Maulbach Die evangelische Pfarrstelle zu Mau!• Lach, Dekanat Alsfeld, dem Pfarrer Wilhelm Wahl zu Gimsheim die evangelische Pfarrstelle zu Lang-Göns, Dekanat Gießen, dem Pfarrer August Gerich zu Hopfmannsfeld die evange- llsche Pfarrstellc zu Bellersheim, Dekanat Hungen, dem Stadtpfarrer Heinrich Schlösser zu Lauterbach die 1. evangelische Pfarrstelle zu Lauterbach, Dekanat Lauterbach, mit der Amtsbezeichnung „Oberpfarrer".
Qderheffsn.
Landkreis Gießen.
J- W i e feck, 20. Rov Als im Herbst 1923 die Hochflut der Inflation über Deutschland hereinbrach und olles wirtschaftliche Leben fast zum Erliegen brachte, mußte auch Wieseck, wie fast alle Gemeinden Deutschlands, die Schulklassen Zusammenlegen, um auf diese Weise ganze Schulhäuscr zu entleeren. Rur so gelang es in den meisten Fällen, den Gemcindehaushalt int Gleichgewicht zu halten, der durch die unerschwinglich gewordenen Brennstoffpreise kaum in der Lage war, seinen sonstigen Verpflichtungen nachzukontmen. In Wieseck mußte aus diesen Gründen die ..Rote Schule" stillgelcgt werden, als daS Schulgebäude, das den größten Brenn- stoffbedars aufzuweisen hat. Die vier Klassen wurden damals in den zwei anderen Schulgebäuden mit untergebracht. Als ein sehr schmerzlich empfundenes Opfer der damaligen Berhältnisse mußte auch die Volkshochschule Wieseck ihre Pforten schließen, da die einzigen ^Interrichtsmöglichkeiten in der geschlossenen ..Roten Schule" vorhanden waren. Im nächstfolgenden Jahre bedingten besondere Verhältnisse, die Tätigkeit noch nicht wieder aufzunehmen. Am Mittwoch dieser Woche fand nun eine von den seitherigen Hörern der Volkshochschule sehr stark besuchte Generalversammlung statt, um die Volkshochschule für unsere Gemeinde zu erhalten und neu zu organisieren. Rach einem einleitenden Vortrag Les bisherigen Leiters und nachdem der einmütige Wille der Erschienenen zum Wiederaufbau der Volkshochschule festgestellt werden konnte, nahm man die Wahl des Vorstandes vor. nach welcher Rektor Dr. Rein Vorsitzender, dessen Stellvertreter Karl Schäfer und Schriftführer und Rechner Karl Bremer sein soll. Bei der Festsetzung des Arbeitsplanes einigte man sich dahin, daß im Mittelpunkt der diesjährigen Winterarbeit ein Rückblick über das große soziale Drama des frühen Mittelalters, der Bauernkrieg stehen soll, dessen 400. Gedenktag in dieses Jahr fällt. Dazwischen schieben sich Lichtbildervorträge, die die Hörer in die schönsten deutschen Städte und größten Industrien Deutschlands führen sollen. Die Vorlesungen übernahm der neugcwählte Vorsitzende Dr. Rein, Beschlossen wurde ferner der Beitritt zum Gesamtverband Deutscher Volksbildungsvereine. Der Semesterbeitrag wurde auf 3 Mark festgesetzt, die Einzahlung geschieht in drei Monatsraten. Arbeitslose sind von jedem Beitrag befreit. Der vorhandene Lichtbildapparat genügt für die Dauer nicht mehr den Anforderungen, aus diesem Grunde soll ein Grundstock zur Anschaffung eines neuen, modernen Apparates geschaffen werdem Der vorhandene Apparat soll nach dem einstimmig gefaßten Beschluß der Anwesenden in den sofortigen Besitz 5er Volksschule Wieseck übergehen, die Volkshochschule behält sich aber das Recht vor, den Apparat solange unentgeltlich mitzubenuhen, bis der neue Apparat vorhandeit ist. Der Beginn der Vorlesungen t wurde auf Mittwoch, den 25. Rovember, festgelegt. Weiter wurde die Möglichkeit bespro- F chen, Vorträge durch einen sachkundigen Arzt über die verbreitetsten und gefährlichsten Seuchen, '» Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten usw. halten zu lassen und eventuell führende Industriewerke der engeren Heimat zu besichtigen. Die Versammlung war von dem Geist beseelt, den Gedanken der Volkshochschule unter allen Umständen wachzuholten.
