Einzelbild herunterladen

v.\ e i n b e, Johann Eberhard P t tz, früher Weih- bindermeister und Landwirt, feiert heute, 30. Juni, seinen 90. Geburtstag in voller Ge­sundheit. Seine Nachkommen bestehen aus sechs Kindern, 19 Enkeln und 10 Urenkeln.

is. Steinbach, 29. Juni. Auf dem Ge- sangswetLstreit in TraiS a. d. Lda. errang der hie­sige GesangvereinGermania" unter scharfer Konkurrenz mit 167 Punkten in der ersten Landklasse den ersten Preis. Bei der am nächsten Sonntag stattfindenden Bürgermeisterwahl dürfte unser seitheri­ger Bürgermeister Krämer einstimmig wieder- gewählt werden, da bis dahin kein Gegenkandidat aufgestellt wurde.

* Hungen, 28. Juni. Dem Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr zu Hungen Gustav Gerhardt wurde beute durch Kveisfeuerwehrinspektor Dickors das von der Regierung verliehene Ehrenzeichen für 25jährige Dienstzeit überreicht.

Kreis Friedberg.

' Friedberg, 29. Juni. Wie Regierungs- rat Dr. Rindfuß vom hiesigen Kreisamt in einem Artikel imOberhess. Anz." mitteilt, wurden im Kreise Friedberg im Jahre 1 9 2 4 insgesamt 19 2 Neubauten, darunter 132 Wohngebäude mit 176 Wohnungen errichtet. Don den 132 neuerbauten Wohnhäusern waren 121 Kleinhäuser mit 1 bis 2 Wohngeschossen. Darunter entfielen Neubauten auf Bad-Nauheim 13, auf Friedberg 45, Wohngebäude auf Bad- Nauheim 13, auf Friedberg 13, einzelne Woh­nungen auf Bad-Nauheim 214, auf Friedberg 21. Der Landkreis Friedberg ohne die Städte Fried­berg und Bad-Nauheim, die den Ertrag ihrer Sondersteuer selbst bewirtschaften, erhielt vom Staat aus dem Ertrag der Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz 63 000 Mk., womit 55 Woh­nungen mit Daudarlehen beliehen wurden.

' 1*1 Münzenberg, 28. Juni. Zu einer

gewaltigen Kundgebung für da - be­mühte Deutschtum gestaltete sich die von dem Jungdeutschen Orden. Ballet Ober­hessen, heute veranstaltete Sonnenwend- feier. Früh morgens trafen schon die Ordens­brüder der Bruderschaften Gießen, Laubach, Lich» Gedern, Offenbach a. M., Lauterbach, Lützel- linden, Friedberg, Bad-Nauheim, Büdingen, BleicheNiddertal und Biebertal ein. Auch der Wikingbund, Stahlhelm und die Nationalsozia­listen hatten der Einladung zahlreich Folge ge­leistet. Alm 11,30 Tlhr fand ein^F eldaotteS- dienst auf dem Steinberg bei Münzenberg statt, der durch den GhoralLobe den Herren, den mächtigen König der Ehren" nach echt christ­licher Weise eingeleitet wurde. Nun folgte die Predigt des Pfarrers Adolpb - Gießen, in der­er in ermahnenden Worten der Jugend anS Herz legte, welche Verantwortung sie trage durch den Niedergang unseres Vaterlandes. Hierauf schloß sich eine Besichtigung der einzelnen Wanderabteilungen an, die Komtur Major a. D. Wichert- Büdingen und Dalleiwanderwart Dr. Weimer-Büdingen abhielten. Die Besichti­gung zeigte, daß die Wanderabteilungen ihrer körperlichen Ertüchtigung Genüge geleistet hatten. Sodann rücften die Einheiten nach Oberhörgern zurück. Um 3 Uhr nachmittags versammelten sich di« jungdeutschen Brüder und Gäste bei der Oberhörgener Mühle. Komtur Wichert ergriff zu. Beginn das Wort und zeichnete in kurzen, ernsten und markigen Wckrten die außen- und innenpolitische Lage unseres Reiches. Hieran schloß sich 'die Erhebung der Gefolgschaft Holzheim zur Bruderschaft und die Bannerweihe der ^uderschaften Gießen, Lich, Gedern, Holzheim ichd der Junagefolgschaft Klein-Linden. Auch eine größere Anzahl Novizen wurden nach ihrer b<onderen Probezeit in die Reihen des jung- deutschen Ordens endgültig aufgenommen. Sodann sprach der Führer des Stahlhelms über die Ziele der vaterländischen Bewegung. Darauf stimmte die Menge begeistert in die Nationalhymne ein. Nach einer halbstündigen Pause begann um 5 Uhr der Abmarsch des unendlichen Festzuges unter Vorantritt der Ordenskapelle Dillenburg und des Trommlerkorps der Bruderschaft Gießen nach der Burgruine Münzenberg. Um 6Uhr rückte der Zug in mustergültiger Ordnung mit wehenden Fahnen und Wimpeln unter den Klängen der alten Soldatenmärsche auf dem Burghofe ein. Hier konnte man sehen, wie die jungdeutsche Bewegung von Jahr zu Jahr zu­nimmt, wenn man der Sonnenwendfeier der ver­gangenen Jahre gedenkt. Nach einer Pause, die die Ordenskapelle durch gut gespielte Musikstücke ausfüllte, sprach Dr. Lenz- Gießen über die Bedeutung und Ueberlieferung der Sonnenwend- seier. Besonders gemachte er der Jahrtausend­seier des Rheinlandes uijb hob die Anhänglichkeit und Treue der Rheinländer trotz aller Gefahren zum Reiche hervor. Um 9 Uhr hielt Frau Wagner- Marburg bei den lodernden Flam­men des Donnenwendfeuers die Feuerrede. Hierauf rückten die Ordenseinheiten, die teils mit Lastautos, mit Rädern, zu Fuß oder mit dem eingelegten Sonderzuge gekommen waren, ihren Heimatorten zu.

