2 Tlhr in Wieseck ist, wo sie dann von den Empfängern in Empfang genommen werden können. Damit ist der Zustand erreicht, der vor allem von den hiesigen Geschäftsleuten seit langem herbeigesehnt wurde. — Für den A u tobe t r i e & macht sich weiter die Anschaffung von Handfeuerlöschapparaten notwendig. diese Angelegenheit wurde dem Betriebsausschuh ül erwiesen.
f. Klein-Linden, 21. Dez. Am Freitag hielt Dr. Sell, Chefarzt an der Eleonorenheil- statte für Lungenleidende, im großen Saale der „Deutschen Eiche" einen sehr interessanten Vortrag mit Lichtbildvorführung über die Bekämpfung der Tuberkulose. Am Nachmittag füllten die Schulkinder, am Abend die Erwachsenen den Saal. Der Redner erläuterte die Hauptursachen der Entstehung und Verbreitung der allgemein verbreiteten Krankheit und deren Bekämpfung. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen. — Ein bedauerlicher Ilngliicksfall traf einen jungen Mann, M. Müller, von hier im Rachbardorf Dutenhofen. DerseVe besuchte als Sangesfreund einen Ball dortselbst und stürzte infolge des Glatteises im Laufe der Rächt beim Heraustreten in den Hof so unglücklich, das) er in bewußtlosem Zustand am frühen Sonntagmorgen hierher zu seinen Eltern gebracht wurde. Schwere innere Verletzungen sind die Folgen des Sturzes. Erst am Sonntagmittag kehrte das Bewußtsein zurück. — Wie alljährlich, veranstaltete auch dieses Jahr am gestrigen Sonntag der Kleinkinderschulverein eine Weihnachtsbescherung für die kleinen Zöglinge. Die Mädchen wurden einheitlich mit einer Schachtel Spielzeug, die Zungen mit einem Pferdchen bedacht. Freudig erregt über das frühe „ Christ k in dchen" zog die kleine Schar mit ihren Eltern nach Hause.
O Alten-Buseck. 18. Dez. Heute siedelte Studienassessor Dr. Nicolai, der lange Jahre Lehrer in unserem Dorfe war und seinen Studien an der Universität Gießen oblag, mit seiner Familie nach Friedberg über, wo ihm eine Stelle an der Aufbauschule übertragen worden ist. Die freigewordene Dienstwohnung im sog. neuen Schul- Haus sott nun zunächst einer gründlichen Ausbesserung unterzogen werden. Sie ist feucht und ungesund. Die leider trostlosen finanziellen Verhältnisse sind daran schuld, daß der seit Jahren geplante Neubau immer noch nicht Wirklichkeit werden konnte. Die Raumnot ist so groß, daß unsere vier- klassige Schule nur drei Säle zur Verfügung hat. Man spricht übrigens jetzt ernstlich von dem nicht mehr länger aufschiebbaren Neubau eines großen Schulhauses.
Kreis Friedberg.
WSR. Friedberg, 19. Dez. Zu den Veruntreuungen in der Däckerge- nossenschaft des Kreises Friedberg erfahren wir noch, daß der Feh lbetrag sich ursprünglich sogar auf 150 000 Mk. belaufen und nur dank Dem Entgegenkommen her Gläubiger sich um 60 000 Mk. auf 90 000 Mk. ermäßigt hat. Zur Deckung des Fehlbetrages werden Schuldscheine ausgegeben werden. Atif diese Weise hofft man. daß die Sanierung der Genossenschaft in zwei Zähren durchgeführt werden kann. Der Verwaltungsapparat wird erheblich eingeschränkt werden. Die übrigen Geschäfte werden in Der bisherigen Weise weitergeführt.