f Lollar, 19. Nov. Am Sonntag hieli, wie pon anderer Seite schon kurz berichtet, die Sängervereinigung Lollar im Saalbau „Zur Linde" ihr diesjähriges Winterkonzert ab. Der Besuch war über Erwarten groß, der Saal bis zum letzten Platz gefüllt. Dani des vortrefflichen Chormeisters Rohde- Marburg, der den Verein mit seinen hundert Sängern seit März dieses Jahres leitet, konnte das Programm unter großen Beifalls- kundgebtingen bestens durchgeführt werden. Hervor ' gehoben sei die Wiedergabe der Chöre „Morgenlied" von Rietz und „Zieh mit", die an Harmonie sowie Aussprache nichts zu wünschen übrig ließen. Richt unerwähnt dürfen ferner die mit viel Gefühl vorgetragenen Volkslieder bleiben, die von dem Publikum mit ganz besonderem Beifall aufgenommen wurden und den Verein zu Zugaben nötigten. Herr K n o k e - Marburg (Tenor) unter Mitwirkung des vortrefflichen Musiklehrers Gieß- Marburg (Klavier) erntete reichen Beifall. Das verstärkte Salon- vrchester Lynker-Lollar füllte durch seine gutgewählten Konzertstücken das Programm wunderbar aus.
:—: Aus dem B u f e ck e r Tal, 20. Rov. In unserem Tal treten gegenwärtig Kinderkrankheiten in größerem Umfange auf. So sind die Masern ausgebrochen in den Orten Alten- Buseck, Beuern und Saasen. Glücklicherweise verläuit die Krankheit in allen bis jetzt bekannten Fällen ziemlich harmlos. In Großen- B u s e ck sind einige Fälle von Scharlach zu verzeichnen.
: Oppenrod, 20. Nov. Unser Dorfbild wird in nächster Zeit ein anderes Gepräge bekommen. Unsere Kirche und Kirchturm sollen erneuert bzw. umgebaut werden. Vor einigen Tagen weilten die Baubehörde vom Hessischen Kreis- omt Gießen und ein Sachverständiger aus Darmstadt hier, um die Angelegenheit zu regeln. Der von diesen Herren aewünschte Neubau eines Turmes kann leider wegen finanzieller Schwie
rigkeiten der Gemeinde nicht durchgeführt werden. Ter Turmbau soll allein 14 000 bis 18 000 Mark kosten. Nun hat unser Gemeinderat einem U m - b a u zugestimmt, zu dem die Baubehörde auch bereits ihre Zustimmung gegeben hat. Danach wird der umgebaute Turm ungefähr fünf Meter höher als der jetzige Turm. Ferner sollen eine Uhr eingebaut und ein neues Geläute, bestehend aus zwei größeren Glocken, im Turm aufgehängt werden. Gegenwärtig besitzt unsere Gemeinde nur ein einziges Glöckchen, das als Schul-, Kirchen- und Gemeindeglöckchen Verwendung findet. Ein zweites Glöckchen, es wog noch keinen Zentner, mußte während des Krieges obgeliefert werden.