:: Pohl-Göns, 29. Juni. Am gestrigen Do77ntag feierte die hiesige Gemeinde bei schön­stem Wetter ein M i s s i o n s f e st auf dem großen Kirchplatz, der die vielen von nah und fern herbei­gekommenen Feflgäste kaum fassen konnte. Fest­redner waren die Pfarrer K ö d d i n g - Gberstadt und Missionar G r ä b - Braunfels. Der Po- saunenchor von Gambach hat in freundlicher Weise bei der Feier mitgewirkt. Das Schlußwort sprach der Ortsgeistliche, Pfarrer Naumann. Wie sehr die Redner verstanden, die Herzen für di« Sache der Mission zu erwärmen, bewies di« Kollekte. Es wurden 200 Mk. geopfert und alle angebotenen Schriften im Betrag von 40 Mk. verkauft.

Kreis Büdingen.

II Büdingen, 29. Juni. (Die Bürger­meisterwahlen im Kreise Büdingen am 28. Juni.) In Illnhausen fand gestern nach wochenlangen heftigen Wahlaufregungen die Bürgermeisterwahl statt. Es kandidierten der feit­erige Bürgermeister Michel und der Landwirt Heinrich Junker. 100 Wahlberechtigte waren vorhanden, es wählten 50 den seitherigen Bür­germeister und 49 den Landwirt Junker, so daß Bürgermeister Michel wiedergewählt ist. In E ch tz e l l wurde gleichfalls nach schweren Kämp­fen der seitherig« Bürgermeister Schultheiß wiedergewählt. L v r b a ch hatte gestern Stich­wahl, aus der Landwirt Seipp als Sieger hexvorging. Der alte Bürgermeister Faust kam nicht in die Stichwahl. 2luch in WeningS fand gestern die notwendige Stichwahl statt. Bürgermeister Schmidt erhielt 206 Stimmen, während der Gegenkandidat Konrad Reuhellll