WSR. Friedberg, 20. Dez. Der Kreisausschuß hat den Einspruch gegen die Bürgermeisterwahl in Ober mörlen zurück g e w i es en und die Wahl für gültig erklärt. Damit findet der Streit, der den Frieden der Gemeinde Obermörlen fast ein halbes Zahr lang bedrohte, gerade noch vor Weihnachten seine Erledigung.
gb. Butzbach, 20. Dez. Die gestrige, in diesem Jahre letzte Stadtverordnetensitzung wurde eine Dauersitzung von viereinhalb Stunden. Schuld an dieser außergewöhnlich langen Dauer trug, wie auch sonst meistens, der Stadtv. Oppenheimer (Komm.), der bei den zur Beratung stehenden zwölf Punkten nicht weniger als 2 4 m a l das Wort ergriff und dadurch die Beschlußfassungen verzögerte. Er erhob zunächst Einspruch gegen die Verausgabung von Z u - laßkarten an die Zuhörer. Der Bürgermeister erwiderte ihm, daß aus Platzmangel und zur Aufrechterhaltung der Ordnung diese Maßnahme notwendig geworden sei. Dann brachte er noch einen dringlichen Antrag zur Aufbesserung der
Franziska.
Roman von Lies bet Dill.
25. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
ilnö Mariot nahm, unbekümmert um diesen Kampf, das Vorspiel zum zweiten Akt auf. „Deutlicher das Fagott, mehr heraus, die zweite Geige gehalten und sehr weich. Zm ersten Takt kommen Sie auf zwei... Fräulein Rott..."
Die Bühne zeigte jetzt ein anderes Bild. Eben senkte sich ein runder, glasblauer Himmel herab, der die Bühne halbmondförmig umspannte, dann kamen die grünen Waldkulissen aus der Höhe, ein Mann in blauem Kittel brachte eine Moosbank, auf die sich Stephansberger gleich bequem, zum Schl.fen ausstreckte.
„Zetzt steht die Helle Stimmung, Herr Doktor", rief Der Regisseur. „Etwas mehr Mond- fchein, langsam, viel langsamer, wenn der Mond über dem Wald steht, kommen erst die Sterne. .Und sobald sich Fräulein Rott seht, die Abendröte."
„Also nochmals den ersten Akt", wiederholte Der hartnäckige Mariot, ohne auf Dekorationen und MondschÄn zu achten. „Ihren Einsatz, meine Herren, Der Baß kommt erst auf zwei, und Fräulein Rott kann sich, ohne sich etwas zu vergeben, etwas mehr Leidenschaft angewöhnen. die sich ja auch schließlich mit Der Würde einer Königstochter vereinen läßt... also..."
Franziska stand ruhig da, die Hand an Dem schmalen Lackgürtel, und wartete mit einem verächtlichen, festen Blick auf den Taktstock.
Dann trat sie vor die Rampe und als sie einsehte, bemächtigte sich Hasses sofort eine Mn» ruhe. Riemals konnte er ihr unbefangen zuhören, er fürchtete, sie würde detonieren, wenn sie gereizt und ermüdet war, neigte sie dazu. Es war ihm unmöglich, zu glauben, daß sie sich in diese einfach naive Rolle hineinzusetzen verstehen würde. Als sie aber jetzt mit ihren gefalteten Händen und einem Ausdruck von Reinheit und Glauben vor das Marienbild in der Kapelle trat und fang, löste sich in seinem Innern die Angst. Sie sah rührend aus, fast kindlich, sie fang To rein wie selten, ihre Stimme hatte das Merkwürdige, daß ihre leisesten Töne doch das große
