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Fräulein Fob.

Roman von Anders (Sic.

I.

Fräulein Lisctte meine Frau.

Herr Fellips unter!)tüdtc einen 5iudj zwi- sch:n den Lippen und sah mindestens zum l.ntcnmal auf die 11 ßr ober dem gluhlicht- , c fetten tiameschild des Eckcafes Dahrhaflig. Sieben Minuten nach acht. Man genierte sich g.u nicht. Sie Götter wühlen, ob es nicht das r«ch- ligftc und klügste wäre, noch ein paar Schritte weiter zu gehen, um die Eck zu biegen, sich am nächsten Halteplatz ein Auto zu nehmen, in den <\(ub z.: fahren und die Betreffende mit langer Aase stehen zu lassen, sie sollte sich dann nur die Äugen herausschauen . . .

Cm solch kleines ... ja, kurz und gut, ein solch kleines Frauenzimmer!

Der Dankdirekloc wandte sich auf den Ab­sätzen um eine zugleich zornige und unent­schlossene Kchrteuchwendung und wandte sich noch einmal ldas letztemal, schwor er sich!) zum Thecttereingang <$u seinem Aerger sah er, daß die Menge von Autos, Wagen, Herren mit Zy­lindern, Damen in Pelzwerk, Bedienten in Lio- icen und von schnatternden Backfischen, die alle zusammen gerade noch wie ein ungeheurer Bie­nenschwarm an den Säulen des Theatereinganges hingen, plöckich verswwunden war. Jehl war es nur mehr der eine oder andere spätkommende Theaterbesucher, der eilig, mit ausgeschlagenem Rockkragen, zwischen den Säulen in das Gebäude schlüpfte und in seinen Taschen schon nach dem Billel und dem Kleingeld für die Garderobe suchte Und hinter jedem von ihnen schwankte ein phantastischer Schlagschatten auf dem Riesen­globus im Säulengang, von wo aus das blau- tiolette Licht in alle Winkel und Ecken sprühte bis hinauf zu den halbverwitterten Säulenkapi- tälen mit der langen Reihe grinsender Medusen­masken

Der Theaterportier in seinem langen, gift­grünen, vorn und rückwärts mit schweren Gold­stickereien besetzten Rock schloß die beiden Flügel- türen Rur die mittlere lieh er offen flehen.

3m Saal war also der Dartzang i 4

gangen, und noch war immer nichts s'.ch: ' t-on der jungen Dam. im dunkelroten Ab:nd mantei mit dem imitierten Hermelin besah und mit dem schwarzen Sam'barckt d s krä cui dem einen Ohr sah.

Herr Fellips begann die Situation mehr lächerlich als ärgerlich zu siirdea. Da hatte er sich. Harry Fellips, der v eibegehrt?, von ein paar lustigen Mädchenaugen verleiten lassen, einen ganzen, langen, kostbaren Ab:n) zu opfern, einen Abend, um den die Damen der Gesell­schaft ohne Prahlerei gesagt eine mit einer Riederlage gekrönte Schlacht ausgekochten hätten. Und da lieh man iyn warten, warten wie einen Seminaristen o'o?r Kadetten wenn überhaupt nicht die Absicht bestand, ihn ganz einfach an der Rase hrrumzuziehen und fand Fasson auszubleiben Wer war denit dies, der sich eine solche Kühnheit erlaubte? Eine Fürstin von irgendeinem französischen Gut, eine Herzogin von einem englischen? Keineswegs. Eine Kellnerin, ein Easemädchen, ein kleines Fräulein Lisa ganz unbekannten Rennens, eine junge Dame mit Serviette und Kuchentablette, aus dem Hotel Imperial.

Herr Fellips faßte einen Entschluß. Ich werde jetzt, sagte er sich, genau so lange warten, als ich brauche, um das Plakat dort an der Säule zu lesen Aber auch nicht eine Minute länger

Die Schrift auf dem blaß.otc r Plakat hatte zentimeterhohe Buchstaben He Fellips konstatierte, daß er nicht einmal eine Ahnung von dem Titel des Stückes gehabt hatte, für das er sich eine Loge hatte reservieren lassen. Jetzt las er ihn und schmunzelte.Fräulein Lcktttt - meine Frau." Richt übel. Das war ungefähr so, wie er sich den Schlußakt in ihrem kleinen Abenteuer gedacht hatte: Fräulein Lisa meine Frau. Frau natürlich mit Beibehaltung des Fräuleintitels

Weiter.Farce in drei Akten." Ganz richtig. Farce. Das ganze luftig und sorglos, da unb dort auch drollig . . . aber warum nur drei Akte? Aus Rücksicht auf den nächtlichen Schlaf, nun ja, aber bei Gott, zum Schlafen hat man Zeit genug, wenn man alt wird, oder, wenn

nicht swon t über, f 1 d^ch im Grab Hr: Fellips brschlob sofort, originell zu sein und eine Farce in zwölf Altcn zu machen wenn die ersten ver­lockend genug wären .

