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stehende gterfoner wissen, daß die Teretntgte-it Staaten bie von Deutschland vorge­schlagene Regelung begrüßen und Er­folge davon erhoffen. Washington ist an einem Zustandekommen des Sicherheitspattes schon des­wegen interessiert, weil vorher die A b r ü - stungSpläne wegen des Widerstandes Frank­reichs aussichtslos seien. Chamberlains An­sicht über das Genfer Protokoll entspräche durchaus der Amerikas. Auch die Bereinigten Staaten hoffen dah das Protokoll nunmehr end­gültig fallen gelassen worden sei. Sie nehmen an, dah auch in der September-Tagung des Mlkerbundes der Gedanke nicht wieder aus­genommen werden wird.

Vorbereitungen in Washington.

London. 27. März. (WTB. Funkspruch.) Der Washingtoner Berichterstatter herWornrng Post" schreibt, die vorgestrige Konferenz zwischen Präsident Coolidge und Senator Bor ah hat sich hauptsächlich mit der geplanten Ab­rüstungskonferenz besaht. Coolidge und Dorah seien der Ansicht, daß, wenn die Borschlage Chamberlains angenommen tourben, dies die Arbeit in Washington wesentlich erletch- lern müßte. Sie stimmten weiter darin überein, daß die Frage der Landrüstungen nicht m Washington zu erörtern sei, obgleich sie nichts tun würden, um eine solche Erörterung unter den auswärtigen Mächten zu verhindern, wenn diese der Ansicht seien, daß dadurch irgend etwas erreicht werden könne. Beide seien außerdem ent­schlossen, keine Erörterung der Frage derauswärtigenSchulden stattfinden zu lassen. Senator Borah würde es gern sehen, dah sowohl Ruhlanb als auch Deutschlan d an der Ftottenkonferenz teilnehmen, weil deren An­wesenheit dem Frieden förderlich sein würde.

England und die Abrüstungs­konferenz.

London. 27. März. (WTB. Funkspruch.) Die britische Regierung hat in Beantwortung einer diesbezüglichen amerikanischen inoffiziellen Mitteilung die Bereitschaft Großbritanniens aus­gedrückt, an der von den Bereinigten Staaten einKuberufenden Abrüstungskonferenz teilzune^ men, und in der weiter erklärt wird, daß auch die Dominions vertreten sein würden.

Das Genfer Protokoll.

Paris, 26. März. (WB.) 3m Senatsaus- schuß für auswärtige Angelegenheiten erstattete der Delegierte Frankreichs beim Dölkerbund, Se­nator * e n r t d e Louvenel. Bericht über das Genfer Protokoll. Frankreich müsse den Grundsätzen, die im Protokoll von Genf nieder­gelegt seien, treu bleiben, bevor ein Sicherheits­patt außerhalb des Protokolls unterzeichnet werde, sei es notwendig, dah zwischen den ettaa- ten, Vic jetzt Mitglieder des Voller- bundes find, ein Pakt abgeschloffen werde, auSgestattet mit militärischen Konven­tionen. Erst dann könne der Patt auf Staaten ausgedehnt werden, die dessen Klauseln anneh­men, nachdem sie in den Döllerbund eingetreten sind. So allein, erllärte Iouvenel, werden wir uns davor sichern, dah die Zulassung Deutschlands zum Döllerbund (dem Hüter der Verträge) nicht dazu führen kann, daß er ein Bund zur Revision dieser Ver- träge werde. Der anwesende Senator Bour­geois stimmte den Konllusionen Iouvenels zu, worauf der Ausschuß einstimmig beschloß, diese -Konklusionen als einmütige Willens­äußerung der Kommission dem Ministerpräsi­denten zu übermitteln.

Der Kontrollbericht.

(Sin zweites (Hutschten Aochs.

