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ziehen, haben ein Jntevesfe am Empvrblühen von Handel und Gewerbe. Werden die werktätigen Schichten unseres Volkes durch säumige Zahlun­gen lahmgelegt, dann stocken starke Steuerquellen und den öffentlichen Körperschaften kann es nicht gelingen, die Finanzen dauernd in Ordnung zu bringen, waS sich wieder zum Nachteil anderer Derussgruppen auswirken muh.

Tas Dorgunwesen war schon zu allen Zeiten der Krebsschaden unserer Handwerkswirtschaft, daher ist es Ehrenpflicht eines jeden, der an der Gesundung der Verhältnisse mitwirken will, sich dem Kampfe gegen diese Hnfitte cmzu- schließen.

Zehe ehrliche Arbeit ist ihreS Lohnes wert. Deshalb zahle jeder sofort nach abgeschlossenem Kauf oder nach Erledigung erteilter Auftrage.

Die nationale Bedeutung der

Leibesübungen.

Von Sportrat Fritz Strube -Hannover.

äleberall in der Welt ist die Pflege der Leibesübungen, sind Spiel und Sport, Turnen und Wandern zu neuer Dlüte gekommen. Man hat erkannt, daß Leibesübungen, systematisch be­trieben, nicht nur dem Körper zugute kommen, ihn gesund, kräftig und widerstandsfähig machen, sondern dah in ihnen auch ein Mittel gegeben ist, den Menschen, namentlich den jugendlichen, heranzubilden zu Charakterfestigkeit, Mut, Tat­kraft und Anstand. Aber das alles ist's noch nicht allein: Doch viel zu wenig erkannt ist die hohe nationale Bedeutung, der vaterländische Geist, der aus dieser Pflege des Körpers, des Geistes und des Charakters sich naturgemäß entwickelt.

Die Leibesübungen find daran, eine Volksbe­wegung zu werden. 3n ihnen spiegelt sich das Wesen und die Eigenart eines Volkes am besten wieder. Gin Volk, da- an Körper und Seele krank, wird immer mehr und mehr im Kampf ums Dasein unterliegen, denn ihm fehlt neben Kraft und Gesundheit, die eine unumgängliche Voraussetzung für Arbeitsfreudigkeit und wirt­schaftliche Betätigung sind, der Wille nach vor­wärts, der nationale Auftrieb.

Das Deutschland von heute gleicht in man­chem und vielem dem vor hundert Jahren. Da­mals erstand ihm ein Mann von der geistigen und sitttlichen Größe Zahns. Heute greift man seine Gedanken wieder auf, denkt sich in das Fühlen, Sinnen und Streben dieses Mannes wieder hinein und erkennt, daß sein Weg auch der Weg ist, den das durch den Krieg entnervte, durch wirtschaftliche Dot entkräftete, durch Lok- kerung der Sitten haltlos gewordene deutsche Volk wieder gehen muß.

Zn den Leibesübungen ist uns das Mittel zur Gesundung, der äußeren wie der inneren, gegeben und gewiesen. Wie im alten Griechenland, so lind und werden auch heute diejenigen Völker in der Welt am meisten geachtet, deren Dame sich mit Leistungen verknüpft. Wir sind selbstverständ­lich weit davon entfernt, etwa nur den Lei­stungen im sportlichen Wettkampf die Krone zu­zuerkennen, aber ebensosehr wollen wir daran arbeiten, immer weitere Kreise darüber aufzu- klären, dah wir uns dieses Mittels nationaler Propaganda nicht entäußern dürfen.

Vor dem Kriege verfchafste un£ Haims Braun, die Größten unseres Schwimmsports, Männer wie Froitzheim u. a. Ansehen in der Welt. Das ist nach dem Krieg so gut wie ver­loren gegangen. Der deutsche Sport in allen seinen Zweigen hat schwer um seine Existenz gekämpft; angesichts der Verhältnisse nur ganz natürlich. Jetzt aber sproßt überall neues Leben, regt sich überall neue Tatkraft, ilnö gottlob können wir hinzusügen, daß uns, wenn vorerst auch nur wenige, auch Männer erstanden sind, deren Dame in Verbindung damit, daß sie Deut­sche sind, überall in der Welt wieder darauf aufmerksam gemacht hat, daß Deutschland noch nicht von der Bildfläche verschwunden und aus dem Wettbewerb der Dationen auszuscheiden ge­willt ist, H o u b e n , Schwimmer wie Rabe- macher und Fröhlich, unsere tapferen Segelpslieger haben der Wiederaufrichtung deut scheu Ansehens im Ausland mehr genützt, als viele Politiker und Staatsmänner durch ihre

Reven oder Taten. Deutsche Sportleuts aus deutscher Schule wir nennen Schelenz, Holz, Waitzer, Kobs, WlSmar haben fremdländische Olympiateilnehmer trainiert und ihnen zum Sieg verholfen. Die Deutsche Hochschule ijur Leibesübungen hat die Aner­kennung des Auslandes fast in größerem Maß gefunden, als die des eigenen Landes.

