Erziehung.
— Unbewußtes Seelenleben. Sic Psychoanalyse Freuds in ihren Haupt^ügen. Don Hans Zulllger. Mit 20 Abbildungen. Preis geh. 1,20 Mk., geb. 2 Mk. Franckhsche Derlagshand- Lung, Stuttgart. Hans Zullrger hat sich in seinem Büchlein der recht schwierigen Aufgabe unterzogen, das vielfach angefochtene und mit Mitz- 1 rauen kritisierte Thema genieinverständlich und anschaulich darzustellen. Was es sagt, ist durch Erfahrung und sorfältige Beobachtung trefflich erhärtet, und wo es durch die Rücksicht auf Kürze und Gemeinverständlichkeit verhindert ist, in dunkle Liesen hinabzusteigen, läßt es diese Simensionen, der sich der Forscher nicht entziehen darf, ahnen und mahnt zur Bescheidenheit. 130
- Aus dem Archiv des Grauen Hauses. Eine Sammlung merkwürdiger Wiener Straffälle, herausgegeben von Hvfrat Dr. Ludwig Altmann, Präsident des Landgerichts in Wien I. Rikola-Verlag in Wien und München. Brosch. 3 Mk., Hlbl. 3,80 Mk. — Der Verfasser erzählt aus Grund der Akten des „Grauen Hauses", wie der Volksmund das Lan- desgeiächt für Strafsachen Wien I nennt, die berühmten Wiener Strafprozesse der Fahre 1827 bzw. 1867 und 1868: Die Verhandlung gegen den Raubmörder Severin von Iaroszynski bzw. den Prozeß gegen die Giftmörderin Julie Eber- genyi von Lelekes. Die streiig aktenmähige Darstellung. bei deren Lektüre Sensationslüsterne iiicht auf ihre Rechnung kommen, soll ein Beitrag zur Sittengeschichte jener Zeit sein, denn, wie der Verfasser mit Recht sagt, „im Gerichtsverfahren spiegeln sich die Sitteii und Gebräuche der Zeit wider". Der selbstgestellten Aufgabe wird der Verfasser in hohem Mabe gerecht; er schildert anschaulich und fesselnd, dabm dezent und mit viel Anregung zum Rachdenken über ernste Menschheitsprvbleme. Das Buch sei den In- tereffenten auf diesem Gebiet bestens empfohlen.
(975).
— 51 c m in i n g s Knaben buch. Herausge- gcbcH von Georg Gellert. Mit einem farbigen Titelbild und zahlreichen Abbildungen im Text. In Halbleinen gebunden 7.50 Goldmark. Verlag Earl Flemming und E. T. Wiskott A.-G-, Vertin W. 50, Geisbergstraße 2. — In der kurzen Zeit fev ,ies Bestehens hat sich auch dieses Jahrbuch in weiten Kreisen Eingang verschafft, nicht zum wenig-
" sten durch die Manigfaltigkeit, die seinen Inhalt auszeichnet und durch das Geschick, mit dem der Herausgeber es verstanden Hot, namhafte Männer als Mitarbeiter zu gewinnen. 1468
* Für unsere Kinder, ein nützliches Bilderbuch. Vierteljahresschrift. Herausgeberin Klara Sander, Köln. (Verlag G. Brami. G. Ni. b. H. in Karlsruhe i. B. Preis jährlich 3.60 Mk., Einzelheft 1 Mk. 1924/25. Heft 3.) Las neue Heft bringt Regenmäntel, Schul-, Haus- und Frühjahrskleider für Mädchen und Knaben. Arbeiten aus der Jugendklasse der .Kunstgewerbeschule Köln, Kleidbeschreibungen, Anleitung zum Schnittmusteranfertigen, Stickereimuster. 3m Textteil: Urgroßmutter erzählt. — Las Marlern vom roten Fingerhut. — Der Dol- •Lor spricht... — Von der HMisapvtheke, ein Kapitel für die Mutter. — Schnittmusterverkauf ist eingerichtet.
— F. Müller-Lyer: Die Zähmung der t'Jlornen. IL Soziologie der Erziehung. Albert L2angen, Verlag, München (43).