Paris, 27. Marz. (TU.) Aach den Mor- aenblättem hat die Botschafterkonferenz gestern den Fragebogen ausgearbeitet, der heute vvrnrittag dem Borsitzenden des Interalliierten Militärausschusses in Bersailles. Ma r s ch a l l Foch, überreicht werden soll.Echo de Paris" erfährt aus sicherer Quelle, dah die Aufsorde- rung an den Interalliierten Militärausschuß, ein zweites Gutachten auszuarbeiten, trotz der in der Borwoche geseihten grundsätzlichen Ent­scheidungen bisher nicht erfolgen konnte, weil zwischen den alliierten Botschaftern Mei­nungsverschiedenheiten bestanden, die auf Grund neuer Instruktionen der Regierungen jetzt behoben werden formten. Die An- schlüssigkeit der Bvtschasterkonferen; hätte ihren Grund darin gehabt, dah die englische und fran­zösische Regierung erkannten, ein Einverneh­men über die deutschen Abrüstungen und das Kölner Problem sei nicht zu erreichen, solaüge die Frage der fran­zösischen Sicherheit und der Entmili­tarisierung der Rheinlande noch nicht geklärt fei. Rachdem Herriot eingewilligt habe, auf der Grundlage der deutschen Dorschläge über die Sicherheit Frankreichs zu verhandeln, hätte man den Augenblick für gekommen gehalten, die beiden bisher zurückgestellten Probleme mit ver­schärftem Rachdruck wieder in Angriff zu nehmen.

Die preuhische Krisis.

Protest der Rechten gegen das geschäftsführende Ministerium.

Berlin, 26. März. (TU.) Zu Beginn der Sitzung des Ständigen Ausschusses hatte der Abg. von Campe <D. Dp.) beantragt, von Ab­geordneten der verschiedenen Parteien unterstützt, den Ministerpräsidenten zum Er­scheinen im Ständigen Ausschuß zu veranlassen. Finanzminister Höpke-Aschoff erllärte, der Ministerpräsident sei nicht zu er­reichen, da er von Berlin abwesend sei. Heber die Frage des Eintritts in die Tagesord­nung entspann sich eine ausführliche Geschäfts- ordnungsaussprache, die teilweise heftigeFor- m e n annahm. Der Antrag der Opposition, die Derhandlunaen auf morgen zu vertagen, da dann der Ministerpräsident in C&edn anwrtzend sei, sowie der wettere Antrag, die Berhandlun» gen des Ständigen Ausschusses nicht ftattfinden zu lassen, wurde von der Mehrheit abgelehnt. Darauf erklärten die Vertreter der Deutsch- nationalen, der Deutschen Dolkspar- tri, der Wirtschaftlichen Bereinigung und der Kommunisten, dah sie die Verstand hingen für verfassungswidrig betrachteten mb deswegen an den Berhan dlu>' g - n »tcht tcllN$men würden Die Opp^ckic

parreten verliehen darauf den öaxu. -ser Ausschuß nahm dann die D e r o r d n u n g z u r Grundsteuer an, ebenso die Ergänzungsver­ordnung zur Reuregelung der Gewerbe- (teuer. Hierauf behandel de er die Verordnung über die Verlängerung der W a hl z e 11 der Provinziallage und der Kreistage. Gr drllig.e die Rotverordnung über die Wahl der Provnr- ziallandtage und der Kreistage, dre als Wayl- termin den 1. Juli festsetzte, und brach dann die Derhandlungen ab.

Der deutschnationale Redner gab folg«we Erklärung ab: Die deutschnationale Fraktion hält das Zusammentreten des Ausschusses für ver­sa ss u ng s w i d r ig und wird evtl, die Gultlg- keit der Verordnungen a n f e ch t e n. Die oeutsch- nationale Zrattion ist der Auffassung, daß es nicht in dem Aufgabenkreis eines geschastsführ enden Ministeriums liege Gesetzesvolagen von einschneidender politischer und wirtschaftlicher Bedeutung zu machen. Dr. Marx, der sich in Sigma­ringen aufhält, wurde von den Parteien der Weimarer Koalition telegraphisch nach Berlin berufen Er dürfte voraussichtlich bereits in der heutigen Sitzung des ständigen Ausschusses teil- nehmen. Erst nach Fühlungnahme mit Dr. Marx werden sich die Parteien der Weimarer Koa- lttion über ihre Stellungnahme zu dem über- partellichen Beamtenkabinett schlüssig werden. Die Besprechungen über die Bildung eines Beamten­kabinetts werden zwischen dem Zentrum und den Deutschnationalen fortgesetzt.

