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von allem gewesenen trenne. 2tüdgleitenbe Gedanken formten sich zu spöttischer ödbftanflagc Dar nicht alles so lächerlich? Dar die Heirat mit Theda nicht eine läppische Vernunftwidrig- leit? Dar sein ganzes Leden nicht wirtlich ein Dirbelsturm gewesen, so wie der Duran oben in den Drogen? 3n der Schneeverwchung hatte der Tod ihn gesucht, und er war ihm entkommen. Zu einem verwehenden Leden? Dein. 2lber wie konnte das neue Leben sich gestalten, wenn er wieder in die SBelt trat, in die er gehörte? <$r gab sich keine Antwort auf diese Frage. Er wollte zurück in seine Delt — natürlich Wer saft fürchtete er sie ...
Der Himmel begann zu blauen, die Därme kam. Die Eingänge vor den Gurten wurden zk-rückgeschlagen. man liest die Sonne hinein. Unter leinenen Schutzdächern knüpften die Deiber ihre Teppiche und fangen und schielten verstohlen nach den beiden Europäern. Run spielte das Leben tm Freien sich ab. DaS Grus begann zu grünen, die Herden wurden auf die Deiden fieirteben. Es begann auch die Zeit der HochzeitS- eiern, und Bruder Dorotheas hatte viel zu fegnen und zu predigen. 6r tat es. weil man es wünschte. *2L .S buddhistischen Erinnerungen aalt der Stammcsälleste für den Lama, den Ober» Priester Wer Togo! trat zurück vor dem Apostel, der auS der gerne gekommen war. Der Missionar beherrschte jetzt die Sprache des Völkchens in ihrer klingenden Dolalharmonie. Wer er war kein Eiferer, er ging willig auf alle Gebräuche der Dsungaren ein. auch auf die noch heidnisch gefärbten, und immer lag ein güt'geS und verzeihendes Lächeln auf seinem Gesicht.
Es lebten zwei Seelen in ihm. das wußte nun Gert. Der fromme Mann muh'« aus einem ritterlichen G schlechte stammen. Er beteiligte sich an den Reilerpirlen der Kalmücken, und wie sah er zu Pferde! Er zog auch mit auf die Jagd, man schoß den Düffel, erlegte den Wolf und stellte Fuchseisen auS. Und er wußte "Bescheid in der Landwirtschaft und gab gute Ratschläge. Dann kamen eines Tages die ersten Tadschiks, und das Tal wurde zum Hand.lSplatz Zwischen den Bergen verfing sich die Sonnenglut. im Goldgelb entfaltete sich ein unerhört bunteÄ Leben mit taufendfarbigen Tupfen. Die Stille wandelte sich
in lautes Geschrei, man schacherte tote tn den Basaren der Städte. Die Tadschiks brachten aus Kaschmir und Afghanistan auch manches, was den Europäern nützlich erschien, und da unter ihnen ein Dann war. der behauptete, et komme aus ©rinigar und wolle dorthin zurück, so schoß ®ert der Gedanke durch den Kops, mit ihm zu flüchten und über Indien den Heimweg zu suchen. Wei Bruder Dorotheus sprach sich dagegen mit Entschiedenheit aus. DaS wäre der Untergang der Dsungarengerneinde gewesen Die Chinesen sind rachsüchtig. Ueberdies stand ja der 3uli vor der Tür. und dann mußten die Abgesandten aus Dulunkul eintreffen, und man konnte mit ihnen verhandeln.
