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JBenc oenutzt werden tonnen. Em ganz groß» zügiger neuzeitlicher Stadtbauplan muh aber auch über den Philosophenwald hinausgreifen und von vornherein schon z. B. das sog. Prvfefsoren- Eck praktisch mit in das aufzusOiehende Gelände- Programm einbeziehen.

Aber nicht nur an der Peripherie der Stadt gibt es für den künftigen Daudezernenten reich­lich viel Gutes zu schaffen, auch im Weichbild selbst wird er noch gar manches vvrfinden. das verbesserungsbedürftig ist. Das größte Schmer­zenskind ist da die unglückliche Anlage der ober­hessischen Dahn. Kleber deren älnzweck- Mäßigkeit, vom Standpunkt der erwünschten kom­munalen Ausdehnungsmöglichkeit aus gesehen, weitere Worte zu schreiben, erübrigt sich wohl. Daß hierin nur durch eine Dahnkörpervec- legung Abhilfe geschaffen werden kann und daß diä eine Angelegenheit ist, die man als dringlich ansehen, muß, wird von niemand be­zweifelt werden. Wer diesenStein des An­stoßes" aus dem Wege räumt, wird sich ein ganz besonderes Verdienst um die Entwicklung unserer Stadt erwerben. An der Lahn bietet sich gleichfalls die Möglichkeit, der Bürgerschaft etwas Angenehmes zu schaffen. 3n Verbin­dung mit der dortigen Neugestaltung durch die Errichtung des geplanten Lahnkraftwerkes könnten wohl auch Lahnuferstraßen im Promenadencharakter geschaffen werden, etwa so wie die Rheinuferpromenade der Stadt Biebrich. Man hätte dann namentlich im heißen Sommer eine sehr erquickende Spa­ziergangmöglichkeit, die sicherlich von sehr vielen Bürgern gern benutzt werden und die dem Gesamtbild zweifellos auch einen schöneren 3ug geben würde, als die Lahn-,, Herrlich­keiten" von heute. Daß durch Korrekturen in manchen Straßen von heute gleichfalls gebessert werden kann (Straßenverbreiterung), sei nur nebenbei betont. Bon sehr aktueller Bedeutung erscheint uns aber, daß die Stadt den gegenwärtigen Plänen zur Errichtung eines neuen Polizeiamtsgebäudes ihre be­sondere Aufmerksamkeit zuwendet, denn was da beabsichtigt sein soll, dürfte wohl kaum ge­eignet sein, zum Vorteil des Stadtbildes auszu­schlagen. Man schreibt uns hierüber:

..Reuerdings scheint seitens des hessischen Staates der Plan zu reifen, die alte Zehnt- scheuer, Ecke Brandgasse und Land­graf-Philipp-Platz. für das Polizeiamt umzubauen, wobei gleichzeitig ein unter Denk­malschutz stehendes älteres Gebäude einem neuen Zweck zugeführt werden soll. Diesem Bauplan könnte hinsichtlich der Lag e zuge- ftimmt werden, gegen den beabsichtigten Umbau sprechen jedoch verschiedene Gründe. Vor allem sollte jede Gelegenheit benutzt werden, bei Herstellung von öffentlichen Gebäuden würdige, dem Zweck und der Zeit entsprechende Reu­bauten auszuführen, denn in dieser Hinsicht ist in Gießen in den letzten Zähren manches versäumt worden. Allzuviel Rücksichtnahme auf ein dem Verfall bereits entgegengehendes Ge­bäude scheint auch hier den Weg zu einem zweckentsprechenden Reubau zu versperren. Die alte Zehntscheuer dürfte für die dringend not­wendige Errichtung eines Polizeiamts mit Rücksicht auf ihre erheblichen baulichen Mängel und andererseits wegen einer späteren zweck­entsprechenden Verbreiterung dec Brandgasse, die im Interesse einer weitblickenden Verkehrs­erweiterung der Stadt Gießen liegt, nicht mehr in Frage kommen, zumal der Umbau hinsichtlich der Kosten einem Reubau mindestens gleich­kommen wird. Angesichts dieser Bedenken dürfte es ratsam erscheinen, daß die maß­gebenden Behörden die Angelegenheit einer Nochmaligen Prüfung unterziehen, und es doch Lur Ausführung eines Reubaus kommt, der sicher wegen der Platz- und der Kostenfrage -nicht zu scheitern braucht."

