iege leiten soll.
Der G e - Bürger«
Kreis Friedberg.
<5 Bad-Nauheim, 24. Juni. Der Iu g e n d t o g . der als allgemeines Jugendseft seit einigen Jahren gefeiert wird, konnte des schlechten Wetters wegen heule nur in einfacher Form begangen werden. Die Schulen der Stadt nerfam- melten sich heute früh in der Turnhalle der Stadt- chule zu einer kurzen Feier, bei der Studienrat Rüther von der Oberrealschule die formvoll, endete Festrede hielt, darin besonders der Rheinlande und ihrer Iahrtausendfeier geben- kend. Die vereinigten Chöre der Stadtschule und der Oberrealschule trugen eindrucksvoll wirkende Gesänge vor, das Deutschlandlied beschloß die erhebende Feierstunde. Anschließend erhielt die Iu- genb die von der Stadl gestifteten Brezeln, Wurst- chen und kleine Leckereien.
Kreis Büdingen.
△ 'Bübingen, 24. Juni, lieber den Ausgang der Bürger meist er st ichwahlen am Sonn- tag ist zu berichten: In Echzell siegte der seitherige Bürgermeister Schultheiß mit 646 Stimmen, sein Gegner Wilhelm Müller III. erhielt 231 Stimmen. In Gelnhaar wurde der seitherige Bürgermeister B u rle i n mit 245 Stimmen ge- rvält, sein Gegner, Rechner 5) en r ich, erhielt 117 Stimmen. Fast 100 Prozent der Wahlberechtigten machten von ihrem Wahlrechte Gebrauch. In Burgbracht wurde Wilhelm Michel mit 71 Stimmen einstimmig gewählt. Ebenso von fast allen Wahlberechtigten wurde in Bisses der seitherige Bürgermeister Philipp S pengler zum drittenmal einstimmig wiedergewählt.
Nidda. 24.3unt Der hiesige Arzt Dr. OB. QH et) beteiligte sich an dem 2 4 - 6 t u n- den ° Rennen des Frankfurter Automobilklubs i m r a u n u s. Infolge des Platzens eines Rad- reiss fuhr das Auto gegen einen Daum, so daß die beiden Insassen herausgeschleudert wurden. Während der Besitzer mit dem bloßen Schrecken davvnkam, erlitt fein Mitfahrer Wetzel einen Armbruch. Das Auto wurde stark beschädigt.
/X Dieichenbach. 24. Juni. Ein einfachsinniges Denkmal hat die hiesige Jugend den Gefallenen unserer Gemeinde am Bahn- durchlaß. unweit der Haltestelle, errichtet. Ein vom „®(auberg" herbeigeholter, nach oben abgerundeter CÖa falt blöd wurde aufgesetzt und mit Dasaltfäulen eingefaßt; der Platz um das Ganze ist schön geebnet und mit einem Lattenzaun umgeben. Dor dem Steine steht die Friedenslinde von 1870 71. Eine weithin sichtbare, mit Dronzebuchstaben eingelassene Inschrift: .Unseren gefallenen Helden im Weltkriege 1914—1918" deutet den Iweck des passenden Ehrenmales an. — In nächster Feit läßt die Gemeinde ein zweites Denkmal tm Dorfe, gefertigt aus Wittenberger Sandstein, neben unserem Denkmale von 1870 71 erstehen. Mit einer Weihe wird dasselbe feiner Bestimmung übergeben.
Kreis Schotten.
