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Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gveryeffen)

Nr. I? Swetter Blatt

Mittwoch, 2(. Januar 1925

feen und II m g c

nachmittag im ...

Der Konflikt in Aegypten

9L Lange

Neuwahlen umzudrehen, und Neuwahlen kommt

hereinwcrfen, um die denn ohne Auflösung man nicht durch.

(Don Emil Ludwig.)

man vom Rasseln der Ankerkette er- der Reede von Alexandrien, fällt der der Neugier nach de n anderen Erd-

Wenn wacht, auf erste Blick

Adreßbuchverlag Schulstraße 7

Fernsprecher 51

Zusammenschluß der Pensionäre.

[j Hine Dersammmlung von Pcnfio» nären und Deamtcnwitwcn aus Gie -

sich Neuwahlen und Diktatur, denn, obwohl 90 Prozent Dauern und Analphabeten, dennoch hat jeder A.'gypter das gleich« Stimmrecht, und nur schwer unterdrückt der europäische Demo­krat rin Lächeln.

Das Attentat, das Englands unerhörte Forderungen auslöste, warf alles um: Zaglul lehnte sie ab (das wollte England), man formte eine Minderheits-, tiielmebr eine farblos folg­same Regierung, die der König Mann für Mann auf Englands Geheiß ernannte, und wenn man gestern Ismail Svdly als Inncnmin.st.r. Partei­mann der liberalen Minderheit, hineinbrachte, so hofft man von diesem tüchtigen Manne, er wird die neuen Scheichs wieder heraus-, andere

Aber weder hat Englaird die Slaudämme bezahlt, noch hat es A.gyplen an feinem Ge- winn an Daumwolle beteiligt: das Land muhte vierzig Jahre lang jeden Stein und jeden Dc- amten zahlen, bekam aber keine Fabriken, da­mit es seine eigene Wolle in Form von Tuch lieber aus England kaufen sollte, dagegen wurde die alte Kornkammer Roms, das Weizenland Aegypten, vor lauter englischer Daumwollc so kornarm. dah cs indische und australische Ge­treide einführen muhte, woran England wieder verdient! Das Volk wurde stumpf erhalten, Eng­land hat in vierzig Jahren die Zahl der An­alphabeten nicht um ein Prozent vermindert, Zölle und Grundsteuer ganz unsozial gegen den armen Fellachen gerichtet, und derselbe Priirz, der heute König A gyptens von Englands Gna­den ist, hat es einst öffentlich verklagt, cs unter-

Frankreich bricht das Londoner Abkommen.

Eine der am heftigsten umstrittenen Fragen <uif der Londoner Konferenz war die Deibehal- tung der Regiee'senbahnen, die schließlich in einem fiii Deutschland günstigen Sinn gelöst wurde. Ab 31. Dezember sollten also nach dein Londoner Abkommen sämtliche Regie- cisenbahner durch deutsche Deamte nbgelöst sein. Frankreich hat jedoch anders beschlossen, es hat eine Sektion Rhenane ge­bildet. die 600 Regiebeamte umfaßt, und deren Zweck darin besteht, durch Desehung aller wich­tigen Eisenbahnknotenpunkte mit diesen Deamten das Londoner 2lbkommen zu umgehen und die Regie in verschleierter Formbei- zubehaltcn. Damit der Vertragsbruch nicht gar zu augenfällig wird, hat man di e Regie- beamten in Uniformen gesteckt und sie dem Desayungsheer angegliedert. In Wirllich- kett haben sie mit der Armee nur soviel gemein, als sie durch stäirdigc Ueberwachung des deut­schen Eis-nbahnverkehrs die Doraussehungen für eine mögliche Wiedereinführung der Regie schaf- kn sollen. ES versteht sich von selbst, daß die Äeichsrogierung gegen diesen Dvrstoh Frank­reichs energisch Front gemacht hat. Das Verhallen der Pariser Regierung zeigt aber wieder einmal, welchen Wert Frankreich auch Verträgen von der Dedeutung des Londoner Abkommens beimißt und dah es ihm garnicht darauf ankommt, auf den alten Wegen weiter zu wandeln, wenn die unterschriebenen Verträge in diesem oder jenem Punkte nicht mit seinen In­teressen übereinstimmen. Da das Londoner Ab­kommen aber nicht allein von Deutschland unter­zeichnet worden ist. erscheint es wünschenswert, wenn die Reichsregierung sich darüber äußern würde, welche Haltung die übrigen Staa-- t e n zu bem französischen Vorstoß eingenommen haben.

