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Hr. Erster Blatt

175. Jahrgang

Samstag. 25. AprU 1925

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GiehenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Wen wählen wir?

Don Geueralsuperintendent Prof. D. Dr. Schian- Breslau.

Das in der letzten Seit von der für die Kan­didatur Marx arbeitenden Presse geleistet wor­den ist, um die Stimmung des Volles gegen Hindenburg zu lehren, das geht über alles bisher Dagewesenc, ja über alles vordem für möglich Gehaltene weit hinaus. Die auch d.e Wahl aus- falle, es wird lange Seit vergehen, bis d.e TBunben diefes Wahllam f s ve.narben. Für ras Verhältnis der Dol'ssch.chten zueina-der wird dieser Kamps böse Folgen haben Wir lernen immer mehr, daß die Festsetzungen der Weimar-'r Verfassung dazu führen, daß unser Voll in stän­diger Aufregung bleibt, daß die Kluft zwischen seinen Gruppen immer wieder neu veri eft. immer weiter verbreitert wird.

Aber wie dem auch sei: jetzt gilt eS zu wählen. Entweder oder! Wir müssen uns entscheiden. Um waS handelt es sich bei der Entscheidung?

Die Linksparteien sagen, es gehe um M o n- archie oder Republik. Rach Hindenburgs eigenen, für jeden, auch den einfachsten Menschen leicht verständlichen Erklärungen ist das voll­kommen falsch. Wer doch bei einer solchen Be­hauptung bleibt, tut es wider besseres Wissen. Hindenburg weiß, und jeder im Reich weih es, dah die Frage »Monarchie oder Republik?" für absehbare Seit in Deutschland keine Rolle spielen kann. Wir haben die Repudl k; unb wir sind nicht in der Lage, das zu ändern.

Die Linksparteien sagen, es gehe um die Fortführung oder Unterbrechung einer ruhi­gen Außenpolitik. Es ist unglaublich, daß eine solche D.hauptung nach den Crgebni sen der letzten Wochen gewagt wird. Der Träger unserer Außenpolitik ist daS Reichsministerium. nicht der R ick-spräsident. Insbesondere ist ihr Träger der R icksminister des Auswärt-gen Dr. Otrefcmann. Stresemann tritt für Hindenburg ein. weil er weist, baf) von ihm her keinerlei Versuch erfolgen wird, die Linien unserer Außenpolitik zu stören. Hindenburg selbst hat entsprechende Erklärungen abgegeben. Wie kann man an seinen deutlichen Worten rütteln?

06 Hindenburg, ob Marx die Linien, in denen unsere Austenpolitik, die ganz großen, durch die Verfassung vorgezeichneten Linien un­serer Innenpolitik bleiben. Selbst auf die feineren Linien der Innenpol tik im einzelnen hat der Reichspräsident wenig E'msluh Da werden freilich Unterschiede fein; aber auch da wäre cd völlig falsch, anzunehmen, daß Hindmburg etwa eine reaktionäre Sozialpol.tik fördern würde. Für die Arbeiterschaft hat er zweifellos ein sehr warmes Herz.

Worum geht es also? Darum geht es, ob der oberste Repräsentant des deutschen Volkes künftig Hindenburg heißen soll oder Marx. Dos Fegt in diesen Ramm! H nden - bürg der Retter Ostpreußens, der geniale Feldherr, der Li'blina des Volks in des Dolles besten Jahren, der Mann der strengen Pflicht- -erfüllung auch in den allerschwersten Seiten, der sich auch in und trotz der Revolution als der Diener des Volkes gefühlt hat, der damals in vollendeter Selbstlosigkeit eigene politische An­schauungen dem Wohl des Ganzen geopfert hat und damit ein Beispiel gegeben hat. dessen Wich­tigkeit gar nicht überschätzt werden kann. Und auf der anderen Seite Marx, ein Mann deS Sentrums. das letztlich doch katholisch-kvnfefsio- nelle Politik treibt, für diese Wahl ganz und gar abhängig von der Sozialdenwkratie. die den Klassenkampf will und die durch unheilbaren Dogmatismus internationaler Derstä''digungs- ideen tauferbmaf g hindert ist, zu erfemen. was dem eign cif Vaterland not ist. Dort bei Hinden­burg die dankbare Liebe auch zu dem herrlichen «Iten Deutschen Reich, dessen Wiederaufi ich'ung freilich auch er nicht zum Siele seiner Pol'tik machen kann; hier bei Marx und f iner Ge­folgschaft alle die Kräfte wirksam, die unser alt s Reich dauernd schmäh n, beschimpfen, ver- !cumb?n.

