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38. Mittelrheinisches Kreisturnfeft.

3mmer mehr rückt daS 3 2. Mi ttelrhei- Nische Krcisturnfest, das vom 31. 3uli biS 4. August in Gießen stattfinden wird, in den Vordergrund deS Interesses unterer Bürger­schaft AIS sichtbares Zeichen der bisherigen Dor- bereitiragen zu dem grasten, der ernsten Turn­arbeit gewidmeten Feste der miUelrheinischen Jünger IcchnS ist die Herrichtung des Triebs anzusehcn. Diele unserer Mitbürger werden mit Interesse den Fortgang dieser Arbeit beobachtet und dabei wohl auch mit Bewunde­rung festgestellt haben, in welch' vorteilhafter Meise d<rs Gesicht dieses Geländes verändert wurde. Die Dorarbeiten zu den toiiteren bau- lichen Einlagen sind im DauauSschust zur Zeit in vollem Gange Es dürfte Wohl nicht mehr allzu lange dauern, dast man dort oben auf dem Trieb ein emsige- Graben und Richten und Hämmern hören wird.

Der rein turntechnischen Vorarbeit widmet sich der Turnausschust mit regstem Eifer.

Eine besonders harte Ruh hat der Woh- nungSaus schuß zu knacken. Es ist ja auch keine Kleinigkeit, für etwa 20000 Turner und Turnerinnen Quartiere bereitzustellen. Hier kann sich die gesamte Einwohner­schaft durch reg st e Hilfsbereitschaft bei der Lösung der schweren Aufgabe sehr ver- bient machen. Jede Quartiermöglichveit wird mit Dank und Freude in Anspruch genommen Es müssen aber nicht etwa nur Zimmer mit Feder­betten fein, nein, die Turner sind an solchen Tagen sehr anspruchslos« Leute. Es genügt ihnen, wenn sie da ein Dach über dem Kopfe, frische Lust um sich herum und einen Strohsack oder «in Holzwvllager unter sich haben: die Decke bringen sie mit, diszipliniertes Betragen, an das sie ja von ihren Vereinen her gewöhirt ftnft, wird ihnen lrohdem iwch mal zur besonderen Pflicht gemacht, so dast also jedermann unbedenklich einen, zwei, drei oder auch noch mehr Turner als Schlafgäste aufnehmen kann und sollte! Selbst kleine Zimmerchen, Trockenböden, Mansarden usw. sollten für diese Tage von jedermann bereit- gestellt werden! Es ist anzunehmen, dast der W. hnungsausschust sich in allernächster Zeit mit seinem Wunschzettel öffentlich melden wird. Möge er dann überall viele freundliche Helfer finden!

Für den F e st z u g sind die Vorarbeiten gleichfalls im Gange. Damit das kling.nfte Spiel

tue sehr Mvtzvätige Einrichtung

Derb tarnt Einen sehr günstigen Erfolg zeitigte die Deranstaltung eineS Basars in den Räumen des Geielllchastsverein- im Februar 1924. Die landwirtschaftliche Werbung in der ersten Hälfte des Jahres ergab unter anderem einen ®rttag von 3967 Eiern. Dann mustte sie wegen der Mißernte in Hessen unterbleiben. Don den zahlreichen Spenden des In- und Auslandes seien hier nur wieder die häufigen groben Fett­spenden von Herrn A Göbel in Brooklyn dan­kend erwähnt, die nach seinem leider so frühen Tode durch seine Gattin fortgesetzt werden

Wie notwendig die Einrichtungen der Stu- denienhilfe auch heute noch sind, dafür mögen nur zwei Fälle mugeteilt werden ES studiert hier zur Zeit der Sohn eines Arztes auS dem Saargebiet. Der Vater starb 1912 unter Hinter­lassung einer Witwe und zweier Kinder Da­mals war ein Vermögen von 50 030 Mk. vor­handen, welches inzwischen 'durch die Geldent­wertung völlig verloren gegangen ist. Der Stu­dent ist sehr begabt und fleißig, so dah er jede Förderung hinsichtlich seines Studium- verdient.

