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Keita-, 50. jmor 1925

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheyen)

25 Swetter Blatt

arbeitet.

hiesig«

Frauen

ter

Stadttheater

1

Maat steh», der eine einheitliche Kulturpolitik

Vie Mode der Maske

reiche und saszinievende Rolle

wir dürfen uns vorstellen,

daft vielleicht sogar

Leonardo eine Maske des Königs farbig

verbreitete sich

Univers itäts-R estau rant

Fernsprecher 198

Plockstraße 5

872a

Rasen-

Aasen-

Maskentragen über die ganze Dell der naisfance. Der extravagante Schmuck der ganze Gesicht verbergenden Larven ward

möglich!, Jen zu« Mgen:

das Re- daS auf»

T UNs Zukunft.

gegeben, und durch fast zwei Jahrhunderte hin herrschte nun die einfache Maske aus schwarzem, seidegefüttertem Samt oder aus Atlas, mit zwei Löchern, die einen Teil der Stirn und das ©e-

Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine

i und chaus

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ausschmückte.

Ron Frankreich auS

Thealn wame und kalt«

Speisen "a Fürstenberg-Dräu

Stute nur noch in festlichen Augenblicken des Karneval- beanspruchen darf. Die Gewohnheit deS Masken tragens bei Herren und Damen kam zuerst in Frankreich auf. und zwar läßt sie sich bereits im 14. Jahrhundert unter der Re­gierung KarlS V. feststellen, wo sie wahrschein­lich aus der Mode desGachenez" entstand. Das Eachenez, das man Im Dinier trug, um bi« Gesicht gegen Kälte zu schützen, war ein Stück viereckigen schwarzen Stoffes, das an den Ohrenklappen deS Dinterhutes befestigt wurde und unterhalb der Augen daS ganze Gesicht

an dem die Mission nicht vergi . _ und das uns Deutschen trotz btii seinerzeit er-

Vor und nach dem Theater kalte und warme Platten

[arschuhe ie" OröBe,

Mitwirkung eines Siebener

SamStag.3l.Jam.

Ms- öhö SM-

6. D. I.

«WM.

Ab Februar 1925 ist unsere Geschäftsstelle wie folgt geöffnet:

Montag:10-3Uhi MitMch4-8 frtiiW 10-3

Arbeitergesangverein unter

bedeckte.

Diese unschönen .Wetzsteine der

6D u. I*.

Kampf um den Rhein zwischen Deutschland und Frankreich ist etm Froge der Kraft in all hm Iahrhun

Ruhrkampf, wenn er auch äuherlich gescheitert ist, doch bewiesen hat, was deutsche Einigkeit leisten und erreichen kann.

Abgeordneter Bachem, M d. R., sprach dann zu dem Thema

»Der Rechtsbruch vom 10. 3a»uat 1825*.

3n warmen, lebendigen Dorten sprach der Redner von dem neuen Rechtsbruch, den sich unsere Gegner durch die Richträumung der ersten Zone zuschulden kommen lassen. Klar und treffend schillerte er die Absichten Frankreichs, den Rhein dauernd zu besetzen, um somit seine schon seit Hunderten von Jahren erträumten Ziele zu er­reichen. Klar schilderte er aber auch den Dillen der ImkSrhclmschen deutschen Bevölkerung, sich nicht durch Deriockungen jeder Art von ihrem angestammten deutschen Lande trennen zu lassen. Es wurde einstimmig eine Resolution angenom­men, in der den hart bedrängten Volksgenossen des besetzten Gebietes der Dank für ihr AuS- harren ausgesprochen wird und der Erwartung Ausdruck gegeben wird, daft die Reichsregieruna alle deutschen Rechte energisch wahrnehmen und verteidigen werde.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

-g- Alten-Buseck, 26. San. Es bedeutet einen erfreulichen Fortschritt für unseren Ort, daß den ©emeindeglieder-n jcljl hin und wieder auch gute kirchliche Musik geboten wird. Rachdem Ende September des verg. Jahres der

