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Art

der

Die

zu

der die

kühler und

Stärke und Sein Kern

Wettervoraussage.

Starke westliche Winde, bedeckt, Regenfälle.

Das nördliche Fallgebiet hat an

Die Witwe Felix Dahns wurde zu Feier ihres 8 0. Geburtstages durch Ernennung zur Ehrensenatorin der JUnUer»

(er Trupp griff am 27. Mal die Stellung bei Beni Doulan an. Er wurde nach erbittertem Kampf, an dem die französischen Maschinengewehre sich be­teiligten, zurück geschlagen und lies; auf dem Schauplatz des Gefechts zahlreiche Tote und Ver­wundete zurück.

zu dienen."

Aus aller Welt.

Witwe Felix Dahns Chrensenatvrin Universität Breslau.

Die Demission Thugutts.

Der polnisch: stellvertretende Ministervräsi- dent Thugutt hat seine Demission ge­nommen, er ist aus dem Kabinett Grabski aus- geschieden. Sein Rücktritt hat aber nicht nur die 'Bedeutung eines Personalwechsels. er geht darüber weit hinaus und kommt einer Kampf­ansage der gesamten Linksparteien gegen die Regierung gleich. Die Gründe, die ihn zu diesem Schritt veranlassen, sind ver- chiedener Art. Einmal hat seine Ostpolitik auf der Rechten lebhafte Tlnzufriedenheit hervor­gerufen, weil er in den Ostprovinzen Ordnung chuf und damit Rußlands Wünschen entgegen­kam, das wegen des Verhaltens Polens gegen­über seinen östlichen Minderheiten schon wieder­holt mit detn Säbel rasselte . Dann aber hat der gesamte Wirtschaftskurs des Kabinetts Grabski den Ausschlag gegeben, gegen den er ich nicht durchzusetzen vermochte, so daß die von ihm versuchten Reformen negativ blieben. -Zu gleicher Zeit hat aber auch die Arbeits­partei, der Thugutt angehört, eine scharfe Kundgebung gegen die Regierung verösfrntlicht und sämtliche Linksparteien auf­gefordert, in die Opposition zu gehen, so daß es für ihn nicht mehr möglich war, weiterhin im Kabinett zu bleiben.

Unmittelbar nach feiner Demission, gab Thu- gutt eine Erklärung an die Presse, in der er einen Ueberblick über die Schwierigkeiten gab, denen er während seiner Ministerschaft begegnet sei.

Er sagte:Obwohl ich in der Minder­heitenfrage nicht zu anspruchsvoll gewesen bin, ist es mir nicht gelungen, auch nur die bescheidensten Forderungen durchzu­bringen. Ich habe nur verlangt, daß die be- tehenden Gesetze durchgeführt werden und die Verfassung eingehalten wird. Inzwischen haben ich während meiner Amtszeit die Z u st ä n d e in den Gefängnissen verschlechtert. Den hochentwickelten ukrainischen Genossenschaften sind Kredite von der Regierung verweigert worden. Diele der niederen Dramten im Ministerium des Innern zeigen eine beispiellose geringe Achtung vor den Gesetzen, sodaß in der Verwaltung ein System der Provokationen, des Ver- chleierns, des Mißbrauchs und der Wcklkür ein- gerissen ist. Infolge der ständig wachsenden Widerstände habe ich mich entschlossen, meiner Sache an einem anderen Ort und in einer anderen

Ausdehnung beträchtlich gewonnen.

liegt heute südöstlich von Island, gewinnt aber nur langsam Raum nach Osten hin, wo Fallen des Barometers gemeldet wird. Unter dem Ein­fluß seiner südlichen Ausläufer werden wir dis Pfingsttage mit vorwiegend trübem regnerischem und stürmischem Weiter, verbunden mit ziem­licher Abkühlung zu rechnen haben

Das unsichtige nebelige Weiter hat sich wei­ter bis zum 85. Breitengrad ausgebreitet. Wahr­scheinlich dürften die Flieger, selbst wenn sie den Bückflug vom Pol angetreten haben sollten, eine Landung vornehmen, um zu vermeiden, daß die beiden Flugzeuge sich aus dem Ge­sicht v e r l i e r e n. DieH o b b y" hat die Vack- eisgrenze vom Kap Willkomm bis zum 80,23. Län­gengrad abgesucht, ohne die Flieger gesichtet -

