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E schon lange oor °5 Sechchlliche Bedeuluna keine schriftlichen Urkunden ennims aus den Mblrelifen en- die anläßlich oon Aus- ren Umgebung unseres btu, 1,w°rden sind. Diese Funde ichkuß über die früheren $t. oaß bereits im Fahre 500 dt eine keltische Niederlassung daß in der ersten hülste d-° ■ Ehr. oben im Zipsenwck ebelung befand. Sie erzählen stark befestigten römische- hunneburgsfetd. Und br. mb über den Schrenzerberg Iwall, der Limes, fugt uns, Legionäre in ihrem unweit Oer Zeit wiederhergesiMen ■urm scharfen Ausguck nach nen Termanen-Tau hielten, die Aufdeckung von Straßen gnis dafür ab, daß hier schon ößere Niederlassungen waren, Lerkehr geherrscht hat. sturm unterlag der Röm. chten Speer und Schwert k > siedelten sich in der frui: len Trümmern der römijdr nächsten Jahrhundert, t tätige und fleißige Mm gründet. Sie erhielt, wie w :, den Namen BotinvU itino). Nach und nach vch ne Ottschaft, die mof)l m der : * ae ianden haben dürfte, as Dorf in die weltliche Lb> ünzenderg, später in die der u. Das Dors wurde besestigl> raängen umgeben, von denen esie vorhanden smd. Im mer iinn bann die Herrschaft an di 'unb diesen 1321 für das Dors Wt • dieselben Rechte, wiesieder zuerkannt worden woren. anb wie überall, so auch
gemeinsamen "opsbedeckung wegen d«°gn nnt, nieber;5em8bie schon bi- gliederten diesem. m w Durch ihre emsg & Untern^kS ö wirkt«' nSt? XerSben.^ ßcrmogen ju e™ j(e bl$ MEÄV * “? n|penÄaueber3abr^n
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Kleber am 13. Juli 1796. Mit der Burg ist leider auch das Bilbeler Archiv ein Raub der Flammen ge- werden.
Die Bevölkerung schloß sich in der Reforma- tionszeit allgemein dem neuen lutherischen Glauben an, wurde später zum größten Teil reformiert, bis am 7. Dezember 1823 die evangelische Union gegründet wurde. Die erste evangelische Kirche wurde im Jahre 1640 von einer Abteilung des „Gonzacischen Reitervolks" bis auf den Turm nicdergebrannt. Auf ihren Trümmern wurde dar heutige Kirchenschiff errichtet und 1697 vollendet. Der katholische Gottesdienst wurde zuerst wieder unter der Herrschaft von Kur-Mainz abgehalten und die Kirche 1716 von Kur-Mainz erbaut.
Bis zur Inbetriebnahme der Main-Weserbahn hatte sich Bllbel zu einem ansehnlichen und allgemein bekannten Verkehrs - Durchgangs- platz entwickelt. Es war zu einer Haupt-Etapven- ftation für die Fahrpost, Kaufleute, Privat- und Last- wagen auf der Stecke Gießen—Friedberg—Frankfurt geworden. Das Gastwirtsgcwerbc stand in hoher Blüte und bildete neben der Landwirtschaft und der Leistung von Borspanndicnsten einen Haupt- erwerbszweig der Bevölkerung. Rach Jnbetricb- nähme der Stockheimer Bahn ging der Fuhrwcrks- oerkehr noch mehr zurück. Die seitherigen Wirts- räume mußten in weitem Umfange anderen Zwecken dienstbar gemacht werden und die Bevölkerung zu anderen Berufen übergehen. Die Essig-, Branntwein- und Likörfabriken standen bis zum Kriegsausbruch und bis zur Errichtung des Branntweinmonopols in bester Entwicklung. Besonderen Ruhm unter diesen Erzeugnissen erlangte der noch heute weitbekannte Bilbeler Doppelkümmel. Bon der übrigen Industrie seien die Aepfelweinkeltereien, Müllereibetrieb, die Rudelsabrikation, die Kohlen- jäurewerke, die Portefeuilleindustrie und die Herstellung von Ringofensteinen erwähnt.