Als Ebert zum Reichspräsidenten gewählt wurde, entsprach daS der Stimmung in der Masse des Volks Damals konnte di se M s'e sich gar nicht genug daran tun. die eigen? Geschichte in Grund und Boden zu verdammen Er war noch erfreulich, dast ein mast voller Sozialdemo'rat gewählt wurde. Wenn jetzt Hindcb wg gewählt wird, so wird das nicht bedeuten, so kann das ri<f>t bedeuten, dah wir dir Verfassung umge- fialten (noch weniger, dah wir Krieg führen! Was- ein unglaublicher Wahnsinn, das e'nem Hi'denburg zuzutrauen!): aber es wird bedeuten, dah das deutsche Volk ruhiger ge­worden ist, dah es gelernt hat. sich ton revolutionären Theorien, von unfruchtbaren Radikalismen frei zu machen undinbesornener Susammen- fassung aller Kräfte des Volks auf dem Boden der gegebenen Tatsachen de ^Wiederaufbau des Volkes zu be­treiben. Richt bei Hndenburg stehen d'.e pc^iti- schen Doktrinäre, die Fanatiker abstrakter Ideen! Die stehen auf der anderen Seite.

Es ist ein schweres Opfer gewesen, dah Hi-denburg sich diesem Kam^f strikte Es war wohl das größte Opfer series Lebens. Die Gegner haben alles getan, um dieses Opfer dem alten Feldmarschall so bitter zu machen wie möglich So tun wir alles, um dem Opfer seine Fruch' zu schaffen.

Wenn Hindenburg nicht gewähst-de. wer vermöchte das ausz denken? Das deut'ch' Volk wird ihn wählen! Uiid es wird gut daran tun.

Der letzte Appell.

Feldmarfchall Hindenburg an das deutsche Volk.

Berlin. 24. April. (Sil.) Die Rede, die Generalfeldmarschall bon Hindenburg am Frei­tagabend im Rundfunk hielt, hat folgenden Wortlaut: .Wenn ich mich heute in letzter Stunde vor dem Wahltag nach einmal, wenn auch nicht bon Angesicht zu Angesicht, so doch mündlich an einen großen Kreis unseres deutschen Volles wenden kann, so ist eS mir eine Freude und gern erfüllte Pflicht, zunächst einWortherz- lichen DankeS zu sagen. Dieser Dank gilt den dielen Taufenden auS allen Gauen unseres Vaterlandes, aus allen DerufSständen und Par­teien, die mir in den letzten Wochen mündlich oder schriftlich freundliche und warme Worte der Sustimmung und des Vertrauens gesagt haben. Aus allen diesen Kundgebungen weht mich jener Geist an, der unser Doll in seinen schwersten und größten Seiten beseelt hat und uns unüberwindlich machte,

der Geist des Willens zur Einig­keit und zum Weiterleben als

Nation und Staat.

Die letzten Jahre haben leider nut immer Tren­nendes und nichts Einigendes gebracht. Wir dürfen der Welt nicht länger das Schauspiel bieten, daß wir uns in inneren Streitig­keiten berzehren und dadurch uns selbst die Möglichkeit nehmen, im Kreise der Völler unsere Pflichten gegen die Mensch­heit zu erfüllen. Durch die deutsche Politik der letzten Jahre geht ein Sug müder Resignation. Dem deutschen Dolle ist der Glaube an sich selbst verloren gegangen. Wir dürfen uns aber dieser Stimmung des Verzichts nicht hingeben. Im großen Wettstreit der Völker um die För­derung und Veredelung der Menschheit darf keine Ration freiwillig ihren Platz verlassen. Wenn die Well von den furchtbaren Folgen des Krieges endlich unb dauernd erlöst werden soll, so geht es nicht länger an, daß Deutschland glaubt, von der Gnade der anderen Völler und Staaten leben zu können. Wir wollen die Kräfte der Ration sammeln und einsehen, um dadurch wieder hoch zu kommen. Deutschland ist in der großen Entscheidung des Weltkrieges unterlegen. DaS deutsche Doll ist entschlossen, dieser Tatsache Rechnung zu tragen und ihre Folgen auf sich zu neh­men, bis zu der Grenze, die durch die unbe­dingten Lebensnotwendlgkeiten seiner selbst ge­zogen ist.

Aber ebensowenig wreunserDolk auf die Dauer der Kostgänger der Welt sein darf, wollen wir dauernd Sklaven sein.

