Hl 125 Erstes Blatt
125. Jahrgang
Samstag, 30. Mai <925
0
fi
Tagungen des Auslanddeutschtums
mein gut des deutschen Volkes Warden
te
<T
3ungbo ufto. Wer in
I
o ft
H
2.t
Gesang des LiedeS gestattet bescher wurde zu 100 uEKL, 300 Ult Geldstrafe verurteilt.
hätte. Der Guts- Frau Müller zu
CSSÖf?
ft Per
8
Kl
•§«-*'
<0 ft& CT{y &;
Die verbotene Nationalhymne.
Bochum. 29. Mai. <WTB, 2>k Ehefrau Müller und der Gutsbesitzer Adalbert Wilhelm mußten sich vor dem französischen Militärpolizeigericht verantworten, weil sie als Leiter einer Versammlung der Deutsch- nationalen DolkSpartei in Gerthe nicht verhinderten, daß die Versammlung das Deutschlandlied sang. Die Angeklagten wandten ein, daß gelegentlich einer früheren Dcr'ammlung derselben Partei das französische Zivilbureau den
Die Botschafterkonferen; wird morgen vormittag zusammcntreten. Sie wird die endgültige Fassung ihres entscheidenden Beschlusses bezüglich der Entwaffnung Deutschlands sestlcgen. Diese Ent- scheidung wird in Berlin der Reichsregierung durch eine Kollektivdemarche der alliierten Botschafter notifiziert werden. Rach dem „Temps" vermutlich am kommenden Dienstag.
c Gefahren. Für uns
Möglichkeit, den Anschluß Oesterreichs mit einem Sicherheit-Pakt - für btc un-
Sogen, weil eS al- Truppenübungsplatz dient. Zu regelrechten Manövern werdnr Städte und Dörfer deS Ruhrgebiets mit französischer Einquartierung belegt.
Schlimmer als diese Last ist der seelische und moralische Druck, der ausgeübt wird. Aach wie vor werden Zeitungen wegen geringfügiger Vergehen zeitweilig unterdrückt ieS genügt die versehentliche Bezeichnung des besetz en Gebietes als ,E i n b r u ch - g e b i e t". Zeitschriften und Bücher werden für immer verboten. Aach wie vor werden Paßkontrollen auS- geübt und wcr versehentlich seinen Au-Wei- vergessen hat. muß je nach Laune der die Kontrolle ausübenden Franzosen fünf bis zwanzig Mark bezahlen: es kann ihm auch blühen, daß er vor das M'l.tärgericht kommt und zehn bis zwanzig, mitunter auch mehr, Goldmark Strafe erhält. Selbst Schüler über sechzehn Jahren werden in solchen Fällen bestraft.
ES wimmelt von französischen Gendarmen und Kriminalbeamten: die letzteren überwachen fast alle öffentlichen Versammlungen. in denen sie die Besprechung politischer Angelegenheiten vermuten. Alle nationalen Organisationen fte&en unter schärfster Kontrolle, soweit sie nicht direkt verboten sind, wie die Kriegervrreine, der
. den Verdacht gerät, nationalen Verbindungen anzugehören. wird veryaf- tet und streng bestraft. 3n den Militär-
Der Sicherheitspakt.
Das (Ergebnis der britischen Kabinettssitzung.
London, 29. Aiai. Aeuter. Das Kabinett hat heute die verschiedenen Fragen, die sich auS dem in Beantwortung der deutschen Vorschläge vom Frankreich auSgearbeiteten Entwurf der Aote über die Sicherheitsfrage ergeben, geprüft. Die Angelegenheit ist nunmehr soweit gefördert worden, daß e- jetzt möglich ist, der französischen Regierung gewisse Vorschläge zu machen. Es besteht die Hoffnung. daß als Ergebnis dieser Vorschläge demnächst eine Mitteilung nach Berlin gesandt werden kann, die die Grundlage für ein diese Frage betreffende- ilebereinfommen unter Öen Alliierten darstellen wird. Wenn diese Hoffnung erfüllt ist. so darf die französische Antwort als Ansicht der Alltiertenbetrachtet werden. Diese Auf- fassung gründet sich allerdings auf die Hoffnung und den Glauben, daß Frankreich die von England vertretenen Ansichten annehmen wird. Die französische Regierung hat der englischen Regierung Erklärungen hinsichtlich der genauen Bedeutung gewisser Teile des Aotenentwurfs über- mittelt, die noch nicht Har waren.