Doch der fromme Karl VI. verbot wieder im 15. Jahrhundert die .falschen Gesichter", und erst unter Franz I. von Frankreich begann die eigentliche Blütezeit deS MaSken- tragens. Die Damen behaupteten, dieser schmiegsamen Larve zu bedürfen, um ihre zarte Haut sowohl gegen rauhe Winde wie gegen grobe Hitze zu schÄyen. im Geheimen aber mochte die Sehnsucht nach kokettem Intrigenspiel, nach den tausend Heimlichkeiten und Lieberraschungen, die die Maske gewährt, der Hauptgrund sein, daß die gestrenge Maske einer Dame von Welt das Ausgehen ohne einen solchen Gesichtsschutz Überhaupt verbot. Der luftig tolle König Franz griff die Mode mit Freuden auf; er erschien mit seinen Hofleuten und Pagen gern in den ©traben von Paris maß fiert, um allerlei Schaber­nack und Scherz zu verüben, schlüpfte wohl auch heimlich unter dem Schutz seiner Larve zu seinen galanten Abenteuern. Die Masken des Königs, deren in Rechnungen Erwähnung geschieht, müs­sen sehr luxuriös gewesen sein; die Kunst deS Schneiders vereinte sich mit der des Malers, und

inen bewchn. >n in der

973a

sicht bis zur Rase bedeckte, während der untere Teil frei blieb. Manchmal erschienen diese Mas­ken auch in Gestall einer breitgeränberten Brllle, nur einen schmalen Streif des Gesichtes ver­bergend; feftgebalten wurden diese Masken durch eine im Innern angebrachte Kette^ die in eine Perle endete, die in den Mund genommen wurde, ober auch durch einen unten an der Maske an­gebrachten Stahlbügel, dessen Ende man zwischen den Zähnen hielt. Der Stahlbügel hatte vor der Perle noch den Borzug, daß durch ihn zugleich die Stirne verändert wurde. Solche Masken trugen die Herren hauptsächlich in ausgelassener Feststimmung oder bei Rendezvous; die vorneh­men Damen trugen sie aus der Strafte, bisweilen auch m Gesellschaften und legten sie des Rachts an, um dadurch die kosmetischen Mlltel aus dem Gesicht festzuhalten, die der Haut ihre Frische bewahren sollten.

3n Shakespeares Tagen durfte keine Dame ohne MaSke im Theater erscheinen, vornehme Damen wie Courti i an en verbargen sich in gleicher Weise unter diesen .nachtdunklen Schatten", und so geschah es, daft man die ehr­baren mit den unehrbaren Frauen verwechselte und daft überhaupt durch das Maskentragen eine Freiheit der Sitten entstand, die die Pu­ritaner entrüstete, lieber all eiferte man dagegen, und es wurden strenge Verbote des Masken­tragens erlassen. In Deutschland nannte der Prediger Messerschmied die Masken 1615 .teuflische Erfindungen"; Woschervsch spot­tet in seinem .Philander von Sittenwald": .Die häftlichen Gesichter zu verdecken, hat man die

MaSken und Dorschleier erdacht." Aber auch in der deutschen Frauen well blieb die MaSkc noch lange nach dem Dreiftigjährigen Äriea die grobe Mode. Ioh. Ehr. Wagensell empfiehlt sie noch gegen Ende deS 17. IahrhundertS mit folgenden Worten: .Wenn das Frauenzimmer in Frankreich geschwind auSgehen und sich nuht viel anziehen will, nimmt eS die MaSke über den Kops, hab nichts als die Augen heraus gucken. und geht so incognito; wenn aber ein Bekannter kömmt oder einer, dem sie afsection bezuger, wollen, nehmen sie die MaSke herunter."

