Ausgabe 
29.8.1925
 
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Nr. 202 Drittes Blatt

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oderhessen)

Samstag, 29. August 1925

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der

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Möbel

.Ei jo."

Wie machen Sie denn das?"

..Ei, fe mache'-, wäi die Leu' annerschwo aach. brcnfe Schnaps unn Däier unn esse Käsebrut

»ilnn wovon lewe Sc dann?", fragte Hanauer verwundert.

»Don trockenem Drvt unn Kaffee."

»Unn wovon noch sonst?"'

»Don sonst nix", lachte der Gefragte.

spruch erhoben, ohne damit durchzudringen. Die Dorzugsrente bedeutet oh

Jünger findet und ihr selbst in ruhigen, ab­gelegenen Dörfchen Heim- und Pflegestätten ge­schaffen werden, das verspürt der 3. Bezirk, dem im letzten Jahre der TurnvereinJahn", ^Inter-Schmitten und neuerdings der Turnverein Cichelsachsen beitrat. Um nun der Einwohnerschaft die Schönheit des Iahn- schen Turnens zu zeigen, um zu werben für die Sache und die Deutsche Turnerschaft, trafen sich am vergangenen Sonntag verschiedene Vereine des 3. Bezirkes in Eichelsachsen und zeigten unter der Leitung von Bezirls-Tumwart Zeschkh- Schotten, was deutsches Turnen ist. An Reck und Darren zeigten die Turner aus Merkenfrih, Schotten, Unter-Schmitten und Ridda. von den kleinsten Öugenbtumem bis zu den Besten im Gau. schöne Leistungen. Gemeinsame Freiübungen vereinten sie, die gut durchgeführt wurden. Äls

Ans dem 3. Bezirk im Hessenturngan D- T. Daß die Iahnsche Turnkunst noch

Drei kämpf: Weitsprung 3,25,2 Meter; 100- Meter-Lauf, 1713 Sek.; Kugelstoßen (15 Pfd.), 3,57,5 Meter. Frauenturnen, Dreikampf: 50-Meter-Lauf, 97 Sek.; Weitsprung, 21 Meter; Kugelstoßen (5 Pfd.), 812 Meter. Kyaben - Dreikampf: 100-Meter-Lauf, 18 bis 14 Sek.;

Bierkampf: 100-Meter-Lauf, 1612 Sek.; Weit sprung, 4,26,2 Meter; Kugelstoßen (10 Kg), bis 9,4Meter; Stabhoch, 23Meter. Zöglir

»So. feil is hier ze Land net Mode," bekam er zu hören,aber no wos wolle se bann?

..Eie verzeihe." sagte der Hanauer,ich stamm' aus erc ziemlich korzlewig Familie unn da Hot mer aner aus Vilwel in Sachsehause er­zählt, hier im Ort dähde die Leut so alt werrn unn do wollt ich cmol frage, wie dos die Leut mache dähde unn wos es dadefor for e Middel gab. Wie alt sinn S i e dann zem Beischbiel?"

»Ich sein im zwaundachzigste". vernahm er daraus.

decken Zwischen Lauterbach uni> besagtem Dorle war niemand auf der Landstraste zu sehen als ein altes Käseweibchen, dasauf dem Kopfe einen bemalten Korb trug, dessen Inhalt es wehte gerade Nordwind sich dem einsamen Wanderer schon von weitem verriet.

Guten Tag. Frauchen." so redete er leut­selig die Alte an.wie geht's?"

Gi gaut"

Und er frug die Alte weiter, die ein Gesicht hatte, wie der Kern einer Walnuß zur Weih­nachtszeit aussieht: »Ist es beim wahr, daß hier bei Euch die Leute so alt werden 7

bitterlich. Auf dem viereckten Tische stand, tot« drüben, ein leeres Glas und zwischen den trtrt Beinen etliche Krüge.

Verzeihe Se. wo's is los? Warum weine Se bann, littoer Mann? Es iS Ihne hosfendüch doch nix baffiert?

Mir net, awwer mei'm ahle Grohvadderk Uff den muß ich doch uffbasse unn do is er mir doch vorhin brauste des Dreppche enuimer gefalle unn der ahld Mann liegt eht im Bett unn autscht so arg.