städtischen Finanzen ein, der aber spater, weil nicht aus der Tagesordnung stehend, nicht beraten wurde. Hierauf wurde in die Beratung der einzelnen Punkte eingetreten. Oie M i e t v e r - träge der mit städtischem Zuschuß erbauten Wohnungen bedürfen hinsichtlich der Mietpreis- f e st s e tz u n g der Zustimmung der Stadtverordneten. Die Versammlung genehmigte die abgeschlossenen Verträge. Zur Vervachtung der Jagd im Hospital st rauch aus der Hand ist einstimmiger Beschluß erforderlich. Dies war bei der Vergebung aus der Hand nicht geschehen. Die Ver- sammlting genehmigte nachträglich einstimmig die Verpachtung zum Preise von 350 Mart an die Herren Möser und Lange aus Frankfurt a. M. In Der Großen Wendelgasse sind die vor den Häusern der Besitzer Heller und Luh gelegenen Straßenparzellen zum Ortsstatut zu erwerben. Die Versammlung beschloß den Erwerb zu dem festgesetzten Preise von .50 Pf. für den Quadratmeter. Es bietet sich Gelegenheit, das Wohnhaus T a u n u s st r a ß e 29 von der Bamag - M e - guin - A. G. käuflich zu erwerben. Die Versammlung beschloß den Ankauf dieses Hauses zum Preise von 14 000 Mk. vorbehaltlich Der GelDbeschaffung. Das Haus soll als Dienstwohnung des Bürgermeisters vom 1. Mai 1926 ab Verwendung finden. — Die ft ä D t i f d) e n O b ft b a u m a n l a g e n am Schrenzer und Ebersgönfer Weg sollen durch 'Anpflanzung von ca. 250 Aepfel- und Kirschbaumen erweitert werden. Die Versammlung beschloß Die Beschaffung Der Bäume und bewilligte die Mittel in Höhe von 1000 Mk. Gemäß Beschlusses des Ge- meinderats vom 20. 1. 1925 sollte Die Durchführung des Feldbereinigungsverfahrens zurückgestellt und dafür das sog. Bau- land-Umlegungsve'rfahren Durchgeführt werden. Nach längerer Debatte beschloß Die Versammlung, entgegen ihrem Beschluß vom 20.1. D. I., Das durch Abstimmung rechtsgültig gewordene Feldbereinigungsverfahren durchzuführen, jedoch dieses vorläufig auf zwei I a h re z u r ü ck z u ft e l I e n. — Stadtv. Oppenheimer beantragte Abgabe von verbilligtem Holz an MinDerbe - m i t t e l t e und Gratisabgabe an Erwerbslose, und zwar sollen an selbständige Haushaltungen, bei denen Das Gesamteinkommen pro Woche 50 Mk. nicht übersteigt, 2 Meter Hartholz oder die entsprechende Ar.-ayl Wellen abgegeben werden zu dem um 33z u. H. ermäßigten Preis von 1914. An Haushaltungen, deren sämtliche Mitglieder erwerbslos sind, oder nur ein Wocheneinkommen von 20 Mk. haben, soll die gleiche Menge Holz gratis abgegeben werden. Nach längerer Debatte beschloß die Versammlung, an Stelle von Holz Union briketts an Minderbe- bemittelte zu 75 Pf. und an Erwerbslose gratis abzugeben, und zwar erhalten- eine alleinstehende Person mit eigenem Haushalt 5 Zentner, jede weitere im Haushalt befindliche Person einen Zentner mehr. Erwerbslose sollen Den Geldwert durch Arbeitsleistung bei her Stadt abgelien. Die Feststellung, wer als minderbemittelt zu gelten hat, wird in jedem einzelnen Falle geprüft. Die Kosten von etwa 1000 Mart können dem Reservefonds entnommen werden. Die Stadtv. Holzapfel, Sin f mann, Plost und Kleiner beantragten, bis auf weiteres eine laufende Notstandszulage an Die Erwerbslosen in verschissener Höhe, je nad)hcm es sich um Verheiratete oder Ledige handelt. Dieser Antrag muhte, weil gesetzlich unzulässig (Verstoß gegen Die Verordnung vom 16. Januar 1924) abgelehnt werden. Stadtv. O p - penheimer beantragte eine Extrabeihilfe an alle Erwerbslosen, Ausgesteuerten oder sonst in Not