Diese Pionierarbeit deutschen Sports, die von Innen nach außen wirkt, hat aber auch noch ein anderes Gutes. Schon mehren sich die Mel­dungen, dah sich bekannte, erfolgreiche ame­rikanische Sportleute aus ihre deutsche Abstam­mung besinnen und wieder stolz auf ihr Deutsch­tum sind. Manche finden vielleicht auch wieder den Weg nach Hause. Wertvoller ist die Unter» stühung, die aus dem Aufstieg der Leibesübungen in Deutschland erwächst, für die große Zahl deutscher Turn- und Sportvereine im Ausland. Lange genug waren sie sich selbst überlassen und kämpften allein auf fast verlorenem Posten für Ehre und Airsehen ihrer Heimat. Auch zu ihnen hat das Streben des Mutterlandes, durch die Pflege von Leibesübungen wieder gesund und kräftig zu werden, ein neues festes Bindeglied geschaffen. So werden nicht nur körperliche, sitt­liche und nationale, sondern auch kulturelle Werte erhalten und vermehrt.

Aus Stadt und Land.

G i e b e n, den 28. Februar 1925.

Gictzeirer Wochenmcrrkwreise

am 28. Februar (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 200 bis 210, Matte 35, Käse 70, Wirsing 20, Weißkraut 12, Rotkraut 20, gelbe Rüben 10, Spinat 45, Unter-Kohlrabi 8, Grünkohl 20, Rosen­kohl 50, Feldsalat 100, Endivien 100, Tomaten 150, Zwiebeln 20 bis 25, Meerrettich 40 bis 100, Schwarzwurzeln 60 bis 70, Kartoffeln 5, Aepfel 10 bis 20, Dirnen 15, Dörrobst 25 bis 35, Honig 45, junge Hahnen 100, Suppenhühner 100, Gänse 100 Pf. das Pfund, Eier 10 bis 11, Blumenkohl 60 bis 150, Salat 50, Lauch 5 bis 20, Sellerie 30 bis 70 Pf. das Stück.

* Die Indexziffern. Die auf den Stichtag, 25. Februar, berechnete Großhandels­indexziffer des Statistischen Reichsamtes ist gegen­über dem Stande vom 18. Februar (136,1) um 0,4 auf 136,7 gestiegen. Die Lebensrnittel haben von 134,5 auf 135,1 oder um 0,4 Proz., die Jubustrie- stoffe von 139,1 auf 139,8 ober um 0,5 Proz. an­gezogen. Die Reichsindexziffer für die Lebens­haltungskosten für Mittwoch, 25. Februar, blieb nach den Feststellungen des Statistischen Reichs­amtes gegenüber der Vorwoche (125,2) unver­ändert.

"* Zum Po st verkehr mit dem Saar­gebiet. Das Saargebiet ist mit Wirkung vom 10. Januar dem französischen Zollsystem ein­geordnet worden. Für die Einfuhr von Waren sind daher die Bestimmungen der französischen Zollgesehe und Tarife maßgebend. Es ist zulässig, in offenen und verschlossenen Briessendungen zoll­pflichtige Waren nach dem Saargebiet einzu­führen, soweit die Einfuhr nicht verboten ist. Dähere Bedingungen sind am Postschalter zu er­fragen. Für Postpakete gelten nunmehr in bezug auf die Beifügung von Briefen, auf die Zoll­inhaltserklärungen und die Ein- und Ausfuhr­verbote dieselben Bestimmungen wie nach Frankreich.