Es hatte begonnen. auf der Si.aste, am gleichen Tag. Rach einem Lunch, der sich etwas in die Länge gezogen, hatte der Bankdirektor große Eile gehabt, um noch rechtzeitig zu einer Konferenz mit dem Berwaltungsrat ber ncuge- bildcten Aktiengesellschaft zu kommen, und da mußte er an einer Menge von Leuten vorbei, die sich vor den Auslagefenstern des Iuwelier-s Frcscatello drängten. In der Eile und in der Dämmerung es hatte an diesem Tag? schon um drei Uhr zu dunkeln begonnen hatte er dort eine Dame in langem dudlelrolen, mit Hermelin garnierten Mantel und einem schwarzen Santt- barett beinahe vom Trottoir hinabgestoßen . . .

Verzeihung," sagte Herr Fellips artig und lüftete den Zylinder,ich bitte taufendmal um Entschuldigung "

Da wandte die junge Dame ihm ihr Gesicht zu. Herr Fellips merkte sofort, bah ihm die Züge bekannt waren, man sieht nicht so oft ein so lel>haftes und sympathisches Gesicht und daher lüftete er noch einmal seinen Hut

Daß ich nur so ungeschickt sein konnte", sagte er in dem richtigen Tonfall fchinerzlichen Bedauerns,aber ich versichere Sie. es war nur ein unglücklicher Zufall."

Es ist nichts geschehen", versicherte das Mädchen. Und dabei nickte es, als ob es sagen wollte: sehen Sie ihre eilige Wanderung nur fort, mein Herr W

Aber Herr Fellips schien d'.e Berwaltungs- ratslitzung der Aktiengesellschaft ganz vergeben zu haben. Er mußte zuerst wissen, wer es war, dieses rafenb süße Ding, dessen Glicht er so gut wieder erkannte, dessen Ramen samt den übrigen Umständen ihm aber gänzlich aus dein Gedächtnis gefallen war. Aus alter Gewohnheit ließ er sich niemals eine Gelegenheit entgehen, ohne sie, zum mindesten prov sorilch für alle Fälle auszunützen

Gestatten Sie, daß ich Sie einige Schritte begleite?"

Gerne, Herr Fellips."

< war alb er t Zum Teufel, wer war sie nur ?

..Wissen Sie. was biflina er das Gespräch, während seine Gedanier kreuz und quer wie ein paar I.igohnnde licke, und 11 seine Erinnerung nach Stiwpunkten witterten,wissen Sie, Fräu­lein, daß dieses kleine Mißgeschick auf dem Trottoir gan- bestimmt ein besonderer Wink des Schicksals war. - der Wink eines gnädigen Schicksals."

.Glauben Sie?'

Der Ton. der auf dem ersten Wort lag, hatte eine Spitze, aber sie war noch nicht sichtbar.

Das sicht ein Kind ein", antwortete Herr Fellips ganz sicher wolle., 6,e. daß ich Ihnen die ganze Kelte der Ürfacßm auf rolle?"

Tun Sie es", nickte das Mädchen

Also: Glied eins der Klub hatte heute einen neuen Koch bekommen, dieser Koch war nervös unb batte nid)' mehr an meine Omelette fines herbes gedacht Glied zwei ich verspätete mich um eine halbe Stunde und mußte, gegen meine Gewohnheit, zur Bank beinahe laufen . .

Hier unterbrach ihn die junge Dame

ilnb i.-rt gehen Sie >? ?'

Herr Fellips hatte nur ein Achselzucken.

Der Berwaltungsrat muß warten."

Glied drei,' spottete das Mädchen,bie Bank macht Konkurs "

Rur langsam", bremste der Bankdirektor mit einer Heiterkeit, die seiner Stimme ganz gut stand,bis wir dorthin kommen, gibt es noch sehr viele Glieder. Geben Sie zu, daß ich Sie heute nicht getroffen hätte, wenn ich an der gleichen Stelle eine halbe Stunde früher langsam 1 Drbcigegar.gr n wäre?" (Es muß in, vorigen Sommer gewesen sein, daß ich die Kleine ge­troffen habe, aber too nur. wo nur???)

Dor einer halben Stunde befand ich mich am andern Ende bei Stabt", gab die junge Dame zu.

Sehen Sie Ziehen wir nun Den Schluß. Wenn der Klub heute nicht einen neuen Koch bekommen hatte, und wenn dieser Koch nicht nervös gewesen wäre, wären wir wahrscheinlich -monatelang aneinander varbeigegangen, ohne uns zu treffen. Bietteicht das ganze Leben lang."

(Fortsetzung folgt.)

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Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stadt Gießen findet tote folgt statt: Mittwoch, den 17. Juni, nachm. von 3 bis

5 ilhr Impfung

Mittwoch, den 24. Juni, nachm. 3 bis 3". Llhr Rachschau, Impfung von 3* . bis 5 Ußr.