Das englische Kabinett ist über die Stellungnahme, zu der es gelangt ist, völlig einet Meinung, und eS kann al- sicher angenommen werden, daß England noch immer seinen Standpunkt aufrechterhält, wonach die Erörterung eines weitläufigen oder unbegrenzten Planes abzulehnen sei und daß es für einen de -
ä 5
82
1?
9 0
35 h ft. 3
7?ft ft « rtC* ft P
2 £) ft 3
ft Oft ~ '""ft" ®
*
>ft, ° =
- t “■
2 D 0
-ft c
f=c Oft
_ ft 2.
*=: ?
v»y*
. ft
Erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertag».
Beilagen:
Gießener Familienblätt« Heimat hn Vild.
Monats-Bejugeneli: 2®olbmarU u. 20 Gold« Pfennig für Irägerlohn, «ch bei Nichterscheinen oo" eingelnen Nummern hifolge höherer Gewalt. kernsprech.Anschlüsse: Schriftleitung 112, Der« »gnndGeichäst-stelleöl. Anschrift für Drahtnachrichten^ IUzeiaerOießen.
Potzfchlslonto: franffurt e. HL 11686.
’‘ 0 (yft -
Führer!
23on Br. Arthur Graf o.Posadowsky- Dehner. Staatssekretär a. D.
Lin Volk will und muß geführt werden; Feste, Tischreden und allgemeine Tugendsprüche genügen hierzu nicht. Hur wcr zielbe- wußt mit kräftiger Hand das Steuerruder ergreift und den selbstlosen Mut bcsilzt, auch mit Sturm und widriger Flut zu fämpfen, wird das Staatsschiff auf sicherer Fahrslraszc erhallen. Die täglichen lleberschwenglichkcitcn, Ratschläge und Anfeindungen ber sogenannten öffentlichen Meinung wirken auf schwache und eitle Raluren verwirrend oder zermürbend; Veifallsbedürfnis ist die Kehrseite der breiten Oeffentlichkeit unserer Zeit. Der Begriff ,.po- likik" verkörpert sich deshalb immer mehr in dem Bestreben, um jeden Preis d i e Mehrheiten zu befriedigen — auch da. wo sie irren. Volks- und Slaalswohl dauernd gefördert haben bisher nur starke un- abhängige Kampfnaturen, auch wenn sie selbst schließlich das Opfer ihres Kampfes wurden: überragende stille Größe verträgt, wie die Geschichte lehrt, auf die Länge kein Volk; Denkmäler und Lorbeerkränze pflegen häufig nur die Buße des zu fpäk erwachten Gewissens zu sein.
Die Entwaffnungsnote.
Leutschlaud hat finanziell erfüllt.
pari». 29. Mai. (IBXB.) Wie bereits be- whktt. hat die Aeparationskommission *" >hr« NeuMyn vormittigsfißung einstimmia IWetit daß Deutschland seine Verpflichtungen dem Darowflan. also seine Reparation«!- ftkraftichluNgen aus Abschnitt 8 des ver- INH* Vertrages erfüllt hat. Diese Feststellung lfc* der S otfchaslerkonferenz. wie sie ll’oebcrt hat. Kn Lause des Nachmittags notifiziert i
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vir -um Nachmittag vorder öbneiebcBerbinblt(hkeiL Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örthd>8, auswärts 10 (Bolbpfennig; für Ne- blame-Anj<ngen v TO.nru Brette 35 (Polbpfenniq, Platzvorschrift 20', Auf- schlag. - Beranlworilid) für Politik u. Feuilleton: Or.Friedr.Wilh Lange; für den Obrigen Teil: Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil: HansBcch, sümllich in Gießen.
> ü O1:
’S
= s«n
, &&nf-
ft 5 d ?