2^uhr; es ist D r a ch e n s a a t, was Frankreich hier ausgesät hat. Die Demütigungen, die sich dieses aufrechte, tapfere Volk hat gefallen lassen müssen, brennen in den Herzen. Einsichtige Franzosen man hat sie unter gebildeten Offi­zieren sehen selbst das Verhängnisvolle einer solchen Politik ein. Das Ruhrgebiet wird auf- atmen, wenn seine Leidenszeit beendet ist. Es denkt nicht an Rache, aber es will Öen Franzosen zeigen, daß durch redliche Arbeit ein freies Volk sich Wertung verschafft.

Die bedrohten Besatzunystruppen.

Mainz, 20.Mai. (Wolff.) Die franzö­sische Desahungsbehörde hat verfügt, daß die seither von der Mainzer Schühengesell- schäft veranstalteten regelmäßigen Schieß­übungen als militärische Uebungen im Sinne des Artikels 1 der Verordnung Rr. 295 der Rheinlandkommission anzusehen sind und bis auf weiteres unterbleiben müssen.

Rückkehr des Reichspräsidenten nach Berlin.

Hannover, 29. Mai. (TU.) Reichs­präsident von Hindenburg ist in Be­gleitung seines Sohnes, des Majors v. Hinden­burg, nach Berlin abgereist. Am Hauptbahnhof war nur ein kleines Absperr-Kommando der Schutzpolizei zu sehen. Die Abreise trug keinen offiziellen Charakter. Bei der An- und Abfahrt des Reichspräsidenten kam es zu lebhaften Kundgebungen der Volksmenge. Der Reichspräsident ist heute nachmittag gegen 6 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge wieder in Ber­lin eingetrosfen.

haben. __________

Ein klerikal-sozialistisches Kabinett in Belgien.

Brüssel, 30. Mai (TU.) König Albert hat gestern abend 6 UI)r den ^^"liken Pvuille empfangen. Es scheint, daß Pouille mit der Kabinettsbildung beauftragt worden ist.

Wir begrüßen diesen Beschluß mit Genus - tuung, denn er ist geeignet, unserer Stabt J>f:l rechtzeitigen Anschluß an eine mächtig aufwärts strebende, verkehrspolitisch und wirtschaftlich weitreichende Entwicklung sicherzustellen. G>ev^ folgt mit diesem Beitritt dem Beispiel vieler derer, auch gleich großer Städte, in denen >n^ ebenso wie auch in unserer Stadt erkannt Hat, vM hier her' Anschluß nicht verpaßt werden darf u. daß das investierte Kapital wirklich sehr gut ab' legt ist. Besonders erfreulich ist, daß unser ®**' Parlament den Beschluß e i n st i m m i g gera6 damit einhellig zum Ausdruck gebracht hat, 03 unser Gemeinwesen einen guten u N 0 6 . kunftsreichen Weg betritt, wenn es hier n geht.

Katholiken und Sozialisten, werden die 12 Porte­feuilles miteinander teilen. Die Ministerpräsi- dentschast ist den Katholiken Vorbehalten. Die Sozialisten erhalten dafür das Auswärtige und das Justizministerium.

Die Marokkodebatte in der französischen Kammer Die Kammer billigt den marokkanischen

Krieg.

Paris, 29. Mai. (WB.) Die Kammer setzte in ihrer heutigen Rachmittagssihung die Interpellationsdebatte über Marokko fort.

