Ausgabe 
29.1.1925
 
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Donnerstag, T. Zamar 1925

Siehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Nr. 24 Zweites Blatt

Die Bekämpfung der Schuldlüge

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tavia, die ein Freund mir bezeichnet, aufzusuchen. ES toar das brennende Verlangen nach dem finn- betörenden Duft des Rauches, den ich so oft in. Ehina gespürt. Hier auf Iava war das Halten einer Opiumhöhle bei hoher Strafe verboten, so muhte der Raum denn versteckt gehalten werden. Rur einige Eingeweihte wissen darum. So befahl ich denn dem stoischen Orang Mas auf dem Killschbock. mich nach Batavia zu fahren. ES war eine magisch helle Mondnacht. Hohe schlanke Palmen standen stumm am Wege und warfen wunderliche Schatten. , , .

Kurz vor dem mir bezeichneten Hause m einer vollkommenen menschenleeren Gasse stieg ich aus dem offenen Wagen, fertigte den Iavancn ab, lieh ihn erst einmal fortfahren und ging dann rasch auf das Opiumhaus zu. Es war ein etwas zurückliegender alter Steinbau aus der Zeit des □roßen Daendels, von außen anzusehen wie einer der ..Godowns", der Warenmagazme dieser Ort- schäft. Die Tür lag im Schatten. Ich klopfte auf besondere Weise, indem ich dreimal kurz hinter- einander zwei Schläge gegen die Tür tat. Sie öffnete sich, nachdem ich die berühmten senden" Schritte hier tatsächlich vernahm. Wie ich vermutete, war es ein Chinese in Pan­toffeln. welche der Gelbe gern tragt. Dieser, em Mann mit schart geschnittenem Gesicht, hielt eine Art Oellämpchen in der dürren Hand. ,£Hmta Rvko Kataß". sagte ich wie es mir als Parole angegeben. Der andere sagte nichts, lieh mich jedoch sofort weiter vortreten.

Die Tür fiel ins Schloß. Der Gelbe, noran- schrcilend. füljrtc mich nun durch einen auffaUenö langen, beinahe kühlen Gang nach hinten. Dann öffnete er eine hölzerne Falltür welche im Futz- boden eines fahlen. viereckigen Raumes an­gebracht war. und stieg eine steile, jedoch durch­aus nicht wacklige oder knarrende Treppe mit

von dieser Defensive aus gegen diesen Vorwurf vorzugehen, um der Welt und auch Teilen des deutschen Volke« klar zu machm. daß unser Land zwischen den zwei groß'n Verbündeten Rußland und Frankreich so gefährd ll war. daß ein alter

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Rechtfertigung de« alten Regimes, um die Wie- deraufiichtung der Monarchie, sondern die Ärieg«- schuld ift eine Frage, von deren Lösung daS Wohl und Wehe auch jeden Arbeitet» kindeS ab hangt. Auch die Lüge von deutschen ®rcuelialen wäyrend de« Krieges entbehrt jeder Grundlage. Sie diente nur dazu, die ganze Welt auf den unbezwingbaren deutschen Riesen zu hetzen. Was uns not tut, ist das Heranreifen eine« an Leib und Seele gesunden, durch Arbeit und Opfer geläuterten Geschlechts. Das Schick­sal des deutschen Dolles wird nicht auf dem Schlachtfeld entschieden, sondern in unS selbst bestimmt. Gegen den militärischen. wirtschaft­lichen und politischen Zusammenbruch Hilst feine Versassungssorm, kein Parteiprogramm, keine Phrase von übernationaler Gemeinschaft. Welt­demokratie und Gleichheit. Rur eine geistige Wiedergeburt, nur der Sieg des Deutschtums, selbstlose Liebe und Treue zum Dolksganzen ton­nen Helsen. Deutsche Männer und Frauen! Schreibt euch in eure Herzen ein da« Wort des Arbeiterdichters Karl Fröhlich.

ES zu erhalten und zu gestalten. Deutsch­land stirbt nicht!"

Frau Tiara Wende. M. d.R.. sprach bann über die Behandlung der KriegSschuldsrage.

In der Opiumhöhle.

Don John F r c c m a n.