? Müller--Lyer geht in diesem Buch mit einer
_ ausgezeichneten Forscher- Feinfühligkeit an das zentrale Problem der Kulturstaaten heran und löst, wie ein Anatom das Nervengewebe, dir entwicklungsgesetzlichen Phasen der Erziehung aus dem Gesamtkörper der Geistes» und Kulturgeschichte heraus. Er steht dabei so fest in den modernen, d. h. der Reuzeit angemessenen Erfordernissen der Erziehung, daß der Befer daraus sich ein recht getreues Bild des herrschenden europäischen Trachtens machen kann. Und das find der Uebergang weltwirtschaftlicher Grundsätze auf kulturschöpferische Geistesarbeit und die Ueberdeckung des Stammes wesens als der natürlichen Grundlage wahren Volksstolzes und echter Völkerachtung durch eine etwas oberflächliche und darum bestechende internationale Opportunitätskalkulation. Damit wird der menschlich so be- beutente Hang nach größeren, d. h. tieferen Zusammengehörigkeiten, der die Volker der Erde schließlich einbegreifen möchte, und der nur in stammesgebundener Kulturarbeit zu erfüllen ist, durch die leichter zu erlangende Horizonterweiterung, durch die friedliche Anschwellung der intellektuellen, Machtsphären in der Sensation des Völkerverbandes mit Esperanto als lulturver- miUelnüen Elementes ersetzt. Auf dem Meer fühlt die Weltwirtschaft sich zu Hause. Aber das Esperanto und die Weltkulturidee sind kein Meer, sonderii ein luftleerer Raum voller Tod für die Kulturen und den echten bodenständige.! Menschen. Das ist 6er Riß in Müller-Lyers Buch. 3n seinen der Erziehung und ihren Mitteln gewidmeten Abschnitten ist er beste Autorität. Aber sein tieferer Welthintergrund ist der unkritische, interne, moral-pazifistische Zeitgeist der Weltwirtschaftsepoche. -sy-
Volkswwlschaft.
-- Die Grundprobleme der theoretischen Volkswirtschaftslehre. Von Prof. Dr. W. Heller. 144 Seiten. 2. Auflage. Preis gebunden 1,60 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Der Verfasser behandelt die wichtigsten Fragen der theoretischen Rationalökonomie, und zwar das Wertprvblem, das Preisprvblem und das Problem der Einkommensverteilung mit den wichtigsten Unterabschnitten über Kapitalzins, Unternehmergewinn und Arbeitslohn. Die einzelnen Degrifie werden eingehend, ihrem Wesen nach erörtert, die Kontroversen der Auffassung unter Heranziehung der klassischen Literatur klar herausgestellt. Das Buch kann jedem angelegentlichst empfohlen werdeli, der tiefer in die nationalökonomischen Grundprobleme einzudringen sich bemüht. (1170)
— Handelskunde mit besonderer Berücksichtigung der Rechtsverhältnisse der kauf- niäiinischen Unternehmung. Von Diplomhandelslehrer Felix Buhe (Lindes Kaufmännische Bücherei Band IV, Halbl. geb. 3,80 Mk., Industrie- verlag Spaeth & Linde. Berlin E 2). Das umfangreiche und vielseitige Gebiet der für die Handelsunternehmung in Betracht kommenden rechtlichen Bestimmungen bildet den Gegenstand der Darstellung des vorliegenden Buches. Alle Rechtsbestimmungen sind daraufhin untersucht
Für den Büchertisch.