Die Aufgabe unserer städtebaulichen Erweite­rung und Reugestaltung ist so gewaltig, daß man ihre Last nicht auf zwei Schultern gllein legen sollte, und seien es auch die des tüchtigsten Fachmannes. Man sollte zur gedeihlichsten Lö­sung all dieser wichtigen Fragen die Kenntnisse und ^Erfahrungen der breitesten Fachwelt heran­ziehen. Zu diesem Zwecke dürfte es empfehlens­wert sein, einen Wettb ewerb zur E.langung möglichst vieler, guter Bebauungs- und Erweite­rungspläne auszuschreiben, der den gesamten deut sch en Städtebauern offenstehen mühte. Ratürlich wäre dieser Wettbewerb mit entsprechenden Preisen auszustatten. Bei deren Hingabe hatte man aber auch die Möglichkeit, Ratschläge und Projekte zu erhalten, die sicher­lich für die Zukunft unserer Stadt von weit höherem Wert sein werden als die Geldmittel, die man dafür in der Gegenwart opfert. Denn eine gute Wegbereitung für die Zukunft ist von un­schätzbarer Bedeutung für die gedeihliche Ent­wicklung unseres ganzen Gemeinwesens und für das Wohl unserer Gießener Rachkommen

Hochschulnachrichten.

Don der Landes-Universität (ttie^en.

Dem Oberarzt an der Univ.-Hautklinik. Dr. Walther Schultze, wurde die venia legendi für das Fach der Dermatologie und Syphilidologie bei der Medizinischen Fakultät unserer Lcmdes- älniversität erteilt.

Deutscher Durschentag ln Eisenach.

Der Deutsche Durschentag, der im letzten Jahre ausnahmsweise einmal in Danzig gefeiert wurde, wird in diesem Kahre wieder in der alten Durschenschafterstadt Eisenach ab- aehallen werden. Die Pfingsttage werden etwa 1200 Burschenschafter aus ganz Deutschland und Oesterreich in Eisenach vereinen. Reben den bur- schenschaftlichen Beratungen ist eine Kundgebung im Wartburghof, ein Kommers im Fürstenhof und ein Zug zum Du rschens chas tsden ln i al in

Aussicht genommen. Dte '-Bereinigung aller Bur­schenschafter hat einen Ausschuß gebildet, der die Vorbereitungen dieses Festes betreiben soll.

(Biebener Jubiläums -ipserdemarkt.

25 Jahre sind verflossen, seitdem der erste' Gießener Frühjahrspferdemarkt abgehalten wurde. Diele in unsererr Bürgerschaft werden wohl nicht wissen, wie es kam, daß Gießen damals einen Pferdemarkt erhielt.

3m Kahre 1899 regte Stadtv. Kirch in der Stadtverordnetenversammlung an, zur Belebung von Handel und Wandel jährlich einen oder zwei Pferdemärkte abzuhalten. Er wies darauf hin, daß Marburg und Friedberg solche Märkte hätten und solche Veranstaltungen in Gießen ein Bedürfnis für die Stadt und die Land­wirte der Umgebung seien. Der damalige Ober­bürgermeister Gnauth erklärte auf Kirchs An­regung. daß es sehr schwer sein würde, vom Ministerium die Genehmigung eines solchen Marktes zu erhalten, und wahrscheinlich sich ein solcher Markt nicht lebensfähig erweisen würde. Stadtverordneter Kirch ließ sich aber dadurch nicht irre machen: er verstand es, einen Teil seiner Kollegen im Stadtvorstand für die Sache zu interessieren auch Beigeordneter Wolff wurde dafür gewonnen, und Herr Kirch kam in einer der nächsten Stadtverordnetensitzungen auf die Sache zurück. Er erklärte, daß es sich nicht darum hanole, außer den bestehenden Bieh- märkten einen weiteren Markt einzurichten. Bei unseren Märkten seien früher am zweiten Markt­tage ebenfalls Pferde aufgetrieben worden, auch habe das Ministerium ein dafür zur Erhebung kommendes Standgeld festgesetzt bzw. genehmigt. Es stehe also nichts im Wege, wenn man diesen Handel mit Pferden wieder belebe und zeit­gemäß ausgestalte. Die Stadtverordneten stimm­ten dem zu und wählten Beigeordneten Wolff sowie die Stadtverordneten Helfrich, Flett und Kirch in einen für die Wiederbelebung der Pferdemärkte bestimmten Ausschuß. Der erste Markt sollte in Verbindung mit dem Vieh­markt am 11. Avril 1900 auf dem Viehmarkt- platz an der Rodheimer Straße stattfinden.

