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rnfvlge leinet schwächeren unD gerinnet ent4 wickelten Dorhand nicht in der Lage, solche Zug­leistungen zu volBrinaen, wie in der Gegend von Lich notwendig, wo doch von den Kleinbauern mindestens 60 Prozent darauf angewiesen seien, die Kühe auch beim Fuhrwerk oder für Äcker­gespanne zu verwenden. Anders sei es mit dem Simmentaler Rind, das für Zug-, Milch- und Fleischleistung gezüchtet werde. Das Simmen­taler Di eh sei für die kleinbäuerlichen (Betriebe viel rentabler, als das Riederungsvieh. Außer- dem fei zu befürchten, dast das Riederungsvieh in Lich nie eine Reinzucht gäbe, dast vielmehr Degenerierung zu erwarten sei. Wenn in In­teressentenkreisen Lichs der Wunsch bestehe, das Riederungsvieh zu züchten, so könnten sich ja die Landwirte, die diese Zucht betreiben wollen, zu einer Genossenschaft zusammen- schliessen, sie sollten aber nicht daraus drängen, Last die Gemeind e im öffentlichen In­teresse und auf öffentlichen Mitteln zur Aenderung in der Zuchtrichtung schreite. Wenn auch im Kreise Friedberg in einzelnen Gemeinden infolge der Kriegs- und Rachkciegs- einwirkungen Ricd?rungsvieh eingeführt worden fei. so lägen die Verhältnisse hier etwas anders als in Lich. Dom Kreise Friedberg werde haupt­sächlich die meiste Mllch nach Frankfurt, einer Grohstadt, geliefert Es wurde feine Zucht be­trieben, sondern nur eine Milchwirtschaft, die Kälber würden fast überwiegend abgeschlachtet. Allerdings werde es, vom Stand der Viehzucht aus gesehen, aus prinzipiellen Gründen auch nicht begrübt, dast es zu derartigen Ausnahmen im Kreise Friedberg gekommen fei.

Bürgermeister Völker. als Dertreter der Gemeinde Lich, widersprach in längeren Aus­führungen den Gutachten der Sachverständigen, und teilte mit, dast in Lich an Muttertieren vor­handen seien: 99 Simmentaler, 136 Riederungs­vieh l Friesen, davon ?/a schwarzbunt. 1 . rot­bunt), 16 Dogelsberger und 83 Kreuzungstiere. Drei gröbere landwirtschaftliche Detrieöe. die nur Riederungsvieh züchteten, hätten für ihren Betrieb eigene Bullen dieser Rasse. Der Dogels­berger Dulle sei abgeschafft worden, weil bei dem geringen Mutterviehbestand eine Haltung nicht mehr notwendig fei. Jetzt seien drei Simmen­taler Dullen im gemeindlichen Fafelstall. dazu läme der eine rotbunte Riedecungsbullr: bei dem hohen Destanb der Muttertiere bestehe so­gar das Dedürfnis, dast noch ein zweiter Riede- rungsbulle. vielleicht ein schwarzbunter, einge­stellt werde. Es sei dringendster Wunsch der Licher Landwirte, dast das Riederungsvieh ge­züchtet werde, nachdem sich gegen Friedenszeijen die Derhältnisse völlig umgestellt hätten. Früher habe das Hofgut die Dewohner von Lich mit Milch versorgt, heute gehe die gesamte Milch nach Frankfurt. Die Licher Landwirte seien des­halb darauf angewiesen, die Licher Dewohner mit Milch zu versorgen und hätten austerdem günstige Absatzgebiete für ihre Milch in dem benachbarten Siesten und D:.d-Rauheim. Die Cr- trägnisse aus der Milchwirtschaft seien heute nur noch die einzig günstigen Einnahmen für die Landwirte, nachdem aus der Fleischwiri- schaft und der Getreidewirtschaft Ueberichüsse nicht mehr erzielt werden könnten. Die klima­tischen Derhältnisse seien in Lich und Umgegenb auch nicht schlechter als in der Marschgegend, Wenn auch die Weideverhältnisse nicht so günstig lägen, so hätte sich das Riederungsvieh in Lich in den letzten Jahren auch an den Stallaufent­halt gewöhnt, und in Gespannen feien bis jetzt mit diesem Dieh keine schlechten Erfah^rngen gemacht worden. Im Kreise Friedberg sei einer Reihe von Gemeinden die Züchtung des Riede- rungsviehes erlaubt worden, aus den gleichen Rechten mühten auch die Landwirte Lichs in die Lage verseht werden, dieses Dieh zu züchten. ©£ beantragte, das ergangene Kreisausschuß- i