Weiter studiert hier im 7. Semester der Sohn eines braunschweigischen Pfarrers. Der Vater hat längere Zeit durch das Verhalten der Urchenfeindlichen Regierung überhaupt kein G> halt bezogen und muhte deshalb l'x Jahre in einer Oelsabrik als Arbeiter für sich und seine Familie sein Brot verdienen. 3rtfotgebeften ist der Daker jetzt schwer lungenkrank in einem Sana­torium. Er bezieht zur Zeit ein Gehalt von 250 Mk. monatlich für sich und seine fünfküpfige Familie. In bieten und in Hunderten von anderen Fällen ist die Durchführung des Stu- bi um# nur mit Unterstützung der Studentenhilfe möglich

nutz» zu kurz kvmaru not der Lurnausichuß eine Anzahl Kapellen darunter Mi- litärmufif, selbstredend auch unsere wackeren Gie­ßener 15er unter CbermuHfmeiftet Loder bereits fest verpflichtet. Mit der Sicherstellung von DolkSbeluftigungen ist der Ausschuß zur Zeit beschäftigt

Der Presseausschuß widmet sich jetzt mit voller Kraft der Herausgabe des FestbucheS. das alS einziges offizielles Druck­werk in großem Maßstab herausg bracht wer­den soll. (Man beachte die heutige Anzeige des Presseau-schusscs.) Die Auflage des FestbucheS beziffert sich aus garantiert 25 000 Stück Auf gute und gehaltvolle Aus­stattung wird unter Aufwendung erheblicher Mittel natürlich größte- Gewicht gelegt, damit das Buch zu einem wertvollen Besiystück auch über das Turnfest hinaus wird. Die Abgabe des FestbucheS erfolgt zusammen mit den Eintrittskarten, d. h. der Preis für da- Festbuch ist in dem Preis der Eintrittskarte enthalten. Weiter soll ein geschmackvolles Fest- abzeichen geschaffen werden, für das be­reit- eine Reihe von Entwürfen norliegt. Natür­lich wird auch eine offizielle Je st Post­karte nicht fehlen: für diese wird eine be­sonder- überraschende, gute Eigenart angestrebt, über die demnächst wohl Räheres zu sagen sein wird

Daß zur planmäßigen und für unsere Stadt würdHgen Durchsührung des Fe st es natürlich ein entsprechender finanzieller Rückhalt notwendig ist, wird 'niemanft zweifelhaft fein. Für diesen Zweck wirbt der Finanzausschuß zur Zeichnung aus einen Garantiefonds. Möge sich auch hierbei das Wohlwollen weitester Dürgerkreise in umfangreichem Maße betätigen!

Siebener Wochenmarttpreise

am 26. März (Händlerpreise).

56 kostete auf dem heutigen Wochenmari l das Pfund Butter 220. Matte 40, Käse 70, Wirsing 30, Weißkraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10. rote Rüden 10, Spinat 50. hinter» Kohlrabi 8, Mischgemüse 20, Grünkohl 25. Rosen­kohl 60 bis 70, Feldsalat 100, Endivien 80. Tomaten 150, Zwilch.In 30, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5. Aepfel 15 bis 20. Dirnen 12, Dörr­obst 40. Honig 40, junge Hahnen 100, Suppen­hühner 120; das Stück Eier 12, Blumenkohl 80 bis 150, Salat 30, Lauch 5 bis 10, Sellerie 30 bis 50; das Bund Radieschen 20.

Bornotizen.

Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater 63/i HfjrSic verlorene Tochter". Lichtspielhaus, BahnhofstraßeLotosblume". Astoria-Lichtspiele:Der Mann ohne Rerven."

-- Oeffentliche Wählerversamm­lung. Man schreibt uns: Die Deutsche De­mokratische Partei hält am Freitag, 27. März, abends 8*Zj Uhr in der Turnhalle am Oswaldsgarien eine öffentliche Wählerver­sammlung für die Kandidatur zur Reichspräsi- dentschaft des Etaatspräfidenten Dr. W. Hell- pach ab. Es spricht Oberstudiendirektor Frie­drich, Kassel, der vom letzten Reichstagswahl­kampf her hier noch in bester Erinnerung steht, über daS Thema.Warum wir Hellpach wählen". Alle Wähler und Wählerinnen sind zu 'der Ver­sammlung (geheizter Saal) herzlich eingeladen. (Siehe heutige Anzeige!)

Sine Dismarck-GedächtniSfeier veranstalten die Deutsche Dollspartei und 3u- gendgruppe, die Deutschnationale Dolkspartei, der Iugendbund Bismarck und die Daterlänot- schen Verbände Ob rHessens aus Anlaß der Wiederk.hr dcs HO. Geburtstages Bismarcks am kommenden SamStagab.rnd 8 Uhr ün Stadttyea- ter. Sie Festrede hält Universitätsprofcsior Dr. H o r n e f f e r überBismarck und der Deutsche Staat". Weiteres ist aus dem gestrigen An- zeigentell ersichtlich.