Durch die internationalen Dereinbarungen des letzten Jahres ist eine Grundlage geschaffen, auf der bersucht werden muß, den Der'-fllchiungen Deutschlands auS dem verlorenen Kriege gerecht zu werden. Die Sukunft wird zeigen müssen, ob diese Grundlage für die Dauer brauchbar und für Deutschland tragbar ist. Er­weisen sich im Lause der kommenden Jahre die übernommenen Verpflichtungen als undurch­führbar, so werden wir in friedlicher Susa m m enarbeit mit den anderen Rationen nach besseren Lösungen zu suchen haben. Wenn bei allen Böllern der Erde ruhige ilgberlegung und Gewissen wieder zu ihrem Rechte kommen, wird und muh es mögllch sein, in friedllchen Vereinbarungen Lösungen zu finden. Das deutsche Doll hat die Schrecken deS Krieges und seiner Srüdungen auf alle Dollskreise so Hari wie kaum ein anderes Doll empfunden. Ich selbst habe in der Jugend die Folgen des Krieges kennengelernt und habe im botgnüdten Aller die ganze Schwere ihrer Derantwortung aus mir lasten ge­fühlt. Ich erkläre bor der ganzen Welt, dah es immer mein größtes Bestreben sein wird, neue Kriegsschrecken fernzuhal­ten und den Kriegsopfern der Vergangenheit nach Kräften zu helfen.

Dieses Siri werden wir dann am sichersten er­reichen, wenn wir den anderen Rationen das Bild c.nes Dolles zeigen, daß die hart? Rot der Seit zu wahrer und inniger Einig­keit zusammengrsühri hat, das Bild eines Dol- keS, das entschlossen ist, in Arbeit und Sparsamkeit, in Ehrlichkeit und Der- trauen zusammenzustehen, einer dem andern zu Helsen nach besten Kräften, einig zu sein in der Hingebung an das große Ganze, nicht nur nach Rechten, sondern auch nach Pflichten zu fragen. Auch ich werde so handeln. So soll also unter uns allen ein edler Wettstreit entbrennen, wel her Deutsche, welcher Mann ober welche Frau am treuesten unb aufopfernden

für die Gesamtheit arbeitet. In diesem Sinne unserem Dolle, wenn es mich an die Spitze be­rufen sollte, als Führer zu dienen, würde meine heiligste Aufgabe sein."

Dr. Marx an seine Wähler

Rürnberg, 24. April. (WTB.) An die deutschen Rundfunkhörer hat heute abend Präsi­dentschaftskandidat Marx eine Rede gehalten, in der er eingangs betonte, baf* die schwarz- rot-goldene Flagge weder eine Mißachtung noch ein Mißverstehen der allen Farben bedeute. Unter den neuen Farben grvßdeutscher Einheit, die schon im Befreiungskämpfe gegen Rapoleon eine Rolle spielen, sollte vielmehr eine S u f a m - menf af fung aller nationalen Kräfte unternommen werden. Sur nationalen wirtschaft­lichen Erholung, so sagte Marx u. a.. gehört die friedliche Entwicklung Europas. Sie wissen alle, wie ungeheuer schwer der Weg Deutschlands in den letzten Jahren gewesen ist. Sie wissen aber auch, dah wir fühlbare Er­leichterungen und Fortschritte erzielt haben. Die Wohltat der stabilen Währung, die Reuanknüp- fung internationaler Wirtschaftsbeziehungen, alles, was immerhin nach dem furchtbaren Ruhr» kämpf langsam erreicht wurde, war nur durch eine frietHidje Entlastung der europäischen Politik möglich. Das neue Deutschland, das Deutsch­land der nationalen Demokratie hat diese Fortschritte erziell und gewisses Vertrauen bei vernünftigen Kreisen des Auslandes gewon­nen, ein Vertrauen, das wir nicht leichtherzig aufs Spiel setzen dürfen. Immer geht der natio­nale mit dem wirtschaftlichen Wie^raufbau Hand in Hand. 3n den ersten Rlonaten nach dem Susammenbruch war die Einheit Deutschlands ebenso bedroht wie der Fortbestand seiner groß­artigen wirischafllichen Anlagen. Damals drohte die kommunistische Revolution, drohte der Ser- fall deS Reiches. Die Rationalversammlung von Weimar hat beide Gefahren beflogt durch bte Verfassung, der alle viel mehr verdanken, als ihre Gegner zugeben wollen.

