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fammet bti bem Landgericht der Provinz Ober- helfen.

3 n den Ruhiestand versetzt wurde der ordentliche Professor in der Philosophischen Fa- kultdr der LandeSunivcrsttät ®ic6cn, Dcheimerat Professor Dr. Otto Dehaghel zu Gießen auf sein Vachsuchen mit Wirkung vom I. Oktober 1925 ab. Dem Oberpsarrer Ernst AmanduS Wäller zu Lauterbach wurde die evangelische Psarrftelle an den Kranken- und Pslegeanstaltcn zu Gießen, Dekanat Gießen, übertragen

Landkreis Gießen.

t Grünberg, 26. Aua. In den letzten Togen hat die Deutsche Bau- und Sieb* lungsgemeinschaft in Darmstadt hier im ..Gaslhause -um Rappen" in zwei gut besuchten Versammlungen ihre Ziele dargelegt und in kurzer Seit auch über 20 Mitglieder gewonnen, die sich zu einer Ortsgruppe Grunberg zusammengeschlossen und Herrn Finanzsekretor Heinrich Lang zum Obmann gewählt haben. Die Gemeinschaft betreibt bekanntlich für ihre Mitglieder den Lau von Woh. nungen mit vollkommen zinsfreiem Geld, dos durch die Mitglieder aufgebracht wird. Die zu erbauenden Häuser werden ausgelost. Das erste Haus dieser Art in hiesiger Gegend wird jetzt für den Arbeiter Heinrich Wäscher in Göbelnrod gebaut.

Kreis Friedberg.

ss. Friedberg, 27. Aug. Bei Beginn der heutigen Stadtverordnetensitzung wurde cn Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Holler Herr Hohmann in sein Amt eingeführt und verpflichtet. Punkt 2 betrifft Vergebung der Arbeit für das zu erbauende Wohnhaus für die Beamten der technischen Betriebe. Gegen die Der* gebuna der Maurerarbeiten, welche der Firma Ph. Mörschel zum Betrage von 23 000 Mk. übertragen werden sollten, wird Einspruch erhoben, da bei Aenderung der Bestimmung, die den Interessenten am Tage zuvor telephonisch oder mündlich über­mittelt wurde, eine Firma versehentlich nicht be- rücksiHtigt wurde. Man ist allgemein der Ansicht, daß eine solche Mitteilung schriftlich batte erfolgen muffen. Es wird deshalb beschlossen, daß alle Fir* men, die eingelegt haben, nochmals zur Abgabe eines Angebots ausgefordert werden. Die übrigen Arbeiten werden nach den Vorschlägen des Bau* ausschusses vergeben. 3. Punkt: Erhöhung der Son* dersleuer für den bebauten Besitz von 60 auf 70 Pf. Die Miete soll, nach einem Vorschlag der Regie­rung, von 84 auf 88 Proz. erhöht werden, damit aber zugleich die obige Erhöhung der Sondersteuer verbunden sein. Man ist allgemein davon überzeugt, daß in dieser Vorlage keine Besserung, sondern nur eine Verschlechterung enthalten sei, welche dem Hausbesitzer nichts einbringe und nur den Mieter belaste. Rach längeren Ausführungen wurde die oorgeschlagene Erhöhung e i n st i m m i g abgelehnt. Der Bürgermeister betonte bei dieser Gelegenheit, daß die Beschaffung von Geld für die nötigen Aus­gaben. so z. D. für den bewilligten Zuschuß für die Dohnungsbauten, zur Zeit auf die größten 5(bwieriefelten stoße. Die vorgeschlagene Ge* bührenordnung für die Begräbnisse, die eine Sias- feluna nach dem Einkommen oorsieht, ist vom Ministerium nicht genehmigt worden, da eine der­artige Staffelung von Gebühren gesetzlich nicht zu­lässig sei. Es wird deshalb eine neue Gebührenord­nung oorgeschlagen, und zwar 50 Mk. für eine Be­erdigung und dabei eine weitgehende Berücksich­tigung von Unbemittelten durch Stundung und Er­laß vorgesehen: dieser neue Vorschlag wird mit 12 gegen 8 Stimmen angenonfhien. Für das Kre­matorium wird die Anschaffung eines Harmoniums zum Preise von 1750 Mk. oorgeschlagen. Das seit­her benutzte Instrument ist Eigentum der evan­gelischen Gemeinde und in einem sehr schlechten Zustande. Für Benutzung soll eine Gebühr von 5 Mk. erhoben werden, wodurch die Kosten in einigen Jahren amortisiert sind. Die Anschaffung wird genehmigt. Verschiedene vorliegende Bau- aesuche werden nicht beanstandet: die Wetterauer Dolksdank will Ecke der Wilhelms- und Bismarck- ftraße ein Dankgebäude mit sechs Beamtenwoh- nungen errichten Für die Mädchenfortbildungs- schule sollen entsprechende Räume mit Kochgelegen­heit im Deutschordenshaus in der Burg hergerichtet werden. Die Kosten belaufen sich auf 1500 Mk. Rach einer vorliegenden Mitteilung will dieWin- terhilfe* auch in diesem Winter wieder ihre segens­reiche Tätigkeit eröffnen. Die Erledigung von Steuerreklamationen, die seither durch den Finanz­ausschuß erfolgte, soll in Zukunft durch eine Kom­mission, bestehend au» dem Beigeordneten Langs­dorf. dem Stadtverordneten Ehemann, dem Stadt- rechncr und einem Beamten des Finanzamtes er­folgen. Zur Alarmierung bei ausbrechendeo Bränden soll eine Sirene angeschafft und auf dem Turme der Stadtkirche angebracht werden: für die Lieferung foll ein Ausschreiben erfolgen, die Kosten sind mit zirka 2000 Mk. im Voranschlag vorgesehen.