In dem deutschen Modebrevier vom Anfang deS 18. Jahrhundert, dem . Frauenzimmer-Lexi­kon" wird die Maske raxft als im Gebrauch erwähnt:Ist ein von schwartzem oder anberm bunten Sarnnet nach dem Gesicht geschnittene uni zusammengepappte Forme, mit offenen Augen- Rasen- und Mundlöchern versehen, deren sich das Frauenzimmer aus benen Redouten oder Reisen und Spatziersa , wenn sie incognito gehen wollen, zur des Angesichts zu

bedienen pfleget und selbige eine von innen angeschlungene Koralle ober auch an einen durch - gesteckten Ring in dem Munde zu halten pfleget. Sie feftnb entweder mit Gold und Silber gestickt oder glatt Bald danach ist dann die MaSke aus der AlltagStracht der Dame für Immer ver­schwunden; sie erscheint in ihrem verführerischen Geheimnis nur noch bei Festen und Festspielen, wo sie die Erinnerung wachrust an jene ver­klungenen Tage, da die Mode der MaSke die Welt beherrschte.

^Dle Schwärze jener neidenSwerten Larven, Die "schöner Frauen Stirnen küssen, bringt In tat Sinn, day sie daS Schöne bergen." Diese r^orte deS liebeStrunkenen Romeo mögen viel- lncht auch jetzt wieder aut Faschingszeit ver- sLhrerischsi Schönen aus Maskenbällen zuge- Ifliftert Weichen; in Shakespeares Tagen aber rbetten 0« eine viel alltäglichere und selbstver- tländlichere Bedeutung alS heute, denn während unsere Damen die MaSke nur selten aus Kostüm- leflen anlegen, gehörte sie damals notwendig zur Slraftentoilektc der eleganten Frau. Damals hat >e MaSke im Reich der Mode eine geheimnis- faszinierende Rolle gespielt, d:e sie noch in festlichen Augenblicken des

Härter. Krieges viel Zuneigung und Bewunde- runfl bewahrt bat Der Abend verfehlte feinen Eindruck nicht. An kirchlichen Dachrich- ten ist auS unserer Gemeinde für das Iahr 1 924 folgendes zu berichten: Am heiligen Abendmahl nahmen 1387 Personen teil. Kirch­lich getraut wurden 10 Paare, getauft 21 Kinder, konfirmiert 28, 10 Personen wurden beerdigt. An milden Gaben für Dereine und Anstaltca cvang. christlicher LiebeStätigkcit wurden gefpen-- bet 380 Mark. An Kirchenkvllckten gingen ein 137 Mark. Opfer und Gaben für örtliche Zwecke betrugen 210 Mark, und sonstige freiwlllige Lei­stungen für kirchliche Zwecke beliefen sich auf 42 Mark. Die Gesamtsumme aller Gaben betrug somit im abgelaufenen Jahre 769 Mark.

Sk. Reiskirchen, 29. Jan. Heute fand im hiesigen Gemeindewald die erste Brenn - hvlzversteigerung statt. 3m Durchschnitt wurden recht fwh« Preise bezahlt. Es kosteten: Der Raummeter Buchcnscheit 1516 Mk.. Knüp pel 10-12 Ml., Stockholz 7-9 Mk.. Reisig 4 Raummeter 1012 Mk. Die Steigerer waren hauptsächlich solche Leute, die kein eigenes Fuhr­werk besitzen, während die Dauern ihren Bedarf an Brennholz in der Hauptsache in den weiter entfernten StaatSwaldungen decken.

Kreis Friedberg.

"2$. Bad-Rauheim, 28. 3an. Die Dark- all e e, neben den Dprubcstr daS marfanteftc Wahrzeichen Bad-Rauheims, ist durch ihre zwei iHmenrcibcn eine besondere Zierde unseres Da des und ein sehr beliebter Aufenthaltsort der Kurgäste geworden. In zwei Fällen sind In den vergangenen Iahren aber grobe Bäume ganz plötzlich gestürzt und haben groben Schaden au Gebäuden der bebauten Seite der Parkstrahe angerichtet, zum Glück kamen Menschenleben nicht zu Schaden. Don da ab sah man m den alten Bäumen eine grofte Gefahr, und man hat dahier damit angefangen, sie ihres gesamten Astwerkes zu berauben. Da sich die ersten Dersuche bewährt unb sich im letzten Sommer überall wieder grüner Ausschlag reichlich gezeigt hat, wurden nun in diesen Tagen sämtliche Ulmen derPark­er 11 e e .geköpft", unb jetzt stehen nur noch die kahlen Stammstrünke da, ein Bild, bat dem Rauheimer recht ungewohnt ist. Die oft rech! schwierigen und gefährlichen Arbeiten der Holz­arbeiter wurden von dem Publikum mit grobem Interesse verfolgt. Die Parkallee ist gegenwärtig ein grobes Holz- und Reisiglager. Am Teich­hause werden gegenwärtig umfangreidhe Er­neuerung^ und Jnftallationsarbeiten ausge­führt.