worden, ob sie sich auf die im Handel tätigen Personen oder auf den Verlauf des Handelsverkehrs beziehen, so daß sich zwei Hauptgebiete der Rechtsverhältnisse einer Handelsunterneh- mung, ein persönlicher und ein sachlicher Teil, ergeben haben. An geeigneter Stelle sind die Einzelergebnissc in übersichtlichen Zusammenstellungen aufgeführt, so daß das Unterscheidende deutlich hervortritt. 1492
— Kritik der Steuerlast. Von Dr. I. B. Jahn. Preis Nm. 1.—. Hanseatische Verlags- anftalt, Hamburg 36. Die Schrift versucht zunächst, in die vielfach sehr verworrenen Finanzdebatten eine gewisse theoretische Ordnung zu bringen. Die grundsätzlichen Gedanken werden dann im einzelnen an zahlreichen inländischen und ausländischen Beispielen erörtert. Die Vorschläge zur deutschen Steuerreform berücksichtigen vor allem das soziale Momen reform berücksichtigen vor allem das soziale Moment, das in der Notpolitik der Stabilisierungszeit zurücktreten mußte. 233
— Wie lieft in an den Handelsteil einer Tageszeitung? Von Ernst Kahn und Fritz Raphtali. (Frankfurter (Ärzietäts- druckerei G. m. b. H., Frankfurt a ,M. 2.50 Mk.) Das bekamrte Werk, das über alle Fragen, die bei der Lektüre des Handelsteiles der Tageszeitungen auftauchen, jedermann in leichtverständlicher Form erschöpfend Auskunft gibt und zugleich eine wertvolle Einführung in das Verständnis aller wichtigen Fragen der Gegenwartswirtschaft darflellt, liegt abermals in einer neuen Bearbeitung vor. Die Verfasser haben darin alle neuen Wirtschaftsformen und Aenderungen, die sich nach der Stabilisierung der deutschen Währung ergeben haben, berücksichtigt. So fand insbesondere die Reuordnung bei der Reichsbank eingehende Darstellung, ferner wurden die im Zusammenhänge mit der Goldbilanzierung und Aufwertung häufig austretenden Fachausdrücke erläutert. Sie neue Ausgabe ist nach jeder Richtung hin den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechend aktualisiert worden, dabei haben die Verfasser nicht versäumt, überall den Anschluß an die Verhältnisse der Vorkriegszeit herzustelleii, die auch heute noch gewiffermaßen als Rorm anzunehmen sind und deren Verständnis als Grundlage notwendig ist, um die wirtschaftlichen Vorgänge der Gegenwart richtig würdigen zu können. Die Verfasser haben es verstanden, schwierige theovetischc Auseinandersetzungen zu vermeiden und den Leser an Hand von Zeitungsausschnitten gleich in die Praxis einzuführen. Das Werk vermittelt über alle Vorgänge an der Börse, am Devisenmarkt, an den Warenmärkten usw. reiche Kenntnisse. 1473
Wissenschaft.
Der Geist der Wissenschaft. Von Dr. Fr. Reeff. („Wissen und Wirken" Band 17/18.) Karlsruhe 1924. Verlag G. Braun, G. m. b. H. Ein Freund der Wissenschaft wendet sich in diesem Buche an die besinnlichen Gemüter unter den Freunden der Wissenschaft. Und als solche denkt er sich nicht nur die Akademiker, sondern auch alle, die wiffen, tote wertvoll für das Leben eine tägliche Mußestunde ist, in der der Mensch aus dem Getriebe seines Alltages heraus zu sich selber kommt, um auf die inneren Stimmen des Geistes zu hören. 3n drei Kapiteln, die von der Geschichte, von der Struktur, von dem Wert der Wissenschaften handeln, wird gezeigt, wie die im menschlichen Geiste liegenden vielseitigen Möglichkeiten zum Erfassen und Innewerden der Wirklichkeit einen Reichtum von Wissens sinn weckt, zu dem ein verarmtes, sich selbst beschränkendes monistisches Streben nicht gelangen kann. (168)
'Theodo r Wilhelm Danzel: Magie und Geheimwissenschaft. (Verl. Strecker und Schröder in Stuttgart.) Der als Dollserkunder und vor allem als Mexikvloge weiteren Kreisen bekannte Hamburger Privat- dozent gibt hier einen skizzenhaften Aufriß über die Magie nach ihrem Inhalt, wie nach ihrer Verteilung auf der Erde. Das hat seine Reize und auch Gefahren. Reben der reichen Farbigkeit muß man den Andeutungscharakter der Abhandlung in Kauf nehmen. Es ist stark, daß Danzel das, was den Renting auf seinem Gebiet fesseln könnte und fällte, in allzu großem Umfang in das Literaturverzeichnis verbannt und so manchen Hilfen sich entschlägt.