Oteinfurt. 26. August Eine große Saalanlage, wie sie in den Dörfern der Wetterau nicht mehr zu finden sein dürfte, hat der Gastwirt Hengst ersteben lassen, sie umsaht 600 Quadratmeter Bodenfläche, dazu kom­men noch 200 Quadratmeter Empore. Der Turn­verein hat auf diese Weise einen schönen Turn­raum erhalten, auch die anderen Vereine und der allgemeinen DolkSbilbungSarbeit ist nun Ge­legenheit geboten, größere Veranstaltungen abzu­halten. An der GinweihungSseier nahm daS ganze

Dorf teil. Lehrer F. Veck. Vtdda, hielt bei der Gelegenheit einen Vortrag über Jugend­pflege. dabei die Vedeutung hcrvorhebend, die ein w schöner Saal für die getarnte Dorfbevölke­rung haben kann.

Mrcie Büdingen.

X Ortenberg, 25. Aug. Zum Kontrolleur und Vorstandsmitglied de» hiesigen Vorschuß- und Kreditoereins wurde an Stelle des ver­storbenen Herrn Philipp Winter Herr Wilhelm Schember gewählt. Der Gewählte war vorher bei der Bezirkskaffe Friedberg mehrere Jahre tätig und ist zur Zeit stellvertretender Stadtrechner Am Samstagnachmittag wurde unter großer Be- teiliguna der noch langem, schwerem beiden leider zu früh verstorbene fürstliche Försier II l l e n - berger zu Grabe getragen. Rach der eindrucks- vollen Grabrede legte Rentmeister Vogel für den Fürsten Christoph Martin zu Slolberg-Roßla und die fürstlichen Beamten und Bauführer Arm­bruster für den Turnverein Ortenberg, dessen Vorstandsmitglied der Verstorbene war, prachtvolle Kränze nieder. Förster Ullenbcrger war ein treuer und gewissenhafter Beamter, besonders um die Pflege der ausgedehnten Baumanlagen hat er sich große Verdienste erworben, die auch allseitige Anerkennung fanden.

Kreis Schotten.