Der Aba. Malvh sprach sich über ferne Reise nach Spanien aus. Gr verwahrt sich da­gegen. daß irgendwelche Geschäftsgründe dafür maßgebend gewesen seien. Er habe kerne andere Sorge gehabt, als durch die Herbeiführung einer Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Spa­nien dem Interesse seines Landes zu dienen. Er habe' nur über ein Abkommen verhandelt mit dem Blick zum Frieden und nicht mit dem Blick zum Kriege. Add el Krim habe es verstanden, Frankreich und Spanien zu verunei­nigen. Er habe indirekt Friedensange­bote gemacht, aber nur der spanischen, nicht der französischen Regierung. General Primo de Rivera yabe seinen Abgesandten freies Geleit angeboten. Aber Add el Krim habe nichts mehr von sich hören lassen. Es sei ihm nur darum zu tun gewesen, Waffen und Kriegsma­terial in die Hände zu bekommen. Malvh betont, daß eine Friedensmöglichkeit nur bestehe, wenn Frankreich und Spanien aufrichtig zus ammenarbeiteten.

Der kommunistische Abg. Marcell Cachin erklärt, daß Frankreich und Spanien vor 20 Iah- ren Marokko unter sich aufgeteilt hätten. Eng­land hätten sie befertigt und ihm für diese Selb st-- entäußerung freie Hand in Aegypten gelassen. Wie könnten Frankreich und Spanien heute be­haupten, daß sie mit ihren Soldaten den Frieden ins Rifgebiet tragen wollten.

Habe man denn die 14 Grundsätze des Prä­sidenten Wilson nach dem Kriege ganz ver­gessen, durch die man allen Völkern der Welt das Selbstbestimmungsrecht versprochen habe?

300 Millionen Muselmanen würden in der'Welt durch die Großmächte der westlichen Völker be­herrscht. Der Ministerpräsibent möge dem fran­zösischen Volke sagen, was Marokko Frankreich eit 21 Iahren an Menschen und Geld gekostet habe und* wieviel dieses Marokko der französi- chen Republik noch kosten werde, in einem Augenblick, in dem so viele Milliarden den ranzösischen Finanzen fehlten. Cachin verliest dann eine Tagesordnung der Kommunisten, in der die sofortige Einstellung der Feind- e l i g k e i t e n gefordert wird.

Der sozialistische Abg. Renaudel erklärt, es sei notwendig, daß das Abkommen, das man mit Spanien treffe, keinen militärischen Hinter- aedanken in sich berge. Gestern sei es zu einem Mißverständnis gekommen, als Briand von der Llnmöglic^eit gesprochen habe, unter Ausschluß Spaniens mit Abd el Krim zu verhandeln. Es ei deshalb eine neue Erklärung notwendig und er erwarte von der Regierung, daß, wenn das" Abkommen mit Spanien unterzeichnet sei, die Verhandlungen mit Abd el Krim eingeleitet würden. Er verlange nicht die Räumung von Marokko und er verlange nicht, wie die Kommunisten, die Desertton der Soldaten, onbern baldige Friedensverhandlungen.

Außenminister Briand

Frankreich b<1 bis jetzt eine rein defensive Haltung eingenommen. Da man das Selbst- bestimmunasrecht der Völker anführe, müsse man auch zugeben, daß es Stämme gebe, die das Recht hätten, sich Frankreich zuzuwenden. Diese seien auch geplündert worden. Sie haben Frank­reich nicht verlassen dürfen. Als Frankreich 1914 am Rhein bedroht worden fei, habe es allen Völkern, die es kolonisiert habe, freigestellt, über sich selbst zu verfügen. Alle Kolonien hätten sich Frankreich angeschlossen und alle ihre Be­wohner hätten sich als Franzosen gefühlt .Das sei die Freiheit der Völker: Heber s ich selbst zu verfügen.

Frankreich habe Marokko zivilisiert. Es habe heute gute Wege und Eisenbahnen unt> seine Bewohner arbeiten und prosperieren. Wenn die Friedensverhandlungen kommen f ülten, sei es notwendig, daß man sich vorher mit Spanien verständigt. Frankreich habe Spanien gefragt, ob es sich mit ihm für einen rascheii Frieden einsehen wolle. Eine Teilung des Ri^gebiets komme nicht in Frage. Frank­reich werde feine Beeinsluhungszone nicht über­schreiten, aber es werde auch nicht ver­gessen, daß noch heute französisches Blut in Marokko vergossen werde. Wenn der Friede geschlossen worden sei, dann werde man vielleicht beinerfen, daß das Heer der Rifleute nicht nur Rifleute, sondern viele Abenteurer enthalte, von denen viele gern Frank­reich diplomat.sche Verwickelungen bereiten wür­den. Frankreich habe keinen imperialistischen Ge­danken.