228 Stimmen erhielt und somit Ortsoberhaupt wurde. Der nächste Kreisausschuß wird sich nunmehr mit dem Einspruch gegen 6ie Dürger- meisterwahl zu Glauberg beschäftigen müssen. Gleichfalls ist gegen die Wähl in den Gemeinden Wolf und Dauernheim Einspruch eingelegt worden. Ein Sängerfest, wie es das kleine Stockheim wohl noch nicht gesehen hatte, fand gestern dortselbst statt. Ungefähr 40 Ver­eine aus der ganzen Umgebung fanden sich schon am Morgen zu dem Wertungssingen ein. Bis in die späte Nacht hinein waren der Fest- platz und die Ortsstraßen von vielen Hunderten belebt. Zur Zeit wird die DüdelSheimer Straße in Büdingen kanalisiert. In den letzten Tagen fand man in der Nähe der Glas­fabrik beim Aufteihen der Straße einen großen Sandsteinblock, auf dem ein sehr gut erhaltenes Heiligenbild eingehauen ist. Der Stein besitzt Altertumswert.

Nidda, 28. Juni. Gestern feierte einer unserer ältesten Einwohner, Weihbindermeister Konrad Walther, seinen 80. Geburtstag. Der Jubilar erfreut sich noch einer ausgezeich­neten Gesundheit und geht noch täglich seinem Berufe nach. Er ist Veteran von 1866 und 1870/71, gehört schon 50 Jahre dem Krieger- verem und viele Jahre der Kirchengemeinde- Vertretung an. Von allen Schichten der Niddaer Bewohner wurden ihm zahlreiche Glückwünsche dargebracht.

Usenborn, 29. Juni. Der dienst, ä l t e st e SM rgermeister des Kreises ist wohl der hiesige Bürgermeister Müller, der am 2. Ja­nuar 1884 gewählt, nun schon fast 4 2 Jahre an der Spitze der Gemeinde steht.

Bisse», 2V. Juni. Der hiesiae G«sana­vereinConkordia" feierte gestern bei gün­stiger Witterung das Fest seines 25jährigen B e st e h e n s. Mit der Feier war die Ueberrcichung einer Fahnenschleife verbunden. Etwa 20 Gattver- ine der näheren und weiteren Umgebung nahmen cm dem Jubelfeste unsere» Vereins test.

Kreis Schotten.

<> Schotten, 29. Juni. Gestern fand, wie schon kurz aemeldet, hier unter großer Beteiligung der Bevölkerung die Bürgermeisterwabl statt. Ausgestellt roaren zwei Kandidaten, der seit­herige Düraermeister Menge! und der Kaufmann Hermann D u ch a r d t. Der Wahlausschuß Menge! hielt am Freitagabend eine Bürgeroeffamnüung in der Turnhalle ab. Gegenredner traten nicht auf. Die Wahl Mengels war so gut wie sicher. Trotzdem war die Aufregung am Wend de» Wahltages un­geheuer. Eine große Menschenmenge erwartete da» Resultat vor dein Rathaus. Bürgermeister M e n - g e l erhielt 1065, Duchardt 155 Stimmen. Ein brausendes Hurra erfolgte hierauf von der Mange. E» formierte stch sofort ein Fackelzug mit Musikbe­gleitung mit dem Gegenkandidaten an der Spitze unter Beteiligung fast der gesamten Einwohner- schäft Schottens und marschierte zum Hause des Bürgermeisters. Hier angenommen, spielte die Musik, der Turn- und Gesangverein sana ein Sieb, und alles stimmte ein in den Hochruf auf den Bür- germeister. Der Bürgermeister hielt unter großer Ergriffenheit eine kleine Dankrede und aelobte, auch fernerhin für da» Wohl der Stadt zu sorgen. Ver- trauen um Vertrauen, Treue um Treue! Alsdann setzte sich der Zug abermals in Bewegung, und es ging nun in die Turnhalle zu einer Feier. Die Stadt Schotten hat also fast einmütig ihrsm seit­herigen Bürgermeister erneut da» Vertrauen ausge­sprochen. Vergangene Woche ist die Ersatz- gl o ck e für die wahrend des Krieges abgelieferte Glocke eingetroffen. Am Freitagnachmittag wurde sie an ihren Ort aebracht und am heutigen Sonntag e i n g e w e i h t. Die neue Glocke ist um das Dop­pelte größer als die alte Glocke.