Sic Aprilmiete. Blättermeldungen zufolge soll die Aprllmiete 80 Prozent der Frie­densmiete betragen, wobei die bisherige Sonder- fleuer miteingerechnet ist. Für gewerbliche Räume

mit mehr als 600 ha. FriedenSmtere Tcaen TO und 15 Prozent erhoben werden

Zugver lea ung. Zur Herstellung der Anschlüsse von den Zügen Frankfurt a. W. Hbs. ab 5.22 il$r, Gießen an 7,50 älhr R. und Gelnhausen ab 5,28 U&r. Gießen an 7,55 Ubr R. wird ab 1. April der Pz. 559 (jicht Gie­ßen ab 7,38 Uhr A., Fulda an 10ch4 Uhr 2L) später gelegt und beschleunigt durchgeführt Der Zug geht dann Gießen ab 8,03 Uhr, Fulda an 10,54 Uhr R Der Zug (S.) der Strecke Burg- und Hiebergcmünften- Ki rchhain wird zur Aufrechterhallung deS Anschlüsse- spater gelegt. Burg- und Rieder» gemünften ab 9,08 Uhr, Kirchhain an 10 Uhr A.

** Gegen Tuberkuloseübertro- Su n g In Gesellscha^tsinbalatorien. n Sachverständigenkreisen ist vielfach von einer Gefahr der Uebertragung der Tuberkulose in Ge- sellschaftsinhalawrien gesprochen worden, was den preußischen Bolkswohl'ahrtsminister veranlaßt hat, darauf hinzuwirken, daß Badegäste mit offener Tuberkulose oder mit dem Verdacht einer solchen nicht zur Benutzung des Gesellschastsinhalawriums zugelassen, sondern daß für sie E i n z e l k abi- nette bereitgehalten werden, eine Absonderung, die naturgemäß nur zu erreichen ist, wenn die Be­nutzung des Gefellschaftsinhaltoriums von der Er­laubnis eines Badearztes abhängig gemacht wird. An dieser Bedingung soll auf Anordnung des preu­ßischen Wohlfayrtsrntnisters festgehalten werden. Als ausschlaggebend für diese Stellungnahme wurde einerseits hie bei einem Teile des Badepublikums tatsachlick) bestehende Befürchtung, in den Gesell- schaftsinhaltorien der Tuberkuloseansteckung ausge­setzt zu sein, und anderseits die Bestimmtheit an­gesehen, mit der bei Einführung dieser Sicherheits­maßnahme einer Hebung des Besuches des Bades und einer oerme' rten Benutzung der Badeeinrich­tungen, insbesondere des Gesellschaftsinhalatoriums, enkgegengesehen wird. Der Wohlsahrtsminister hat dem Allgemeinen Deutschen Bädeverband in Ber­lin entsprechende Instruktionen zugehen lassen.

*r Wählerversammlung Der Gieße­ner Ortsausschuß des R e i ch S b l o ck s für die Rcich^prästdentschaftskandidatur Sr. Jarres hatte out gestern abend .eine öffentliche Wähler­versammlung in die Turnhalle am Oswaldsgarten cinbcrufen. Der Versammlungsleiter, Oberpost- inspektor Kohlhase, begrüßte in seiner Er­öffnungsansprache das Zusammengehen der Par­teien der Rechten, worin man einen Lichtblick für die Zukunft sehen könne; er wies weiter auf die große Bri>eutung dieser Wahl hin und be­tonte schließlich, jeder Wahlberechtigte müsse sich bei dieser Stimmabgabe sagen: Wir brauchen für den Reichspräsidenlenposten einen Mann, aber kein Parteiprogramm. Darauf sprach der Redner des Abends, Landtagsabg. Scholz- Mainz. Gr gab ebenfalls seiner Ge­nugtuung über das gemeinsame Marschieren der Rechtsparteien Ausdruck, machte auf die großen Machtbefugnisse des Reichspräsidenten aujmeri» sam und ging dann in großen Zugen auf die Betrachtung einiger besonders marfanter poli­tischer Fragen ein. Mit der Verfassung von Weimar habe man zu rechnen, ob sie uns recht sei ober nicht, und darum solle man sich auch all der Mittel bedienen, die sie gebe. Zu diesen Mitteln gehöre, daß sich das deutsche Volk an die Spitze des Reiches einen Mann hl re, der verstehe, daß es um Sein oder Richtsein deS deutschen Volles gehe, und ferner auch darum, den nationalen Gedanken in Deutschland wieder hell leuchten zu lassen. Hier gebe es nicht um die StaatSform, um die Frage. Monarchie oder Republik?, sondern einfach um Sein oder Richt«- sein unseres Volkes. Bri dieser Frage dürfe man sich ebensowenig wie bei der Kabinettsbil­dung nach der Stimmung des Auslandes richten, maßgebend sei einzig und allein das nationale Interesse unseres Vaterlandes. Die Sozialdemo­kratie mit ihrer internationalen Einstellung sei nicht geeignet, uns wieder zur Höhe zu führen. Zur Flaggenfrage bemerkte der Redner, zugleich mit entschiedener Verurteilung der Riederholung der ruhmreichen Farben Schwarz-Wriß-Rot, so­lange diese Frage nicht gelöst fei in dem Sinne, bah wir wieder deutsche Farben haben und keine Parteifarben, werde es keinen Frieden im deutschen Volke geben. Rach einem kurzen Rück­blick auf das Wirken des verstorbenen Reichs-

