Nr. 297 Viertes Blatt__________
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(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)
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Samstag, 1?. Dezember (925
Tschechische Umtriebe im Bayerischen Wald.
Von August Sieg Hardt, Nürnberg.
Von Zeit zu Zeit hört man immer wieder ein paar Neuigkeiten von unseren tschechischen Nachbarn am Grenzkamm des Bayerisch-böhmischen Waldye- biraes. Diese Nachrichten unterscheiden sich inbefjen nicht unwesentlich von jenen, die man aus dieser Gegend vor uqb während des Krieges zu hören bekam. Damals erfuhr man in fast regelmäßigen Zwischenräumen, daß sich die Tschechen in den Tourlstenorten und Lerggasthausern des Bayerischen Waldes recht unliebsam bemerkbar gemacht haben, indem sie auf ihren Wanderungen auf reichs- deutschem Boden tschechische Lieder fangen oder sich in den Wirtshäusern lind Gasthöfen, besonders an den Seen dieses Gebirges, durch auffallend lautes Reden und provozierende Sjaltung hervortaten, so daß es wiederholt zu unangenehmen Auftritten kam.
Das war zu einer Zeit, in der es noch keinen tschechischen Zwergstaat gab, sondern ein Königreich Böhmen, und in welcher der deutsche Böhmerwald von feinem östlichen Fuß bis zur bayerischen Grenze von Furth i.W. bis Passau noch zum allergrößten Teil von der erbeingesessenen deutschen Bevölkerung besiedelt war. Heute ist das bekanntlich anders. Im deutschen Böhmerwald ist bas Deutschtum zum gewaltsamen Aussterben verurteilt: beutfche Schulen in urdeutschen Orten werden mehr und mehr geschlossen oder tschechi- slert, und gegen die deutsche Sprache hat ein Ver- nichtungs- und Unterbrückungsfeldzug begonnen, der an Brutalität seinesgleichen sucht. Aber auch die Mechode der tschechischen Touristen und Wanderer hat sich geändert. Sie sieht sich — höchst seltsamerweise — äußerlich harmloser an, als ehedem. Lärmende Kundgebungen tschechischer Gäste im angrenzenden Bäuerischen Wald sind — im Gegensatz zu früher — selten. Sind die schechi- schen Nachbarn gegen uns Deutsche etwa verträglicher, versöhnlicher, liebenswürdiger geworden?
Wer das glaubt — und man wird unwillkürlich dazu verleitet — der irrt gewaltig. Der Tscheche ist heute noch unser erbitterter, von fanatischem Haß erfüllter Gegner an der deutschen Ostgrenze, wie es der Franzose am Rhein ist. Und wenn ersterer in Hellen Scharen die landschafllich berühmten Gegen- den des Bayerischen Waldes aufsucht, bann tut er es in erster Linie nicht etwa ber Naturschönheiten halber (die er drüben bei sich ebenso, wenn nicht prächtiger, hat), sondern vor allem aus nationalen Gründen. Der Massenverkehr der tschechischen Touristen und Wandervögel, tschechischer 9u- gendorganisationen und tschechischer Schulen in den Grenzorten und Grenzberg^n des Bayerischen Waldes, wie er sich im heurigen Sommer bemerkbar macht, gibt hierfür einen deutlichen Beweis. Schreiber dieser Zeilen konnte bei seinem unlängst erfolgten Besuch in dortiger Gegend feststellen, daß der Zustrom tschechischer Ausflügler nach Bayern in schreiendem Mißverhältnis steht zu dem Besuch reichsbeutscher Touristen im angrenzenden Böhmer- roalb. Die Urfache hierzu ist leicht zu finden. Die tschechischen Eisenbahnen gewähren den 33er- gnügungsreisenden, Vereinen und Schulen, die nach dem „noch unerlöften" Bayerischen Wald fahren, eine ganz erhebliche