Und wieder kam ein Tag. da man beschloß, nach der in der Schneespalte auf der Pahhöhe versunkenen Karawane zu forschen. Da flieg denn von selbst grauses Erinnern an die Schrecknisse des Buvan in Gert wieder auf. Jetzt freilich sah die Landschaft anders aus. _ Gelber Flugsand deckte den Boden, auf dem spärliche Teresken wuchsen, und nach den kulissenartig ansteigenden Felsen zu hatten sich Dünenketten gebildet. Man fand auch die Schlucht, aber die Sonne hatte den Schnee in ihr kaum zur Hälfte schmelzen können. Trotzdem versuchte man hinabzusteigen. um unter den Schnee zu bringen. Drei waghalsige Kalmücken wurden an festen Stricken über die mit Schiefergrus beworfene Halde hinabgelassen und schaufelten mit breiten Spaten den Schnee auseinander, daß er in Dollen in die Höhe stiebte Und da stiest man zunächst auf die Packlast eines Pferdes, die mit Chemikalien, Arzneimitteln und Fleischkonserven gefü’.lt war und die man heben konnte. Wer weiter kam man nicht. Das darunter lag. war eine einzige riesige vereiste Masse. Dies Sis war spallenlo« Und flimmerte grünlich und konnte tief, tief hinunterreichen bis zum Grunde der Rinne. Und man sah auch oder glaubte zu sehen, daß etwas Dunkles wie mächtige Schattengebilde in diesem SiSbette lag. Das konnten die Toten sein, sie konnten es sein. Liber kein Hackenschlag drang bis zu ihnen durch. Man mußte sie ruhen lassen Sie verwesten da unten nicht. Sie konnten friedlich weiter schlummern — vielleicht in Ewigkeit.
Dorotheus sprach oben ein Gebet, und Äalmüden sanken in die Knie. Dann errichter sie am Rande der Schlucht eine Steinpyrmnid< und formten aus Tereskenholz ein einfaches Kreuz und setzten es aus die Spitze: ein Denkmal, wie das. das im Märzsturm die Karawane Murrays äeschen hatte und das der tn dieser selben »egend gleichfalls untergegangenen Expedition Tugatschowfki galt —
Die geretteten Fleifchkvirierven brachten einige Abwechslung in die Mahlzeiten der beiden Europäer Gert und der Millionär luden sich gegenseitig in ihren Iurten zum Diner. Rn einem schwülen Wend lauerten sie wieder einmal auf ihren Teppichballen einander gegenüber, der Zelteingang stand offen, draußen lag Mondglanz und Stille der Rächt. Das Lager war zusammen- geschmolzen. Die 3ugcnb war mit den Herden auf der Sommcrweide, in den Gehegen waren nur ein paar Paks. Schafe und Ziegen verblieben, um die tägliche Milch zu liefern. daS wechselnde Konzert der Tiere, Grunzen, Blöken und Meckern, war stumm geworden. Und da die jungen Tllänncr fehlten, so suchten die Mädchen frühzeitig ihre Lagerstätten auf. Sonst sah man oft noch lange zusnnmen. am Debstuhl ober arbeitSmübe. erzählte sich Geschichten unb spielte die Gitarre und wer ein ..Sprecher" war, der warf sich vielleicht in die Brust unb trug ein Teilstück aus der Dschanggariade vor, dem kalmückischen Helden- epo«. daS der alte Togos ihn gelehrt hatte.
3m Zelte des Missionars säuberte Surbu. der kleine Diener mit dem gutmütigen Asfen- gesicht, das Hausgerät unb stellte bie fassen- förmigen Porzellanschüsselchen auf. aus denen man den Kaffee trinken wollte. Den hatte man von den Tadschiks erhandelt, unb er sollte nun das Mahl beschli-ßrn. daS üppiger gewesen war als das übliche Schasfleisch nach der Herstellung^ kunst Turbus. Gert übernahm die Bereitung, die Bohnen waren zwischen zwei Steinen gerieben worden, im Eisen topf über dem Feuer kochte schon daS Dasser für den Aufguß. Auch frischer indischer Tabak war cingetroffen. er war grobsträhnig und mutzte erst zerschnitten werden, sah auch sonst nicht verlockend aus. aber da ein Versuch nichts schaden konnte, so stopfte Binder Dorotheus die Pfeifen. (Fortsetzung folgt.)
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60. Fortsetzung. lBuchdruck verboten.)