Schotten, 24. Juni. Die hiesige Bür- germei st erwähl findet am nächsten Sonntag statt. BiS jetzt werden zwei Kandidaten genannt: der seitherige Bürgermeister, Rechtsanwalt M e n g e l, und Hermann Duchardt. der frühere 1. Sprecher des Turn-Gefangvereins. Die Einführung der innerhalb des Kreises neu- gewählten Bürgermeister sott Im Laufe des Juli flattftnben. so daß bis zum 1 August alle aus den Neuwahlen Hervvrgegangenen in Amt und Würde fein werden. — Infolge des Witterung-- Umschlag- und der damit verbundenen starken Abkühlung machen sich bei groß und Nein
gelaufen, und zwar von Wilh. Bocher- Beltershain über 4320 Mk., von .Herrn. H a r d t - Lauterbach 4398 Mk., und von Konrad Bock- Grünberg 4870 Mk. Der Voranschlag lautete auf 4000 Mk. Die Vergebung der Arbeiten wurde vertagt, jedoch wurde auf die Anregung des Bauinspektors Seim, die Vornahme des Baues des Hochbehälters zu beschleunigen, damit die Bauzeit nicht in die kalte Jahreszeit falle, beschlossen, daß die Bürgermeisterei zur baldigen Beschaffung der Baugelder Schritte tun soll, damit ungefähr im August mit dem Bau angefangen werden kann. — Rach einem Schreiben der Ueberlandzentrale hat die Stadt bei Anlage von Elektromotoren bzw. Heizkörpern Anschlußgebühren zu erheben. Die in Frage kommenden Sätze wurden beschlostcn. — Dem M u s i k v e r e i n wurde auf Antrag zur B e • schaffung von Instrumenten usw. eine Unterstützung für das Jahr von 150 Mk. gewährt. Hierbei wurde erwähnt, daß der Kriegerver- - " ‘ ' ung der Denkmals
ein die Instandfetzu bzw. des Platzes in die W<
Bautätigkeit gegenwärtig recht rege. Beide könnten noch mehr gefördert werden, wenn die Kapitalkraft nicht fo gering und das Baugelände nicht so teuer wäre. Wohl ist Lich in den letzten 10 Jahren vor dem Kriege weit über seinen seitherigen Rahmen hinausgewachfen, ein ganzer Stadtteil, im Volksmund ..Sachsenhausen" genannt, ist entstanden Bahnhofsviertel und Langsdorf—Hungener Straße: ebenso Butzbacher und Garbenteicher Straße nach der anderen Seite. Damals und auch später war es das evangelische Maiienstift, das mit gutem Beispiel voranging und einen Teil seines an der Peripherie Der Stadt gelegenen besten Geländes den Baulustigen zu geringem Preis verkaufte und es dadurch ermöglichte, daß gar mancher aus den mgen Gassen und Winkeln der Altstadt herauskam und nun in einem sauberen Häuschen Licht und Luft genießen kann. Sehr »um Wohle der Gesundheit! „Älein, aber mein!", »und fein“ könnte man hinzusügen. hat einer in dankbarer Weise als Sinnsprüch neben den Eingang geschrieben. Leider sind die Privatleute diesem Dorbilde nicht gefolgt, manches Kaufgesuch wurde abaeschlagen. Nach dem Krieg und besonders nachdem durch die Inflation jegliches Kapitalvermögen der Einzelnen geschwunden war. hat die Stadt auf Dem durch die Feldbereinigung ihr zugefallenen Wall- gelände die Möglichkeit zum Bauen gegeben. An der durch den Ortsbauplan neugeschasfenen Straße .Auf dem Wall“ sind bis jetzt sieben Heine Doppelhäuser mit Statt und Garten für je zwei Familien entstanden, die. soweit die Stadt sie erbauen lieh, nach und nach in das Eigentum der Bewohner übergehen. Jetzt ist die Stadt daran, ein Dierfamilienhaus zu errichten, die Arbeiten find schon zur Dergebung ausgeschrieben, und es wird wohl bald mit dem Bau begonnen werden. Arbeitslose dürften dann in unserem Städtchen wohl nicht mehr zu finden sein, sofern sie nicht arbeitsscheu sind. Die Ringofen- ziegelei Licher Tonwerke hat vollauf au tun, um das nötige Badsteinmaterial zu liefern Sie hat den ganzen Winter hindurch ihren Betrieb aufrechterhalten und dadurch vielen hiesigen und auswärtigen Arbeitern lohnenden Verdienst gewährt. Gegenwärtig wird auf ihrem Gelände das Holz zubereitet für ein neues Stock- werk, das dem alten Dau aufgesetzt werden sott. Dann wird daS Werk noch leistungsfähiger werden und seinen Geschäftskreis noch weiter aus- dehnen können als bisher. Interessant ist augenblicklich. zu sehen, wie dem etwa 30 Meter hohen Schlote der genannten Fabrik eiserne .Bauch- binben" angelegt werden, da er an einigen Stellen Riste zeigte. - Die Ausführung des Mysterienspiels .Der Totentanz' durch die Marburger Spielschar des Iungnatio- nalen Bundes sand in der hiesigen Marienstists- kirche statt. Mit Aufmerksamkeit und innerer Ergriffenheit lauschte eine stattliche Anzahl von Zuhörern den Darbietungen der jungen Leute, die ihre Rollen mit viel Liebe und großer Sorgfalt durchführten und den Besuchern des Spieles zu Gemüt brachten, wie fein Berus, kein Stand, kein Alter vom Tode verschont bleibt, wie dieser sich auch keine Zeit zum Kommen vorschreiben
heim, auf fein Rachfuchen mit Wirkung vom 16. Juli 1925 ab.
