 3. Schwere Sturmflut in Schweden. — 1 4- Reue alliierte Entwaffnungsnote. — Fremden- stcindliche Llnruhen in Schanghai. — 16. Schweres Eisenbahnunglück bei Reuyork, 42 Tote. — 18. ®c. Felix Frank, österreichischer Gesandter in 'Berlin. — 19. Reue Unruhen in Schanghai, Streik in den japanischen Baumwollspinnereien. — 21. I Spanisch-französisches Marokko-Abkommen. — 30. I Schwere Erdbebenkatastrophe in Kalifornien, 85 I Sotc.
Juli: 4. Ankündigung der Ruhrräumung. — I T. Offensive Abd el Krims in Marokko. — 9. Der 1 □atifan bricht die Beziehungen zur Tschecho- I s lowakei ab wegen Teilnahme der Regierung an I her Husfeier. - 13. Der Mörder Angerstein zum I Tode verurteilt. — 15. Annahme der Auf wer- pingsgesetze im Reichstag. — 17. Kündigung des Veutsch-spanischen Handelsvertrages. — 23. Der Reichstag billigt die Außenpolitik des Kabinetts j Luther-Stresemann. — 31. Befreiung des Ruhr- ü gebiete« von der französischen Besatzung.
August: 5. Ausweisung der deutschen Optanten aus Polen. — 5. Beginn des Drusen- amsstandes in Syrien. — 10. Schwerer Wirbel-
Giehener Stadttheater.
Grillparzer: Der Traum, ein Leben.
Zwischen den Festen, in dieser schönsten. Letzten Woche des Jahres, beschert uns das Stadttheater ein Märchendrama, ein heiter sinnreiches Spiel im bunten, farbenprächtigen Ge- ; wände des Morgenlandes. Und der es ersonnen, : Jat als Junge oft genug mit glühenden Backen : rnd klopfendem Herzen vor der Bühne der j; Wiener Leopoldstadt den Feen- und ©elfter- Liärchen gelauscht, um nicht zu wissen, wie man I Ls anpacken muß, wenn ein Märchenspiel Groh »nd Klein gefallen soll.
Ein Traum mit seinen schreckhaften Ereig-- »issen soll ein gefährdetes Menschenkind wieder auf die rechte Bahn zurückführen, das ist die Ädee, um die Grillparzer mit dem feineinpfin- Lenden Herzen des echten Künstlers und einer sicheren dramatischen Technik sein Märchenspiel aufbaut. Rustan, einen jungen Jäger der persi- Lhen Steppe, packt Ruhmsucht und Ehrgeiz, die Prahlereien eines Höflings vom Königshof in Samarkand uno die Ohrenbläsereien seines schwarzen Sklaven Zanga lassen ihn nicht ruhen. Er bittet den gütigen Oheim um Urlaub, er reißt sich los von Mirza, seiner lieblichen Base, um in ter fernen Welt, von der die anderen lockend schwärmten, seinem Tatendrang Genüg: zu tun. 2ie letzte Rächt vor dem Abschied von der heimatlichen Hütte bringt einen schweren, wüsten
27. Bildung des Kabinetts Briand, Loucheur Fi-
27 Annahme der Locarno-
nanzminister.
Reumann-Hofer.
Der KWlerkalender für 1926
die
Konrad Haen i
-8
eine gute Maske sie' vom Felsen" und
tusminister. — 30. Geheimrat Hermann Kossel, Heidelberger Hygieniker.
Mai: 5. Generalmusikdirektor Lohse. Leip-
scher Kriegskommissar.
Rovember: 9. Generaloberst Graf von Kirchbach, deutscher Heerführer. — 9. Maximilian Sladek, Berliner Theaterleiter. — 20. Alexandra, Königin-Mutter von England.
Dezember: 3. Geheimrat v. Gordon, Berliner Rechtsanwalt. — 4. Joseph Harriman, amerikanischer Multimillionär. — 16. A. v. Thur, schweizer Rechtsgelehrter, letzter Rektor der Universität Straßburg. — 19. Geheimrat Tuczek, Marburger Psychiater.