Die rote Kaschgar.

Roman von F e d o r von Zobeltih.

53 Fortsetzung. (Rachdruck verboten.)

Das tonnte eine Weisheit des Konsutse fein. Aber sie gefiel Gert nicht. Er geriet in Wut. Er erklärte, der Mandarin sei eine ekelhafte gelbe Wanze, ein unverschämter Patron, ein Flegel, ein ganz gemeiner Gauner, Und ähnliches.

..Was sagt der Mann?" fragte der Chinese

Bruder Dorotheus war diplomatischer. ,@t bittet um möglichste Beschleunigung feiner An- gel->genheit", erklärte er.Ich schließe mich an. Wir sind freie Deutsche und können nicht grund­los in Gefangenschaft gehalten werden, ilnfre Regierung wird Rechenschaft verlangen."

Der Mandarin strich mit der Hand durch die Lust, als sei ihm das gleichgültig. Aber er lenkte doch ein.

Man wird einen Kurier nach Peking senden", sagte er. ..Dank der Schuhgötter ist das schuftige Gesindel der Boxer unterdrückt worden. Untre erhabene Kaiserin sitzt wieder auf dem Drachenthron. Cs herrscht Frieden im Lande. Alle bestechlichen Beamten haben den Tod ge­funden. Eine größere Ordnung als zu Peking gibt es nirgend in der Welt. Ihr werdet bald Antwort erhalten."

Dann rief er Togol herbei.Du bürgst mit deinem Kopse dafür", fuhr er fort,daß die beiden fremden Männer nicht eher entwei­chen. eh' nicht die Erlaubnis zu ihrer Abreise cingetroffen ist..

--Run begann die neue Wartezeit. Der Sommer ging zur Rüste, die Sonne verlor an Wärmkraft und ihr Schein wurde Heller, die Schatten an den Bergen wuchsen, der Schnee auf den Gipfeln bildete weihe Türme. Bei Herbstbeginn erschienen vier chinesische Soldaten zu Pferde, noch von der alten Truppe der grünen Fahne, die hauptsächlich zu Polizei- und Gen- darmeriedienst verwendet wurde, mit Speeren und Gingals, den großkalibrigen Gewehren hei­mischen Ursprungs, und Dolchen im Gürtel, Sie waren vom Kommandanten in Dulunkul ent­sendet worden, um die Jurten der beiden gefähr­lichen Fremden zu bewachen, bis über sie ent-

urtetl zu bestätigen und die Berufung des Dor­sitzenden der KreisausschusseS zucückzuweissn.

Der Dertreter des Kreisamts Gie­ßen beantragte auf Grund der von den Sach­verständigen erstatteten Gutachten als auch mit Rücksicht auf die Interessen der vielen Klein­bauern Lichs, die heute noch nicht übersehen könnten, welche Rachteile sie mit der Zeit durch die Einführung des Riederungsviehs noch er­fahren, aus grundsätzlichen Erwägungen der Gemeinde Lich die Genehmigung zur Aende­rung der Zuchtrichtung zu versagen und das Kreisausschusturteil aufzuheben.

