Ausgabe 
20.2.1925
 
Einzelbild herunterladen

Bettenhausen, 19. Febr. ®te tjeutiyc Holzversteigerung tm Markwald ergab folgende Durchschnittspreise: Duchenscheil la,33 Mark, Buchenknüppel 13,35 Mk., Eichenknüppel 8,60 Mk., Buchenstöcke 7 Mk., Eichanitöcke 6,30 Mark, Duchenceiser 3 Mk., Tichenreiiec 1,80 Mt, je Raummeter.

Kreis Friedberg.

4 Bad-Nauheim, 19. Febr. In der Stadtverordnetensihung am 13. Januar b. 3. war von der Linien unterBesprechungen" die An­frage gerichtet worden, ob es zweckmäßig sei, dah in der Oberrealschule das Aufsatzthema Unser Kaiser" behandelt worden sei. 3n der dieser Tage stattgefundenen jüngsten Stadt­verordnetensihung verlas der Bürger­meister ein Schreiben der Ernst-Ludwrg- Schule, das in der Angelegenheit völlige und allseits zufriedenstellen de Auf­klärung gab. Aus sozialen Gründen hat man drei Schülern einer der Mittelklassen die Be­nutzung eines alten Lehrbuchs gestattet, das noch einen kurzen Aufsatz überUnser Kaiser" enthält. Die Kinder benutzten dieses Lesestück als Unter­lage für eine häusliche Arbeit. (Biel Lärm um nichts! Die Redaktion.) Wieder beherrscht eine Frage allgemeinwirtschaftlicher Ratur das gemeindepolitische Interesse. Die Stadt besitzt seit Jahren einen selbständigen Arbeitsnach­weis, der sich mit Rücksicht auf die Vielseitig­keit des Erwerbslebens besonders in der Saison als äußerst segenbringend erwiesen hat, so daß er heute kaum noch entbehrt werden könnte. Der Arbeitsnachweis hat sich selbst getragen, ohne dem Staat und der Stadt besondere Kosten zu verursachen. Da es hier zum Teil durch seine Tätigkeit Erwerbslose kaum gibt, konnte er sogar einen stattlichen Fonds ersparen, der die Möglichkeit gibt, daß Arbeitnehmer und Arbeit­geber kaum noch etwas an Beiträgen durch Lohn­abzug beizusteuern haben. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft beabsichtigt nun, wie ver­lautet, den hiesigen Arbeitsnachweis a u f z u - heben, so daß künftighin die Arbeitsvermitt­lung durch den Arbeitsnachweis am Kreisamt Friedberg erfolgen mühte. Für die Hotelindustrie vor allem wäre das eine bedeutende Erschwernis, aber auch alle anderen wirtschaftlichen Verbände würden geschädigt. In allen Bevölkerungskreifen wünscht man daher, daß unsere Dadestadt mit ihren im ganzen Lande vereinzelt dastehenden besonderen wirtschaftlichen und Erwerbsverhält- nissen ihren selbständigen Nachweis auch weiter­hin behält. Die Bürgermeisterei hat sofort den Verwaltungsausschuh des Arbeitsnachweises zu einer dringenden Sitzung einberufen, die gegen die geplante Aufhebung Einspruch erhob. Auch die Stadtverordnetenversammlung, die wirtschaftlichen Verbände, die Gewerkschaften usw. werden sich mit dieser für Bad-Rauheim so wichtigen Angelegenheit zu befassen haben. Die Vereinigung des Bad-Nauheimer Einzelhandels hat in ihrer Generalver­sammlung bereits den Beschluß gefaßt, alles Mögliche zu tun, dah der Arbeitsnachweis als selbständige Einrichtung hier bestehen bleibt.

sf. Friedberg, 18. Febr. Eine auf heute nachmittag in dasDeutsche Haus" einberufene Versammlung zur Gründung einer neuen Partei, die den RamenEvangelische Volks­gemeinschaft" führen soll, war nicht sehr zahlreich besucht. Der Vorsitzende der Versamm­lung, Pfarrer Hamburger -Staden, legte in seiner einleitenden Ansprache die Gründe dar, die veranlaßten, den vielen schon bestehenden Parteien noch eine neue hinzuzufügen. Er übte scharfe Kritik an allen bestehenden Parteien, von denen keine, auch nicht die, von denen man es hätte erwarten dürfen, die Belange des evan­gelischen Glaubens und der evangelischen Kirche mit dem nötigen Eifer und der nötigen Energie vertreten hätten. Gegenüber dem wachsenden Ein­fluß und den Bestrebungen des Zentrums müsse auO die evangelische Kirche auf der Hut sein und ihre Interessen verteidigen. Der Hauptreferent, Pfarrer Weidner- Oberlais, entwarf dann in großen Zügen das Programm der neuen Partei

Die Oberwälder.

