Nr. 93 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)Mittwoch 22 Zipriiiy^
Die Sicherheit.
Wem im Wust der Parteiprogramme nicht der Blick für die weite Welt getrübt ist, der muh in den letzten Wochen die Beobachtung gemacht haben, doh die Sichcrhettsverhandlun- gen und jede Lus'ichl auf eine friedliche Verständigung heute mehr denn je gehemmt und verdüstert werden
Die Offcnlalfimg der deutsch-polnischen Dren?, fragen war dabei lediglich der Anstoß y.i Konferenzen, Verhandlungen von Stadt zu Stadt und zu Intriguen der Tschechen, Polen, Rumänen. Jugoslawen und derer, die geographisch an den Meeruscm im Vörden, Süden und Südosten liegen. Es ist überflüssig zu untersuchen, ob zuerst das Vermächtnis des polnischen 3agel(o oder das ehrgeizige Strebertum des 5)errn Dcnesch das Llusspinnen der gegen Deutschi n) gerichteten Vetze begonnen hat. 3m selben Zeitlauf [ft im Hirn des tschechischen Außenministers der Plan eines geschlossenen mittelöstlichen Europas aufgetre en und hat in Riga eine Konscrenz maßgebender Militärs der polnischen Republik und der stärkeren Vandstaatcn stattgesunden. Der Erplosionsherd kann also füglich mit den tschechisch-polnischen Warben beslaggt werden, so groh die ®cflenfär,c zwischen Prag und Warschau in mancherlei Hinsicht auch noch sein mögen. Die Expansion der beiden Staaten nach Vörden und nach Süden, wie wir sic seit Austauchen des SicherheitsplancS beobachten, liegt in dem Fiasko begründet, das Polen zu Anfang ks. 38. auf der Helsing'orsec Außenmtnister-Konserenz politisch erleiden muhte und in der Gefahr für die Tschechci und Polen, durch daS Ab gleit en des sranzösischen Franken, die Pariser Regierungskrise und ein gewisses deutsch- englisches Einvernehmen in eine noch gröbere 3solicrtheit zu kommen. Wenn wir über unsere Ostgrenze möglichst wenig gesprochen haben, so spricht das nur für die Wahrhaftigkeit deutscher FriedenSbeftrebungen. Wenn dagegen von der anderen Seite her Themata berührt werden, die von uns unter Berücksichtigung der übergroßen Gereiztheit unserer Vachbarn vorerst noch gar nicht aus den Schubfächern gezogen werden, so bleibt doch die Frage offen, wer heute eigentlich der Ruhestörer ist.
WaS Frankreich im Westen in diesen Tagen wieder dank eigenen Verschuldeirs ertragen muh, das steckt seinen befreundeten Trabanten im Osten als Krankheitskeim ebenfalls in den Gliedern. Anstatt aber die Wege zu gehen,
auf die die Pariser Politik, ob sie nun will oder nicht, in beinahe absehbarer Zeit doch gedrängt werden wird, schreitet man im Osten in den Fuhstapsen der Kriegsrü- st u n g e n gegen uns mit kindischem Leichtsinn weiter. Die Rigaer Konferenz, die zuerst vollkommen verschwiegen werden sollte, hat sich, wie eine in diesen Fragen offenherzige Presse erfahren und mitgeteilt hat, keineswegs nur mit Riihland besaht. Die eine Seite, und sicher nicht die schwächere, richtete sich g c g en Deutsch- land, und will man den offiziösen Auslasfun- ben der Balten- und Polenpresse glauben, so hat Polen diesmal den militärischen Vutzcn gehabt. Unverständlich bleibt bei allen diesen Vorgängen immer wieder nur, dah England sich nicht dazu entschlichen kann, seinen wirtschaftlichen Einfluh im Baltikum auf die Politik, deutsch gesprochen gegen die sranzösischen Diplomatenkünste, auSzudehnen. Und die lassen sich in der letzten Zeit ebenfalls auch in der Memelfrage vernehmen, so dah man angesichts der westeuropäischen Debatten mitunter zu glauben versucht ist der nächste Osten liege weit, weil in den Wüsten.