-v Schotten, 28. Juni. Seitdem Stadt- vvrstand und lokale Ausfchüffe der Verschöne­rung des Stadtinnern und gefälligem Blumenschmuck das Wort redeten, hat sich unser Stadtbild sehr zu seinanGunsten verändert, unb man darf erwarten, daß diese Veränderung im Lcuife des Jahres noch weitere Fortschritte macht. Diele Häuser der Hauptstraßen haben ein neues Gewand bekommen. Man bevor- zuat satte Farbentöne, die aber durchaus nicht aufdringlich wirken, sondern dem Ganzen einen belebten, farbenfrohen Ausdruck verleihen und Auge und Herz des Beschauers erfreuen. Äu­gest achelt von dem Reiz des Wettbewerbs, zeigen Fenster und Balkons herrlichen Blumenschmuck, der wie ein blühender Willkomm anmutet. Natür­lich dominiert daS weithin leuchtende Rot der Geranien, die sich deshalb so großer Gunst erfreuen, weil sie unentwegt Blüten auf Blüten treiben, bis ihre Kraft erschöpft ist. Auch sonst hat sich manches verändert, was der Stadt zum Vor^il ist. Tlnschönes ist verdeckt, verschwunden, eine stattliche Zahl von Ruhebänken, in der Um- gebung ausgestellt, lädt zum Ruhm und zu stiller Beschaulichkeit ein, während ringsum die grünen, lebenspendenden Berge des Vogelsbergs mrd seine von Buchenwald umsäuinten Wiesen­täler grüßen. Man sollte wünschen, daß der Gedanke, das Heimatbild zu verschönern, selbst bis ins kl ein st e Dorf hineingetra- gen würde. An gutem Willen dürste eS auch in der dörflichen Welt nicht fehlen. Wenn erst die anregende, beratende und führende Hand sich findet, dann wird der Eifer, an ber Ver­schönerung des Dorfvildes zu arbeiten, nicht er­lahmen. Vielleicht bedürfte es nur einer An­regung seitens der KreiSämter, und auch di« dörfliche Bevölkerung würde den Gedanken, das Heimatdorf zu verschönern, um es um so mehr lieben zu förmen, mit Freuden auf greifen.

fll Laubach, 30. Juni. Heute fand die Wahl des Beigeordneten statt. Der bis­herige Beigeordnete, Kaufmann Diehl, wurde mit 280 Stimmen (von 1279 Stimmberechtigten) wiedergewählt. Ein Gegner war nicht aufgeftellt toorfcen. Nach der Zählung vom 16. Juni £>$. Is. beträgt die Einwohnerzahl der Stadt insgesamt 1829. Vorübergehend anwesend waren an diesem Tage (es war das Fest des .Laubacher Ausschusses") 156 Personen Dem» nächst ftndet hier eine Beratung der Stadtver­waltung mit der .Deutschen Siedlungs­genossenschaft", e. G. m. b.H., mit dem Sitz In Heidelberg statt. Diese Gesellschaft beabsichtigt, zur Linderung der Wohnungsnot auch hier Häuser zu errichten und zu vermieten. Ein gleiches ist, wie wir hören, in Schotten und Gedern geplant. An Stelle deS verstor­benen Bäckermeisters Gemeinderat Friedrich- b e l ist Kammerdirektor Birnbaum in den Gemeinderat eingetreten. Der Erweite­rungsbau deS Johann-Friedrich. Stifts an der Schottener Straße macht gute Fortschritt«. Der Sockel, aus Schichtmauerwerk von schön behauenen grauen Öungfteinen be­

stehend, und das Erdgeschoß stehen bereits im Rohbau und stellen sich (24 Meter lang, 12Va Meter breit) recht stattlich dar. Im Erdgeschoß wird (in der Mitte mit vorspringendem Erker) ein Operationssaal hergerichtet werden. Das Krankenhaus, das noch ein Obergeschoß er­halten soll, wird gegen 40 Betten enthalten. Dr. Philippi, früher in Münzenberg, wird an der segensreichen Anstalt arbeiten.