Ihr Grostvadder?? Ei lebt der berat noch? Wie alt sind Sie denn?"

Ich sein eht im siwwenunachtzigste. met* lietoer Mann."

Der Hanauer sperrte Mund und Aase auf.

Ei, wie alt is bann Ihne Ihr Grostvad- ber?" fragte er stutzig.

Dos kann ich Ihne mit bem beste Wille net sage. Er is häi (hier) blöhlich aner von de älbftc Leu. Awwer wann S.es genau wisse wolle, bann gehn Se enrol enibb in s ParrhauS; uns Parmer ber kann« Ihne nochschlage, der Hot mein Grvhvabber selwiges Mol gebaufbl"

Jetzt würbe es denn doch unserem Hanauer zu stark unb er merkte, bah ihm die beiden Alten einen ganz gewaltigen Bären ausbinden wollten. Er ging von bannen.

»Schicke Se uns bah Id en annem her", rief ihm ber Erstbesuchte lachend durchs offene Fenster nach

Am OrtsauSgang las unser Hanauer: Filial­dorf Uzhausen.

Da wußte er genug unb er begriff, weshalb ihn bet dürre Barbier in den Vogelsberg ge­schickt hatte.

»Ei. es is doch net ze glatoe! Des mer von trockenem Brod unn Kaffee so ahld werd, hätt ich net for meglich gehahle. Gicbts denn hier im Derfche wirklich noch mehr so ahle Leut, wie der Dilweler gesogt Hot?" fragte der Be­sucher immer weiter

Dos will ich mahne, do driwwe immer ber Ortsschbraß driwwc. do mohnt mei Brurer, ber is etzenb sechsenachzig ahlb und schbield noch die Kinnsinagd. Besuche Se en doch emohl, ber merb sich freue.

Der Hanauer bedankte sich für bic freund­liche Aufnahme unb ging hinüber inS Aach- barhaus.

Er blieb einen Augenblick vor einem Trepp­chen stehen, bas vom Hausgange unmittelbar in die Wohnstube führte, aus ber ein starke- Schluch­zen an sein Ohr drang. Das Wernen eines Kinbes ober einer 'Frau konnte bas nicht sein. Eo ging er beim über besagtes Treppchen zur Türe hinein unb traf dort einen älteren, breit­schulterigen Mann an. Der meinte anscheinend

zicht auf das Auslosungsrecht eine Derzinsung oeS alten Anleihekapitals in Höhe von 2 Pro­zent. bei Verzicht auf das Auslosungsrecht eine Derzinsung von 21/? Prozent, bei einem Gläu­biger von über 60 Jahren, der auf das Aus- losungSrecht verzichtet, von 3 Prozent mit der Höchstgrenze von 800 bzm. 960 bzw. 1200 Mk. Don diesem Verzicht auf das Auslosungsrecht werden allerdings voraussichtlich nur solche Kleinrentner Gebrauch machen, die ohne An­gehörige leben, denen sie die Anleihepapiere hinterlassen möchten. Der Verzicht auf das AuslofungSrecht bedeutet in diesem Falle ge­wissermaßen Hergabe des Kapitals zur Errei­chung einer höheren Leibrente Die Höhe der Vorzugsrente richtet sich allein nach der Höhe des nachzuweisenden Vermögens an Anleihen, nicht nach sozialen Bedürfnissen. Die Vorzugs­rente, über die eine auf den Damen des Gläu­bigers lautende Urkunde ausgestellt wird, ist eben eine Art Rente oder Zinsleistung des Staates auf ihm geliehene« Kapital und nicht eine Maßnahme sozialer Fürsorge. Sie bedeutet eine Rückkehr der Rentner in den Kreis der selbständigen Existenzen, eine Scheidung von der Fürsorge. Auch die Auszahlung der Vorzugs­rente soll durch besondere Reichsstellen unb nicht durch die Wohlfahrtsämter erfolgen, so daß der Eharakter des Almosens hier sortfällt. Der Rentner erhält vielmehr in der Dorzugsrente einen, wenn auch nur geringen Zinssatz für seine Anleihepapiere.