Diesen Künsten spielen auch 'Versuche gewisser polnischer Kreise in die Hand, eine Erweiterung der Klei nen Entente durch den Beitritt Polens zu erzielen. Dah die Staaten der Kleinen Entente selbst die Propagandatrommel für diesen Zweck rühren, braucht nicht gesagt zu werden. Vein, es ist um die Sicherheitsdebatte durchaus nicht so still geworden, wie manche Osterhasen das in Voten sehen. Was soll man bei Betrachtung der Bauarbeiten am östlichen Festungswall gegen Deutschland — es muh u. a. doch auch zwischen Deutschland und Ruhlaird ein Keil gejagt werden! — schliesslich sagen, wenn auf der Tagung der Christlich- Sozialen in Graz Bundeskanzler a.D. Seipel von den Möglichkeiten einer Veuorientie-
Der Ueberzieher.
Von 3ulius Kreis.
Es war ein wunderbares Erenrplar seiner Gattung: Mild, von köstlichem Schnitt, auserlesen grüner Sarbe und talergrohen Knöpsen.
Ich war verliebt darein.
11 nb verliebt wie ich war, ging ich mit ihm ins (Safe.
Alle bewunderten mich bariit .Und beneideten mich.
3d) war ein eleganter Mensch geworden.
Zärtlich hing ich ihn an den Haken.
Dann spreite ich Sechsundsechzig und gewann. Merkwürdigerweise' Wo ich doch so viel Glück in der Liebe mit meinem Ueberzieher hatte.
Dann las ich die 3ournalc.
Heber dem Strich, unter dem Strich, besah die Bilder und spielte dann eine Partie Billard.
Dann zahlte ich und wandte mich meinem Ueberzieher zu.
Er war weg. — Verschwunden.
Vremand wußte von nischt.
Die Kassierern beteuerte mit erhobenen Schwurhänden ihre Unschuld.
Das Diermädchen fuhr mit einem Besen unter den Servierkasten, vielleicht..
Der Pikkolo bohrte teilnahmsvoll in der Vase.
Der Herr Direktor rieb verbindlich die Hände und sagte, es sei ihm kolossal unangenehm. 3n feinem Lokal wäre so was...
Und der Zigarrenmann sagte mit der Unverfrorenheit. die diesen Leuten eigen ist: Ham denn Sie Überhaupts oan' g habt ?
Also, der Ueberzieher war futsch.
Wer folllc unter 600 000 Menschen, du Vororte nicht eingerechnet, den Dieb heraussinden?
3d) resignierte.
Und erstand einen neuen, noch viel milderen, kösllicheren, braunen Ueberzieher und war ganz verliebt darein.
Dann ging ich mit ihm ürs Cafs.
Und hütete ihn mit ArguSaugen.
Wie ein Pascha seine Lieblingsodaliske. wie der Drache den Nibelungenhort, wie ein Back-
rung Oesterreichs spricht, einer Heuoriem tierung. wie sie schon lange im Dusen der Herren im Völkerbund, der Diplomaten vom Schlage Bencsch, Bratianu. Poincarö und auch Herriol Hofsnungen nährt? Ob Dr. Serpcl wirklich auf Donausöderation hinstrebt, ob ein deutschkatholischer Staat ihm am Herzen lieg', das zu beurteilen, wird man bis zum Eintreffen des Wortlauts der Rede noch in Frage stellen müssen. Seine Rede vor kurzem in Köln hat allgemein verdutzt, die in Graz nicht weniger.
Der Aufstand in Südwest.
Die seit Jahren zum Ausbruch drängende aufrührerische Stimmung der Eingeborenen unseres ehe- maligen Schutzgebietes Südwestafrika hat zu einer offenen Erhebung der Bastards von Reh 0 - b 0 t h geführt, denen sich auch andere Farbige an- geschlossen zu haben scheinen. Damit tritt zum zwei- len Male — der Bondelaufstand vom Mai. Juni 1922 kam aus der gleichen Wurzel — das Ergebnis einer saft zehnjährigen Eingeborenenpolitik ans Licht der Oeffentlichkeit, die stets von deutscher und z I. auch von südafrikanischer Seite scharf verurteilt worden ist: ein angeblich eingeborenenfreundliches. tatsächlich aber höchst verderbliches Buhlen um das Wohlwollen der Farbigen, das zu ganz willkürlicher Anwendung der Gesetze führte, und das manchen Unterbeamten, in dem Streben, trotzdem eine gewisse Ordnung in seinem Bereich zu schaffen, veranlaßte die Gewalt in seine eigene Hand zu nehmen. Der südafrikanische Erstminister Hertzog steht sich heute plötzlich vor der ilkotwcnbig- keii, einer sehr bedenklichen Lage Herr zu werden, die fein Vorgänger, Smuts, durch englische eingestellte Beamte geschossen hat. Die böse Waffe, mit welchem man dem deutschen Wirtschaftsleben Südwests schwere Wunden schlagen wollte und geschlagen hat, wendet nun ihre Schärfe gegen die Hand, welche sie führte!