Don besonderer Bedeutung für Vilbel sind seine Mineral - und Heilquellen. Während das aus dem Hafsiafprudel, der Luisen- und Ludwigs- quelle sowie dem Elisabethenbrunnen gewonnene * Mineralwasser durch eine größere Anzahl Händler als Tafelwasser in den Handel gebracht wird, dient der Brodsche Sprudel als Heilquelle. Sachverständige stellen den Drodschen Sprudel gleich mit den kohlensäurehaltigsten Quellen des Kontinents. Im Jahre 1914 konnten bereits 8000 Bäder an Heilung- uchende verabfolgt werden. Die gasförmige Stahlen- äure der Quelle wird in dem. Frankfurter Kohlen- äurewerk der Gewerkschaft Wahle I komprimiert und vertrieben. Die Inhaber des Hassia-Sprudels haben ein gleiches Werk und eine Eisfabrik nach dem Kriege eröffnet.
Während des .Krieges hat auch in Vilbel der meliere wirtschaftliche Ausbau geruht. Die öffent- lichen Körperschaften hatten alle Hände voll zu tim, um die Rot zu mildern, die sich in .Kriegs- Zeiten in Ortschaften mit überwiegend werktätiger Bevölkerung herausstellte. Das gleiche trifft für Die Nachkriegszeit in noch erhvhtercm Maße zu. Zeit- roeilig waren 6—700 Erwerbslose und 3—400 Kurz- arbeitet vorhanden, so daß mit deren Familienangehörigen und den Klein- und Sozialrentnern über zeitweise ß der Bevölkerung auf die öffent- liche Fürsorge angewiesen waren. Lebendig steht mir heute noch ein Bild aus der großen Notzeit vor Augen, das ich nie vergessen kann. Bei der Einführung der Sozial- und Kleinrentnerunterstützung konnten einige verschämte Arme, die durch die Inflation ihre Lebensmöglichkeiten eingebüßt hatten, es nicht über sich gewinnen, die öffentliche Fürsorge, auf die sie einen Rechtsanspruch hatten, anzugehen. Als die Leute belehrt wurden, das; es keine Armenunterstützung sei, die ihnen gewährt werden sollte, lehnten sie trotzdem mit Tränen in den Augen mit den Worten ab: „Wir wollen nichts von der Gemeinde." Sie wurden mit dem Rat entlassen, später wiederzukommen, wenn es nicht mehr gehe. Einer dieser Leute, ein über 70 Jahre alter Mann, nahm sich einige Tage später das Leben. Die Tat war ein Ausfluß falscher Scham, aber sie war ein Zeichen dsr damaligen Zeit unb spricht Bände über das seelische Empfinden der Personen, die ihre sichere Existenz durch die Inflation verloren hatten und nun aus der allgemeinen Fürsorge leben sollten und muhten. Die Arbeiislosen wurden 1923/'24 größtenteils durch Notstandsarbeiten beschäftigt, dadurch wurden viele Kulturarbeiten ausgeführt, die sonst vorläufig unmöglich gewesen wären. Daneben wurde in den letzten Jahren zu der bereits bc- stehenden Wasser- und Gasversorgungsanlage während der Inflationszeit das Ortsnetz der elektrischen Lichtanlage und mehrere Wohnhäuser erbaut, nach der Stabilisierung der Mark das Städtische Krankenhaus und Realschule mit Zentralheizung versehe» und neu renoviert, die Höhere Bürgerschule zur Realschule um- und ausgebaut und der Wohnungsbau wesentlich gefördert. Zum 1. Aügust 1925 waren zwanzig Dreizimmerwohnungen bezugsfertig und weitere acht dürften bis zum 1. November 1925 zu beziehen sein, wozu noch ein Beamtenhaus mit 6 Wohnungen kommt.
Bllbel Hot sich, nachdem das .Kreisamt im Jahre 1874 aufgehoben und Dilbel mit Umgebung dem Kreis Friedberg angegliedert wurde, mit der in- dustriellen Entwicklung Frankfurts au einem Dorortstädtchen herausgebildet, dessen Interessen aufs engste mit Frankfurt a. M. verbunden sind. Es hatte im Jahre 1800: 1200, 1850: 2800 und jetzt 5778 Einwohner, die sich aus 2882 weiblichen und 2896 männlichen Personen zusammensetzen. Vilbels Grundbesitz umfaßt 4174 hessische Morgen mit rund 800 Morgen Stadtwald, der in allen Teilen schön angelegt und von gepflegten Wegen durchzogen ist.
Verantwortlich für den Textteil: Dr. Fr. W. Lange und E. Blumschein, für den Anzeigenteil: H. Iüstel, Druck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, sämtlich in Gießen.
Die Federzeichnungen fertigte Maler Sigurd Lange- Dedekam. Ausgabetag: 31. Oktober 1925.