Dun ist aber die Zahlung ber Dorzugsrente an die Bedürftigkeit des Anleihe- b e s i h c r s gebunden, d. h. an bem Dachweis, baß fein Jahreseinkommen den Betrag von 800 Mk. nicht übersteigt, wobei Renten der Reichsversiche-

Schläfzimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, Küchen- und Einzelmöbel, Slahldrnht- und Auslage-Matratzen, Chaiselongues, Diwans, Klubmöbel (eigener Werkstatt). Beste Qualität. Billigste Preise. Teilzahlung gestattet.

rung, Versorgungvbezüge der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen und ähnliche Leistun­gen außer Ansatz bleiben. »Dachmeis der De- dürstigkeit . das hat für die Rentner einen peinlichen und bitteren Beigeschmack. In Kreiser, der Kleinrentner besteht bic Besürchrung. daß dieser Dachwei- der Bedürftigkeil sie wieder auf Gnade und Ungnade der Beurteilung der Wohlfahrtsämter ausliefem mürbe. Demgegen­über ist auf bic Begründung der Regierungs­vorlage zu verweilen, wonach die Bedürstigteit sich in erster Linie nach bem Einkommen des Rentners zu richten bat und die Feststellung der Dürftigkeit in möglichst einfacher Weise erfolgen soll, ohne daß in die persönlichen Verhältnisse des Antragstellers näher eingebrungen wird. Dieser letzte Punkt ist von befonberer Bedeu­tung. weil die Kleinrentner mit Recht bei Durch­setzung des Rechtsanspruches das Dachsorlchen in ihren persönlichen Verhältnissen als peinlich emp- sinden. DaS Gesetz sieht ausdrücklich bei Rent- nem über 60 Jahre keine weitere Dach- Prüfung und in andern Fällen eine Dach­prüfung erst 5 Jahre nach dem Beginn der Dorzugsrente vor. Es muß erwartet werden, daß sowohl die Ausführungsbestimmungen zur VorzugSrente als auch die praktische Hand­habung durch die mit der Ausführung betrau­ten Behörde^ sich fern halten von engherziger Bureaukratie und den Geist großzügigen Ver­ständnisses atmen für die besondere Lage dieser Kreise des Mittelstandes, die dem Täter- lande ihr Hab und Gut geopsert haben.

Man hat geschäht, daß unter der Wirkung der beiden Aufwertungsgesetze etwa 20 bis 25 Prozent der Kleinrenter aus der Fürsorge aus­scheiden und ihre selbständige Eristenz zurück­gewinnen. Die dadurch in der Fürsorge erspar­ten Mittel müssen restlos dazu verwandt werden, um d i e heute ganz unzureichenden Renten der in der Fürsorge verblei­benden Rentner entsprechend zu er­höhen. Weiter dürfen den Rentnern mit den steigenden Mieten nicht neue Belastungen auf- etlegt weiden. Völlige Befreiung von der HauSzins st euer ist eine Dotwendigkeit.

Ganz ungelöst lassen die Aufwertungsgesehe bic Frage ber Versorgung ber zahlreichen Klein- rentner, bic unter Zwang oder in bitterster Dot ihre Anleihepapiere verkauft haben, um von dem Erlös ihr Leben zu fristen. Die Re- ?ierung hat sich hier trotz allen Drängens zu einerlei besonderen Maßnahmen verstanden, vielmehr diese Rentner auf die Fürsorge verwicfen. die aber doch al« eine Leistung der Entschädigungspflicht des Reiches nicht an­gesehen werden kann. Die Frage ist noch nicht abgeschlossen. Alle Freunde des Rentner- standes müssen nunmehr ein besonderes Gesetz zur Entschädigung der Kleinrentner erstreben.

Bczirksvcrtrcter T umer Wolf. Unicr-dynitten» noch einige Worte gesprochen, bie mitrissen unb begeisterten unb so recht angetan waren, sür unsere Sache bie Aelteren unb Eltern zu ge­winnen. ba leuchteDn bie Augen, unb frohe Turnerlieber unb Daterlank-sweisen ver'chönten bie Zeit bes Zusammensein« mit ben Eichel- sachsener Turnbrüdern. Möge bem jungen Be­zirksverein ein reges Vereins'.eben befchreben sein unb feine Arbeit sei fruchtdringenb für untere Turnsache unb unsere Heimat.