Ministerpräsident Zeld für eine EinheiLskandidatur.

München. 27. März. (TU.) Dle Daye- rffche Bolkspartei hat gestern abend eine große öffentliche außerordentlich stark besuchte Dec- sammlung abgehalten, in der Ministerpräsident Dr. Held betonte, daß er nicht die Absicht habe, irgendeine Wahlrede zu hatten. Er halte es nicht für vereinbar mit der Würde des hohen Amts, um das er sich bewerbe, wenn er in die Niederungen dcs Wahlkampfes heruntersteigr. Der Reichspräsident müsse ein Mann fern, der das Programm des deutschen Volkes in seiner Rot und seinem Elend verkörpern könne. Es sei unbedingt notwendig, für den zweiten Wahlgang eine Einheits- kandidatur zu ermöglichen. Es wäre das größte Unglück für das deutsche Boll, wenn nicht ein Einhettskandidat, der das Der trauen der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes hätte, gefunden würde. Rur einem solchen Mann sei es möglich, den konfessionellen Frieden zu wahren, die Parteien zusammenzuhalten und dem Ausland gegenüber eine starke große Front mit einem Willen zu zeigen.

Dr. Isrrss und dsr konfessionelle Friede.

Karlsruhe 27. März. (TU.) Dr. Jarres gab einem Vertreter derBadischen Presse" fol­gende Erklärung ab: Dach Kenntnisnahme von der Wahlkundgebung des Evange­lischen Bundes habe ich der Dundesleitung mitgeteilt, dah mit einigen Worten dieser Kund­gebung meiner Meinung nach dem Frieden unter den Konfessionen wenig gedient sei. Ich bebaute es lebhaft für meine Person, baß eine derartige Schärfe in den Wahlkampf getragen wurde, für die ich die Verantwortung ableh-- n e n muh. da sie meiner ganzen Auffassung nicht entspricht.

Der Rothardtprozeh.

Magdeburg, 26. März. (Wolff.) Die heu­tige Sitzung wurde durch Veclesu g eines aus Kassel ein gegangenen kreisärztlichen A t - t e st e s über den Gesundheitszustand Scheibemanns eröffnet. Rach dem Attest ist Scheidemann vor Ablauf von drei Monaten einer aus ühtlichen Zeugenvernehmung oder um­fangreichen Degenüberstelllmg nicht gewachsen. Der Generatstaatsanwatt erklärt, die Staats- anwaltscha-t könne auf keinen Fall auf die Ver­nehmung Scheidemanns unter Gegenüberstellung von Maltzahn, Eckert und Richard Müller unter Hinzuziehung Dittmanns verzichten. Die Staats­anwaltschaft schlage daher nochmals vor, in Kassel anzufragen, ob nicht im Verlaufe der nächsten Tage eine Vernehmung Scheidemanns in Kassel möglich sei. D e Verteidigung er­klärt. wenn die Anzeige der heute beabsichtigten Rede Scheidemanns in Kassel nicht genüge, dann wolle sie den Beweis stellen, dah Scheide­mann nicht so krank wäre, da er sich am 23. März in der Stadtverordnetenversamm­lung in Kasse! zwei Stunden lang mit einem Gegner herumgeschlagen habe. Die Verteidigung sei der Ansicht, daß die Ver­nehmung Scheidemanns an Gerichtsstelle -u erfolgen hat. Auf den Einwurf der Staats­anwaltschaft. dah. falls sich die Anmöalichkeft der Vernehmung Scheidemanns Herausstellen würde, der Prozeh nicht weiter geführt wer­den fönne, erklärt die Verteidigung, ein sach­licher Grund für die Vernehmung Scheidemanns liege nicht vor. da er schon erschöpfend vernom­men worben sei.