Lustspieldichter. — 16. Leo Fall, Operettenkomponist. — 16. Geheimrat Otto Mugdan, volksparteilicher Politiker. — 19. Prof. Georg Schweinfurth, Afrikaforscher. - 29. Leon 'ranzösischcr Politiker. — 30.
rat Paasche, ehern. Vizepräsident des Reichstages. — 13. Oberlandesgerichtsrat Poe h n e r, bayr. Landtagsabgeordneter. - 14. Geheimrat Althaus, Leipziger Theologe. — 20. Dr. Hoefle, früherer Reichspostminister. — 28. Dr.
chweizerischcn Armee. — 19. Senator Lafolle 11 e , amerikanischer Politiker. — 23. Geheimrat Joses Partsch. Leipziger Geograph. - 26. Geheimrat Felix Klein, Göttinger Mathematiker. — 27. Geheimrat Emil G u g g e n h e i m e r, 'Berliner Großindustrieller. 29. Graf Hugo Lerchen seid, bayrischer Diplomat.
Juli: 6. Professor Karl Lummer, Bros- lauer Physiker. — 6. Lothar M e g g e n d o r f e r , Begründer der „Meggendorser Blätter". — 10. A. Brosche!, Verleger des „Hamburger Fremdenblattes". — 18. Lovis Eorinth, Maler. — 26. William Jennings Bryan, amerikanischer Politiker. — 28. Emil Eichhorn, kommunistischer Reichstagsabgeordneter.
August: 5. Geheimrat Alfred Ienhsch, preußischer Landesgevloge. — 6. Geheimrat Otto Raumann, Ministerialdirektor am preußischen Kultusministerium. — 12. Geheimrat Eduard Arnhold, Berliner Kunstmäeen. — 15. Prof. Ehr. Datholomae, Heidelberger Sprachforscher. — 20. I. C. Heer, Schweizer Schriftsteller. — 23. Professor Wilhelm St reit berg, Leipziger Sprachforscher. — 23. Geheimrat Eugen Gutmann, Begründer der Dresdner Bank. -- 23. Meiero witsch, lettischer Außenminister.
September: 1. Geheimrat Peter Späh n, Zentrumsführer. — 2. Michael Daiting. Darmstädter Generalmusikdirektor. 7. Rene Viviani, ehem. französischer Ministerpräsident. — 8. Professor Georg v. Mehr, Münchener Rationalökonom. — 11. Gustav Kadelburg,
gelangt amZl.Äezember und an den folgenden Tagen koftenlos zur Ausgabe. Auch alle neu hmzutt elenden Sez eher haben Anspruch daraus? sie bestellen Schuld den Glißener Anzeiger für januai 1926 zweckmäß:g sofort bei der Geschäft:stelle oder .en Trägerinnen, auswärts bei den erlichen Dertriebsstellen. Ser
Gießener Anzeiger
mit seinen anerkannt ausgezeichnete», regelmäßigen Beilagen Gießener Jamilienhlätter Hsrmal im Ald
Die Scholle
ist die größte, am weitesten verbreitete Tageszeitung Sberhesiens und des benachbarten Lahngeb.eles. Auch im neuen Zahre will er sein und bleiben die Zeitung der Samilie, das große Heimatblatt.
Spanier. — 4. Untergang des finnischen Torpedobootes S 2, 53 Tote. — 4. Französischamerikanisches Schuldenabkommen. - 5. Eröffnung der Konferenz von Locarno. — 6. Der russische Außenkommissar Tschitscherin beim Reichspräsidenten. — 12. Der deutsch-russische Handelsvertrag unterzeichnet. — 15. Die Franzosen beschießen Damaskus. -- 16. Beendigung der Kon
bildung beauftragt. Tschitscherin in Paris. — 16. Rücktritt Loucheurs. Doumer franz. Finanz- ininister. — 16. Attentatsplan gegen Stresemann. - 17. Koch gibt seinen Auftrag zur Regierungsbildung zurück. - - 18. Japan beseht Mukden. Riederlage Tang-Tso°Lins. — 19. Deutschfeindliche Kundgebungen in Prag. Deutsch-französisches Wirtschaftsprovisorium.
Die Toten des Jahres.
Januar: 4. Elisabeth von Heyking, Dichterin. — 5. Geheimrat Ernst Bumm, Berliner Frauenarzt. 12. Geheimrat A. von Strümpell, Lcrpziger Mediziner. - 13. Zorn von Bulach, Bischof von Straßburg.
Februar: 3. Eduard von Gebhardt, Maler. — 17. Geheimrat Julius Hirsch berg, Berliner Augenarzt. -- 24. Professor Julius Ziehen, Frankfurter Pädagoge. — 27. Hjalmar Branting, schwedischer Ministerpräsident. — 28 Friedrich Ebert, deutscher Reichspräsident.
