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Samstag, 25. IHai 1925

M. 119 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Rätsel-Ecke

Magisches Zahlenquadrat.

des Quadrats sind so umzu»

und

Bruchstück-Rätsel.

Die Narrenkappe

Aus den vorstehenden acht Bruchstücken

sind

Splitter und

Sie:

vorstelltc.Offen gestanden, nein.'

.Dich

in

dir, in der Fabrik ist ein Mann von

hinuntergesallen

ein Wunder",

ruft

Herr

nur vor der untersten

A.

sich in der Kunst des KriegführonS aus. und die gewaltigen Reserven Frankreichs, gegen die

Wohl um

Zähl.

Jede Tunke

MONDAMIN

Wagerechten. Senkrechten die Summe 48 ergeben.

einer und

ehren- wacke- Dienst

1 2

2 1

1 1

trocken,er ist ja heruntergesallen."

1

1

2

1

Zahlen ein klares Struktur unserer gewinnen läßt.

Schmidt Sprosse

Boudoir ganz antik eingerichtet, darin jünger auszusehen?"

Arzt, mit seiner Praxis?" B.:Hm. es geht etwas langsam. Die ganze Familie hat sich ja bemüht, ihm vorwärts zu Helsen, aber schließlich ihm zuliebe können wir doch nicht immer krank sein."

cra si eil uf

po uff alstc uric

Die Ziffern ordnen, dah die Diagonalen stets

gültigfeit oder eine falsche Furcht das geschäst zu erschweren.

Die Tätigkeit des Zählers erfolgt amtlich. Jeder einzelne von uns ist diesen ren Männern und Frauen, die sich in den

Leiter mit 80 Sprossen ist unbeschädigt geblieben." Das ist ja wirklich

Frau Schmidt.

.Ein Wunder ist es

daß sich aus der Fülle der Bild von der gegenwärtigen Bevölkerung und Wirtschaft

Boshaft.

Lisa (zu einer Freundin):Ich habe mein

zösische und spanische Interessen lassen sich Marokko nicht unter einen Hut bringen.

nicht," erklärt

Begreiflich.

.Wie geht es Ihrem Reffen, dem jungen

Kräfte und Nachschub saugen. Auch können frcm- zösische Kriegsschiffe nicht unbehindert gegenüber Gibraltar und in territorialen Gewässern kreuzen, um den Waffen schmuggel nach dem Rif zu verhindern. Weder Spanien, noch England, noch Italien würden eine wenn auch nur vorüber» gehende Besetzung der Mittelmeerküste gegenüber Gibraltar, zwischen Ceuta und Melilla, durch Frankreich dulden. Dort beginnl die inter­nationale politische Verwicklung im Riskriege.

Der Kamps Abd el Krims mit Frankreich entlastet naturgemäß Spanien 'm Marokko: so haben denn auch mit Ausnahme eines kleinen Gefechtes bei Melilla in der letzten Zeit keine nennenswerten Kämpfe stattgesunden, aber wie schon früher, so sind auch diesmal alle Verhand­lungen mit Abd cl Krim gescheitert. Cs scheint, daß Spanien für den Juni eine große Attacke von Alhuccmas aus auf die Rishauptstadt Adjir plant: ExpedilionStruppen sollen zu diesem Zwecke schon in Cadiz bereitstehen. Sollte dieser ungemein schwierige Angriff gelingen, so würde das zwar ein bedeutender moralischer Sieg Spaniens fein, er würde aber keine ausschlaggebende praktische Bedeutung hoben, da es ausgeschlossen erscheint, daß sich die spanischen Truppen auf den Höhen des Rifmaffivs dauernd halten könnten.

In Spanien wird die französische Rifkam­pagne mit dem größten Interesse verfolgt, aber nicht eine einzige Stimme wird laut. Frankreich zu helfen oder auch nur eine gemeinsame Aktion vorzubereiten. Das hängt eirreSteils mit der diplo­matischen Loge in Marokko, aber auch mit den spanisch französische Beziehungen zusammen, die nid>t so herzlich sind, wie namentlich die liberalen Kreise Madrids es gerne haben wollen. Fran-

feine Hilfsmittel ganz zusammenschrumpsen. wer­den ihm nicht fremd sein. Er rechnet äugen- fch inlich damit, daß sich die Oosen-Stämme der

Sparren vom Redaktions tisch

DoShast.

liebte alS junger Mensch ein

den Eindruck die Liebe oft macht!"