Wcrbcschwinimscft in Marburg.

Die alljährlich veransta 'e.e am vergangenen Sonntag ber Gießener 2 chto immve rein ein Werbefest Diesmal in Gestalt eine« Klub- zweikampse. gegen ben Kasseler S. D. von 1898 in Marburg. Der 'Bestich des Feste- von feiten des Marburger Publikums war sehr gut. Die Abwickelung ber Rennen ging glatt von statten unb mit großem Interesse verfolgten die Zu­schauer bic spannenden Känrpse. In schwimmeri- scher Beziehung könne hießen die meisten Erfolge bucken. Gießen führte 39:42 Punkte. Die mit Ersatz spielende Dai crballmannschaft von Gießen mußte sich von Kassel 3:1 geschlagen be­kennen. ebenso verlor die Iugeabinannschast. bie ihr erstes Spiel au«trug. 2 0. Dadurch konnte Kassel mit 47 46 Punkte ben Klubkamps ge­winnen. Die Gründung eines Schwimmvereins in Marburg ist in die Wege geleitet unb dadurch ist bem Werbcsest ein voller Erfolg beschickten.

Tchw inni-Lättderkampf Deutschland Lchweiz.

Heule unb morgen findet im Franks urtev Schwimmstadion der Länberkainpf im Schwim­men zwischen Deutschland unb berSchweiz statt. Die deutsche Mannschaft ist zum größten Teil aus Schwimmern von Süd- unb Dest- beutschlanb zusammengestellt. Dach ben biSheri- gen Leistungen der Schweizer, die übrigens nur ein Hallenbad in St. (Sillen besitzen, wo ihnen Gelegenheit zum Wintertraining gegeben ist, dürfte mit einem Siege Deutschland« zu rechnen sein. Als Füllwcttkämpfc für den Länderkamps veranstaltet ber Gau I < Frankfurt), Kreis V des Deutschen Schwimm verbände« ein G a u j u g e n d s ch w i >n m f e st, zu dem recht zahlreiche Meldungen eingegangen sind. Hieran nimmt auch der Gießener Schwimm ver- c i n mit seiner gesamten Iugcndmannschaft. welch« in letzter Zeit gute Fortschritte gemacht hat, teil. Russische Huverlässiqkeitsfahrt 1925.

Dach mehrfacher Verschiebung des «Start- beginn- hat die Russische ZuverlassigkeitSfahrt, welche von Leningrad über Moskau nach Tisli« und von dort wieder zurück nach 'Moskau geht, am 18. August in Leningrad ihren Anfang ge­nommen. Am Donnerstag trafen bie in verschie­dene Gruppen eingeteilten Fahrzeuge nach einer anstrengenden Sturm- unb Regenfahrt In Mos­kau ein. In einzelnen Gruppen ereigneten sich einige schwere Unfälle mit erheblichen Defekter, besonders bei den Amerikanern. Es wurden viel Federbrüche verzeichnet. Die Stoewer-Mann- schaft, welche mit drei -Personenwaaen

bie Fahrt mitmacht, berichtet von solchen Un­fällen, welche sich in ihrer Kolonne ereigneten. Die brei hellblauen Stoewerwagen haben sich glänzend bewährt und haben bie Strecke bis Moskau mit einem Stundendurchschnitt von 50 bis 60 Kilometer strafpunktfrei zurückgelegt. Die Weiterfahrt der verschiedenen Kolonnen aus Moskau ist auf Sonntag, den 23Augusi. fest­gesetzt. Die nächste Etappe wird voraussichtlich Tula, ca. 180 Kilometer südlich von Moskau, fein.

Turnen, Sport unb Spiel. (Erfolge des Turngaues Hesse» beim Rhöttturne« auf der Wasserkuppe.