Der Zeuge Dittmann schildert bann den Verlauf der Sitzung vom 29. Januar in einer von der Darstellung des Zeugen Müller abwei- chenden Weise. In längerer Gegenrede äuhern sich ote Zeugen Dittmann und Müller über bie Entstehung des Flugblattes, das nach Dtttinann am 29. Januar entstanden ist, wahrend Mul^r darauf bestehen bleibt, dah das Flugblatt am 30. Januar beschlosst, illegal gedruckt und noch am Abend unter den Streikenden verbreitet wurde. Eine läng re Aus ünandersehung entsprnnt sich zwischen Richard Muller, der dabei bleibt dah er der Verfasser deS Flugblattes fei, Dttt- mann und der Verteidigung über die Frage, ob es möglich war, das Flugblatt in so kurzer Zett herzustellen, wie es Richard Müller angibt. Der Zeuge Müller sagt aus, die SPD-Vertreter hät­ten bei der Verlesung seines Flugblattentwurfes sehr aufmertjam zugehört, aber keiner! ü Wider­spruch geäußert. Für den Eintritt der Mehrhetts- sozialdemokratie in die Streikleitung habe er sich deshalb eingesetzt, weil daduich die politische und moralische Wertung des Streiks großer wurde. Der Eintritt der SPD. sei auch deswegen willkommen gewesen. weil gerade die Sozialbemottaten das Wirken der U n a 6» hängigen in den vorhergehenden Streiks a l S Landesverrat bezeichnet hatten Da fei die ^Feststellung interessant gew sen dah beim brttten politischen Massenstreik bie Mehrheltssozialdemokraten selbst

Den sogenannten Landesverrat mit­machten , _ L

Generalstaatsanwalt Soßmann überreicht dem Gericht eine Ausgabe derKasseler D o l k s st i m m e" vom 25. März, tuortn mit» geteilt wird, dah Scheibemann erkrankt sei und nicht sprechen werde. Rechtsanwalt Lütge- b r u n e teilt mit, dah er eine Mitteilung erhalten habe, deren polizeiliche Bestätigung unterwegs sei und wonach Scheidemann am 2 3. März in Homburg v. d. H. und Umgebung verschiedene Versammlungen selbst abgehalten habe.

Der Tschekaprozeß.

Leipzig, 26. Marz. (Wolff.) Rechtsanwalt Wolff stellt zu Beginn einen weiteren umfang­reichen Deweisantrag auf Herbriziehung der Akten, Verlesung der Urkunden und Ladung von Zeugen als Gegenbeweis zu vom Gericht zur Er­örterung gestellten Beweisthema, dah die Vor­bereitungen der KPD. einem bewaff­neten Aus st and dienen sollten. Im Ge- genteil war die Gefahr eines faszistischen Pat­sches grob, es habe eine schwarze Reichswehr existiert und es seien auch jetzt noch nationalistische Verbände vorhanden, die illegal organisiert und schwer bewaffnet seien DerStahlhelm" habe in Gotha in Verbindung mit der Reichswehr ein illegales Direktorium geplant, das mit Massen- terror arbeiten sollte. Reichsanwali Reu­mann bittet, die Deweisanträge a ls uner­heblichabzulehnen, da sie zeitlich und sach­lich in keinerlei Zusammenhang mit der vorlie­genden Straftat ständen. Rur für solche Zeugen bestehe eine Dernehmungspslicht, die zur Haupt- verhanblung, also vor tBiglnn geladen wurden, während in der Hauptverhmidlung geladene Zeu­gen nur bann zu hören seien, wenn nach Entschei­dung des Gerichts die Beweisthemen für die Sache erheblich seien. Sämtliche Verteidiger, auch bie Offizialverteidiger stellen sich auf den Stand­punkt, bah damtt den Grundrechten der Angeklag­ten und der Verteidigung Abbruch geschehe.