pvkMdenten alS spartrimann. Politiker und Prä­sident kam der Redner auf die gegenwärtigen Kandidaten zu sprechen, wobei er beroorhob, daß alle gegnerischen Äanbibaten aan^ ausgesprochene Partei kanbibaten feien. Weiter wies er den gegen Dr. Jarres gerichteten Vorwuri derDer- sackungspolitik" zurück und hob dabei auS eigener Kenntnis der Persönlichkeit Sr. Jarres' hervor, daß dessen Stieben stets und ständig dem un­trennbaren Best and des Reiches und des Rhein- landes gegolten habe, dast Sr. Janes ein Mann mit brennenbem Rationalge üftl sei. Ohne für Sr. Janes in da- Reklamebom stoßen, wie Mc Linke und ihre Preise eS bet Ebert getan hätten, müsse er als Kenner Dr Jarre s' sagen, daß dieser ein ruhiger, klardenkender Mensch mit verbindlichem Weien sei. Große Energie paare sich bei ihm mit höchster Dflichrneue. 'ein Denken und Fühlen sei durch unb durch deutsch Er sei ein Mann mit feinem Takt, her nach seiner ganzen Vorbildung und nach seiner bisherigen Betäti' gung voll unb ganz für den Posten geeignet sei. zu dem er jetzt berufen werden solle. Er bc trachte sich nickst alsPlahbal er der Rtonarchie". sondern er wolle dem deutschen Volke ein Fühi-n sein in dieser schweren Zeit &r sei fein Partei mann im eigentlichen Sinne des Wortes. Kurz gesagt, ein Mann, dem das nationale Denken unb daS Interesse des ganzen deutschen Volkes über alles gehe, das sei Dr. Jarres. Slcfem Wanne bitte er im wohlverstandenen Interesse des Vaterlandes die Stimme zu geben und dazu auch alle Wahlmüden aufzurütteln. Damit erweist man unserem Vater lande einen Dienst. Sen mit lebhaftem Beifall auf genommen, n Ausführungen des Redners fügte der DerlLnmlu .glleiter auch seinerseits die Ermahnung an. am Sonntag rest­los zur Wahlurne zu gehen unb die Stimme für Dr. Jarres abzugeden Die Versammlung nahm ohne Aussprache einen würdigen Verlauf.

Der Obst- unb Gartenbauver- ein Gießen hielt am Sonntag im Kaufmän­nischen Dereinshaus seine diesiährige Haupt­versammlung ab. Ser Vorsitzende gab einen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr unb erwähnte hierbei insbesondre die drei Mit glieberDcrfammlungcn mit Vorträgen, die den Mitgliedern auf dem Gebiete des Obst- unk Gartenbaues manches Reue gebracht hätten. Sei Beitrag wurde aus 3 Mi. reduziert, vorausge­setzt. daß der Betrag bis zum 1. Juni abge­führt ist. AuS dem Vorstände schieden aus die Mitglieder Gros unb Klingler, wofür die Herren R e h n e l t und R euer eintreten. Außerdem har r Reuwalst für die Mitglieder Decker, Simon unb Roll zu erfolgen, bi« wiedergewählt wurden. Für die Versammlung war eine Gralisverlosuiig von Sämereien unk an bevor gärturrisch.-r Bedarfsartikel vorgesehen Durch den schwachen Besuch blieben jebcxy Ge­winne übrig, die noch für ein niedriges Ent- gelö an die Mitglieder abgegeben wurden.

** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Ochsen 2, Färsen und Kühe 6, Kälber 1412, Schafe 694, Schweine 500.

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mitgeteilt, daß btc'clbe bereits be- fleh und sich eines zablreichenBesucheS erfreut. 9/öfteres bei Er st Jung, Pn- pierlanblung, §el- ter-weg. 3l00v Der 1. Sprecher.