t. L i n d e n st r u t h, 20. Nov. Der Wiesengrund ober- und unterhalb unseres Dorfes bietet zu jeder Jahreszeit ein trauriges Bild. Nicht nur im Winter, vielfach auch im Sommer steht er unter Wasser, viele Wiesen können gar nicht abgeernter werden. Das ist schon jahrelang so, jetzt ist der Rasen zum Teil abgestorben. Die früher so ertragreichen Wiesen sehen braun aus wie ein Moor. Dies hat seinen Grund in folgenden Umständen: In früheren Jahren, als die Gemeinden Saasen und Göbelnrod noch keine Feldbereinigung hatten, konnte die Wieseck, die damals noch nicht reguliert war, das Wasser nur ganz langsam abführen. Von den anliegenden Hängen sammelte es sich in dem Grund zwischen Göbelnrod und Saasen, der dann zu Regenzeiten einen großen See bildete. Noch heute heißt man diesen Wiesengrund „im eee". Nach Durchführung der Feldbereinigung in diesen beiden Gemeinden und damit der Regulierung der Wieseck wird das Wasser schnell abgeführt, kann aber nicht so schnell den Wiesengrund bei Lindenstruth passieren und muß sich in den Wiesen stauen. Vor dem Krieg wurden jedes Jahr über 100 Meter der Wieseck vom Schlamm gereinigt, so daß die Grabensohle tiefer zu liegen kam. Dies ist jetzt lange Jahre nicht mehr geschehen, der Graben ist verschlammt, der Wasserspiegel lieg! zu hoch und steht dem Wasser in den Wiesen gleich. Man soll nur bedenken, wenn die Grabensohle der Wieseck nur 40 Zentimeter tiefer zu liegen käme, dann müßte das Wasser auf den Wiesen auch 40 Zentimeter tiefer stehen, das bedeutet, der Wiesenorund würde wasserfrei fein, und eine Versumpfung brauchte nicht zu erfolgen. In der Gemeinde besteht der Plan, die Wieseck zu verlegen. Ob dies aber ohne Bereinigung des ganzen Grundes geschehen kann, ist sehr fraglich. Auch muß die Gemeinde mit den hohen K o st e n rechnen; denn Lindenstruth ist eine der ärmsten Gemeinden des Kreises. Jedenfalls hilft hier kein Reden, sondern es muß gründliche Arbeit geschaffen werden, um diesen gesegneten Wiesengrund vor völliger Versumpfung zu retten.
' Londorf, 20. Nov. Ein A u 5 s ch u ß , der sich hier unter der Leitung des Gewerbevereinsvorsitzenden, Wagnermeister Wilhelm Wagner, gebildet Halle, nahm hier und in den Orten der Umgegend eine Sammlung für die Zeppelin- Eckener-Spende vor. Das treffliche Werk wurde von den Lehrern und Schulkindern der betr. Orte in sehr anerkennenswerter Weise kräflig unterstützt. Die Sammlung, zu der die Ortsbewohner gern beisteuerten, erbrachte insgesamt 241,ö2 Mark. Davon entfallen auf Allendorf 49,25 Mk., Allertshausen 5,40 Mk., Climbach 4 Mk., Geilshausen 28,70 Mk., Kesselbach 11,20 Mk., Londorf 38,60 Mk., Nordeck 13,65 Mk., Odenhausen 20 Mk., Rüddings- hausen-Wermertshausen 36,52 Mark, Weitershain 15 Mk., Winnen 19,10 Mt.
's Grünberg, 20. Rob. Der hiesige Kriegerverein kann in diesem Winter auf sein SOjährigesBestehen zurückblicken. Es ist geplant, am 17. Januar eine entsprechende Feier in der Turnhalle zu veranstalten. — Einen heimatlichen Vortrag wird am nächsten Sonntag Studienrat Walther von der 06er» realschule halten. Aus Grund langjähriger eingehender Bearbeitung der Kirchenbücher, Rats- vrotokolle usw. wird er über alte Grün- berge r Familien sprechen. Der Vortrag ist öffentlich.