Laubach, 26. Aug Schon feit Jahr­zehnten beschäftigt man sich hier mit der Anlage eines Schwimmbades, sowie eines 2uf t und Sonnenbades. Mannigfache Vorschläge sind schon gemacht worden. Man hat kurz vor denn Kriege am Schöllenbach an der Kreuzung der Straßen LaubachSchotten und Laubach Freienseen ein auS Zement gemauertes Decken hergerichtet, daS auch schon benutzt wurde. Durch den Krieg wurde die Vollendung der Anlage und die Bildung einer Dadevereinigung gehin­dert. Die Anlage wurde vernachlässigt. Herr Bau- rat Schuhmacher erklärte, daß mitverhältnis- mäßig geringen Kosten die bereits vorhandene, sorgfältig auSgeführte Anlage sich ausbauen ließe. Wasser ist reichlich vorhanden, und zwar in völliger Reinheit. Dieser Plan hat am meisten Aussicht. Man hat außerdem an die Wetter oberhalb der Molkerei und an eine Ausschachtung deS .OberseeS" gedacht. Hier sind indessen die Wasscrverhältnisse durchaus nicht so günstig wie an der Schällenbach.

Ig. Gedern, 27. Aug. In den nächsten Tagen wird der MarkierungsauSschuh deS hiesigen D. H. E. - Z w e i g v e r e in S eine neue Route von hier nach Dirstcin sestlegen und so eine seither etwas stiefmütterlich hinsicht­lich deS Touristenverkehrs bedachte Gegend, die genügend Schönheiten aufzuweifen hat. dem Wanderverkehr erschließen. Damit dürfte unser Ort auch aus östlicher Dichtung mehr als bisher von Touristen besucht werden. Eine besonders rührige Tätigkeit auf dem Gebiete des Markie- rungSwesens entfalten innerhalb unseres B.H.T.- ZweigvereinS die V. H. E.-Brüder Veesenmeyer, Häusel und FerngeS. Ihnen gebührt für ihre Mühewaltung besonderer Dank. Die von S. D. dem Fürsten Ernst Christian zu Stolberg- Wernigerode gestiftete Hindenburg- Plakette stellt sich alS ein hervorragendes Kunstwerk der Stolberg-Hütte in Ilsenburg dar, das in besonders ausdrucksvoller Weise die ®c- sichtSzüpe des jetzigen AeichSpräsidenten zur Gel­tung bringt Die Plakette ist etwa 30x40 Zenti­meter groß und mit einem Gichenrahmen ver­sehen, der die Widmung deS Fürsten trägt Das Dild wurde an geeigneter Stelle deS Schul- hauseS aufgehängt.

Ig. Gedern, 26. Aug. Der Versuch der Gemeindeverwaltung. den gestern stattgchabten A u g u st m a r k t wieder auf seine frühere Höhe zu bringen, darf alS recht gelungen bezeichnet werden. Die ungünstige Witterung deS Tages konnte im großen und ganzen dem Markte wenig Abtrag tun. Der Auftrieb an Schweinen betrug 425 Stück, dagegen nur 6 Stück Rind- vieh, die zum Teil ihre Käufer fanden. Ent­sprechend der herrschenden Geldknappheit war die Kauflust nicht allzu groß: immerhin wech­selte eine stattliche Anzahl von Tieren ihre Be- sther. ES wurden bezahlt für Ferkel im Alter von 6 bis 8 Wochen 30 bis 40 Mk. pro Kopf, während für Läufer ein Preis von 70 bis 80 Mk. pro Stück erzielt wurde. Auch mit der Beschickung deS Krämermarktcs konnte man zu­frieden fein. Doch sollte es die einheimische Ge­schäftswelt nicht nur auswärtigen Händlern über­lassen, ihre Waren auSzustellen. sofern sie ein Interesse daran hat, daß der Markt wieder seine einstige Bedeutung erreicht. Der Vachmittag stand bei etwas günstigerem Wetter im Zeichen deS Volksfestes. Den Schulkindern machte man eine Freude dadurch, daß man sie unter Führung threr Lehrer und Begleitung der Fcucrwehrkapelle in festlichem Zuge zum neuen Marktplatz brachte, wo sich nunmehr ein regeS Treiben entwickelte, dem ab und zu ein Regen­schauer einen Dampfer aufsetzte. Abends 8 Tlhr setzte sich unter Beteiligung der Vereine, der Gemeindevertretung und zahlreicher Einwohner ein ansehnlicher Festzug vom Bahnhof auS nach dem Festplatz in Marsch. Dem Zuge voran fuhren zwei festlich geschmückte Wagen, die in sinniger Weise die deutsche Arbeit verherrlich­