Der Provinzialausschuß entschied, dast der Berufung des Vorsitzenden des Äreis- ausschusses unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils stattzugeben und der Gemeinde Lich die Genehmigung, neben der Simmentaler Zuchtrichtung die des Riederungsviehes einzu­führen, nicht zu erteilen ist.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

_L Allenborf a. Lahn, 27. Jan. Rach 38jähriger treuer Pflichterfüllung hat unser seit­heriger Gemeinderechner Philipp A m e n d fein Amt niedergelegt. An seine Stelle tritt Friedrich Luh, Obergasse 7. welcher heute für seinen Posten vereidigt wurde.

* Rödgen, 25. Ian. Einen seltenen Genuß bereiteten uns am Samstagabend im Dalsrrschen Saale unsere beiden Lehrer Koch und Schmalz durch die Märchen- und sonstigen Aufführungen unsever beiden Schulklassen. Wie flott und sicher sagten die Schüler der Unterklasse ihre, viel Heiterkeit hervorrufenden Sprüchlein auf. Wer von den zahlreichen Zuschauern hatte nicht feine Helle Freude an der Frische und Ratürlich- keit, mit welcher die Darsteller des Märcheri- spielsHänsel und Gretel" sich ihrer Ausgabe entledigten. Die unter der bewährten Leitung unseres Lehrers Koch vorzüglich vorgetragenen, zum Teil sehr schwierigen und selten gehörten Chöre, wieAus der Jugendzeit" undHebe deine Augen aus", machten auf die gespannt lau­schenden Zuhörer einen tiefen Eindruck. Die flott gespielten Märsche der Schülerkapelle tru­gen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei. Das Publikum lohnte die Mühe der Ver­anstalter und Darsteller durch reichen Beifall.

Dg. G r o ß e n - B u s e ck, 27. Ian. Der hie­sige Gern ein de rat beschloß, der Ehrung der im Weltkrieg Gefallenen nun end­gültig näherzutreten. Bestimmte Entschlüsse wur­den noch nicht gefaßt. Da in der Gemeinde leb­haftes Interesfe für diese Frage vorliegt mid verschiedene Wünsche bezüglich der Ausführung bestehen, entschließt man sich vielleicht dazu, in einer öffentlichen Versammlung Anregungen und Vorschläge für die Art der Ausführung entgegen­zunehmen.

V Londorf, 27. Ian. Am Sonntagabend hielt der Arbeiter-Gesangverein Lon­dorf, welcher unter der Leitung des Musikers S ch o m b e r aus Beuern steht, sein diesjähriges Wintervergnügen ab. Das Programm, welches aus schönen, volkstümlichen Liedern, einem Theaterstück, Couplets usw. bestand, wurde sehr gut ausgeführt und ernteten reichen Beifall. Ein gemütliches Tänzchen hieft die Besucher bis nach Mitternacht zusammen. Am Montagabend hielt Ingenieur E r t e l von der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur einen Vortrag über Quer durch Rußland". An Hand zahlreicher Lichtbilder führte der Redner in verschiedene Gegenden Rußlands, seine Sehenswürdigkeiten. Gebräuche und verschiedene Dolksstämme. Gr er­zählte von seinen Erlebnissen während seines langen Aufenthalts, besonders während der Kriegsjahre und von feiner Gefangenschaft. Das schieden worden war. Sie erzählten, daß tat­sächlich ein kirgisischer Kurier nach Peking ge­schickt worden sei, und hatten auch den Austrag, dies den europäischen Herren zu berichten.