<£ Die Wassersuppe, die nun schon seit Wochen wieder der Mittelpunkt des Rhönsegelflugs ist, er­lebte durch das 19. Rhönturnfest eine begrüßens­werte Abwechslung. Alle Vorkehrungen waren ge­troffen, um den Wettkampf deutscher Turner wür­dig zu gestalten. Der bekannte Segelflieger Mar­tens hatte Heuer erstmalig die Platzvoroereitungen übernommen und die weiten Hallen seiner Schule in hochherziger Weise zur Verfügung gestellt. Son­derzüge, viele Hundert von Personen- und Last­kraftwagen, ungezählte Motor- und Fahrräder brachten die Teilnehmer und Zuschauer heran. Don allen Seiten strömten die Menschen dem Gipfel des Berges zu. Auch durch Vorführung von Schau­slügen war für Unterhaltung gesorgt. Das Fest nahm einen wohlgelungenen sportlichen Verlauf.

Als Wettkampfübungen waren in diesem Jahr vorgeschrieben: Turner-Oberstufe:

Die ahle Leu' von Uzhausen.

Eine Vogelsberger Schnurre von Franz Gros.

(Rachdruck verboten.)

Im ganzen Vogelsberg lügt niemanb. Das geschieht nur rings um ihn herum. Diese« schicke ich zum besseren Verständnis für diese wahre unwahre Geschichte voraus.

Kam da eines Tages ein dürrer Barbier von Vilbel, bem ber Schalk hinter ben Ohren saß. unb ber von sich unb seinem Ötanbe zu sagen pflegte, baß er den Leutentiefer in ben Hals sehe al« alle Doktoren zusammen genommen in einer Sachsen Häuser Aepfclwein kneipe mit einem zusammen, der fürchtete, dick zu werden, unb bab zu ft erben, unb der deshalb alltäglich stark dem Hohenastheimer zusprach. Der Furchtsame stammte nicht au« Sachsenhausen selbst, sondern au« Hanau, und da gerade am Stammtisch der be­sagten Wirtschaft,Zum goldene Bembel" hieß sie, die Rede davon war, daß derAeppelwei" lebensverlängemd wirke, erzählte unser dürrer Barbier so nebenbei, im Vogelsberg dicht bei Lauterbach liege ein Ort, in bem gebe es bie ältesten Leute auf weit und breit. Uralt würden sie dort. Ihr Mittel, wie sie das fertig brächten, verrieten sie aber nicht.

Die Hanauer gelten als leichtgläubig. Und der Unfrige war es besonders. In seinem Glau­ben. daß er srüh sterben müsse, lieh er sich von unserem Dilbeler Auf- und Abschneider bic Lage des besagten Ortes genau beschreiben, um schon tags darauf über Lauterbach in den Vogelsberg zu fahren, von wo aus er auf Schuster« Rappen dem Dorfe, wo die Leute so alt werden, in hoffnungssroher Erwartung -ustreben. Dort glaubte er endlich daS wahre Lebenselixier zu ent-

Ernst Rau

Telephon 958 Walltorstr. 87

Kleinrentner und Aufwertung.

Don Direktorin Dr. Matz, M. d. R.

Dachbcm bie Auswirkungen ber Qlufrocr- tungsgesetze sich in ruhiger Betrachtung über­blicken lassen, ziehen bic einzelnen beteiligten Kreise bas Ergebnis für ihre besondere Lage. Die in allen Gläubiger- unb Eparerkreiscn, so hat die Auswertungsgcschgebung auch bei ben Kleinrentnern Enttäuschung ausgelöft. Es bars auch vom Standpunkt ber Freunde bes Rentner- stanbes nicht verkannt werben, bah bie beiden Aufwertungsgesetze gegenüber den übrigen Gläu­bigern und Sparern ben Rentnern immerhin wesentliche Begünstigungen unb Bevorrcchtun- gen bieten. Im Gesetz über bie Hypotheken­auswertung wirb sich neben ber Zurück­legung be« Ruckwirlungstermins bie Ausdeh­nung ber Möglichkeit einer individuellen Auswertung auf weitere Einzelfälle nach § 10 für die Äleinreritner günstig auswirken, wenn auch der Wunsch bc« Rentnerbunbes, bei ber Rückzahlung ber Hypotheken auf die Verhält­nisse be« Gläubigers besondere Rücksicht zu neh­men, keine Verwirklichung gefunden hat. In bem Gesetz über Ablösung ber öffent­lichen Anleihen war angesichts ber be­grenzten Mittel, die daS Reich für die Auf­wertung zur Verfügung stellen konnte, die Art ber Verteilung dieser Mittel von außerordent­licher Bedeutung. Die Gliederung der Reichs- aläubigcr in Alt- unb Deubesiher unb bie be­sondere Berücksichtigung bc« RentnerstandeS durch die Dorzugsrente bedeutet eine Regelung m erster Linie nach wohlsahrtspolitischen Ge­sichtspunkten und ist al« eine ben Verhältnissen der Rentner besonders angepaßte Lösung an­zusehen.

