Dülvw, später Steinbach und zuletzt vor dem Kriege Max Reger mehrere Male mit dieser wohldisziplimerten Orchesterschar große Triumph« gefeiert. Da« Orchester genießt, tote früher, auch jetzt noch den Ruf eines ausgezeichneten Ensembles, den eS gerade 1924 auf dem großen Drahmssest in Meiningen wieder gefestigt hat, unter der Führung seines jugendlichen, yoch- lalentierten Kapellmeisters Peter Schmrtz. Don den letztes Wochen liegen eine große -Reihe sehr günstiger Besprechungen vor aus Köln (too Die Mozartvaria tionen Helle Begeisterung hervor- riefen), Solingen. Eisenach, Siegen und anderen Städten. Das Programm ist so gewählt. -daß jeder auf seine Kosten kommt. Ioh. ^eb. Dachs 0-Dur-Suite (mit der bekannten Air) eröffnet, De et Hovens „®roica" beschließt den Abend: zwischen diesen sind die herrlichen Mozart-Daria- tioncn das letzte Orchesterwerk Max Regers eingeschaltet, so daß ein großer Kunstgenuß bevorsteht. Es muß noch einmal darauf h.n- gewiesen werden, daß Die Gutscheine ohne Rachzahlung bis 24. Rovember bei Herrn Ernst Shallier eingelöst werden müssen.
— DieDortrags-Dereinigung hat, wie man uns schreibt, mit Rücksicht auf Den vor- jährigen interessanten Filmvortrag über die Gewinnung der Kohle auch für dieses Iahr einen ebenso interessanten und wertvollen Filrstvortrag angesehl, indem sie den Leiter Der kinemato- graphischen Abteilung der Firma Krupp, Essen, Diplomingenieur H u z e l aus Essen, zu einem Dortrag über das Thema „Dom Erz zum C t t e'n" gewonnen hat. Beginnend mit einem gerichtlichen Rückblick auf die Erzgewinnung toirü Der Redner gn Hand von Filmen und zahlreichen Lichtbildern die mühevolle Arbeit des Bergmannes im Erzbergwerk, die Befo^>e- tung des gewonnenen Erzes zur Eisenhütte schU* Dem. Hier in den Hochöfen der Eisenhütte . vollzieht sich unter Zusatz von Koks und anderen erforderlichen Zuschlägen die IhntoanDlung zu Roheisen. Weitergehend wird Der Dortraaende Die verschiedenen Arten Der Roheisenbehandlung erläutern. In Ausnahmen, Die unter äußerst schwierigen Verhältnissen hergestellt wurden, wirD schließlich Der Redner Das Schmelzen des Eisens zeigen und Dann noch seine Zuhörer in eine Tiegelstahlgießerei und ein Walzwerk fuhren.. Der Besuch Dieses außerordentlich inhaltsreichen Vortrages ist sehr zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.)^ $ Leben, Lieben und Leiden der Frau" ist Das Thema, über Das Frau Anna Martens, Aerztin aus Der Schweiz, am kommenden Mittwoch auf Einladung Des Ra- turheilvereins im großen Hörsaal der Uniber« sität sprechen wird. Der Vortrag ist nur für Frauen und erwachsene Mädchen. (Siehe Anzeige.)
L. U. iß o n der Landes Universität. Nach einem soeben eingcaangenen Radiotelegramm von Bord seines Schiffes wird der ordentliche Professor der Geographie Dr. Klute, der sich auf einer Studienreise in Grönland befand, gegen Ende dieses Monats wieder in Gießen eintreffen und alsbald feine Vorlesungen beginnen.
* Der geftrige Totensonntag brachte unseren Friedhöfen regen Besuch, der natürlich auf dem Neuen Friedhof ganz besonders stark war. Die Gröber wiesen durchweg sehr schönen Strang und Blumenschmuck auf und boten in diesem Kleid sürsorgender Hinterbliebenenliebe einen würdigen Anblick. Nur die Ausgrabungsstelle des Kriegen friedhofs zeigte ein sehr bedauerliches Aussehen. Hier sollte endlich eine würdige Wiederherstellung vorgenommen werden.