Die Vorstellung, welche die meisten Menschen non einer Oprumhöhle haben, ist gewiß falsch, denn so oft man auch diese Bezeichnung in aben­teuerlichen Büchern findet, ist dieselbefern vom Schuß", denn die Verfasser derartiger Geschichten find fast nie in einer Opiumhöhle gewesen. Solch eine Opiumhöhle ist denn auch selten das, was wir unter einer Höhle verstehen, sondern häufig ein regelrechter Raum von einiger Ausdehnung gelegen hn Erdgeschoß an der Straße. Dies ist der Fall in jenen Ortschaften Oftafien«, wo das Opiuntrauchen nicht mit Strafe bedroht ist. Als ich di-' erste derartige Opiumhöhle besuchte, er­blickte ich eigentlich nichts als Schläfer, die auf CQZattcn lagen, indes andere rauchten. Am Ein­gang hockte ein steinalter Chinese mit spärlichem Kinnbart hinter einem kleinen rotgestrichenen Ladentisch. Das verschrumpelte Männchen er­suchte mich knurrend, zehn (mexikanische) Dollar­cents zu entrichten.

Jahre später, als ich sutn zweiten Male quer oder vielmehr längs durch die Wunder- insel Iava fußr, blieb ich einige Zell in Batavia. Ick wohnte in dem etwas höher gelegenen Stadt­teil, der Welloreden heißt und einer Gartenstadt gleicht, wohingegen das alte Batavia nach dem Vorbild der alten niederländischen Städte an­gelegt wurde. Man findet dort noch allertumliche Steinbauten, welche jetzt als Lagerhäuler der tropischen Produkte verwandt werden.

Obwohl ich selbst dem Oviumteusel bislang keinerlei Opfer gebracht hatte, so erfaßte mich eines späten Abends. als ich von einer ..VuN , einer Festlichkeit, nach Hause suhr. ein un- bezwingliches Verlangen, die Oviumhöhle in Ba-

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mit hinab. Diese Treppe war nur kurz, sie hatte vielleicht sieben Stufen. Wir wandten uns um eine Ecke. Hier siel mein Auge auf einen großen, teuflisch bemalten, fratzenhaften Götzen. Vor die­sem blieb mein stummer Führer stehen. Ich weiß nicht, ob er einen Knopf gedrückt hat, oder in welcher Weise er sich mit dem Götzen zu schaffen machte, denn das unsichere Licht der fleinen Oel- lampe verbarg vieles. Jedenfalls schob sich die Göhenfigur wie von innerer Kraft getrieben um mehr denn Armlänge zur Selle und - ich blickte in einen dämmerigen Raum, der hinter der Figur lag. Scheinbar war niemand dann. Doch da näherte sich unhörbar und rasch ein Mensch, ein Chinese in gelbem Seidengewand, indes mein Begleiter einen dünneren schwarzen Kittel trug. Der Chinese redete mich höflich auf Holländisch an. indem er lächelnd tagte:Körnt binnen, Mynheer." Angesichts der großen Heim­lichkeit all des Bisherigen bereute ich meinen nächtlichen Gang etwai. denn ich sagte mir, daß man sein Leben nicht so verspielen soll, wie cs. hier leicht geschehen könnte. .

Doch diese Regung wich. Wer in Asien ist, muß mit Asien leben. Immerhin icder faßt diesen Fall anders auf.

Das Dämmerige Gemach war ein Dorraum. Cine Tür führte in den Rebenraum. Dicker Qualm lag in Der Luft, jener erregende be­rauschende Dust des OpiumS. Dort lagen Men- schon aus Matten aus dünnem, chenisischem Ge­flecht am Boden, andere sah ich auf langen Rohrstühlen ausgestreckt. Die Atmosphäre war zum Ersticken. Die Decke war niedrig. Petroleum­lampen, jene alten Kronen früherer Zell, ßtngen hier und da von Der Decke und warfen ihren - etlichen Schimmer auf graue Rauchschwaden. Dem dicken Chinefen. der an Der Tur vor einem tun Den schweren Tisch im Singaporestuhl un-

Glauben zu Diesem Land, erhalten und zu gestalten sind wir gesandt. Mögen wir sterben, unseren Erbeii gilt Dann Die Pflicht.

der über

denDersailler Vertrag.