-ft ? Q-,*
hör 0 rt »0 ft C ft
a- h ft S o ps r=» O ft r* o'n
X
ff?? »
ghh
2- ft -P «h? w
«Te81» w
i
5,0-
muß. Die vornehmste Ausgabe ist es, unsere Arbeit zu vertiefen, nachdem der Apparat deS Schutzbundes nach der Tleberwindung der Inflation überall glänzend arbeitet. Der Verein für daS Deutschtum im Ausland zählt im Reich und Oesterreich zwei Millionen Mitglieder, ein Beweis für die Erfassung auch der weitesten Kreise des DinnendeutschturnS für die nationale Schutzarbeit. Richt nur eine Erziehung zur Kultur- gemcinfchaft. fondern auch eine Erziehung zum Staate wolle der Bund wenigstens indirekt fördern. Der Schutzbund wolle allen staat-politischen Erwägungen Rechnung tragen. Wir erkennen an, daß der Vorschlag de- Sicher- heit-paktes mir von der Sorge um das befehle Gebiet gemacht war. Aber wir sehen zugleich auch gj o f) - - - gibt es keine Mögli«
Die Bundestagung des Schutzbundes.
M ü n st e r , 29. Mai. (211.) 3n dem traditionellen Rahmen wurde heute vormittag die s c ch ste Bundcstagung deS deutschen Schutz- bundeö der Grenz- und Ausländsdeutschen in der Stadtballe von Münster eröffnet. Alle Gaue des Deutschen Reiches, der deutschen Grenz- und SiedelungSgebiete und der Sprcngsiedlungen der ganzen Welt batten Vertreter entsandt. 3m Auftrag der Leitung des Schutzbundes begrüßte der Vorsitzende. Ministerialdirektor Dr. Götz die Erschienenen, u. a. den in Vertretung des Reichsinnenministers erschienenen Referenten, Vertreter der preußischen Staatsregierung, den Oberpräsidenten GronowSki, einen Senator der Freien Stadt Danzig, den Vertreter des Landeshauptmanns von Kärnten, Vertreter der katholischen und protestantischen Kirche und der Handels- und Landwirtschaft-kammern. Die diesjährige Tagung, so führte der Vorsitzende auS, solle eine Tagung besonders für da- Rheinland fein. Aach weiteren VegrüßungS- worten sprach bann Geheimrat Professor Dr. Schulte-Bonn über die Tausendjahr-Feier des Rheinlandes. Er wies besonders daraus hin, daß der Rhein und feine Landschaft niemals die Eignung zur Grenze besessen hätten.
Der Rhein sei nicht Grenze, sondern Der- binbung zwischen Ober- und Aiederdentsch- land.
Er beleuchtete die Kolonisationstätigkeit der Rheinländer und schloß mit der Aufforderung, uns frei zu machen von den Fehlern der Vergangenheit und von der Zwietracht. Den Schluß der Vormittags-Tagung bildete ein Vortrag des ersten Vorsitzenden deS Deutschen Schutzbundes, Dr. von Loesch über Deutschtum und Schutzbund. Der Vortrag war zugleich ein Rechenschaftsbericht über die Arbeit am völkischen Zusammenschluß und ein Blick in die Zukunft unseres Dolkstumes. „Wir verstehen das Wort völkisch", so führte er aus, ,nicht im rassigen und nicht im klassenmäßigen Sinn. Die Bewegung des völkischen Schutzes ist noch sehr jung. Damals aber vor dem Kriege war die Arbeit viel leichter als heute. Mit dmi 3a.)re 1918 hat sich die Kampffront verlängert und vertieft. Dom finnischen Busen bis zur Schweiz, in den ehemaligen deutschen Kolonien in Ueber- see ist der Kampf entbrannt.
Fast zwei Millionen Vertriebene muhten in das Vaterland zurückkehren,
900 000 aus Pofen und Westpreußen, 150 000 aus dem Elsaß, 100 000 auS Krain, Kärnten und der Steiermark. Die neuen Staaten, aus denen diese Deutschen vertrieben sind, wenden ulle Mittel gegen Deutschland an. 3n Estland und Lettland ist unter dem Titel der Agrarreform der deutsche Boden den deutschen Besitzern gestohlen worden. Deutschland wird in der ganzen Welt in moralische Acht getan. Die Abwchrarbeit hat aber seit 1918 einen mächtigen Aufschwung genommen. Es sind Hunderte von Vereinen, fachliche und regionale Verbände entstanden. Vielleicht ist ein Aebermaß an Organisationen vorhanden, aber wir müssen bedenken, daß der grohdeutsche Gedanke Dc-
aefängniffen und Polizeigesängnissen teerte i die Gefangenen noch immer mißhandelt Erst kürzlich hat sich ein junger Mann, der in französische Gefangenschaft geraten tear, aus Verzweiflung die Pulsadern geöffnet. Das Rote Kreuz lindert die Leiden der Verhafteten nach Kräften und hat auch bei Beschwerden höheren Orts Abhilfe erreicht: aber wer den Mut hat, Mißstände anzuzeigen, ist nicht selten den größten Schikanen auSgcseht.