Danzel will mit seinem Buch in gewisser Hinsicht Einsicht in Urgut der Menschheit aus der sogenannten primitiven Stufe ermöglichen, da er neben dem nur wissenschaftlichen Zweck der Kull« turerElärung auch den Zug nach den Ursprüngen als lebenswichtig für die gegenwärtige Kultur- übergangszeit einsieht. Er fragt sich „ob die Magie, d. L eben jene früheste Weltanschauungsform und Betätigung, in der heutigen sogenannten aufgellärten Zeit möglich ist, und wenn sie möglich fein sollte, was sie zu leisten vermöge". Es ist nun freilich nicht genug, in Anbetracht der unbedingten Bejahung dieser Frage, mit der Erklärung dessen, was Magie ist, nur bis zur psychologischen Wurzel, der Suggestion, vorzudringen. Die Ausführungen streifen oft haarscharf an esoterischen Urerlebniffen vorbei, die möglicherweise viel Auflebung vorläufig hätten, aber doch zuletzt der Sache gedient hätten. Es dürfte bei Danzel da eine etwas zu große Vorsicht Vorgelegen haben. Indessen werden Abschnitte, wie die über Mexiko und China und auch der über die Kabbala und Alchimie die lebhafte Spannung und Wunsch nach tieferer Kenntnis vermitteln, zu der der Literaturweiser das Wichtigste enthält. Auch die beigefügten kormologischen Dildproben und die Masken lassen Rätsel sprechen, deren ßofung uns nicht nur wissenschaftlich angehen mögen. 115
— Einführung in die systematische Mineralogie. Von Prof. Dr. F e r d. von Wolfs. Erster Teil. 122 Seiten. Preis geb. 1,60 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Seiner vor kurzem erschienenen vortrefflichen Einführung in die allgemeine Mineralogie läßt Verfasser jetzt eine Einführung in die systematische Mineralogie folgen, deren erster Tell vorliegt. Es werden darin die physikalisch-chemischen Bildungsbedingungen der Mineralien, die Kieselsäure und Sillkale, ferner die Sauerstvff- salze behandelt. Die wichtigsten Mineralien, die sich an dem Ausbau der Kruste beteiligen oder eine wirtschastliche, technische Bedeutung besitzen oder aus irgendeinem anderen Grunde besonderes Interesse verdienen, werden in knapper Form geschildert, ihre physikalischen, optischen Konstanten zusammengestellt. DaS einzelne Mineral wird nicht losgelöst aus seiner Umwelt, sondern mög
lichst im engen genetischen Verband mit feiner Umgebung betrachtet. Sie Darstellung der genetischen Verhältnisse, der Bildungsbedingungen, der Stabilitätsbereiche der verschiedenen Mineralien nehmen daher auch einen breiteren Raum ein. Die beigegebenen Kristallbilder in vorzüglicher Ausführung unterstützen den Text. 1166
-- Die Krankheiten dex Forleule und ihre prognostische Bedeutung für die Praxis. Don Professor Dr. Phil. Max Wolff und Dr. Phil, et feient. nat. Anton Krautze, Eberswalde. Heger-Verlag Wllh. Gottl. Korn, Breslau 1. Die Forleule hat durch ihre Verheerungen dafür gesorgt, daß ihr Rame heute in aller Munde ist. Zwei der besten, wissenschaftlich durchgebildeten Kenner der Forleule haben sich zu- fammengetan und alles das, was man über das Leben und Sterben der Forleule weiß und wissen muh, ober auch das, was noch nicht einwandfrei erforscht ist, in dem vorliegenden Werk zusammen- geftellt. Es ist ein besonderes Verdienst des Werkes, das die Krankheiten des Fallers erschöpfend behandelt, die von der Ratur geschaffenen Feinde der Forleule uns, soweit bekannt, vor Augen geführt werden. Auch über die Bekämpfung der Forleule üutzern sich die Verfasser, endlich über die viel umstrittene Frage der Wiederbegrünung befallener Stämme. 133
