Die 5
Die
We11erau, 25. Sept.
Aus der
von neuem niedergehenden
unwesenlliche Erleichterung, finden sich die Vorschriften Stadtverordneten, der Ge-
nicht von von
Vergleich hatte das für unsere Gemeinde ungünstige Ergebnis, daß der Freifrau Rabenau eine neue Hypothek im Werte 12 000 Reichsmark zuerkannt wurde.
veg und Ernst M a t r a h. Ganz Erstaunliches an Erfindungsgabe ist in den Kostümen und Dekorationen geleistet, die von Professor Ernst Stern entworfen sirrd. Im Mittelpunkte der Darbt»- hingen stand die Ballett-Pantomime „Die grüne Flöte", eingerichtet von Einar R i l s o n mit einer Musik von Mozart. Die Fabel der Handlung ist sehr einfach sie bietet ein Märchen, in dem geschildert wird, wie eine chinesische Prinzessin aus der Gewalt eines Zauberers durch einen Prinzen befreit wird. Die Darstellung, die Kostüme und die Dühnenausstattmrg erwiesen sich von solch außergewöhnlicher Eindruclskraft auf das Publikum, daß die Deifallsspenden kein Ende nehmen wollten. Don den anderen Vorführungen, die nicht geringere Beachtung verdienten, sei nur eine erwähnt, die den Titel ..Spiegelbild" führte, und die von Katta Sterna und Maria Solveg getanzt wurde.
der „Industrie" zeigen sich empfindlich, während die mittelfrühen Sorten der „blauen Odenwälder", die zum Glück hier viel angebaut werden, widerstandsfähiger sind. An der reichen Apfelernte wird auch bei dem schlechten Wetter unentwegt weitergearbeitet.
KreiS Büdingen.
A Ridda, 25. Sept. Bei der gestern adge- haltenen Versteigerung der städtischen Aepfelernte wurden 3346 Mark gelöst. Der Preis stellt sich Pro Zentner besserer Sorten durchschnittlich auf 10 Mk. am Baume. Wirtschaftsäpfel und geringere Sorten kamen auf etwa 7 Mk. der Zentner. Der Versand von Schüttelest geht am hiesigen Bahnhof immer noch sehr stark.
erwünschte und nicht In dem Gesetzentwurf über die Wahlen der
liche Arbeitslosenziffern auf. Trais muhte allein zeitweise über 50 Arbeitslose unterstützen bei knapp 600 Einwohnern. Jetzt haben sich die meisten allmählich andere Arbeitsgelegenheiten gesucht, allerdings kommen hier nur ganz entfernte in Betracht, wie zum Beispiel Frankfurt. Welche Rachteile dies, abgesehen von höheren Ausgaben, aber auf sich hat, geht daraus hervor, dah sie morgens schon um 3 Hhr das Bett verlassen müssen und erst um 1/29 Uhr abends zurückkehren. Es wäre also sehr zu wünschen, dah die oben angeführten Versuche zu dem Ergebnis führten, hier bei Trais-Horloff Hunderten von Menschen wieder eine bodenständigere Arbeitsmöglichkeit zu gewähren.