•• Zwei GefaNenen-Gedächtnis- feiern vereinigten gestern nachmittag eine sehr große Menge Mitbürger von hier und Wieseck aus dem Ehrenfriedhos unseres FrieDhofes. Die erste Gedenkfeier, Die gegen 2 Uhr begann, veranstaltete Der ReichsbunD Der Kriegs- beschäDigtenunDKriegerhinterblie- Denen unter Mitwirkung Der Kapelle Topp unD Des Gclangve.eins Concordia, Gießen. Rachdem Die Kapelle Das RieDerlänDische Dankgebet gespielt, brachten Die Sänger Die ergreifende Weise „Wie sie so sanft ruhn" zu Gehör. Daraus hielt der Sekretär des Reichsbundes, Benner. Die Gedächtnisrede, In der er ermahnte, allezeit der gefallenen Helden zu gedenken und ihr teuerstes Dermächtnis, ihre Hinterbliebenen Angehörigen, mit unserer Fürsorge zu betreuen. Als äußeres Zeichen des Gedenkens legte der Redner einen Kranz nieder. Mit Den Klängen „Ich halt' einen Kameraden" fand die Feier ihren Abschluß. — Bald darauf nahm Die zweite Gedenkfeier ihren Anfang, die vom Reichsbanner S ch w a r z - R o t - G o l d veranstaltet ward. Die Musikkapelle des Reichsbanners spielte zur Eröffnung der Gedächtnisstunde „Ich be e an die Macht der Liebe", darauf sang der Gesangverein „Eintracht" „Wie sie so sanft ruhn". Die Gedenkrede hielt Pfarrer Wendel von Heuchelheim, der gleichfalls zur unvergänglichen Liebe und Ehrung Der gefallenen Brüder aufforderte, und darüber hinaus Die Lebenden ermahnte, wieder zur einigenden Bruderliebe zurückzukehren und dahin zu streben, Daß auch die deutsche Seele in allen Volksschichten wieder zur lebendig treibenden Kraft werde. Diplom-Do.kswirl Gumbel sprach kurz über Die Pflichten des Staatsbürgers gegen die deutsche Republik, Darauf legte Studienrat Schön zur Ehrung Der schlummernden Kameraden einen Kranz nieder. Spiel und Oefang „Ich hatt' einen Kameraden" bildete den Ausklang Der Feier.
*♦ Der Winter schickt wieder einmal seine .weißen Sendboten, die Schneeflocken, zu uns. Dem feinen Sprühregen des gestrigen Rach- mittagS und der letzten Rächt folgte heute vormittag verschiedentlich leichter Schneefall, der auf den nassen Straßen natürlich sofort zu „Matsch" wurde. Im hohen Vogelsberg ist, wie wir auf Anfrage auf dem Hoherodskopf erfahren, in Der Rächt leichter Spurschnee gefallen, heute früh ist es Dort oben 1 Grad kalt.
" Die Ausstellung von Wandergewerbescheinen und Gewerbe-Legi- timation starten betreffen Bekanntmachungen des Kreisamts Gießen im neuesten Amts- verkündigungsblatt. Interessenten seien Darauf hingewiesen.
** Personalien. Ernannt wurden: der bisherige ständige Hilfsarbeiter bei dem Ministerium für Aroeit und Wirtschaft, Regierungsrat Dr. Ad. Kraft, z. Z. Privatdozent an der Landesunioer- sität Gießen, zum Landwirtschaftsrat an einem Landwirtschaftsamt', der Lehrer Wilh. Alles zu Emartshausen, Kreis Schotten, zum Lehrer an Der Volksschule zu Ober-Widdersheim, Kreis Büdingen: der Lehrer Albert Rieß zu Offenthal, Kreis Offenbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Sichen
hausen, Kreis Schotten; der Lehrer Karl Bernhard zu Sichenhausen, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Offenthal, Kreis Offenbach; der Schulamtsanwärter Heinr. Franz aus Heldenbergen, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Ober-Roden, Kreis Dieburg.