Belohnte Offenheit.

Mertens sucht einen Lehrling.Arbeitest du gern?" fragte er einen Jungen, der sich ihm

Stabt in Afghanistan Aegyptische Göttin Stadt in W jlfalen Wärmende Handbekleidung Erzählendes Gedicht Bekannter Buchdrucker Dänische Insel

Stabt in Hannover

Er:Ich Mädchen, und

nehme ich," erklärte Mertens,du bist der Zehnte, der die Stelle hoben wollte, aber der Erste, der nicht gelogen hat."

DaS Wunder.

Herrn Schmidt macht es viel Vergnügen, seiner Frau bei Tisch unheimliche Geschichten zu erzählen, um sich an ihrem Schreck zu weiden. Eines Tages erzählt er:Es gibt doch wirklich eine Vorsehung, die die Menschen beschützt. Denke

zu hoffen, daß die aufgewendete Muhe nicht umsonst war, und.....

sie machte mich ganz verrückt." .Merkwürdig, was für einen dauern

Ein Unterschieb.

Julie:Mein Verlobter versicherte mir gestern, daß er mich mehr liebe als sein Leben, und daß er nicht mehr ohne mich sein könne." Mario:Ach. das sagen alle jungen Leute." Julie:Wohl möglich, aber nicht zu mir." ilebertrumpft.

Bei und, erzählte ein Amerikaner,ist'S oft so heiß, daß den Fliegen die Flstgel ver­sengt werden."Pah, das ist noch gar nichts," bemerkte ein Gascogner,wir müssen unsere Hennen mit Eiscreme füttern, damit sie nicht gleich gekochte Eier legen."

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 19. Mai. Im November 1924 entstand zwischen dem Inhaber einer hiesigen Wirtschaft und einem Gast wegen der Bezahlung mehrerer Glas Bier eine Auseinandersetzung, in die sich ein anderer Gast, ein Händler von hier, dem die Sache gar nichts anging, ohne jede Veranlassung einmischte. Dabei schleuderte er dem Wirt eine Beleidigung ins Gesicht. Der daraufhin erfolgten Aufforderung, sofort die Wirtschaft zu verlassen, kam er .nicht nach, ob­wohl sie mehrmals an ihn erging. Er lärmte vielmehr derartig, daß der Wirt gezwungen war, Schutzleute zur Hllfe zu rufen. Auch als diese schon da waren, wollte der Händler zuerst noch ein Glas Bier verabfolgt haben, was natür­lich abgelehnt wurde. Er wurde heute, da er die Bedingungen eines in der Zwischenzeit ab­geschlossenen Vergleichs nicht erfüllt hatte, wegen Beleidigung und Hausfriedensbruchs zu zwei Geldstrafen von zusammen 1 00 Mark verurteilt.

Bekanntlich wurde das .Einhorn" dahier im Rovember 1924 an die Stadt Gießen verkauft. Während die Verhandlungen hierüber schwebten, bemühte sich ein hiesiger Immvbilienagent um den Verkauf des Grundstücks an die hiesigen Gewerkschaften. Verschiedenen Personen gegen­über brachte er später zum Ausdruck, die Agen­ten. die den Verkauf an die Stadt vermittelt hatten, hätten ihn um seine Provision gebracht. Diese strengten daraufhin eine Beleidigungsklage gegen ihn an, die nach umfangreicher Beweis­aufnahme mit einem Vergleich endete Dar­nach erllärte der Angeklagte, daß er die Be­hauptung. die Privatlläger hätten ihn um die Provision betrogen, nicht aufgestellt habe und nicht aufstelle: wenn dritte Personen, denen gegenüber er über die Angelegenheit griprochen habe, dies angenommen hätten, so sei das ein Mißverständnis. Außerdem übernahm der An- geHagte sämtliche Kosten des Verfahrens.

