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Hl 125 Erstes Blatt

125. Jahrgang

Samstag, 30. Mai <925

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Tagungen des Auslanddeutschtums

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Gesang des LiedeS gestattet bescher wurde zu 100 uEKL, 300 Ult Geldstrafe verurteilt.

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Die verbotene Nationalhymne.

Bochum. 29. Mai. <WTB, 2>k Ehefrau Müller und der Gutsbesitzer Adalbert Wil­helm mußten sich vor dem französischen Militärpolizeigericht verantworten, weil sie als Leiter einer Versammlung der Deutsch- nationalen DolkSpartei in Gerthe nicht ver­hinderten, daß die Versammlung das Deutsch­landlied sang. Die Angeklagten wandten ein, daß gelegentlich einer früheren Dcr'ammlung der­selben Partei das französische Zivilbureau den

Die Botschafterkonferen; wird morgen vor­mittag zusammcntreten. Sie wird die endgültige Fassung ihres entscheidenden Beschlusses bezüglich der Entwaffnung Deutschlands sestlcgen. Diese Ent- scheidung wird in Berlin der Reichsregierung durch eine Kollektivdemarche der alliierten Bot­schafter notifiziert werden. Rach demTemps" ver­mutlich am kommenden Dienstag.

c Gefahren. Für uns

Möglichkeit, den Anschluß Oester­reichs mit einem Sicherheit-Pakt - für btc un-

Sogen, weil eS al- Truppenübungsplatz dient. Zu regelrechten Manövern werdnr Städte und Dörfer deS Ruhrgebiets mit fran­zösischer Einquartierung belegt.

Schlimmer als diese Last ist der seelische und moralische Druck, der ausgeübt wird. Aach wie vor werden Zeitungen wegen gering­fügiger Vergehen zeitweilig unterdrückt ieS ge­nügt die versehentliche Bezeichnung des besetz en Gebietes als ,E i n b r u ch - g e b i e t". Zeit­schriften und Bücher werden für immer verboten. Aach wie vor werden Paßkontrollen auS- geübt und wcr versehentlich seinen Au-Wei- ver­gessen hat. muß je nach Laune der die Kontrolle ausübenden Franzosen fünf bis zwanzig Mark bezahlen: es kann ihm auch blühen, daß er vor das M'l.tärgericht kommt und zehn bis zwanzig, mitunter auch mehr, Goldmark Strafe erhält. Selbst Schüler über sechzehn Jahren werden in solchen Fällen bestraft.

ES wimmelt von französischen Gen­darmen und Kriminalbeamten: die letzteren überwachen fast alle öffentlichen Ver­sammlungen. in denen sie die Besprechung poli­tischer Angelegenheiten vermuten. Alle natio­nalen Organisationen fte&en unter schärfster Kontrolle, soweit sie nicht direkt verboten sind, wie die Kriegervrreine, der

. den Verdacht gerät, natio­nalen Verbindungen anzugehören. wird veryaf- tet und streng bestraft. 3n den Militär-

Der Sicherheitspakt.

Das (Ergebnis der britischen Kabinetts­sitzung.

London, 29. Aiai. Aeuter. Das Kabinett hat heute die verschiedenen Fragen, die sich auS dem in Beantwortung der deutschen Vorschläge vom Frankreich auSgearbeiteten Entwurf der Aote über die Sicherheitsfrage ergeben, geprüft. Die Angelegenheit ist nun­mehr soweit gefördert worden, daß e- jetzt mög­lich ist, der französischen Regierung gewisse Vorschläge zu machen. Es besteht die Hoff­nung. daß als Ergebnis dieser Vorschläge dem­nächst eine Mitteilung nach Berlin ge­sandt werden kann, die die Grundlage für ein diese Frage betreffende- ilebereinfommen unter Öen Alliierten darstellen wird. Wenn diese Hoffnung erfüllt ist. so darf die französische Antwort als Ansicht der Alltiertenbetrachtet werden. Diese Auf- fassung gründet sich allerdings auf die Hoffnung und den Glauben, daß Frankreich die von Eng­land vertretenen Ansichten annehmen wird. Die französische Regierung hat der englischen Re­gierung Erklärungen hinsichtlich der genauen Be­deutung gewisser Teile des Aotenentwurfs über- mittelt, die noch nicht Har waren.