Roman von AlfredDock.

A. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Ein gut Teil von der Gemütsfreudig- keit des Großvaters lebte in dem früh verwaisten Enkel wieder auf. Der war von einem Verwandten für das Seminar in Friedberg herangebildet worden. Obwohl er sich keineswegs durch besondere Kenntnisse auszeich­nete, hoben ihn doch seine Schlagfertigkeit und eine eigene Art, Menschen und Dinge zu be­trachten, über den Durchschnitt der Zöglinge hinaus. Er wohnte bei einem Kaufmann, der nach des Tages Last und Hast öfter das Bedürf­nis fühlte, einer guten Flasche den Hals zu brechen, und in dem jungen Seminaristen einen verständnisvollen Genossen entdeckte. Mit einem nicht grade glänzenden Abgangszeugnis verlicH Weilandt die Anstalt, um seine Lehrbefähigung zuerst an einer Pridatschule in Mainz zu erwei­sen. Dort geriet er in den Strudel rheinischen Lebens, wobei er seine guten Grundsätze manch­mal in die Ferien schickte. Just, da die Wogen am höchsten gingen, ward ihm die freigewordene Lchrerstelle in dem entlegenen oberhessischen Dörfchen übertragen. Die Berufung goß Wasser in seinen Wein, doch sah er sie als einen Wink des Schicksals an. In aller Stille packte er seine Siebensachen und schied von dem übermütigen, goldncn Mainz. Die herb« Schönheit des Vogels­bergs war ihm bis dahin fremd gewesen. Im Dunkel der unermeßlichen Wälder, auf den weiten, einsamen Höh-nflächen lernte er sich selbst besinnen. Das Rächst«. Wichtigste schien ihm, daß er da- Vertrauen seiner Umgebung gewann. Das Selbstgefällige, Ueb^rhebliche. wozu er von Ratur geneigt war, wollte er mannhaft unter­drücken." Ungeschminkt seine Meinung zu sagen, für Hne Ueberzeugung einzutveten. würde er sich nicht verwehren lassen. Seinen Schülern und Schülerinnen gegenüber nahm er sich vor, nicht den Zuchtmeister herauszukehren, sondern einen Weg zu suchen, daß sie ihren Freund und Führer r.-zrnu. wuau IIU.MII !!>

Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine

uno betonte an Hand von vielen Einzelsällen, wie überaus nötig es sei, das die Evangelischen zusammenhielten, wenn sie nicht Gefahr laufen wollten, überflügelt zu werden. Er teilte sodann noch mit, daß von vielen Seiten auS Deutschland bereits Zustimmungserklärungen eingetroffen seien, und daß demnächst eine große Versammlung in Friedberg statt inden solle. Bei einer etwaigen Auflösung des Landtags würde die Partei zum erstens Male mit einer eigenen Liste auftreten, da sie gerade jetzt mit einer sehr guten Wahl­parole in den Kampf eintreten könnte.

Kreis Buvlngcn.