befindlichen Einwohner der Stadt. Diese soll betragen für Mann und Frau je zehn Mark, für jedes weitere Familienmitglied fünf Mark bis zum Höchstbetrag von 50 Mark. Dem Wohlfahrtsamt sollen zu diesem Zweck 2500 Mark überwiesen werden. Es wurde beschlossen, an Erwerb s l o s e usw. nach Prüfung der Bedürftigkeit in jedem einzelnen Falle eine einmalige Sonderbeihilfe zu gewähren. Diese soll betragen für Verheiratete zehn Mark, für jedes Kind eine Mark mehr und für Ledige fünf Mark. Die Kosten in Höhe von 1000 Mark können dem Reservefonds entnommen werden. Erwerbslose können zur Abgeltung der ihnen überwiesenen Beträge zu Arbeitsleistungen für die Stadt heran- gezogen werden in Der Weise, daß auf den Arbeitstag etwa vier Mark entfallen. Nack) Einführung Der Städteordnung hat Die Wahl Der unbesolde t e n Beigeordneten Durch Die Stadtverordnetenversammlung zu erfolgen. Vorgeschlagen waren Stadtv. Rudolf Ploch und Parteisekretär
Theater füllten, ihr banges Gebet durchzitterte den Raum, begleitet von Den weichen, singenden Geigenstimmen. Es war, als stünde sie in einer hohen, Hellen, sonnendurchsluteten einfachen kleinen Dorfkirche, tbie auf wogende Aehrenselder hinausging, und betete, Blumen in den Händen, zu der Maria. „Ich möchte den Fidelio fingen, die Leonore liegt mir, ich fühle es", hatte sie ihm gesagt. Er hatte das nie geglaubt, bis heute. Wenn sie aus dieser RoUe etwas Glaubhaftes zu machen verstand, dann konnte sie auch Größeres. Der Glaube kam ihm heut' mit voller Klarheit, und er bat ihr vieles ab, was er ihr Verletzendes über ihre Kunst gesagt. Er stand unter Dem Einfluß ihrer biegsamen jungen Stimme, dem reinen, rührenden Ausdruck ihres Gesichts, den fromm gefalteten Händen. Die Ergriffenheit und Leidenschaft, mit der sie sich dieser Rolle hingab, ging auch auf ihn über. Als ihr letzter Ton verhallte, brach Hasse auf. Er war in einer merkwürdig beunruhigten Stimmung, er mochte nicht mehr zusehen, wie sie Franziska herumdirigierten auf den staubig eit Brettern zwischen all diesen Männern, die ihr an die Schultern fließen, ohne sich zu entschuldigen, und ihr Frühstück verzehrten, während sie neben ihr auf derselben Moosbank saßen, sie beim Handgelenk packten, umarmten und wieder losließen zu dem Taktstock des Kapellmeisters.
Er verließ das Theater. Als er die frische Luft draußen einatmete und Den kalten winterlichen Sonnenschein spürte, atmete er auf. Erging in diesen Gedanken aus der Stadt heraus, nach dem Weiher, wo man Schlittschuh lief, und sah Dort plötzlich jemanD, an Die er gar nicht mehr gedacht.
Elisabeth war auf Dem Eise in einem grünen Tuchkostüm und Ehinchillabesatz, Die Hände im großen grauen Muff, die Wangen gerötet, flog sie mit kaum sichtbaren Bewegungen auf Den blanken Schlittschuhen Dahin. In großen Kurven lief sie rückwärts, und vor Dem Musikzelt ange- iommen, wo Die Zuschauer sich geschart hatten, sah sie plötzlich Hasse Dort stehen. Bride grüßten, und Elisabeth errötete. Ihre Augen blitzten.
Hasse Dachte, wenn ich jetzt zu ihr gehe, wird sie das für ein Zeichen attffaffen, daß
I Bruno Witti g. Beide wurden in getrennten Wahlgängen mit je 13 Stimmen gewählt. In beiden Wahlgängen wnrDen je sechs weiße Zettel abgegeben.