März: 13. Hedwig Dransfeld, Reichstagsabgeordnete (Zentr ). — 16. 21. von W a s ° s e r m a n n , Berliner Mediziner. — 19. Felix Rachsahl, Freiburger Historiker. — 20. Marquis Curzon of Kedkestone, britischer Staatsmann. — 25. Professor Johann Mönckeberg, Bonner Pathologe. — 26. v. Plüskow, preußischer General. — 30. Dr. Rudolf Steiner, Antroposoph. — 30. Professor Josef Partfch, Berliner Rechtsgelehrter.
April: 3. Professor Eduard Grützner, Münchener Maler. — 6. Reichstagsabgeordneter Gerstenberger (Bahr. Dp.). — 8. Generaloberst Freiherr v. Pflanzer-Baltin, österr. Feldherr. — 8. Der russische Patriarch Tychon. — 10. Raisuli, Kabylenscheich. — 10. Geheim-
Bourgeois, französischer Politiker. — Paul Langenscheidt, Schriftsteller.
Oktober: 4. Professor Gustav Her big, Münchener Sprachforscher. — 9. Hugo Preu ß, Reichsminister a. D. -- 11. Jonkheer van Karnebeek, früherer holländischer Außenminister. — 20. H. v. Angeli, Maler. — 26 General Wild v. Hohenborn, preuh. Kriegsminister. - 29. Generalleutnant Müller. Kommandeur des Wehrkreises IV. — 31. Michael Fr unse, russi-
Derträgc im Reichstage. — 28. Zustimmung des Reichsrates und Unterzeichnung durch den Reichspräsidenten
Dezember 1. Unterzeichnung der Lo- carno-Deriräge in London. 3. Annahme des Finanzgesctzes in der französischen Kammer. — 3. Ersetzung der Militärdiktatur in Spanien durch ein Zivilkabinett. — 4 Die ersten englischen Truppen in Wiesbaden. - 5. Rücktritt des Kabinetts Luther. Zunahme der Erwerbslosennot im Rhein- landc und Westfalen. — 8. Beilegung des grie- chlsch'bulgarischcn Konflikts durch den Völkerbund 9. Abkommen über das deutsche Eigentum in Amerika - 9. Riederlage Tsck>' T'o- Lins in der M indschu ei — 12. Der Mossulstreit zwischen der Türkei und England vor dem -oaher- bund. — 13 Annahme des deutsch-ru s schen Handelsvertrages im Reichstage. Der demokratische Reichstagsabgeordnete Koch mit der Rcgierungs»
ziger Öpemdirigent — 7. Doris S a w i n k o f s, russischer Sozialrevolutionär. — 10. 21. Mar- ghi 1 oman. rumänischer Ministerpräsident — 12. General Mangin, französischer Heerführer. — 12 Ferdinand v. Stumm, ehem. deutscher Botschafter in Madrid. - 13 Lord Alfred M i l n e r . britischer Staatsmann. — 20. Pros, früherer demokratischer
Reichstagsabgcordneter. — 22. Lord French, ---- ~ 24. Oberstleutnant
auf. Die beiden Väter lagen bei Karl Volck und Paul Schubert in bewährten Händen. Susanne H e h m war eine anmutige Mirza, Ise Oßke eine rassige Märchenprinzessin. Im ganzen eine erfreuliche Leistung, für die sich das gut besuchte Haus lebhaft dankbar zeigte. —e.
Freveltat sah, wird er umstellt, nur der Sprung in den gleichen Abgrund, in den er den Mann vom Felsen hinabstürzte, kann ihn seinen Verfolgern entziehen.... Da erwacht er. Rur langsam findet et sich in die Wirklichkeit zurück. Die Morgensonne steht schon am Firmament, die Pferde sind gesattelt, Zanga ruft zum Aufbruch nach Samarkand. Doch Rustan hat genug. Seine Traumreise hat ihn von Ruhmsucht und eitlem Ehrgeiz geheilt. Innere Harmonie und ein beschauliches Glück sucht und findet er an der Seite der Base die ihm der versöhnte Onkel zur Frau verspricht.