* Dom Rentnerbund wird uns geschrieben: Seit einiger Zeit mehren sich die Klagen, daß unseren Mitgliedern, insbesondere denjenigen, die in Rentnerfürsorge stehen, beim Zohlen der Miete insofern von Hausbesitzern Schwierigkeiten gemacht werden, als diese sich weigern, den Betrag der aus die Wohnung entfallenden Sonderfteuer (so- weil sie nicht teilweise afteroermietet ist) in Abzug zu bringen. Es fei deshalb daraus aufmerksam gemacht, daß der Hausbesitzer gesetzlich verpflichtet ist, von dem Mieter, der ihm die Bescheinigung bringt, daß er in Fürsorge stehender Kleinrentner ist, oder eine andere Bescheinigung vorlegt, daß ihm die Sonderfteuer erlassen ist, den auf die betreffende Wohnung fallenden Anteil der Sonderfteuer nicht zu beanspruchen. — Der Haus- hefiger ist verpflichtet, auf Antrag dem Mieter die Erhebungslifte der Sonderfteuer oorzulegen, damit sich der Mieter von der Richtigkeit des Betrages der ihm erlassenen Sonderfteuer überzeugen kann. Der Hausbesitzer bekommt beim Fahlen der Sonder- steuer beim Finanzamt oder bei der Stadtkasse beim Dorlegen der obererwähnten Bescheinigung den betrag des Erlasses in Abzug gebracht. Es wäre sehr wünschenswert, wenn den alten Leuten von den Hausbesitzern, die es angeht, mehr Entgegenkommen gezeigt würde.
** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Färsen und Kühe 7, Kälber 1242, Schafe 163, Schweine 4777.
Bornotizen
— Tageskalender für Donnerstag. Deutsche Demokratische Partei: 81 A llhr Gewerbehaus (Kirchstraße) Mitgliederversammlung. — Verein Rudersport. 8Vs älhr Bootshaus außerordentliche Generalverfammlung. — Gießener Radfahrer-Verein 1885 : 9 Alpt Vereinslokal außerordentliche Hauptversammlung. — I Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Kinder vom Montmartre". — Astoria-Lichtspiele „Zwischen Flammen und Bestien".
— Aus dem Stadttheaterbureau. Am Freitag. 3. Juli, gelangt von Mitgliedern der Frankfurter Oper „Ö-armen" zur Aufführung. Die Dorstellung verspricht eine glänzende zu werden, die Namen: Elisabeth Friedrich. John Gläser. Adols Permann, Luza Rotkowsky, Richard von Schenk. Anita Franz u. a. bürgen dafür. Der Vorverkauf findet von Dienstag, 30. Juni, an täglich in den Kassenstunden von 10 bis 1 ll&r statt. Man beachte auch die Anzeige.
Landkreis Gr , n.
Aus Stadt und Land. I
Dießen, den 25 Juni 1925.
Die gesundheitliche Beratung I der Sportjugend.
Im Berliner Westen hat ein Gemeindebezirk vor kurzem ein sportärztliche Beratungsstelle ins Leben gerufen. Ein Schularzt und eine Schul- arztin untersuchen hier Jugendliche wie Erwach- fene auf ihre Eignung für die turnerische oder sportliche Betätigung, um zu verhindern, daß emo aus Unkenntnis der körperlichen Befchaf fenheil heraus ein Betätigungsgebiet gewählt wird, das nicht Nutten, sondern schaden bringt. Es kann z. B. ein Organfehler oorliegen, der den Knaben ungeeignet erscheinen läßt sur Teilnahme am Fußballspiel und ihn hinweist etwa aufs Schwimmen. Die Beratungsstelle will die Turn- und Sportjugend aber auch späterhin im Auge behalten und durch periodische Reihenunter, suchungen eine wissenschaftliche Statistik über die Wirkungen der verschiedenen Hebungen aus den Körper und seine inneren Organe ermöglichen. Die Beratung findet nur auf Ansuchen statt und erfolgt für Angehörige der dem Ortsausschuß für I Leibesübungen und Jugendpflege angeschloffenen Vereine kostenlos.