Das englische Kabinett ist über die Stellung­nahme, zu der es gelangt ist, völlig einet Meinung, und eS kann al- sicher angenommen werden, daß England noch immer seinen Stand­punkt aufrechterhält, wonach die Erörterung eines weitläufigen oder unbegrenzten Planes abzulehnen sei und daß es für einen de -

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Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag».

Beilagen:

Gießener Familienblätt« Heimat hn Vild.

Monats-Bejugeneli: 2®olbmarU u. 20 Gold« Pfennig für Irägerlohn, «ch bei Nichterscheinen oo" eingelnen Nummern hifolge höherer Gewalt. kernsprech.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der« »gnndGeichäst-stelleöl. Anschrift für Drahtnach­richten^ IUzeiaerOießen.

Potzfchlslonto: franffurt e. HL 11686.

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Führer!

23on Br. Arthur Graf o.Posadowsky- Dehner. Staatssekretär a. D.

Lin Volk will und muß geführt wer­den; Feste, Tischreden und allgemeine Tugend­sprüche genügen hierzu nicht. Hur wcr zielbe- wußt mit kräftiger Hand das Steuerruder er­greift und den selbstlosen Mut bcsilzt, auch mit Sturm und widriger Flut zu fämpfen, wird das Staatsschiff auf sicherer Fahrslraszc erhal­len. Die täglichen lleberschwenglichkcitcn, Rat­schläge und Anfeindungen ber sogenannten öffentlichen Meinung wirken auf schwache und eitle Raluren verwirrend oder zermürbend; Veifallsbedürfnis ist die Kehrseite der breiten Oeffentlichkeit unserer Zeit. Der Begriff ,.po- likik" verkörpert sich deshalb immer mehr in dem Bestreben, um jeden Preis d i e Mehrheiten zu befriedigen auch da. wo sie irren. Volks- und Slaalswohl dau­ernd gefördert haben bisher nur starke un- abhängige Kampfnaturen, auch wenn sie selbst schließlich das Opfer ihres Kampfes wurden: überragende stille Größe verträgt, wie die Geschichte lehrt, auf die Länge kein Volk; Denkmäler und Lorbeerkränze pfle­gen häufig nur die Buße des zu fpäk erwach­ten Gewissens zu sein.

Die Entwaffnungsnote.

Leutschlaud hat finanziell erfüllt.

pari». 29. Mai. (IBXB.) Wie bereits be- whktt. hat die Aeparationskommission *" >hr« NeuMyn vormittigsfißung einstimmia IWetit daß Deutschland seine Verpflichtungen dem Darowflan. also seine Reparation«!- ftkraftichluNgen aus Abschnitt 8 des ver- INH* Vertrages erfüllt hat. Diese Feststellung lfc* der S otfchaslerkonferenz. wie sie lloebcrt hat. Kn Lause des Nachmittags notifiziert i

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vir -um Nachmittag vorder öbneiebcBerbinblt(hkeiL Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örthd>8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne- blame-Anj<ngen v TO.nru Brette 35 (Polbpfenniq, Platzvorschrift 20', Auf- schlag. - Beranlworilid) für Politik u. Feuilleton: Or.Friedr.Wilh Lange; für den Obrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBcch, sümllich in Gießen.

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muß. Die vornehmste Ausgabe ist es, unsere Arbeit zu vertiefen, nachdem der Apparat deS Schutzbundes nach der Tleberwindung der In­flation überall glänzend arbeitet. Der Verein für daS Deutschtum im Ausland zählt im Reich und Oesterreich zwei Millionen Mitglieder, ein Be­weis für die Erfassung auch der weitesten Kreise des DinnendeutschturnS für die nationale Schutz­arbeit. Richt nur eine Erziehung zur Kultur- gemcinfchaft. fondern auch eine Erziehung zum Staate wolle der Bund wenigstens indirekt fördern. Der Schutzbund wolle allen staat-politischen Erwägungen Rechnung tragen. Wir erkennen an, daß der Vorschlag de- Sicher- heit-paktes mir von der Sorge um das befehle Gebiet gemacht war. Aber wir sehen zugleich auch gj o f) - - - gibt es keine Mögli«

Die Bundestagung des Schutzbundes.