Als die Bastards vor saft genau 10 Jahren sich auf die ecitc der Union schlugen, taten sic das vorwiegend in der Furcht, sonst von den anrüden- den Massen der Unionstruppen zertreten zu werden und ihr Stammcsgebier zu verlieren. Sie lernten jedoch bald ihren Irrtum erkennen und versuchten sowohl 1916 wie 1917 — als man in Südafrika einen deutschen Sieg für noch recht wahrscheinlich hielt — den über sie gesetzten füdafrifa- nischen Beamten offen Widerstand zu leisten, nach dem Lorbilde Mandumeo, des aufständischen Ovombohäuptlings. Der Statthalter des Landes, Sir Howard Gorge s, beantwortete diese Widersetzlichkeiten, indem er den Befehl gab, daß Schwierigkeiten mit den Bastards unbedingt zu vermeiden seien. Wenn damals ein Bastard wegen Uebertre- tung des Wasfengesetzes oder der Seuchenverordnungen bestraft war, genügte es meist, dost der Bestrafte nach Windhuk fuhr, um frei zu kommen. In jenen Jahren stand das ganze farbige Rehoboth im Zeichen reichlichstem Schnapsoerbrauchs, viele Hereros ließen sich dort einbürgern, mancher arbeitsscheue Diehdieb fand hier Unterschlupf. Trotzdem erklärten die Bastards um die Zeit der Fine densoerhandlungen auf eine Anfrage der Regierung hin, daß sie lieber wieder unter deutscher als unter südafrikanischer P 0 - 1 i 3 c i stehen wollten. Bon neuem versuchte General S m u t s daraufhin, sie durch Zuckerbrot zu gewinnen. Er gewährte weitere Freiheiten, die natürlich für die weißen Bewohner des Rehobother Bezirks zugleich neue Unfreiheiten waren, er nannte die Bastards bei einem Besuche Rehoboths am 31. Oktober 1919 die Bundesgenossen der Unionsregierung und gab sich anderthalb Jahre später öffentlich den Titel eines „großen Freundes der Bastardgemeinde". Sogar noch im Oktober 1922 versprach der damalige südafrikanische Ocncralgou- verneur, Prinz Arthur von Eonnaugth. den Bastards volle Regienmgsfreiheit. Kann man sich wundern, wenn ihnen daraufhin der Kamm von Jahr zu Jahr immer mehr schwoll?
Mit der sich steigernden Verarmung kam dann die Ernüchterung auch in politischerBeziehuug. Die ehemaligen Bundesgenossen fielen aus allen Himmeln, als der Landesverwaster, Herr Hosni a y r, im Mai 1923 Verhandlungen wegen eines „Schutzoertrages" einleitete. Mehr als < des Stammes lehnten ihn ab, doch gelang es der Verwaltung, anscheinend durch Bestechung, eine Unterschrift des Vertrages herbeizuführen und ihn am 1. 10. 1923 dem Namen nach in Kraft zu setzen. Der Bastardstamm spaltete sich infolgedessen und die Zustände im Bezirk, der in landwirtschaftlicher Be
fisch das Bildnis des Operntenors mit eigenhändiger Unterschrift.
Alle bewunderten mich.
Und ich hütete ihn.
Immer zwischen zwei Zellen Zritungslcktüre warf ich einen Blick auf ihn.
Da — da - Teufel nochmal: Da wandellc mein grüner Ueberzieher. der Verflossene, elegant. unbekümmert durch die Schar der Gäste.
