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2. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

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(Fortsetzung folgt.)

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und Moselliedern, die unter feiner Leitung bie Schulkinder und der hiesige Männer» g e s a n.g v e r e i n zum Vortrag brachten. 3n einer Ansprache über die heutige Lage am Rhein wies der Ortsgeistliche auf die Pflicht hin, den treuen Brüdern am Rhein die Treue zu halten. Als nächster Lichtbilderabend ist für den 1. März eine Gedächtnisfeier für unsere Ge­fallenen in der Kirche geplant.

Kreis Wetzlar.

xx Niederkleen, 18. Febr. Die hiesige Gemeinde hat dem Turnverein geeignete Plätze für Sportübungen und für die T u r n h a l l e zur Verfügung ge­stellt, auch wird sie zum Bau der Turn­halle das Holz liefern. 3n der Nähe des Forsthauses soll noch in diesem Fahre der Bau von 22 Meter Länge und 18 Meter Breite erstehen. Die Baukosten sind auf 12000 Mark veranschlagt. Es soll eia ähn­licher Bau werden, wie derjenige von Dorn­holzhausen. Die Turngeräte sind bereits vor­handen. Man hofft, einen besonderen StaatS- zuschutz zu erhalten. Der Turnverein, der 1920 gegründet wurde, zählt über 90 Mit­glieder.

'-Sev Xtämermarft war etwas stärker be­sucht als in den letzten Jahren. Namentlich machten die Nusrufer gute Geschäfte.

? Nidda, 17. Febr. Die abnorme Milde dieses Winters hat wohl die Holzschuppen nicht leer, aber auch die Eiskeller nicht voll gemacht. Das empfinden die Geschäfts­leute, die während der heißen Zeit auf die Be­nutzung von Kühlanlagen angewiesen sind, dop­pelt unangenehm. Dierverleger und Metz­gereien von hier und auch an vielen andern Plätzen der Provinz sahen sich gezwungen, Eis­maschinen anzuschaffen, um ihre Eis- ieller mit Kunsteis füllen zu können. Da anzu­nehmen ist, daß die kommenden Winter mit nor­malem Verlauf wieder imstande sind, den Eis­bedarf zu decken, erwachsen den kleineren Be­trieben durch Beschaffung von Eismaschinen und Herstellung von Kunsteis Unkosten, die vielfach wohl schwerlich von den diesjährigen Geschäfts­gewinnen gedeckt werden können.

h. Fauerbach b. Nidda, 18. Febr. Im Herbste v. Fs. reiste ein junger Mann von 21 Jahren hier weg, um sich in der Frankfurter Gegend eine passende Stelle zu suchen. Lange vernahmen seine Angehörigen nichts von ihm und seinem Aufenthalt. Da erhielten sie vor einiger Zeit eine kurze Mitteilung von ihm aus Port Said am Suezkanal, daß er noch gesund sei und hoffe, sie alle nach fünf Fahren wieder­zusehen. Sofort stieg der Verdacht auf, daß der junge Mann französischen Werbern in die Hände gefallen fei. dies aber nicht habe schreiben dürfen. Diese Vermutung hat sich nun bestätigt. Eine zweite Nachricht von dem Ver­mißten enthält die Angabe, daß er sich in der französischen Fremdenlegion befinde und sechs Fahre bleiben müsse.

Kreis Schotten.

<> Schotten, 18. Febr. Die Maul- und Klauenseuche nimmt im Kreis Schotten immer mehr ab. Es sind z. Zt. nur noch die Gemeinden Cichelsdors und Klein-Eichen ver­seucht. Bei der letzten Fahresversammlung der Freiw. Feuerwehr Schotten hat der Vertreter des Kreisamts Schotten dem Feuer­wehrmann Karl Christian Kromm das vom Ministerium des Fnnern verliehene Ehren­zeichen für 40jährige Dienstzeit über­reicht. Der Freiw. Feuerwehr sind bei Fahres- beginn 20 neue aktive Männer beigetreten. Die Vorbereitungen für den diesjährigen Ober- hessischen Feuerwehrt.ag in Schotten find in vollem Gange.

O- lrichstein, 18. Febr. Der im vori­gen Fahre abgebrannte Kirchturm soll jetzt wieder her gestellt werden. Zur Zeit ist man mit der Aufstellung eines Kostenvoran­schlags beschäftigt. Wie man hört, sollen die Re­paraturarbeiten 10 000 Mk. kosten, durch frei­willige Beiträge wurden bis jetzt 1000 Mk. auf­gebracht.

<> Betzenrod, 18. Febr. Fn der Nacht zum Mittwoch, gegen 1 Llhr. entstand in der Hofreite des August Lotz Feuer, das leicht größere Folgen hätte haben können. Es gelang, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Ein Stall, der noch Heu und Stroh enthielt, konnte nicht mehr gerettet werden.