Sf. Friedberg. 29. Ian. Die heutige Stadtverordnetensitzung beschäftigte sich in erster Linie mit der geplanten Derle gung deS Predigerseminars von Friedberg nach Darmstadt. Der Bürger­meister verlaS eine (Singabe der Stadt an den Kirchentag, in welcher die Ditte ausgesprochen wird, der 'Verlegung nicht zuzustimmen. Die Ein­gabe wurde mit grober Mehrheit gutgeheiben. Zum DorstandSmitgliede derMufeumSge fellschaft, der nach den Satzungen eh Mitglied des StadtvorstandeS crngepören soll, wurde Beigeordneter Windecker an Stell«> deS ausgeschiedenen Beigeordneten Kühn ge­wählt. Die MuseumSgesellschast hat den Zweck die Bestrebungen deS Geschichte- und Altertums- Vereins und deS Museums zu fördern und durch Aufbringung der nötigen Geldmittel auch gröber( Ankäufe zu ermöglichen. Sie hat tn dieser Hin­sicht schon manche- Gute gewirkt. Stadtverord­neter Füller teilte noch mit, daß die neuen> geschaffte Motorspritze angekommen unb zur Zufriedenheit ausgefallen sei, eine Dorführung solle demnächst stattfinden.

am. S tammheim, 29. Ian. Die Dau« tätigfeit hat hier im vergangenen Jahre erfreulicherweise wieder begonnen. Auf der Strafte nach Staden stehen bereits zwei hübsche Häuser, welchen nur noch der Derputz fehlt Dor Weihnachten wurden sie bereits bewohnt In diesem Iahre sollen weitere Häuser an dieser Strafte erstellt werden, so daft dort ein ganz neucÄ Viertel entstehen wird.

Wisselsheim, 26. 3an. Dieser Tage hielt der vielerorts bekannte frühere Duren- kommandant Koos Jooste, der auf einer

unb eine einheitliche Außenpolitik treiben kann. Es gibt nur eine dauernde Rettung unseres Dol­les vor der französischen Durchdringung. Das ist eine feste Zentralgewalt. Dec einer Diel- beit können wohl Zeiten kommen, in denen be­stimmte Länder besser gepflegt werden als es sonst geschehen kann, aber die Geschichte der letz­ten Jahrhunderte hat gezeigt, daft die Schaffung der Zentralgewalt eine LÄrenSfrage ist. Die Schicksalsfrage für Deutschland lautet für uns. ob wir politisch und kulturell eine Proviaz deS welschen Rachbarlandes werden sollen, dem wir schon wirtschaftlicchen Tribut zollen und unter dessen Aussicht«- und Einmischungs recht wir schon heute stehen. Das deutsche Schicksal ist eine Frage der deutschen Kraft, eine Frage der Möglichkeit der Kraftkonzentratiou. Die Frage des Glaubens an unsere wirtschaftliche Kraft ist der Glaube an die Zukunft.