** Hauptversammlung der Män­ner- und Frauenvereinigung der Matthä usgemeinde. Der stellvertretende Vorsitzende, Lehrer W e h r h e i m, erstattete nach einleitenden Begrühungsworten den Geschäfts­bericht über das abgelaufene Dereinsjahr. Seit Gründung der Vereinigung im Januar 1920 mit 82 Mitgliedern hat sich die Zahl derselben heute auf 848 erhöht. Der Bericht des Rechners, Postassistenten Römer, zeigte recht günstige Kassenverhältnifse, so dah man zur Unterstützung von bedürftigen Gliedern der Matthäusgemeinde und zur Bekleidung von Konfirmanden insge­samt 800 Mk. bereitstellen konnte. Der Voran­schlag für das Jahr 1925 sieht namhafte Beträge an Unterstützungen Bedürftiger, an die Mädchen-

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und Jungenvereinigung der Matthäusgemeinde und an die neu auflebende Chorschule vor. Der seitherige 1. Vorsitzende, Tteftor Knauh, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Die Hauptversammlung hat mit Bedauern davon Kenntnis genommen und ernannte einstimmig den verdienstvollen Mitbegründer und seitherigen Lei­ter der Vereinigung zum Ehrenvorsitzen­den. Die statutengemäß ausscheidenden Vor­standsmitglieder wurden wieder gewählt, der Dor- flanb wurde weiterhin ergänzt durch die Herren: Schreinermeister Deil, Marburgerstrahe, Kauf­mann Fritz Jung, Derwaltungssekretär i. R. Lamp, Sattlermeister Malkomesius und Kaufmann und Drogist August Michel. Außer­dem wählte die Hauptversammlung Lehrer W e h r h e i m einstimmig zum ersten Vorsitzenden der Männer und 5rauent>erelnigung. Der neue Vorsitzende unterstrich besonders die soziale Wirk­samkeit der Vereinigung und formte feststellen, daß die Männer- und Frauenvereinigung der Matthä»sgemeinde ihre Aufgaben, die ihr bei der Gründung gestellt wurden, bzw. die Hoff­nungen, die man auf sie setzte wenn auch nicht alle so doch recht viele erfüllen konnte, daß die Vereinigung in anerkennenswertem, er­freulichem Aufblühen begriffen ist.

Der Hauptvorstand des Deut­schen Evangelischen G e m e i n d e t a g s , an dessen Spitze der bis vor kurzem an der Gießener Universität wirkende nunmehrige Ge­neralsuperintendent D. Dr. Schian in Breslau steht, beabsichtigt, vom 19. bis zum 22. April in Offenbach a. M. einen deutschen evang. Gemeindetag abzuhalten. Die Organisation ist entstanden aus der vor 15 Jahren gegründeten Konferenz für evangelische Gemeindearbeit. Be­gründer war f. Zt. der Pfarrer D. Stock in Berlin-Lichterfelde', der inzwischen aus seiner reichen Arbeit abgerufen worden ist. In den kirchlichen Verfassungen, die in den letzten Jahren geschaffen worden sind, hat der Gemeindegedanke einen festen Platz gewonnen. Es darf darum erwartet werden, daß die bevorstehende große Tagung ihren Vorgängen imen sich würdig an die Seite stellen wird. In ihr klingt wieder die soziale Frage. Dazu tritt neben anderen die Frage des Verhältnisses zwischen Kirche und Wohlfahrtsarbeit.

* D i e älmzugskosten für ausge- toiefene Beamte. Wie der Amtliche Preu­ßische Pressedienst mitteilt, wird in einem Rund­erlaß des preußischen Ministers des Innern zur Kenntnis gebracht, daß sich der Reichsfinanz­minister damit einverstanden erklärte, dah die Llmzugskosten für ausgewiefene Beamte, die nicht in ihren früheren Dienstort zurückkehren, sondern nach einem anderen Orte verseht werden, dann zu Lasten des Reiches gehen, wenn die Ent­fernung von, Zufluchtsort zum früheren dienst­lichen Wohnsitz im besetzten Gebiet die Ent­fernung vom Zufluchtsort zum neuen Wohnsitz nicht oder nicht wesentlich überschreitet. Ist das letztere der Fall, so gehen hie Llmzugskosten ganz zu Lasten von Preußen.

RDV. Magdeburg plant eine Stadt­halle. Durch eine Sammlung in der Stadt Magdeburg will der dortige Derkehrsverein die Mittel 5um Bau einer Stadthalle zusammen- 6ringen. Der Erfolg der Mitteldeutschen Aus­stellung im Jahre 1922, die das Wirtschafts­leben der Stadt in günstigstem Sinne beeinflußt hat, da sie mehr als eine Million Besucher nach Magdeburg führte, hat neben der geographischen Lage der Stadt die Hoffnung erweckt, durch Kon­gresse, Ausstellungen, Verbandstagungen und dergleichen weitere günstige Erfolge zu erzielen. In diesem Jahre sind wieder drei große Aus­stellungen geplant: die Gießerei-Ausstellung der Formermeister, die 75jährige Jubiläumsausstel­lung der deutschen Zuckerindustrie und die Mittel­deutsche Handwerkerausstellung. Dis heute sind außerdem mehr als 60 Kongresse und ähnliche Veranstaltungen angemeldet. Der Appell an die Einwohnerschaft fordert zu freiwilligen Spenden für den geplanten Bau auf. Die Hoffnungen, die man in Magdeburg auf dieses Unternehmen zum Vorteil der Einwohnerschaft seht, treffen in gleicher Weise auch auf den Gießener Plan zu. Der Unterschied ist nur der: in Magdeburg will man Spenden haben, hier dagegen soll