Er und lein anderer.
3d) stürzte auf den Träger zu und faßte ihn beim Kragen. . .
Erlauben Sw. Herr, mein Ueberzreher!
Ich sagte es furchtbar energisch und ziel- bewußt.
Der Herr mit meinem Ueberztehcr drehte sich um.
Sind Sie verrückt?! —
Also frech auch noch!
Ich sagte nur: Schuhmann!
Der Herr schüttelte den Kops:
Also wirklich verrückt!
Mir schwoll die Zornesadcr.
Die Gäste erhoben sich ssnsatronsfroh von den Tischen und liehen den Leitartikel im Stich.
Der Direktor kam und rieb sich verbindlich die Hände.
Aber meine Herrn'
Das Dicrmädchen riß sämtliche Gclichtsöfs- nungen au*.
Der Pikkolo bohrte erregt in der Vase
Ich schrie: Mein Ueberzieher!
Der Direktor verdolmetschte cs dem Herrn und sagte zu ihm: Herr Rechnungsrat und es sei ein Irrtum meinerseits.
Der Herr- Rechnungsrat schlug den Ueberzieher zurück und zeigte die Firma. — Es toar nicht meine.
Und zeigte das Futter.
Cs war nicht das meines Ueberziehers.
Ich hatte mich geint
Die Gäste lächelten der Direktor rieb lächelnd die Hände, der Pikkolo bohrte lächelnd in der Vase. -
Schach-Ecke.
Bearbeitet von W. Orbach.
Alle lür die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredakiion des .Gießener Anzeigers".
Problem Nr. 8. Don Ph. Klett.
h
e
8
8
6
6
5
5
3
2
a b c (I e
Weih:
Schwarz: decke
Matt in zwei Zügen.
Weih: 5 Steine. Kf7, De3, Lb5, c5, Ba3.
Schwarz: 4 Steine. Kd5, Sd2, Bb6, e5.
Nus der Lchachlvclt.
Die städtische Kurverwaltung von Marien- bad veranstaltet vom 23. Mai bis 7. Juni 1925 in den Räumen des Kurhauses ein internationales Schachturnier, mit dessen Organisation und Leitung sie Herrn 3. Gunsberg aus London betraut hat. Es werden hierzu 12 Spiller zugelassen. Die Preise betragen: 1. 5000 Kr. 2. 3500. 3. 2000, 4. 1500. 5. 1250. 6. 1000 Kr. Die Richtpreis- träger teilen 4000 Kr Anfragen sind zu richten an den Leiter Herrn 3. Gunsberg, 7 Tyson Rd. Forest Hill London S. E. 23.
R. R 6 ti b sindet sich auf der Heimreise von Argentinien nach Wien. 3m Automobilklub zu
Eao Paulo spielte er am 7 Februar. 29 'Partien ohne Ansicht des Brettes, wonon er 20 g.tra.m, 1 remis machte und nur 2 verlor. (Eine Glanzleistung )
Problem Nr. l>.
Studie von D. Horwitz.
Schwarz:
a b c d c f ß h
ab edel g h
8
8
6
6
5
5
2
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1
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Weih:
Weih zieht und gewinnt.
Ein sehr wenig bekanntes Meisterwerk von verblüffender Pointe.
Weih: 7 Steine. Ke2, De3, Tb6, h4, Bb3, b5, h3.
Schwarz: 7 Steine. Ka7, De7, Te6, HG, Ba6, b7, c5.
1. TböxeG. ThGxcG; 2. b5-b6+, Ka7xb6;
3. Th4-h6! und gewinnt.
1 . . . . K-; 3. Th4-hS+ und gewinnt.
1 De7xe6; 2. Th4xh6 und gewinnt
Lösung des Problems Ar. 7.