M ü n st e r , 29. Mai. (211.) 3n dem traditio­nellen Rahmen wurde heute vormittag die s c ch ste Bundcstagung deS deutschen Schutz- bundeö der Grenz- und Ausländs­deutschen in der Stadtballe von Münster er­öffnet. Alle Gaue des Deutschen Reiches, der deutschen Grenz- und SiedelungSgebiete und der Sprcngsiedlungen der ganzen Welt batten Ver­treter entsandt. 3m Auftrag der Leitung des Schutzbundes begrüßte der Vorsitzende. Mini­sterialdirektor Dr. Götz die Erschienenen, u. a. den in Vertretung des Reichsinnenmini­sters erschienenen Referenten, Vertreter der preußischen Staatsregierung, den Oberpräsidenten GronowSki, einen Senator der Freien Stadt Danzig, den Vertreter des Landeshauptmanns von Kärnten, Vertre­ter der katholischen und protestantischen Kirche und der Handels- und Landwirtschaft-kammern. Die diesjährige Tagung, so führte der Vorsitzende auS, solle eine Tagung besonders für da- Rheinland fein. Aach weiteren VegrüßungS- worten sprach bann Geheimrat Professor Dr. Schulte-Bonn über die Tausendjahr-Feier des Rheinlandes. Er wies besonders daraus hin, daß der Rhein und feine Landschaft niemals die Eignung zur Grenze besessen hätten.

Der Rhein sei nicht Grenze, sondern Der- binbung zwischen Ober- und Aiederdentsch- land.

Er beleuchtete die Kolonisationstätigkeit der Rheinländer und schloß mit der Aufforderung, uns frei zu machen von den Fehlern der Ver­gangenheit und von der Zwietracht. Den Schluß der Vormittags-Tagung bildete ein Vortrag des ersten Vorsitzenden deS Deutschen Schutzbundes, Dr. von Loesch über Deutschtum und Schutzbund. Der Vortrag war zugleich ein Rechenschaftsbericht über die Arbeit am völ­kischen Zusammenschluß und ein Blick in die Zukunft unseres Dolkstumes.Wir verstehen das Wort völkisch", so führte er aus, ,nicht im rassigen und nicht im klassenmäßigen Sinn. Die Bewegung des völkischen Schutzes ist noch sehr jung. Damals aber vor dem Kriege war die Arbeit viel leichter als heute. Mit dmi 3a.)re 1918 hat sich die Kampffront verlängert und vertieft. Dom finnischen Busen bis zur Schweiz, in den ehemaligen deutschen Kolonien in Ueber- see ist der Kampf entbrannt.

Fast zwei Millionen Vertriebene muhten in das Vaterland zurückkehren,

900 000 aus Pofen und Westpreußen, 150 000 aus dem Elsaß, 100 000 auS Krain, Kärnten und der Steiermark. Die neuen Staaten, aus denen diese Deutschen vertrieben sind, wenden ulle Mittel gegen Deutschland an. 3n Estland und Lettland ist unter dem Titel der Agrarreform der deutsche Boden den deutschen Be­sitzern gestohlen worden. Deutschland wird in der ganzen Welt in moralische Acht getan. Die Abwchrarbeit hat aber seit 1918 einen mäch­tigen Aufschwung genommen. Es sind Hunderte von Vereinen, fachliche und regionale Verbände entstanden. Vielleicht ist ein Aebermaß an Organi­sationen vorhanden, aber wir müssen bedenken, daß der grohdeutsche Gedanke Dc-

aefängniffen und Polizeigesängnissen teerte i die Gefangenen noch immer mißhandelt Erst kürzlich hat sich ein junger Mann, der in fran­zösische Gefangenschaft geraten tear, aus Ver­zweiflung die Pulsadern geöffnet. Das Rote Kreuz lindert die Leiden der Verhafteten nach Kräften und hat auch bei Beschwerden höheren Orts Abhilfe erreicht: aber wer den Mut hat, Mißstände anzuzeigen, ist nicht selten den größ­ten Schikanen auSgcseht.