!! Düdinge n, 19. Febr. (Vom Kreis­amtsneubau.) Die ersten Anregungen zur Erbauung eines neuen Kceisamts- aebaudes in unsrer- Stadt reichen zurück oiS in dis Jahr 1921. Die Dienst äume des derz it'gen Amtsgeüäu es erwieset sih al3 u> zurttch.nd unv b fanden fid) ii einem Zuftan e, der der Würde des Staates nicht me.ir entsvrach. Der Warteraum war so klein, dah an den Amts­tagen das Publikum auf den dunllen Gängen stehen mußte, waS zu Indiskretionen und s'gar zu Diebstählen führte. Vor al.'en aber reichen die vorhandenen Schreibzimme. bei weiten nicht aus. In kleinen Räumen muhten die Beamten zu drei und vier sitzen. Dazu kam dann noch der schlechte Zustand der Räumlichkeiten selbst. Die Fußböden waren schadhaft, die Decken schwarz und zum Teil heruntergeüroch?n, die Tapeten schmutzig. Man erwog damals eine gründliche Renovierung des Amtes. Da diese aber nach den ausgestellten Voranschlägen enorm hohe Kosten verursachen sollte, warf sich die Frage auf, ob es nicht ratsamer sei, ein neues Kreisamtsgebäude zu erbauen. Dazu kam noch, daß das derzeitige Gebäude kein Staatseigen­tum, ist, sondern ber Stadt Büdingen gehört, die grohen Wert darauf legte, das Gebäude wieder zuriickzue.halten, um Wohnungm dar.ms mach n zu können. (Neuerdings wird erwogen, ob nicht das Finanzamt d rin unt^rg b acht tot en kann.) Das Ministerium der Finanzen wider­setzte sich anfänglich diesen Plänen. Im Staats­voranschlag für 1922 wurde dann aber doch die erste Rate für dm Neubau vorgesehen. Die Gemeindevertretung Büdingens e- klärte sich bereit, das erforderliche Bauge­lände kostenlos zur Verfügung zu ste.lm und außerdem noch einen Darzufchuh zu den Baukosten zu leiten. Auch der Kreis­tag b.schloß einen Zuschuß aus der Kreis­kasse bereit zu stellen. A.s Bauplatz wurde nach längerem Suchen der fürstliche Holzplatz am Dreieck (Saline) gewählt. Da dieser jedoch nicht auSreichte, muhte das übrige Gelände von verschiedenen Besitzern enteignet werden. Als damals bekannt wurde, dah in Büdingen ein neues KreiSamt gebaut.werden sollte, be ntrag e die Stadt Nidda, die biS 18Z2 selbst ein Kreisaml hatte, man möge das neue Gebäude nach Nidda stellen. Als Begründung hierfür wurde angeführt, dah Nidda für dre meisten Kreisgemeinden zentraler gelegen fei als Bü­dingen. Nidda erklärte sich ebenfalls bereit, den Bauplatz kostenlos zu stellm und namhafte Bar- zuschüsfe zu leisten. Der Landtag lehnie jedoch dieses Ansinnen ab. Im F.-ühjahr 1923 wurde dann mit dem Neubau begonnen. Zur Zeit steht das Gebäude im Rohbau fertig. Fenster und Läden sind angebracht. Mit der Fertigstellung in di sem Jahre wird jedoch nicht mehr gerechnet. In dem neuen Gebäude werden sich im Erdgeschoß nur die Dureauräurne des Kreisamtes, der Kreiskasse und der so be­stelle betindrn, im ersten Stock auher dem Sit­zungssaal die Dienstwohnung d.s K eiZdi e tors und des Kreisamtmannes, im Dachgeschoß je eine Wohnung für dm Assessor und den Amts- gehilfen.

)( Büdingen, 19. Febr. Wie im vorigen Jahre, findet auch in diesem eine Missions - Woche in unserem Dekanat statt. Der Chinamifsionar S ch m ol l von der Basler Mis­sion wird in folgenden Gemeinden an folgenden Tagen sprechen: 22. Februar Glauberg und°

