«reis Alsfeld
-e. Homberg a. d Ohm. 25. Sept. 3m Qtrufe dieser Woche sanden dahier verschiedene Obstversteigerunaen statt Die Preise waren im allgemeinen der Qualität entsprechend WLbald nach diesen Versteigerungen letzte ein lebhaftes AberMen des gesteigerten Obstes ein. einmal, uxil die zweifethaste Witterung das KarwffelauSmachen nicht zulieh, und andererseits fürchteten die Steigerer es könnte ihnen ihr erstandenes Gut entwendet werden. Das Obst bestand hauptsächlich auS Aepfeln, es gab nur wenig Dirnen, fast keine Zwetschen
«reis Wetzlar.
r. Krofdorf. 25. Sept. Der hiesige Gesangverein .Germania" unternimmt morgen, SamStog. eine Sängerfahrt nach Hülsenbusch und Ründeroth in Westfalen zum Besuche dortiger, ihm befreundeter Gesangverein«, die im letzten Frühjahr hier bei ihm zu Besuch weilten. Der Dirigent der beiden westfälische- Dereine. Lehrer Pfeiff er. ist ein geborener Krofdorfer und jetzt Ehrenmitglied deS hiesigen Gesangverein-.
''! Hohensolms, 24. Sept. Die 3ug en d- bur g des Thrtstde ut l ch «n Bunde-, die in dem Schloß HohenlolmS seit vorigen Iabrc eingerichtet ist. erfreut sich eines guten DefuchS. Aus allen deutschen Gauen treffen sich h.er junge Menschenkinder und finden gemein» lamc Freude und Erholung. Das Bundeshetm strebt eine Erneuerung unsere- Volksleben- auf dem Boden des Christen'ums an, und deshalb ist daS Ziel christlich und deutsch fein hn wahren Sinne Die Burg weist hohe, lichte Räume aus, die durch die tiefen Fensternischen an Traulichkeit gewinnen, sie laden zum Ausruhen nach langer Wanderung ein. Der frühere Schloßpark bietet ebenfalls manch stille- Plätzchen. Hier befindet sich auch da- Gefallenendenkmal der Gemeinde HohensolmS und der 6 t a n - deSherrschaft. da- gern« besucht wird. Wie eine große Familie vereinigt sich die ganze Scl)ar der Gäste sowohl zur gemeinsamen Arbeit, als auch zum sonntäglichen Kirchgang und frohem Sang und Volkstänzen auf grüner Heide Mehrere Freizeiten und Tagungen sanden im Lause des Jahres hier oben in der Iugenbburg statt So sammelte sich die christlich-deutsche Jugend an Pfingsten zu ihrem Bundestag. 3m Äugust sand eine Sommerfreizeit statt, die tief in Fragen. Aufgaben, Zweck und Ziel der christlich-deutschen (Jugendbewegung hinein- führte. Ein Burschen- und Mädchenkursus soll diesen Winter zum zweiten Male in den schönen Räumen der Burg abgehalten werden. Die ersten christlich-deutschen Hochschulkurse des vorigen Winters erfreuten sich eines guten Besuchs, und so geht man mit froher Hoffnung dem zweiten Winter entgegen. Das Schloß HohensolmS wurde von dem Eigentümer, den, Fürsten von Lich, dem Bunde bereitwilligst zur Verfügung gestellt.
Starkenburg und Rheinhessen.
‘ Darmstadt, 25 Sept. 3n der gestriaen Stadtverordnetenversammlung mm eS zu einer längeren, teilweise sehr erregt ge
führten Debatte, weil sich die Stadtverwaltung am Sonntag nicht auf dem republikan.- schen Tag deS Reichsbanner- Schwarz- Rvt-Gold vertreten ließ. Oberbürgermeister Dr. G l ä s s i n g begründete das Fernbleiben eineS Vertreters mit der Verhinderung der dafür in Betracht kommenden städtischen Beamten. Die Vertreter der Rechtsparteien Briefen darauf hin, daß eS sich hier um eine Parteiveranstaltung handle; die ©tabtixTtDalhmg müsse sich von derartigen politischen Feiern fernhalten — Die Fraktion der Sozialdemokraten hat bei der Stadtverwaltung nachstehenden Antrag eingebrachl: .Die Stadtverordneienverfammlung der Stadt Darmstadt erhebt entschieden Einspruch gegen den bekanntgewordenen Entwurf eine» Reichs s ch u lgeseyes und fordert dessen alsbaldige Zurückziehun g"
Hessen-Nassau.