Fahrpreisermäßigung, so daß diese Leute um ein Spottgelb an bie bayerische Grenze fahren können. Und das nicht etwa nur aus der näheren und weiteren Umgebung, aus den Böhmerwaldstädten, aus Budweis ober Pilsen, son- dem auch aus dem 180 Kilometer entfernten Prag! Don der tschechischen Hauptstabt fahren fast täglich — besonbers an Sonntagen — beschleunigte billige Sonberzüge nach der Grenzstation Eisenstein, bie Hunberte unb Tausende von tschechischen Wanderern und Schülern beiderlei Geschlechts in die Sommerfrischenorte, an bie Seen unb auf bie Berge des iierrlichen Bayerischen Waldes senden. Wer an chönen Sonntagen eine Zeit lang auf ber Grenz- taate zwischen Bayerisch-Elsenstein unb Böhmisch- Eisenstein promeniert, ber wirb mit Erstaunen ge- wahr, welch ungeheurer Zustrom von jugenblichen unb erwachsenen Wanberern einzeln ober in Gruppen sich über bie weißblauen Grenzpfähle nach bem Arbergebiet wendet. Dort sitzen bie Leute bann in bayerischen Gasthäusern unb Schutzhutten, am Ar- bersee und am Schwarzensee, unb lassen sich's gut gehen. Sie sinb in ber Regel höflich unb betragen sich artig, treten aber mit einer Bestimmtheit unb Selbstoerftänblichkeit auf, mit einer Sicherheit unb
Pelzmärtel.
ein Nürnberger Spielzeugroman:
Nach dem Jia'.ienischen der Teresah erzählt von Gustav W. Eberlein.
Eophright 1925 bh 2L Scherl ®. m. b. H., Berlin.
20. Fortsetzung. Nachbruck verboten.
Unb die Störche, stolz auf ihre schönen langen Beine, streckten sie noch steifer und länger von sich ab. Dabei beschleunigten sie den Flug, so daß sie von unten wie pfeilschnell bat)In* stürmende, dreibeinige Gespenster aussahen. Ein Glück, daß man die an ihrem Halse hängenden Puppen nicht sehen konnte, sonst hätte es da unten ein einziges Geschrei gegeben: Halt, halt! Zu Hilfe, zu Hilfe!
Bald waren auch die Hochflächen am Horizont verschwunden, und werte Ebenen taten sich auf, aus denen grüne Flecken leuchteten, die nichts anderes waren als junge Saat- und Kleefelder. Zuweilen tauchte eine Stadt auf. Sie Leute drinnen waren aber nicht so neugierig oder nicht so verständig wie die Bauern au* dem flachen Lande, sie hielten die Blicke lieber auf den Boden geheftet, als nach den Wollen zu schauen, und sahen daher die Störche nicht. Wurde aber einmal einer auf sie aufmerksam, dann gab es auch gleich einen Wenschenauflauf, über dem die Stöcke und Schirme nur so wir-* bellen. Hatte man schon so etwas gesehen!
Otto und Liesel drückten die Nasen an der Fensterscheibe ihres Neisewagens platt und wollten sich schier krank lachen über die aufgeregten Menschen. Gerne hätten sie auf ihre Fragen geantwortet und hinuntergeschrien:
„Jawohl, das sind wir, Otto und Liesel Tand auS Nürnberg! Das sieht man doch aus den ersten Blick, ilnb das sind Luginsland. Schnabelspitz und Wiesenstelz, und noch andere bedeutende Persönlichkeiten sind in unserer Begleitung, unb jetzt reifen wir zu Dater, unb deshalb sind wir so vergnügt, wenn es uns auch schwer angekommen ist, den großen Ein- 'fehler zu verlassen, den Flötenspieler, müßt, ihr wissen, ber früher einmal..
Aber ihre Stimme hätte nicht bis zur Erde hinabgereicht, und sie empfanden es gar nicht schön, so lange stillhallen zu müssen. Das kann ich ihnen auch nachfühlen, denn mir geht eS gerade so: wenn ich etwas recht Schönes weiß, da möchte ich es auch am liebsten sofort toeiter- erzählen.