in ihm erkannten. Ihm lag ob, die Kinder für die Aufgaben in Staat und Gemeinde vorzube­reiten. Dabei konnte er der Mithilfe der Ettern nicht entraten. So war er von vornherein darauf angewiesen, sich zu den einzelnen Familien in ein freundliches Verhältnis zu setzen. In der gesegneten Wetterau ausgewachsen, war er mit den ländlichen Dingen wohl vertraut. Klaren Blicks erkannte er, wieviel Veraltetes, Unzeit- gemätzes hier im Gebirg zu bekämpfen, wieviel zu tun und zu bessern sei. Drei Jahre lang hintereinander besuchte er in der Provinzial» hauptstadt Kurse, die die Lehrer zum Studium der Landwirtschaft anregen sollten. Als einer der ersten unter seinen Kollegen erwirkte er von seiner vorgesetzten Behörde die Erlaubnis, die Landwirtschaft In dm Unterricht der Fortbil­dungsschule einzubeziehen. Sein Lehrplan um­faßte die Fach- und Naturwissenschaften, deren Kenntnis zur Führung eines geordneten bäuer­lichen Betriebs erforderlich war. Doller Eifer ging er ans Werk. Stand die Ernte auch noch in weitem Feld, hatte er doch die Genugtuung, seine Aussaat keimen zu sehen. Was seinem Vor­gänger nicht gelungen war, durfte er sich zum Verdienst anrechnen: er begann unter den schwer zugänglichen, steifkövfigen Oberwäldern festen Fi zu fassen. Freilich war seiner Volkstümlich­keit die Grenze gezogen. Denn als er mit aller Vorsicht versuchte, dem gehässigen Treiben der Sarteten entgegenzuwirken, stieß er auf entschie» nen Widerstand, ja er steckte noch Grobheiten ein. Dessenungeachtet lebte der Glaube In ihm, der Tag müsse kommen, wo sie hüben und drüben Hand anlegten, die Drücke über den Dach zu schlagen.

Die Matternsleute, die den Lehrer zu be­köstigen hatte, brachte das erste Frühstück. Das war 1d reichlich, daß Weilandt meinte, ihrer drei hätten daran genug.

Gut gefrühstückt spürt man den ganzen Dag", Tagte die Lene, eine dickback'ge Dierzi- (tmn.'s iS merkwürdig, Herr Lehrer, was Sie für ein schlechter Esser fein. Wie können Sie dann nur bestehn? Wann Sie «mal geheirat'

delsheim, 23. Februar Düdelsheim oder Hainchen, 24. Februar Ufenborn, 25. Februar Haingründau, 26. Februar Wolf, 27. Februar Mittelseemen, 1. März Ortenberg Bergheim Ortenberg. Die Mgsionswoche wird durch ein Dekanats- fest in Stockheim am 2.März abgeschlossen. Die Missionsgaben des Dekanats er­reichten im Jahre 1924 die stattliche Summe von rund 2200 Mark.

Kreis Lauterbach.

rr. Schlitz, 19. Febr. Vor etwas über fünf Jahren verschwand von hier spurlos unter Zurücklassung seiner ihm erst kurz vorher angetrauten jungen Frau der Schuhmacher Adam I u m e I. Alle Nachforschungen nach dem Ver­mißten blieben erfolglos. Infolgedessen wurde vor zwei Jahren seine Ehe für gesetzlich ungültig erklärt und die junge Frau ging eine neue Ehe ein. Nun kann man sich die Ueberrafcfjung den­ken, als A .fang vorigen Jahres von dem lang Vermißten ein Brief aus Algier eintraf mit der Mitteilung, daß er in der Fremden­legion biene. Da es ihm sehr schlecht gehe, bitte er, alles zu tun, dah er aus der Fremden­legion Hera, skomnue. Dieser Tage traf nun die weitere Nachricht von ihm ein, daß er glücklich in Köln bei Verwandten eingetroffen fei. Auf die Erzählung seiner Leidensgeschichte, die unserer Jugend wohl eine ernste und eindringliche War­nung sein kann, ist man hier sehr gespannt.

Kreis Wetzlar.

§§ Hörnsheim, 19. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindewald stattgehabten H o l z v e r » fteiaerung wurden verhältnismäß g hohe Preise erzielt. Es kosteten 2 Nm. Duchenscheit- holz 48 bis 55 Mk., 50 Buchen-Wellen 23 bis 30 Mk., 2 Rm. Buchen-Knüppel (Rundholz) 42 bis 45 Mk.. 3 Rm. Stockholz 20 bis 22 Mk.

§§ Hochelheim. 19. Febr. Die Drai­nagearbeiten, welche mit der Durchführung der wirtschaftlichen Zusammenlegung unterer Ge­markung verbunden sind, hat man feit einigen Tagen in Angriff genommen. Die Ausführung ist dem Unternehmer Schneider zu Heuchelheim übertragen. Die Ausübung des Fischerei» rechts in den hiesigen Gewässern wird mit dem 1. April frei und demnächst neu verpachtet.