Der Zrühling erzeugt Sommersprossen.

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Kreuzworträtsel.

Bon links nad) recht-: 1. Arm. 2. Koran.

3. Dem. 4. Seil. 5. Bar. 6. Pera. 7. Tenor.

8. Selen. 9. Fuke. 10. Tran. 11. Silentium.

12. AS. 13. Au. 14. Skonto. 15. Ameise. 16. Ei. 17. ES. 18. Kavalkade. 19. Frau. 20. Rote.

21. Alarm. 22. Drüse. 23. Rase. 24. Oese. 25. Ade. 26. Aus. 27. Draht. 28. Slde.

Bon oben nach unten: 29. Ast. 30. Rasen. 31. Ana. 32. Reef 33. Ski. 34. Flau. 35. MttruS. 36. Kraß. 37. Loki. 38. Aare. 39. Relatidum. 40. Ob. 41. Oer. 42. Rosine. 43. Klasse. 44. Ar. 45. ES. 46. Stimmband. 47. Peru. 48. Dora. 49. Selam. 50. Etüde. 51. Eren. 52. Asc. 53. Esel. 54. Man. 55. Quese. 56. Grk.

Elnsahrätsel.

Tschakste, Mush, Mvear, Smetana, Alsonso XIII., Rylow, Poshihito, Kukk » Tmasaryk.

soll ihren Eigengeschmack behalten, aber auch gut gebunden sein. Für süsse und für würzige Sossen gleich gut geeignet ist Mondamin. Es bindet ganz ausgezeichnet, bildet keine Klümpchen und macht die Tunke nicht kleisterhaft Mondamin ist vollkommen neutral im Geschmack und sollte auch in Ihrer Küche nicht ausgehen. Achten Sie aber auf den Namen

Auflösungen.

Kartenkunststück. 2 111 1

Entweder: } f J } oder: |

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Silbenrätsel.

eines solchen Kulturwerks stellen, zu größtem Dank verpflichtet, der sich am besten äußert, wenn wir durch gewissenhafte und sorgfältige Aus­füllung der Zählpapiere die schwere Arbeit des Zählers nach Kräften erleichtern. Es wird immer wieder betont, daß alle Angaben nur zu rein statistischen Zwecken, also vor allem nicht zu steuerlichen Zwecken verwendet werden. Darauf möchten wir auch hiep nochmals mit allem Rach- druck Hinweisen. In Hessen gehen die aus­gefüllten .Zählpapiere alsbald über die Kreis­ämter dem Statistischen Landesamt (Zentralstelle für die Landesstatistik) in Darmstadt zu, wo sie für das ganze Land bearbeitet werden. Die Zen­tralstelle hat nun immer ihre Ehre darein ge­setzt, über die ihr zugehenden persönlichen An­gaben aufs strengste das Amtsgeheimnis zu wahren. Sie hat bisher, um der Statistik ihren Kredit im Lande zu erhalten, jeder Behörde und jeder Privatperson Auskünfte über persön­liche Verhältnisse rundweg verweigert. Sobald die Zählung verarbeitet ist, werden sämtliche Papiere vernichtet. Es besteht also kein Grund, mit den geforderten Angaben zurückzuhalten. 2e bereitwilliger sich die gesamte Bevölkerung in den Dienst der Zählung stellt, desto mehr steht