Als die Dämmerung hereinbrach, gingen die Störche vorsichtig herab. 3n einem dichten Waldversteck machten sie halt. Es schien ein Tlrwald, nur daß die Bäume keinen Gummi ausschwitzten, sondern Harz, und die furchtbaren Gorillas und menschenähnlichen Schimpansen bloß Eichhörnchen waren, die vor Verwunderung über den seltsamen Besuch das schwarze Mäulchen verzogen und pfeifend bie Stämme hinauf- und herunterfuhren.
Niemand von der Reisegesellschaft stieg ab. Luginsland, Schnabelspitz und Wiesenstelz schliefen, indem sie stets ein Auge offen ließen, und kaum graute der Morgen, ging's weiter. Als Frühstück hatten sie sie nur schnell ein paar Eidechsen ausgepickt. Otto und Liesel waren in dieser Beziehung besser daran, denn der große Einsiedler hatte ihnen vor der Abreise noch Körbe voll Schleckereien in die Nuß hinein- gereicht. Ganz wie vornehme Reisende konnten sie daher die Landschaft zwischen einem Leckerbissen unb dem anderen bewundern und habet über alles mögliche plaudern, als wenn sie nie etwas anderes gemacht hätten, als in fremden Ländern herumzufahren. Wie es in solchen Fällen immer geht, sanden sie schließlich heraus, daß Italien zwar sehr schön sei, aber nicht so schön wie Nürnberg. Das heft ritten nun natürlich die Marionetten, unb so kam es zu der ersten Auseinandersetzung zwischen den Kindern unb ihren Reisegefährten.
Rosaura, Florinbo, Eorallina unb Harlekin waren, Wie ich euch schon erzählte, Kinder deS Südens unb konnten sich daher erstens diese Herabsetzung ihrer Heimat nicht gefallen lassen. Zweitens waren sie keine gewöhnlichen Marionetten mehr, die den Mund zu halten hatten. Sollte es schon vergessen sein, daß sie den ganzen Winter über Komödie spielten, ohne zum Bewegen der Arme und Beine einen Drahtzieher nötig gehabt zu haben? Waren sie etwa nicht beseelte Marionetten, mit einer hohen
Ueberhcbung, das inan über den Haupt- oder Ne- benzweck ihrer Reise nicht in Zweifel sein kann. Sie geben diese Absicht durch die Art ihres Wesens zu erkennen, als wollten sie sagen: Wir sind da! Ihr Deutschen jenseits der tschechischen Grenze seid nicht mehr Herr im Haus, und der Grund und Boden, auf Dem eure Berge, Wirtshäuser und Schutzhütten stehen — er ist auf unseren Landkarten längst in tschechischer Sprache verzeichnet, bis nach Straubing und Regensburg hinein'
Deutscherseits wird dieser scheinbar harmlosen Erscheinung nicht die entsprechende Beachtung geschenkt. Sonst könnte cs nicht vorkommen, daß die Zahl der deutschen Böhmerwaldfahrer ungleich geringer ist gegenüber der Zahl der tschechischen Wald- reisenden. Auch das hat seine besonderen Gründe. Wenn man z. B. von Nürnberg aus den Bayerischen Wald über Schwandorf-Cham-Lam nur in einer qualvollen achtstündigen Personenzugsfahrt erreichen kann, weil auf dieser Strecke kein Schnell- ober Eilzug fährt, und für dieses Martyrium man noch dazu 6,50 Mk. zahlen soll (über Regensburg—Eisenstein kostet die Fahrt bei Schnell- zugsbenutzung 10 Mk.), dann kann man es den süddeutschen Touristen und Sommerfrischlern nicht Übelnehmen, wenn sie auf eine Böhmerwaldfahrt von vornherein verzichten. Die Reichsbahn müßte — wenn sie für die deutschen Bruder in Böhmen überhaupt etwas tun will — hier unbedingt nach dem Vorbild der tschechischen Eisenbahnverwaltung verfahren und den Besuch des Bayerischen- und Böymerwaldes durch Schaffung billiger und rascher Fahrgelegenheit von Nürnberg, Regensburg, Straubing, Landshut und München erleichtern und fördern, eine nationale Notwendigkeit, für deren Durch- führung man bei unserer nach internationalen und „kaufmännischen" Grundsätzen arbeitenden Deutschen Reichsbahngesellschaft kaum Verständnis finden wird.