Das Gericht beschließt, die von der Ver­teidigung geladenen Zeugen nicht zu vernehmen, da sie nicht vorgeladene Zeugen im Sinne deS Gesetzes seien. Es sei unzu­treffend, daß Öen Angeklagten auf diese Weise das letzte Recht genommen werde. Die Ange­klagten hatten jederzeit das Recht, Deweis­anträge zu stellen und dadurch die Entschei­dung über einen für die Sache erheblichen Punkt herbeizuführen. Rechtsanwalt Wolf stellt hierauf den Antrag, den Privatdozenten Professor Dr. G u m b e l (Heidelberg) als Zeugen und Sach­verständigen über die von den illegalen Rechts­organisationen geplanten und zum Teil ausge­führten Putschplane zu vernehmen. Für die Vor­bereitungen von links, die lediglich Abwehrmaß- nahmen gegen die faszistische Gefahr darstellten, sei das staatliche Notwehrrecht in Anspruch zu nehmen, das heim Kapputsch zu einem so glän­zenden Erfolg geführt habe. Hierauf wird bie Verhandlung auf Freitag vertagt.

Die Güterzugkonserenz der Reichsbahn.

Berlin, 27. März. In Wiesbaden fand bie 5. Güterzugskonfevenz der Deutschen Reichs- bahng sellschaft statt. Zur Beratung ftantben die Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit der Güterzüge und die Herstellung gün­stiger Fernverbindungen zwischen Oesterreich und Deutschland, den deutschen Seehäfen, Holland, der Schweiz und dem Rheinland, zwischen Holland, Köln und Hamburg und zwischen Köln und Berlin. Es wurde beschlossen,, die Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit im allgemeinen durchzu- ftihren und die Fernverbindun -jen so wesentlich zu verbessern, daß auch eine Verbesserung des Rahgüterve rkehrs eintreten kann.

Mussolini in der Kammer.

Dom, 26. März. (Agencia ©tefani.) Rach feiner völligen Wiederherstellung erschien heute Ministerpräsident Mussolini in Be­gleitung der Minister Federzoni und Rocco im Sihungssaale. Sämtliche Abgeordnete erheben sich von den Plätzen und begrüßen den Präsi­denten mit begeisterten Zurufen: Es lebe Mussolini! Es lebe der Fastzismus! Bei Ver­suchen der Kommunisten, die Internationale an- zufiimmen, stü-zten sich mehrere faszisttsche Ab­geordnete auf die äußerste Linke, wo ein Hand­gemenge stattfand. Nachdem die Ordnung wiederhergesteltt war. wiederholten sich die Kund­gebungen für Mussolini. Der Kammerpräsident C a s e r t a n o begrüßt namens der Kammer und aller vaterlandsliebenden Italiener Mussolini und beglückwünschte ihn zu seiner Wiederherstellung. Zahlreiche Abgeordnete drängten sich zum Regie- rungstisch, um dem Präsidenten die Hand zu drücken. ^Für morgen werden bedeutsame Erklä­rungen Mussolinis zur äußeren Politik erwartet.

Valsours PaMMnareise.

Jaffa, 27. März. (TA.) Der arabisch- mohammebanisch-christliche Bund drahtete cm Lord Balfour, an die englische Regierung und an die palästinische Regierung, der Bund erhebe Einspruch gegen Balfours Besuch in Palästina. In diesem Besuch müsse er eine Bestätigung dafür erblicken, daß Pa­lästina den Zton ist en ausgeliefert werden soll. In dem Ginspruchstelegramm wird darauf hingewiesen, daß England feine Grenzen gen Einwanderer schließe, daß es dagegen die Grenzen Palästinas unzähligen unerwünschten Elementen öffne. Lord Balfour wurde gestern in Jaffa erwartet. Arabische Kundgebungen sind nicht beabsichtigt, nur die Geschäfte sollen ge­schlossen bleiben. Die Zionisten sind mit Waffen versehen.