•• Immer wieder derselbe Schwindel. Wolffs Bureau meldet aus Weinheim: 3n den Dergstraßenorten wurde eine aroße Anzahl von Firmen dadurch betrogen, daß ihnen von einem angeblichen 3 n | e r a t c n a t q u i f i = teur für ein angeblich geplantes Berg st raße n- Adreßduch Beträge von 15 bis 30 Mark abge- nommen wurden, ohne daß das betreffende Adreßbuch bisher erschienen ist. Die Beträge sollen sich insgesamt auf 80 —100000 Mark b e - lausen. Es soll sich um ein Unternehmen handeln, das seinen Sitz m Frankfurt o. M. haben soll. Bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft haben bereits ungefähr 40 geschädigte Firmen gegen das betreffende Konsortium Anzeige erftattei. Mehrere Verhaftungen sollen in der Angelegenheit bereits erfolgt fein.
’* Auftrieb auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 307 Ochsen, 49 Bullen, 957 Färsen unD Kühe, 479 Kälber, 571 Schafe, 3254 Schweine.
Kirche und Schule.
Der Dekanatstag des errang. Dekanats Gießen
findet morgen, Dienstag, 24. d. M., vorm. 9 Uhr, im Iohannessaal dahier statt. Die Morgenandacht hält Pfr. K a l b h e n n - Großen-Buseck. Den Haupt- gegenftanb der Verhandlungen leitet ein Vortrag von Pfr. Schultheis -Großen-Linden ein über die Bedeutung der Kirchengemeindevertretung und des Kirchenvorstandes für das Gemeindeleben und ür das allgemein-kirchliche Leben nach der neuen Kirchenoerfafsung. Das Gegenreferat hält Alt-Bürgermeister Leun- Großen-Linden.
Gießener Jugendgericht.
In der jüngsten Sitzung wirkten als Iugend- chöffen mit Sardine Pfeiff und Karl Voigt, beide von Wieseck.
Ein jugendlicher Buchdruckerlehrling, der unbefugterweise die Eisenbahngleise auf dem Bahnhof Gießen überschritten hat, erzielte im Wege des Einspruchs eine Herabsetzung seiner Strafe, da er noch kein Einkommen hat und seine Mutter in bedürftigen Verhältnissen lebt. Immerhin verdiente die leichtsinnige Handlungsweise einen Denkzettel.
Ein siebzehnjähriger, aus mißllchen Familien- verhältnissen stammender, bisher unbestrafter, jedoch arbeitswilliger junger Mann aus A.-B. wird wegen eines an einem neunjährigen Mädchen begangenen Sittlichkeitsverbrechens, das er nach früheren Geständnissen nunmehr leugnet, zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten verurteilt. Er muß seine Strafe sofort antreten. Gleichzeitig ordnete das Gericht Erziehungsmaßregeln an. Hiernach wird er der Fürsorgeerziehung überwiesen werden.
Zu acht Wochen Gefängnis bei sofortiger Verhaftung wird ein jugendlicher Hahrradmarder und Urkunden falscher verurteilt, der In Gießen das Fahrrad eines yortbtldungsfchülers während des Unterrichts gestohlen und späterhin durch einen von ihm selbst getriebenen, mit Unterschrift eines anderen versehenen Zettel, den er an sich leibst richtete, den Verdacht in raffinierter Weise auf den andern oder besten Vater zu lenken suchte. Auch in diesem Falle wurden Erziehunasmaßregeln angeordnet. Es kann nur Fürsorgeerziehung in Frage komemn.
Ein von hier stammender Junge hat als Fürsorgezögling in einem Dorfe eine strafbare Handlung begangen. Es erschien angezeigt, eine Beobachtung seiner geistigen Verfassung durch einen Psychiater herbeizuführen. Das Verfahren wurde deshalb bis auf weiteres ausgesetzt.
Ein halbwüchsiges Mädchen hat in Bad-Nauheim Hausierbettel verübt. Nach Herkunft und Erziehung konnte es der Tat nicht widerstehen; es wurde deshalb zwar von Strafe freigespro - den. Das Gericht hielt jedoch Erziehungsmaßregeln für erforderlich und überließ ihre Anordnung und Auswahl dem Dormundschaftsgericht.
Buntes Allerlei.