§§ Dornholzhausen, 19. Febr. Hilfs» förster Blank von Niederkleen erlegte im hie­sigen Gemeindewald auf dem Pirschgang ein Wildschwein (Dache), welches gebrochen 130 Pfund wog. Dei einer vor einigen Tagen veranstalteten Treibjagd aus Sauen kamen in einem Treiben 15 Wildschweine, darun­ter mehrere grobe Stücke, vor. Die Iagdpächter rüden den Schwarzkitteln gehörig auf den Leib, um größere Wildschäden, die sie ersetzen müssen, zu vermeiden. Der hiesige Turnverein veranstaltete in der Turnhalle eine öffentliche Theatervorstellung, die namentlich auch von auswärts gut besucht war. Es wurde das im Siebenjährige Krieg sp elende Drama Lenore, die GrabeSbraut" aufgeführt. Die Mitwirkenden zeigten gutes Spieltalent und ernteten reichen Beifall. Der Turnverein trägt sich mit dem Gedanken, die Ausführung vor Ostern zu wieder­holen.

§§ Niederkleen, 19. Febr. Neben dem Turnhallenneubau, über den vorgestern schon be­richtet wurde, beschäftigt man sich hier auch mit dem Dau einer Wasserleitung. Die Wasserleitungsfrage war bereits vor dem Kri ge aufgerollt, mußte damals aber wegen der schwie­rigen wirtschaftlichen Derhältn sse vertagt wer­den. Die Quellenfassung ist bereits vor dem Kriege ausgesührt.

Ltarkenburq und Rheinhessen.

* Darmstadt, 19. Febr. Regelmäßige Kraftwagenverbindungen sind jetzt zwischen HeppenheimDonsweiher Mörlenbach und HeppenheimLorsch eingerichtet worden. Der Kraftwagenverkehr zwischen H e v p e n h e i mC r b a chMichel­stadt hat sich so gut entwickelt, das) die Wagen jetzt täglich zweimal verkehren. Die Samm­lungen für die Sudetendeutschen haben

sein, hat Ihnen Ihre Frau leicht kochen. Etz der Herr Lehrer Hinkler selig, der war anders dadrin. Dem tat's schmecken, daß man das Messer am Leib gewetzen könnt, Unb ließ kein Dröckelchen umkommen. Wann's aber abends Kartoffelklöß. gab. macht er seine Späh und sagt:Frau Mattern, der Tod guckt über die Hebertüül Nfo, so ein Stücker sufzehn tat er bei sich packen."

Weilandt lachte.

Am End' ist er daran gestorben."

O nee, sprach die Lene, so recht in ihrem Element.Wie ich ihm das letztemal das Essen bracht', sagt er:'s riecht gar gut, Frau Mattern, aber 's geht nix mehr an mich" 's gab feile» mal Kohlraben und Solper kn öchelcher. 's war schad desür. He Wolf partu nix. Sh am Zwie- wanst is he nct zugrund' gegangen. Der böse Husten hat ihn belangt.

Sie nahm ihren Korb und watschelte hinaus. Der Lehrer Hinkler selig hatte einen Stein bet ihr im Brett gehabt. Aber auch sein Nach­folger brauchte sich nicht über sie zu beschweren. Sie tischte ihm gewaltige Portionen auf. Lind für geringes Entgelt. Seide konnte sie nicht dabei spinnen.

Weilandt trat ans offene Fenster. Sein Blick glitt über daS farbenbunte Gelände. Die Arnika blühte, der Steinbrech und das Denedik» terrfraut. Lieber Nacht, dünkte ihn. war das Dlnmenwunder erstanden. Mit weitgeöffneten Nüstern sog er den Würzduft ein. Nirgends hatte er sich der Natur so nahe gefühlt, nirgends war ihm die Pracht des Frühlings so in die Seele gedrungen wie hier im hohen Vogelsberg. Lind erst gestern hatte ihm ein Freund au8 der Wetterau geschrieben.Wie mag's Dir in Dei­nem Sibirien zumute fehl? Ich schicke ein Stoß­gebet zum Himmel, daß die Schlehen und Holz- äbH bei Such geraten." Derlei Spch» und Witz- rcden über den Vogelsberg waren im Schwange. W"nn er die Wahrheit bekannte: er trug kein V-rlangen nach dem Land, wo Milch und Honig floß. Die Sibirien hatte fein Herz gewonnen.

bis jetzt einen Reinertrag von rund 7500 ML ergeben; sie werden noch fortgesetzt.