Wetzlarer Eisenbahn- und Postwünsche.

Unser Wetzlarer 2 Mitarbeiter schrcibf uns:

Die in den letzten Monaten eingctretencn Aenderungen im Eisenbahnfahrplan sind sehr zum Nachteil der Stadt Wetzlar ausgefallen. Ganz besonders macht sich fühlbar der Wegfall von 3 Zügen: 1. des beschleunigten direkten Per- soneirzugcs 8 Uhr 19 Dorrn, nach Frankfurt. 2. des Schnellzuges von Frankfurt. Wetzlar an 7 Uhr abends. 3. des Abendzuges 9 Uhr 20 von Gießen. Denuht man jetzt den beschleunigten Person-enzug 7 Uhr 30 abends ab Frankfurt, so muß man in Gießen über eine Stunde auf Weiter- fahrt warten. An die Frühzüge von Gießen nach Kaflel, Fulda, Gelnhausen, die zwischen 5 und t Uhr absahren. bestehen von Wetzlar überhaupt keine Anschlüsse. Durch Wiedereinführung des Triebwagenverkehrs zwischen Wel^ lar und Gießen würde den bestehenden Uebel- ständen leicht abzuhelsen sein.

Auch der Po st verkehr läßt viel zu wünschen übrig. Die norddeutsche Post trifft morgens mit den Schnellzügen zwischen 8 und - Uhr in Wetzlar ein und gelangt nachmittags zwi schen 3 und 4 Uhr erst zur Destellung. Die Wiedereinführung der eingegangenen dritten Destellung gegen 11 Uhr vor­mittags und im Verfolg damit die Späterlegung der Nachmittagsbestellung auf 5 Uhr würde dem

teil auf drei britische Kriegsschiffe. Sitzt man dann in Kairo in einer Dar. so betreten zwei britische Offiziere in breiten Schuhen, Z vtl, das Lokal und legen, da sie von feindlichen Blicken umfeuert werden, laut unb langsam zwei Revol­ver auf den Tisch.

Trotzdem ist alles ruhig, die Schiffe para­dieren nur, die Offiziere affektieren nur, und wenn Sonntags ein paar hundert kakigelbe Eng­länder mll Musik durch die Hauptstraßen mar­schieren, so ist das Problem durch Macht und .Furcht auf die simpelste Weise gelöst. Das will das breite Lachen der Herren dieses Landes sagen, toeim das Wort Revolution fällt. Aber sie ist da wie in Indien, sie wird jahrelang schleichen, wie sie feit 20 und wieder seit 5 Jahren hier schleicht, nur daß man sich an einen Zustand rasch gewöhnt und nur bei Explosionen aufschrickt. Die letzte, die Ermor­dung Sir Lee Stacks, der in Aegypten etwa die Stellung von Liman v. Sanders in Starnbul, dazu daS Kommando im Sudan hatte, ward bis Europa gehört, nachdem über 20 pol t sche Morde in den letzten drei Jahren, begangen an briti­schen Deamten, Offizieren, Soldaten, mehr oder minder verschwiegen wurden. Dieser letzte Mord nun kam den Engländern sehr gelegen. Nachdem sie mit dem verteufelten Zaglul man spricht ihn hier Sarlül nicht fertig wurden, nachdem selbst Macdonald, als Premier imperialistischer, als er's vor- und nachher wahr haben will, nur Intransigenz sand, hat der Schuß des Unbe­kannten England endlich Gelegenheit zu eisernem Zugriff gegeben.