Freund wäre vielleicht zu viel gesagt, denn Fieser Missionar hatte bei aller entsthnchenen Herzlichkeit des Empfindens nicht b:c Gabe, schnell eine Atmosphäre des DertrautscinS um sich S» schaffen, wie Murray. Immer sprach etwa« Zurückhaltende« aus Ihm. Aber ein guter xamcraö war er trotzdem Für die kleine Ädlmudenhorbe war er ein Apostel, der neue Heilsbotschaften brachte. Er war der erste weiße Mann der zu ihnen in da« Tal gestiegen war. und er kam aus Sfarepta. mit dem bte Gemeinde alte, von Sagen durchwebte Ucberlieferungen verband aus jener Zeit her. da bie Große Katharina christlich geworbene kalmückische Elemente aus ber Dungarei in die Kaspische Senkung verpflanzt^ Ihre Re- (igion war ein wunderliches Gemllch von gne^ chisch-katholischen Ritualien und lutherischem Einschlag von Heidentum und Rechtglaubtgkeit. aber sie lebten in sittlicher Strenge und hatten einzelne Gebräuche, die unverkennbar an bte Anfänge ber Herrnhuter erinnerten, unb bte es zweifellos erfcheinen ließen, daß fte mm al mit tfjuen in engere Berührung getreten waren.
Vie sprachen ein Russisch, da» mit mongolischen Leuten durchsetzt war und das für Bruder Dorotheus halb verstänblich würbe. Auch Gert bemühte sich um bi es Derstänbnis. Diese Dell einer höchst naiven Ursprünglichkeit war für ihn wieder etwaS ganz Reue«, war in ber Tat ein Bruch mit aller ererbten Kultur. Die Gefangenschaft d-ückte Ihn nicht. Die Gemeinde betrachtete auch ihn mit fcheuer Et>durcht. Man errichtete für ihn eine eigene Jurte aus Weißem Kaschma und stattete sie mit Teppichen aus. baute eine Art Feldbett für ihn. gab ihm in einem jungen Dengel einen gewandten Diener, ber auch leidlich zu kochen verstand — man sorgte für ihn wie für einen willkommenen Gastsreund.
Zuwellen hatte er das Gesühl. al« umspinne ihn ein Traum. Die schon auf dem Karawanenzuge über die Höhen Pamirs, so überkam ihn auch jetzt häufig das Empfinden, als gehe ein tiefer Riß durch sein Leben, ber ihn enbgültig
Die Nibelungen
das National-Epos der Deutschen, kommen, umtre- sebaffeo für den Film, vom Donnerstag, dem
29« Januar, ab Im
Lichtspielhaus
Bahnhofstraße, zur Aufführung.
Die Gest al-en der Sage, gewaltig in der starren Größe der Dichtung, werden auf der weißen W and zu blühendem Lehen erweckt \V eiche Kunst vermöchte Jung-Siegfried im Zauberwald, den Kampf mit d,im Drachen oder die im Nordlicht strahlende Burg Brünhildes so glaubhaft und doch i romantischen Schimmer der Saze wiederzugeben. Hunderte von Bildern und Gestalten, die dem Beschauer jetzt erst lebendig und durum unvergeßlich »ein werden.
Zur Zeit läuft der Film mit dem denkbar größten Erfolg in Neuyork, London. Pans und Brüssel, und e» ist ein nicht zu unterschätzender Gewinn, ein solch einzig dastehendes Werk dem Ausland als deutsche Kunst zeigen zu können.
Im Lichtspielhaus wird der Film täglich dreimal, wochentags wie Sonntags um 3.30, u. ö.1ü Uhr aufgefül.rt.
Unser großes Orchester wird die Wirkung durch eine feinfühlende Begleitung, vorzugsweise aus den Werken Richard Wagners und Beethovens, vertiefen.
Jugendliche haben zur’ 4-ühr-Aufführung wochentags Preisermäßigung. Desgleichen ge ten nachmittags die Ermäßigung n für Studenten u. Muilär.
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