Das deutsche Volk empfindet mit vollem Recht Den Inhalt und Geist des Diktats als in schreiendem Widerspruch zu den Erwartungen stehend, nut denen es demFrieden der Gerechtig­keit" entgrgengesehen hatte, sowie zu den Ver­sprechungen imd Abmachungen des Waffensti'.l- standes. Diese Widersprüche sind Inhalt des Rotenwechsels zwischen der deutschen Abordnung unter Graf Brockdorff-Rantzau und Der Entente. Die Deutschen ve fochten Den Standpunkt. Daß Die Grundsätze des Wilsonprogramms verletzt und Die Versprechungen auf einen Frieden Der Gerechtig-

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mir mehrtägigen Ausschließungen bestraft wur- den Die übrigen Mllglieder Der Opposition haben, mit geringen Ausnahmen. daS LvS ihrer ausgeschlossenen Genossen freiwillig geteilt und sind Den Sitzungen Der Rationalversammlung fett- bex ebenfalls fern geblieben. In dem Derart ent- ftanDencn Runip'parlament W ird: dann seitei'S der MehrheilSpartei Die für Die geictzgebcrtiDen Derhaod'.ungen und insbescrdere für Den Schutz Der Minderheitsrechte so überaus wichtige neue Geschäftsordnung mit Der größten CeelcnrutM verbandelt und rasch genug angenommen Dann vertagte sich daS HauS und man gab sich (Xi Hoffnung hin. daß die l^l'ch-frohl.che Weih­nachtszeit auch hier Wandel schaffen werde. SS kam aber anders. Das akute t^rlamentarische Liebel vertiefte fich zu einer chronischen Krankheit. Die Bauernregel, nach Der Die Zeit Der beste Arzt ist. hat sich diesmal nicht bewahrt.

Infolge des stillen Widerstandes deS soge­nannten Linksblocks scheinen die Singe eine Der­artige Entwicklung nehmen zu wollen, daß der parlamentarische Frieden nur durch grundsätzliche Zugeständnisse der Regierung wird bcrgdteUt werden können. Die Opposition ist nanrltch fest entschlossen, aus der ihr auferlegten doppelten Maßregelung politisches Kapital zu fchlll* aen und verkündet klipp und klar, daß ohne Gewährung deS allgemein n c n und geheimen Wah 1 re ch t e S von ihrer Rückkehr ins Parlament keine Rede sein könne. lind hierin wird man ihr nicht Unrecht geben können. 5>citn konnte ein ideales Mahi- recht bisher auch weder entdeckt, noch erfunden werden, so steht doch soviel fest, daß ohne dis geheime Abstimmung der unversallchte Volks- Witte nicht zum Ausdruck zu [omnicn Dcrrnag. «Iso auch kein gesunder Parlamentarismus denk­bar ist. Der neue Wahlrechtsgesetzentwurf deS Grafen.Bethlen soll im Wesen feiner daraus bezüglichen Verordnung angepaßt sein. ES ver­lautet j'dock. daß Detblen zu gewissen Zugeständ­nissen bereit sei. Ramentlich soll für die Mit- glieder der Mehrheit die Stettungnahrne für Die offene oder geheime Wahl frcigeftcllt. also nicht zur Parteifragc gemacht werden. 5erner soll im besten Falle den Orten mit geordneten Stadf- Dcrlretungcn und den industriellen Mlltelpimkten die g. Heime Wihl ^gebilligt werden. DteS scheint allerdings geschickt ausgettügelt denn m den übrigen ausschlaggebenden ländlichen Bezirken wäre immerhin noch genügend Raum fürfreies

Watten" geboten. ... . _

Verschiedene Anzeichen sprechen dafür, daß die Stimmung in d^r Mehrheitspartei auch keine einheitliche ist. Die nüchternen und Weller ausschauenden Mitglieder beninnen pun einzu- sehen daß das durch die Geschäftsordnung zwar berechtigte, jedoch attzufcharfe Vorgehen deS Dor- fitzenden weder zeitgemäß, noch zweckmäßig war. Sie denken mit einem gewissen Unbehagen daran, Daß Die VerhanDlungen über so schwerwiegende Probleme, wie Der erste StaatSvovanschlag in Goldwährung, die Wahlrechtsvorlage und d»c Reform des Oberhauses, ohne Mitwirkung der Opposition erledigt werden sollen. Qlnbcpe wieder meinen, daß man sich über daS störrische Ver­halten der Opposition nicht weiter aufzuregon brauche, denn sie werde über kurz oder lang. Doch klein beigeben. Daß Diese parlamentartschk Zerfahrenheit auch der Regierung unbequem und unerwünscht ist, geht schon auS den Annäherungs­versuchen deS Vorsitzenden deS Hauses Diese Bemühungen waren aber vergebens Rach eifolglofcm Herumtasten läßi jetzt die Regierungs­partei wohl in Übereinstimmung nut ihrem Oberhaupt, erklären. Daß Der erste Schritt nun- mehr von Der anderen Seite erfolgen muffe. In Der Öffentlichkeit ist wiederholt Der verführerische Gedanke ausgetaucht, Graf Apponyi möge Die Ausgleichsverhandlungen in Die Hand nehmen. Die erste Boraussetzung dieser vielverlprechenden Lösung des parlamentarischen Knäuels, nämlich das daraus bezügliche Ansuchen beider Parteien ist jedoch bis jetzt nicht erfolgt.