Das reizvolle Spiel hatte 2ldolf T e l e k y mit Unterstützung der Herren Löffler und Keim in sieben wirkungsvolle Bilder gebracht. Manche kleinen technischen Fährnisse werden sich bei der Wiederholung leicht vermeiden lassen. Für die Handlung war ein an sich erfreulich flottes Tempo genommen, allerdings auf die Gefahr hin, daß fast alle Därsteller sich in längeren Partien überstürzten und dann nur schwer verständlich wurden. Das gilt leider auch von Willi Hanke, der im übrigen sich mit großem Temperament und sicherem Spiel für die Rolle des Rustan erfolgreich einsetzte. Reben ihm verdient die gelungene Figur des Zanga lAd. Teleky) besonders genannt zu werden. Ausgezeichnet charakterisiert war auch die an und für sich kleine Rolle der alten Hexe durch Erika Rohr. Durch
Traum: mit Zanga, dem Reger, sieht er sich schon i auf der Wanderung nach Samarkand, dem I Ziel seiner Sehnsucht. Die Personen seines
Umgebung mischen sich mit den Gestalten seiner Phantasie zu seltsamen Traumgebilden, 6ie_ ihm nun ein an dem ersehnten Ruhm zwar überreiches Geben vorführen, aber auch ein Leben von Verbrechen zu Verbrechen, von Untat zu Untat. Seinen Onkel Massud findet er als König von Samarkand auf der Flucht vor einem Untier, das der Speer Rustans verfehlt. Der Mann vom Felsen, in dem Rustan die ihm verhaßten Züge des Höflings wiedererkennt, tötet die Schlange, verschwindet aber, vom ohnmächtigen König nur undeutlich wahrgenommen. Aus Zangas bösen Rat gibt Rustan sich als den Retter aus und mordet den Mann vom Seifen, als dieser sich anschickt, den Lohn für seine Tat zu fordern, die Rustan für sich in Anspruch nahm. Die erste böse Tat stößt den Ruhmsüchtigen unaufhaltsam vorwärts aus der Bahn des Verbrechens. Der König wird durch Gift beseitigt, als er in Rustan den Mörder seines wahren Lebensretters entdeckt. Aber die ahnungslose Prinzessin reicht Rustan ihre Hand, der nun an ihrer Seite den Thron von Samarkand besteigt. Doch der Rächer naht, der alte Vater des ermordeten „Mannes vom Felsen" war Zeuge des Königsmordes. Zanga, der Sieger, will auch ihn beseitigen, es schlägt fehl, sterbend bezichtigt der Greis Rustan des Mordes. Dieser versucht zu fliehen, in jener Waldgegend, die seine erste
britischer Feldmarschall.
R e p i n g t o n , britischer Militärschriftstcller Juni: 13. Oberst Egli. Stabschef der
sturm in Holstein und in den Riederlanden Schweres Eisenbahnunglück bei Amiens, 40 Tote. — 14. Spitzbergen wird Rorwegen einherleibt. — 18. China verhandelt mit den Mächten über eine Revision der Verträge: Fortdauer des Bürgerkrieges. — 25. Räumung des Sanktionsgebietes iDüsseldorf, Duisburg und Ruhrort,. — 25. Vormarsch der Drusen gegen Damaskus. — 28. Bolschewistischer Ausstand in Kanton. — 28. Französische Gegenoffensive in Marokko.
September: 1. Tagung der juristischen Sachverständigen in London — 1. Grenzkämpse im Mvllulgebict. — 3. Zerstörung des amerikanischen Zeppelin-Luftschiffes ..Shenandoah". — 15. Einladung zur Sicherheitskonferenz. 15. Der französische Kultusminister de Monzie in Berlin. — 16. Der Re.^Präsident in Rheinland-Westfalen. — 24 Schwere Kämpfe in Syrien, Sueida von den Franzosen zurückerobert. — 26. Untergang des amerikanischen U-Bootes S 51, 37 Tote.
Oktober. 2. Einnahme von Adjir durch
Die Universitäten im preußischen Ctat.