* Hunge n, 20. Nov. Am 30. November findet zwischen 9 und 12.30 Uhr auf dem hiesigen Rathaus ein Amts tag des Kreisamts statt.
Kreis Friedberg.
sf. Friedberg. 20. Rov. lStadtver- orönelen fitjung.) Der Stadtteil Fauerbach beabsichtigt, demnächst mit der Einrichtung eines Ehrenmales für die Opfer des Krieges zu beginnen, und will zu diesem Zwecke die Kirchhofsmauer mitbenuhen: es wird deshalb beschlossen, einen vor dieser Stelle stehenden Geräteschuppen der Feuerwehr, der ohnehin baufällig und an dieser Stelle störend ist, abzureihen und dafür einen Reu bau in der alten Pfarrhofreite zu errichten. — In der letzten Sitzung des Eislaufvereins war der Antrag gestellt, den Verein wegen finanzieller Schwierigkeiten aufzulösen, was im Interesse unserer Jugend sehr zu bedauern gewesen wäre. Der Beschluß ist abgelehnt worden, die Stadt will dem Verein nach Möglichkeit entgegen* kommen, besonders durch unentgeltliche Lieferung des Wassers und Kehren der Eisbahn durch städtische Arbeiter. Als Vertreter der Stadt tritt Sladtv. Rektor Koch in den Vorstand des Vereins ein. — Stadtv. Füller beantragt, in dem Schwimmbads im Erdgeschoß einige Zellen für städtische Arbeiter einzurichien, damit diesen Gelegenheit geboten ist, sich nach der Arbeit gründlich zu reinigen; der Antrag wird einstimmig angenommen. Ebensolche Annahme finden die Anträge auf Erweiterung der Räume des Zollamtes und Aenoerung der Meldeordnung. — Der Bürgermeister teilt sodann mit, daß mit einem teilweisenNeu- bau des Polytechnikums demnächst begonnen wird, und zwar mit dem Bau eines Flügels, in welchem das Maschinenlaboratorium untergebracht werden soll. Die Kosten sollen ungefähr 110 000 Mk. betragen, von denen 68 000 Mk. schon vorhanden sind. Die Bauleitung wird dem Dozenten Schwarz, von dem auch bas Projekt herrührt, übertragen worden. Der Bürgermeister teilte bei dieser Gelegen
heit mit, daß alle Bemühungen, einen größeren Ausland- ober Inlandkredit zu erhalten. bis jetzt vergeblich gewesen wären, so daß an eine Ausführung der geplanten Schulbauten vorerst nicht zu denken sei. Die Beschlußfassung über diesen Punkt wird auf die geheime Sitzung verschoben. — Der Bürgermeister spricht noch den Wunsch aus. für die neue Stadtverordnetenversammlung sobald wie möglich die Fraktionsführer bekannt zu machen, damit die Bildung der einzelnen Ausschüsse so rasch wie möglich erfolgen könne. — Die Turngemeinde geht mit Der Absicht um, eine neue größere Turnhalle zu errichten, und will das seither benutzte Gelände mit Der S'adt gegen ein anDereä Gelände tauschen. Man ist allgemein der Ansicht, der Turngemeinde nach Möglichkeit ent» gegerwufommen, da durch Den Reubau einer Turnhalle vielleicht auch die brennende Fest- hallenfrage geregelt werden könnte.