fpd. Frankfurt a. M.. 25. Sept. Der AuSstand der deutschen Schrift- gießereiarbeiter ist nach fast vierteljähriger Dauer durch den Schiedsspruch eineS vom ReichSarbeitsminifterium bestellten Schlichters beendet worden. Die Forderung der
, Ausständigen aus geschlossene Wiedereinstellung wurde nur teilweise erfüllt. Die während deS AuSstandes neu eingestellten und die arbeitswilligen alten Leute bleiben, entgegen den Forderungen der Streikenden, aus ihren Plätzen. Dadurch verlieren viele Arbeiter ihre langjährigen Stellungen, da diese inzwischen anderweitig besetzt wurden. Statt der verlangten Lohnerhöhung von 20 Prozent erhielten die Leute nur 9 Prozent zugebilligt. — lieber den südlichen Vortaunus und die W e 11 e r a u zog heute mittag ein sehr schwere- Herbstgewitter, das von einem gewaltigen Hagelschlag begleitet war. 3n manchen Gemarkungen zeigten die Fluren nach wenigen Augenblicken das Bild einer Winter- landschast. Besonderer Schaden wurde nach den vorliegende» Meldungen aus den betroffenen Gebieten nicht angerichtet. Ci» von Rorddeutsch- land kommendes Flugzeug geriet in den Hagel- sturm und lief Gefahr, daß die dicken Hagelkörner ihm alle Scheiben zerschlugen. Der 14jährige Schüler Johannes Flott brannte unter Mitnahme eines größerenGeld- b e t r a g e s vor einer Woche seinen Eltern in Leipzig durch und reiste nach Frankfurt. Hier wurde er Freitag früh bei einem Taschen- d i e b st a h l im Dom überrascht und fest- genommen. — Der Heizer 3 osef W e i g- t ein wollte in der Mainzer Landstraße mit seinem Rade vor einem Straßenbahn zuge die Gleite überfahren. Er wurde dabei von dem Motorwagen erfaßt, fvrtgeschleudert und derart schwer verletzt, daß er schon aut dem Wege nach dem Kranlenhause verstarb
T Waldgirmes, 25. Sept. Dor etwa 20 3ahren erbaute der Fabrikant Georgi aus Gießen hier ein zweistöckiges Haus, daS er als Zigarrenfabrik benutzen wollte. Dazu kam es indessen nicht. Gestern ging daS Haus mit Garten durch Kauf gegen Darzahlung von 6000 Mark an unseren Gemeinderechner Schmitt über.
Hinrichtung in Butzbach.
pb. Butzbach, 25. Sept. Durch den Scharfrichter Durckhard' aus En dingen (Baden) wurde heute früh 51 . llhr der wegen Ermordung von zwei Kindern zum Tode verurteilte Landwirt Johann Pieroth auS Gentingen iRheinhessen, in der diesigen Zellen- strafanstalt hingerichtet. Der Delinquent betrat ohne sichtliche Erregung den Richtplatz, reichte dem Strafanstalt-geistlichen und den beiden Wachtmeistern, die ihn di^ letzte Rächt bewacht hatten, die Hand und lieh fich ruhig an- schnallen. Gleich daraus fiel sein Kops
Amtsgericht Wetzlar.
£? Wetzlar, 25. Sept. Der Holzhändler G aus Bre'tenbach der an Einwohner von Aßlar Holz verkaufte und dabei weniger lieferte, ater in Rechnung stellte, wurde vom Ginzelrichter des Betruges schuldig befunden und zu 100 Mark Geldstrafe evtl. 20 Tagen Gefängnis verurteilt Der Anklagevertretei- hatte zwei Monate Gefängnis beantragt.
Aut Grund eine- eingehenden ^ndizlende- weiscs wurden die Eheleute R. aus Dillenburg zu GefängniSstrafcn verurteilt, und zwar erhielt der Ehemann einen Monat De fängniS. die wegen Diebstahls bereits vorbestrafte Ehefrau zwei Monate. Die Angeklagten hatten ihrer Vermieterin, bei der sie ein möbliertes Zimmer bewohnten, nachts Dettfedern aus den Betten gestohlen und hatten sich dann aus dem Staube gemacht.
Dom Regen in die Traufe tarnen der Chauffeur S. und der Fräser K. aus Rauborn. Die Polizeiverwaltung Schmalbach hatte ihnen wegen Radfahrens auf der verkehrten Straßenseite eine Geldstrafe von je 1 Mark zudiltiert. Dagegen hatten die beiden Männer Antrag auf gerichtliche Entscheidung gestellt. Vom Einzel- richler erhielten sie für zwei ilebertretimgSfäne Geldstrafen von 10 bzw 5 Mark.