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Zwölftes Blatt_____________________
kleinen Museum zu sehen ist. Der Landgraf starb kinderlos. Butzbach fiel wieder an Heffen-Darm- stadt zurück. Bis zum Jahre 1741 wurde das Schloß von Mitgliedern der Darmstädter Linie bewohnt. Dann stand es bis zum Jahre 1804, in welchem es in eine Kaserne umgebaut wurde, leer.
Wer eine kurze Schilderung Butzbacher Geschichte schreibt, bet kann an der Person des kühnen, edles Recht, Freiheit und Menschenwürde ersehnenden Dichters und Rektors Friedrich Ludwig Wei- big nicht oorübergehen. Weidig lebte im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts. Er war einer von den Vorkämpfern für deutsche Einheit und Freiheit. Die Butzbacher Schule wurde unter feiner Leitung eine wahre Musteranftalt. Aus ihr gingen charakterfeste Menschen hervor, tüchtige, gediegene Meister aller Gewerbe wurden in ihr erzogen. Weidig wurde in den Reaktionsjahren wegen angeblicher staatsfeindlicher Gesinnung in Unter- fuchungshaft genommen, aus der er nicht mehr lebend herauskam. Es wurde vermutet, daß er, durch feine Gegner zur Verzweiflung getrieben, sich selbst umgebracht habe. Sein Gedächtnis lebt heute noch fort. Droben auf der Schrenzerhöhe zeugt ein von ehemaligen Schülern gepflanzter Gedächtnishain von Weidigs unvergeßlichem Wirken und Streben.
Die Sturmzeiten der 40er Jahre des vorigen Jahrhunderts gingen auch an Butzbach nicht spurlos vorüber, manch freiheitsliebender Butzbacher mußte seine Heimatstadt oerlasien, um in der neuen Welt ein Heim zu suchen. Es kamen die Jahre 1866 und 1H70. Aus dem längst in eine Kaserne um- gewandelten schönen Schloß zogen die Cheveau- leger, die späteren Dragoner, und in ihren Reihen manch Butzbacher Sohn mit hinaus ins Feld, um für des Vaterlandes Ruhm und Ehre zu kämpfen. Die Gründung des neuen Deutschen Reiches wurde von den allzeit vaterländisch gesinnten Butzbachern froh begrüßt. An dem darauffolgenden Aufschwung nahm auch Butzbach Anteil
Werfen wir hier einen Blick zurück auf die Entwicklung Butzbachs in wirtschaftlicher Beziehung, so finden wir, daß sich in dem ursprünglich ackerbautreibenden Städtchen schon frühzeitig die Gewerbe entwickelten. Hauptsächlich waren es die Zünfte, und insbesondere hier die Wollweberzunft, die wesentlich zu dem Emporblühen der Stadt mit beitrugen. Als dann in späterer Zeit die Wollweberei zurückging, nahm die Leder- und Leimindustrie sowie die Strumpfwirkerei und Färberei zu. Man konnte freilich nur von kleineren Betrieben reden. Einen bedeutenden Aufschwung hat jedoch die von alters her vorhandene Lederindustrie genommen .Neuzeitliche Hilfsmaschinen und Einrichtungen haben wesentlich zu diesem Aufschwung beigetraaen. Jedoch wird in den hiesigen Gerbereien nodi nach alter und erprobter Weise die Gerbung des Leders mit Eichenlohe durchgeführt und ein erstklassiges Fabrikat erzeugt. Leistungsfähige Schuhfabriken sind als natürliche Folge entstanden, deren Erzeugnisse sich des besten Rufs erfreuen.