B. Burkhards, 18. Febr. Ein Ge­mein d e a b e n d , der der deutschen Westmark gewidmet war, machte am Sonntag zahlreiche Zuhörer in Bild, Wort und Gesang mit den deutschen Gauen an der westlichen Grenzmark, dem besetzten Gebiet, bekannt. Zumeist farbige Lichtbilder zeigten das Landschaftsbild einer Rheinreise von Mainz bis Köln und eine Damp­ferfahrt durch das herrliche Moseltal. Lehrer Loos, der die Bilder in gleichzeitigem Vortrag erläuterte, umrahmte die Vorführung mit Rhein-

noch nicht ausgebrütet. Einstweilen, schätz' ich, bleibt s beim alten: drüben die Großen, hüben die Kleinen." Wer die unter einen Hut brächte, meinte der Lehrer, hätte sein Meisterstück gemacht. Das Schlimmste wäre, daß gerade die Dermög- lichen allem Neuen mißtrauten und sich nicht entschließen könnten, den alten Schlendrian fahren zu lassen. Die Herren in Darmstadt hätten den besten Willen, dem oberen Vogelsberg auf- zuhelfen. Mit der Feldbereinigung war der Anfang gemacht. Nun wollte man die Hut­weiden verbessern, wollte kahle Höhen auf- forsten und weite Strecken des Landes dem Acker­bau und der Viehzucht erschließen. Dazu brauchte man Arbeiter in Menge. Waren es die geringen Leiite, die zuerst bei dem Unternehmen ver­dienten, hatten die Grundbesitzer später den größten Vorteil davon. Das legte der Lehrer umständlich dar und redete sich ordentlich ins F'uer hinein. Fhm, dem Krämerskarl, leuchtete alW ein. Hoben sich Wohlstand und Verkehr, nabm die Kaufkraft der Bevölkerung zu. Er stkbst zog seinen Nutzen daraus. Das Geschäft lich sich im Handumdrehen vergrößern. Er stellte ein schönes Lagerhaus hin. Er schaffte sich Waaen und Pferde an. Dann stand der ganze Kreis ihm offen. Nicht, daß er den Großhändler spielte, er wollte es auch sein. Und tat allen wohl fnrmit, denn regnete es auf die Großen, so tröpfelte es auch auf die Kleinen.

Fmmer, wenn er Luftschlösser baute und sich an dem Ueberfluß weidete, den ihm seine Einbildungskraft in den Schoß warf, suchten seine Gedanken die Fserlohnerm. die ihn treulos verlassen. Der Glaube hatte sich in ihm befestigt, sie war übers große Wasser gegangen. Ob^' ibr geglückt war, sich warm zu setzen? Er hegte starken Zw"ifel. Konnte man's doch jeden Tag in d-r Zeitung lesen, wie Handel und Wandel in Amerika darnied"rlagen. Tausende. die aus- ä5wandert waren, kehrten grausam enttäuscht zu­rück. Auch seine Frau. Dessen war er gewiß.

Draußen hatte der Wind sich aufgemacht und lärmte durch die Gassen. Der Krämerskarl öffnete das Fenster. Nebenan beim Dölbels- Heinrich brüllte imaufbörlich eine Kuh, der man bas Kalb genommen.hatte. Aus der Wohnung des Nachbars Moll drang ein Heller Lichtschein

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. meiner Achtung. Seine Waren bezog er von einem Großhändler aus Lauterbach. Wenn dessen Reisender ihn besuchte, war er wie umgewandelt. Auf seinen hageren Backen brannten rote Flämm- chen, und er schwätzte wie ein Advokat. ..Herr Schneider, was sagen Sie dazu? Brasilien ver­langt horrende Preise. Fragt sich nur, ob es fte aufrecht erhalten kann. Fch glaube aber doch, der Kaffee wird teuer. Fetzt müßte man speku­lieren!" Die Weisheit tarn aus seiner Zeitung, deren Handelsberichte er eifrig studierte. Der Reisende lachte:Krämerskarl, wer spekuliert, der sucht, was fliegt, und nicht, was vor der Nase liegt ... und dann: zum Spekulieren ge­hört Geld und noch em al Geld. Fch mein, hie £aar Sack Kaffee, die Sie brauchen, kaufen S'e nach Bedarf." Der Kopf des Krämerskarl sank tief herab. Pläne hatte er so viele, sein Gärtchen dreimal zu bepflanzen. Wer aber Kohl essen wollte, brauchte auch Sdeck. Die Bitteren Wabr- Herten, die er hörte, führten ihm das zu Gemüt War nun das Geschäft erledigt, ließ er sich's nicht nehmen, den Reisenden bis an die Grenze her Gemarkung zu begleiten. Denn er betrachtete wn als Boten aus der großen Welt, deren CBrairfen noch immer in seinen Ohren klang.