Das Singen patriotischer Lieder ist verboten .Ein Versammlungsleiter, der nicht verhindert hatte (und er konnte es nicht!), daß nach Schluß einer Versammlung von den HmauSgehende.1 ..Deutschland über aUei" an- gestimmt wurde, erhielt achthundert Mark Geld­strafe. Französische agenkS provocateurs suchen mit den vielen Verordnungen («s mögen drei­hundert sein) nicht Vertraute aufS Glatteis zu führen und bann zur Bestrafung anzuzeigrn. So wurde einer Dtwe. die einen kl einen Buch­laden hat. übel mitgespielt . Ein Fremder er­schien bei ihr, um Herzogs Roman ,W i e - land der Schmiew zu laufen . Die Frau erklärte, sie kerme daS Buch nid# und führe es nicht. Der Fremde bat. c5 ihm zu beschaffen. Die Frau tat es au5 Gefälligkeit. Einig? Tage darauf erhielt die Frau einen französischen Strafbefehl über 150 Voidmark, da sie ein verbotene- Buch verkauft habe. Zu­gleich wurde ihr mitgeteüt, daß sie noch vor daS Kriegsgericht komme

Diese Politik der Radelsnche kann keine guten Früchte tragen. Kein Voll war so friedllch ge­firmt wie Me Bevsllervna m Äbein usb

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Die Leiden des besetzten Gebietes.

Au- dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben.'

Rur selten bringt noch etwas in die Oeffcnt- lichkeit über die Leiden, denen da- besetzte Gebiet au-gesetzt ist. Rach dem Londoner Abkommen und nach Bemdigung des passiven Widerstandes haben zwar gewisse Akte aufgehört. Aber der D r u cf. der auf die Bewohner des besetzten Ge­biets auSgeübt wird, lastet auf ihneit nach wie vor. Das Militär tritt in der Oeffcnt- lichkeit nicht m<hc so stark yervor: aber da« darf nicht zu 'Trugschlüssen führen. Die französischen VesahunaStruppen halten Scharfschieß­übungen in der Haardt, der einzigen Er­holungsstätte des nördlichen Kohlenreviers, ab; sie darf nur zu einem Teile betreten werden. Die beliebtesten Waldwege sind oft wochenlang für Zivilisten gesperrt. Wertvolles Gelände wo d der Benutzung al- Weide- oder Ackerland ent-

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wahre Grenze am Brenner einzutaufchcn.

Heute nachmittag finbet eine Frauen- und Studententagung statt. Am Abend ver­anstaltet die Stadt Münster zu Ehren der Schutzbund-Tagung eine Fest aufführ ung der Händelschen Oper .HeralleS".

Kussteiner Festtage.

Pfiugfttagntig deS VereittS für das Deutschtum im Ausland.

Man schreibt un» au» Kufstein: Von den Häusern wehen Fahnen in österreichischen und bayerischen Farben, hin und wieder schwarz-rot- gold und schwarz-weiß-rot. 3n den Hauptstraßen ragenbe» Masten mit wehenden Wimpeln, ver­bunden durch grüne Girlanden. Kufstein hat sich gerüstet zum Smpsang der Teilnehmer an der Pf ingsttagung des über eine Million zählenden Verein» für da» Deutschtum tm Au»lande in Gemeinschaft mit dem Dru- derverband de» deutschen Schutzvereins Südmark in Wien. Am Donner-tag und Freitag sind mit den fahrplanmäßigen Zügen und in zahlreichen Sonderzügen aus allen deutschen Gauen eine grob« Zahl von Teilnehmern bereits eingetroffen, weitere werden noch erwartet.