* Darmstadt, 20. Febr. Der Streik auf Grube und Draunkohlenschwelerei Messel bei Darmstadt ist beendet. Die Technische N o t h i l f e wurde nach dreiwöchiger Tätigkeit zurückgezogen. Dank des Einsatzes der Not» nilfe wurden die Schwelöfen des Betriebes vor der Vernichtung bewahrt und damit 650 Arbei­tern die Existeazmöglichk.it aesichert. Der Verfall der Oesen hätte die Belegschaft für nahezu zwei Jahre brotlos gemacht. Lleberdies wäre es frag» lich gewesen, ob das Werk angesichts der un­günstigen Prod^ktivnsbedinaungen g?gen ber der ausländischen Oeleinfuhr überhaupt in der Lage gewesen wäre, einen Neubau der Oefen zu be­werkstelligen.

Hessen-Nassau.

* Nordeck, 19. Febr. Die heutige Holz- tierfteigerung in dem Interessentenwald Nordeck-Winnen ergab folgende Durchschnitts­preise: Buchenscheiter 19 Mk.. Duchenknüppel 17 Mk., Eidstöcke 10 Mk. je 2 Rm., 10 Rm. Reiser 12 Mk., 100 Bohnenstangen 5 Mk.

fpd. Frankfurt a. M., 19. Febr. Das Oberlandesgericht hat auf die eingelegte Be­schwerde g.'gen die erlassenen Haftbefehle die Haftbefehle g gen Direktor Gresser vom hiesigen Wohnungsamt, des en Schwi gexsohn, den Kaufmann H o s ch und den Architekten Lutz aufgehoben. Die drei Personen wurden so­fort auf freien Fuß gesetzt. Dagegen bleibt der Abteilungsleiter Könemund vom Woh­nungsamt weiter in Haft. Wenn nicht alles täuscht, verläuft die ganze Frankfurter Woh- nungsaffäre wie das bekannte Hornberger Schießen. S l:sam ist es auch, daß von den Listen, die die Polizei aus allen Revieren über leerstehende Wohnungen und an Ausländer ver­schobene Wohnung?n dringend einforbecte, bis jetzt nicht eine einzige in den Kreis der Unter» suchung gezogen worden ist. Seit Ende Ok­tober 1924 wurde in Dresden die Ehefrau des Technikers Max Seid e l, Helene geb. Verona, vermißt. Die Ermittlungen führten damals zu keinem greifbaren Ergebnis. Jetzt konnte fest- gestellt tocroen, daß der Ehemann, der aus Leip­zig gebürtig und augenblicklich in einem großen Frankfurter 032triebe tätig ist, seine Frau im vorigen Oktober in Leipzig getrost m. Gemeinsame Ermittlungen d r Dr Steuer und der F.an fu ter Kriminalpolizei förb:rtcn in Seidels Wohnung mehrere verdächtige Schriftstücke zutage, die mit dem Verschwinden der Frau In Verbindung gebracht werden konnten. Seidel verwickelte sich bei seiner heutigen Vernehmung in Widersprüche, so daß er sich. In die Enge getrieben, schließlich zu einem Geständnis bequemte. Er hat im O t.bcr seine Frau nicht in Leipzig, sondern in Fulva ge­troffen. Dort ist er mit ihr im Walde spazieren gegangen und hat sie nach einem kurzen Wort­wechsel erschossen. Die Leiche will er im Walde vergraben haben.

Wirtschaft.