Das Singen patriotischer Lieder ist verboten .Ein Versammlungsleiter, der nicht verhindert hatte (und er konnte es nicht!), daß nach Schluß einer Versammlung von den HmauSgehende.1 ..Deutschland über aUei" an- gestimmt wurde, erhielt achthundert Mark Geldstrafe. Französische agenkS provocateurs suchen mit den vielen Verordnungen («s mögen dreihundert sein) nicht Vertraute aufS Glatteis zu führen und bann zur Bestrafung anzuzeigrn. So wurde einer Dtwe. die einen kl einen Buchladen hat. übel mitgespielt . Ein Fremder erschien bei ihr, um Herzogs Roman ,W i e - land der Schmiew zu laufen . Die Frau erklärte, sie kerme daS Buch nid# und führe es nicht. Der Fremde bat. c5 ihm zu beschaffen. Die Frau tat es au5 Gefälligkeit. Einig? Tage darauf erhielt die Frau einen französischen Strafbefehl über 150 Voidmark, da sie ein verbotene- Buch verkauft habe. Zugleich wurde ihr mitgeteüt, daß sie noch vor daS Kriegsgericht komme
Diese Politik der Radelsnche kann keine guten Früchte tragen. Kein Voll war so friedllch gefirmt wie Me Bevsllervna m Äbein usb
'4 *2 ’o0K>2.^ *.2 ft s V f
3 tfft .
2.^2 öS
M.J ftSs?p
p cf C-
chA
:W ft
?-2ft2-
Die Leiden des besetzten Gebietes.
Au- dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben.'
Rur selten bringt noch etwas in die Oeffcnt- lichkeit über die Leiden, denen da- besetzte Gebiet au-gesetzt ist. Rach dem Londoner Abkommen und nach Bemdigung des passiven Widerstandes haben zwar gewisse Akte aufgehört. Aber der D r u cf. der auf die Bewohner des besetzten Gebiets auSgeübt wird, lastet auf ihneit nach wie vor. Das Militär tritt in der Oeffcnt- lichkeit nicht m<hc so stark yervor: aber da« darf nicht zu 'Trugschlüssen führen. Die französischen VesahunaStruppen halten Scharfschießübungen in der Haardt, der einzigen Erholungsstätte des nördlichen Kohlenreviers, ab; sie darf nur zu einem Teile betreten werden. Die beliebtesten Waldwege sind oft wochenlang für Zivilisten gesperrt. Wertvolles Gelände wo d der Benutzung al- Weide- oder Ackerland ent-
II
öV
M = « Xft ft 2. = 3 3 S- P r» 3 ft
p- Ph
wahre Grenze am Brenner einzutaufchcn.
Heute nachmittag finbet eine Frauen- und Studententagung statt. Am Abend veranstaltet die Stadt Münster zu Ehren der Schutzbund-Tagung eine Fest aufführ ung der Händelschen Oper .HeralleS".
Kussteiner Festtage.
Pfiugfttagntig deS VereittS für das Deutschtum im Ausland.
Man schreibt un» au» Kufstein: Von den Häusern wehen Fahnen in österreichischen und bayerischen Farben, hin und wieder schwarz-rot- gold und schwarz-weiß-rot. 3n den Hauptstraßen ragenbe» Masten mit wehenden Wimpeln, verbunden durch grüne Girlanden. Kufstein hat sich gerüstet zum Smpsang der Teilnehmer an der Pf ingsttagung des über eine Million zählenden Verein» für da» Deutschtum tm Au»lande in Gemeinschaft mit dem Dru- derverband de» deutschen Schutzvereins Südmark in Wien. Am Donner-tag und Freitag sind mit den fahrplanmäßigen Zügen und in zahlreichen Sonderzügen aus allen deutschen Gauen eine grob« Zahl von Teilnehmern bereits eingetroffen, weitere werden noch erwartet.