An Hand der fast lückenlos noch vorhandenen Steuerliften läßt sich durch das ganze Mittelalter hindurch eine Einwohnerzahl von rund 2000 Seelen feftfteUen. Erst feit Anfang des vorigen Jahrhunderts ist eine langsame Steigerung der Einwohnerzahl bemerkbar. Zieht man hierbei lediglich das letzte Vier- ieljahrhundert in Betracht, fo ergibt sich für dieses eine ganz erhebliche Steigerung. Bet der Bolkszäh- lung in 1902 wurden 3943, bei der in 1925 5253 Einwohner festgestellt. Entsprechend der Steigerung der Bevölkerungsziffer wuchs auch die Zahl der Haushaltungen und der Gebäude. Waren 1902 nur 615 Haushaltungen und 402 Wohngebäude vorhanden, fo flieg die Zahl in 1925 auf 1181 Haushaltungen und 685 Wohnhäuser. Geht man den Ursachen nach, so ist zunächst festzustellen, daß die allgemeinwirtschaftliche Lage sich stetig besserte, was zur Folge hatte, daß die hier ansässigen Industrien, wie die Leder-, Leimleder- und Schuh-Industrie sich wesentlich vergrößerten, daß die Kalkwerke, die chemische Wäscherei und Färberei sowie die Farben- fabrik ihre Betriebe erweiterten, daß weiterhin neue Maschinen-, Papierwaren-, Nudel- und Kon- seroen-Fabriken entstanden. Eine Nebenbahnlinie wurde durch das Wettertal gebaut, die einige Jahre später ihr Netz durch Zweiglinien vergrößerte und mit zur Hebung des Verkehrs beitrug. Abgesehen hiervon trugen aber auch die schöne und gesunde Sage, der nahe, auf schattiger Allee leicht erreichbare Wald um Alt-Butzbach, die Bedeutung Butz, bachs als Garnisonort, und die neuzeitlichen Errungenschaften, wie Wasserleituna, Kanalisation und elektrische Beleuchtung, die bereits anfangs dieses Jahrhunderts ausgeführt und eingerichtet wurden, wesentlich zur Hebung und Förderung bei. Alle diese Errungenschaften und ein anerkannt gutes Bildungswesen, bestehend aus einer Realschule, die in jüngster Zeit in eine Oberrealschule umgewandelt wurde, einer neuzeitlich ausgebauten Stadtschule mit fremdsprachlichem und Haushaltungs-Unterricht, unb einer guten Fortbildungsschule sowie einer landwirtschaftlichen Schn haben wohl auch die Ansiedlungsfreudigkeit auswärtiger Kreise angeregt und in den letzten zwei Jahrzehnten jenseits der Dahn eine hübsche Gartenstadt erstehen lassen, die fid) bis zum Wald hinaufzieht.
Diese friedliche stetig aufwärtsstrebende Entwicklung ward durch den Weltkrieg jäh unterbrochen. Wenn die Kriegstrompete zu gerechtem Kampf aufruft, hallt ihr Klang in aller Herzen wieder. Es erwacht nicht nur der Haß und die Empörung über den Friedensstörer, sondern aud) die Liebe, nicht die sehnende, hoffende, sondern die Liebe, die dem Nächsten helfen, die ihn trösten und die seine Nöte lindern will. Wie überall, so traten auch hier Frauen und Männer ohne Unterschied der Stellung, der politischen unb religiösen Anschauung zusammen, um den Nöten bes Krieges zu steuern, zu Helten und zu wirken, soweit dies möglich war. Unter Mithilfe des Alice-Frauenoereins und des Roten Kreuzes wurden eine Kinderkrippe, eine Volksküche, eine Näh- und Flickftube eingerichtet. Drei Hilfslazarette entstanden und eine Freiwillige Sanitätskolonne trat in Tätigkeit.
_________________(Siebener Anzeiger «
Die Revolution ging auch hier nicht spurlos Darüber. Radikale Umzüge in den Straßen fanden mehrfach statt, dank der besonnenen Haltung der Bllrgerschast verliefen jedoch alle ohne weitere Folgen. Allmählich beruhigte unb besonn man sich. Es galt den Nöten ber Nachkriegszeit zu steuern. Um dem Wohnungsmangel abzuhelfen, würbe neben ber bereits bestehenden Eigenheimbaugenoffenschaft eine neue Baugenossenschaft gegründet. Die Stadtverwaltung gina mit gutem Beispiel voran und baute eine größere Anzahl Wohnhäuser, die an Kriegerwitwen und Kriegsbeschädigte abgegeben wurden. Auch einige größere Firmen, wie Stumpf & Sohn unb insbefonbere die Meguin A. G., erstellten zur Unterbringung ihrer Angehörigen eine Anzahl Häuser. Letztgenannte Firma, welche ihren Sitz im Saargebiet in Dillingen hatte, mußte, um ihre Tätigkeit in alter Form aufrecht erhalten zu können, nach Friedensschluß ihren Sitz aus wirtschaftlichen unb politischen Grünben in das unbesetzte Gebiet verlegen. Sie trat an unsere Stadtverwaltung heran, und diese stellte ihr aus wohlerwogenen Gründen ein größeres Gelände zur Verfügung. Im Jahre 1919 wurde nordwestlich der Stadt, an der Straße nach Gießen, der Grundstein zu den neuen Fabrikanlagen gelegt. Da, wo früher Aecker und Wiesen waren, erheben sich heute riesige Fabrikhallen, mit den neuzeitlichsten Maschinen ausgerüstet.