*** Gambach, 19. Dez. Dieser Tage weilte Der KammerDirektor Des Solms-Braun- felsischen Hauses hier, um in gemeinsamer Sitzung mit Dem GemeinDerat Den Pacht- preis für Das vom Fürsten verpachtete LanD festzusetzen. Dabei scheint eine Einigung zustanDe gekommen zu sein. Denn es wurDe Den Bewohnern Durch Die Ortsschelle bekanntgegeben, Daß für Den Stammanteil LanD (= 4 Morgen LanD) für 1925 125 Mk. zu zahlen finD. Davon müssen alsbalD 110 Mk. bezahlt werden, Der Rest von 15 Mk. wirD bis zum 22. Februar 1926 gestunDet. — In einer Versammlung Des Kriegervereins wurDe Der von Dem VerbanD geforDcrtc VerbanDsbeitrag von 1,50 Mk. pro MitglieD wegen seiner Hohe unD in Anbetracht Der wirtschaftlichen Notlage, in Der sich geraDc Die älteren MameraDen befinDen, a b - gelehnt. Ebenfalls ab gelehnt wurDe Der Pflicht bezug Des „Hess. Kamerad" für jedes. MitglieD. — Um Der überhanDnehrnenDen Spatz en plage in hiesiger GerneinDe zu steuern, hat Der GemeinDerat beschlossen, für jeDen zum s2l b- f d) u ft gebrachten Sperling 5 Pf. zu vergüten. Jn- solgeDessen hört man jetzt allenthalben Die Flobert knallen.
Kreis Büdingen.
!! Bü Din gen, 19. Dez. Aus Der jüngsten G e m e i n D e r a t s s i tz u n g ist zu berichten: Für Die beiDen ausgeschieDenen GemeinDeratsmitglieder, Amtsgerichtsrat Dr. Everling unD Obersteuersekretär Seppelt, würben Die ErsatzmitglieDer Prof. Müller unD Kaufmann S ch m ü ck vom Bürgermeister verpflichtet unD in Den Dienst einge- wiesen. SoDann erfolgte Die Anstellung Dreier Ge- meinDebeamten. Ein großer MißstanD war seither in BüDingen, Daß Das Spritzenhaus für Die Aufnahme Der Feuerlöschgeräte zu klein war. Der Antrag auf Vergrößerung Dieses Gebäudes wurde der Baukommijsion übergeben mit dem Auftrag, entsprechende Pläne unD Kostenvoranschläge auszuarbeiten. Auch ein Schlauchtrockenturm soll hierbei angelegt werben. Weiter ist beabsidstigt, an ungefähr 8 Stellen Der StaDt Feueralarmanlagen einzurichten. Ueber Die Pflasterung Des neuen Weges konnte kein enDgültiger Beschluß gefaßt werben, Da nicht feststanD, ob unD welche Zuschüsse hierzu von Kreis unD Staat geleistet roerDen. Der Kreis hatte Den Antrag gestellt, ihm Das an Dem Schulhaus stehenDe neue Dreifamilienhaus zur Unterbringung feiner Beamten zu verkaufen. Dem Antrag wurDe stattgegeben. Weiter wurDe Der Bauplan für Das nach ft e Jahr festgelegt. Insgesamt sollen 5 Einfamilienhäuser erbaut werben. Die Bausumme hierfür wird 70 000 Mk. betragen. Aufgebracht wird diese Summe 1. Durch Den Verkauf Der in Diesem Jahre erbauten Häuser, Der 50 000 Mark erbringen soll, unD Durch Kapitalaufnahme. Zum Schluß wurde noch eine neue Einrichtung für die Leichenhalle bewilligt.