Aus aller Welt.

Todessturz im Förderkorh.

(Sine furchtbare Grubenkatastrvphe tnirb aus Merlenbach in Lothringen gemeldet, ©egen 2 Ahr nachmittags waren etwa 80 Gru -- Lear^it(:c der GrubeSaar und M)sel" im Begriff, mit dem Förderkorb aus der Grube auszufahren, als plö'eich bad Drahtseil des Förderkorbes sich loste und der Korb etwa

300 Met« tief in die Grube hinabstärzte.

Die Grube ist militärisch besetzt und bewacht. In der Umgebung der Grube spielen sich er­schütternde Szenen ab. Eine umfangreiche Hilfs- aktion ist in vollem Gange. B sher sind 3 0 Schwerverletzte an die Oberfläche geschafft worden-

Die Zayi Der Toten wird auf 50 bis 60 geschätzt. Die Opfer gehören verschiedenen Nationalitäten an. Es befinden sich unter ihnen Saarländer, Polen und Tschechen.

Rach den letzten Rachrichten von 8 Ahr abends nimmt man an, daß die Zahl der L o t e n etwa 50 beträgt. Bis um 6 Ahr abends waren 30 Mann geborgen, darunter zwei Tote Zwei Bergleute sind sofort nach ihrer Ein­lieferung ins Krankenhaus gestorben. Alle übrigen sind durchweg sehr schwer verletzt. Man befürchtet, dah die noch nicht geborgenen Bergleute, es handelt sich um 50 Mann, s ä m t= l i ch verloren find, denn diejenigen, die nicht bei dem Sturze des Förderkorbes zu Lode ge­kommen sind, dürften in dem auf der Sohle des Schachtes steheirden Wasser ertrunfer sein. Es sind Gerüchte im Umlaufe, daß das Unglück nicht allein auf einen Seilbruch, son­dern auch- auf Fehler in der Kon st rut = t i o n der Förderanlage selbst zurückzuführen sei. Die Direktion hat über die Gründe noch keine Auskunft gegeben.

Deutsche Fllegererfolge im Ausland.

Wie dem Deutschen Aero-Lloyd telegraphisch gemeldet wird, wurden zwei Verkehrsftugzeugc der Adria-Aero-Lloyd unter Führung der Pi­loten Äoack und Stein dor f nach dem ersten Flug des regelmäßigen Dienstes Balona--Tirana bei ihrer Ankunft in der albanischen Haupt st adt von den Behörden und der Be­völkerung mit großem Jubel begrüßt. Dieser neue Luftdienst hat nicht nur siir den wirt­schaftlichen Aufbau Albaniens, sondern für 6er gesamten Balkan als ein Glied der Verbindunc von Italien zum Balkan besondere Bedeutung

Grrppeerkrankungen in Spandauer Schulen.

Wegen Grippeerkrankungen, die 40 Prozent der Spandauer Schulkinder ergriffen haben, find zwei Schulen in Spandau ge­schloffen toorben. Der Stadtschulrat hat das Gesundheitsamt um Desinfektion der betreffen­den Schulen gebeten. Die Krankheit nimmt glücklicherweise einen normalen Verlauf, so daf man den Unterricht bereits am Montag wirk wieder aufnehmen können.

Bestrafter Tierguäler.

In Altlandsberg wurde der Maler­meister Quast, der in Reuenhagen ft, einem Lokal einen jungen Hund des Lokalinhabers lebendig in den brennenden Ofen ge­worfen hatte, wegen Tierquälerei und Erregung öffentlichen Aergemisses zu 4 Wochen Haft verurteilt. Der Derurtettte hatte die Tat aus Verärgerung über einen Doraufgegangenen geschäftlichen Verlust begangen.

Selbstmord eines Messerstechers.

In Wien wurde ein 20jähriger Elektro* technller von seinem 43jährigen Freunde aus Eifersucht durch Messer st i ch e schwer verletzt, nachdem er bk Beziehungen zu seinem Freunde abgebrochen hatte, der Recgung zu einem Mäd­chen gefaßt hatte. Der Täter stürzte sich darauf­hin aus dem Fenster und starb bald daraus.