Man schöpfte nun wieder Hoffnung Aber als nach den Stürmen des Herbstes über Rächt der Winter mit aller Gewalt einsetzte, die Schnee­wehen die Berge bis an den Fuß in glitzerndes Weiß hüllten und den einzigen Pfad auf die Paßhöhe unwegsam machten, da schien auch die letzte Hoffnung verloren. Dieser Winter war schrecklich. Die Temperatur fiel zuweilen auf vierzig Grad Celsius, in den Jurten gingen die Feuer nicht aus. und da das sommersüber ge­sammelte Tereskenholz immer weniger wurde, so mußte man mit getrocknetem Pakdung Heizen. Abwechslung brachte höchstens einmal ein Wolfs­einbruch und die Jagd auf die Bestien, sonst kam man kaum aus den Fllzwänden heraus. Bruder Dorotheus spürte, daß Gert schwermütig zu werden begann, und um ihn wieder aufzu- frifchen, unterhielt er sich mit ihm über Flucht­pläne im Frühling. Ob diese Pläne sich je in die Wirklichkeit übertragen lassen konnten, war frellich zweifelhaft 2lber schon der Gedanke, endlich von hier fortzukommen .weckte die Lebens­geister in Gert. Die chinesischen Wachen waren am wenigsten zu furchten. Es waren gemütliche Kerle, die längst ihre alten Gewehre in die Iurie Toaols gestellt hatten und mit ihren Sperren höchstens die Hunde neckten. Von Poftenfteben war gar keine Rede mehr, dazu war es zu kalt. Am liebsten faß Gert über den Karten, die Bruder Dorotheus nvch besah, keine so genauen wie die verlorenen, aber immerhin zuverlässig in bezug auf den russischen Teil des Pamir­gebiets. And dahin muhte man, das war klar. Man muhte Pamirskij Post zu erreichen suchen, daS russische Fort am Murghab. dann war man geborgen. And dazu war der Akbaital-Pah zu überschreiten, nach dem man in acht Tagemärschon kommen konnte, toenn das Wetter leidlich war das hatte man von Togol durch geschicktes Ausfragen erfahren.

Der alte Togo! versuchte in seiner Gutmütig­keit, feinen Gast-Gefangenen die Langeweile auf seine Art zu kürzen. Er lud sie häufig in seine, | Jurte, ließ seine jungen Leute tanzen und Gitarre

Puottkum war ihm für feine Ausführungen banfbec.

* Kes selb ach. 11. Jan. Während die meisten Gemeinden der Rabenau ihren im Welt­kriege gefallenen Helden bereits ein Denkmal errichtet haben, ist man hier zu der gleichen Tat noch nicht gelangt. Es wäre verdienst­voll und begrüßenswert, wenn man diese Ehrung unserer teuren Toten nun auch hier mit vereinten Kräften ins Werk sehen würde.

t Grünberg, 25. Jan. Bei der gestrigen Bürgermeisterwahl, bei der 1 Bewerber in Betracht kamen, ging es den ganzen Tag über sehr lebhaft in unserem Städtchen zu. Mehrere Wahlbureaus waren zum Kontrollieren her Wäh­ler errichtet. Der Verkehr in den Straßen, ganz besonders aber auf dem Marktplatz, war sehr stark und steigerte sich im Laufe des Rachmittags außerordentlich. Vielfach wurde persönlich zur Ausübung des Wahlrechts aufgefordert. Sogar eine Droschke stand im Dienste der Wahl. In der letzten Stunde, von 5 bis 6 Ahr, nahm das Ge­dränge nahezu überhand: jeder wollte schnell das Ergebnis wissen, und niemand war imstande, über das Resultat irgendwelche Voraussagen zu machen. Beim Oeffnen der Umschläge und Sor­tieren der Stimmzettel hatte sich eine ganze Menge Reugieriger eingefunden, um die Stimm­zettel-Häufchen abzuschäyen und ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Das Ergebnis des Wahltages wurde überall mit tiefstem Ernste aufgenommen.

Kreis Friedberg,

Z; Dad-Rauheim, 26. Jan. Dec Bil­dungsverein hatte für heute abend Prof. Helmke (Gießen) zu einem Lichtbilderoortrag ÜberRÖmer und Germanen b is zur Schlacht im Teutoburger Wald" ge­wonnen. Der Redner gab in fast zweistündigen fesselnden Ausführungen ein umfaßendes Bild der Kämpfe zwischen Römern und Germanen, mit ben 3eiteu Cäfars und Ariovists beginnend. Eingehende Darstellung fanden die Züge des Drusus und Tiberius und dann vor allem die Varusschlacht im Jahre 9 n. Ehr. Die in den Jahren 14 bis 16 n. Chr. erfolgten Züge des Gerrngnikus gaben Anlaß zu eingehender Be­sprechung der Chattenfrage. Die Hauptstadt der 1 6alten, das von Germanikus zerstörte Äkattium, läßt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit fest­stellen. Von den verschiedenen Orten, die heute genannt werden, habe das Dorf Metze bei Fritz­lar den größten Anspruch darauf, als das ulte Mattium angesprochcn zu werden. Die Licht­bilder erläuterten trefflich den lehrreichen Vor­trag, dem eine zahlreiche Zuhörerschaft lebhaften Beifall spendete.