Rur die Uebcrtoinbung der Gegensätze zwischen den deutschen Staatsbürgern und ein vernünftiger Ausgleich der Interessen sind imstande, die nationale Kraft Deutschlands zu erneuern.

Die demokratische Staatssorm gibt die Möglich­keit, dah alle Gruppen immer wieder durch eine vernünftige Auseinandersetzung sich ausgleichen. Rur diese Staatssorm verhindert es, dah eine Klasse durch eine andere Klasse unterdrückt werde. Su unserer wirtschaftlichen Erholung brauchen wir den Beistand mächtiger, auswär­tiger Staaten und einen europäi­schen Frieden, damit uns Luft zum Atmen bleibt. Alle Länder, auf deren heutige und künf­tige Einstellung Deutschland am meisten angewie­sen ist. haben fett langer Seit die demokratische Staatsform. Wir dürfen in dieser Well, von der wir uns polllisch und wirtschaftlich in keiner Weise abschliehen können, nicht wie ein Fremd­körper da stehen. CCßenn aber die nationale Su- fünft Deutschlands und gleichzellig fein Rang und feine wirtschaftliche Stellung in der Well durch die Demokratie am besten gefördert wird, dann ist wohl für jeden Deutschen ohne Unter­schied der Partei die Entscheidung leicht. Lassen Sie sich nicht durch blohe Stimmungen Hinweg­täuschen über die sehr materielle Verantwortung, die Ihnen das Wahlrecht zuschiebt. Wer über Deutschlands Sukunft mit heißem Herzen, aber gleichzeitig mit kühlem Kopf sich eine Meinung bilden will, und wer über diese Sukunft ernst­haft zu Ihnen sprechen will, der kann keine be­rauschenden Worte sagen. Er kann nur wieder­holen, dah wir die Gegensätze ausglei­chen müssen. Das gllt auch vor allem auf konfessionellem Gebiet. Die übergroße Mehr­hell unseres Volkes will in besonnener Arbeit neue Wege gehen zu neuen Sielen für Deutsch­land und für Europa. Ich grüße die glückliche Sukunft Deutschlands!

Reichsprändenlenrvahl und Aus7andskredi1e.

Reuhork, 24. April. (WTB. Funkspruch.) Laut ^Journal of Commerce" aus Washington hat ein hoher Beamter des Schatzamts sich dahin ausgesprochen, daß die Gerüchte, wo­nach amerikanische Danken d'.e Gewährung wei­terer Kredite an Deutschland im Falle der Wahl Hin') ndurg; auss tzen werden, leicht genom­men werven könnten. Maßgebende Persönlich­keiten seien der Ansicht, daß der Ausgang der Präsidentschaftswahl in Deutsch­land die internationale Kreditlage nicht verändern würde und glaubten, das gegenteilige Meldungen nicht aus amerikanischen Finanzkreisen Verrührt en.

Der Vertreter der Triunion Halle Gelegen­heit, mit führenden Dankkre,sen. da­neben allen maßgebenden Persönlichkeiten Wall­streets. über den Eindruck der deutschen Wahl und ihre Auswirkung auf die Anleihepolitik zu sprechen. Rach den Informationen, die von Morgan, Kahn. Speyer, Equi "ble-Trust, Di'lon- Reads flammen, kann auf das bestimmtste gesagt werden, daß nicht einer ernstlich mit der Umstellung der Anleihepolitik rechnet, falls Hindenburg gewählt wird. Dil- lon-Reads glaubt nicht, daß die Wahl Hinden­burgs die amerikanischen Bankiers derartig be­

einflußt, daß Aenderungen in der Anleihepolitik erwartet werden können. Man erblich einen großen Fehler darin, daß deutsche Sctlungen so tun. als ob die Wahl Wallstreet einschneidend berühre. Gute deutsche Firmen würden auch nach der Wahl Hindenburgs wie bisher Anleihen erhalten.

Die Kandidatur Hinden­burg und das Ausland.

Das Auswärtige Amt gegen tendenziöse Ltmimnttgsmachc.

Berlin, 24. April. (WTB.) Von zu­ständiger Seite wird uns nütgeteUt: Die demo­kratischeVoss. S t g " bringt unter der Ueber- schrist: Heraus mit der Wahrheit, eine Mitteilung, wonach die deutsche Reichsregierung absichtlich dem deutschen Dolle die Berichte ver­schweige, welche die Vertreter des Deutschen Reiches im Auslande dem Auswärtigen Amt erstattet hätten und die darin übereinitmmtcn, daß die Wahl des Generalfeldmarschalls von Hindenburg einer Katastrophe für das deutsche Volk gleichkäme. Von Seiten des Auswärtigen Amtes muß unter allen Umständen die Verpflichtung a b g c l e b n t werden, ver­trauliche Berichte, die dem Amt zugehen, der Oeffentlichkelt in ihren Einzelheiten beianntgeben zu müssen. Rachdem die Frage dieser Berichte in die Diskussion geworfen ist, ist es aber notwendig, die in derVoss. Stfl " gegebene Darstellung auch auf ihren tatsächlichen Kern zurückzuführen.