: Villingen, 25. Sept. Folgender Vorfall zeigt, wie sehr die Ehrlichkeit geschwunden ist, gleichzeitig aber auch, mit wie wenig Vorsicht manche Menschen trotz der allgemeinen Geldnot mit dem Gelde umgehen. Gin älterer Mann von hier wollte in Berstadt einige Ferkel kaufe n. Er fuhr mit der Dahn bis Hungen und begab sich von dort zu Fuß über Inheiden und Htphe nach Berstadt. Auf dieser Strecke verlor er, wie er erst am Ziele feststellte, den ganzes Betrag in Höhe von 85 Mark. Ver- mutlich ist dies geschehen, als er unterwegs sein Vesperbrot der Rocktasche entnahm. Ein Finder hat sich bis heute noch nicht gemeldet.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg, 24. Sept. Zum Beginn der heutigen Stadlverordnelensitzung teilte der Bürgermeister mit, dah Stadtverordneter Mörschel sein Amt niedergelegt hat. Infolge des Beschlusses der letzten Stadtverordnetenversammlung und eines nochmaligen Ausschreibens der Arbeiten für ein städtisches Veamtenwohnhaus hat er ein Streitverfahren im Verwaltungswege gegen die Stadt angestrengt und sieht sich infolgedessen veranlaht, sein Mandat niederzulegen. An seine Stelle wird der Rektor der Gewerbeschule Reubauer treten. — Heber eine Satzungsänderung des Städtischen Schwimmbades berichtete Beigeordneter Wind ecke r. Danach werden die Aktien von 1000 Mk. auf 400 Mk. und die zu 250 Mk. au 100 Mk. zusammengelegt. -- Eine früher von der Schtllerschule und dann als Jugendherberge benutzte Baracke im Schlohhofe soll au die Falksche Wiese am Mühlwege verlegt werden. Beigeordneter W i n d e ck e r berichtete noch über die Verhandlungen wegen Verlegung der Kreiswafenmei sterei. Danach sind vorläufig noch keine Aussichten zur Verlegung, da der Kreisausschuh dieselbe einstimmig abgelehnt hat: durch Anschaffung neuer Maschinen
mit jedem Tag _ .
Regenschauer erfüllen den Landwirt mit bangen Sorgen bezüglich der Kartoffelernte. FLulniserscheinungen machen sich schon überall bemerkbar. Besonders die edlen Arten
Halts auf ein Sparbuch vorgezeigt werden. — In einer Versammlung des hiesigen Bauernbundes wurde einstimmig beschlossen, Herrn Kart Gg. Ivckel als Kandidat für die Dürgermeifterwahl aufzustellen. — Die vor einiger Zeit begonnene Hrndeckung des Kirchendaches geht jetzt der Vollendung entgegen. Die Kosten werden sich auf 4 bis 5000 Mark belaufen. — Die Preise bei der O b st - Versteigerung deS Kreifes in der Rühe Grünberg haben sich in den ersten Tagen in mähigen Grenzen gehalten. Hingege waren sve gestern sehr hoch. Schätzungsweise kostete der Zentrier gute Aepfel am Baume 10 bis 12 Mk., Kelteräpfel 3 Mk., Wirtschaftsäpfel 7 bis 8 Mk. Birnen waren sehr teuer. Sehr viele Käufer aus allen umliegenden Ortschaften waren anwesend. Der Preis der Aepfel von Privaten beträgt pro Zentner Kelteräpfel etwa 3 Mk., für Tafeläpfel 8 Mark.
Trais-Horloff, 25. Sept. Die hiesige Braunkohlengrube Friedrich, mit der eine Brikettfabrik vereinigt ist, war in der Rachkriegszeit, besonders in den Jahren des Kohlenmangels, stark aufgeblüht. Run ist sie schon fett einer Reihe von Monaten infolge Mangels an Absatz stillgelegt. Ist dies auf dem Kohlenmarkt auch eine allgemeine Erscheinung, so kommt hier noch hinzu, dah das Material der Grube zeitweise an Güte zu wünschen übrig läht. Anfangs verlautete, der hessische Staat beabsichtige. die Grube, die der Stadt Frankfurt gehört, anzukaufen, um sie mit dem äleberland- werk in Wölfersheim zu vereinigen. Auch wurden Versuche angestellt, durch Verschwelung andere Produkte aus der