Frettu Dr. d. §ertli»g, die über das gleiche Thema sprach, vollendete den historischen Werdegang bis zur Reuzeit. Wir fömren dem Rheinland helfen durch das Fest­halten an der Reichsidee. Heber dem Parteiwesen kommt die duftere Politik zu kurz. Diese dreht sich heute in erster Linie darum, ob wir in dem lnsi arischen Kamps um den Rhein unser Ziel er­leiden bzw. das Ziel der Franzosen oerciieln Das kann uns nur gelingen, wenn wir über die Parteien hinweg und gerade durch die Arbeit der Parteien die Einigkeit erreichen. Die Par­teien müssen dafür eingestellt werden, daft sie den Kamps nicht stören, sondern daft sie für und in dem Kamps auch Mitarbeiten. DaS Rheinland ist zwar kein Schlachtfeld mehr, aber noch be­stehen die Ordonnanzen, die nach der Willkür der Franzosen jederzeit wieder angewandt werden können. Roch wird die öffentliche Meinung unter­drückt. Der einzige Gewinn ist, daft die Auswei­sungen nicht mehr vor sich gehen können, ohne daft das Opfer der Ausweisung gehört werden inuft. Aber eS fehlt das gerechte Gericht, denn der Kläger ist zugleich Richter. Das Rheinland hat nur eine Atempause erhallen. Es bleibt immer noch die Kulturpropaganda. Es bleibt die Möglichkeit, während der langen Jahre der Besetzung, die noch nidjt abzusehen sind, auf frieblidjcm Wege immer wieder zu ver ­suchen. die Bevölkerung an sich zu ziehen. Wtr müssen das Rheinland zu diesem Kamp stahlen und stärken. Denn es ist schwieriger, dieser friedlichen Durchdringung jahrzehntelang stand­zuhalten. als der brutalen Gewalt. Das Rhein­land darf nicht das Gefühl haben, twft es der Prügelknabe für Deutschland fein soll. Dann wird es gern für das Bat er land leiden bis zu der Epoche, die hinausführt in die Freiheit. Wir müssen uns vereinen mit dem Rheinland in einem stummen Trotz. Schuldlos tragen wir dies Un­glück. Wir tragen es mit ungebrochenem Mut und hocherhobenen Hauptes in dem Gefühl: die fremden Eroberer kommen und gehen, wir ge­horchen. aber wir bleiben stehen!

In der öffentlichen Abendversammlung sprach Frau M Döhnhosf, Md L, über

®le graue» unb bet Ruhrkampf*'.

Die Rednerin gab einen kurzen ileberbltd über die bekannten Tatsachen der Ruhrbesetzung vom 11. Januar 1923 ab unb schilderte den unheilvollen Einfluft, den ein Abschnüren deS RubrgebieteS von dem übrigen Deutschland haben mußte, wenn man bedenkt, daft wegen der Dichte der Bevölkerung (eS kommen hier 1500 Ein­wohner auf einen Quadratkilometer zu 127 im übrigen Deutschland) schon bei normalen Der- kehrsverhältnissen eine Zufuhr vvn Lebens­rnitteln grofte Schwiengkerten bereüet. Die Frauen, die sich einS fühllen mll dem Bolls» ganzen, eins in dem Willen zum Durchhalten in diesem verzweifelten Kampf, haben Ungeheueres geleistet, wenn man bedenkt, unter welch schwie­rigen Derhältnissen eine Hausfrau den täglichen Lebensunterhalt für ihre Familie beschaffen muftte, wie sie in steten seelischen Aengsten leben muftte vor ihren Unterdrückern. Hinzu kommt noch die durch die neue Besatzung aufs äufterfte gesteigerte Wohnungsnot und viele andere Be­drückungen und Sorgen. Diel wichtiger und wert­voller aber waren die Taten, die die Frauen durch ihre innere Organisationen, durch ihr heroi­sches Dorbikd und durch ihre Appelle an das un­besetzte Inland.unb das Ausland geleistet haben. Unb in der Tat ist es auch hauptsächlich unseren Frauen im Ruhrkampfe zu verdanken, daft der