?" Ober - S ch m itten, 28. Juni. Bei der heute stattgehabten Beigeordnetenwahl ist Friedrich Schnabel mit 132 Stimmen tzum Bei­geordneten gewählt worden. Sein Gegen­kandidat Wilhelm Wirth III. konnte 88 Stimmen auf sich vereinigen. Im Verhältnis «ur Bürger- meifterwahl war die Wahlbeteiligung schwach. Sie betrug nur 67 Prozent. Insbesondere war es der weibliche Teil, der sich als wahlmüde zeigte. In Rainrod wurde bei scharfem Wahlkampf August Konrad mit 218 Stimmen zum Beigeord­neten gewählt. Sein Gegenkandidat K. V i e h l erhielt 154 Stimmen. .

)( Ruppertsburg, 28. Juni. Nach der letzten Volkszählung hat unsere Gemeinde 694 Einwohner gegenüber 680 bei der vorhergehen­den Zählung. Dem Geschlechte nach sind 323 männ- lich und 371 weiblich. Sie verteilen sich auf 138 be­wohnte Häuser mit insgesamt 160 Haushaltungen. Die Berufszählung ergab 145 landwirtschaft­liche und 63 gewerbliche Betriebe als Haupt- und Nebenberufe. Bei den landwirtschaftlichen bandelt es sich fast nur um kleinere Betriebe. Nur 6 bewirt- schäften mehr als 40, darunter nur einer über 100, aber weniger als 200 Morgen. Viele sind nur Neben­berufe der zahlreichen Arbeiter der Fabrikbetriebe zu Friedrichshütte.

§ Ulrichstein, 29. Juni. Am aestrigen Sonntagnachmittag fand auf dem Schlohberg ein Volksmissionsfest statt, das auch auS der Umgegend, insgesamt von etwa 450 Personen, besucht war. Die Ansprachen waren von Dar­bietungen deS MusikvereinS Ulrichstein, gemein­samen Liedern und Gebet umrahmt. Der Orts- geistliche, Pfarrer Kornmann, sprach über Hebräer 13, Vers 14 alsein Ruf an die Jugend ein Wort an die Eltern , Pastor Horst, der jetzt im Dienst der oberhessiscyen kirchlichen Vollsmission steht, sprach über Jes. 43. Vers 4eine frohe Botschaft". Die Kollekte für die VoWmission ergab 57 Mark.

Kreis Alsfeld.

Alsfeld, 29. Juni. Gestern sand dahier da» SSjähriae Stiftungsfest des Rad­fahrklub» Brabant, verbunden mit dem Dundesfest des Radfahrerbundes Oberhessen, auf dem Lindenplatz statt. Die Festlichkeiten wurden eröffnet durch Konzert, Reigen­fahren, Gesangsvorträge, turnerische Vorführungen cm Samstagaoend. Am Sonntag morgens um 5 Uhr fand die Abfahrt der Rennfahrer für das große Straßenrennen statt, das für die Jugendklasse 40 Kilometer, Altersklasse 50 Km., Ansängerklaste 80 Kilometer und für die A-Älaffe auf 105 Km. festig gesetzt war. Die zurückgelegten Zeiten waren durch­weg gut, immerhin war da» gebirgige Gelände im Kreise Alsfeld mit teilweise starken Steigungen für manchen Fahrer doch eine ungewohnte Anstrengung, so daß es manche Ausfälle aab. Um 2i Uhr be­wegte stch ein imposanter Korso und Festzug der 26 teilnehmenden Radfahrervereine durch die Straßen unserer Stadt. Besonderen Eindruck im Festzuge machte die Reitergruppe des Reitervereins Alsfeld. Auf dem Feftplatze begrüßte der Sun- desoorfitzende 1 ler - Lich die Festver­sammlung, indem er mit markigen Worten die Ent­wicklung und Bedeutung des Radfahrersports schil­derte. Weitere Ansprachen schlossen sich an. Für den

Radfahrklub Brabant sprach dessen Vorsitzender I a tob Knierim II. Die Glückwünsche der Stadt Alsfeld überbrachte Bürgermeister Dr. V ö l s i n g. Von den Frauen und Jungfrauen des Vereins wurde ein Bandolier für die Standarte des Verein» und eine Fahnenschleife überreicht. Gegen 5 Uhr fanh alsdann in der Festhalle die Preisoerteilung statt. Verschiedene Reigen, die vorgeführt wurden, fanden großen Beifall. Abends nach eingetretener Dunkelheit wurde ein großes Brillantseuerwerk ab­gebrannt. Auf zwei Tanzböden wurde, wie immer, eifrig getanzt. Am Montag bewegte sich der Festzug, diesmal in kleinerem Maßstabe, wieder nach dem Festplatz, woselbst Reigenfahren, Volksbelustigungen und Tanz den Abschluß des Festes bildeten. Infolge des günstigen Wetters war der Besuch des Festes, besonders am Sonntag, ein außerordentlich großer, die neue Festhalle war am Samstagabend bis auf den letzten Platz besetzt.