Werrervoraussaqe.

Veränderlich mit Niederschlägen bei zuneh­mender Milderung.

Die durch den langgestreckten, von Island bis zum Baltikum reicheiüten Hochdruckrücken be­dingte nördliche Luftströmung über Mittel- und Westdeutschland wird bald abgelöst von milde; feuchter Lust aus südlicher bis westlicher Ric^ tung, deren Einströmen durch das schi;elle süd­östliche Wetterziehen eines neuen, hn Raum zwi­schen Island und Skandinavien erlchienenen Fall- gebiete# gegeben wird.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 27. März 1925.

Zur Reichspräsidentenwuhl.

Angült'ge Stimmen.

Von amtlicher Seite wird uns geschrieben:

Bei der letzten Reichstagswahl war die Zahl der ungültigen Stimmen im 33. Wahlkreise Hessen - Darmstadt auf 12 666 oder 2 Prozent sämtlicher gültigen Stimmen gestiegen. Die Ur­sache dafür lag gewiß darin, dah viele Wähler immer noch nicht verstehen, wie sie ihren Willen auf dem' amtlichen Stimmzettel zum Ausdruck zu bringen haben. Eine Auszählung der un­gültigen Stimmen bei den Reichstagswahlen hat ergeben, daß von deren Gesamtzahl nicht x$äf niger als über 8000weihe Zetter', d. h. Stimm­zettel ohne jede zulässige Kennzeichnung waren. Es ist kaum anzunehmen, dah dabei eine Ab­sicht dieser Wähler vorlag, virimehr wird eS in den meisten Fällen wohl so gewesen fein, dah die Wähler glaubten, es genüge, wie bei frü*- beren Wahlen, wo jede Partei ihren eigenen Stimmzettel hatte, einfach die Abgabe deS Stimmzettels. Von der obengenannten Zahl wa­ren 2138 um deswillen ungültig, wett auS der zulässigen Kennzeichnung der Wille des stimmenden nicht unzweifelhaft zu erkennen war. Der Prozentsatz der ungültigen Stimmen Ist ein so hoher, dah alles getan werden muß, um für die erforderliche Aufklärung beim Wähler zu sorgen, wie er f. inen Stimmzettel abzugeben hat. Das Gesetz schreibt vor:

Die Stimmabgabe erfolgt derart, dah der Wähler durch ein auf den Stimmzettel gesetztes Kreuz oder aus andere Weise kennt­lich macht, welchem Vorschlag er feine Stimme gibt.

Der Wähler soll also, wenn er sich In die Wahlzelle" begibt, dort auf den ihm vorher übergebenen amtlichen Stimmzettel ein Kreuz zu dem Namen des Anwärters fetzen, dem er feine Stimme geben will. Das Kreuz ist m den hinter dem Namen des Kandidaten ge­druckten Kreis einzuzeichnen. Es muh nicht ein Kreuz sein, auch ein anderes Kennzeichen in dem Kreis ist zulässig. Auchauf andere Weise" kann der Wähler auf dem Stimmzettel kenntlich machen, welchem Vorschlag er feine Stimme gibt

Darauf aber kommt es ist jedem Falle an, dah aus der Kennzeichnung der Wille des Ab­stimmenden unzweiselhast zu erkennen ist, toenr der Stimmzettel nicht für ungültig erklärt wer­den soll. . i

Der Wähler geht also am sichersten, wenn er hinter den Vorschlag, dem er seine Stimme geben will, in den dafür vorgesehenen Kreis ein Kreuz setzt. Die AbstimmungL- vorsteher sind angewiesen, in derWahttjelle- einen Bleistift auSzulegen: doch empfiehlt es sich für den Wähler, selbst einen Bleistift auf dein Gang zur Wahlurne zu sich zu stecken. Stimmberechtigte, die dcs Schreibens unkundtg