* Gießen, 22. Mai. Ein Obergrenadier des hiesigen Regiments befand sich im letzten Herbst beim Wachtkommando des Truppenübungsplat­zes Ohrdruf. Anfang November wurde dort das Erntefest gefeiert, an dem er teilnahm. Er trank nach seiner Angabe zwei Glas und zwei Schnäpse und verzehrte ziemlich viel Kuchen und Süßigkeiten. Als er morgens um 6 Uhr nach seinem Quartier ging, war er, wie er selbst behauptet, nicht betrunken. Da­gegen wurde es ihm infolge des reichlichen Genußes von Sübigteiten übel, so daß er noch einige Zeit an die Lust ging. Als er sich dann erbrochen hatte, wollte er sich ausziehen und ins Lett legen. Hierbei wurde es ihm, wie er angibt, schlecht, und er sank be­wußtlos zu Boden Tatsache ist, daß ihn ein Kame­rad etwa 1lj Stunden später unter seinem Bett liegen sah und ihn, da er ihn nicht wachbringen konnte, in halb cngcHeibetem Zustande in fein Bett legte. Um 10 Uhr erschien ein Unteroffizier, um sich

Keine Rächt war noch so dunkel, der nicht obgesiegt das Licht!" Anastasius Grün.

1. Käthe, 2. Esche, 3. Iris, 4. Relle, 5. Eisen, 6. Reapel, 7. Andersen, 8. Chiton, 9. Tiger, 10. Wiese, 11. Asien, 12. Raspel, 13. Oliere, 14. Orgel, 15. Chabrier, 16. Stolq, 17. Ortho­graphie, 18. Dachstuhl, 19. Uri, 20. Ransen, 21. Korund, 22. Efendi, 23. Ludwig.

durch Anfügen von Kops und Fuß die angedeute­ten Wörter zu bilden. Es ergeben alsdann die Köpfe und Füße, zusammengereiht, erstere von vorn nach hinten, letztere von hinten nach vorn ein christliches Fest.

Silbenrätsel.

af ban bis de den cd) eis cm frei) gau i fc mo müh naph ol rcl schee se son tag tha tot ur zeit zenl

Aus vorstehenden 26 Silben sind 13 Wörter mit nachfolgender Bedeutung zu bilden. Richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn gelesen ein Sprichwort: 1. Mohammedani­sches Bethaus. 2. Tonzeichen. 3. Sumpfvogel. 4. Amphibie. 5. Erdöl. 6. Seutfdier Dichter. 7. Held. 8. Stadt in Mähren. 9. Periode der Erdgeschichte. 10. Aerztliches Instrument 11. Stadt in der Provinz Sachsen. 12. Stadt in Hannover. 13. Katholischer Heiliger.

Rätsel.

Er sprach's, als er das Buch gelesen, Das ihm gefiel gar wunderbar: Sie sprach's, als sie verreist gewesen, Erzählend, wie's gc efen war.

Zwei Worte sind's, die wir vernehmen, Gibt sich Behagen uns bekannt: Doch, wo sich Menschen ärgern, grämen, Da sind die Worte stets verbannt. Zieh' sie zusammen, und gewaltig Spricht es zu dir, ein hehres Lied, In Form und Inhalt vollgehaltig, Bom Hauch der Poesie durchglüht I

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Spanien und Frankreich in Marokko.

' Don unserem ständigen v. U.-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!!

Madrid, im Mai 1925.

Durch den Vorstoß Abd el KrimS gegen Frankreich ist daS gewaltige sranzösische Kolo­nialreich im Horben Afrikas in feiner empfind­lichen Flanke bedroht. Indirekt wird dadurch die beifle M i 11 e l m e e r f r a g e berührt, und feine einzige der Großmächte, die im Mittel­meere und an der Straße von Gibraltar vitale Interefsen zu verteidigen haben, kann der Weiter­entwicklung der Dinge mit gekreuzten Armen zulchauen. So kann sich der Riskrieg zu einem großen weltpolitischen Ereignis ausdehnen, der seine Schatten auch auf die Ordnung der Dinge in Europa werfen wird.