Die gleichen Beobachtungen treffen auch für den Automoviloerkehr zu. In Böhmisch-Eisenstein, das von der Grenze eine halbe Stunde entfernt liegt, kann man an schönen «onntngen vor den dortigen meist tschechischen) Hotels Dutzende von tschechischen Autos, vorwiegend elegantesten Typs, aus Pilsen und Prag, antreffen, während Bayerisch-Elsenstein vom Autoverkehr nur sehr mäßig berührt wird, ob- wohl die dortigen Hotels an Größe und Aufmachung denen jenseits der Grenze nicht nachstehen. In Böh- misch-Eisenstein sind die Hotels und Pensionen Im heurigen Sommer von zahlungskräftigem, natürlich tschechischem Publikum überfüllt. Letzterem würde es — nebenbei bemerkt, — wohl nicht einfaüen bort bayerisches Bier zu trinken, wogegen man in Bäyerisch-Eisenstein tschechisches (Pilsener) Bier vor- gesetzt bekommt, wenn man nicht ausdrücklich Passauer Bier bestellt hat! Und bie tschechischen Fahrpläne unb Aufschriften in ben bayerischen Grenz- bahnhöfen sinb ein Kapitel für sich.
Ein weiteres wirksames Mittel für bie Stärkung unseres bebrohten Deutschtums im Bayerischen ©alb wäre bie Schaffung geeigneter und ausreichender Unterkunftshäuser auf den bayerischen Grenzbergen. In dieser Beziehung ist der Bayerische Wald noch arg zurück. Die kleinen Schutzhäuser auf bem Osser, Arber unb Rachel genügen ben Anforberungen bes gesteigerten Verkehrs in keiner Welse. Besonbers bas vor 40 Jahren erbaute Arberschutzbaus ist bem Massenbesuch nicht Im mindesten gewachsen. Der Bayerische Walboereln (Sitz Passau) unb ber Verein Bayerwald (Sitz Straubing) können mit ihren beschränkten Mitteln bem Uebel nicht abhelfen. Hier müßte ber Staat eingreifen. Es hanbelt sich hier beileibe nicht nur um eine private Angelegenheit, bie etwa bem „Sport" ober bem Vergnügen bient, fonbem um eine im Interesse, unseres Volkstums notroenblge nationale Tat, für bie uns bie Tschechen — lei- ber — ein beschämenbes Beispiel geben. Der tschechische Touriftenklub, ber schon lange vor bem Kriege ein großartiges, massives Unterkunftshaus mit Wirt- fchastsbetrieo unb Aussichtsturm auf bem Cerkoo (Schwarzkoppe) unweit Furth i. W. errichtet hat, hat nämlich biefer Tage beschlossen, auf ber sog. Dreiecksmark bes Dreisessel (1320 Meter), haar- scharf neben ber bayerischen Grenze, ein tschechisches Touri st enhaus zu erbauen, bas schon im tommenben Jahr eröffnet werben soll. Wenn ber tschechische Touristenklub bies aus eigenen Mitteln tun würbe, bann wäre bies allein schon eine Tat, auf bie bie tschechischen Böhmerwalbwan- berer stolz (ein könnten. Die Erbauung bieses Unter- kunftshauses freut aber nicht nur biefe allein, säubern bie ganze tschechische „Nation". Denn ber wirk-
Rätsel-Ecke.
Siettenrätjcl.
1
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5
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bau, de
lan, fei, le, ly lüft, mon, ner, on ror, schach, schiss, fet ter, til, tur, von
-el, zug
8
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Die inmitten ber Figur befindlichen Silben sind, beginnend mit der Silbe „schach", so auf die Felber 1 bis 20 zu verteilen, daß jebe Silbe mit der nächstfolgenden ein Wort bildet und das Ganze eine endlose Kette von zwei- stlbigen Wörtern darstellt.