Hesson-NeFau.

V Hermannstein, 29. Juni. Unser Ort wird nun die langersehnte Wasserleitung bald be­kommen. Die Hauptqlwlle wird in der- Nähe des Girmeser Wäldchens aesaßt werden, wo man reichlich Wasser zu finden hofft. Bei dieser Höhe des Wasser- dehälter- wird der Wasterspiegel noch mindestens 10 Meter über die Wobnungen der höchsten Ortslage hinausgehen, so daß also jede» Wohnhaus mit Trink- wasser aus der Wasserleitung versorgt roerten kann. Sollte das Wasser der einen Quelle doch nicht aus­reichend sein, so wird noch eine zweite Quelle in den Wiesen am Blarbachtal gefaßt werden. Der ge­samte Bau der Wasserleitung wird auf 70 000 Mk. berechnet. Sobald die Finanzierungsfrage erledigt ist, wird mit dem Bau begonnen werden; vielleicht noch in diesem Hordst oder im nächsten Frühjahr.

][ Marburg, 29. Juni. Gelegentlich der gestern hier tm Landgrafenhause abgehaltenen Jahresversammlung deS ilnincrf1- tätSbundeS Marburg wurde auch eine Rheinlandfeier abgehalten. Sie begann mit einem Festakt in der Aula bet Universität, wobei Prof. Dr. Edmund Stengel über Rheinland« und das Reich" sprach. Anter den zahlreichen Teilnehmern bemerkte man auch Ober- Präsident Dr. Schwandet aus Kassel. Nach­mittags schloß sich eine alla«neine Feier int Stadion an, an der die Garnison, die Studenten und die Vereine teilnahmen. Ansprachen hielten Oberbürgermeister Dr. Voigt, Rechtsanwalt Dr. Grimm und ßanbrat Schwebel. Die Schuljugend führt« unter der Leitung des Turn­lehrers Fischer wvhlgelungene Massenfreiübun­gen vor. Abends fand bann bei dem BiSmarck- turm, mit dem Sonnenwendfest der Studenten­schaft verbunden, eine Rheinlandfeier statt, bei der stub. jur. Schallwig und der Rektor der Universität, Konfistorialrat Professor D. Born­häuser, Ansprachen hielten. Mit einem Fackel­zug nach dem Kämpfrasen schloß der Tag, der Marburg einen großen Fremdenverkehr brachte.

fpd. Frankfurt a. M, 29. Juni. Die Jugend wvh lfabrtS-Lotterie, deren Hauptgewinn nach Bad Homburg v. t>. H. fiÄ. stand unter einem Tlnftern. Oer Loseverkauf durfte auf Beschwerde der Sotterieeinnehmer nicht mehr im Straßenhandel stattftnden und muhte ftch auf di« freundliche Hilfe von Ladenbesitzern be­schränken. Dadurch kam es, daß von den vor- gesehenen 800 000 Losen 100 000 unverkauft blie­ben. Di« Folge war eine wesentliche Herab­setzung der Preise, indem ein Achtel der Ge­winn« eingezvgen wurde. Man hatte mit einem Reiirgewinn von 300 000 Mk. gerechnet, die Un­kosten verschlangen aber derart hohe Summen, daß man jetzt ziffrieden ist, toerm ein Remgewinn von 200 000 Mk. übrig bleibt. Don dem Erlös

Wenn ich dich nicht brauchen kann? Kaufst du wieder Schuhcreme ein, DarFs die MarkeWelt" nur sein!

I

jsS-

iw.

1

\:>v ..-'l' :

WO