ten. Wahrend der erste Wagen eine Gruppe von Schnittern und Schnitterinnen zur Terfinn- bildlichung der Bedeutung deS Bauernstandes mit lich führte, trieben auf dem zweiten Wagen bei brennendem Herdfeuer Schmiede ihr ehriameS und gerade für die Landwirtschaft bedeutungs­volles Handwerk. Aach Ankunft des ZugeS auf dem Feftplatz begrüßte Herr Bürgermeister Muller die festlich gestimmte Menge. Er dankte allen Teilnehmern am Festzuge, besonders den Vereinen und der Feuerwehrkapelle, für ihre tätige Mitwirkung Herrn Steinbruchbesitzer V u 11 r i e d c dankte er für die in so aner­kennenswerter Weise kostenlos der Gemeinde zur Verfügung gestellten FeuerwerkSkorper. Weiter­hin sprach Herr Müller die Hoffnung auS. daß der Augustmarkt wieder Allgemetngut der Gemeinde Gedern und auch der Umgebung werde, wie dies in der Vorkriegszeit der Fall gewesen sei. Da der frühere Marktplatz mehr und mehr ein Opfer der Wohnungsnot geworden sei. und so seinem Zwecke nicht mehr genügt habe, sei man genötigt gewesen, sich nach einem geeigneteren Platze umzusehen, der hiermit seiner Bestimmung übergeben werde. Vach zwei Chö­ren GesangvereinsLiederkra nunmehr auf der Höhe deS benachbarten Gal- genbergeS das Abbrennen des Feuerwerks. Die Feuerwehrkapelle unter der sicheren Leitung deS Herrn Sodemann lieh noch manche flotte Weise zur Unterhaltung der Festbesucher erklingen und spielte noch zu manchem Tänzchen auf. so daß erst in früher Morgenstunde daS festliche Trei­ben seinen Abschluß fand. Die Gemeindeverwal­tung sucht durch den Erwerb benachbarten Ge­ländes den Marktplatz noch wesentlich zu ver­größern. was zu günstiger Weiterentwicklung sämtlicher Märkte unsere- OrteS beitragen dürste.

I Ober-La iS. 25. Aug Am 22 d Mts. konnten die Eheleute Friedrich G ö tz zu ilnler- LaiS in vollster geistiger und körperlicher Rüstig­keit daS seltene Fest der goldenen Hochzeit be­gehen. Am Vachmittage vereinte eine von Herrn Pfarrer Weidner veranstaltete würdige kirch­liche Feier das Jubelpaar, Verwandte und Freunde, den Kirchenvorstand und viele Ge­meindeglieder im alten Kirchlein zu älnter-LaiS, an der gleichen Stätte, an der vor 50 Jahren das Jubelpaar zum Lebensvunde eingesegnet worden war. Lieder deS Gesangvereins und der Schulkinder verschönten die Feier. Sine Vach­feier im Haufe Götz hielt Kinder Lnkek, Ver­wandte und Freunde noch lange mit dem Jubel­paar vereint. Glückauf zur diamantenen. Hafer Iugendfest, das wir am Sonntag, dem 23. d. Wts., vom Welter äußerst begün­stigt, feierten, ist in den fünf Jahren feines Be­stehens sest inS Dorfleben hinein verwachsen und zu einem rechten DolkSseste geworden. Das zeigte der äußerst starke Befuch unseres FcsteS. Die Feier auf unterem prachtvoll gelegenen, von alten Buchen beschatteten Festplaye stand im Zeichen der Iahrtausendfeier der Vheinlande. Wie alljährlich, so hatten sich auch diesmal wie­der die Musikkapelle und der Gesangverein in den Dienst der Sache gestellt: die Eltern der Äonfirmanben hatten aus im Sorte gesammelten Zutaten Brezeln in großer Zahl gebacken, die an die Kinder verteilt wurden. Gedichtvorträge der Schüler, Lieder der Schulklassen und deS Gesangvereins, Musikvorträge der Musikkapelle, Reigen der Schülerinnen und der Foribildunas- fchülerinnen bildeten ein abwechslungSreiche- Programm. Die Festrede hielt Herr Lehrer Strößinger über den deutschen Vhein. Den Abschluß der Vachmittagsfeier bildete ein Aus­stieg eines Heißluftballons. Am Abend wurden durch Schüler der Oberklasse vor überfülltem Saale zwei prächtige Theaterstückchen gespielt, daS ..Klinghäusel' und das MärchenspielSchnee­wittchen". Die hiesige Gemeinde hat eine Dreschmaschine mit elektrischem Antriebe be­schafft, um von den Dreschmaschinenbesitzern, die meist sehr spät in unser Dors kamen, unabhängig zu sein.