Mittwoch, den 1. Juli Rachschau von 3 bis 3* z Ahr, Impfung von 3* bis 5 ilßr.

Mittwoch, den 8. Juli. Rachschau von 3 bis 4 Uhr

im Impflokale - Turnhalle der Stadt- Mädchenschule, Schillerstraße 8.

Impf pflichtig im laufenden Kalender­jahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder und die noch nicht geimpften aus früheren Jahren.

Die hiesigen Einwohner, die impf­pflichtige Kinder haben, werden zu diesen Impfterminen, in welchen j die Impfung der Kinder unentgeltlich vorgenommen wird, eingeladen.

Wer hierzu nicht erscheint, muß fein impfpflichtiges Kind bis zum Iahresschluß auf feine Kosten impfen lassen. Geschieht dieses nicht, so wird ihm im Januar nächsten Jahres eine Frist von 4 Woche,, zur Rachholung der Impfung unter Straf- andrvhung gefetzt-

Alle in einem der vorgenannten Impf- termine geimpften Kinder müssen in dem acht Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals erscheinen.

Kinder, die wegen Krankheit von Der Impfung zurückgestellt werden sollen, können gleichfalls an diesen Tagen dem Impfarzt vorgestellt werden.

Die Impflinge müffen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. Es wird nur an einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpf- inftitut geimpft.

Aus Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, Dürfen Kinder nicht zu Den Impfterminen gebracht werden

Gießen, den 11. Juni 1925.

Der Oberbürgermeister.

__________I. D-: Pr. Sei b. 59568

Bekanntmachung.

Diehmarkt in Gießen

Der nächste Biehmarkt findet wieder am 23. und 24. Juni 1925 statt und zwar Dienstag, den23.Juni,Rindviehmarkt Mittwoch, den 24. Juni, Schweine-

unb Echlachlviehmartt.

Die Austriebszeit zum Rindviehmattt ist am Markttage von 78 Uhr vormit­tags, vor diesem Zeitpuntt Darf das in Den Einstellstallungen untergebrachte, noch nicht untersuchte Bich nicht auf Die Straße gebracht werden. Für Den Schweine- und Schlachtviehmarkt flndet Der Auftrieb am Markttage von 89', Uhr vormittags statt.

Gießen, Den 20. Juni 1925.

Der Oberbürgermeister.

_______I. B.: Klinafpor. 61428

Bekanntmachnng.

Die überdeckten Marktlauben-Derkaufs- ständo werden für die Zeit vom 1. 7. 1925 bis 30. 6. 1926 am Samstag, den 27. Juni 1925, vormittags 11% Uhr an Ort und Stelle meistbietend versteigert

Gießen, den 20. Juni 1925. 61618

Der Oberbürgermeister. I. D. Klingspor

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seine Einkäufe

Verteilungsstelle, in tätigt. Quittung Lagerhalter ausgeste Verteilungsstellen.

stellen umgetauscht werden. - Markenbeutel und Markenkarten sind in allenVerteilungsstellen zu haben

Am 30. Juni 1925 schließt unser 24. Geschäftsjahr und müssen deshalb bis dahin die kleinen Rabatt-

r Ablieferung wird vom Alles Nähere in den DER VORSTAND.

werden die Markenkarten (volle und auch zum Teil beklebte) unter Beifügung der neuen Anteilkarte abgeliefert, und zwar von jedem Mitglied in der

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Die Pflaster- und Teerarbeiten zur Be­festigung des nördlichen Bürgersteiges der Kaiserallee von der Moltkestraße bis zum Trieb sollen öffentlich vergeben werden. Angebote auf Vordruck find bis spätestens Freitag, den 26. ds. Mts., vorm. 11 Uhr bei dem Stadtbauamt, Asterweg Nr. 9, abzugeben. Angedotsvordrucke find daselbst erhättlich. Zuschlagsfrist 8 Tage.

Gießen, den 19. Juni 1925. 61628

Stadtbauamt. Braubach.

Bekanntmachung.

Die Lieferung von etwa 1600 Zentner süßem Wiesenheu, beste Qualität, ist zu vergeben.

Die Lieferung kann geteilt werden, auch wird sich der Ankauf einzelner Fuhren Vorbehalten.

Die Anlieferung hat möglichst frei Boden zu erfolgen; es wird hierbei sür Fuhren innerhalb Der StaDt das Fuhr­werk (2 Wagen) einschl. Fuhrmann gestellt.

Falls eine Anlieferung frei Boden nicht übernommen werden kann, ist der Preis frei Bahnhof Gießen einzusetzen, der auch in Den Angeboten frei BoDen anzugeÄn ist.

Angebote sind bis einschl.3V.Juni 1925 an die unterzeichnete Berwaltung einzu- reichen, die auch nähere Auskunft erteilt.

Gießen, den 13. Juni 1925. 6006c

Verwaltung der Beterinärklinilen Gießen.

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