2000 Kindcrnnfälle im Jahr.
Es ist festgestellt, daß fick in Deutschland jährlich über 2000 Kinderunfälle im Straßenverkehr ereignen. Die Unfälle sind meist sehr schwer. Don Tag zu Tag nimmt der Straßenverkehr, nicht nur in den Großstädten, zu. Natürlich muß damit unsere Vorsicht auf der Straße um so größer werden. Kinder haben diese Vorsicht aus sich selber heraus nicht. Sie sind unbesorgter und unachtsamer als die Erwachsenen und musten daher dauernd cngeßalten werden, die Gefahren der Straße zu oerr ?iö:n und durch eigenes Verhalten nicht noch selber herauf- zubeschwören. Die meisten Unfälle der Kinder entstehen beim Spielen auf der Straße. Beim Ball- und Rcisenspiel, beim Rollschuhlausen entsteht ein Hin- und Herrennen der Kinder auf der Straße. Sie laufen oft in die Verkehrsgefahren geradezu hinein. Auch die Unsitte, sich an fahrende Wagen hinten anzuhängen ober kurz vor dem Fahrzeug über die Straße zu laufen, hat viele schwere Unfälle herbeigeführt. Ein eigenes Kapitel sind die Straßenbahn und die Auton.udile. Ein Auto fährt zehnmal so schnell, als ein Kind sich vorwärts bewegt. Es kann infolgedessen nicht plötzlich halten. Die meisten scheinen aber das Absteigen von der Straßenbahn noch nicht gelernt zu haben. Leider gehen da viele Eltern den Kindern noch mit schlechtem Beispiel voran. Eltern und Schule sollten sich zusammentun, um in steter eindringlicher Belehrung den Kindern die Gefahren der Straße und die für das ganze Leben schweren Folgen eines Unfalles warnend vor Augen zu führen. Gerade die Schule hat im Unterricht selbst mannigfache Gelegenheit dazu. Im Aufsatz, im Physikunterricht, im Zeichenunterricht usw. können die Gefahren der Straße und die Verhütung der Straßenunfälle den Kindern anschaulich beigebracht werden.
Unsterbliche Tiere.
Unsterbliche Tiere sind nach W e i s m a n n jene einzelligen Tiere, Die sich Durch einfache Teilung vermehren, D. h. sie altern nicht, und wenn sie nicht Durch äußere Verhältnisse zugrunde gehen, leben sie immer weiter. Die Sache hat seinerzeit einen lebhaften Gelehrtenstreit hervorgerufen. Manche „Einzeller" gelang es tallächlich, Durch taufende von Generationen durch Teilung zu erhalten Woodruff znch-
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tete so von 1907—1917 vom Pantoffeltierchen (Paramaecium) 4500 Generationen. Bei anderen wieder mußte nach einiger Zeit Verschmelzung verschiedener Individuen eintreten, also ähnlich wie bei der geschlechtlichen Fortpflanzung, wobei wohl eine Auffrischung eintritt. — Durch interessante Versuche von Hartmann hat sich nun gezeigt, daß die einhelligen Tiere dann Doch sterben, wenn man ihnen die Möglichkeit nimmt, sich zu teilen. Teilungsiähig scheint Darnach also Der Grund Des WeiterlebenS zu sein, in der Tat können auch nicht mehr teilungsfähiae Gewebe höherer Tiere für sich gemeinhin nicht weiterbestehen, wenn man sie auch durch gewisse Versuche lange lebend erhielt. Hcbrigenä gehen bei diesen Teilungen höherer Tiere inner- id) Veränderungen vor sich, wodurch Die Tei- lungsfähigkeit verhindert wird; dies unterbleibt bei Einzellern, da hier die Teilzellen stets gleichwertig sind. Ganz unzweifelhaft bewiesen scheint die „Ilnsterblichkeit" dieser Tiere aber doch noch nicht; und wäre es Der Fall, so würde sie durch Die Teilungsfähigkeit aucy noch nicht erklärt sein; Denn ein ursächlicher Zusammenhang zwischen beiden Erscheinungen ist noch nicht einzufehen.
Der Man« mit der Kngel im Herzen.