Die etwa 1 5 0 0 0 Gäste gilt es in der nur 6000 Einwohner zählenden Stadt unterzubringen. 3n Hotel», Gasthäusern, Privatwoh- nungen und Zelten haben die Angekommenen herzliche Aufnahme gefunden. Der „Tiroler Grenzbote" hat eine Festnummer herau»gegeben, in der Landeshauptmann Dr. Stumpf und der Bürgermeister von Kufstein, V i r m o f e r , den Festteilnehmern herzliche WillkommenSgrühe entboten. Welche groben praktischen und idealen Aufgaben die beiden größten Vchutzvereine zu erfüllen haben, bringt der Vorsitzende des Vereins für daS Deutschtum im Auslande, Staatssekretär a. D. v. Hintze, in folgendem zum Ausdruck:
AuS der Fülle von Gedanken und Wünschen, die auf der grohdeutschen Tagung in Kufstein -um Ausdruck kommen sollen, werden sich zwei Stimmungen besonders hervorheben: die Sehnsucht nach einem starken Zusammenschluß aller Deutschen in der Welt und daS Gefühl der Genugtuung übet die Fortschritte, die der Gedanke der Zusammengehörigkeit in den letzten Jahren gebracht hat.
Dereroigung der Hriedlofigleil.
Vor einigen Wochen äußerten englische Vlat- L«, die neuen alliierten Gntwafsnungsforde- ümgen würden in Deutschland voraussichtlich «n«n Sturm der Entrüstung Hervorrufen, io- Cato fie bekanntgegeben würden. Die Rote der ^otschafterkonferenz. die der deutschen Regie- amg die Gründe für die Richträumung KölnS «tterlen soll, ist sreillch bi» heute noch nicht in 'Vetlln eingetrofien, wa» aber der „Daily Tele- gr«ph" au» dem reichhaltigen Register angeb- deutscher Verfehlungen als Kostprobe zum ^en gibt, ist so unerhört, daß allerdings der tuophezeite Enirüstung-fturm nicht auf sich war- lassen wird.
v« ist ein glückliches Zusammentreffen, daß rr Augenblick de» Bekanntwerdens der ersten i»SfAhrlichen und offenbar auch authentischen Nachrichten Aber den Inhalt der alliierten Ent- >iffnung»1orberungcn R e i ch s w e h r m i n i- I r t Dr. Geßler in seiner ausgezeichnet flaren
wirkuRgSvollen EtatSrede die Hauptpunkte dar Beanstandungen im vorweg bereits ad ab- -ardum geführt hat. Mit aller Entschiedenheit :»»» der Minister darauf hin, daß die Reichs- v-'hr in allen ihre» Errichtungen, in Zufammen- legung und Stärke dem im Verfailler Vertrag yjgelaff<m<Ä Umfang# entfpreche. namentlich treffe !' *• für die Zahl der Stabsoffiziere zu. Die .’)<ilfre«DiUige*, die in den alliierten Berichten aU geheime Kadre» für eine künftige Mobilifa- nen dargestellt würden, feien seinerzeit mit SiHen Mr alliierten Kontrollbehörden zur Be- ia npsiAig bei KommcmistenaufstandeS eingestellt, ub« feit langem wieder entlaffen worden. Das
grenzten und beschränkten Plan eintritt. Sin Vertragsentwurf ist freilich noch nicht vorhanden und kann aus diesem Grund den Dominions nicht unterbreitet werden. Aber die Ueberfeeregierungen sind selbstverständlich über Bie verschiedenen Vorschläge, die Frankreich gemacht wurden, unterrichtet.
Ser diplomatische Redakteur der Haoas- agentur erfährt ferner, daß der englische Botschafter in Pari» Lord (Irctec heute mittag dem Quai d'Orsay eine Role zu dem französischen Memorandam übermittelt habe. In französischen unterrichteten Kreisen erfiäre man, daß die An> wort der britischen Regierung d.e französische These über die wesentlichsten Punkte befriedige. Iedoch verlange London noch einige Aufklärungen über gewisse Fragen sekundärer Art. Man könne jedoch annehmen. daß ein endgültige» Einverständnis hierüber er; slt iverde. Der Mitarbeiter der HavaSagentur will wissen, daß die Einwendungen des Foreign Office d e Schieds- gerichtSverträge betreffen, durch di? der Sicherheit-Pakt vervollkommnet werden soll. Die Verhandlungen zwischen Pari- unb London würden fortgesetzt. Eine Antwort an die deutsche Regierung tonne erst später erteilt werden.