Auch die Stadtverwaltung blieb nicht müßig. Sie richtete, um den Nöten der Nachkriegszeit zu steuern, ein besonderes Wohlfahrtsamt ein. Sie gliederte, um zukünftig eine einheitliche Bauweise in ber Gemarkung burchsühren zu können, ber Stabt- ocrroaltung ein besonderes Stadtbauamt an. Die Städteordnung wurde beantragt und wurde am 1. Oktober d. Js. unter einem kürzlich gewählten Berufsbürgermeister eingeführt. Möge cs diesem gelingen, das wieder aufstrebende Gemeinwesen aus den derzeitigen Nöten heraus einer besseren Zukunft entgegenzuführen.
Aus der Geschichte Vilbels.
Von Bürgermeister N e ch t h i c n, Vilbel.
Die Gemarkung Vilbel hat schon vor unserer heutigen Zeitrechnung den Menschen als Niederlassung gedient. Der mächtige Germanenstamm der Chatten bewohnte nach dem römischen Geschichts- sck)reiber Tacitus die Wetterau, roorauf heute noch einige Ortsnamen Hinweisen. Erst zur Zeit ber Römerherrschaft, als die Holzhütten ber Germanen durch feste Bauten ersetzt wurden und auf den Höhen des benachbarten Taunus kunstvolle
Jubiläums-Ausgabe______________
Festen und Burgen entstanden, trat auch Vilbel mehr in den Vordergrund der Geschichte. U. a. lieferten damals die Bilbeler Steinbrüche auch die Steine, die zur Erbauung der bekannten „Saalburg" verwendet wurden. Wenn auch der Name Vilbel fälschlicherweise öfters von „Villa bella", d. h. „die fd)öne Villa", abgeleitet wird — nach Ur- künden aus dem 7. und 8. Jahrhundert lautete der Name Vilbels damals „Felwile" oder „Detweiler" und muß hiernach alemannischen Ursprungs sein —, so steht doch fest, daß Vilbel nicht nur eine römische Niederlassung, sondern ein größerer Flecken und Herrensitz mar, wofür die zahlreichen Funde aus der Römerzeit sprechen. Hier sei nur auf den beim Bau der Main-Weser-Bahn ausgegrabenen Mo- saikboden hingewiesen, der sich heute im Museum zu Darmstadt befindet und eines der schönsten unb wertvollsten Kunstschätze dieses Museums aus vergangener Zeit darstellt. Der Boden war ohne Zweifel ein Bestandteil eines römischen Luxusbades. Die Römer wurden von den zu dem Bund der Alemannen zusammengeschlossenen Germanenstämmen aus ber Gegend vertrieben. Aber auch den Alemannen gelang es nicht, in den eroberten Gebieten seßhaft zu werden. Die früheren Bewohner, die Chatten, verdrängten sie im Verein mit den Franken aus ihren Wohnstätten unb nahmen nach 400 Jahren wieber Besitz von ihren ursprünglichen Nieberlasiungen.
Auch die nun folgende Zeit brachte der Bevölkerung Vilbels keine Rübe. In buntem Wechsel stand es bis zum Jahre 1816, als Vilbel zu Hessen- Darmstadt kam, unter der Herrschaft der Herren von Münzenberg, Hanau, Faltenstein, Eppstein, Königstein, Stolbera-Königstein und Kur-Mainz. Sechs Jahre lang herrschten sogar zwei Herren über Vilbel, die von Falkenstein-Hanau bzw. Kur-Mainz.
Das R i 11 e r g e s ch l e ch t „von Vilbel", das sich wohl aus einer Wildhuberfamilie, die in dem damaligen Wildbann „Dreieid)", zu dem Vilbel ge- hörte, seßhaft war, herausgebildet hat, läßt sich in der Geschichte von 1143 bis ins 16. Jahrhundert verfolgen. Der Bekannteste unter den Rittern von Vilbel ist Bechtram, der nach einem stürmischen, bewegten Lebenswandel als Raubritter durch den Rat der Stadt Frankfurt a. M. zum Tode verurteilt und am 27. August 1420, auf dem sogenannten „Schütt" in Frankfurt mit seinen beiden .Knechten hingerichtet wurde. Die Burg Vilbel wurde zweimal zerstört. Das erstemal waren es die Herren von Falkenstein-Münzenberg, am 18. Juni 1399, und das zweitemal, nachdem Werner von Falkenstein die Burg 1414 durch Frondienste der benachbarten Dörfer wieder aufgebaut, der französische General
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