Der Ausschuß ergänzte sich anfangs des Jahres 1900 durch Brauereibesitzer Bichler und Oekonomierat S ch l e n k e auf dem Hardt­hof und hielt Mitte Februar eine Sitzung ab, zu der eine Anzahl weiterer Herren eingeladen wurde. Beigeordneter Wolff übernahm den Vorsitz. 3n den Plahausschuß wurden Stadt­verordneter Helfrich als Vorsitzender, Wein­händler August Schwan, Universitäts-Stall- meister Creuhburg, Hoslohnkutscher Huhn und Schlachthofdirektor Liebe gewählt, in den Prämiierungsausfchuh wurde als Vorsitzender Oekonomierat S ch l e n k e und als Mitglieder Major v. Bormann, Oekonomierat Hoff­mann- Hofgüll, Gutspächter Bene- Ober- toeimnr und Oetouomierat Müller- Reuhof, und in den Verlosungsausschuh Beigeordneter Wolff und die Stadtverordneten Kirch und Flett gewählt. So hatte man die Arbeit für die Veranstaltung zweckmäßig geteilt und ging sofort an sie heran. Man suchte durch das Kreisamt die Genehmigung der ersten Gießener Pferdelotterie beim Ministerium nach. Die dieserhalb abgegangene Eingabe kennzeichnet treffend die Lage, aus der heraus sich der Pferdemarkt für Gießen eigenllich von selbst er­gab. Der Lotterieausschuß beantragte eine Lot­terie mit 10000 Losen zu 1 Mk., deren Lieberschuh zur Prämiierung von auf den Markt gebrachten hervorragenden Pferden benutzt werden sollte.

Das Kreisamt unterstützte die Eingabe, da auch der Landwirtschaftliche Lokalverein Gießen es für wünschenswert erklärt hatte, eine Kauf­gelegenheit für Pferde in Gießen zu schaffen. Am 12. März traf von Darmstadt telegraphisch die Genehmigung zur Lotterie ein. Die Lpse waren schnell vergriffen und wurden am Tage des Marktes mit 50 Pf. Aufgeld bezahlt, ein Beweis, daß man in weiteren Kreisen der Be­völkerung der Veranstaltung Interesse entgegen» brachte. Rachdem mit der Genehmigung der Lotterie die finanzielle Seite der Veranstaltung sichergestellt war, wurde die Einrichtung des Marktplatzes für einen Pferdemarkt beschlossen und in der Stadt Stallgelegenheit für 30) Pferde festgestellt. Am 20. März gingen 50 Einladungs­schreiben an Pferdehändler nach Oberhessen, Hessen-Rassau, Kurhessen usw. ab. Am 21. März wurde in etwa 20 Zeitungen der Markt ange­kündigt und zu dessen Besuch eingeladen. Ende Marz erhielt das Stadtbauamt Auftrag, den Marktplatz für den Pferdemarkt einzurichten.

Der 11. April war ein sonniger, schöner Tag und in Scharen strömte unsere Bevölkerung dem ersten Gießener Pferdemarkt zu, auf dem 320 Pferde aufgetrieben waren. 60 davon waren zur Präiniierung angemeldet und der Handel ging ausgezeichnet. Roch im Oktober bewilligten die Stadtverordneten 600 Mk., um im folgenden Jahre in Gießen zwei " Pferdemärkte abhalten zu können. Sie fanden im März und Septem­ber auch erfolgreich statt. Schon bei diesen Pferdemärkten wurde die städtische Pferdemarkt­kommission vom Landes-Pserdezuchtverein mit Rat und Tat kräftig unterstützt. Auch der Land­wirtschaflliche Bezirks- und Provinzialverein und später auch die Landwirtschaftskammer haben sich für die Gießener Pferdemärkte lebhaft inter­essiert.