ss. Friedberg. 26. Jan Die unter dem Vorsitze von Oberst S o l d a n stehenden mili­tärischen Vereine Friedbergs versam­melten sich am doivniagahenb im Saale des Hotel Trapp zu einem kameradschaftlichen Abend. Dec Erlös für das Kriegerdenkmal bestimmt, welches zu Ehren der Opfer des Weltkrieges er­richtet werden soll. Eine für denselben Zweck vorgenommene Haussammlung hat den Betrag von annähernd 4000 Mark ergeben, eine Summe, welche zur Errichtung eines einigermaßen wür­digen Denkmals noch lange nicht genügen dürfte. Der Abend verlief unter freundlicher Mitwirkung des Gesangvereins Liederkranz und des Turnvereins in schönster Weise: eine kernige Rede des Vorsitzenden eröffnete bas Pro­gramm. Liedervortrage, Darrenübungen, Musik- oor träge des Friedberger Salonorchester, Tom- bola uni) anschließender Tanz sorgten für reich­liche Abwechslung und hielten dje überaus zahl­reich versammelten Mitglieder bis zur späten Stunde zusammen.

fpd. Vilbel, 27. Jan. In hiesigen inter­essierten Kreisen wird augenblicklich im Zu­sammenhang mit der in Aussicht genommenen

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spielen^ ließ die Mädel singen und die ..Sprecher" deklamieren und erzählte wohl auch selbst einmal irgendeine hübsche alte Sage ans dem Siddhi-Kür, der Märchensammlung der Kalmücken. Run hatte auch Gert einigermaßen die Sprache erlernt und konnte sich mit Derpa unterhalten, der jüngsten Tochter Togols, die hübscher war als ihre Ge- rrofflncn mit den Platten Rasen und den starken Wangenknochen. Er hatte sich auch eine Art Tagebuch angelegt und mit der Schilderung seiner Pamiireise begonnen, um sich die Zeit zu vertrriben. Am erfreulichsten waren ihm freilich die Plauderabende mit Bruder Dorotheus oder idem Grafen Auftien. wie Gert ihn nun zu nennen pflegte, nachdem der Misiionar selbst seinen Decknamen gelüftet hatte. Man sprach dabei fast nie mehr von vergangenen Dingen, auch vermied Auftien sichtlich, aus Freye zurück- zukcmmen. Dafür erzählte er gern von seinen vielfach recht abenteuerlichen Missionsfahrten, mrd zwar immer in höchst anschaulicher Art. Er war ein gründlich gebildeter Mann, in getoiffer Weise auch ein Philosoph auf der Grundlage einer geistigen Wirklichkeit und dem Boden sitt­licher Erfahrung. Zuweilen konnte er lehrhaft werden und verfiel dann in einen leichten Predigt- Ion, aber was er sagte, ging doch immer über den flüchtigen Augenblick hinaus und blieb haften.

Der strenge Winter war diesmal gottlob nur turz. Früher als sonst setzte die Schneeschmelze ein, ein klingendes Tropfen begann, die Höhen färbten sich rosig, lau wehte der Frühlingswind. Auch auf dem B'rgpfade löste sich die Eisschicht, das braunrote Gestein kam zum Vorschein, und unter der leichten weißen Decke in den Gehegen begann schon daS Gras zu sprießen.

Da setzte sich Gert wieder an die Karten und nahm seine Fluchtpläne von neuem auf.