Vorwand, nicht Recht. Denn so gew'ß <4 sich schützen muh, wenn es einmal Protektor spielt, so hat cs durch maßlose lleberforberung den Dogen überspannt und in seinem Ultimatum von Himmel und Hölle Ansprüche herbeigeholt, die niemand annehmen konnte.

Zaglul war nur ein Symptom Seit der Weltkrieg England in völligen Desitz des Landes und des Kanals gesetzt, zugleich aber durch di« Phrase vom Schutz der kleinen Völler sich pein­lichen Forderungen ausgesetzt hat, wird es die spät erwachten Geister nicht los, und was Kemal mit seinen zähen Truppen trotz der Niederlage der Türkei erreicht hat, das wollen seine Drüder, die neutral waren, erst recht, obwohl Aegypten weder einen eisernen Führer hat noch kampf­erprobte Truppen.

Aber die Bewegung ist nicht nur eine natio­nale, auch eine mohammedanische, und dieselben Türken, die früher ihre Drüder in Aegypten nicht leiden konnten, werden heute vom Volksmund hergebetcn, sie mögen die Un- (crtoorfencn hier vor England retten. Der Kö­nig in Kairo, der seines Vaters Tatkraft kaum, nur dessen Charakter geerbt zu haben scheint, fürchtet seinen Neffen, den abgesehten Khediven in Angora mehr, als dem Protektionskind Eng­lands zuzulommen scheint.

Groß ist wahrlich die 'Bewegung Aegyptens, inb der Haß eines Freiheit erftrebenben Volkes gegen seine Ci-devant Wohltäter spricht^ aus Menen, Augen und dem rauhen französisch, in dem sie dem Fremden ihre Rechte darlegen. Aiemand nimmt sich aus, hier ist eine Stimmung, wie am Rhein anno Poincare! Man fühlt ßanb und Macht weggenommen, kann sich nicht wehren, macht sich in Attentaten Luft und hält so todes- gewiß zusammen, daß keiner die Täter verrät, ob­wohl an den Mauern 10 000 Pfd. dem Angeber versprochen werden. Diese Stimmung hat Zaglul, wo nicht geschaffen, doch geprägt: ein Fellachen- sohn. auf der arabischen Ilniversität gebildet, bald 2ldvokat, R chter, Pol liker, immer aber Dema­goge, ganzend als RHner. und in den letzten Jahren von England törichterweise auch noch zum Märtyrer gemacht, denn sie hatten ihn bis nach den Seychellen verbannt, wo der Siebzigjährige erkrankte. Was wunder, daß er, als die Ver­fassung kam, mit erdrückender Mehrheit in das erste Parlament Aegyptens einzog, Chef der Regierung und mit über 200 gegen etwa 20 Stimmen Herr und Echo des Landes wurde.

Rasch nutzte der Schlaue die Macht, entsetzte Dido hundert Scheichs, die die stumpfen ^achen in Lvrsgruppen beherrschen, und sicherte

Was aber find das für Wahlen? Was be­greift bet Fellache von A suan, dem nichts auf Der Welt interessiert, als der Wasserstand des Nils? Gibt es hier schon einen Volkswillen, der übet die kleine Million Kairoten hinaus gültig ist, von der die Hälfte Ausländer sind? Ist Aegypten das ist das Problem heute schon so weit, wie vor einem halben Jahr­hundert die Dalkanvölker. die auch Analpha­beten. Dauern. Halbasiaten waren und doch Staaten gefördert und gebilbet haben? Ist eine Revolte schon Symptom staatsbildender Kräfte? Darf Europa Aegypten den Aegyptern schon überlassen?