= Bad-Nauheim, 20. Nov. Die im Jahre 1913 gegründete hiesige Abteilung der Deutschen K o l o n i a l g e s e l l s ch a f t Hal auch nach dem Kriege eine rege Tätigkeit entfaltet, galt es doch, nach dem Verlust unserer Kolonien erst recht den lolonialen Gedanken in weiten Kreisen der Bevöl- lerung, vor allem unter der Jugend, wachzuhalten. In ihrer jetzigen Hauptversammlung legte die Abteilung Rechenschaft über ihre Tätigkeit des letzten Jahres ab. Der Vorsitzende Amtsgerichtsrat Dr. Fuhr erstattete den eingehenden Geschäftsbericht, der ii. a. die erfreuliche Tatsache des lebhaften kolonialen Interesses am hiesigen Platze fest- |reiten konnte, das so groß ist, daß für Die Vortrags- neranftaltungen der letzten Zeit kein Saal Raum genug bot. Die vom Schatzmeister, Verwaltungs- inspektor Lange, vorgeträgene Rechnung schloß rrotz Der vielseitigen Ausgaben, Die Die Abteilung zu lösen hatte, mit einem ansehnlichen Kassenbestand ab. Die V o r st a n d s w a h l brachte die einstimmige Wiederwahl des bewährten seitherigen Vorstandes, Der sich wie folgt zusammenfetzt: 1. Bors. Amts- gerichtsdirektor Dr. Fuhr, 2. Dors. Oberbadmeister Kissel, Schatzmeister Verw.-Inspektor Lange, 1. Schriftführer Lehrer Oßwald, 2. Schriftführer Studienrat Dr. K n i e r i e m , Beisitzer Frau G a - briet, Hotelier Aug, Seeber, Stadtverordneter PH. A. König. Beschlossen wurde, in den nächsten Tagen für Den Deutschen Verein in Omaruru (SüDwestafrika) eine Bücheriammlung zu veranstalten, ferner Dem Etisabethhaus (Wöchnerinnen- heim) in WinDhuk eine Spende zuzuweisen, mit Den Ortsgruppen des Seevereins unD Des Vereins für Das Deutschtum im Auslände eine Arbeitsgemeinschaft einzugehen, um so die Stoßkraft dieser Verbände, Die im wesentlichen Die gleichen Ziele haben, zu erhöhen. Den Höhepunkt des Abends bilDete ein Vortrag, Den Geh. Regierungsrat Fresenius- Darmstadt, ein alter Gießener, über das afrikanische Problem hielt, D. h. über Die panafrikcmische Bewegung und ihre Rückwirkung auf Die europäische Politik. Der ReDner, Der acht Jahre als Verwaltungsbeamter in DeutschfüDwest war unD auch währenD und nach Dem Kriege Dort weilte, ist ein trefflicher Kenner Der afrikanischen Verhältnisse, so Daß feine Ausführungen zum Teil ganz Neues und UeberrafchenDes boten. Er gab einleitenD einen Ueberblick über Die deutsche Kolonisation in Afrika, schilderte Den Verlust unserer Kolonien, Die Folge Der ManDatsübernahme für Die verlorenen Schutzgebiete, um Dann eingehend Die in Direktem Gegensatz stehenDen Methoden der englischen und französischen Kolonialpolitik zu behandeln. Die pan- ober allafrikanische Rassenbewegung, die für den Weißen eine große Gefahr bedeutet, stehe in engem Zusammenhang mit der panislamitischen Religionsbewegung. Deutschland müsse wieder Kolonien bekommen! Diese Forderung wurde nach Dem hochinteressanten Vortrag auch in einer einstimmig angenommenen Entschließung erhoben, ähnlichen Wortlauts wie dis Entschließungen, die in diesen Tagen in zahlreichen größeren deutschen Städten in bezug auf Die Kolonien gefaßt worden sind.
B. Rvdheim v. d. Höhe, 20. Rov. Rach beinahe dreiwöchiger Llnterbrrchung, Dte durch Die Scharlach erkrankungeir in Rodbeim verursacht war, f'irnte der Schulbetrieb in der Volksschule und Kleinkinderschule wieder ausgenommen werden. — Der neuc^bildete Vorstand der hiesigen Kinderschule setzt sich zusammen aus Bürgermeister Richard Vorbach, GemeinDeratsmitglied Karl Balthasar Kunz. Den Kirchenvorstandsmitgliedern Emil Kester und Richard Hofmann, sowie dem Ortsgeistlichen als Vorsitzenden.