Braunkohle zu gewinnen. Reuerdings probiert man nun die Verwendung mechanischer Förderrinnen und anderer Einrichtungen aus. Infolge der dadurch erzielten Ersparnis an menschlicher Arbeitskraft hofft man, die Förderung der Roh- braunkohle billiger und somit die hergestellten Briketts konkurrenzfähiger zu machen. Es ist bereits eine Anzahl Arbeiter wieder eingestellt worden. Was die Stillegung der Gewerkschaft für die ganze Gegend bedeutet, zeigt der Hmstand, dah sie zur Zeit des vollen Betriebes bis 500 Arbeiter beschäftigte, die aus dem ganzen oberen Horlofftal bis nach Villingen und Wetterfeld stammten. Besonders die Rachbarorte hatten hier eine nahegelegene Arbeitsstätte mit all ihren Vorteilen. Man hatte sich schon ganz daran gewohnt, was sich jetzt allerdings bitter rächt, Schulentlassene auf die Grube zu schicken, anstatt sie ein Geschäft erlernen zu lassen, da sie dort gleich Geld verdienten. Rach der Stilleoung wiesen deshalb gerade die umliegenden Ortschaiten b e t rächt-
• Grohen-Linden. 25. Sept. Der am Südende des Bahnhofs vorhandene Straßenübergang nach Leihgestern wird bei schwere anhaltenden Gewitterregen u. dgl. ständig überschwemmt, da die vorhandene Bahnhofs- entwässerung nicht ausreicht, um solche Wassermengen aufzunehmen. Außerdem ist die Dahn- hofsentcoässerung infolge ungünsttger Vorflutver- hältnisse nicht in der Lage, solche Wassermengen Ordnungsmäßig a^uführen. Hm diesen ülebel- stand zu beseitigen, beabsichttgt jetzt die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M., die Vorflut- verhältnisse an dies er Stelle zu verbessern. Sie hat daher einen Plan über die beabsichttgte Abänderung dem Ministerium der Finanzen zur landespolizellichLN Prüfung vor- gelegt. Interessenten können den Plan und die Beschreibung in den nächsten Tagen auf dem hiesigen Bürgermeisteramt einsehen.
: Aus dem Busecker Tal, 25. Sept. Die Ob st Versteigerungen in unseren Gemeinden fini> gehalten. Die Preise erreichten eine Höhe, die man nicht erwartet hatte. Besonders schlecht war die Birnenernte ausgefallen. Rur ganz einzelne Bäume hatten Erträge. Durchschnittlich kann der Rentner Tafelbirnen auf 10 bis 15 Mk. Die Aevfelernte, die als Mittelernte bezeichnet werden kann, erzielte ebenfalls hohe Preise. Do wurden namentlich in Beuern zum Teil Phantasiepreise erreicht. Wenn man für den Zentner zweitklassiger Tafeläpfel am Daum 15 Mk. und zuweilen noch mehr ausgeben mußte, so sollte man doch lieber gebrochenes Obst von dem Erzeuger, oder auf dem Markt, oder vom Händler kaufen, die dcmn für diesen hohen Preis auch wirklich erstllassige Qualitätsware liefern. Infolge teS schlechten Ausfalles der Honigbirnernte, der Zentner kam durchschnittlich auf 5 bis 7 Mk., wurden auch für Zwetschen am Daum pro Zentner zuweilen viS 12 Mk. bezahlt, ein Preis, der viel zu hoch ist. wenn man bedenkt, daß die Aufkäufer in unseren Dörfern in den letzten Tagen höchstens 8 bis 9 Mk. für abgemachte Zwetschen bieten. Infolge der ungünstigen Witterung des Dor- und Rachsvmmers hatte die Qualität je^ichen ObsteS stark gelitten, und viel Obst, namentlich aber Aepfel. hängen in faulem Zustand am Daum. Wenn auch die Gemeinden nur Mittelernten zu verzeichnen hatten, so sind doch die Einnahmen auS den Obstverfteigerimgen für einzelne Gemeinden recht hoch geworden. BiÄ zu den hohen Preisen trägt namentlich der Hmstand bei. daß die Zahlungen an die Gemeinden bi- Martini L I. gestundet werden, und sich deshalb viele Leute ohne ileberlegtmg gegenseitig sinnlos überbieten.