Abd el Krim, den Spanier und Franzosen nicht anerkennen und einen Rebellen nennen, hat sich zum Ziel gesetzt, al« Kalif in Fez auS- gerufen zu werden und das morsch gewordene Maurenreich, unabhängig von allen Intriguen und europäischen Herrschaftsgelüsten von den Tiefen der Sahara bis zu den Säulen deS Herkules wieder aufzurichten. Es ist ein kühner Traum, der wahrscheinlich immer ein Traum bleiben wird, aber e« wird blutige Arbeit kosten, bi» Rlfkabylen zum Frieden zu zwingen. Die Rifberber haben im Lause der Jahrhunderte und Jahrtausende nie unter fremder Botmäßigkeit gestanden Ihr zerklüftete« Berg land blieb für bic Eroberer der Welt eine uneinnehmbare Feste. Die Derber sind auch heute wild, grausam und kriegerisch Die Sitten (Suro^a^ verachten sie. da« Christentrnn hassen fte und jedem Missionar, ber sich zu ihnen in die Felsenlandschaft wagen wollte, wird ohne Erbarmen der Kopf abge- fchnitten. Sie sind im europäischen Sinne Bar­baren geblieben. Riemand aber wird verneinen, baß Abd el Krim zu den ganz großen Persön- llchkeiten gehört, die den Lauf des Weltschicksals zu beeinflussen vermögen

Fast fünf Jahre hat er mit mehr ober weniger Erfolg gegen Svanien gekämvst. Spa- ni-che Kolonialarmeen umlagern auch heute noch bas Ris, aber ebenso ungebrochen wie am Anfang be« Kampfes steht er heute da: ja, in der ganzen muselmanischen Welt ist sein Rnme als der eines Helden bekannt, und bis in die Moscheen Indiens wird für ihn gebetet. Wenn Abd el Krim nun den Vorstoß gegen Frankreich gewagt bat. so wird er das nicht getan haben, ohne das Kräfte­verhältnis emigermaß'n abzuschätzen. Er kennt

Sahara, die Araber um Fez, M^guinez und Rabat ihm anschließen und den Kamps geaen Frankreich aufnehmen werden. Das Herz Ma­rokkos ist ein wildes Gebiet, die französischen Truppen müssen auf Wüsten wegen und im Sonnenbrand marschieren. Wasser und Lebens­mittel fehlen, und hinter jedem Steinblock können Feinde lauern, die die Kolonnen aus unsichtbarer Ferne beschießen und dann verschwinden, ehe man sie entdeckt hat Gewöhnlich aber lassen die Rifkahtzlen größere Kolonnen unangefochten vor- bcimarf<bieren und versuchen die nachfolgenden Proviantzüge abzuschneiden und zu vernichten, so daß die vordringenden Truppen dem Unter­gang geweiht sind.

Eine weitere Schwierigkeit für die Franzosen besteht darin, dah sie in diesem Kolonialkriege fein besonderes Vertrauen in die nordafrikanischen Kolonialtr uppen und in die Fremden­legion sehen können. Ein Teil dieser Truppen soll bereits, wie aus spanischen Quellen ver­lautet. zu Abd el Krim übergegangen fein. Es mag darin Uebertreibung liegen, aber es wird von vielen Seiten bestätigt, daß sich europäisch geschulte Soldaten im Feldlager der Kabylen be­finden und die Operationen nach den neuesten Kriegserfahrungen leiten. Diele der eingeborenen Marokkaner sind ja von den Franzosen selbst während des Weltkrieges geschult worden, sie richten nun die Waffen gegen die eigenen In­strukteure.

Im Vergleich zu den Spaniern haben die Franzosen geringere Terrainschwierigkeitcn zu überwinden, denn das eigentliche Rifmassiv liegt in der spanischen Interessensphäre. Als Opera- tionsbasis besitzen die Franzosen die große Heer- ober Karawanenft raße, die fich von Rabat über Meines. Fez. Tasa. Msun. Guerfi und Tauritt erstreckt. Aber auf dieser weiten Strecke fehlen die Zufuhrwege, und die Ver- proviantrerung der Truppen, namentlich von seitab schweifenden Erkundungszügen. wird oft unmög­lich. Spanische Fliegeroffiziere berichten, daß auch die Verwendung von Flugzeugen in Marokko auf grcße Schwierigkeiten stößt. Am überhaupt etwas erfunben zu können, muß sehr niedrig geflogen werden, d. h. im Bereich der treffsicheren Ris- fchützen. Die atmosphärischen Verhältnisse sind sehr ungünstig, überall stößt man auf sogenannte Luftlöcher, und das Landen bringt stets große Gefahren. Die Spanier, die ja im Rifkriege eine große Erfahrung besitzen, meinen, daß es den Franzosen wohl schließlich, dank ihren über­legenen Kräften, gelingen wird, siegreich vorzu­dringen. daß sie aber die gewonnenen Positionen nur unter fortdauernden Opfern an Blut und Geld werden halten können.