Ein englischer Kriegsteilnehmer, Michael Reilly, der 10 Iah re lang eine deutsche Kugel im Herzen getragen hat, verläßt jetzt das Krankenhaus frisch und vergnügt als ein vollkommen gesunder Mann. Die Geschichte dieser einzigartigen Kriegsverwundung, die Londoner Blätter erzählen, Hingt wie ein Roman. Im Frühjahr 1915 erhielt Reilly bei Reuve Chapelle eine Kugel, die beide Lungen durchbohrte und ins Herz Drang. Er lag eine Woche bewußtlos, aber die Kugel konnte nicht festgesiellt werden. Da er keine großen Beschwerden hatte, wurde er wieder an Die Front geschickt, wurde 1916 in Der Somme- Schlacht durch eine Granate verschüttet und schwer verwundet. Er wurde zweimal operiert und durchleuchtet, aber immer noch nicht entdeckte man. daß eine Kugel im Herzmuskel war. Erst nach dem Waffenstillstand kam er in das Richmond-Hospital zu Dublin, wo er wiederum durchleuchtet wurde und nunmehr stellte man Den Sih Der Kugel fest, die bereits 6 Iahre im Herzen tag. Die Kugel wurde ihm nun dura, eine kühne Operation von dem Cirurgen Roberts entfernt, und die Heilung ging so gut von statten, daß Reilly bereits vor einiger Zeit wieder Fußball spielen konnte und jetzt vollständig gesund entlassen wird.
Wenn man keine Zeitung liest.
Ramentlich auf dem Lande gibt es viele Leute, die, meist aus übertriebener Sparsamkeit, keine Zeitung lesen. Mitunter ist diese Sparsam- keitsrechnung aber falsch. In Pirmasens wollte sich vor einigen Tagen ein Mann eine Fahrkarte laufen und Den Fahrpreis mit einem längst außer Kurs gesetzten 20-Dillionenfchein bezahlen. Natürlich konnte der Beamte Den Schein nicht annehmen. Dabei geriet der unglückliche Fahrgast von einem Schrecken in den andern. Er hat, wie er erzählte, zu Hause noch eine größere Anzahl dieser längst wertlosen Banknoten, außerdem noch zahlreiche 50-Rentenmarkscheine von der Gattung, die ebenfalls aus Dem Verkehr gezogen sind. Auf die Frage, ob er v Den in Den Zeitungen veröffentlichten Hngültii tserklärun- gen dieser Geldscheine keine Qltn genommen habe, mußte er eingestehen, daß er l. .ne Zeitung lese.
Biichertlsch.
— Der Verein für Deutsche Schäferhunde (S. 23.), Sitz München, Hauptgeschäftsstelle Augsburg 3, gibt eine vorzüglich ausgestattete, lehrreiche Werbeschrift heraus. 699
— Köhlers illustrierter Kolonial-Kalen- d e r in Buchform für 1926 (Verlag von Wilhelm Köhler in Minden i. W ). 602
— Köhlers illustrierter Flottenkalender 1926 (Verlag Wilhelm Köhler, Minden l. W.). 601
— Mutter Deutschland, großdeutscher Heimatkalcnder, herausgegeben von W. Muller-Rüdersdorf. (Verlagsanstalt Görlitzer Nachrichten und Anzeiger A.-G. in Görlitz.) 687
— Kumsteller — Haacke — Schneider: G e - schichtsbuch für d i e deutsche Jugend (Dolksschulausgabe). Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. 663
— Lehmann: Sudetendeutsche Volkskunde. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. 652