Kreis Schotten.
x Schotten, 19. Dez. Der ganze Vogelsberg ist von einer dicken Schneedecke eingehüllt. Wir haben eine richtige Weihnachtslandschaft. Seit Wochen sieht man Kraftwagen und Motorräder nur ganz vereinzelt dahinkeuchen, denn bei einer solchen Schneemasse haben sie mit zu großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Der Autoverkehr zwischen S ch o t- t e n und U l r i <f) ft e i n ist feit längerer Zeit unterbrochen. Vor einigen Tagen waren die Landstraßen fahrbar gemacht, als wieder neuer starker Schneefall eintrat. Heftige Winde wehten die Schneemassen insbesondere in den hoher gelegenen Teilen des Gebirges zu Schnee- wällen zusammen, die den Verkehr hemmen. So mußte denn auch das Postauto seine Fahrten wieder einstellen. Auch Wagen sind nur mühsam vorwärts zu bewegen. Dafür ist der Schlitten in seine Rechte getreten, soweit die Schneeverwehungen nicht auch ihm Hindernisse in den Weg legen. Für den Geschäftsgang ist der Schnee in diesem Umfang fein will omrnener Gast, denn wenn der Fuhrverkehr behindert ist, tonnen die Kauflustigen nur unter großen Schwierigkeiten in die Landstädte gelangen. In dieser Beziehung hört man vielfach klagen. G u t ist dagegen das Geschäft mit Wintersport- artikeln, und die Schnee schuhfabrikanten haben lohnende Beschäftigung. Auch das Wild hat bei diesem Wetter seinen „Kampf um das
ich mich ihr wieder nähere, und er blieb stehen. Warum begrüße ich sie nicht? dachte er, aber er fühlte, daß jeder Händedruck, jede Annäherung ihr gegenüber für ihn einfach eine Lüge gewesen wäre. Er wartete daraus, mit Franziska allein zu sein, jeder Blick, jeder Händedruck mit diesem reinen jungen Mädchen wäre Betrug gewesen — und doch — schade, daß es Betrug ist, dachte er.
Der kurze Augenblick hatte Elisabeth wieder jenen süßen Schrecken eingejagt, den sie immer empfand, wenn sie sich Hasse gegenüber oder in seiner Rähe fühlte. Es war etwas in ihr, das sich bei jedem Wiedersehen jubelnd hob, und etwas, das sie sogleich bedrückte, das ihrem Herzen feine Stichs versetzte. Warum ist er hergekommen? fragte sie sich, und warum kommt er nicht zu mir ? Der Schnee begann Reicht zu fallen, und sie sah ihn dort stehen, ihn. den einzigen Mann, der für Elisabeth in Betracht kam, der sie interessierte und für den sie sich jeden Tag hätte opfern wollen. Er zog sie an, schmeichelte ihrer Eitelkeit, indem er sie bewunderte. und verletzte sie mit Richtachtung und Gleichgültigkeit. Sie war viel zu stolz, ihm zu zeigen, wie tief diese Leidenschaft in ihrem Mädchenherzen Wurzel geschlagen. Sie litt und schwieg und zitterte Tag für Tag um einen Verlust, den sie fast sicher erwartete, und träumte von ihm des Rachts Aber Hasse stand unbeweglich, indem er Elisabeths hohe Gestalt mit den Augen festhielt und plötzlich wandte er sich dem Ausgang zu. In Elisabeths Herzen stürmte es, sie sah ihm nach. Während der Schnee sacht zu fallen begann und sich wie eine Wand zwischen sie senkte, fühlte sie, daß er sich vot» ihv entfernte — weit — weit.
Die „Königstochter" wurde mit pomphafter Ausstattung aufgeführt und mit Beifall belohnt. Sie hatte in allen Zeitungen anerkennende Kritiken, nur in der „Morgenzeitung" riß sie der scharfe Doktor herunter, daß nichts mehr blieb wie ein mageres Lob, das er Fräulein Rott spendete, dieser Sängerin, die er bisher mit Verachtung gestraft, sie kaum einmal erwähnt hatte. „Aus der Partie war nicht viel zu machen," sagte der Doktor, „aber was man aus ihr machen konnte, hatte Fräulein Rott getan." Er lobte
tägliche Brot" zu besteben. Dis Jugend freut I sich naturgemäß über jeden neuen Schneefall, I sie will sich dauernd im Freien betätigen mit I Rodeln und Skilauf. Leider ist hier so gut wie I gar keine Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen. Die I Anlage einer regelrechten Eisbahn würde bei I der Unebenheit des Geländes mit zu großen I Kosten vermüpft sein. Ob der Volksmund wohl I Recht behält, wenn er sagt: Gestrenge Herren I regieren nicht lange?