Mit dem Frühjahrsmarkt 1910 wurde eine groß angelegte Feier des 10jährigen Bestehens der Gießener Pferdemärkte verbunden. Reben einer ausgedehnten Prämiierung des auf dem Markte vorgeführten besten Pferdematerials fand am Rachmittag ein großes Sportfest mit Preis­reiten. Sprungkonkurrenz. Vorfahren von Herr- fchaftswagen im Privatbesitz, Vorfahren von Ge­schäftswagen, landwirtschaftliches Trabreiten,

Iagdreiten usw. statt. Zahlreiche wertvolle Ehrenpreise standen hierfür zur Verfügung. Diese Jubiläumsfeier, begünstigt durch schönes Weller, führte eine gewaltige Menschenmenge aus Ober­hessen und den angrenzenden preußischen Ge­bieten usw. in unsere Stadt.

Die städtischen Pferdemärkte haben sich in den abgelaufenen 25 Jahren, dank der Unter» stühung weiter Kreise, äußerst günstig entwickelt. Während in verschiedenen größeren Städten die Pferdemärkte in den Kriegsjahren eingegangen sind, konnten die Gießener Märkte infolge der eifrigen Tätigkeit der städtischen Pferdemarkt­deputation auch iw diesen schweren Jahren durch­geführt werden. Dadurch wurde diese wertvolle Einrichtung auch weiterhin der Stadt Gießen erhalten. Die in unserem deutschen Vaterland immer noch bestehenden außerordentlichen wirt­schaftlichen Schwierigkeiten, die sich auch auf die finanziellen Verhältnisse der Pferdemarktdepu­tation auswirken, verbieten größere kostspielige Feierlichkeiten. Die städtische Pferdemarktdepu­tation hat aber beschlossen, in Anbetracht des lebhaften Interesses in Stadt und Land für die Gießener Pferdemärkte mit dem diesjährigen Frühjahrsmarkt am 1. April eine nach Lage der Verhältnisse in bescheidenem Rahmen, aber doch zweckentsprechende und würdige Feier des 25jäh- rigen Bestehens der Märkte zu verbinden. Reben einer Prämiierung des besten Pferdematerials, für die Geld- und wertvolle Iubiläumspreise zur Verfügung stehen, sind besondere reitersport­liche Veranstaltungen mit Vorfahren von Wagen im Privatbesitz usw. vorgesehen. Es ist zu er­warten, daß bei einigermaßen günstigem Wetter wiederum eine große Beteiligung aus Stadt und Land erfolgen wird.

Ganz besonderer Erwähnung bedarf es noch, daß mit dem Frühjahrsmarkt 1925 die Herren Rentner August Schwan und Hoflohnkutscher Karl Huhn auf eine 25jährige Tätigkeit in der städtischen Pserdemarktdeputation und die Her­ren Oekonomierat Müller »Reuhof und Oeko­nomierat Hoffmann- Gießen auf eine 25jäh» rige Tätigkeit im Preisrichterkollegium zurück- blicken können.

Turnen, Sport und Spiel

Der Hermannslauf

der Deutschen Turnerschaft.