Die etwa 1 5 0 0 0 Gäste gilt es in der nur 6000 Einwohner zählenden Stadt unterzu­bringen. 3n Hotel», Gasthäusern, Privatwoh- nungen und Zelten haben die Angekommenen herzliche Aufnahme gefunden. DerTiroler Grenzbote" hat eine Festnummer herau»gegeben, in der Landeshauptmann Dr. Stumpf und der Bürgermeister von Kuf­stein, V i r m o f e r , den Festteilnehmern herzliche WillkommenSgrühe entboten. Welche gro­ben praktischen und idealen Aufgaben die beiden größten Vchutzvereine zu erfüllen haben, bringt der Vorsitzende des Vereins für daS Deutschtum im Auslande, Staatssekretär a. D. v. Hintze, in folgendem zum Ausdruck:

AuS der Fülle von Gedanken und Wünschen, die auf der grohdeutschen Tagung in Kufstein -um Ausdruck kommen sollen, werden sich zwei Stimmungen besonders hervorheben: die Sehn­sucht nach einem starken Zusammenschluß aller Deutschen in der Welt und daS Gefühl der Ge­nugtuung übet die Fortschritte, die der Gedanke der Zusammengehörigkeit in den letzten Jahren gebracht hat.

Dereroigung der Hriedlofigleil.

Vor einigen Wochen äußerten englische Vlat- L«, die neuen alliierten Gntwafsnungsforde- ümgen würden in Deutschland voraussichtlich «n«n Sturm der Entrüstung Hervorrufen, io- Cato fie bekanntgegeben würden. Die Rote der ^otschafterkonferenz. die der deutschen Regie- amg die Gründe für die Richträumung KölnS «tterlen soll, ist sreillch bi» heute noch nicht in 'Vetlln eingetrofien, wa» aber derDaily Tele- gr«ph" au» dem reichhaltigen Register angeb- deutscher Verfehlungen als Kostprobe zum ^en gibt, ist so unerhört, daß allerdings der tuophezeite Enirüstung-fturm nicht auf sich war- lassen wird.

v« ist ein glückliches Zusammentreffen, daß rr Augenblick de» Bekanntwerdens der ersten i»SfAhrlichen und offenbar auch authentischen Nachrichten Aber den Inhalt der alliierten Ent- >iffnung»1orberungcn R e i ch s w e h r m i n i- I r t Dr. Geßler in seiner ausgezeichnet flaren

wirkuRgSvollen EtatSrede die Hauptpunkte dar Beanstandungen im vorweg bereits ad ab- -ardum geführt hat. Mit aller Entschiedenheit :»»» der Minister darauf hin, daß die Reichs- v-'hr in allen ihre» Errichtungen, in Zufammen- legung und Stärke dem im Verfailler Vertrag yjgelaff<m<Ä Umfang# entfpreche. namentlich treffe !' * für die Zahl der Stabsoffiziere zu. Die .)<ilfre«DiUige*, die in den alliierten Berichten aU geheime Kadre» für eine künftige Mobilifa- nen dargestellt würden, feien seinerzeit mit SiHen Mr alliierten Kontrollbehörden zur Be- ia npsiAig bei KommcmistenaufstandeS eingestellt, ub« feit langem wieder entlaffen worden. Das

grenzten und beschränkten Plan ein­tritt. Sin Vertragsentwurf ist freilich noch nicht vorhanden und kann aus diesem Grund den Dominions nicht unterbreitet werden. Aber die Ueberfeeregierungen sind selbstverständlich über Bie verschiedenen Vorschläge, die Frankreich ge­macht wurden, unterrichtet.

Ser diplomatische Redakteur der Haoas- agentur erfährt ferner, daß der englische Bot­schafter in Pari» Lord (Irctec heute mittag dem Quai d'Orsay eine Role zu dem französischen Memorandam übermittelt habe. In französischen unterrichteten Kreisen erfiäre man, daß die An> wort der britischen Regierung d.e französische These über die wesentlichsten Punkte befriedige. Iedoch verlange London noch einige Aufklä­rungen über gewisse Fragen sekundärer Art. Man könne jedoch annehmen. daß ein endgültige» Einverständnis hierüber er; slt iverde. Der Mit­arbeiter der HavaSagentur will wissen, daß die Einwendungen des Foreign Office d e Schieds- gerichtSverträge betreffen, durch di? der Sicherheit-Pakt vervollkommnet werden soll. Die Verhandlungen zwischen Pari- unb London wür­den fortgesetzt. Eine Antwort an die deutsche Regierung tonne erst später erteilt werden.