WSR. Gedern, 19. Dez. Der Perso» I nenzug 4133 von Gedern nach Lauterbach ist I heute vormittag 5 llfjr 26 Minuten etwa 600 I Meter unterhalb von Bermutshain in einet I Schneewehe stecken geblieben. Die Räumungsarbeiten wurden sofort ausgenommen, so daß der Zug um 8.15 Ähr weitersahren konnte. (Störungen sind nicht eingetreten, da sofort Ersah- züge gefahren wurden.
lz. Aus dem Vogelsberg, 19. Dez. Daß die derzeitigen Schneeverhältnrsse für die Bewohner des Dogeisberges ein ernster und bisweilen recht ärgerliches Verkehrshindernis bedeuten, das- fjch in manchen Fällen recht unangenehm bemerkbar macht, zeigt folgender Vorfall: Bei einem Umzug von und nach Siechenhausen (Stellenwechsel zweier Lehrer) vermochten zwei beladene Darmstädter Möbelwagen ihre schwere Fracht nur bis nach Gedern zu bringen, trotz Anwendung von Schneeketten u. dgl. Es blieb nichts anderes übrig, als die beiden Möbelwagen in Gedern zu entladen auf eine größere Anzahl offener Bauernschlitten, die zuvor die für den Rückweg der Möbelwagen bestimmten Möbel von dem zwei Stunden entfernten Siechenhauscn befördert hatten. Daß solche Zwangsmaßnahmen einen Umzug wesentlich verteuern und auch dem Mobiliar nicht zum Vorteil gereichen, steht außer allem Zweifel.
c>rci# Alsfeld.
H- Alsfeld, 19. Dez. Rachdem erst am vergangenen Donnerstag Die Feuer firene in Tätigkeit getreten war, ertönte am Freitag abend um 8 Uhr wieder Feueralarm. Es brannte diesmal das fog. Iudenbad, das Badehau- der israelitischen Religionsgemeinde am Grabbrunnen in einem Der ältesten Teile der Stadt. Die rasch herbeigeeilte Freiwillige Feuerwehr löschte das Feuer, das im Dachstuhl des Gebäudes ausgebrochen war, in kurzer Zeit, so dasd das Gebäude noch gerettet werden konnte, während allerdings der Dachstock vernichtet wurde. Die Entstehungsursachr ist unbekannt« vielleicht ist sie auf eine Undichtigkeit des oberen Teiles des Kamins zurückzuführen, Brand- st i f t u n g erscheint ausgeschlossen. — Heute fand Die Eröffnung Des stäDtischen Hotels „Deutsches Haus" nach fertiggeftellteni Umbau statt. Der StaDtvorstanD versammelte sich abenDs um 6 Uhr im Hotel, um unter Führung Des StaDtbaurneisters E g n e r einen Rnndgang Durch Die einzelnen Räume zu machen. Dabei konnten sich Die Herren von Der soliden GeDiegen- heit Der gesamten Inneneinrichtung Der Fremoen- zimmmcr, Die mit echten Eichenmöbeln unD ganz neuen Betten ausgestattet sind, überzeugen. Die Einrichtung Der Zimmer ist von Alsfelder Handwerkern und Gewerbetreibenden angefertigt worden. 2(n Die Besichtigung schloß sich ein gemeinsames AbenDesien Des StaDtvorstanDes an. Der noch nicht ferliggestellte große F e st s a a 1 sott aift Samstag, 23. Januar, mit einer Festvorsttzl« hing Des Gießener Stattheaters eingeweiht werden. — Pächter Des Anwesens ist Herr HerManit Schwall aus Gießen.
Starkenburg.