I : Deuern. 23. Dept. Am Sonntag hielt die hiesige Freie Turnerschaft ihr diesjähriges Iahresfest ab. Das Fest war namentlich der Jugend getoibmet. Im Laufe des "Vormittags gelangte der Wettkampf der Schülerabteilung in einer Ober- und Hnterstufe zum Austtag. Die Hebungen bestanden in Hochsprung. Weitsprung. Kugelstoßen, 75 Meter bzw. 50- Meter-Lauf, einer Freiübung und einer Pflicht- und einer Kürübung am Darren. Rachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug durch unser Dorf, an dem sich auch die Rachbarvereine von Treis a. d. Lumda, Allendorf a, d. Lumda und die Damenriege der Heuchelheimer Freien Sumer- schäft beteiligten. Der 1. Vorsitzende des hiesigen Vereins, Louis Pfeiffer, begrüßte die Festgemeinde, und nun lieh ein schönes Volksfest im Garten des Gastwirts Christoph Wagner eine fröhliche «Stimmung aufkommen. Geräteturnen, Freiübungen und Spiele der Kinder liehen die Zeit rasch verfliegen. Desonderes Interesse erregten die Freiübungen und Spiele der Heuchel- heimer Turnerinnen. Auch die gut vorgetragenen Chöre des hiesigen ArbeitergesangverÄns unter Leitung seines Dirigenten Konrad Ricolai von Grohen-Duseck fanden groben Gefallen. Gegen Abend sand die Preisverteilung statt. In der Oberstufe wurden folgende jugendliche Turner mit Preisen bedacht: 1. Preis Reinhold Dellof mit 133 Punkten: 2. Otto Keil mit 118; 3. Heinrich Döring mit 104; 4. Karl Kehr mit 98. In der Hnterstufe errang den 1. Preis August Muhly mit 120 Punkten; 2. Wilhelm Kumps und Karl Hahn mit 111; 3. Albert Dranden- burger mit 101; 4. Ludwig Hofmann mit 94; 5. Martin Edelmuth mit 78. Ein Tänzchen hielt jung und alt bis zum frühen Morgen zusammen.
t Grün berg, 25. Sept. Die hiesige De- zirkssparkasse hat, um den Sparsinn, besonders bei den Kindern, zu wecken und zu fördern, neben anderen Einrichtungen auch die Einführung von Heimsparkassen beschlossen. Die Sparbüchsen werden an jedermann kostenlos abgegeben. Mindestens vierteljährlich sollen sie der Kasse zur Oeffming und Gutschrift des In-
Aus der Provinz
Landkreis Gießen.
ahlgesetz-Resormen in Hessen
(Von unserer Darmstädter Redaktton.)
I.
und Verbesserungen sollen die Mihstände möglichst beseitigt werden.
2$. Dad-Rauheim, 25. Sept. Gestern wurden hier auf dem Stadthause für den Bezirk Dad-Rauheim Wahlen zur Industrie- und Handelskammer Friedberg vorgenommen. Zu wählen war ein Ersatzmann für das erkrankte Mitglied Hartmann Stoll, dazu noch ein drittes Mitglied für den Dezirk. Es wurden von 200 Wahlberechtigten 65 Stimmen abgegeben. Gewählt wurden Kaufmann Richard Hartkopf, der Vertreter des Einzelhandels, mit 64 Stimmen und Hotelbesitzer Wilh. K r a u h. der Vertreter der Hotelindustrie und des Gastwirtegewerbes. mit 38 Stimmen. — Das Herbstgewitter, das heute um die Mittagsstunde über unsere Gegend ganz plötzlich niederging, war wohl das heftig st e Gewitter dieses Jahres. Starker Hagelschlag war damit verbunden. Der Blitz schlug in einen Daum an der Hsa ein. ferner ging er in den Blitzableiter eines der Dadehäuser. Die elektrische Geltung wurde hier und da gestört, ebenso wurden die Telephonanlagen zum Teil in Mitleidenschaft gezogen. Bei einigen Anschlüssen schlug der elektrische Funke ans dem Telephon.