Wieder liegen heute zehn neue Bändchen der „Deutschkundlichen Bücherei" vor uns, die bereits zu einem unentbehrlichen Hilfsmittel für den Deutfchunterricht geworden ist. Schneiders Stil künde erforscht den sprachlichen Ausdruck, spürt den Gründen der Wirkung nach und prüft den Gesamteindruck von Mustern des Stils. Bremers Heldenlieder geben eine geschickte Auswahl germanischer Dichtungen in einwandfreier deutscher Übersetzung und bieten das verstreute Material zur bequemen Benutzung dar. In die Germanische Welt führt auch Herrmann, dessen Deutsche und Rordi- f ch e Göttersagen in großen Zügen das Wichtigste zusammentragen, was uirs von ihnen erhalten ist. Eine verwandte Kunstform behandelt v. d. Leyen in seinem bereits in 2. Auflage vorliegenden Hefte „Dasdeutsche Märchen". Hier wird der Weg tieferer Besinnung über die Entstehungsweise der Märchenmotive gewiesen. Wertvoll ist auch die kurze Einführung in den Geist der deutschen Dichtung des Mittelalters aus der Feder Chris - manns, des Altmeisters der Grammatik. Die Hefte von Fehr, Knapp und Scherwahky wenden sich den allgemeinen kullurkundlichen Fächern zu. Wo findet man eine bessere und kürzere Darstellung über Volk und Recht im Mittelalter und der Reuzeit als in dem Bändchen des Schweizer Gelehrten? Und wie eigenartig und didaktisch geschickt führt Knapp in Wort und Bild seine Leser in die deutschen Kunstschöpfungen vergangener Jahrhunderte ein. Will er so in der bildenden Kunst das Wesen des deutschen Volkes erfassen, so erlauscht dieses Scherwahky in den musi- kalischeir Schöpfmrgen und den philosophischen Systemen unserer Dergangenhell, Darstellungen von einer Kurze und Prägnanz, die ihresgleichen suchen. (155)
— Erdbüchlein. Kleines Jahrbuch der Erdkunde 1925. Mit 28 Alckildungen und Kärtchen. Preis 1,20 Gm. Stuttgart, Franckhsche Der- lagshandlung. Mit Genugtuung nimmt man den neuen Jahrgang dieses geographischen Jahrbuchs zur S)anb. Die Mllarbeller bieten kein trockenes Wissen bar, sondern Tatsachen in anregender Beleuchtung, wobei natürlich auch Geschichte und Wirtschaftsleben gebührend- berücksichtigt werden. An die vielseitige Uebersicht über die Veränderungen in den Ländern der Well schließen sich diesmal Auffätze aus dem Gebiet der Geologie an. Dank seiner Reichhaltigkeit wird das Erdbüchlein ein willkommener Führer fein. 143
— Sternbüchlein 1 925. Don Robert Henseling. Mit einer zweifarbigen Planeten- tafel und 31 Bildern. Preis geheftet 1,20 Mk. Franckhsche Derlagshandlung, (Stuttgart. — Das Sternbüchlein zeigt für jÄrerr Monat des Jahres die Stellungen und Bewegungen der Gestirne. Klare Sternkarten und ein höchst einfacher, dabei gründlich durchdachter und anregend geschriebener Text geben die beste denkbare Anlellung, die einzelnen Sterne und Sternbilder aufzusuchen. Auch der wissenschaftlich fortgeschrittene Stern- freund findet in dem Büchlein alle nur wünschenswerten Unterlagen und Hilfen für seine Beobachtungen. 144
Haus und Heim.
- Der Kleingarten. Don Gartenbau- infpeklor Carl R i m a n n. 160 Seiten. Preis gebunden 1,60 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Allen Garteninterefsen- ten wird das kurz gefaßte, leicht verständliche und übersichtliche Buch alles Wissenswerte für die Anlage, Pfrege und Bewirtschaftung des Kleinoder Siedlergartens vermitteln. An Hqnd zahlreicher Bilder wird behandelt: die Erstanlage, Ausgestaltung, Anpflanzung von Obst, Gemüse, Blumen und Sträuchern, Düngungs--, Bewäs- serungs- und Bearbellungsfragen des Bodens, Dolbeugung und Dertilgung aller Schädlinge. Alles ist so geschrieben, daß sowohl der Anfänger als auch der Vorgeschrittene im Klein- gattenbau hier ein willkommenes Handbuch und Rachschlagebrevier erhält, ohne daß erschwerende wissenschaftliche Auslegungen das Wissenwerte belasten. (1165).