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gesangvereins und tüchtiger auswärtiger Solisten ein Kirchenkonzert veranstaltet hatte, der sehr gute musikalische Leistungen bar* bot, vereinigte sich am gestrigen Sonntag mit ber hiesigen Sängervereinigung Ein­tracht Jugendkranz und dem P o- f a unen<6 o r Groften-Buseck (Leitung: Herr A. Kalbhenn jun.) der im vergangenen Jahre neugegrünbete hiesige Gemischte Chor unter Leitung seines Dirigenten K. Ri - kolai-Groften-Buseck zur Deranstaltung eines Kirchenkonzertes, bas namentlich in An­betracht bes erst kurzen Bestehens ber beiben letzten Dereine schon recht erfreuliche Leistungen ausweisen konnte. Um 8 Uhr sand bann im Ruhl- schen Saale ein stark besuchter Familien- abend statt, bei dem Ansprachen, Chöre und Musikstüae für Klavier unb Dioline abwechselten mit dem Dorirag von Gebichten unb mit kleinen Theaterstücken, in denen auch der jugendliche Frohsinn zu seinem Rechte kam. Die jungen Dar­steller entledigten sich ihrer Aufgabe mit an4 erkennenswerter Sicherheit und Gewandtheit. Es hat sich auch hierbei wieder einmal gezeigt, wie auch in unserer Jugend aus dem Lande mitunter ganz überraschende Talente vorhanden sind, die nur geweckt werden müssen, um sich gern und erfolgreich in den Dienst guter volkstümlicher Unterhaltung zu stellen.

Steinberg, 27. Jan. Am Samstag und Sonntag hielt der Gesangverein@in- tracht" in dem vollbesetzten Saale des Gast­wirts Dchmandt sein Wintervergnügen ab. Der 1. Vorsitzende wies in seiner BqrüftungS- ansprache auf die reiche Geschichte des Vereins hin, der jetzt 55 Jahre besteht, und hob bann die Bedeutung des deutschen Liedes für unser Dolkstum trefflich hervor. Unter der Leitung des bewährten Dirigenten Schöttler von ©teften brachte der Sängerchor gtöftere Chor- gefänge. Lieder usw. ausgezeichnet zum Dortrag, wofür der starke Beifall Der großen Zuhörer­schaft herzlichst dankte. Weiter wurden die Abende durch Theateraufführungen der verschie­densten Art in bester Weife ausgeschmückt unb mit lebhaftem Beifall belohnt. DieEintracht" kann mit dem Derlauf der Deranstattungen nach jeder Richtung hin sehr zufrieden sein.

iS. Steinbach, 29. Jan. Am Sonntag hielt Missionar M a u t e aus China, bet zur Zeit In Erholungsurlaub in Tübingen weilt, hier einen Lichtbildervortrag über China. In schönen, Haren Bildern zeigte er Typen der Chinesen, Landstriche unb Mislionsstationen, er­zählte von den Eigentümlichkeiten unb bem Götzendienste jener Rasse, die durch Handel unb Verkehr uns so viel näher gerückt ist, unsev Interesse aber auch durch die politischen Vor­gänge der letzten Monate stark in Anspruch

nimmt. Sein garwer Bartro, teer ften^nrngen vvn warmer Liebe zu jenem heidnischen Bolle,

unb nach dem ch

i-.i Gegenwart

:!>er Haupt ein Kampfziel unseres Volkes, ober dm dem Instinkt unb Den Lebensnotwendigkeiten bet gesamten Volk«mässe entsprechendes Ziel, bas wenigstens von ber geistig führenden Schicht crfjimt wird? Und sind wir bereit, uns diesem Arsamtziele unterzuordnen und ihm zu dienen? t-U Ausgabe deS Frauenausschusses kann nur ne Fragestellung nach der Möglichkeit dieses :e1amtzieleS sein. Der Kampf um Den Rhein ist Qt tn ein weit ungünstigeres Stadium einge- ten, aU es früher war. Frankreich hat durch ., Besitz der Brückenköpfe unb des Ruhrgebiets eatfchlanb so sehr tn der Hand, wie wir es nur ber Rapoleonifchen Zett erlebt haben. Es ist .«ater auf deutscher Seite die Uneinigkeit ber deutschen Stämme, das Widerstreben jegen die Zentralgewalt, die Schwächung dieser ^nxtlt, der Mangel an militärischer Macht und 'ori Fehlen eines gemeindeutschen BewufttseinS, tnübrenb auf ber Gegenseite der zentral geeinte

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I Gegen die ttriegsschuldlüge.