Trotz des gemeinsamen Gegners bestehen bis­lang zwischen Spanien und Frankreich keinerlei Abmachungen über ein gemeinsames Vorgehen, eine Tatsache, die in diplomatischen und politi­schen Kreisen Madrids sehr bemerkt wird. Es ist den Franzosen mrmöglich, ohne diplomattsche Komplikationen heraufzubeschwören. in die spa­nische Interessensphäre, in der das eigentliche Ris liegt, einzugreifen. So kann denn Abd el Krim ständig ans dem spanischen Gebiet neue

Volks-, Berufs- und Betriebszählung.

Von der Hessischen Zentralstelle für die 2an- desstatistik wird unS geschrieben:

Am 16. Juni findet seit langer Zeit zum erstenmal wieder eine umfangreiche Volks-, Berufs- und Betriebszählung statt. Die letzte war im Jahre 1907. Rach den großen Umwälzungen der Kriegs- und Rachkriegsjahre sind überall die Maßstäbe zur Beurteilung unserer wirtschaftlichen Verhältnisse verloren ge­gangen, und es besteht deshalb ein dringendes Bedürfnis nach einer gründlichen Inventur. Die Umstellung der Kriegs- auf Friedenswirtschaft ist nun so weit fortgeschritten, dah man eine Bestandsaufnahme wagen kann. Sie wird als Grenzscheide zwischen dem alten und neuen Deutschland von allergrößtem volkswirtschaftlichen und wissenschaftlichen Interesse sein. Aus diesem Grund ist sie auch umfassender als alle bis­herigen derartigen Aufnahmen, und stellt an die Bevölkerung sowohl wie an die Zähler und Bearbeiter der Zählung große Anforderungen.

Gezählt wird: 1. die Bevölkerung, und zwar jede einzelne Person: 2. die Betriebe, landwirt­schaftliche sowohl wie gewerbliche, auch solche von kleinstem Umfang. Die Bevölkerung wird mittels einer Haushaltungslifte ersaßt, die Be­triebe mittels Landwirtschafts- und Gewerbe- bogen.

Hier sei zunächst einmal nur von der Haus­haltungsliste die Rede. Wie bei allen Volkszäh­lungen sind darin Angaben für jede zu der er­faßten Haushaltung gehörige Person zu machen. Die Art der Erfragung ist aber eingehender als bei den früheren Zählungen. Sie erstreckt sich auf: 1. Vor- und Zuname, 2. Stellung im Haushalt (ob Vorstand, Ehefrau, Kind, Dienst­mädchen usw.), 3. Geschlecht, 4. Geburtstag und -jahr, 5. Staatsangehörigkeit, 6. Muttersprache (außerdem bei fremder Muttersprache, ob Deutsch verstanden wird). 7. letzter Wohnsitz vor dem Kriege (Gemeinde und Landesteil). 8. Religion, 9. Beruf (möglichst genau, also z. D. nicht Kauf­mann, sondern Lederhändler) und Stellung im Beruf (ob selbständig, Angestellter, Arbeiter (Ge­selle), 10. Ort und Raine der Firma und Art des Betriebes, in dem der Betreffende seinen Beruf ausübt (ob Bauerngut, Farbenfabrik usw.), 11. ob arbeitslos bzw. arbeitslos wegen Krank­heit, 12. Rebenberufe und Stellung im (Heben* beruf.

Bei der hohen Bildungsstufe unserer De- völlerung steht zu erwarten, daß auch diese Zählung trotz ihrer großen Anforderungen ge­lingen wird. Immerhin darf noch einmal die Bitte ausgefprodien werden, nicht durch Gleich-

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