Bei der Abstimmung wird die Priorität der Tagesordnung des Kartells der Linken mit 537 gegen 29 Stimmen zuerkannt, worauf die Tages­ordnung selbst mit erhobenen Händen f a ft ein­stimmig angenommen wird.

Dom marokkanischen Kriegsschauplatz.

Paris, 30. Mai. (TU.) Nach einem Havas- Bericht aus Fez wird das französische Oberkom­mando eine neue Umgruppierung vorneh­men, und zwar soll noch eine Reihe Posten ausge­hoben und die Besatzung zurückgezogen werden. Diese Maßnahme ermögliche es, daß ein Teil der Truppen, die seit mehreren Monaten un­unterbrochen in vorderster Linie kämpfen, in Ruhestellung gehen können. Der amtliche Bericht aus Rabat besagt, daß die Lage im west­lichen Abschnitt unverändert ist. Einige Rif- häuptlinge haben sich nach dem Hauptquartier Abd el Krims in Adjier begeben, um dort Instruktionen einzuholen. Bei Amjot werden s e i n d l i ch e Truppenbewegungen beobachtet. Auch im Zentrum hat die Situation keine Aenderung er» fahren. An zwei Punkten ist es dem Feinde ge­lungen, hinter dem Rücken der Franzosen oorzu» dringen. Die Stellung in Sker wurde am Abend des 27. Ma> heftig, jedoch ohne Erfolg, angegriffen Auch auf dem östlichen Kampfschauplatz hat sich nichts Nennenswertes ereignet. Ein 250 Mann star-

fität Breslau geehrt.

Forschungsreise In die Wüste Gobi.

Reuter meldet, daß der amerikanische Forscher Andrews in Urga (Mongolei) angekommen sei und erklärt habe, daß er während seiner letzten Expedition nach der Wüste Gobi wertvolle Ent­deckungen von menschlichen Knochen und Skelett­teilen gemacht habe, die er dem Steinalter zu­schreibe. Andrews habe wiederum eine Anzahl versteinerter Dinosauruseier gefunden. Die Teilnehmer an der Expedition hatten unter sehr schweren Strapazen und der Ungunst der Witte­rung zu leiden. Zeitweise waren die Schneefälle so stark, daß der St r a f t ro a g e n eingeschneit war und nur mit vieler Mühe ausgegraben werden konnte.

Großfeuer in einem Dorfe.

Aus Lübeck wird gemeldet: In dem Dorfe L 0 k f e l d bei Reinfeld ist im Haufe des Land­mannes Koop durch Ueberkochen von Teer Feuer ausgebrochen, das sich innerhalb von zehn Minuten auf zehn Gebäude ausgedehnt hatte. Da sich die Besitzer der Eehöste bei der Feldarbeit befanden, konnte das Inventar und das Vieh nicht ge r,c 11 e t werden. Eine Frau hat bei dem Versuch, ihr Geld aus dem brennenden Hause zu retten, schwere Brandwunden erlitten. Zehn Familien sind durch das Feuer ob­dachlos geworden. Der Landmann Koop, seine Schwiegermutter und seine Schwägerin sind wegen fahrlässiger Brandstiftung verhaftet, aber nach ihrer Vernehmung wieder sreigelassen worden.

Der Wettschwindler klanle wieder verhaftet.

Die Dresdner Kriminalpolizei hat den Wettkonzerngründer K l a n t e verhaftet, weil er seine frühere Tätigkeit wieder auf­genommen hatte. Es war Klaute, der in Dres­den sich unter falschem Namen aufgehalten hat, ge­lungen, von einer Anzahl solcher Leute, die nicht alle werden, größere oder kleinere Summen zu er­schwindeln. Wie erinnerlich, war Klante seinerzeit krankheitshalber aus der Haft entlassen worden.

Raubmord an einem Knaben.