Die Geschichte beantwortet diese Fragen nur unvollkommen, denn jenes Aegypten, das bis zum Kriege türkisch und seit vierzig Jahren zugleich englisch war, also doppelt gebunden, konnte nicht erweisen, was in ihm lebt Lord Cromers Buch. das seine fast 25jährge Regie­rung ohne Eitelkeit, aber viel zu englisch bar» stellt, läßt nur den unterdrückten Staat erstehen und spricht von ihm mit bet Sympathie des unerreichbar lieberlegenen, cs scheint, er hat dies Volk nicht fürchten gelernt. Die Witwe des ermordeten Generals wird anders reden. An politischen Morden darf niemand vorbeisehen, mit Sühne ist da noch gar nichts getan und hier fehlt sogar die Sühne. Dei solcher Leichen­feier ist die Stunde der Einkehr gekommen, und das politische England fragt sich heule: Welches sind unsere Verdienste um dies Land, außer dem, was wir daran verdient haben?

Zweifellos sind sie groß. Der Nil. der große Vater, von dem dies Land abhängt, ist weder von Mehmed Ali noch in der Mitte des Jahrhunderts von den Franzosen vollkommen aufgestaut und reguliert worden: erst als um 1890 England hierin reuhierte, stieg die Daum- wollernte im Della auf das Doppelte, und nach­dem um 1900 die drei großen Sperren in Ooer- agypten aus Englands Händen hervorgegangen waren, stieg der Wert der Delta Daumwolle von 6 auf 17 Millionen Pfund. Zugleich be­reinigte England die Finanzen dieses ewig ver­schuldeten ßanbeä, so daß es heute mit -mosten älLberschüsseu arbeitet.

sammenschluß der einzelnen Derussstände könnten deren einzelne Interessen in gerechtem Maße ge­wahrt werden. Der Hessische Pensionär­verein. dessen Zentrale in Darmstadt ist. hab' zwar schon verhältnismätz g recht viel geleistet und man müsse den dortigen Herren, die bk Sache der Pensionäre mit soviel Geschick und Eifer vertreten hätten, zu besonderem Dank ver­pflichtet fein. Aber in Oberhessen habe sich bis jetzt nur ein sehr bedauerlicher Mangel an Interesse für jene so wichtigen Bestrebungen gezeigt Es sei kaum glaublich, daß in der ganzen Provinz sich nur in zwei Orten, in Büdingen und Friedberg. Gruppen von Pensionären gebildet hätten, daß nicht einmal in der Pro- vinzialhauptstadt sich eine Ortsgruppe befände. So fei es denn besonders dankbar zu begrüßen, dah Oberrea'lehrer Kahl vom Vor- stände des Darmstädter Pensionär. Vereins, der sich eingehend mit diesen wich­tigen Fragen beschäftigt habe, sich zu einem Derichte über die bisherige Tätigkeit des Hessi­schen Pensionärvereins und die Verhältnisse bei Pensionsbeamten bereit erklärt habe.

Der Dorlitzenbe erteilte hierauf Hern Kahl das Wort. Die'er schilberte in längeren, beweiskräftig begrünbeten Ausführungen die ge­radezu trostlose Lage der Pensionäre. In bei gleichen Weise dürfe es nicht weitergehen, sonst nähme die Verelendung Weller Volkskreisc ge­radezu gefährliche Formen an. Als besonders verderblich erscheine bas sog.S p e r r g e s e tz", das von Derlin aus in einer völlig ungerecht­fertigten, geradezu willlürltchen Weise ergangen fei und jeden Fortschritt zum Bessern der Lage in den einzelnen Ländern hindere. Unverständ­lich aber sei geradezu, daß immer noch an der Scheidung zwi chen Alt- und Neupensionären festgehalten werde, an der verschiedenartigen De- Handlung von solchen, die vor oder nach dem 1. April 1919 in den Ruhestand getreten seien. Dor allem müsse diese Unterscheidung, die von allen deutschen Parlamenten verworfen und ab­geschafft worden sei, jetzt endlich aufhören. Herr Kahl bewies,, daß außerd'm noch folgendes zu erstreben sei: 1. Völlige Aufhebung des sogen. Sperrgesehes, 2. Schaffung eines neuen Cßefok dungs- und Pensionsgesetzes, 3. grundsätzliche Festsetzung, daß alle neuen Bezüge und Vor­teile der aktiven Beamten automatisch auch den im Ruhestand befindlichen Beamten zugute kommen, 4. eine Festsetzung des Ruhegehalles bei Pensionären auf 90 Prozent und bei Witwen auf 75 Prozent. Redner bezeichnete auch eine ..Hausstandszulage", wonach jedem Empfänger des Ruhegehalts' eine Zulage zu gewähren fei. wenn der Haushalt eine besondere Wirtschaf­terin notwendig mache, als Erfordernis der aus­gleichenden Gerechtigkeit Diese Ziele seien der berechtigte Wunsch aller Mitglieder der deut­schen Pensionärvereine, die jetzt bereits 150 000 Mitglieder zählten und durch einen feftgefügten Reichsverband einmütig und geschlossen auf­träten. Eine bedeutende Vermehrung der Mit- glleder sei sicher. An diesen Wünschen aber könne die Gesetzgebung nicht gleichgültig vorübergehen. DerDeutsche Deamtenbund" müsse immer, wie bisher geschehen, mit dem Reichsverband der deutschen Pensionärvereine Hand in Hand gehen.