* Die bekannte Musiksammlung „Sang und Klang" bringt in ihren einzelnen Bänden eine Fülle von bekannten Stücken aus Dem Gebiete Der klassischen Musik, Der Ober, Operette und Tanz sowie Des Liedes. Der besondere Wert Der Alben liegt Darin, Daß das Darin Gebotene nur etwa Den zehnten Teil Der Summe kostet, Die Der Einkauf Der einzelnen Stücke für sich beanspruchen würde. Aus Diesem Grunde beträgt Die Zahl Der bereits verbreiteten Bände schon einige Millionen und wächst ständig weiter. Der reiche Inhalt, der gediegene schöne ©in» band und der niedrige Preis machen die Alben für jeden Musikfreund unentbehrlich. Der uns vorliegende zehnte Band enthält insgesamt 97 Musikstücke, er wird auch in diesem Iahr ein beliebtes Weihnachtsgeschenk werden. (Verlag Reuseld L Henius, Berlin SW. 11.) 600
— Rudolf Herzog, Gesammelte Werke. Dritte Reihe in sechs Bänden. In Ganzleinenband 40 Mk., Halbleder 65 Mk. (Verlag der 3. G. Cotta'schen Buchhandlung Rachfolger, Stuttgart.) Diese Dritte Reihe Der Gesammelten Werke Rudolf Herzogs bringt von seinen Romanen, neben seinen Erstlingen „Das goldene Zeitalter" und „Der Adjutant", Die Drei letzten großen aus Deutschlands jüngster Leidenszeit geschöpften Werke „Die Buben Der Frau Opterberg", „Kameraden" und „Wieland Der Schmied". Ihnen gesellen sich seine Dramen, darunter das bisher noch nicht veröffentlichte „Der letzte Kaiser", sowie seine Rachdichtung des Ribelungenliedes und seine Darstellungen Der Deutschen Götterwelt unD Der Geschichte Preußens. 646
— D i e Reise des Baron Francois. Roman von Herbert Herbesthal. Verlag Ernst Keil's Rachfolger (Aumllt Scherl, G. m. b. H., Leipzig. Gan?,leinen 5 Mk. Als kleine, sorgenvolle Geschä'tsreise beginnt Die Fahrt des Barons. Heber einer Frau vergißt er fein Ziel, Dann ergreift ihn das Leben, reißt ihn mit, verschlägt ihn über den Rhein nach Frankreich, Rizza, Venedig. Von einem Erlebnis stürzt er ins andere und rafft das Glück, das ihm auf allen Wegen zufällt. Rach Jahren treibt ihn die Sehnsucht in die Heimat. Als gereifter Mann kehrt er wieder. 531
— K. Ströse: Lehrbuch der Chemie und Mineralogie, der Gesteinskunde und Geologie für höhere Schulen. (Quelle & Meyer, Leipzig.) 650
— Gerade zur rechten Zeit erscheint im Verlag von E. Scribas Buchhandlung, Friedberg t. H., ein neues Krippenjpiel von der Geburt des Herrn. Das vorliegende Spiel will altes Volksgut wieder ncubclcbcn Es geht zurück in feinem ersten Teil auf das althcsstsche Weihnachts- spiel Ludus de nativitate Domini, das um das Jahr 1500 wohl in Alsfeld entstanden sein mag »nd dort auch gespielt wurde. Der zweite Teil geht zurück auf das Erlauer Dreikönigsspiel. Beide Spiele sind mit wenig Acnderung geschickt zusammengearbeitet. Durch reiche Ausschmückung mit alten Weihnachtsliedern und Weihnachtsmusik wird das Spiel belebt und wirkt anheimelnd. Der Herausgeber des Büchleins ist Pfarrassistent Haßlinger. Der Preis des Bändchens beträgt 1,50 Mk. 756
— Stenographisches Lehr- und Lesebuch in Reichskurzschrift von Joh. Rolle (Verlag Quelle & Meyer in Leipzia). 648
— Sophie Kloerß: I o h a n n i ö t r i e b (Engelhorns Romanbibliothek 38. Bd. 22/23), verlegt bei I. Engelhorns Rachf., Stuttgart 716
— Prof. D r. FritzStier-Somlo: Politik (Wissenschaft und Bildung Nr. 4). Preis geb. IM Mk. Verlag Quelle & Meyer in Leipzig. 723
— Burgen, Schlösser und Herrensitze im Gebiete der unteren Werra, Heft 1—5. Verlag von H. Lücke, Parcusen bei Nör ten in Hannover. 678
— D. Willy Lüttge: Das Christentum in unserer Kultur. Leipzig, Quelle & Meyer.