Der Berliner Schritt ist aufs wärmste zu begrüßen, ist doch damit der Versuch gemacht, eine Lücke auszufüllen, deren Dorhandensein bisher sehr zu bedauern war. Es ist ein Unding, die Jugendlichen bei der Wahl des Zweiaes der fpori- lichen Betätigung ganz sich selbst zu üoerlafien. Das gesundheitliche Moment tritt da nur allzu? leicht in I den Hintergrund. Die sportliche Jugenderziehung I hat nicht nur eine pädagogische, sondern auch eine gesundheitspolitische Seile. Beiden Notwendigkeiten gerecht zu werden, ist den Vereinen aber kaum möglich. Sie bemühen sich zwar, die Er- I ziehung und Charakterbildung der Jugendlichen durch die Schaffung und Unterhaltung eigener Jugend- und Schülerabteilungen in die Hand zu I nehmen. Zum Teil sink) hierfür auch bereits eigene Turn- und Sportlehrer angcstellt. Das ist aber alles, was die Vereine zu leisten vermögen. Der gesundheitlichen Ueberwachung ihrer Zöglinge tonnen sie sich nicht in dem wünschenswerten Maße mibrnen, das geht über den Rahmen der Organi- sation hinaus und übersteigt auch finanziell wohl saft immer die Leistungsfähigkeit der Vereine. Da muffen eben, wie in Berlin geschehen, die öffentlichen Stellen in die Lücke springen. Die Einrich- tung einer sportärztlichen Beratungsstelle auf fakultativer Grundlage kann wohl kaum an finanziellen Erwägungen scheitern, denn in einer Großstadt sind die personellen und sachlichen Aufwendungen hierfür gewiß nicht allzu groß. Die Nachahmung des Berliner Vorbildes wäre sicherlich ein allgemeiner Fortschritt. Die Behörden haben da Gelegenheit, den Vereinen eine kleine Gegenleistung dafür zu bieten, daß diese sich mit der körperlichen Durchbildung der Jugend einer Auf- ! gäbe widmen, die an sich doch eigentlich der Staat > zu erfüllen hätte. Die menschliche Arbeitskraft ist der wichtigste Aktivposten unserer Volkswirtschaft, sie gilt es in jeder nur möglichen Weise zu hegen und zu pflegen. Verlangt deshalb überall die Einrichtung sportärztlicher Beratungsstellen, die sich am besten an die Stadtämter für Leibesübungen angliedern Dr. Fr.-Nbg.
•• Sine öffentliche Sitzung des Vrovinzialausfchuffes der Provinz Oberhefsen findet am kommenden Samstag, vormittags 8'/, Uhr beginnend, im Regierungsgebäude zu Gießen statt. Tagesordnung: 1. Antrag des Kreisamts Büdingen auf Entziehung des dem Heinrich Wilhelm, genannt Bernhard Schäfer in Nidda erteilten Führerzeugnisses zum Führen eines Kraftfahrzeuges. 2. Antrag des Schreiners Otto Stein zu Götzen auf Enteignung von Baugelände, hier: Beschwerde des Karl Fritzges IV. daselbst wegen Festsetzung der Ent- fchädigungssumme im Bescheid des Kreisamtes Schotten'(BezirkswohnungSkommifsar) vom 7.4. 1925 . 3. Berufung des Johann Christian Reining in Blitzenrod gegen die Entscheidung deS Kreis- ausfchuffes des Kreises Lauterbach vom 18. Mai 1925 in Sachen des Ioh. Christian Reining um Erlaubnis »um Betriebe einer Gastwirtschaft. 4. Klage des Fritz Kunde. Hotelier in Vad- Nauheim. gegen den Bescheid des KreisamteS Friedberg vom 12. Dezember 1924 wegen Vertagung einer Konzession gemäß § 33a der Gewerbeordnung. 5. Beratung und Verkündung des Urteils in Sachen Antrag der Firma Gebrüder Stein in Alsfeld auf Erteilung der Genehmigung zum Betrieb einer Anstalt zum Trocknen und Einfalzen von Fetten: hier: Berufung der Firma Gebrüder Stein gegen das Urteil des Kreis- ausfchufses des Kreises Alsfeld vom 29. be