Alle Bemühungen haben sich bisher als eitel erwiesen. Dem Grasen Bethlen scheint diese Tal-

mit her Kriegsschuld beschäftigt, ist nicht etwa daS Ergebnis einwandfreier ilntcrfud)ungcn, son­dern lediglich der brutale Ausdruck des Wll- lenS der Sieger. Den Deutschen unausführ­bare Lasten auszubürden, um Deutschland un­fähig zu machen, sich jemals wieder aus seiner Riederlage zum Widerstand oder zur Konkurrenz auf Dem Weltmärkte zu erheben. Man will uns das Lebensmark aussaugen. Aber noch lebt Der Deutsche Zorn. Er wird eine Bolks- betoegimg entfachen ähnlich Der. Die vor fünf Iahren Die Feinde in Der AuslieferungSfrage Hum Rückzug zwang. Roch leben Das Deutsche Ehrgefühl, Deutsches Volks- unD Vaterlands- bctoußttein. Richt Deutschland. fonDern die En- IcnlcDölter werdeir über kurzem auf Der An­klagebank sitzen, wenn man in Berlin von Den verfügbaren Unterlagen Den rechten Gebrauch macht, ohne nach Dem Geschrei Der Linksparteien \u fragen. Hier hanDelt es sich nicht um die

Die politische Lage in Ungarn.

Von unserem Budapester F. K. Mitarbeiter.

Wenn zwei einander gegenüberstehende poll- tische Parteien sich auf ihr vermeintliches Recht versteifen, Der politische Karren beiDer sich in einer Sackgasse grünDlich verfährt unD kerne Den Rückzug antreten will. Dann muß nottoenDigcr- weise eine verzwickte Lage entstehen, Deren Ent­wirrung stets schwieriger wird. Der Teist Der Zerklüftung vcr-pslanzt sich auS der Gesell- schast in das politische Leben und umgekehrt. Um die Triebfedern dieser auf Die Dauer un­haltbaren ZustänDe zu begreifen, muß man etwas weiter zurückgreifen. Es ist wohl fchon cm Monat her. Daß in einer traurig-DenttourDigen Sitzung Der ungarischen Rationalversammlung etwa em Dutzend oppositioneller Abgeordneter infolge an­dauernder Widerspenstigkeit auf Anordnung des Vorsitzenden mit Gewalt entfernt und überdies

beweglich faß, zahlte ich fünf Gulden. Darauf händigte er mir eine Pfeife mit plattem Kops, ein Töpschen mit schwarzer oder schwarzbrauner

Salbe", ein Metallstäbchen und ein kleines offenes Licht Ich nahm die Utensilien, tat. als ob ich ein alter Kunde, schritt durch Den Raum nach hinten, sand ein leeres Lager unD. ohne Die Geräte zu besehen, legte ich mich nieder. Schweigend blickte ich in Den Rebel. Dicht neben mir lag ein Iavane in guter KleiDung mit IciDcncm Kopstuch. Rie sah ich einen solchen Aus- Druck von körperlichem Zerfall, als in Diesem Gesicht. Er war wohl aus Dem Opiumrausch er­wacht. Die Augen blickten starr unD glasig, er erschien wie ein Paralytiker. Die Wangen namen­los tnochig, eingefallen. Rur von lederner Haut überzogen. Die Lippe hing schlapp, willenlos herab. GebcnD tot. Siner Drüben stöhnte im Schlaf. Ein paar Der Besucher. Darunter ein Mischling, zwei Chinesen unD ein Europäer rauchten gcraDc. Das Einziehen Des RaucheS aus Der Pfeise Hang wie ein röchelnDeS Schlürfen) Einige Chinesen lagen wie tot am BoDen. Starr. Wehe, wenn sie erwachten. Den kurzen Augen­blicken seligen Vergessens, süßen sinnberauschen- Dcn Traumes in ParaDieseswonnen folgt tage* langes Elend; bleiern die Glieder, schwer der Kopf, erlahmt Der Wille. Das EnDe ist Ruin? Des Körpers. Dcs Geistes. Der Seele.