Die Eilbotenläufe find in den letzten Jahr­zehnten zu einem beliebten Zugmittel bei den Wettkampf festen geworden. Lind auch Eilboten­läufeQuer durch eine Stadt" und von Stadt zu Stadt erfreuen sich allgemeiner Beliebtheit. Was aber wollen die größten von ihnen bedeuten gegenüber dem gewaltigsten Eilbotenlauf aller Zeiten im Jahre 1913, den die Deutsche Turner­schaft zur Einweihung des Völler sch lachtdenkmals in Leipzig ausgeführt hat? Bei durchschnittlich 200 Meter Laufstrecke für den einzelnen Läufer haben über 40 000 Turner an dem Rieseneilboten­lauf teilgenommen, der von den Landesgrenzen Deutschlands zu der berühmten Leipziger Gedächt­nisstätte führte. Ein Teil des Laufes wurde sogar in Amerika von den Turnern der dortigen deut­schen Turnvereine übernommen. Von Bremer­haven, vom Kniosberg bei Flensburg, vom Emst Moritz Arndt-Denkmal auf Rügen, von Taurog- gen an der russischen Grenze, von der Dreikaiser­ecke In Myslowitz, von der Befreiungshalle in Kelheim, von der Zeppelinwerft am Bodensee, von Straßburg und von Waterloo gingen die Läufe zum Herzen Deutschlands. Eine stattliche Reihe von Rebenläufen, die sich dann mit den Hauptläufen vereinigten, wurden noch angeschlos­sen, so daß insgesamt 8 000 Kilometer zurückge­legt wurden.

Diese Riefenleistung wird im Jahre 1 9 2 5 ihre Wiederholung finden und voraussicht­lich noch erheblich übertroffen werden. Denn die Deutsche Turnerschaft plant in gleicher Weise wie bei der Einweihung des Vollerschlachtdenkmals in Leipzig bei der 50-Iahrfeier des Her­mannsdenkmals im Teutoburger Wald bei Detmold einen Eilbotenlauf, den sie Hermannslauf genannt hat und am 15. und 16. August d. Is. durchführen wird. Es sind insgesamt 12 Hauvtläufe festgelegt, deren Zahl sich durch verschiedene Rebenläufe noch wesentlich vermehren wird. Mit einer Beteili­gung von rund 100 000 Turner und Turnerinnen ist zu rechnen. Infolge der durch den Friedens­vertrag von Versailles bewirkten Verkürzung der deutschen Landesgrenzen mußten die meisten der Ausgangsstellen, des Leipziger Laufs in Wegfall kommen. Diesmal gehen d e Läufe aus von Wil­helmshaven, Lehe. Flensburg, Lübeck, Saßnitz, Gleiw'h, Mahlstatt, Kulm, Kelheim. Zugspitze- München, Lindau. Konstanz, dem Riederwald- denkmal, Saarbrücken, Aachen, Wesel.

Die Durchführung W Liufes w'rd nicht nur einen überzeugenden Eindruck von der organisa­torischen und technischen Leistungsfähigkeit der Deutschen Tnr-e-sch-ft geben, sondern auch, was besonders begrüßenswert erscheint, das Vater» l '.ndische Empfinden weiter Kreise Wecken und zu einer a ewa l tigen Kundgebung des deutschen Volksgemeinschaftsgedan­kens werden.

Durch das Gebiet unserer Provinz Ober- Hessen werden nicht weniger als 4 Hauptläufe führen. Dadurch wird eine starke Anteilnahme des Turngaues Hessen an der Veranstaltung bedingt werden.

(Vitt Fcrdinand-lBoetz-Denkmas.

Am 24. Mai 1926 ist der hundertste Ge­burtstag von Dr. Ferdinand Goey, dem unver­geßlichen langjährigen Führer der Deutschen Turnerschaft. Aus diesem Qlnlaß will die D. T. ihre Ehrenschuld an diesem verdienten Mann abtragen, indem sie die Dr.-Ferdinand-Goeh- Stiftung zur Errichtung deutscher Tumstätten wieder herstelll und leistungsfähiger macht und

tnoem sie oas tDoeyyaus in Lelpz ig-Ltnvenau aB Erinnerungsstätte aus baut. Außerdem ist die Errichtung eines Goetz-Denkmals im Garten die­ses Hauses vorgesehen Ramhafte Führer der D. T., darunter der Vorstand und alle Kreis­vertreter, haben einen Aufruf unterzeichnet, der diesem Zweck dient.

Vom Billard-Sport in Gießen.

Die Klub-Wettkämpfe nehmen täglich ihren Fortgang. Für Samstag sind von Der Wett­spielleitung sehr spannende Partien vorgesehen. Dis jetzt stehen an der Spitze einer Gruppe: Klasse 1: Rubin, Echlegpen, Paulus, Rudolf. Klasse II: Topp, Striber, Jacob jr.. Allendörser. Klasse III: Drescher, Kneip, Muhl jr.