Am Donnerstag sandte der Fleischermeister Schuboth aus Bärenthoren (Streis Zerbst) seinen vierzehn Jahre alten Sohn nach Zerbst, um Ein­käufe zu besorgen. Freitag vormittag wurde der Junge' mit durchschnittener Kehle im Walde ausgefunden. Es liegt Raubmord vor. Von den Tätern fehlt jede Spur.

Freispruch im Dresdner s)inkemannpro;eh.

In der Revisionsinstanz in dem Prozeß gegen die Störer der Dresdner Hinkemann-Aufführung wurden alle Angeklagten freigespro- d) e n. In der Begründung heißt es: Kundgebungen des Mißfallens gegenüber Theateraufführungen find strafrechtlich frei, sobald sie in der Grenze des Rechts blejben. Eine Ueberschreitung der Notwehr liegt nicht vor.

Frithjof Nansen in Berlin.

Frithjof Nansen, der Präsident der Jnter- nalionalen Studiengesellschaft zur Erforschung der arktischen Gebiete, traf Freitag vormittag 9.30 Uhr auf dem Stettiner Bahnhof in Berlin ein. Er wurde von dem Vorstand der Gesellschaft, Geh. Rat Kohlschütter, und dem bekannten Flug­zeugführer Walter Bruns empfangen. Vom Neichsoerkehrsnunisterium hatten sich Ministerial­rat Brandenburg und vom Auswärtigen Amte Legationsrat F 0 r ft n e r auf dem Bahnhyf einge­funden.

Professor Nansen befindet sich auf der Reise nach der Schweiz, um von dort aus den K a u - k a j u 5 aufzusuchen. Den kurzen Aufenthalt in Ber­lin will dazu benutzen, um mit deutschen Sachver­ständigen über die Erforschung der arktischen Ge­biete mit Zeppelinluftschiffen zu beraten.

Professor Nansen, der einen außerordent­lich rüstigen Eindruck macht und dessen markante Züge unter dem breiten grauen Schlapphut den hervorragenden Menschen und Forscher kennzeich­nen, antwortete'auf die Frage, ob man um das Schick­sal Amundfens besorgt sein müsse, mit einer ener­gischen abwehrenden Handbewegung.

Eine Flugzeuglandung am Nordpol halte er bei günstigem Meter durchaus für m ö g - 1 i ch. Wenn Amundfen noch nicht zurückgekehrt sei, liege das daran, daß der Forscher den Nordpol erst durch Messungen suchen müsse. Diese Messungsarbeit werde mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Im Hotel Adlon sand ein Frühstück statt, das Reichsverkehrsminister Krahne zu Ehren Nansens gab. An dem Frühstück nahmen u. a. teil: Reichskanzler Dr. Luther, Reichsfinanz­minister v. S ch > i e p e n , der norwegische Gesandte Scheel, der österreichische Gesandte Dr. Riedl, der deutsche Gesandte in Oslo, v. Romberg, der Borgende der Deutschen Gesellschaft zur Erfor­schung der Arktis, Prof. Kohlschütter, Dr. Eckener war leider im letzten Moment verhin­dert, an dem Essen teilzunehmen.

Nansen hat am Abend 6.40 Uhr vom Anhalter Bahnhof aus Berlin wieder verlassen. Prof. Nansen hält ein

Ueberfliegen der arktischen Gebiete mit Zeppelin- Lustschiffen in absehbarer Zeit für durchaus möglich, wenn nur erst die Zeppeline da sind", so erklärte er. Nansen wird mit den maßgebenden Stellen in Berlin die Vorbedingungen für den Bau eines neuen Zeppelin-Luftschiffes erörtern, das wissenschaftlichen Zwecken dienen soll. Es handelt sich dabei um die geplante Luftschisferpeditioi, noch bisher unerforschten ark­tischen Gebieten des sogenannten Harri Stan­des, das zwischen Alaska und dem Nordpol liegt: Ich werde die Expedition wahrscheinlich selber unternehmen, erklärte Nansen und fügte hinzu, daß er das Luftschiff für das geeignetste Mittel halte, große wissenschaftliche Expeditionen auszuführen. Nansen beaibt sich von Berlin nach dem Kaukasus, wo er im Auftrage des Völkerbundes die Möglich­keiten für uie Ansiedlung der armenischen Flücht­linge aus der Türkei prüfen wird.