Zahlenrätsel.
1 23456789 10 11 Teil eines Festes» 2 7 3 10 4 5 1 2 Brustpanzer, 37884 10 93 Geistlicher,
4 5 1 2 4 7 italienische Insel, 5 9 10 5 9 landwirtschaftliches Gerät, 6 3 4 1 2 6 9 3 Küchengerät,
7 11 3 4 7 10 männlicher Personenname, 83 9 5 6 französischer Kriegshafen.
9 11 4 6 2 weiblicher Personenname, 10 7 4 10 biblischer Ort, 11 3 9 4 9 3 alte Münze.
Slbenrätsel.
Aus den 24 Silben: a — al — che — chim — de — de — del — e — el — seh — jo — land — lieb — ma — matz — nach — po — rat — rich — rlt — ro — spru — ur — ze find neun Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Männlicher Personenname, 2. Zeitabschnitt, 3. männlicher Personenname, 4. Verzicht auf Befehdung, 5. Heilquelle, 6. Jahrbuch, 7. Staatsbeamter, 8. Fisch, 9. Blume. Sind die Wörter richtig gebildet, ergeben die Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn, sofern man diese aneinanderreiht, zwei biblische Orte.
Buchstabenrätsel.
eelrst — abchhit — ceehhk Inort — beeeeinrt — a dee e l r s — eelu — egiilnrss — eegir — alnoort — abetu — aepprt — b i is — a a c g h i ll n t — a d f s f m o p — ceeeehhhir— aber — adsfsmop — aehknoruz — a b e e Im r f — hh n u — e e g i l o s v. — Aus vorstehenden Duchstabengruppen sind 21 Vogelnamen zu bilden, von denen die Anfangsbuchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Zitat ergeben.
Auflösungen.
Kreuzworträtsel.
I iMijljiiijbmö QinaaBWQ qqqqq ansraa Igbbei nnnsi qbbib nraiiRl nnraan Baoan ani—aasmigg wnmlp
Weihnachts-Synonym.
1. Höflich, 2. erkenntlich, 3. innig, 4. listig, 5. inländisch, 6. gesprächig, 7. arbeitsam, 8. brach,
9. empfänglich, 10. nobel, 11. dreist. — Heiligabend.
Silbenrätsel.
Das Dunkel flieht, wo die Oebanlcn schaffen." (Dante: Purgat 1 1. Dreieck. 2. An.enne, 3. Serge, 4. Detektor, 5. ilfebom, (?. Nora, 7 Kain, 8. Erika, 9. Libelle, 10. Farnkraut, 11. Lasso, 12. 3ta* columi, 13. Eiche, 14. Habalul, 15. Trüffel, 16. Wolfgang, 17. Oboe, 18. Donner.
Dersteckrätse!.
Moses - - Callgula — Feinkost — Ehristklnd- lein — Geldnot — Hochzeit — Nordhausen — Spinoza: O selig ein Kind nach zu sein!
Rösselsprung.
Jedem Menschen für sein Leben Ist ein Maß von Kraft gegeben, Das er nicht erweitern kann: Aber nach den rechten Zielen Stets die Kräfte lassen spielen Soll und kann ein rechter Mann.
(Fr. Rückert.)
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren ootn NedakttonStisch.
Autogramme.
Gerhart Hauptmann hat in Qlgnctenborf eine Villa mit einem schönen Garten Eines Tages beschädigt das Fuhrwerk eines Hotels den Zaun des Gartens und einen Baurn. Hauptmann schreibt dem Hotelier einen Brief, in oem er um Ersatz des Schadens bittet. Keine Antwort. Nach acht Tagen schreibt er einen zweiten Brief. Keine Antwort. Endlich enischlieht er sich, selbst zu dem Hotelbesitzer zu gehen, ber ihn mit der Hochachtung aufnahm, bie dem großen Dichter gebührt und ihm sagte:
„Herr Doktor, tch habe Ihren ersten Brief einem Ihrer begeisterten Verehrer für 20 Mk. verkauft, für den zweiten habe ich 35 Mk. bekommen, ich habe jetzt auf den dritten gewartet, denn dann hätte ich den Betrag schon rauS, den ich für die Reparatur Ihres Zaunes bezahlen muh."