Die Entscheidungsparteien merben in der kom­menden Woche zum Austrag kommen, sie ver­sprechen äußerst spannend zu werden.

Internationale Iubtläums-

Gintadunqs- Schwimmwcttkämpfe veranstaltet am 4. und 5. Avril der Schwimm- flubPo seido n"V. f. D., Lestpzig und der SchwimmsportklubHellas' Magde­burg am 6. und I. April.

Die für Anfang April unbesetzten Ejnladungs- schwimmwettkämpfe der beiden obengenannten Klubs werden zum erstenmal neben Herren» wet.kämpfen auch internationale Damen­wettkämpfe aufweisen. Hierfür liegen bereits von der deutschen Meisterklasse eine Reihe von Zusagen vor, während aus Schweden die nordische Brust- und Freistilmeifterin Hjoerdis Toe- p e l ° Gotenburg kommt. Mll holländischen und Wiener Schwimmerinnen werden noch Unter» Handlungen gepflogen. Von den deutschen Meiste­rinnen haben bereits zugesagt: Die deutsche Meisterin im Freistil» und Rückenschwimmen Frll Anni R e h b o r n , Bochum, die deutsche Brust- Meisterin Frl. Erna Murray, Leipzig, Frl. Tilly Arndt, Gießen, Frl. Lehmann, Dresden, und Frl. Simon, Hamburg.

Eingesandt.

(Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Ainuet übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber k^nerlei Verantwortung.)

Die staatlichen Gebührensätze bei Wohnungsbautea.

In Versammlungen und Zeitungsaufsätzen wird die katastrophale Wohnungsnot unserer Zeit immer wieder festgestellt. In allen Parlamenten des Deutschen Reiches sind Ausschüsse eingesetzt worden, die beraten sollen, wie dieser Wohnungs­not abzuhelfen sei. Viele sogenannte kleine Leute (Arbeiter und Beamte) entschließen sich heute unter schweren Opfern zum Bauen, weil es für sie einfach keine andere Möglichkeit gibt, ent­weder aus ungesunden Wohnungen heraus» oder überhaupt zu einer Wohnung zu kommen. Diele dieser Leute sparen tatsächlich jeden Pfennig zusammen, um nur ja ihr Vorhaben durchführen zu können, vielfach wird die Wohnung schon im halbfertigen Zustand bezogen und erst nach und nach fertiggestellt. Rach meinem Dafürhallen sind es gerade diese Leute, die die Wohnungsnot mit dein besten Erfolge bekämpfen helfen, wenn auch unter den allerschwersten Opfern.

Man sollte meinen, daß gerade diese Leute von den öffentlichen Körperschaften, vor allem vom Staate, auf das Rachdrücklichste unterstützt würden. Wie sieht es aber damit in Wirklichkeit aus? Das Abmessen eines kleinen Bauplatzes in einer Gemeinde, die die Feldbereinigung durch» gesührt hat. berechnet das Staatliche Dermessungs- amt mit etwa 40 Mk. Die Grunlckuchkosten sind viel, viel höher als vor dem Kriege. Die für das Daugesuch notwendigen Lagepläne wurden früher von einem Geometer für vielleicht 8 Mk. gefertigt, heute geschieht dies durchweg von den Staats. V'rmessungsämtem. Diese benutzen dazu die in den letzten Jahren auf Kosten der Gem einden aufgestellten Ortspläne, so daß ein solcher Oageplan in ganz wenig Stunden auf gestellt ist. Berechnet w'rd dafür aber ein Betrag von etwa 25 Mk. Die Stempelgebühren für die Baugenehmigung betrugen früher pro 1000. Mk. Baukosten 1 Mk., während sie heute das Vierfache ausmachen. Genau so verhält es sich noch mit einer weiteren Anzahl Gebühren.

Es ist an der Zeit, daß h'er einmal voo der Oeffentlichkeit dem Staate nahegelegt wird, daß er die Einziehung derart hoher Beträge wenigstens bei Den obengenannten Bauherren unterläßt G. 3.

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