1. Dh8! 1. Sa5 oder Sb4 oder d4 ober c5
2. La6+-h
1 Sa7, 2. Sc7 + + .
1 Sb8, 2. Sbö+-r.
1 Sd8 ober c7, 2. Dal-r+-
Ziehung einer der besten des Schutzgebietes ist, rour- I den immer unhaltbarer. Am 1". Dezember 0. Is. I versuchte die Negierung plötzlich, durch eine Ver- | orbnung alle Gewalt in die eigene Hand zu bekommen, aber der tatkräftige Anlauf nahm schon nach wenigen Wochen ein klägliches Ende, indem die verstärkte Sicherungspolizei ohne sichtbaren Grund plötzlich eingezogen wurde. Arn 14. Januar d Is. wählte die unzufriedene Boflardmehrheit in schroffer Uebertrctung jener Verordnung einen neuen Kapitän, der die Einordnungen der Regierung einfach unbeachtet ließ. Und Herr Hofmaiir verlegte fich erneut aufs Verhandeln!
Mit vollem Recht wies die Luberitzbuchter Zeitung bereits am 2. 2. darauf hin, daß nun neue Widersetzlichkeiten und eine gewaltsame, langwierige und Aufsehen erregende Auseinandersetzung mit den Bastards nicht ausbleiben könnten, eine Voraussage, die ja inzwischen leider eingetroffen ist. Damit hat eine Aufstandsbewegung begonnen, deren Ende noch gar nicht abzuschen ist, zumal da auch schon seit Jahren rührige Werber für die Allnegerbewegung auf den großenWerften von Windhuk und Lüderitzbuchl und im weiteren Südafrika wirken.
Turnen, Sport und Spiel.
Vom Rudersport.
Man berichtet uns: lieberaU an unserer schönen Lahn oberhalb Öee* Wehres an der Schühlerschen Bleich: regt sich in den Bootshäusern emsiges Treiben. Die Sportboote werden. soweit noch nicht geschehen, kampftüchtig gemacht und auch der Rudcrsmann ist aus seinem „Winterschlaf" erwacht. Der Ruderklub „Hassia" 19 06 hat die Zeit des „Winterschlafes" daju benutzt, seine aktiven Mitglieder durch sorgfältig s W'-t' ; *i“im ii de E'mz-l-
heiten und Feinheiten der Rudertechnik einzu- weihen und auch die Muskulatur des Körpers auf einer gewissen Höhe zu halten. Die Früchte de» von allen Teilnehmern eifrig betriebenen Wintertrainings sollen sich nunmehr im kommenden Sommer bei dem Besuch von Regatten zeigen. Es muß durch weiteres eifriges :Sralliieren noch eine gewisse rudrrsportliche Ausdauer erreicht werden, denn die Konkurrenz wird immer schärfer und nur derjenige darf auf Erfolg hoffen, der sich durch regelmäßiges Training feines .Körpers die nötige luderfportliche Ausdauer jetzt bei Beginn und im Lause der Rudei faifon noch aneignet. Bei dem Ruderklub Haslia haben sich ca. 45 Ruderer zum Training verpflichtet. und es ist zu hoffen, dah bei der umsichtigen Vereins- und Ruderleitung die sportlichen Erfolge nicht ausbleiben werden. Auch ist cs dem Verein gelungen, feinen Dootspark durch Anschaffung eines Rcnnachters. Rennvierers und Gigvierers ansehnlich zu vergrößern. Er verfügt nunmehr über eine Flotte von 2 Rennachtern.
3 Rennvierern. 3 Gigvierern, 1 Schulboot und 2 Einer-' mit den erforderlichen R einen in doppelter Anzahl. Zu den allabendlichen llcdunzs- fahrten gehen demnächst nacheinander ca 12 Vierer und 2 Achter zu Wasser.
(Hießcner Schw uimvereiu.
In Ergänzung unsere- kurzen Berichts vom Montag über die Erfolge her Gießrnrr Schwim-
Korpulenz macht alt, verunstaltet die Körpersormen und ist auch ungesund. Wir raten Korpulenten und allen zum Starkwerden Veranlagten, in derApotheke 60odcr 30 Gramm echte Toluba-Keme zu kaufen, die unschädliche Stoffe von lettzehrender Wirkung enthalten. Sicher: llniversitäts-Apotl). ,,Zum goldenen Engel".
Der Herr Rechnungsrat durchbohrte mich mit einem Blick, dah feine Brillengläser zersprangen.
Ich stammelte Entschuldigungen und gmg geknickt und belächelt an meinen Platz zurück. — Fort! Vur fort von dieser Stätte.
Ich mblte und griff nach meinem neuen braunen lleberzieher. - --
Gi war weg! — Verschwunden
Viemand wußte von nischt.