H. G. Wells, ber berühmte englische Romanschriftsteller, wird von seinen Verehrern sehr um Autogramme geplagt. Eines Nachmittags sitzl ev mit einigen Freund n in seinem Garten, als ihm bie Post georacht Wirb. Ein Dries macht ihm Spaß unb er zeigt ihn seinen Freunben. Es ist bie in bewundernd, n Worten abgesahte Ditte eines glühenden Verehrers, mit seiner Gewohnheit, auf keinen Drief zu antworten zu brechen unb bem Schreiber ein paar Zeilen zu schreiben.
„Soll er haben", sagt Wells, nimmt ein Dlatt Papier unb eine Feber unb schreibt: „Actr H. G Wells beauftragt rntch, Ihnen für Ihren llebenswürdigen Bries zu danken Er bedauert, aus grundsätzlichen Erwägungen, die keine Ausnahme dulden, Ihnen bas gewünschte Autogramm nicht senben zu können." Und unterschreibt „H. R. Barter, Sekretär."
Tennhson ging eS nicht anders mit feinen Verehrern, unb bie Verehrer wanbten mitunter raffinierte Kniffe an. Sines TageS schreibt ihm einer, er möchte bie Güte haben ihm nur zu sagen, Welche- englische L.xtkon besser sei, das von Webster ober das von Ogilvie.
Tennyson nahm eine Schere, einen Pinsel, schnitt aus dem Brief ein Stück heraus, klebte eS auf und antwortete so: „Ogilvie".
Dem Weihnachtsheft der „Trotzen QBelt“ (Verlag Leipzig, Johannesstratze) entnommen.
liche Bauherr ist hier — man höre und staune — der tschechische Staat, der das Werk finanziert, um auf dem Dreisessel. der doch zur Hälfte bayerisch ist, eine nationale Hochburg zur weiteren Tschechi- fierung des deutschen Böhmerwaldes unb darüber hinaus zu schaffen. Der Baugrund wurde von der Besitzerin des @runb und Bodens, der als deutschfeindlich sattsam bekannten Fürstlich von Schwor- zenbergschen Forstoerwaltung in Krumau freiwillig und kostenlos abgetreten. Man sieht daraus, wie die
Mission beauftragte Geschöpfe? Aus solcher Lieberlegung heraus erhöhten sie sich selber im Range unb nannten sich jetzt pompös: Komikertruppe. Do vornehme Leute muhte bie abfällige Kritik Ottos unb Liesels empören. Ein Sturm ber Entrüstung brach plötzlich auf bem Buckel bes guten Hans Sachs los. Wie im Theater auf ber Galerie. Der ganze Rucksack war in Aufregung.
„Pfui, pfui!"
„Wollt ihr wohl schweigen!"
„Wir protestieren!"
„Raus, raus!"
„Basta, basta!"
(Das letztere ist Italienisch unb heißt soviel wie „Genug! Aufhören!" Jetzt, Wo Wir in unserer Heimat sinb, dachten die Marionetten, schimpfen Wir auch Italienisch.)
Zum Glück für Hans Sachs fiel der Komikertruppe noch rechtzeitig ein, daß man ja nicht unter vernünftigen Leuten War, sondern in einer Gesellschaft von Spielwaren, Kindern und Störchen. Der Tumult legte sich; ein Vergleich kam zustande, wonach die Nürnberger Reisenden Nürnberg unb bie italienischen Reisenben Venedig als die schönste Stadt der Welt etflären dursten. Um seine Meinung befragt, hatte nämlich Hans Sachs, versöhnlich wie er War, erklärt, ihm gefielen beide gleich gut (3m Vertrauen gesagt: ich glaube, Venedig hatte er noch nie gesehen.)