läßt. Memento mvri! ruft ein jeder Tag uns zu. denn .du weißt weder Tag noch Stunde". wann du gbfcheiden mußt- — Mit einem sehr zeitgemäßen Thema beschäftigte fich in voriger Woche der hiesige Lehrerverein, zu dessen Tagung auch einige Nichtmitglieder als Gäste erschienen waren, als Zeichen, daß der zur Tagesordnung stehende Vortrag allgemeines Interesse beanspruchte. Prof. Dr. 'M e i g c n • Gießen sprach in außerordentlich klarer, fesselnder Weise über .Wesen und Ziel der Bodenreform“. In feinen Ausführungen stützte er sich auf Dr. Adolf Damaschke. einen ehemaligen DottSschuttehrer. den Vater dieser Bestrebungen. der mit willenSstarker Liebe zu feinem Volke Diele Bewegung geschaffen und seither mit überaus großem Erfolg geleitet hat. und berichtete, daß die .Reform" im deutschen Volke viele Freunde und Anhänger in allen politischen Parteien habe Mit Genugtuung hob er hervor, daß sowohl der jetzige Reichspräsident von Hindenburg wie auch fürforgenbe sürst- fürstliche Persönlichkeiten, so der Großherzvg Ernst Ludwig von Hessen und seine Gemahlin Mitglieder des Bundes der Bodenreformer seien, und betonte die Notwendigkeit, daß zahlreiche Mitglieder des Bundes in die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches und der Länder einzlehen, dami.'j-arch gesetzlich« Maßnahmen eine Besserung v bisher unwürdigen Zustandes herbeigeführt werde. Durch Anfragen und eine recht eifrige Aussprache wurden die Ausführungen des Vortragenden noch weiterhin geklärt und unterstrichen und dadurch den Anwesenden starke Anregung gegeben. Gewiß hat mancher der Hörer den Entschluß gefaßt, in Zukunft auf diesem Gebiet noch mehr wie bisher alS Pionier an Deutschlands Gesundung mitzu- arbeiten. Mehr derartige Vorträge in öffentlichen Versammlungen wären vonnöten, damit der Dttck des Volkes für diese Dinge geschärft würde Herzlicher Dank der Versammlung wurde dem Referenten durch den Vorsitzenden ausgesprochen.
t Grünberg, 23. Juni. Aus der geflogen Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Zur Vergebung der Arbeiten zur Erweiterung des Wasserwerks waren drei Angebote ein*
Wochentage ausgedehnt.
d. Dornholzhausen. 24. Juni. Bei der Volks-, Berufs- und Betriebszählung wurden in der hiesigen Gemeinde fest- gestellt: 237 männliche und 244 weibliche Personen. außerdem 93 landwirtschaftliche und 26 gewerbliche Betriebe
i). Niederkleen. 24. Juni. Rach der Volks- Betriebs- und Berufszählung find in der hiesigen Gemeinde vorhanden: 541 Personen (260 männlich: und 281 weibliche), 102 landwirtschaftliche und 29 gewerbliche Betriebe.
Starkenburg und Rheinhessen.
* Darmstadt, 24. Juni. Der K r e i «t a g des Kreises Darmstadt hielt gestern eine Sitzung ab, in der der Voranschlag beraten wurde. Dieser sieht in Einnahme und Ausgabe 1 086565 Mark vor, rund 400 000 Work mehr als hrt Vorjahre. Die Mehrausgaben sind verursacht u. a durch Wohlfahrtspflege, höhere Löhne und Gehälter. — Gestern machte fich ein Angehöriger der Schutzpolizei mit einem Spreng- körperzu schaffen. Dieser explodierte und verletzte den Polizisten leicht, während seine Mutter durch Sprengstücke schwer verletzt wurde und in Lebensgefahr schwebt. Beide Der- unqliidte wurden in das Krankenhaus gebracht,
Hessen-Nassau.
bl. Dillenburg, 23. Juni. Mtt dem G r- weiterungsbau des hiesigen Krankenhauses gedenkt man im Lause diese- Jahres zu beginnen, nachdem die Stadtverordnetenversammlung in ihren früheren Sitzungen sich mit der Frage oftmals beschäftigte und dem Anbau zustimmte.
Pros. Winderstein f.