General-Anzeiger für Oberhessen
PniJ unt Ptrlag: vrühl'scht UnioerfUdt» Bnd?. und Steini>ruderet R. fange in Sieben. Zchrisilettung und Scf<f)äftsltefle: Schulftrahe ?.
p<xeö< von geheim«« deutschen Rüstungen, mit '’ >• «0 vor wenigen Tagen wieder im fran- i >ömcha« Senat politiftarende Generale die Welt - 'breden machen wollten, brandmarkte der Mi- iksier mit erfreulicher Deutlichkeit als lächerliche fugen. Uni) nicht» andere» sind die Vor- rOrfe in dsr neuen Entwaffnung»note, die nach Mitteilungen deS „Daily Telegraph" dazu > Erhalten muß, die Erfüllung de» Versailler H fertragt zu verweigern.
Wenn gewisse Kreise in Deutschland unS U Dauben machen wollen, mit H e r t i o t und foixlcbt und Bria nd sei ein anderer Geist u; ’ Pari» eingelehrt, der Deist der Versöhnung -<t> Friedfertigfeit, so bedarf e» nur de» ©tu- jedes einzelnen dieser Punkte, um zu rCcnncn, daß sich hinter der konzilianteren, vor- M>>H!igeren Form eines Briand der gleiche un- idipegte DernichtungSwillc. der gleiche Zmpe- iaüSmuS verbirDt. der die Poincarö und i?liller and zu unversöhnlichen Gegttern einer Sefriebung Europa» machte. Die neue Rote soll ith wird nichtzS andere» sein, als ein neues hiied in der Reihe der französischen Bemühungen M Verewigung der Militärkon- t» oll«, zur Verewigung der Rhein- ie sehung! Darum milcht man unter alte Fortgängen harmloseren ZnhaltS solche, deren Er- iriung für ein großes Voll von Ehre und ktLatsgasühl ungeheure Zumutungen ia»st«lli. Forderungen, an deren Erfüllung man nicht glaubt deren Erfüllung man selbst I » iuch gar nicht will. Denn nur durch das I Sliitat dauernder Kontrolle, dauernder ilnrubc ^oibem die franzöfifch-.m Politiker, mögen sic jMncar^, Herriot oder Briand heißen. Frank- ! '«ch» Militärherrschast am Rhein und damit i Europa aufrechterhalten zu können. Rach einem i; Strt BriandSin der DienStagdebatte im Senat ; FMkgt „ein kleiner Schauer der Beun- f|ju b i g u n g". den ein französischer Minister Dcr- ‘ ' rt, um sich über internationale Verträge bin- usetzen. sobald die Erfüllung eines dort beten en Artikels einem Kontrahenten unbe- ist. Damit ist im Zeitalter des Völker- And» die Herrschaft der rohen Gewalt. daS «astrecht proklamiert, widerlich verhüllt durch amloS heuchlerische Phrasen von Pazifi-mus
Vtzlkernersöhnung.
Damit ist auch eine fruchtbringende Dis- on deS Sicherheit»vertrage-, von dessen Ab- ch die Welt Entspannung und Befriedung cr- ki*t, in welle Ferne gerückt . ilnb das ist auch k n» der verborgenem Ziele biefer Gntwaffnungs- t'H Sicherheit will Frankreich. Sicherheit für sch und feine östlichen Trabanten, soweit sie Garantie der französifchen Herrschaft in Epa bebeutet. Aber Frankreich braucht den ch«heit-pakt nicht, solange seine Truppen am b 'in solange polnische und tschechische »ee unter französ scher Oberleitung bk deutsche grenze bedroh«. . solange französische Kontroll- -Mne jeden deutschen Flintenlauf, jede deutsche ro bgtanatc zählen . Mrlllärkontrolle und Rhein- M-tung, da» ift Frankreichs beste Sicherheit, h e» nicht freiwillig aus bet Hand geben wirb li eine» neuen Vertrage» teilen, ber auch dem S^pner Frieden und Gleichberechtigung gewährt.
0'9 “ n fl b e c Frieblof igkcit. bas L sicherheit-plan, zu bem bic neue
ßtövaksnungsnvte ein neuer Baustein fein wird.