Es entspricht nicht den Tatsachen, daß die Berichte der Auslandvertreter darin überein- stimmen, dah die Aufstellung der Kandidatur Hindenburg einer Katastrophe für das deutsch: Voll gleichläme.

Richt ein einziger Bericht hat sich in diesem Sinne ausgesprochen.

Richtig ist, daß in den meisten der vorliegenden Berichte, nicht in allen, betont worden ist, daß die Ausstellung der Kandidatur Hindenburg tu der Öffentlichkeit des Auslandes Bedenken hervorgerusen habe. Diese Bedenken haben sich nicht gegen b i e Persönlichkeit des Generalfeldmarschalls v. Hinden­burg gerichtet. Aus allen Berichten geht viel­mehr hervor, daß der Persönlichkeit Hinden­burgs dis größte Achtung entgegen^ bracht wird und daß man auch keinen Swe.fel daran gehabt hat, daß der Feldmarfchall perföntid) d i c Verfassung achten und nicht die Hand zu irgendwelchen Experimenten in bezug auf die Außenpolitik oder eine gewaltsame Aenoerung der deutschen Reichsverfassung b'.eten würde. Die zum Ausdruck gebrachten Bedenken borgen sich einmal daraus, ob die Ausstellung der Kandi­datur Hindenburgs die Ausrollung der aituellen Frage: Monarchie oder Republik durch die Parteien bedeuten solle, die hinter der Kan­didatur ständen. Sie bezogen sich weiter darauf, ob damit eine grundsätzliche Aenderung der deutschen 2lu henpolitik eingel itet wer­den soll und endlich darauf, ob d.e hinter der Kandidatur stehenden Kräfte stark genug wären, den Feldmarfchall selbst in die Bahnen einer monarchistisch-militaristischen Richtung zu zielen.

Die Erklärung des Gener alfeld- marschallS Hindenburg über seine Stel­lung zu der Verfassungsfrage und zu den aktuel­len außenpolitischen Fragen haben die entstan­denen Bedenken nach den vorliegenden Berich­ten vielfach gemildert und die letzten Rach­richten aus den meisten Hauptstädten b:t;nen. dah eine Decuh'gung der außenpolitischen öffentlichen Meinung

eingetreten ist. Um so bedauerlicher ist eS. daß diese eingetretene Beruhigung durch deutsche Pressest Immen gestört wird, die z. B. fortgesetzt von einem Telegramm über Kredit» Zurückziehung en sprechen, das niemals im Auswärtigen Amt eingegangen ist. ober die von einer Katastrophe Deutschlands sprechen, wo diese Ausdrücke selbst im Aus­land nicht gebraucht worden sind. Wenn das Auswärtige Amt der deutschen Oeffentlich- feit alle Bedenken des Auslandes übermitteln wollte, die sich auf diePräs-.dentenwahl inDeutsch- land beziehen, dann mühte es übrigens auch davon Kenntnis nehmen, daß die Kund­gebungen des Dolksblocks zur greßd ut- fchen Frage nach den im Auswärtigen - Amt vorliegenden D richten ebenfalls zu De- denken Anlaß gegeben heben Die Ä f- gabe der deutschen Oessenllichlelt sollte es sein, die Beunruhigung, die.etwa durch den Ais- gang der Reichspräiident'.nwahl im A Island ent­stehen könnte, abzudämmen und zu be­ruhigen. stall sie durch eigene Auf­geregtheit in Deutschland z u ver­größern.

Amerikanischer KrrdiL für die Rhem-Elbe-Union. Reuyork, 25 A ril. 'TU.> We de Ver­treter der Trlunion zuoerlä sig er'ährt. s na die An'eiheverhandlungrn des S.innes-Kon-evns h er gestern früh beendet wordm. Das Krriitab- kommen zwischen der Rruyorler F rma D > l l i, Red u. E o. und der Rhein-<be-Unon ist von den Beteiligten unterzeichne'. Der Bankl e it von 6 Mill. Dollar wird in allernächster Seit nach Deutschland überwiesen werden