Während seines Aufenthaltes in Berlin find politische Fragen nicht zur Sprache gekommen. Ich bin", so erklärte Nansen,mit meiner Reise nach dem Kaukasus so sehr beschäftigt daß ich dazu auch feine Zeit gehabt hätte."

Schlechtes Melter in der Polar­zone.

Wie dec Sonderberichterstatter desPetit Pari- ficn von Bord derFarm aus drahtet, ist das Wetter plötzlich umgeschlagen. Der Him­mel ist von schweren Wolfen bedeckt und e s schneit ununterbrochen. Die beiden E x - peditionsschiffe sind entsprechend den Wei­sungen Amundfens nach Norden aufge­brochen, um längst des Polareises Ausschau nach dem Flugzeug zu halten.

Ein Funkspruch vom Bord derFarm" meldet:

Aus Stadt und Land.

Gießen, Den 33. Ul'". 1925. '

Pftngsten.

Pfingsten ist nicht nur das Fest des heiligen Geistes, sondern auch der Geburtstag de-, christlichen Kirche. Jene Geistesbewegung, die sich im Jahre 33 unserer Zeitrechnung am jüdischen Psingstsests zu Jerusalem so mächtig regte, hatte zur Folge, daß sich eine große nchar von Ehristgtäubigen zu einer Gemeinschaft zusammenschloß, aus der das größte Wunder aller Zeiten heuorging, nämlich bi: lieber-. Windung der antiken Welt und des römischen Im­periums burdj den christlichen Glauben, der im An­fang nur in den Seelen einiger Zöllner und Fischer vom See Genezareth lebte. Keine Institution der Welt ist so bekämpft, herabgesetzt und ongeschul- digt morden wie die christliche Kirche, gleichviel in welcher Form sie auftrat. Besonders in der Neu zeit ist das geschehen. Voltaire, Häckel und Nietzsche Haden heftige Worte gegen sie -gebraucht. Es gibt Volksoersamlungen, in denen das Wort Kirche nut erwähnt zu werden braucht, um einen Sturm der Entrüstung und des Spottes heroorzurufen. Es gibt Zeitungen, die das Prädikat der objeftioen Bericht­erstattung und der sachlichen Kritik für sich in An­spruch nehmen und die dennoch von der Kirche nur bann reden, wenn man einem ihrer Diener etwas Unrühmliches nachreden kann. Millionen von Flug« blättern, die der Kirch ihre Sünden Vorhalten, wer­den heute in die Häuser geworfen. Man wirft der Kirche, ihren Führern, ihren Priestern und Pfarrern vor, daß sie unduldsam und stets bereit seien, andere, die sich ihrem Dogmenzwang nicht fügen, mit Ge. malt zu unterdrücken. Menschen, deren Geschichts- kenntnis sehr gering ist, wissen doch von der Unter­drückung der Albigenser, von dem Kstzerrichter Kon­rad von Marburg, von der Verfolgung Servets durch Calvin und dem Hamburger Hauptpastor Goeze, dem Gegner Lessings, zu berichten. Man wirft der Kirche das Streben nach Geld und nach Macht vor, man verurteilt ihr Einmischen in welt­liche Händel. Sogar ein so tief religiöser und geist­voller Mann wie Houston Stewart Chamberlain weiß die Bedeutung der Kirche nicht zu würdigen. Daß sie zerspalten ist, wird ihr gleichfalls nicht zum Ruhme nachgesagt. Endlich bezweifelt man, ob sie für die nächsten Jahrzehnte noch weiter bestehen wird, gerade in der Neuzeit hat man ihr ost den baldigen und unrühmlichen Untergang oorauege- sagt.