111 r i <f> ft e i n, 26. Aug. Am 6. Sep­tember wird die Hauptversammlung des Ulrichsteiner Schloßberg-DereinS unter dem Vorsitz des Postmeisters Mei Ski dahier abgehallen werden. Dieser Verein ist im Jahre 1902 begründet worden und bezweckt die Erhaltung unserer altehrwürdigen Burgruine, deren Geschichte biS in bai dreizehnte Jahr­hundert zurückgcht. Schon im Jahre 1890 hatten sich eine Anzahl von Bewohnern von Ulrichstein zu dem Zwecke der Erhaltung der Ruine ver­einigt. Der Historische Verein regte beim Staat die Ausgrabung der Grundmauern an, die 1905 bis 1906 erfolgte Am 6. September wird unser Ehrenbürger Professor Dr. Roes- ch e n - Laubach auf dem Schloßberg einen Vor­trag über die Geschichte der Burg hallen, wozu alle Gefchichtsfreunde eingeladen sind. Zahlreicher Besuch steht in Au-sicht.

B Burkhards, 27. Aug. Die hiesige Bürgermeisterwahl, in der der bisherige Bürgermeister Heinrich Kneipp 141 und fein Gegenkandidat Wilhelm Kunkel 140 Stimmen erhielt, war vom Kreisausschuh in Schotten für ungültig erklärt worden, weil Vorgänge erwiesen waren, die geeignet waren, das Ergeb­nis in unlauterer Weise zu beeinflussen. Vun kann eine Veuwahl vorerst nicht erfolgen, da aus Burkhards Berufung gegen das Urteil

deS KreiSauSfchusseS eingelegt wurde und der endgültige Enttchrid deS ProvinzialauSfchuffes an- gerufen werden muß. Damit ist die Erregung. Die seit der Wahl und längst vorher die Ge­müter hier befeelt, und ein ständiger Anlaß zu Unfrieden und Gehässigkeiten war. noch immer nicht abgeebbt Voch immer steht die Frage der Veuwahl im Mittelpunkt deS dörflichen Interesses und Gespräches. ES ist zu erwarten, daß bet einem etwaigen zweiten Wahlgang noch Mber um den Endfiog gerungen wird alS bet Dem ersten

no. Ober-Seemen, 25. 2lup. Hier fand in der Gastwirtschaft her Ioh». Schmidt II. '2'3tue. die Reuverpachtung eines Teiles des hie* sigen Pfarrgutes statt. Wie sehr Grundstücke auch in unserer Gegend begehrt sind, dürfte au» dein Umstande bervorgehen, daß die Grundstück», die in Friedensjahren einen jährlichen Pachtertrag von 225,20 Mark ergaben, nunmehr einen jähr­lichen Pachterlös von 499,80 Mark also über das Doppelte des Friedenspreise» abwerfen.

n Freienseen. 26 Aug. Gestern be- suchte^ ein Redakteur der Berliner .Telegraphen -11 nion", Leiter des Ost- Referates. namenS Georg Ldbsack unseren Marktslecken. 2r ist der Vachkomme einet ® m a- nuel Löbsack. der 1764 aut Freienseen auS- wanderie und sich in der deutschen Kolonie Frank bei Saratow an der Wolga anfiedelte. Verfchiedene Linien der Familie Löbfack sind noch hier: eine Mühle im Seengrund ist nach ihr benannt. Redakteur Löbfack flüchtete in den furchtbaren Kämpfen der deutschen Kolonisten gegen die Bolschewisten, wodurch die beut täte Bevölkerung, die im Gebiete von Saratow eine halbe Million betrug, um die Hälfte vermin­dert wurde. Wie Redakteur Löbfack sagte, spre­chen die deutschrussischen Kolonisten genau wie die Landleute unterer Gegend. Er kann sich mit ihnen sehr gut in der oberhessischen Mund­art unterhalten.