die Düvgerschast das Geld gegen Zinsen wM Rückzahlung anlegen. Wo oa der Ginwobn«^ schäft bei gleichem, guten Endziel mehr geböte» wird, bedarf hiernach keiner Betonung. D. Red»

" Fe st genommen wurde eine Stauen* Person wegen Urkundenfälschung und Betrug-,

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion de« Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Verhunzung deS Gießener Stadtbildes.

Jeder auswärts lebende Gießener, der ge­legentlich mal wieder in seine Vaterstadt kommt, muh von Entsetzen geschüttelt werden, wenn er bemerkt, wie das Gesicht der Stadt wieder häß­licher geworden ist.

Rachdem ja doch einmal dank den Sünden der Väter der große Eisenbahndamm den Ro­menGießen an der Lahn" zu einem imaginären Begriff macht, sollte man denken, dah Fabrik, bauten jetzt auf die landschaftliche trostlose Ge­gend an der unteren Lahn und nach Klein- Linden zu beschränkt würden. Aber nein, der einzige Auslauf, der dem Gießener geblieben ist, nach dem Schiffenbergerwald, mußte durch einer1 neuen riesigen FabriÄasten verschönt werden.

Wendet sich hier der Gast nut' Grausen und gedenkt den Blick von der Grünberger Straße nach Westen zu genießen, so sieht er auch diesen durch häßliche Reihenhäuser vollkoiftmen verbaut, die anderswo ebensogut Platz gehabt hätten.

Wer früher im Frühling die Frankfurter Straße hinabwanderte, der hatte feine Freude am blühenden Flieder und den Akazien, die die Straße beiderseits umgaben. Aber auch damit glaubt man anscheinend jetzt auf räumen zu müssen, wenigstens sieht man, wie im Vorgarten des Hauses der Cisenbahnverwaltung diese schonen Sträucher und Bäume in rücksichtsloser Weise ausgerottet werden. Auch zwischen Bahnhof und Anatomie glaubte man anscheinend das Bild durch ein (so notwendiges) Casä mehr verschönen» zu können, als durch schöne Anlagen.

Wenn wenigstens das noch unbebaute Land an der Lahn hinter dem Juxplah und zwischen den Bootshäusern mal zu Anlagen verwandt würde! Aber auf so etwas darf der Gießener keine Hoffnung haben. Auch da werden wohl bald trostlose Reihenhäuser und Fabriken stehen

Gießen, Dem das belebende Element der In­dustrie fehlt, hätte es doch so nötig, sich dafür zu einer schonen Stadt zu entwickeln, aber leider ist das Gegenteil der Fall, und man kann nur staunend und trauernd dieses negative Wunder der Unnatur mit ansehen.

Ein Gießener, der seine Stadt liebt.

Briefkasten der Redaktion.

(Aechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Redaktion.)

S). I. H. in L. Ihre Frage werden tote in der nächsten Ausgabe unserer BnlageDie Scholle" beantworten. Den mitgesandten Be­richt werden wir nicht abdrucken, denn für ano­nym übermittelte Berichte haben wir grundsätz­lich keine Verwendung.

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Dienstag, den 10. März, 9.30 Uhr vor mittags beginnend, werden in Steins Saalbau zu Lich aus den Distrikten Mühl^ berg, Konzebühl, Höler, Hard und Lange> berg versteigert: Raummeter: <Sd)eit- holz Buchen 100, Eichen 27, Fichten 22. Knüppel: Buchen 60, Eichen 43, Fichten 25. Ltockholz: Buchen 179, Eichen 104, Fichten 110. Reisholz: Buchen 870, Eichen 400, Kiefern 10, Fichten 140. Stützrollen Buchen 17, Schichthaufen Fich­ten 70. Derbstangen Eschen 20 Stück.

Rot unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Man beliebe, sich das Holz vorher anzusehen. Auskunft erteilt Förster Heuser, Lich, Fasanerie (Fern­ruf 19). 2J82D

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