Die Schatten der Nacht senkten sich herab Das Rauschen des Daches erfüllte die Luft Am Himmel trieb schweres Reaengewölk. Fm Halbdunkel blickten die Basalttürme auf der K''vvc wie ungeschlachte Riesen zu Tal. Der Rühlsadam, der auf Walpurgis geboren war und jetzt noch als Achtziger mit Behagen sein Kännchen Branntwein trank, hatte vor vielen Fahren einmal nächtens die Höh'' erstiegen, einem fernen Feaersck "in nachz-f üron. Da gewahrte er zu seinem Erstaunen, daß die zackigen Felten verschwunden waren. Statt ihrer wandelten vier Manner mit langen weißen Bärten hin und her -Und eine kriminalgroße Höhle hatte sich aufgetan Daraus rasselte es wie bon Gold und Silber Während der Rühtsedam Augen und Maul auf-

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herüber. Die junge Frau stand schon im Leibchen. Auch der Mann war dabei, sich zu entlleiden Es ging auf zehn.

Der Krämerskarl spürte keine Müdigkeit Er schloß das Fenster. Lind sah noch lange. And grübelte vor sich hin.

11.

Untoeit der alten Fachwerkkirche erhob sich das neue Schulhaus, ein nüchterner Dau. der erst vor einigen Wochen seiner Destimmung über­geben worden war. Die Einw?ihungsfeier be­deutete das Ende jahrelanger erbitterter Kämpfe, Benn die Großen wie die Kleinen hatten den Neubau für ihr Gebiet in Anspruch genommen Die Sache gelangte unerwartet zum Abschluß als der Föckelsheinrich, der in kinderloser Eh< lebte, Grund und Doden unentgeltlich zur Ver­fügung stellte.

3m Erdgeschoß des Hauses befand sich außer dem Vorplatz der saalartige llnterrichtsraum, im oberen Stock die Wohnung des Lehrers.

Ob der Baracke, in der er gehaust, hatten die Schulmeister des Kreises ihren Kollegen WeilandtHans vrn der Luft" getauft. Das war nun mit einem Male anders gewordsn. Vier schöne Zimmer von mittlerer Größe boten Sem jungen Lehrer ein, wie er meinte, fürst - l'ches Quartier. Daß die Ausstattung gar dürf­tig war, focht ihn weiter nicht an.

Weilandt entflammte einer alten Lehrer» famUie. Noch sein Großvater war neben dem Schulamt verpflichtet, die Glocken zu läuten, das Taufbecken zu tragen und den Leichenbitter zu spielen. Fn seinem Nachlaß befanden sich Aus­zeichnungen, die der Enkel als Vermächtnis be­wahrte. Eine Stelle darin lautete: ..Fch habe mich in meinem langen, mit Mühsal beladenen Leben über jeden Sonnenblick gefreut. Gemüts- freudigkeit ist die Quelle meines Wohlbefindens. Vom ersten Tage an, da ich in mein Lehramt trat, habe ich mir vorgestellt, daß Fröhlichkeit der Grundton ist. auf den die Seele des Kindes gestimmt sein soll. Dem Dildner der Fugend, der sie nicht kennt und nährt, fehlt das Beste zu feinem Berufe."

Turnen, Sport und Spiel

Ein vorbildlicher turnerischer Werbeabend.