Vad-Nauheim, 24. Juni ®int Trauerbotschaft, die heute früh in unserer Stabt bekannt würbe, nahm die gesamte Bevölkerung mit tiefempfundener Teilnahme auf. Der Leiter des staatlichen Kurorchesters, Generalmusikdirektor Hofrat Prof. Hans Winderstein. ist in, 69. Lebensjahre in Gießen nach einer Operation verstorben. Der Derblichene konnte auf eine lange, an Erfolgen reiche Dirigentenlaufbahn zurückbliden. die ihn durch fast ganz Europa geführt Hal. Dor allem ist der Künstler Befamtt geworden durch die Bcgründrmg des Phttharvro- nifchen l,Winderstein"-) Orchesters in Leipzig Auch als Komponist hat sich Winderstein durch Ordjefterftüde und Lieder einen Namen gemocht. 3n Dad-Nauheim wirkte er feit fast zwei Jahrzehnten. in dieser Zeit hat er den hohen Ruf des WeltkurorteS als Musikstadt begründet, erhalten und genährt. Mit den Jahren war Generalmusikdirektor Winderstein hier eine im besten Sinne des Wortes populäre Persönlichkeit geworden. Seine angeborene Liebenswürdigkeit. die er jedermann gegenüber bewies, trug neben seinen künstlerischen Qualifikationen toefent- lich dazu bei. daß er der oft gefeierte Liebling, der Kurgäste und Einwohner geworden. Daß Winderstein schon an der Pforte deS Greisenatters stand, fah man dem immer heiteren, lebendigen und frischen Mann nicht an. im gefeH- festlichen Verkehr nicht und noch weniger, wenn man ihn auf dem Dirigentenpult bis in die letzten Tage bewundern konnte. Noch bei dem für morgen vorgesehenen Claire-Duff-Konzert sollte der Meister dirigieren Heber den LebenSlaus WindersteinS erfahren wir noch folgende Einzelheiten: W. wurde am 29 Oktober 1856 In Lüneburg geboren. Nach feinen Musikstudien am Leipziger Konservatorium nahm er schon 1884 eine Dirigentenstette in Winterthur ein. um 1887 dann als Dirigent nach Nürnberg überzufiedeln und 1893 die Leitung des Kann-Orchesters bt München zu übernehmen. 1896 schuf er ein eignes Orchester in Leipzig. daS Philharmonische Orchester. daS er zusehends förderte und daS Gelegenheit hatte, auf Künstlerreisen in Deutschland und im Auslände den guten Ruf seines Dirigenten noch weiter zu heben. Don 1906 a» mar W. als Nachfolger D Bruchs in Bad- Nauheim tätig, anfangs nur während der Saison (im Winter war das Orchester dan, wieder in Leipzig), fett einigen Jahren, nachdem tvi« Kur Orchester staatlich geworden, mtt dem
»emder 1924
•• D i e Schulfeier des 11. Au g u st. Das Landesamt für das Bildungswesen erinnert Die Schulleitungen Daran, daß die Schulen, für Die Der Verfassungstag in die Ferien fällt, die Feier in Den ersten drei Tagen nach Wiederbeginn des Unterrichts abhalten sollen. Am Tag der Feier fällt Der Unterricht aus.
♦* Gesundheitsschädliches Aussteller: von Wurst-, Fleisch , Fett, und Fischwaren. Das Polizeiamt schreibt uns: Die warme Jahreszeit veranlaßt uns, darauf hinzuweisen, daß vielfach in Lebensmittelgeschäften die daselbst ausliegenden Fleisch-, Wurst-, Fett-, Käse- und Fischwaren sowie auch andere leicht verderbliche Nahrungsmittel nicht genügend vor der Derunrein,. e.unq durch Fliegen geschützt werden. Abgejehen von dem ekelerregenden Eindruck ist die Gefahr der Krankheitsübertragung bei der Hitze und dem hierdurch sehr geförderten Verderb der genannten Waren besonders groß. Das Polizeiamt wird gegen birientgen Ladeninhaber vorgehen, welche sich diesen . msachen hygienischen Forderungen und dieser selbst, verständlichen Rücksichtnahme gegenüber der Bevölkerung entziehen.
" Die Einfuhr von Geflügel aus Italien ist vom Ministerium des Innern aus seuchenpolizeilichen Gründen bis auf weiteres verboten worden.