Aller Augen waren ja auf das Zwischenspiel gerichtet gewesen.
Die Kassiererin beteuerte ihre Unschuld. Das Biermädchrn luchte in dem Papierkorb nach dem Vermißten. Ser Pikkolo bohrte teilnahmsvoll in der Vase.
Der Sirchor rieb verbindlich die Hände und bedauerte kolossal
Die Gäste lächelten.
v lind der Zigacrenmann fragte: Ham denn Sie überhaupts oan' g'habt?
Ich gab ihm eine Ohrfeige und würde aus dem Lokal entfernt.
Dann ging ich zur Zeitung und lieh eincücken: Jener Herr, der erkannt wurde
Aber er hat es trotzdem vorgezogen, sich nicht zu melden. —
Denn Sie einen Herrn im lleberzieher im Lokal fitzen sehen. — das bin ich —
-künstliches Hunkwetter.
Daß die Witterungsocrhälrnisie auf den Rund empfang und überhaupt auf den drahtlosen Verkehr einen sehr tiefgehenden Einfluß ausüben, ist über jeden Zweifel erhaben. Daß aber für die Güte des Empfanges, wie dies gegenroärtg angenommen wird, des „5 u n ? m c M c r" auf der ganzen Strecke maßgebend fein folllc, hat sich auf Grund neuerer Versuche als Trugschluß erwiesen. Dr. M- M. Ha iisdorff hat nämlich gezeigt, daß — von wirklichen Gewittern abgesehen — das Wetter in Pem trennenden Raume zwischen 'Aufgabe- unb Emp'angssration, 'ur Distanzempiang keineswegs in Betracht kommt, daß vielmehr nur Die Temperatur- Verhältnisse cm Empfangs- und in gewissem
Grade auch r>r am Gebe Ort sind --
Auf dieser Grundlage hat Hausdorff nun cm Verfahren zur künstlichen Beeinflussung des Funkwetters ausgearbeitet: Er bringt an der Emp> fangsantetme geeignete Kühlvorrichtungen an, die eine Erdung durch geeignete Isolierung vermeiden und die Temperatur der Antenne unter Null halten. Umgekehrt ist an der Sendeantenne eine Heizvorrichtung, z. B. eine geeignete Wider- stanbshei^mg, angebracht, die den Lustleiter bis nahe an, ja sogar eventuell über den Siedepunkt von Wasser erhitzt. Um nicht nur di«* natürlichen Tcmperaturm-rhättnisse, sondern auch die Lustseuch- tigfeit künstlich nachzuahmen, bringt Housdorsf auch Berieselung?- oder Benebelungsoorrichtungen an, die eine willkürliche Befeuchtung und noch weitergchende Temperaturregelung gestatten. Das Verfahren läßt sich am Emptangsorte nicht nur für eigentliche Antennen (und zwar fowohl für 'Außen wie auch für Innen oder Rahmenantennen), fon* bern auch für alle beliebigen Ersatzgebilde verwenden. Seine Bedeutung beruht darauf, daß man künftig nicht mehr von den Lannen der Witterung abhängig ist, sondern sich selbst bas günstigste ..Funkwctter" wirb schaffen können. Der einzige unsichere Faktor, mit dem hierbei immer noch zu rechnen ist. sind die, wenigstens im Sommer, r-*t seltenen Gewitterbildunger
Ein „Strahkenhaus" in Bremen.
Ein besonderem Hau^ das ga ü d.-r Verwertung der Strahlen für die Hcilwifsenlchast gewidmet ist. wurde als T:il der städtischen Krankenanstalten in Bremen vor kurzem cingc- weiht Dieser Vciibau, der als f _Lb tändiges In- l'liiut auf dem Gelämd. der KranlcnanstaUen cr- richlct werden ist, soll, wie in der . Klinischen Wochei'.'ck 7-s," mitgct:i t wird, diag: c lifchen aib ther.'pcuti chen A-'grb n bien--' Bei b:r E n- Weihunq hielt der Leiter Prof. HanS Mryer ein. Zyklus von Vorträgen. ö?r von der Rcrd- westdeutschen Dermatologischen Gesellichast veranstaltet war.