* Die Auslandskredite der deut» scheu Industrie. Vorübergehende Restriktionen der Reichsbank. Von maßgebender Stelle der deutschen Industrie er­fährt derBerliner Lokal-Anzeiger" auf Er­kundigungen, daß dort der Gesamtbetrag der Ausb ndskredite ber deutschen Industrie ein­schließlich des Handels auf 1.5 bis 2 Milliarden Rm. geschätzt wird. Der Versuch der Reichs­bank, durch eine Umfrage die genaue Höhe dieser Verpflichtungen festzustellen, wird, wie vermutet wird, kaum zu einem klaren und ge­nauen Ergebnis führen können. Im einzelnen wird die Frage dieser Kredite so beurteilt, daß die Kreditaufnahmen der großen Konzerne und Werke, die über ausreichende Auslands- bezieuhngen und -Märkte verfügen. keinen An­laß zu Bedenken geben. Dagegen sind die Kre­dite mittlerer und kleinerer Firmen, bei denen es sich überwiegend um kuczf ickige und nicht um eigentliche B t ie. skredite h anbett, mit g öh r r

Drunten fuhr der Dölbelsheinrich mit seinem Gespann vorbei. Der hatte kein Auge für1 die Herrlichkeit, die vor ihm gebreitet lag. Einer wie alle. Die Bauern schauten die Natur nur darauf an, was^ sie ihnen gab oder verweigerte. Gedanken, die über das unmittelbar Wirkende, Praktische hinausgingen, kannten sie nicht. Da­her auch ihre mehr oder minder versteckte Feind­seligkeit gegen die Schule. Lesen, Schreiben und Rechnen, das ließen sie noch gelten. Alles andere war ihnen Alfanzerei. Daß Kinder den Unter­richt versäumten, weil sie von ihren Eltern ge­zwungen wurden, daheim in der Wirtschaft zu schaffen, war gang und gäbe. Erstattete er An- zeige, hetzte er daS ganze Dorf auf sich. Selten, baß gütliche Worte halfen. Meist hieß es den Aerger hinunterschlucken. Man muhte halt au| Die Zukunft bauen. Die Welt schritt weiter. Einmal würde das Licht auch hier oben leuchten

2lls es sieben Uhr läutete, begab er sich hinunter^ in das Schulz immer, wo die Buben und Mädchen bereits versammelt waren. Aus einer der letzten Bänke sah der Christoph Menz, geringer Leute Kind, mit todblassem Gesicht. Weilandt, dessen scharfem Auge so leicht nichts entging, fragte ihn, was ihm fehle. Der Junge schwieg. Die Kameraden aber verrieten, er sei in die Schule gekommen, ohne einen B'fsen ge­nossen zu haben. Weilandt holte das übrig ge­bliebene Frühstück und stillte des Kleinen Hunger

Die beiden ersten Stunden fällten Schreib» und R-xbenübungen aus, die dritte war der Heimatkunde gewidmet. Gegen zehn Uhr erschien Der neue Pfarrer, dem Religionsunterricht bei­zuwohnen. Die Kinder zeigten s-ch fest im Satte und wurden nach Gesang und Gebet entlassen.

Herr Lehrer", sagte der Ps-nwer. ein Mann in den besten Jahren, d-slen Haltung und Kör­perbau von Kratt und Gesundheit zeugten,ich möchte noch etwas mit Ihnen besprachen."

..Die Luft ist hier dick zum Zerschneiden" erwiderte Weilandt.wenn'S Ihnen recht ist, gehen wir ins Freie."

Der Pfarrer war damit einverstanden. (Fortsetzung folgt.)

Vor und nach dem Theater

kalte und warme Platten

_______________________________________972a

Universitäts-Restaurant

Plockstraße 5

Fernsprecher 198

falt11118

ffloft* 1

sy , 03. D-M fi/ß. porgelc 'S- tfS- tcrMungscu»

Franks' Ä* BefserM ß Hening Ä MV»" von txm öit@dWun rtbn des M 2m Montan» kehlen sich DankenmarN schäften erneut Jeichsbank len mW » holung erkenn« aber etwas qe ten: Sprvzentig tjge Preußische fo!i 1000. 192 Bayern 1300. tiae Werwch Dagbab U 10 ©olbtenie 9,61 (abgestempelh aesellschast IS Donk 13,75, feilschest 124, schäft 17.60. Aeichsbank 7: Wvntanaktien pener 147, M ch 63,25, R 18.50, Wester, bische Anilin Golblchmibl 2 Verkohlung 9, ASS. 12, Li Q3ainfraft 13,i Aoröö. Clopö