Schöffengericht Wetzlar.
Q Wetzlar. 25. Sept Wegen fahrlässiger Tötung hatten sich der Gewerkschaftssekretär D. aus Frankfurt a. M. und die Hausangestellte S. aus Dillenburg zu verantworten. Es ist die alte Geschichte von dem leichtfertigen Umgang mit dem geladenen Revolver: ein junges Mädchen fand dabei den Tod. Der Vorfall trug sich in Dillenburg in einem Cafö zu, das Schießeisen gehörte dem D. Das Urteil lautete gegen D. auf 15 0 Mark Geldstrafe an Stell- von einem Monat Gefängnis, gegen die S. auf 70 Mark Geldstrafe an Stelle von zwei Wochen Gefängnis.
Der Musiker G. aus ßippfpringe wurde wegen schwerer Urkundenfälschung und versuchten Betrugs — er halle eine Eisenbahnfahrkarte durch eine Zu- satzbemerkung gefälscht und den Willen, diese Karte zu benutzen — zu drei Monaten Gefäng- n i s verurteilt, drei Wochen Untersuchungshaft wurden auf die Strafe ungerechnet.
Wegen Vergehens gegen das Sprengstoffgesetz, fahrlässiger Körperverletzung und Diebstahls erhielt der Arbeiter K. aus Oberscheld vier Monate Gefängnis, ein Monat Untersuchungshaft wurde auf die Strafe cngerechnet. Der Angeklagte hatte
auf einer Grube Sprengstoffe tzeswhten. bei dessen Handhabung zwei anderen tirbetlem Fleischwunden an den Händen zugefügt wurden.
Kleine Strafkammer Wetzlar.
□ Wetzlar. 25 S«p: Die Ehefrau des Üandwirts St aus Leun, die schon wiederholt weyen Diebstahls vorbestraft ist, war vom Amtsgericht Braunfels wegen eines neuen Diebstahl» Im straf- verschärfenden Rückfall zu einer Gefängnis- strafe von drei Monaten ocrurteilt worden. Gegen diefes Urteil hatte die Angeklagte Berufung eingelegt, Die aber nach eingehender Zeugenvernehmung verworfen wurde.
Da» Dienstmädchen E. 6. au» Herborn hatte in einem dortigen Hotel, in dem e» beschäftigt war. in einem Fremdenzimmer unter dem Kopfkissen de» Bette» beim Aufräumen eine Brieftasche mit 320 Mark Inhalt gefunden, den Fund aber nicht abgeliefert. Der Verlierer, ein Frankfurter Kaufmann, konnte erst später festgestellt werden und erhielt fein Eigentum vollstöndlg zurück. Das Mädchen wurde vom Amtsgericht Herborn wegen Unterschlagung zu 100 Mark Geldstrafe evtl. 20 Tagen Ge■ fängnis verurteilt. Die hiergegen eingelegte Berufung der Angeklagten wurde verworfen.
fuc Sänger, ■foortäleule/ Raucher
Universität Frankfurt a. M.1
Hessen-Nasfaulscher Provinzialstädletag.
Frankfurt a. M. 24. SHt. (WB.) Der Heffen-Rassauische Provinzial- städtetag, der am Freitag und Cxiauttag in Frankfurt stattfindet, wurde am Donnerstag durch die Hauptversammlungen des Rassauischen und Hesfisch-Waldeckschen Städtetages eingeleitet. Auf dem Nassauischen ©tätHe- tag wandte fich Bürgermeister KarlbauS- Weilburg in feinem Referat über die „Rechl-- steUung der Gemeinden hinsichtlich ihrer Waldungen", gegen jedes Forstgesetz Weiterhin wurde von Bürgermeister A f ch- Höchst die Gewerbe- steuerfraae und von Magisivatsrat Michel- Frankfurt a. M. die Aenderung der Fürsorgepf lichtvcrordnung besprochen. Aus dem Hes- sisch-Waldeckschen Städtetage berichtete Oberbürgermeister Dr Voigt-Marburg über die Streitfrage des dem Kronprinzen im 3ahre 1905 zugesagten Hochzeits-Geschenke«. Er empftchlt, dem ehemaligen Kronprinzen das Geschenk auszuliefem und eS ihm zu überlassen, es gegebenenfalls wohltätigen Zwecken, zuzuwenden. Lieber die Dereinfachrmg der Hcrus- haltspläne referierte Stadtkämmerer Lange- Hanau. Als nächster Tagungsort wurd^ Wies- baden gewählt ______
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