Doch ehe sie zu der Ausführung kamen, geschah etwas Anerwartetes.

Eines Mittags starrten die Kalmücken m höchster Verwunderung auf die Berghohe. Dort schlängelte der FelSpfad sich eine geraume Strecke weit ziemlich d'cht am Abhange hin, und oben sah man eine seltsame Karawane: Bepackte Kamele voran, die in gemächlichem Pahschritt vorwärts

Fortsuyruna der Stravenvayn vo» Frankfurt bts in den Frankfurter Dorvrt Dergersheim auch die Wetterführung diese« Linie nach Dilbel lebhaft erörtert. Berkers­heim ist von Vilbel nur drei Kilometer entfernt. Ob die Stadt Frankfurt aber augenblicklich Ret» gung hat, unter erschwinglichen Kosten Vilbel in ihr Straßenbahnnctz einzuschließen, erscheint woht zweifelhaft, da erst genaue Berechnungen über die Rentabilität der Linie angeftellt werden muffen,

Kreis Schotten.

ß a u b a 25. Jan. Einen fcltenenÄunft- genuy bot gestern im vollbesetzten Festsaal des Gräflichen Schlosses die hiesige Konzert- und Vortragsvereinigung durch ihr fünftes Konzert, wozu das Darmstädter Bläser- Quintett gewonnen war: Martin Geisler (Flöte), Ernst Schäfer (Oboe), Fritz Heyn au (Klarinette), August Iaud (Horns, Emil Wi­sche rt (Fagott), Gusti Beck (Klavier). Zum Vortrag tarnen: Quintett ts-dur von Beethoven: Sonate hbmoll von Bach: Sextett B-dur von Thuille. Die Künstler fanden begeisterten Beifall: besonders gefiel die Gavotte aus dem B-dur- Sextett. Heute mittag hielt die hiesige Frei­willige Feuerwehr ihre ordentlicheHaupt- verfammlung im Saale des Gasthofs zur Traube ab. geleitet von Hauptmann S chan ib t. Die Mitglieder erschienen vollzählig. Der Hauptmann erstattete den Jahresbericht sowie denjenigen über den vorjährigen Kreisfeuerwehrtag in Lau­bach. Sodann wurden die Satzungen des Kreis- seuei wehrverbandes Schotten und der hiesigen Wehr bekanntgegebcn. Der erste Adjutant, Fabri­kant Karl Michel berichtete hierauf ausführlich über den Verlauf des Landes) euerwehctages in Vilbel. Der Rechner erstattete fodann den Rechen­schaftsbericht. Die Rechnung wurde geprüft und für richtig befunden, worauf Entlastung erteilt Wurde. Die Finanzlage ist günstig: der Beitrag wird auf eine Mari jährlich festgesetzt. Der Verein umfaßt 145 Mitglieder. Durch Zuruf wurde der bisherige Vorstand wiedergewähll. Außerdem wurde die Abhaltung eines Wintervergnügens beschlossen. Sehr dankenswert ist die Stiftung eines ansehnlichen Betrags durch den Grafen zu Solms-Laubach. Ebenso haben sich Bür­germeister Böhm und der Gemeinderat durch die tatkräftige Anterstützung der Wehr sehr verdient gemacht: ihre Teilnahme an der Ver­sammlung bezeugte ihr besonderes Interesse an dein gemeinnützigen Verein. Heute abend hielt der Laubacher Schütz enver ein im Fest­saale desSolmser Hoss" eine gesellige Vereini­gung mit Theater und Tanz ab. Zur Auffüh­rung kgmDer Jagerfranzl von Ammergau". Großen Beifall errangen Lehre/ Moxter und Spenglermeister Döll. Auch die anderen Mit­spieler verdienen volles Lob. Alle Teilnehmer am wohlgelungenen Abend wurden hochbefriedigt.

Starkenburg Meirchcffen.