— Das Zimmergartenbüchlein. Eine Anleitung zur Pflege und Anzucht der Zimmer- blmnen von Bruno Schönfelder mit 8 Tafeln und 30 Abbildungen im Text. 1,20 Gm., geb. 2 Gm. Franckhsche Derlagshandlung, Stuttgart. Der Blumenschmuck vom Zimmer, Fensterbrett und Balkon nimmt erfreulicherweise wieder zu, nachdem er in der Inflationszeit beinahe verschwunden war. Will man Freude an seinen Blumen haben, so mutz man ihre Wünsche verstehen, und dazu gehört ein Führer, der kurz, aber um so übersichtlicher die nötigen Ratschläge und praktischen Handgriffe zeigt — und das tut das Zimmergartenbüchlein durch Text und Abbildungen. 129
— Das Süß Wasser-Aquarium. Von C. Heller. Dritte, neu durchgesehene und erweiterte Auflage. 198 (Seiten mit zahlreichen Abbildungen und einer farbigen Tafel. — Preis in Leinenband 2,80 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — In schlichter und deutlicher, auch dem Verständnis der reiferen
Jugend angepaßter Sprache, ftHjtf tier interessante Vorgänge aus dem Leben im Wassev vor. Die Beschreibung der Tiere und jßflanaat ist möglichst kurz gehalten. Ein breiter Raum tfr der technischen (Seite des Aquariumbetrdebes ebn* geräumt. Im ersten Tell ist das AdressemnateriaU erneuert, technische Verbesserungen sind berücksich- tigt. Im befonberen Teil sind alle neuere» Erfahrungen und Beobachtungen bineingearbeitet, Die Ramengebung der Fische ist dem Stande 6er Wissenschaft angepaßt. 1182
Unterhaltung.
— DerGarten. Tessiner Erzählungen von Lisa Wenger. (Grethlein & Co. in Leipzig untt Zürich.) Auf entlegenen Pfaden und bei Volksfesten wandert die Verfasserin durch das Land und reiht Gedanken und Eindrücke aneinander, bis sie sich zum Bilde runden und-.die Helle, klare, einfache Seele der Teffiner offenbaren, die trotz des schweren Ernstes im Gesicht und trotz karger Mittellsamkeit so viel Sonne, Gläubig« fett und Vertrauen in ihrer Herzenskammer bewahren, Alles schildert Lisa Wenger in ihrer gütigen, verstehenden Art, besonnt von Schall und köstlichem Humor. 132
— G oldene Fäden. Ein Buch vom Glücklichmachen und Glücklichsein für junge Mädchen. Don Anna Schaeder. Verlag Agentur des Rauhen Hauses in Hamburg. — Es ist ein reizendes Mädchenbuch, das den Leserinnen viel Freude bereiten und reiche Anregung bieten wird. Der gediegene Inhalt des Buches erfährt noch eine gute Bereicherung durch den netten Buchschmuck von Toni Buschberg und die geschmackvolle Einbandzeichnung von Hildegard Schwartz. 1062
— Armenhauskinder. Eine Erzählung von Henni Lehmann. Verlag Thüringer Der- lagsanstatt und Druckerei, Jena. — Die Verfasserin versteht in sehr fesselnder Weise zu erzählen. Das Buch gibt dem nachdenklichen Leser recht viel. Es verdient darum eilte Empfehlung.
1222
Das erste deutsche Kreuzworträtssl-' buch, das Anspruch auf Reichhaltigkeit, Phantasie, Witz und Laune erheben tarnt, ist soeben bei der Allgemeinen Derlagsanstalt München erschienen. Es ist eine amüsante Anthologie von. fünfzig Rätseln, denen belehrender und unter* hallsamer Text, zahlreiche Randglossen und Ein* fälle beigegeben sind. Ein Bleistift mit Radiergummi vervollkommnet die Ausrüstung für Kreuztoorträtsler. Das Buch ist ein Tummelplatz für spitzfindige und pfiffige Köpfe, eine hellerer Freund für Musestunden, Arbeitspausen, Eisenbahtffahrten und Urlaubszellen.
— Luckner-Iahrbuch 1925. Preis. 90 Pf. Leipzig. K. F. Koehler. — Der ehemalige Komntandant des „Seeadler" erzählt in feiner urwüchsigen Ausdrucks weise „Reue Geschichten aus feinem 2eben“, verschiedene zeigen ihn in Uniform und in Zivil, mit der Ptep im Mund uitd im Schmuck der Orden anläßlich seiner Trauung in Malmö, die auch sonst in Wort und Bild geschildert ist. Beiträge der Generals Graf v. d. Goltz und Rlaercker, abgerundete Proben aus neuen Büchern des Verlages verovll* stäitdigen den 'Band, den man vom Anfang bi« zum Ende mit großem 3ntercffe liest (1234}
Zeitschriftenschau.
Die Reue Mu sik-Zeitung (tßedatf von Carl Grüninger Rachf. Ernst Klett, Stuttgart}, bringt in Heft 11 einen fesselnden Aufsatz „Mimefis" von W. Dausfenbach, der das Verhältnis zwischen in der Ratur vorkommenden Klängen und Geräuschen und ihren mehr oder weniger ftilifier* ten und idealisierten Rachahmungen in musikalischen Kunstwerkmr beleuchtet: hierauf folgen weitere, bisher noch nicht veröffentlichte Ergänzungertz zu Hugo Wolfs Briefen. Eine Besprechung der Tagebücher P. I. Tfchaikowskis durch O. v. Riese* mami mit interessanten Zitaten daraus, eine Würdigung des seit einem halben Jahr in Weimar eröffneten Max-Reger-Archivs bilden den Schluß! des Heftes. — In Heft 12 finden wir zunächst den ersten Tell eines Auffatzes von Dr. Th, Haas über das tragische Lebensschicksol des vvL hundert Jahren hochgefeierten Wiener Singspiel- komponisten „Ferdinand Kauer". Dr. Kork Klunger behandelt dann das Problem „Stimmforschung und Stimmbildung" und Paul Morsop gibt uns ein anschauliches Bild von der Künstlev- schaft des Münchener ® euer almuf ifbireftorfl Hans Knappertsbusch.
— Sie Koralle, Magazin für alle Freund« von 'Jtatur und Technik. (Verlag Ullstein, Berlin. Preis 1 Mk.) will aus dem Einerlei und der Enge des Alltags in die Welle und Freiheit göttliche^ und menschlichen Schöpferwillens fliehen. Jedem, der die frische Lust liebt, das Bewußtsein der un». endlichen Schönheit unserer Erde ins Herz tragen. Das erste Heft ist ein verheißungsvoller Anfang! Da wird zu ausgezeichneten Filmaufnahmen von der Jugend des Kuckucks erzählt, über Wunder der Orchideen und vieles andere: wir reisen im Geiste mit nach Grönland und Innerafrika, die Wunder der Meerestiefe enthüllen sich uns, wir sehen den Nil und die Arktis: eine beigelegte „Zauber"-Brills läßt Dinge und Bilder neu und plastisch erschein neu: die ständigen Rubriken „Radio", „Amateur-« Photographie", „Aus dem Sturiofitätenfabinett der Natur" und „Kleine technische Neuerungen" berichten von Fortschritten auf diesen Gebieten.
-- Das neueste Heft des „Heger", Zellschrift für waibgerechte Jäger und Heger deS Breslauer Verlags W G. Korn bringt in bekannter Vielseitigkeit ein paar nette Skizzen auS dem Leben des Waidmanns, einen bedeutsamen Beitrag über die Forleule und eine Besprechung der Igdindustrie auf der großen deutschen Jagd» ausstellung.
— „Die Frau und ihr H aus", Zeitschrift für Kleidung, Wohnung, Wirtschaft, Körperpflege, Erziehung, Volkswohlfahrt. Verlag: G. Braun, rn. b. H., Karlsruhe i. B., bringt im neuen Heft 7, neben Schulanzügen für Knaben und Mädchen, Frühjahrskleidern für Frauen und Rlädchen, Westen, Mützen und Taschen im Modenteil wertvolle Ter.tt bellräge und Abbildungen. Der Aufsatz „Die Frau als Wohnungskünstlerin" regt in Bild und Wort zu Nachschöpfungen an. Ellern, Lehrer, alle int öffentlichen Leben stehenden Frauen verfolgen mit Interesse Darlegungen „lieber den weibliches Einfluß in der Mädchenschule", „Iugendgemäße Schu« len", „Frauenbewegung und ßebensreform", „Int Dienste deutscher Hauswirtschaftserziehung", „Elsa Brandström", „Das schöpferische Kiill>", „Die Volksz Hochschule auf dem Lande", „Landkultur".
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