Es verlohnt sich, über diese Vorwürfe einmal nachzudenken, wobei die christlichen Kirchen in ihrer Gesamtheit in das Auge gefaßt werden sollen. Es mag zugegeben werden, daß Unduldsamkeit und dar Streben nach Macht sich nicht selten mit dem An­sprüche, daß man Hüter der ewigen Wahrheit sei, zu- fammengefunben haben Aber steht diesen Schatten- sotten nicht ungleich mehr gegenüber, das in leuchten­den Farben prangt? Die Gemeinschaft derer, die an Jesus glauben, ist heute wie vor Jahrhunderten noch die machtvollste der Welt, sie umspannt die ganze Erde und gewinnt von Jahr zu Jahr an Boden. Indem die Kirche in Dogmen ihre Glaubens- erfahrung niebergelegt hat, hat sie dieses kostbar« Gut vor Verfälschung und Umdeutung geschützt, es den Nachlebenden gewissenhaft überliefert und damit ein Geschlecht nach dem anderen zum Lichte ge­führt. Was die Kirche an werktätiger Hilfe geleistet hat und noch leistet, kann durch humanitäre Bc- ftrebungen nicht ausgewogen werden. Hingabe, toeioftDedeugnung, Aufopferung, Verzicht auf da» eigene Wohl sind wesentlich nur da zu finden, wo der Grundsatz herrscht: Um einen ewigen Kranz dies arme Leben ganz. Viele Menschen müßten verzwei­felt durch das Leben gehen, wenn ihre Kirche ihnen nicht eine Spenderin des Trostes und tzes Friedens märe. Mögen auch die Kirchen, wie sie in der Wirk- litgteit bestehen, noch so sebr auseinander gehen wie streitende Schwestern, Schwestern Jinb sie den­noch, Abarten der einen Pflanze, schreitet der evangelische Christ durch einen katholischen Dom, wie in Stein und Farbe die ganze heilige Ge­schichte dargestellt ist und die Pfeiler auswärts weisen, so ist sein Herz voll von Andacht, auch er bringt Maria, der Mutter Jesu, Verehrung ent­gegen, umgekehrt erbauen sich Katholiken an b« Liedern Paul Gerhardts und an den Gebetbüchern der großen evangelischen Erbauungsschriftstellec. Mit keiner Prophezeiung sind die Meischen so se-jl zuschanden geworden als bann, wenn sie der Kirch» den baldigen Untergang in Aussicht gestellt haben, heute entfaltet die Kirche ein viel regeres Lebei als etwa im Anfang des neunzehnten JahrhM berts. Trotz aller Mängel und aller menschlich be­dingten Unvollkommenheit ist die Kirche heute noch die Werkstatt des heiligen Geistes, und die, die 311 ifjr gehören, gedenken dieser Tatsache am Feste der- heiligen Geistes mit Dank und Freude. H. B.

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Gießen und der Luftverkehr.

Die Stadtverordnetenversammlung beschlos in einer gestern stattgehabten Sitzung, einftimniii die Stabt Gießen mit einem Aktienkapital vo' 50 000 Mk. an einer in Kürze hier zu gründende- Luftverkehrsgesellschaft zu beteiligen Diese Gesellschaft, die ihren Sitz in Gießen habe« wird, stellt sich die Aufgabe, den Luftverkehr w die Provinz Oberhessen und den Lahngau in jede! Weise nutzbar zu machen: sie wird zu diesem Zweck schon in den nächsten Wochen fahrplanmäßig drei mal wöchentlich mit einem ombernen sechssttige: Verkehrsflugzeuge ber bekannten Junkerwerke eine» Zubringrrbienst von Gießen nach Frankfurt a. ® aufnehmen. Die hiesige Gesellschaft wirb in 'Serbin bung treten mit ber Südwestdeutschen LuftverkeP gesellschaft A.-G. Frankfurt a. M. Die Stabil orbnetenversarnmlung beschloß weiter, der hieW Gesellschaft pachtweise die sogenannten OchsennE an der Straße nach Rödgen zu überlassen, die nac dem Gutachten des amtlichen Sachverständigen al Eigenschaften besitzen, die an einen Flugplai- 2. ober 1. Klasse gestellt werben. Die HerrichMi des Flugplatzes übernimmt die Stadt.