Professor Dr. Roesch en gab dem allge­meinen Beifall, den die klaren Ausführungen des Redners fanden. Ausdruck durch eine herz­liche Danksagung. Darauf forderte der Vor­sitzende, nach einer Aussprache, worin einzelne 'Fragen noch eingehender erörtert wurden, zur Gründung einerOrtsgruppe Gie­ßen und Umgegend" auf. Er fand allgc meine Zustimmung: es traten sofort 52 Mit glicber bei, so daß der Verein als begründet er Härt werden konnte. In den Vorstand wur­den gewählt: Geh. Forstrat Srautmann, Akiuar Lind. Dahnbeamter Siebert, Werk­meister Otto Müller, Frau M e n g e l Witwe. Sodann einigte man sich über die Grundzüge der Satzungen: als Jahresbeitrag wurden 3 Mk. sestgeseht. Hierauf schloß der Vorsitzende die er­folgreiche Tagung mit der Dille, in den be­treffenden Kreisen für die gute Sach^ zu wir- len, vor allem auch Abgeordnete dafür zu iw teressieren.

Auch in Grünberg. Laubach. Schot- ten und in allen übrigen größeren Orten der Provinz sollen noch weitere Gruppen des Hess. Pensionärvereins gebildet werden.

r g e g c n b fand am SamStag- .Heffi'chen Hof" in Gießen statt. Die sehr gut besuchte Versammlung wurde von Pros. Dr. R o e S ch e n - Laubach geleitet, der nach den einlellenden Begrüßungs- und Dankes- worten für daS zahlreiche Erscheinen zunächst dar­auf hinwies, daß c» heute mehr denn je notwendig sei. daß die einzelnen Interess:.tgruppeir sich eng zusammenschlössen, denn nur durch festen Zu-

drücke die Fellachen. Heber vierzigtausend arme Dauern sind enteignet worden, weil sie die Grundsteuer nicht herauswirtschaften konnten. Tausende englischer Deamten, die hier nicht unter 30 Pfund monatlich anfangen, während die an­deren 12 bekamen, fordern jetzt übertriebene In­demnitäten, wenn sie Weggehen sollen.

Aegypten hat gezahlt, Aegypten schuldet England keinen DanL Damit aber ist das Pro­blem nur von der einen Selle aufgcroÖL Man kann im Recht fein, ohne regieren zu können. Die Aegypter, erkennend, was ihnen fehlt, sagen dennoch: Wir wollen uns lieber schlecht und selber regieren, als einer fremden, besseren Re­gierung gehorchen. Alle drei Parteien: Zaglu- listen. Nationalisten, Liberale fordern Selbstän­digkeit, nur in den Mitteln unterscheiden sic sich. In diesem Punkte ist die Dewegung rein idealistisch: es ist die Forderung des neuen Jahr­hunderts, es ist die Befreiung der Farbigen.