Kreis Büdingen.
A Aus dem Kreise Büdingen, 18. 2iov. Dieser Tage fanden die vorige Woche abge- haltenen Lehrerkonferenzen der drei Bezirke des Kreises ihren Abschluß. Den Vorsitz führte Kreisschulrat G ö ck e l aus Büdingen. Er aab nach kurzen Begriißungsworten verschiedene amtliche Verfügungen und Ausschreiben der obersten Schulbehörde bekannt, die die Vorträge über koloniale Themen, den Heimatschutz, die Alkohol- frage, ülrlaub der Fortbildungsschüler und erkrankten Schüler bettasen. In den Mädchenfort- bildungsschulen unseres Kreises soll aus Anregung des Kreisfürsorgevereins durch die Kreis- fürsorgeschwester auch .Unterricht in der Säuglingspflege erteilt werden. Lehrer Koch Hasen, Mittelgründau, hielt alsdann einen ausführlichen Vortrag über „Die Verwendung des lausenden und stehenden Lichtbildes im Tlnterricht". Er wies überzeugend die Vorteile und den praktischen Wert dieses neuen Lehrmittels nach. Rach einer Mittagspause führte dec Referent dann eine große Zahl Lichtbilder mit einem Epidiaskop von Leih vor, die sich ganz besonders durch große Deutlichkeit und starke Belichtung auszeichneten. Dieselben Bilder wurden hieraus mit dem großen Projektions-Schulgerät Ica und dem Apparat Janus von Liesegang vorgeführt, was zu interessanten Vergleichungen und Ansichten der anwesenden Schulmänner veranlaßte. Den Schluß der Darbietungen bildeten die laufen
den (Kino-) und stehenden Lichtbilder mit der Vortragsmaschine von Hahn-Görtz, Modell Lisa 3, wobei ein lausendes Bild ganz plötzlich in ein stehendes verwandelt werden kann. Sowohl diese praktischen Vorführungen als auch die wichtigen Ratschläge über die Verdunkelung des Zimmers, über die Bilhwand und die Aufstellung des Apparates bewiesen, daß sich Lehrer Kochhafen sehr tiefgründigen Studien über das Lichtbild unterzogen hat. Herzlicher Dank und reicher. Beifall lohnten seine Bemühungen. Schließlich wurde in allen Bezirken beschlossen, nach dem Beispiel zweier anderer Kreise unseres Hessen- landes einen Lichtbilderapparat anzuschaffen und denselben in den verschiedenen Bezirken des Kreises zur Vorführung von Kultur- und Lehrfilms für Volks- und Fortbildungsschüler zu verwenden und Die geringen Eintritts- gelDer zur Bestreitung der Kosten zu verwenden.
* Bad Salzhausen, 20. Rov. In Der agelaufenen Kurzeit betrug hier die Zahl Der Kurgäste 1800; das bedeutet gegen das Vorjahr eine Zunahme von 450 Besuchern. An Bädern wurden verabreicht 10 260, D. h. 2430 mehr als im letzten Jahre. Der günstige Ab-' schluß des diesjährigen Äur6etncE@' läßt erwarten, daß die Entwicklung Bad Salzhausens auch weiterhin aufwärts gerichtet sein wird.
Kreis Schotten.