Ungehindert verließ ich Diesen Raum, Diese wahrhaste Opiumhöhle. Es war bereits Heller Tag. und Die Sonne Der Tropen stanD heiß im Zen ich. Ich war Drunten cinqed)lafcn und er­wachte trotz Des Rauches Dieser Höhle nm leichten ©licDcrn und frohem Sinn UnD Das ist immerhin etwas, wenn man einen solchen Keller Des Lasters verläßt.

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kommen mußte. Daß Der Angriff Die b« stc VerteiDigung ist Denn wenn wir hatten warten wollen, bis Die F Inde bei uns mngo brachen waren, wäre unsere Lage lehr sch.imm gewesen. Auch Die Verletzung der Reutrali töt Belgiens spricht sch inbar ggn uns. England und Deutschland waren die Rachbarn Belgiens, und die Belgier wußten genau tote die Franzosen, daß Der französische Gene- ralftab ebenfalls einen Durchzugsplan Durch Belgien gefaßt hatte. Was aber für Den fran° zöfifchen (Seneralftab keinen Borwurf bcDaUet, Darf auch kein Vorwurf gegen Die Deutschen sein. Wir müssen auch zur Ossenswo übergehen. Wir müssen vor allem Die Behauptung bekämp­fen, wir hätten Die zerstörten Gebiete Ror df rankreichs nicht aufbauen wollen. Wir haben sie angeboten, aber man hat Drüben unsere Hilfe abgelehnt.

Rachmittags sprach Dr. Emmy Doigllan-

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30. Januar

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Garten am Hamm und er Acker aus dem Mrunaö- berg ,u oerf. Nah.

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NsslkilM billig zu Dtrleitien. Näh. fnk@dd)Orti* fteileöjyLJ^ 30i l |Udl.

feil gebrochen« seien. Die Entente beharrte Da- i gegen Darauf. Der oorgelcgtc Frieden enllpr eiche Den Grundsätzen Der Gerechtigkeit unD dem Wil- soiiprogramm. Es stellt sich hevauS. daß in Deutschland und Der Entente beiderseitig Der Begriff der _Gerechtigkeit" ein fundamental verschiedener ist und cS enthilllt sich Die ganze Furchtbarkeit des Mißverständnisses über O'ii zu erwartendenFrieden der Gerechtigkeit . Wir müssen erkennen, daß das Dcktat ProDukl der Geheimverträge ist. die schon 1915 und die folgenden Iahre unter den Ententemllgliedern abgeschlossen wurden, und von Denen Wilson, wie sich berauSgcftellt hat. keine Ahnung hatte. In Diesen "Verträgen toirD Die Welt verteilt. wirD Deutsch land verlleinert und vcrstückelt ohne icdc moralische Bedenken. Andererseits ist der Vertrag Die Aussührung Der Antwort. Die 1916 Die En- teilte auf Wilsons Vermlltlungsangebot gegeben batte. Sie ist Der Ansicht, daß es unmöglich ist. bereits heute einen Frieden zu erzielen, welcher ihr Die Wiedergutmachungen. Rückerstattungen und Bürgschasten sichert, auf welche sie em Recht hat infolge des Angriffs, für welchen die Mlltel- mäch'.c die Verantwortung tragen.

Zum Dritten ist Versailles zum guten Teil Vrvd 'kt Des SchlagwortkriegeS. Der gegen Deutschland geführt wurde. In Der Ideologie, mit Der Die Entente sich und ihren Völkern gegen­über den Krieg. ..Gewalt ohne Grenzen und ohne Ende" umnebelte, der Krieg wurde für Die Grundsätze d.s Rechts und der Gerechtigkeit gegen Deutschland als die Verkörperung des bösen Prin­zips Des Kncges, Der Gewalt, geführt, und sem Ziel war ein Frieden, der nicht nur diesen Krieg, sondern alle Krieg« beenden sollte, ein Dauer- sriede der Gerechtiglett. Was aber letzten Gndes die Enteille unter Recht versteht, sprach sie in der Mantelnote aus. Der Vertrag sei seinem ..Grundwesen" nach Darum ein Rechts- fricDe, weil er einen ehrlichen unD bewußten Versuch Darstelle, seine Herrschast deS Rechts. qcgrünDct auf Der ilebercinftimmunq Der Alli­ierten, und erhalten Durch Die organisierte öffent­liche Meinung Der Menschheit zu schaffen, welch« als Grundlage DeS Friedens vereinbart wurde. Das Entfcheidende ist die Hebereinftimmung mit der organisierten ösfenllichen Meinung der Menschheit. Diese aber war auf die Überzeu­gung vorn schuldigen und verbrecherischen Deutsch­land hin organisiert, und mit dieser stimmt nun freilich Der Vci-raiNer Vertrag g>vade imt feinen unmenschlichen Härten überein. Sie gelten inuner noch als gerecht Dem verbrecherischen und schul­digen Volk gegenüber.