Wie der Amtliche Preußische Pressedienst dem preußischen Haushaltsentwurf für 1926 entnimmt, betragen die laufenden Zuschüsse für bie preußischen Universitäten im kommenden Etatsjahr rund 31,50 Millionen Mark, gegenüber 27,25 Millionen im Vorjahr. Die Zuschüße verteilen sich auf die einzelnen Universitäten folgendermaßen: Berlin rund 7,50 Millionen Mark, Königsberg 2 Mill. Mark, Greifswald 2 Mill. Mk., Breslau 3,25 Mill. Mark, Halle 3 Millionen Mk., Kiel 2,50 Mill. Mk., Göttingen 2,75 Mill. Mk.. Munster 2,25 Mill. Mk., Marburg 2$ Mill. Mk., Bonn 3 Mill. Mk., für die Akademie in Braunsberg 129 000 Mk. Der Zuschuß für das Charitö-Krankenhaus in Berlin beträgt rund 2,50 Mill. Mk. Ferner kommen noch verschiedene Ausgaben für Universitäten in Höhe von ungefähr 7,50 Mill. Mk. hinzu, so daß die lausenden Ausgaben im Haushaltsentwurf mit etwas über 41 Millionen Mark veranschlagt werden. Für die Akademie der Wissenschaften in Berlin wird ein Zuschuß von 409 000 Mk eingestellt: ferne- werden für die Kaiser-WUhelm Gese'''^ast zur ; '-r Wissenschaften 130000Mk. ^örtert,
ferenz von Locarno, Paraphierung der Sicher- heitsverträgc. - 17. Der erste deutsche Reichs- Iriegertag in Leipzig. - 21. Griechisch-bulgarischer Erenzkonflikt Bulgarien appelliert an den Völkerbund. — 22. Schwere Kämpfe in Marokko. Die Rifkabylen besetzen den Diban. — 23 Polen verzichtet auf die Optantenausweisung. Eine deutsche Rote zur Abrüstungsfrage. — 24. Die britische Armee erhält Befehl zur Räumung Kölns. — 26. Austritt der deutschnanonaler Minister aus dem Kabinett Luther. — 26. Eröffnung der Zollkonferenz in Peking. - 31. Deutsch-italienischer Handewvertrag. — 31. 'Beschießrmg Tetuans durch die Rifkabylen.
Rovember: 1. Staatsstreich in Persien. Riza Khan zum König ansgerusen. — 5. Atten-- tatsplan gegen Mussolini entdeckt. — 7. Freiherr Langwerth von Simmen, deutscher Reichskommissar für die Rheinland-Kommifsion. — 7. Ankündigung der Räumung Kölns für den 1. 12. — 7. Worosihilow russischer Volkskommissar für Krieg. - 14. Italienisch-amerikanisches Schuldenabkommen. — 14. Demission des polnischen Kabinetts Grabski. — 16. Demission des tschechischen Kabinetts Svehla. — 16. Einigung in der Entwaffnungsfrage. — 17. Hinrichtung des Massenmörders Angerstein. — 18. Annahme des Locarnovertrages im brittschen Hinterhaus. -- 18. Ein deuttch-spanisches Handelsvertragsprovi- forium. — 19. Die Pekinger Zollkonferenz gesteht China Zollautonomie zu. — 20. Das polnische Kabinett Skrzynski. Der kroatische Bauernführer Stephan Raditsch. jugoslawischer Anterrichtsmini- ster. — 21. Demission des Reichsjustizministers Dr. F».enken. — 22. Rücktritt des Kabinetts Pain- leve. Reue französische Riederlagen in Syrien. —
Türkisch-russische Freundschaft.
Bon unserem Dr. F. K.-Korrespondenten.
Konstantinopel, Ende Dezember 1925. •
Der folgende Bericht wurde vor Bekannt- wcrden des türkisch-russischen Bündnisses ge schrieben, dessen psychologische und machtpoli- tische Boraussetzungen er schildert. D. Red. Die Behandlung, die die für die Türkei so wichtige Mossulfrage vor dem Völkerbünde gesunden hat, ist nicht gerade dazu angetan, in Angora die angenchmstest Empfindungen auszulösen und eine große Sympathie für die Einrichtung de» Völkerbundes überhaupt hervorzurufen. (Einmütig wurde in der türkischen Presse immer wieder darauf hin- gedeutet, daß der Bund auch hier sich als ein Instrument des Imperialismus erwiesen habe — vom Außenminister Tewhid Rüschdi Bey wurde in Genf zum Vergleiche die Behandlung der oberschlesischen Frage herangezogen. Aus dieser Einstellung heraus wurde auch mit größter Aufmerksamkeit den Verhandlungen in Locarno gefolgt, deren Abschluß nach Auffassung des hiesigen Regierungsblattes „Djum- huriet" die geeinigte Front des Okzidents gegen den Orient bedeute. Den großen Vorteil habe England, das jetzt im Orient freie Hand bekomme. Im Grunde genommen ist damit auch in etwa die Ansicht Moskaus ausgesprochen, das schon an sich eine große Aengstlichkeit gegenüber irgendwelchen Staatengruppierungen des Westens zeigt, weil es darin den Keim zur Bildung eines zukünftigen anti-
bolschewistischen Blocks zu erblicken pflegt und vor allem aufmerksam das erneute weitere Festsetzen :r .Äeic95pD|rmmiiter. — zo. ^r. des englischen Imperialismus in Dorderasien ver- fch, früherer preußischer Kuk- | folgt. Das Schwergewicht der Sowjetaußenpolitik