Uebrigens, so leid mir's für bie guten Marionetten tut ging bie Reise nicht nach Vene- big: benn bort ist bas Feen land nicht. Es hieß noch viele Wälber unb Felder überfliegen, andere Ebenen kamen, ein wertes, ganz von Eschen überschattetes Tal öffnete sich, man mutzte einen schrecklich breiten Fluß überqueren, ber im Vergleich zur Pegnitz auSsah wie bie Pegnitz neben einem Dach. Don ber grünen Tiefe geriet man abermals in Berggegenben, bie zwar Weniger kalt unb fast schneefrei, aber stachelig Wie Igel waren, wie Otto feststellte.
„DaS sinb bie Apenninen," erklärten die Störche, „unb bie Stacheln sind unwirtliche Felszacken."
Schrecken herrschte unter der Tierwelt auf diesen Höhen, denn der Königsadler kreiste am
Tschechen privat- unb von staotswegen bei jeder Gelegenheit ihre nationale Sache fördern. Pflicht der bayerischen bzw. der Reichsregierung ist es, diesen Tfchechisierungsbeftrebungen im bayerisch-böhmischen Waldgebirge die nötige Aufmerksamkeit zu schenken und entsprechende Gegenmaßnahmen zu treffen, vor allem aber den Reiseverkehr in diesen Gegenden zu begünstigen. Die deutschnationale Reichstagsfraktion hat in dieser Sache bereits den Anfang gemacht; sie hat kürzlich die Reichsregierung
Himmel. Er mutzte wohl eine Herde eräugt haben, bie sich an ben ersten, zarten Gräsern gütlich tat; denn nachdem er sich lange in großer Höhe gehalten hatte, stürzte er plötzlich wie ein Stein herunter und erschien nicht wieder. Eine abseits der Herde naschende junge Ziege muhte jetzt mit ihrem Leben für ihre Unbesonnenheit büßen. Eilig kehrten die Störche dem traurigen Schauspiel den Rücken, und kurz daraus hiellen sie ihren siegreichen Einzug in ber lachenden Toskana. Der Lanbstrich, ber Toskana heißt, ist einer ber schönsten im Garten Italien. Cs sollte ein noch schönerer kommen.
Auch hier streckten bie Menschen bie Nasen in die Luft:
„Nanu? Störche? Jetzt im Frühling? Steht benn bie Welt auf dem Kops?"
„Natürlich steht sie auf bem Kopf", spottete Fräulein Wiesenstelz.
„Ihr habt wohl geschlafen?" folgte Lug- inSlanb.
„Mararneo!" rief Schnabelspitz. Das War ein italienischer Brocken, ben sie von ben Marionetten ausgeschnappt Halle, und auch nicht gerade ein Kosewort.
Die Störche Waren fast am Ziel ihrer mühseligen Reise angelangt, sie durften sich rühmen, eine ber Geschichte ihres Stammes würbige Tat vollbracht zu haben, da konnte man es ihnen nicht verargen, wenn sie ein Wenig übermütig Würben.
An biefem Abend, die Sonne war noch nicht ganz untergegangen, machte die Reisegesellschaft halt an den ilfern eines Sees, der so blau und glasklar war wie die Augen von Kunigunde; nein, noch blauer, so blau wie die Augen von Liesel Tand. Diesmal verlieh sie mit ihrem Brüderchen den Reisewagen, unb wieber zwei schöne Kinder geworben, so groh wie ein Junge von acht unb ein Mäbchen von sieben Jahren eben sinb, liefen sie in Hellem Jubel das schilfbestandene Gestade auf unb ab. Sie hatten noch nie einen richtigen See gesehen unb würben nicht mübe, sich im Wasser zu spiegeln und bie gelben Dotterblumen zu pflücken. Gin weißes Kwster- chen, bas aus dem Immergrün ber Steineichen herausleuchtete, erregte ihre Reugierdr,
(Fortsetzung folgt.)