t Dad-Rauheim, 25. Sept. Die Stadt hat bei der Versteigerung ihr.er, Spät - vbsternte rund 4500 Mark vereinnahmt. Etwa 1000 Mark hat sie bei früheren Obstversteige- rungen schon eingenommen. Die hiesigen Gastwirte und Apfelweinkeltereien sind fleißig an der Kelterarbeit. Der „Hohenastheimer", von allersher das Rationalgetränk der Wetterauer, dem auch zahlreiche Kurgäste während des Sommers gern „huldigen", wird in diesem Jahre in großen Mengen eingekeltert. Die Produzenten zahlen für Kelterobst zur Zeit 12 Mark für das Malter. Im letzten Jahrzehnt vor dem Kriege bewegte sich der Preis, je nach dem Ausfall der Apfelernte, zwischen 7 und 15 Mk. Rachgelassen hat die private Apfelweinbereitung, nicht weil die Apfelernte schlecht ausgefallen ist. wie vor Wochen in einigen Zeitungen berichtet wurde (das Gegenteil ist in der Wetterau der Fall!), sondern, weil man jetzt wieder in den Gasthäusern zu erträglichem Preise zu seinem Schöppchen kommen kann. Daß sich so ziemlich jeder hiesige Haushalt mit dem eigenen Haus- trank eingebeat hatte, ist nur eine Erscheinung der Inflationsjahre gewesen.
i Ober-Mörlen, 25 Sept. Zu einem Aufwertungsvergleich ist es am Amtsgericht Dad-Rauheim zwischen der hiesigen Gemeinde und der verwitweten Freifrau F. v. Rabenau gekommen. 1920 kaufte unsere Gemeinde von Freiherrn F. v. Rabenau zu Dordeck das In hiesiger Gemarkung gelegene Fechen- bach'sche Gut, eine Sicherungshypothek in Höhe von 150 000 Papiermark wurde eingetragen. Der
meinberatsmitgüeber, ber Rreistagsmitglieber, der Provinzialtagsmitglieber, ber Kreisausschußmitglie- ber und ihrer Vertreter, ber Prooinzialausschußmit- glieber unb ihrer Vertreter, ber Bürgermeister unb Beigeordneten in ben Stabten, ber Bürgermeister unb Beigeorbneten in ben ßanbgemeinben mit mehr als 2000 Einwohnern." Diese scheinbar nur formalistische Bedeutung einer zusammenfassenben Bettachtung ber Wahlgesetze hat aber nicht allein eine Zeitersparnis im Gefolge, fonbern auch mit ber Zeit nicht unwesentliche Kostenersparnisse.
Der Wahlgesetzentwurf enthält 105 Artikel; er gliedert sich in 5 Abschnitte, unb zwar lauten sie: 1. Die Wahlen ber Stadtverordneten, ber Gemeinde- ratsmitgüeber unb ber Kreistagsmitglieder. 2. Die Wahl der Kreisausschußmitglieder und ihrer Stellvertreter. 3. Die Wahl der Provinzialtagsmitglieder. 4. Die Wahl der Provinzialausschußmitglie- der unb ihrer Stellvertreter. 5. Die Wahlen ber Bürgermeister unb Beigeorbneten in Stabten, in ßanbgemeinben unb bie Wahl ber Berufsbürger, meister in ßanbgemeinben mit mehr als 2000 Einwohnern.
Der Artikel 1, der von der Zahl der zu wählenden Vertreter handelt, hat zwar gegenüber den bisherigen Bestimmungen keine wesentlichen Aende- rungen erfahren, aber eine ganz neue Fassung erhalten. Er bestimmt u. a., daß die Stadtverordnetenversammlung in ben Stabten bei einer Einwohnerzahl bis zu 4000 aus 18 Mit- gliebern besteht, von 4001 bis 10 000 aus 21, von 10 001 bis 20 000 aus 24, von 20 001 bis 30 000 aus 36, von 30 001 bis 60 000 aus 42, von 60 001 bis 90 000 aus 48, von 90 001 bis 120 000 aus 54, von 120 001 unb mehr aus 60 Stabtverorbneten. Der Gemeinberat in ben ßanbgemein» den soll bestehen bei einer Einwohnerzahl bis zu 500 aus 7, von 501 bis zu 1000 aus 9, von 1001 bis zu 3000 aus 12, von 3001 bis zu 5000 aus 15, von 5001 bis zu 10 000 aus 18, von 10 001 unb mehr aus 21 Oemeinberatsmitgliebern. Der Kreis- t a g besteht bei einer Einwohnerzahl bis zu 50 000 aus 21, von 50 001 bis zu 60 000 aus 24, von 60 001 bis zu 70 000 aus 27, von 70 001 unb mehr aus 30 Kreistogsmitgliebern. Nach ben früheren Bestimmungen konnte bie Zahl der Stadtverordneten durch Ortssatzung anders festgesetzt werden; jetzt ist diese Bestimmung beseitigt worden. Die Folge davon ist, daß künftig einige Stadt- parlamente verkleinert werden müssen.