Darmstadt, 26. Jan. (Eigener Bericht.) Die Benz-Werke in Mannheim nutzen durch ihre Automobile, namentlich durch die schnellen Probefahrten, die Kreis st raßen des süd­lichen Teiles des Kreises Heppenheim über Gebühr ab, weshalb sie der Kreisausschuh zur Zahlung einesÄostenbeitragssür die Instandhaltung der Straßen per- urteilte. Der Pr ovinzialauss ch uh hatte dieses Urteil bestätigt. Die hiergegen von den Benz- Werken beim Hess. Verwaltungsgericht ange­strengte Klage ist jetzt kostenvflichlig abgewiesen worden. Für ländliche Verhältnisse ist ein Fall von fahrlässiger Brandstiftung eine Mahnung zur Achtsamkeit. Dieser hatte sich in Büttelborn zugetragen, wo ein Schlosser, der eine Holzschneidemaschine mit einem Oel- motor bediente, diesen so dicht an die Scheuer herangestellt hatte, daß die Auspuffgase das

uiiwin iiiinwiiilii^ifffwn>MMB|iww» hirrioiP^viiMwwganMMMii

strebten, und dann ein Pikett Reiter, die Lanzen trugen, an denen Fähnchen wehten.

Togol hatte die beiden Europäer herbeige­holt. Heine alten Augen hatten an Sehkraft verloren, er wußte nicht recht, waS er aus dem Zuge da oben machen sollte, der sich nun in einzelne Telle auslöste, um über den Bergweg hinabzusteigen.

Graf Auftien hielt seinen Feldstecher vor die Augen unh reichte ihn dann Gert.

Ich lasse mich hängen, wenn das nicht Kosaken sind", sagte er.Was wollen die hier?"

Auch Gert äugte durch das Glas und stieß einen Freudenschrei aus.

Hurra", rief er,nun sind wir gerettet! Die Russen kommen!"

13.

So war es in her Tat: ein russisches Kvm» mando traf ein. um den erstaunten und anfäng­lich auch erschreckten Kalmücken zu verkünden, baß ihr Tal fortan nicht mehr Freiland, sondern in­folge eines neuen Grenzabkommens mit China russisches Gebiet geworden sei. Zweifellos hatte dec Mandarin aus Dulunkul schon um die Vor­verhandlungen zu diesem Tauschergebnis gewußt jedenfalls ließ sich "nun erklären, warum man die beiden Europäer so lange in Ungewißheit und in Gefangenschaft gehalten hatte.

Zwei Offiziere begleiteten das Kommando: ein Hauptmann Koroltow mit seinem viel älteren Adjutanten Sikzefs. einem schnauzbärtigen Turke­staner. der schon unter Skobcleff in Chiwa ge­fochten hatte Die Herren machten auß der Ueber- qabe keine Feierlichkeit. Der alt" Togol wurde herbeigerufen, sank zitternd in die Knie unb mußte wieder aufstehen, woraus ihm eine Urkunde vor- gelesen wurde, von der er kein Wort verstand Aber das Hoch auf Seine Majestät den Zaren und Selbfth'rrscher aller Reußen machte ihm klar daßer seine Gemütsverfassung nunmehr auf daS Russische einst eilen müsse - im übrigen war Hauptmann Korolkow sehr freundlich, sagte ihm. daß er mit den Seinen hier ruhig und ungestört weiter leben könne wie bisher und daß es sich vorläufig nur um eine Zählung der Häupter seiner Lieben handle.

(Fortsetzung folgt)

wer Du bist: Dein Aeutzeres verrät es! «Vornehmlich zeigt es die Pflege Deines Haares. Sie deutet gleichsam Dein inneres Ich, sie läßt Deine persönliche Eigenart erkennen. Nur auf einem gesunden, gut durchbluteten Haarboden, der frei von Schin­nen und Schuppen, frei von allen Unreinheiten ist, kann schönes, volles, seidiges Haar wachsen und gedeihen! Tägliche Pflege des Haarbodsns und Haares mit dem Kräu- lerhaarwasser gavol wirkt nervenstärkend und zellbilbend auf die Haarwurzel. Haar-

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