Frellich stecken dahinter Wünsche und Rcs- senttments einzelner Führer. Zaglul ist so ehr­geizig. daß ihn der jetzige König früher mll den Worten fernhielt:Wenn ich Zaglul zum Premier machte, so würde er erst Präsident der ägyptischen Republik und dann Khalif werden wollen." Seine türkische Frau soll als Motor hinter ihm wirken. Dazu kam persönliche Feind­schaft mit Lord Allenby, der noch vom Kriege her alsHigh Eommissioner" hier residiert, ob­wohl das Land indessenunabhängig" gewor­den. Wenn aber er und alle, besonders die technischen Beamten, morgen abgingen würde die Verwaltung und vor allem, würde der Nil ruhig weiter laufen? Die besten Aegypterfveunde, die ich hier sprach, bezweifeln es.

ßäfjt man aber selbst diese Entwicklung zu Nutz und Schaden der eingeborenen und der dadurch prädestinierten Herren des Landes offen, so bleiben zwei andere, um die sich der ganze Handel schon heute dreht und die nächsten Jahre drehen wird: das ist der Kanal und der Sudan. Hier, am Suez und an Kartum, hängt die eigent» ttche Frage Aegyptens.

Adreßbuch der Stadt Gießen 1925

Die Hauslisten werden während der nächsten Tage bei den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern durch die zuständigen Revierpolizeibeamten abgegeben. Jur Erlangung einer ein­wandfreien Einwohneraufnahme ist es erforderlich, daß jeder selbständige Hausbewohner seinen Eintrag eigenhändig vor­nimmt, und zwar muh der Eintrag in der Reihenfolge der Stockwerke erfolgen. Nach einigen Tagen werden die Listen von der gleichen Stelle wieder eingefordert, bei der sie nieder­gelegt wurden. Die Einwohnerschaft Giehens wird dringend darum gebeten, die Aufnahmearbeit durch sorgfältige Einträge und pünktliche Bereitstellung der Listen freundlichst zu unter­stützen. Nur so kann die dem Vorteil der Allgemeinheit dienende Genauigkeit des wichtigen Nachschlagewerkes erzielt werden. Der Bezug des Adreßbuches wird nur bei vorheriger Bestellung durch die Hausliste gesichert.

Der Geschäftswelt

zur Benachrichtigung, dah der Anzeigenanhang des Adreßbuches baldigst abgeschlagen werden muh. Es wird deshalb hiermit nochmals um Einsendung der Anzeigentexte oder doch um An­gabe gebeten, welcher Raum freigehallen werden soll. Es sei auch nochmals darauf hingewiesen, dah nur die Adressen der Anzeigendefteller in sämtlichen Verzeichnissen des Adreh­buches ohne besondere Kosten durch auffälligen Fettdruck und unter Hinweis auf ihre Anzeigen hervorgehoben werden können; außerdem erfolgt die kostenlose Einfügung unter zwei Gruppen des Geschästsverzeichnisses. Diese Vorteile sind nur den Anzeigenbestellern Vorbehalten. Anzeigenpreise: vierteiseitige Anzeige 25 Mark, halbseitige 45 Mark, ganzseitige 80 Mark.

Den Vereins- und Kassen-Vorständen wird es erwünscht sein, daß wieder ein Verzeichnis der Ver­eine und Kassen in das Adreßbuch eingefügt werden soll. Da die e Adle lung in der Ausgabe 1914 zuletzt gebracht wurde, ist eine vollständige Neumeldunq erforderlich. Es werden deshalb alle Vereins- und Kasten-Vorstände oder ihre Vertreter gebeten, binnen acht Tagen folaende Angaben schriftlich einzureichen: 1. Name des Vereins oder der Kaste, 2. Zweck (Bitdungs-, Ge- selligkeits-, Sport-, Wohllätigkeits- ufw. Verein), 3. Name des Vorsitzenden, 4. Vereinslokal. Nur die Aufnahme derjenigen Vereine, Verbindungen, Kasten und Gesellschaften kann gewähr­leistet werden, deren Vorstände rechtzeitig und genau schrift­liche Meldung erstatten.

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