B. K a u l st oh, 27. Aug. Die Arbeiten an dem hiesigen neuen Friedhof finb soweit gediehen, daß seine feterliche Einweihung nunmehr für den 13 September in Aussicht genommen ist. Der Friedhof, der nach Plänen txm Baurat Vvdnagel in Schotten angelegt ist. erhebt sich gegenüber dem seitherigen auf der linken Seile her Landstraße, die von Burk­hards nach Kaulstoß führt. Von der ursprüng­lich geplanten Erweiterung deS alten FrtedhofS mußte abgesehen werden, da dieser sich für hie nötigen durchgreifenden Veränderungen alS un­geeignet erwieS.

Mrcio Wetzlar.

rtr. Dorlar, 26. Aua. Sine aufregend« Szene spielte sich gestern aus bet Blockstelle der Strecke Dießen- Wetzlar ab. Sin Auto. "caS einen Sarg trug, wollte den Bahnübergang überqueren. Auf den Schienen blieb es plötzlich stehen, da scheinbar die Bremse versagte Zu gleicher Zeit nahte ein Güte^zug auS der Rich­tung Wetzlar. Vur mit größter Anstrengung gelang cS den Begleitern deS Wagens, diesen durch Schieben von den Schienen zu entfernen. Kaum war dieS gelungen, als der Zug vorüber­sauste. Die Brombeerernte ist in die­sem Jahre ganz besonders reichlich Alle Hecken im Feld und am Waldes rande sind voll von schwarzen Beeren. Täglich sieht man große Scharen unserer Einwohner mit Gesäßen hinaus- wandern. um sw zu sammeln. GS ist dies ein schöner Verdienst für die Sammler, da der Preis ziemlich hoch ist. Für daS Pfund werden 45 biS 50 Pfennig bezahlt. Heute nachmittag herrschte hier ein starker Sturm, der große Mengen von Aepfeln, Zwetschen und anderem Obst herunterschüttelte.

d. Volpertshausen, 26. Aug. Der Haus- halt »plan der hiesigen Gemeinde für das Rech­nungsjahr 1925/26 schließt in Einnahme und Aus­gabe mit 19 000 Mark ab. Zur Deckung ber laufenden Gemeindebedürfnisse wird ein Zuschlag von 100 Prozent auf die staatliche Steuer vom Grundvermögen erhoben.

Henen-Naffau.

bL Dillenburg, 26 Aug. Von jung und alt begleitet, traf am DienStagnachmittag die 14. Kompagnie deS Inf.-Regts. 15-Marburg in unserer Stadt ein. Im Marsche ging es ,\um Wilhelmsplay, wo sich die Truppen aufIöfter und in ihre Quartiere begaben. Am Abend fand in her überfüllten Reithalle des Hesf.-Vasf. Landaestüts ein M l litärkonzert zum Besten deS Kriegerdenkmals statt. Früh erschallte am Mittwoch der Weckruf. 3m Marschteinpo ging es zu der vorgesehenen Gefechtsübung in der Vähe von DonSbach. die bis gegen Mittag währte. Auf dem Wilhelmsplay konzertierte am Vachmiltag abermals die Kapelle und lockte als Entschädigung für die trielen, die am Diens­eine zahlreiche Zuhörerschar an. Gewissermaßen tagabend in der Reithalle keinen Platz mehr fanden, fand am Abend im Kurhaus ein neues Konzert statt. Die vorgesehene ilebunq in der Vähe von Herborn konnte nicht abgebalten wer­den. Wie verlautet, verläßt die Kolonne am DonnerStagmorgen unsere Stadt Diele weichen noch gerne an die Tage zurückdenken.

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