Verschiedene Besserungen gegenüber der ur» sprünalichen Regierungsvorlage sind in der zähen hartnäckigen Arbeit des Ausschusses noch er­reicht worben, so die Ausdehnung der Vorzugs­rente auf bie bedürftigen Besitzer aller Reichsanleihen gegenüber bem ursprüng­lichen Plan ber Regierung, nur die Besitzer von Kriegsanleihen $u bedenken, sodann die Erhöhung der Bedürstigkettsgrenzc von 600 auf 800 Mk.. die Erhöhung der Höchstgrenze der Vorzugsrente von 600 bzw. 900 auf 800 bzw. 1200 Mk.. weiter bie Sicherung der völligen Steuerfreiheit der Vorzugsrente unb die Erhöhung des bei Festsetzung der Unterstützungen össentlich-recht- licher Art frei zu lassenden Betrages von 180 auf 270 Mk. Gegen die Freilassung jedweden Betrages hat der Reichsrat schärfsten Wider-

dazau." Lachend ging hie Alte ihres Weges fürbaß.

Als unser Hanauer endlich um bic Mittags­zeit an das erste Haus des aesuchten Dorfes kam es hatte uraltes Balkenwerk unb blinde Fensterscheiben klopfte er nach feiner Städter- art höflich an die Haustüre. Da niemand öffnete, drückte er auf die Klinke und trat ein. In ber Stube linker Hand traf er einen Mann von guter Gestalt mit vollem, leicht ergrautem Haupt­haar. Er hatte ein faltenloses Gesicht unb rote Wangen, ging in ber Stube auf unb ab und rauchte eine lange Pfeife. Auf dem Tische stand einViertclchesglaS" unb in ber Ecke zwischen bem Bett und einem reich geschnitzten Kleiderschrank etliche Flalchcn.

,.Do. wos gibt'«? fragte er ben Hanauer.

Dieser machte eine Verbeugung und sprach: Entschuldige Se. daß ich hier einbring, atoer ich hatt a'geklopst. unn da sich niemand gemelbt hatt, war ich so frei unn bin eigetrete.

Weitsprung. 2,24,2 Meter, Kugelstoßen (5 Pfd ), 59 Meter.

Der Dreikampf der Altersturner, der von den Turnern feit Jahren geiordert wird, sand noch nicht statt. Er soll aber im nächsten Jahr bestimmt in den Tumplan eingcglicderi werden.

Eine besondere Aufmerksamkeit erwies die neue Heimatzeitschrist ..R h ö n E ch o" allen Siegern insofern, als ste ihnen ein Freiabonnement auf ein holdes Jahr cinraumtc unter gleich^itiger (üewäh rung einer kostenlosen Versicherung auf Unfall unb Sterbsoll für diesen Zeitraum.

Der <9au Hessen, der durch das Gießener Kreis- tumiest sehr stark in Anspruch genommen war. war in diesem Jahre nicht so stark wie jrüber an den Wettkämpfen beteiligt. Nachstehend oernssentlichen wir seine Erfolge. Wir geben in lebet Stufe apd) ben ersten Sieger an.

Turner-Ober st ufe (47 Bewerber, 29 Sie­ger): 1. Sieg I. Dauter, Tgrn. Fulda, 82 Punkte, 14. Hermann Möller, Tv. Lauterbach, .'>8; 16. Hch. Stein, Tv. Lauterbach. 56 P.