OSir haben alS Deutsche ün Versailler Der- tcag somll das Produkt eines Geistes vor uns, der gerade deshalb, weil er als Vertrag eine rein abstrakt nicht menschlich fühlende Gerecht,g- feit zu vertreten glaubt, darum fo getoaltatig, so vernichtend gewirkt hat.

Als zweiter Redner sprach General a. 3. Friederichs über die bisherigen wirtschaft­lichen Verluste und Belastungen Deutsch­lands durch das Dersailler Diktat.

____ Dann ernähren Cie es sofort mit dem von dem berühmten Gelehrten Geh. )iat Prof. l)r. 71 Zunh gefundenen und von mehr als 2000 Merzten de-

HüÄk Auslandes glänzend begutachteten spezififchen Haamahrmittel

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Wie gestern schon lurz gemeldet, sprach aus , ö«r politischen Schulunaswoche des D^ttchen ; Frauenausschusses zur Bekämpfung Schuld- Tügc als erster Redner Professor Dreher. Friedberg über Bedeutung und Behandlung der Kriegsschuldfrage . Die klaren und zwingenden Ausführungen btt Redners, der sich auf eine überwältigend« Fülle von Tatsachenmaterial stutzte, machten außerordentlich tiefen Eindruck und zerrissm un- erbttllich da« Gewebe feindttcher £htg«rdunfte. <4ür das wehrlose deutsche Volk gibt es ketn Recht tote die Richträumung der Kölner Zone uns wieder einmal zeigte. Die Lage von Deutschlands Attcinschuld am Weltkrieg ist der rote gaben, Der sich durch «"<- Entwicklungs­stufen unteres Elends seit dem Dersailler Schänd- vertrag zieht, jenes Vertrags. Der uns als den AuSwurs Der Menlchhell brandmarkte. Die KriegSschuldsrage schließt das rechtliche. daS wirtschaftliche und das moralifche Wohl von Kind und KindcSkind in sich. Von der gerechten ßöfung dieser Frage hängt Deutschlands Zu­kunft ab die Wohlfahrt Europas und der Welt- fried« Immer eingehender beschäftigen fich die tüchtigsten Köpfe aller Länder mit dieser Frage, ein Zeichen, daß die Wahrheit auf Dem Marsche Ift Ohne Unterschied der Partei, des Beruss und deS Geschlecht erheben wir Deutschen des­halb einmütig gegen die Schuldlüge lfiumC2?D^nC,gcmäß Wilsons bT Punkt^uiid I Der Kamps gegen Die Schuldfragekannmu.- Äen Zusagen die in Versailles schmäh- geführt werden als eine rem Rutsch« Sach^

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fertig war unD eS versäumt hat. seine Kiicgs- rüftung entsprechend Der Stärke feiner Bevölke­rung zu steigern. Sechsmal hätte seinerzeit em DeS Friedens. Denn wir brauchten ja nur die Wirkungen unseres beispiellosen Geburtenüber­schusses von 25 000 Köpfen jährlich abzuwarten, um unsere Stellung immer mehr zu verankern. Deutschland Darf mit gutem Gewissen Dem Ur­teil Der Geschichte entgegensehen, Deutschland hat den Krieg nicht gewollt. fonDern gefürchtet! Rirgends in Der Welt findet fich ein schriftlicher Beleg für Deutschlands Kriegsabsichten, der na­türlich mit Wonne von unseren Feinden gegen unS ausgeschlachtet würde. Viermal hat da­gegen Deutschland im Kriege Den Frieden her- beizufühicn gesucht.

Der Artikel Des Versailler Diktats, Der sich

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