WSR. Darmstadt, 19. Dez. Wie von der hiesigen Reichsbankstelle mitg:t:ilt wird, befindet sich anscheinend eine größere Anzahl falscher Zweimarkstücke am hiesigen Platze im Umlauf, die, bei etwas genauer Prüfung, art schlechter Prägung, ohne Klang, fettigem Gefühl beim Angreifern, unschwer zu erkennen sind. Dor Annahme wird deshalb gewarnt.
TU. Darmstadt, 19. Dcz. Der Besitzer einer hiesigen Privat! eh ran st alt ist unter dem dringenden Verdacht verhaftet worden, daß er Prüfungszeugnisfe höherer Lehranst alten aus Eigennutz gefälscht und an Schüler zwecks Uebertritts auf die Hochschule gegeben habe. Weiter wurde ein Poli- ze i w a ch t m e i st e r, Der Beihilfe geleistet haben soll, ebenfalls f est g e n o mm en.
den Geschmack ihres Kostüms und schloß mit der Hoffnung, sie noch öfter und in besseren Rolleid zu hören.
Rachdem Die Oper dreimal aufgeführt worden, wurde sie vom Spielplan ahgeseht und- verschwand wie in einer Versenkung. Mariot begann die Proben zur „Schonen Helena", unl> Franziska bekam die Partie der „Helena".
Die Ebenhaufen hatte sich plötzlich besonnen. Sie erschien, als ob nie etwas zwischen ihr unfr Mariot gespielt habe, und nahm Mariots maliziöse Ausstellungen an ihrer Darstellung mit vornehmem Schweigen auf, wenn ihr auch eine feine Röte in die Wangen stieg und ihr Da8 Rotenblatt in den Händen zitterte.
Franziska hatte die Ebenhaufen früher ost von der engen, hohen, kleinen Loge, die wie . ein Vogelnest beinahe an der Decke hing, auß verächtlich beobachtet. Sie zitterte nad) dieser Rolle, sie hätte es den glattgescheitelten Köpfet und den blanken Glatzen da unten einmal zeiget* wollen, wie man eine Helena gab... aber keine j mit Himbeersaft in den Adern...
„Die schöne Helena" wurde vor ausverkauftem Hause gespielt und achtzehnmal hinten einander gegeben. Man Drängte sich zu Diesen Vorstellungen. Mariot dirigierte mit einer Verve, einer Pikanterie, die alle Füße im Tanzschritt zucken ließ, leicht und glänzend glitten die Bilder an ihren Augen vorbei. Die Helena, die es zum erstenmal auf dieser Buhne gewagt, nur mit einem rosa Schleier umwickelt zu erscheinen, llt ihrer blonden Perücke, mit Dielen dunklen umschatteten, großen Klugen, wurde bejubelt, sir spielte flott, keck unv sicher, sie war in ihren* ; Element. -- Der scharfe Doktor in der „Morgem- zeitung" schrieb einen drei Spalten langen Av- tifel über diese weißhautige, üppigschlanke Göttin, Die sich den Blicken preisgab, wie cs noch leine der Vorgängerinnen gewagt hatte, und die brave» 1 Sonnenberger strömten daraufhin ins Thraker in Massen.
Hasse ging aus der Helenavorstellung n®fr Hause wie betäubt. Sie hatte alle übertroffen, aber die Scham brannte in ihm, daß sie fick den Blicken eines Parketts, eines Olymps zeigte. ]|
(Fortsetzung folgt.)
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* Dorlar Als Ergebnis lammlung der betrieb orr Ai wird. Aach den den Konlursvei geiahten Aktive denen ein Alti mark verbleibt. Passivität aus denen 3,1 Still 1,3 Millionen Reichsmark aus
* Stilleg Die aus tzami kannten Deiche deck demnächst Schon am 19. unb Arbeitern "vch etwa 301 . * Fuchs Biberg. Ac schaftchahr vor schastsjahr nach einem Der ^gesetzliche tpivö. Wie !in? die Aussick imm< MfabrAkn w, Umfai