General-Anzeiger für Oberhessen

PniJ unt Ptrlag: vrühl'scht UnioerfUdt» Bnd?. und Steini>ruderet R. fange in Sieben. Zchrisilettung und Scf<f)äftsltefle: Schulftrahe ?.

p<xeö< von geheim«« deutschen Rüstungen, mit ' > «0 vor wenigen Tagen wieder im fran- i >ömcha« Senat politiftarende Generale die Welt - 'breden machen wollten, brandmarkte der Mi- iksier mit erfreulicher Deutlichkeit als lächer­liche fugen. Uni) nicht» andere» sind die Vor- rOrfe in dsr neuen Entwaffnung»note, die nach Mitteilungen deSDaily Telegraph" dazu > Erhalten muß, die Erfüllung de» Versailler H fertragt zu verweigern.

Wenn gewisse Kreise in Deutschland unS U Dauben machen wollen, mit H e r t i o t und foixlcbt und Bria nd sei ein anderer Geist u; Pari» eingelehrt, der Deist der Versöhnung -<t> Friedfertigfeit, so bedarf e» nur de» ©tu- jedes einzelnen dieser Punkte, um zu rCcnncn, daß sich hinter der konzilianteren, vor- M>>H!igeren Form eines Briand der gleiche un- idipegte DernichtungSwillc. der gleiche Zmpe- iaüSmuS verbirDt. der die Poincarö und i?liller and zu unversöhnlichen Gegttern einer Sefriebung Europa» machte. Die neue Rote soll ith wird nichtzS andere» sein, als ein neues hiied in der Reihe der französischen Bemühungen M Verewigung der Militärkon- t» oll«, zur Verewigung der Rhein- ie sehung! Darum milcht man unter alte For­tgängen harmloseren ZnhaltS solche, deren Er- iriung für ein großes Voll von Ehre und ktLatsgasühl ungeheure Zumutungen ia»st«lli. Forderungen, an deren Erfüllung man nicht glaubt deren Erfüllung man selbst I » iuch gar nicht will. Denn nur durch das I Sliitat dauernder Kontrolle, dauernder ilnrubc ^oibem die franzöfifch-.m Politiker, mögen sic jMncar^, Herriot oder Briand heißen. Frank- ! '«ch» Militärherrschast am Rhein und damit i Europa aufrechterhalten zu können. Rach einem i; Strt BriandSin der DienStagdebatte im Senat ; FMkgtein kleiner Schauer der Beun- f|ju b i g u n g". den ein französischer Minister Dcr- ' rt, um sich über internationale Verträge bin- usetzen. sobald die Erfüllung eines dort be­ten en Artikels einem Kontrahenten unbe- ist. Damit ist im Zeitalter des Völker- And» die Herrschaft der rohen Gewalt. daS «astrecht proklamiert, widerlich verhüllt durch amloS heuchlerische Phrasen von Pazifi-mus

Vtzlkernersöhnung.

Damit ist auch eine fruchtbringende Dis- on deS Sicherheit»vertrage-, von dessen Ab- ch die Welt Entspannung und Befriedung cr- ki*t, in welle Ferne gerückt . ilnb das ist auch k n» der verborgenem Ziele biefer Gntwaffnungs- t'H Sicherheit will Frankreich. Sicherheit für sch und feine östlichen Trabanten, soweit sie Garantie der französifchen Herrschaft in Epa bebeutet. Aber Frankreich braucht den ch«heit-pakt nicht, solange seine Truppen am b 'in solange polnische und tschechische »ee unter französ scher Oberleitung bk deutsche grenze bedroh«. . solange französische Kontroll- -Mne jeden deutschen Flintenlauf, jede deutsche ro bgtanatc zählen . Mrlllärkontrolle und Rhein- M-tung, da» ift Frankreichs beste Sicherheit, h e» nicht freiwillig aus bet Hand geben wirb li eine» neuen Vertrage» teilen, ber auch dem S^pner Frieden und Gleichberechtigung gewährt.

0'9 n fl b e c Frieblof igkcit. bas L sicherheit-plan, zu bem bic neue

ßtövaksnungsnvte ein neuer Baustein fein wird.