Unter ft ufe (240 Bewerber, 195 Sieger» 1. W. Engel, To. Hausen (Frankfurt), 91 Punkte. 5. Hch. Lang, To. Kirchhain, 80; 8. Hch. ttankel, Tv. Kirchhain, 77; 9. E. Römer, To. Kirchhain, 76; 12. Hch. Diehl, Tv. Kirchhain, 72; 14. Will). Heinz, Tv. Riebcr-Wcisel, 70; 2o. Hans Schneider, T. u. Spv. Butzbach, 64; 21. Karl Jost, Tv. Lauterbach, 63; 23. A. Depperling. To. Münchholzhausen. 61; 25. L. Flach, Tv. Lauterbach, 59; 27. Hch. Gürnbel, Tv. Lützellinden, 57; 28. Herman Kühne, Tv. Lau­terbach. Richard Greb, T. u. Spv. Butzbach, Walter Schmidt, To, Alsfeld, 56; 30. Ernst Schmidt, To. Lützellinden, K. Seibert, Tv. Kirchhain, 54; 34. P. Schneider, To. Münchholzhausen, 50; 37. Eduard Wenzel, To. Lützellinden. 47; 38. Otto Ester, Tv. Rieder Weisel, 46; 41. Karl Fink, Tv. Lauterbach, Karl Greh, Tv. Lauterbach, 43 Punkte.

Beachtenswert erscheint uns, besonders in der Unterstufe, die große Anzahl der Sieger, die mit Ueberpunkten die mögliche Höchstpunktzahl weit überschritten haben. So konnte der erste Sieger der Unterstufe allein 31 Ueberpunkte sich buchen lasten, an jedem Gerät also durchschnittlich 10 Ueberpunkte. Auch unter den Siegern aus dem Gau Hessen be­finden sich einige, die eine hohe Zahl von Heber- punkten erreicht haben, ein Beweis für den guten Turniport, der auf der Rhön in diesem Jahre ge­boten wurde.

Knaben (100 Teilnehmer, 43 Sieger): 1. F. Ortwein, Tv. Hattenhausen, 76; 4. Hans Haub, Tv. Rieder.Weisel, 72; 5. Karl Dorsch, T. u. Spo. Butz- bad), 69; 6. Heinz Griesseller, T. u. Spv. Butzbach, 68; Heinz Reigelhuih, To. Rieder-Weisel, 65; 8. W. Sommerlab, To. Münchholzhausen, 64; 10. Hch. Reigelhuth, Rieder-Weisel, 60; 11. Gg. Mandler, Tv. Rieder-Weisel, 58 Punkte.

Frauen (70 Bewerber, 24 Sieger): 1. Erna Strohmeier, Tv. Homburg v. b. H., 68; 13. Elli Langbein, T. u. Spo. Butzbach, 46 Punkte.

Mit zusammen 30 Siegen hat unser Gau Hessen also auch beim Rhönturnen einen schönen Gesamt­erfolg errungen. Als Kampfrichter war aus bem Gougebiet K. Th. Helfenbein, der alte Lauterbacher Turnerführer, tätig.

Den Staatswanderpreis erhielt Turn­verein Homburg v. d. H. mit der 4mal 100-Meter- Staffel der Oberstufe in 514 Sek. Den Schüler- Wanderpreis holte sich der Gymnasial-Turn- verein Hersfeld.

Kirche unb Schule.

B. Der Evangelische Bund in Hessen hält seine diesjährige Hauptversammlung am 57. September im rheinhessischen Alzey ab. Deutsch-cvangclisch, ein Bekenntnis für dich, deine Familie, dein Volk" ist die Losung, unter der die Tagung stehen soll. Heber diese Themata werden in einer großen Volksversammlung am Sonntagnachmittag sprechen: Studienrat Dr. Avemarie - Darmstadt. Oberschulrat Dr. M ot s app-Stuttgart und Psr. von der Heydt- Düsseldorf. Für die Abgeordneten- und Mit­gliederversammlung am Montag, dem 7. Sept., sind zwei Vortrage vorgesehen:Wir Evan­gelischen und das öffentliche Leben" von Studien­direktor Fahrenhorst-Spandau, undWaS

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