lg. Gedern, 20. Nov. (Autolinie Schotten- Gedern.) Nun werden auch wir, die wir an der Peripherie des Kreises Schoten liegen, uns bald einer Autoverbindung mit der Kreisstadt Schotten erfreuen können, nachdem eine früher kurze Zeit bestandene Linie Schotten—Gedern wegen Unrentabilität eingestellt werden mußte, da sie entlang der von Orten entblößten Kreisstraße verlies. Die neue Linie wird von vornherein diesen Fehler vermeiden. Sie wird Den Verkehrsbedürfnissen einer größeren Anzahl von Orten des Kreises Schotten gerecht werden, wodurch sich ihre Rentabilität ergeben Dürfte. Eine in NiDda unter Dem Vorsitz des Kreisdirektors von Büdingen statt- gefunDene Versammlung von Vertretern Der anliegenden Gemeinden, Die äußerst zahlreich besucht war, legte folgende Linie fest: Schotten—Eschenrod — Wingershausen — Eichelsachsen — Glashütten — Steinberg — Merkenfritz — Gedern. Von feiten des Vertreters der Oberpostdirektion Darmstadt wurde in Aussicht gestellt, daß Die geplante Linie im kommenden Frühjahr dem Verkehr übergeben werden könnte. — An Stelle Der am 1. Oktober d. I. nach Pollnow (Pommern) versetzten Lehrerein Frl. Goltz trat in Den Lehrkörper der hiesigen Privat -(Hofkaplanei-) Schule Studienassessor Schuchmann aus Darmstadt ein, nachdem Die Stelle seither interimistisch durch Den Schulamtsäspiranten Ober heim von hier versehen worden war. Es wirken nunmehr an Der Schule hauptamtlich zwei StuDienassessoren, eine Lehrerin des höheren Lehramts, nebenamtlich ein seminaristisch gebildeter Lehrer, eine Handarbeits- • lehrsrein und Der Ortsgeistliche als Leiter der Schule.
(I) Stumpertenrod, 20. Rov. Der hiesige Landwirt und Beigeordnete Friedrich Stein besaß eine sehr wertvolle Münzensammlung, die er in seinem Acker gesunden hatte. Sie stammte aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Dieser Tage ist sie ihm gestohlen worden. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur.
Kreis Alsfeld.
W Nieder-Gemünden, 20. Nov. Die Aufmontierung Der neuen Kirchen- glocke ist durch einen Monteur aus Der Apoldaer Glockengießerei jetzt vollzogen worden, so daß die Einweihung am kommenden Sonntag stattfin- Den kann. Ausnahmsweise findet an diesem Tage Der (BottesDienft nicht vormittags 10 Uhr, son- Dern erst nachmittags 1 Uhr statt.
Rheinhessen.
: Mainz, 19. Nov. Professor LuDwig Becker in Mainz, ein namhafter hessischer Architekt, konnte am heutigen 19. November seinen 7 0. Geburts - t a g feiern. Er ist vor allem als Kirchenbaumeister bekannt geworden. Denn er hat nicht weniger als 200 Kirchen renoviert oder erbaut, von Denen viele in Hessen errichtet sinD, einige aber auch im AuslcmD, u. a. in Stockholm. Professor Becker stammt aus Köln und hat seine Berufsausbildung an Der Technischen Hochschule in Aachen erhalten. Seit dem Jahre 1883 ist er in Mainz ansässig, war aber bereits früher in Hessen tätig, z. B. bei Der (Erneuerung Der Katharinenkirche in Oppenheim. Er hat sich große Verdienste um Die Erhaltung historischer Kirchenbauten in Hessen erworben, namentlich um Die Instandsetzung des Mainzer Domes, Desien Dom- baumeifter er ist. Gegenwärtig leitet Professor Becker Die Sicherungsarbeiten am Mainzer Dom. Becker ist MitglieD Des Hessischen Denkmalrates und Mitglied Der Akademie Der schönen Künste in Mailand.
Preußen.
Kreis Wetzlar.
XX Vetzberg, 20. Rov. Der im Jahre 1901 Hierselbst gegründete landwirtschaftliche Konsumverein hat sich in der Rach- kriegszeit wieder kräftig entwickelt. Begonnen mit 25 Mitgliedern, gehören ihm z. Zt. fast alle Haushaltungen an. Um den Sparsinn der Jugend zu pflegen, wurde wieder wie früher der
Wenn ist MiWch.
Kein äußeres Mim gleitiit W.