Das Buch gibt in großen Linien eine Geschichtsphilosophie der christlichen Religion. Es ist in zwei Abschnitte gegliedert, der erste behandelt dar Christentum in der Geschichtsphilosovhie der Religionen, der zweite in der Problematik der Kulturphilo- jophie. Dabei kommen u. a. so tief dringende Fragen zur Sprache wie Erlösungsglaube und Religion. Gottesglaube und Religion, das Problem geschichtlicher Religion, Kultur und Geschichte, Metaphysik und Religion, die Wahrheit der Gottesidee. Die Darstellung ist wissenschaftlich gehalten, aber jedem an ernste Denkarbeit Gewöhnten verständlich; Anmerkungen bringen Literaturangaben. Kein Buch für die große Masse, aber sehr geeignet zu gründlicher Vertiefung. (568) M. Schian.
— Religionsgeschichtliche Quellen- bücherei, herausgegeben von Prof. W. Oppermann. Leipzig, Quelle & Meyer. Jedes Heft 60 bis 90 Pf.
Erschienen sind neu 5 Hefte: Auswahl aus Lu ther, Luthers Leben in Briesen (ein besonders gute. Gedanke), Franziskus von Assisi, Bernhard von Clairvaux und „Lebensfragen der Gegenwart". Les, tcres Heft stellt Stücke aus modernen Schriftstellern zusammen (Lhotzky, Naumann, Hilty, Eucken u. a.) lieber die Auswahl der Stücke läßt sich streiten; die Hefte als Ganzes sind jedenfalls sehr praktisch, Hand- lich und geschickt. (660) M. Schian.
Spielplan der Frankfurter Theater.
Opernhaus. Dienstag, 24. Rovember: Tiefland. Mittwoch. 25.: Othello. Donnerstag, 26.: Hoffmann« Erzählungen. Freitag, 27.: Madame Butterfly. Samstag, 28.: Eine Rächt in Venedig. Sonntag, 29.: Othello. Schauspielhaus. Dienstag, 24. Rovember: ßaiuelot und Sanderein. Hierauf: Die Geschwister. Mittwoch, 25.: Der Unwiderstehliche. Donnerstag, 26.: Kabale und Liebe. Freirag, 27.: Der Unwiderstehliche. Samstag 28.: Einer von unsere Leut. Sonntag, 29.: Der Kreide kreis. Abends: Die drei Zwillinge.
Ans dem Amtsverkündigrrngsblatt.
• Das Amtsverkündigungsblatt R r. 91 vom 20. Rovember enthält: KreistagS- wahl 1925. — Ausstellung von Wandergewerbescheinen — Gewerbe-LegitimationSfarten. — Auswärtige Amistage. — Ausstellung von Ursprungszeugnissen. — Osterferien 1926. — Feldbereinigung Watzenborn-Steinberg.
Rundfunk-Programm
des Sender-.
(Aus der .Radio-Umschau".)
Dienstag, 24. Rovember:
3.30—4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 6 Uhr: Nachmittagskonzert Des Hausorchesters: Oskar-Straus-Operetten. 6—6.30 Uhr. Die Lese- stunde. 6.30—7 Uhr: Anläßlich der Aufführung „Der Schweiger" tm Kleinen Theater in Kassel spricht der Dramaturg des Kleinen Theaters, Dr. Karl Ritter, über „Werfel und seine Dichtung". 7 Uhr: lieber« tragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Tiefland", Musikdrama in einem Vorspiel und 3 Akten von Eugen d'Albert.
Eingesandt.
(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt Die Redaktion Dem Publikum gegen'''ber ke'nerle' Verantwortung.)
Klein-Linden, 21. Rov. Die elektrische Straßenbeleuchtung unseres Ortes hat eine unangenehme Lücke. Unter Der Brücke Der Umgehungsbahn über die Frankfurter Straße herrscht abenDs große Dunkelheit. Für Frauen und Mädchen ist es gefährlich, in Den Abendstunden diese Stelle zu parieren, da nicht selten dort Zigeuner lagern und auch sonst unheimliche Gestalten auftauchen. Die zuständigen Stellen, EUnbahn-Verwaltung und Gemeinde, seien hiermit auf Den Mißstand mit Der Bitte um balDige Abhülfe aufme.kfam gemacht. L.
VERTRETER: H. Eines jr„ Gle'en. Seltersweg 68
f' SEIT 1865 SCHIERSTE!« I. BHG
Jeder Weinhändler liefert:


