Ausgabe 
27.4.1925
 
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Nr. 91 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberbessen) Montag, 21 April (92'

Die Reichspräsidentenwahl.

Stadt und Kreis Bietzen.

Gemeinden

Hindenburg

20. 4. 25

Reichsblock

Marr

26. 4. 25

Bolksblock

29. 3. 25

Thälmann

Ungültig

26. 4. 25

26. 4. 25

29. 3. 25

Elbach. . . ...................

123

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13

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1

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3

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177

127

12

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5

4

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1

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5

1

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135

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1

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179

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2

2

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3

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1

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11

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1

2

1

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29

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2

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160

2

1

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15

14

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3

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300

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18517

18747

825

885

256

Provinz Oberhessen.

Hindenburg

Reichsblock

Marx

Bolksblock

Thälmann

Ungültig

26. 4. 25

29. 3. 25

26. 4. 25

29. 3. 25

26. 4. 25

29. 3. 25

26. 4. 25

Itcid (Ziehen einschl. Stadt Gießen............

29454

20982

18517

18747

825

885

Ixeib Friedberg einschl. Stadt Friedberg.....-t ... .

21438

15736

23324

23677

1878

1627

RxeiS Büdingen einschl. Stadt Büdingen.......

12645

10073

5909

6578

683

539

ileit' Schotten einschl. Stadt Schotten........

10960

7938

2525

2805

75

54

Ureis Alöseid einschl. Stadt Alsfeld............

13860

9304

4198

4318

77

58

jlxeis Lauterbach einschl. Stadt Lauterbach.-........

10845

7113

3945

4019

88

48

Insgesamt . .

99202

71146

58418

60144

3626

3209

Der zweite Wahlgang.

(Sieben. 21. April 1925.

Wie im Reiche. so wurde auch in der Stadt i.r.ö im Kreise Sieben und in der Provinz Obcr- !>elfen die gestrige Wahlschlacht siegreich für Nrn Feld marfchall von Hindenburg s chlagen. Beim ersten Wahlgang zur Reichs - Präsidentenwahl, am 29. März, erzielten die jetzt 'T. Reichsblock vereint kämpfenden Parteien in btt Stadt Dieben 6920 Stimmen, gestern ersten daraus 10 321, die jetzt im Dolksblock , t.lammengeschlosscnen Parteien fomrtcn am 29. 'ärz in Dietzen 6123 Stimmen verbuchen, gestern i iifcn sie auf 6345 zurück. Die Kommunisten. Ke am 29. März 453 Anhänger ziffernmäßig le'lstellen konnten, mutzten sich gestern mit 384 legnügen. Betrachtet man das Ergebnis im kreise Dieben, einschl. Stadt Dieben, wie eZ im einzelnen aus der vorstehenden Wahl- raLelle hervorgeht, so kann man den gleichen llufstiegbei den Reicksblockparteien jrib den Rückschritt bei den Linkspar- eien. Dolksblock bzw. Kommunisten, feststellen. R'ic ReichsblociParteien stiegen von 2)982 auf J* 454 Stimmen emvor, der Dolksblock ging von (13 747 auf 18 517 Stimmen zurück, die Kommu- lisien sanken von 835 auf 825. In der Pro - fvTX't Oberhessen in der Hauptsache das- ','lve Bild. Bei den Reichsblockparteien ein Wachstum von 71 146 auf 99 2)1 Stimmen, beim rllsblock ein Rückgang von 60144 aus 58417. bei den Kommunisten dagegen wieder ein An- lHcvellen von 3209 auf 3626 Stimmen, das ver­

mutlich dadurch verursacht wurde, daß stramme Sozialisten lieber den Kommun st?.i als den Zen- trumsmann Marr auf ihren Schild erhoben.

Die Wahlbeteiligung war durchweg stärker als beim ersten Wahlgang zur Reichs- Präsidentenwahl. Man wird fic für den Durch­schnitt der Provinz wohl auf 80 Prozent ver­anschlagen können. In der Stadt Dieben bezifferte sich die Wahlbeteiligung auf 30 Proz. gegenüber 62,3 Prozent bei der Reichspräsiden- tenwahl am 29. März und 74,1 Prozent bei der Reichstagswahl am 7. Dezember v. I An­fänglich war die Wahlbeteiligung flau; bis elf Hhr vormittags hatten nur 30 Prozent der Stimmberechtigten ihr Wahlrecht ausgeübt, bis 12 Uftr stieg die Beteiligung aus 40 Prozent, und auf diesem Stand hielt sie sich bis gegen 3 Hhr nachmittags. Bon nun an war der Zu­strom zur Wahlurne sehr rege, er stieg stündlich um rund 10 Prozent, so dah sich schließlich eine Beteiligung von 80 Prozent ergab. Der Haupt- andrang war zwischen 4 und 5 Hhr nachmittags. Interesiant ist, dah die ungültigen Stimmen in der Stadt Dietzen sich nur auf 99 beliefen, eine Ziffer, wie sie gleich gering seit langer Zeit nicht zu verzeichnen war. Weiter ist be­merkenswert. daß in unserer Stadt über 1000 Wahlberechtigt unter Borlage eines Wahlscheins ihr Stimmrecht ausübten, eine auherordentlich hohe Ziffer, die wohl mit der gestrigen Hunde­ausstellung und der Automobil-Sternfahrt nach Dietzen zu erklären ist; in einem einzigen Wahl­bezirk wurden allein 134 Wahlscheine vvrgelegt. Bon unserem städtischen Wahlamt wurden nahezu

700 Wahlscheine an Siebener Bürger veraus­gabt, die ihr Wahlrecht an auswärtigen Plätzen ausüben mutzten.

Der Wahlschlacht ging hier und im Kreise Dietzen eine rege Wahlagitation voraus. Ra- mentlich machte das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold starke Anstrengungen für den Kandidaten des Dolisblocks Marx. Bereits am Sonntag vor der Wahl, am 19. April, fuhr es in einem Last­auto mit schwarz-rot-goldenen Fahnen durch unsere Stadt, ebenso unternahm es Fahrten in die Grünberger und Licher Degend. Am Sams­tagabend trat es mit einem Fackelzug und an- schließender Bersammlung in die Oeffenllichkeit, und gestern steigerte eS seine Bemühungen für Marx in starkem Matze durch Hmzüge unter Borantritt eines Trommler- und Pfeiferkorps und einer Musikkapelle, sowie durch Fahrten mit Lastkrastwagen, die mit Musik besetzt waren. Sämtlich 3 Agitationsumzöge und -sahrten fanden viele Zuschauer, aber alle diese Anstrengungen vermochten doch nicht, die Mehrheit des Stadt- und Landvolkes für die Sache zu gewinnen, der das Reichsbanner keine Kräfte widmete Die grobe Mehrheit der Bevölkerung handelte mit dem Stimmzettel io, wie einst der sozialdemo­kratische Abgeordnete Heilmann auch schon tat, als er bekundetem .Ich gehe zum Hindenburg." Datz bei den Agitalionsfahrten und -Umzügen auch mal das heitere Moment nicht fehlte, be­weist ein Dorgang, den ein Augenzeuge uns be­richtete. Gegen 4 Uhr nachmittags fuhr nach dieser Darstellung ein mit Musik besetztes Werbe- auto des Reichsblocks, der übrigens in dieser

Art auch eifrig tätig war. von der Frankfurt e»- Strafte aus durch die Südanlage, wobei d ' Klänge des Deutschlandliedes ertönte Unmi bar dahinter folgte ein Werbewagen dce Re..<* banners Schwarz-Rot-Gold, hinter dem eine A." teilung dieser Organisation singend cinbci <b üt Beide Parteien zogen friedlich ihres Weg . l und liehen einander in Ruhe. Man darf dieses fried­liche Berhalten der hiesigen politischen Gegner mit Genugtuung registrieren, denn steh: in erfreulichem Gegensatz zu den unliebsamen Aus- fchreitungen, die gestern wieder an manchen an­deren Orten zu verzeichnen waren.

ilnfer Wahldienst. Den wir in umfassendster Weise bcreitacstcllt hatten, gestaltete uns. Der Einwohnerschöft in schnellster Weise die Wahl­ergebnisse zur Kenntnis zu bringen. Bereits um 6 Uhr am Sonntagnachmittag konnten wir das erste Leilresultat aus 2o Orten des Streife» Dietzen an den Fenstern unserer De'chciftsftelle zum Aushang bringen, gegen 6^ < Hbr konnten wir die ©rgebniffe aus weiteren 2c Orten bin- zufügen, und von da an ging eS Dann bald Schlag auf Schlag mit der Herausgabe der Er­gebnisse von nah und fern. Hm 9.30 Hbr konnten wir dank unserer Funkeinnchlung. durch die wir in direktem Funkdienst mit Berlin stan­den. das erste Teilergebnis auS dem ganzen Reiche herausgeben, dem dann halbstündliH wei­tere Gefamtübeisichten aus dem Reiche folgten, bis um 2 Hbr das an der Spitze des Blatte mitgeteilte Ergebnis folgte. das nach bei amt­lichen Feststellung den Deneralfeldmarschall von Hindenburg alÄ neuen Reichspräsidenten verkü -- det. Eine sehr grofte Menschenmenge bnn tc bis tief in die Rächt hinein vor unserem Geschäfte- hause aus. um dort den Ausgang d« Wohl schnell zur Kenntnis zu nehmen. Erst nach 3 Hbr räumten die letzten der Standhasten das Feld.

Aus der Umgegend.

Hessen.

ss. Friedberg, 26. April Die Wahl­beteiligung bei der Reichspräsidenten- wabl war in Friedberg bei der zweiten Wahl um ungefähr 531 Stimmen stärker als bei dei­erst en. Der Dolksblock entwickelte eine fieber­hafte Tätigkeit; ein mit einer Musikkapelle be­setztes, mit schwarzrotgoldenen Fahnen geschmück­tes Auto durchfuhr Die Straften, trotzdem Hatte der R e i ch s b l o ct ein Mehr von ungefähr 80) Stimmen zu buchen; im ganzen Kreise Fried­berg beträgt das Mehr für den Reichsblock nahezu 6000 Stimmen.

Darmstadt Dsrlä figes amtliches E geb- nis des 33. Wahlkreises, Hessen Darmstad i Hin­denburg 279 353, Marr 370074. Thälmann 23246.

Starken bu rg. In der Provinz Starke - bürg erhielten: Hindenburg 116 429, Dr Mcn» 172 995. Thälmann 16 001

Darmstadt (Stadt). Hindenburg 2939' Dr. Marx 20 762. Thälmann 869 Stimmen

Darin st adt (Kreis). Hindenburg 41 2<: . Dr. Marx 35 801, Thälmann 2311 Stimmen.

Offenbach. Hindenburg 12215, Mai 24 984. Thälmann 3287 Stimmen

O f f e n b ach (KreiS). Hindenburg 20 903. -S Marr 60 355, Thälmann 7361 Stimmen

Heppenheim (Kreis) Hindenburg 57-' 1. Dr Marx 15 741, Thälmann 1176 Stimmen

Bensheim (Kre i s! H ndenburg 13 336, Dr. Marr 17 759, Thälmann 1563 Stimmen

Dieburg (Krei s): Hindenburg 13 506, Dr. Marx 16 918, Thälmann 936 St mmen

Erb ach. Hindenburg 11 396, Dr. Marr 8339, Thälmann 680 Stimmen

Rheinhessen. In her Provinz Rhein­hessen wurden gezählt: Hindenburg 58 693, Dr. Marx 131804, Thälmann 3251 Stimmen

Mainz: Hindenburg 10954, Dr. Marx 47 794. Thälmann 1214 Stimmen.

Mainz (Kreis): Hindenburg 13941, Dr. Marx 66 151. Thälmann 1948 Stimmen.

Worms: Hindenburg 6663, D Marx 13 086, Thälmann 627 Stimmen.

Worms (Kreis): Hindenburg 20503, Dr. Marx 27 129. Thälmann 830 Stimmen.

Dingen: Hindenburg 1146, Dr. Marx 4164 Stimmen

Dingen (Kreis): Hindenburg 5510, Di. Marr 16 415, Thälmann 224 Stimmen.

Alzey: Hindenburg 1331, Dr Marx 2721 Stimmen.

Oppenheim: Hindenburg 6?2. Dr. Marx 1495. Thälmann 19, ungültig 34 Stimmen.

Groft-Gerau (Kreis): Hindenburg 10299, Dr. Marx 17 912, Thälmann 1972 Stimmen. Hessen - Nassau und Rheinland.

Wetzlar. Im Kreise Wetzlar erhielten: Hindenburg 17 956, Dr. Marx 13 399, Thälmann 719 Stimmen

][ Marburg. 26 April. Wahlergebnis Stadt Marburg: Hindenburg 8585, Marx 2997, Thälmann 681; Kreis Marburg: Hin^ denburg 12 476, Marx 4830, Thälmann 4OJ; Stadt und Kreis zusammen: Hindenburg 21 069, Marx 7827, Thälmann 681.

][ Kreis Kirchhain: Hindenburg 5351, Marx 6787. Thälmann 74.

][ Kreis Frankenberg: Hindenburg 9430, Marx 2335, Thälmann 184.

Kassel. (Vorläufiges amtliches Ergebnis aus dem 19. Wahlkreis Hesfen-Rassau.) Hinden­burg 547 832. Marx 624 618, Thälmann 46 547, Zersplittert 587.

Frankfurt a. 3JL, 26. April. Am heutigen Wahltag ging es ebenso ruhig her wie am 29. März. Bis in die Mittogstundc hatte man den Ein­druck, als ob die Wahlbeteiligung diesmal iwd) etwas schwächer sei, als beim 1. Wahlgang. Am Nachmittag war die Wahl aber umso starker und machte sich trotz des Regenwstters größere Lebhaf­tigkeit unter den Massen bemerkbar, dre überall, auf Straften und Plätzen, oder in den Eafss und Re- ftaurants die Wahl diskutierten. Dassellre wird aus allen größeren Städten des Wahlkreises, wie Wies­baden, Kassel, Marburg, Hanau, Höchst a. M., Limburg an der Lahn und Biebrich am Rhein ge- meldet.

Frankfurt a. M. Hindenburg 97 807, Dr Marx 139 108, Thälmann 11 900.

Höchst a. M. (Stadt und Land). Hindenburg 10 743, Dr. Marx 26 605, Thälmann 3242

Wiesbaden (Stadl, Hindenburg 22 378, Dr. Marx 30 580, Thälmann 1754.

Wiesbaden -'2enb\ Hindenburg 11033, Dr. Marx 19 067, Thälmann 2313.

RüdeSheim Im Rheingaukreis erhielten Hindenburg 3188, Dr Marx 15 686. Thälmann 120.