Politische Tchulungswoche in Darmstadt.

Am zweiten DerhcnrdlungStage sprach Frau

! . Wolf-München über:

Die loloiUle Schuldlüge.

( » gründet sich auf drei Behauptungen: 1- Dir i:ten die Eingeborenen miftftanbelt. 2. wir hätten c militarisiert unb den friedlichen Welthandel kiroht durch Errichtung von Stützpunkten für tlne Kriegsschiffe unb U-Boote, unb 3. wir tdren vollständig unfähig gewesen, zu koloni. ,rert Die Erhebungen unserer Feinde stutzen (1 auf die Mitteilungen eine« vollständig ehr- ich Individuums, eine« farbigen Betrüger«. >7 alt aemiingefährlich fd&ft von der ®ntente> :<nnrt ist. Er hat die Selber, die ihm die En- irte gegeben, unterschlagen und ist fluchtig ge- >rden. Tatsache dagegen ist, daft am 2 Febroar )19 117 Häuptlinge au« Kamerun eine Em- an ben König von Spanien genw.ajt haben, > der fte ihn baten, er moae doch feinen ganzen nfluft verwenden imb dafür sorgen, daft Ka» Utrun bei D eutschlanb bleibe. Am ) Mai 1919 wurde die gleiche Bitte an bert rr^oq von Mecklenburg gerichtet, unb schlieftlich 19. Juni wandten sich die Eingeborenen von »er»» an die Hationafoetfammlunq von Wei- alle« |u tun. um bei Deutschland bleiben bürfen. Gbscko Interessant ist da« llägliche efmii einer von England veranlaßten Abstim- mcng tx Deutsch-östasrila. Die abgege- nen Stimmen lauteten sämtlich für ^emtschlanö Äon einer Willtarisie- i ng tonn bei unseren früheren Kolonien nicht 5 p roch« werden. Südwest afrika hat überhaupt -ine Truppen gehabt. Deutschostafrika, ein Ge­bet doppelt so grob wie Deutschland, hatte 2500 rMgt Soldaten und 2140 Polizisten Sie waren rit alten Iägerbüchsen bewaffnet, und es gab Mn einziges mobeme« Geschütz. Man vergleiche tnmal damit die riesigen Kolonialarmeen, die ^«mkreich unb England unterhielten. Was nun l ßüge von der o r a a n i s a t or is ch e n Un« zhi gkelt Deutschland«, zu kolonMeren, rlangt, Je kann auf die Grfolge der deutschen Kolonisation htngewiesen werben. Die Einrich- uig von Dolksschulen, Fortbildungsschulen, > indwerterschulen, die Herstellung anerkannt rruchbarer Karten, bet vorzügliche Derwal- üigsapparat, die Urbarmachung des ilrtoalbe«, I« Anlage von Eisenbahnlinien, die Bekämpfung hi Seuchen, wie Cholera, Pocken, Schlafkrankheit, iwberpest usw., die uns namentlich die Liebe unb .jilneiguna der Farbiaen verschafft haben, und i? statistisch nachweisbare Ausfubrstclgerung eben eine beredte Sprache, ilnfere Feinde sam- ndn nun die Ernte unserer Mühen unb Opfer *t, m denen letzten Endes jeder deutsche Steuer» aftler indivekt beteiligt ist. Um den Böllern den ^iab der deutschen Kolonien glaubhaft, wahr­st einllch unb berechtigt erscheinen zu lassen, er- anöen unsere Feinde die Lüge von der deutschen .Insähigteit, zu kvionisteren.

Frau Dr. Ros« Kempf sprach zu dem rhema:

Der Kampf ** bce öe»tsche» Ahei».

, BorW

[ von 31

mw® m , Schaufel in fün

) Slufjüg. (13 Silbern'

. I von SldlUer. lmc

trobfen. wie ber Satiriker Estienne die ti(ber nicht gerade höflich nannte, wurden schon tarn al« durch eine anliegende HalbTnaske ersetzt.