** Personalien. Ernannt wurden der Iustizinspektor bei dem Amtsgericht Lauterbach, Friedrich Kanngießer. zum geschäftsleitenden Iustizinspektor bei dem Amtsgericht Wald- Michelbach: die Polizeiwachtmeister auf Probe Heinrich Lön II. aus Weiten-Gesäh und Christ. Weisel aus Laubach (Kreis Schotten) zu Polizeiwachtmeistern mit Wirkung vom 1. Juni 1925; der Kanzleiassistent bei Dem Amtsanwalt in Alsfeld, Joseph Staubach, zum Kanzleiassistenten bei dem Amtsgericht Alsfeld. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Dvllsschule zu Bad-Nauheim, Johannes Wehr-
grippeartige Erkältungserscheinu»- i|tn in starkem Maße bemerkbar, so daß die Aerzte stark beschäftigt sind. Man lehnt sich wieder nach warmen, sonnigen Tagen, und auch der Landwirt blickt nach der Sonne auS. um das letzte Heu bergen au können und Damit daS ins Stocken geratene Wachstum wieder neu belebt wird
Kreis Lauterbach.
V Lauterbach, 23. Juni. Die schon kürzlich erwähnte Aufführung von Schönherrs „Glaube und Heimat" durch den E v a n g. Bund findet zum erstenmal im R i e d e f e l s che n Schloßpark in Eifenbach statt. Die Dar- steller, die zumeist Mitglieder des Gießener Evans. Arbeitervereins sind, fahren mit dem Lastauto nach Lauterbach und zurück. Die Leitung hat der bekannte Gießener Schauspieler Bech stein übernommen. Die Kostüme sind von dem Londes- theater in Darmstadt entliehen.
rr. Schlitz. 23. Juni Wie schon berichtet, hatte unter Männergesangverein .Harmonisches Kränzchen" auf dem Wettstreit in Lauterbach den 1. Preis davongetragen. AuS diesem Anlaß veranstaltete der Verein mit seinen Familienangehörigen eine fröhliche S i e» gesseier. bei welcher der langjährige Dirigent A. Mohr für feine Verdienst durch ilcbcr- reichung einer goldnen Taschenuhr geehrt wurde. Außerdem erhielten die Herren Postschaffner Habermehl. Sparkafserechner Reinhardt. Schuhmachermeister Trier und Schl off ermerster Decher das Ehrenzeichen für ihre 25jährige aktive Mitgliedschaft. — Während man sonst viel von harten Wahlkämpfen Bei den Bürger- mei st erwählen liest, sind sie bis dahin tm Schliherland völlig ruhig verlaufen und führten durchweg zur Wiederwahl. So wurden einstimmig wieder gewählt. Bürgermeister Fischer-Pfordt, H o h m e i e r - Frau-Ranlach» L i p s - Unterschwarz. Huhn- Unrer-Wegfurth. Fif cher - Huydors. In Queck fand die einmütige Wiederwahl des bisherigen verdienstvollen Bürgermeisters Christian Hoffman» durch Abstimmung von 80 Prozent der Dorfbewohner statt, die 269 Stimmen auf ihn vereinigte.
Kreis Wetzlar.
D. Hochelheim, 24. Juni. Dic Kraft- personenpost Wetzlar—Hochelheim, die bisher nur an Montag». Mittwoch- und SamStag- Dormittagen BiS hierher verkehrte, hat ihre Fahrten nunmehr auf die Vormittage der übrigen
V Klein-Linden, 24. Juni, meinderat hat beschlossen, die mei st erwähl vom 5. Juli auf den 12. Juli zu verschieben, da am 5. Juli der unter Leitung des Musiklehrers Wilhelm Schütt le r stehende Gesangverein „Eintracht" sein 6 0 j ä h^ i g e s B e st e h e n , verbunden mit einem größeren G e - sangswettstreit, abhält. Auch diesmal ist man sehr gespannt auf den Ausgang der Wahl. Kamen vorher ungefähr acht Kandidaten in Frage, so einigte man sich in den letzten Tagen auf drei, unter denen sich wiederum der seitherige Bürgermeister Jung befindet. — An dem obenerwähnten Ge - sangswettstreit nehmen 19 Gesangvereine aus dem Kreise Gießen sowie aus der Marburger, Niddaer und Weilburger Gegend teil. Ungefähr 30 bis 35 Gastvereine aus der näheren und weiteren Umgebung haben gleichfalls ihr Erscheinen zugesagt und nehmen am Festzuge teil.
- Lich. 24 3uni. Wie überall, so herrscht auch in unserem Städtchen immer noch Wohnungsnot, die manchmal bedenkliche Formen annimmt. Die Baulust ist deshalb groß und die