Heber die Wahlart und Wahlbauer bestimmt bie Vorlage bie Anwenbung der allgemeinen gleichen unmittelbaren geheimen (Verhältnis-) Wahl. Der Entwurf sieht eine fDtanbatsbauer von drei Jahren vor, der Gesetzgebungsausschuß hat sich jedoch für eine solche von vier Jahren entschieden. In dem Entwurf ist auch die Regelung der Neuwahlen, Ergänzungswahlen und Nachwahlen vorgesehen; es ist hier bei dem bisherigen Verfahren geblieben.
Am 6. Oktober wird derHessischeßandtag zu einer kurzen Tagung zusammentteten, um in erster ßinle den Gesetzentwurf über bie Wahlen für Gemeinben unb Gemeinde- verbände (Kreise unb Provinzen) zu beraten, ber dem ßandtag als Regierungsvorlage bereits am 26. Juni zur verfassungsmäßigen Behandlung vom Ministerium des Innern zugestellt worden war. Die Vorberatungen des Entwurfs sind durch den Gesetzgebungsausschuß so gefördert worden, daß der Landtag ihn rechtzeitig für die Wahlen am 15. November verabschieden kann. Das Schicksal der Regierungsvorlage ist bekannt. Zunächst sollte sie noch in der Sommertagung des hessischen Parlaments beraten werden; dazu kam es aber nicht mehr. Dann wollte die Regierung die Wahlen nach dem Gesek vom 19. August 1922 vornehmen lassen, besann sich aber eines anderen und legte am 2. September dem ßandtag eine Regierungsvorlage „Ge- setz zur Aenderung des Gesetzes über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinderatsmitglieder ber Kreis- unb Provinzialtage vom 19. August 1922" vor. In einer Besprechung des Vorstandes unb bes Aeltestenrates, sowie bes Gesetzgevungsausschusses des ßanbtages wurde die Abänderungsoorlage vom 2. September verworfen und beschlossen, die Regierungsvorlage vorn Juni dieses Jahres zu beraten. Der Gesetzgebungsausschuß hat die erste ßefung des Entwurfs bereits durchgeführt und wird in den nächsten Tagen die zweite ßefung vornehmen.
Der Gesetzentwurf stellt in seiner Gesamtheit eine der bedeutendsten Gesetzesvorlagen der letzten Jahre dar, namentlich weil hier zum ersten Male der Grundsatz durchgeführt ist, die verschiedenen Arten des gemeindlichen Wahlrechtes unter einen einheitlichen G e - sich ts punkt zu stellen. In der Begründung des Entwurfes wird hierauf hingewiesen mit den nachstehenden Ausführungen: „Der vorliegende Gesetzentwurf beabsichtigt, in organischer Weiterentwicklung des Gesetzes über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinderatsmitglieder sowie der Mitglieder ber Kreis- und Provinzialtage vom 19.8. 1922 alle Vorschriften über die Wahlen für Gemeinden und Gemeindeverbände (Kreis und Provinzen) zusammenzufassen. Die Bestimmungen hierüber waren seither in verschiedenen Gesetzen zerstreut; in Betracht kommen die Städteorbnung, die ßanbgemeinbeorbnung unb bie Kreis- unb Pronin- zialordnung vom 8. Juli 1911 in ber Fassung ber Gesetze vom 15. April 1919, bas Gesetz über die Wahlen der Stadtverordneten und Gemeinberats- mitglieber, sowie ber Mitglieber ber Kreis- unb Provinzialtage vom 19. August 1922 unb bie Wahlordnung für die Wahlen ber Kreis- unb Provinzialausschüsse vom 9. Juli 1919. Die Zusammenfassung bedeutet daher für die prakttsche Handhabung eine
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