i Rockenberg, 17. Febr. Der hiesige Turn- und Sportverein, der dem Turn­gau Hessen der D. T. angehört, reranflaügle am Samstag einen turne r i f n Weroe- abend, der in feiner Vortrag?folge einen Ver­ruf nahm, wie er für alle ähnlichen Veranstal­tungen vorbildlich sein farm. Einem Dor- spruch und einer Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden Seip schlossen sich in wohldurch­dachter Abwechslung turnerische Vorführungen und weiter noch Darbietungen an, die ganz auf die Pflege des turnerischen Geistes­lebens eingestellt waren und die Fahnschen Fdeen lebendig werden ließen. Die Zöglingsabtei­lung des hiesigen Vereins zeigte in gewandter Ausführung die von den Verbänden der D. T. für dieses Fahr vorgeschriebenen Freiübungen. Fm übrigen wurde der turnerische Teil völlig von der 1. Riege des Turnvereins Nidda, die als Gast anwesend war, bestritten. Mit dem bekannten Gaumeister Nies an der Spitze, zeig­ten die Niddaer Turner an Reck, Darren und Pferd deutsches Geräteturnen in einer Vollen­dung, die Staunen und Dswunderung bei den zahlreichen Zuschauern hervorrief und immer wie­der stürmischen Deisall auslöste. Das Gebotene war wirkliches Kunstturnen, das den zahlreich anwesenden Vertretrn benachbarter Turnvereine eine Fülle neuer Anregungen gab und für die schöne deutsche Turnkunst in allen Kreisen unserer Bevölkerung stärker geworben hat, als es selbst die zündendsten Worte vermögen. Man kann es verstehen und nachfühlen, daß ein Vorstands­mitglied des hiesigen Vereins, als er den Gästen den Dank Rockenbergs übermitteln wollte, dies fast zu Tränen gerührt tun muhte. Höhepunkte des Abends bildeten weiter die der Pflege des Turnergeistes dienenden Programmpunkte. Bei Heldendank" mit Vorspruch, dem gemeinsamen LiedFch halt' einen Kameraden?' und ab­schließendem lebendem BildHeldengrab" blieb kein Auge tränenleer,llnferm Turnvater Fahn" galt ebenfalls ein Vorspruch, eine kernige An­sprache des Niddaer Turners Lehrer Wolf (Kohden) und anschließend eine Huldigung der Turner. Das TurnerspielDie T u rn s a h rt"

meisten Opfer gefordert. An der von yter nach Leidhecken führenden Straße (etwa ein Kilometer Länge) sind gegenlOOBäume, meist Aepfelbäume im ertragsfähigsten Alter, dürr geworden und wurden von der Kreisstraßenvertoaltung zum Fällen verkauft. Die Steigerer haben gesunde Stämme an Holzhändler zu annehmbaren Preisen weiter veräußert. Die Basalt st eint n du st rie der näheren und weiteren Umgebung hat sich seit FahreSfrist ganz bedeutend gehoben. Meist werden Decksteine auf die Straßen des angrenzenden Kreises Friedberg geklopft und per Wagen abgefahren. Infolge des riesig zunehmenden Autoverkehrs leiden die Straßen ungemein und müssen weit mehr Ausbesserungen gegen früher vorge­nommen werden.

Zt Aus der Wetterau, 18. Februar. Dos gelinde Wetter der letzten Wochen hat den Pflanzenwuchs ungemein geför­dert. Die mit Korn und Weizen bestellten Aecker zeigen ein prächtiges Aussehen, eben­so die Kleeäcker. Der Klee steht geschloffen und ist bis jetzt nicht im geringsten ausgewin­tert: sein schnelles Wachstum läßt einen früheren Schnitt als sonst erhoffen. Infolge­dessen find die Heupreise etwas gedrückt. Händler bieten pro Zentner 3,504 Mark, unberegnetes gutes Wiesenheu wurde dieser Tage mit 4,50 Mark bezahlt. Die tief ge­legenen Wiesen des Horloff- und Nid data les stehen vielfach noch unter Wasser und leidet die Grasnarbe ungemein, so daß im Sommer saure Gräser uno Schllf die Heuernte beeinttächtigen dürften.

)( Ortenberg, 18. Febr. Eine General­versammlung des Turnvereins beschäftigte sich am Samstagabend mit dem Plan der Er­richtung einer Turnhalle. Grundsätzlich herrschte völlige Einigkeit darüber, daß eine Turn­halle errichtet werden müßte. Eine günstige Ge­legenheit bietet sich, den nächstens voraussichtlich freiwerdenden früheren Mauergarten zu erwer­ben, in de sich die Metallwerke Niddertal be­finden, doch muh zunächst die Niddag über den Verkauf entscheiden. Um der Wohnungsnot zu steuern, hat der Gemeinderat beschlossen, ein Vierfamilienhaus z u erbauen. Der Bau soll so gefördert werden, daß er bis im Herbst beendet ist. Durch die immer größer werdende Zahl elektrischer Anschlüsse, besonders von Motoren, reichte die eine Transforma­tor e n st at i o n schon lange nicht mehr aus. Es soll daher eine zweite Station an der Straße nach Selters zu errichtet werden, an die jedenfalls auch das Bad Selters mit feinen erweiterten Anlagen angefchlossen werden wird. Der Hotelbau des Bades macht gute Fortschritte: nachdem der Rohbau bereits unter Dach steht, wird augenblicklich eifrig an dem inneren Ausbau gearbeitet, der nach dem Stande der modernsten Hotel- und Dädertechnik erfolgt.

Ä Nidda, 18. Febr. Auf dem heutigen Schweinemarkt war der Auftrieb von Ferkeln stark, dagegen von Läufern und Einlege- chweinen mäßig. Auch hatten sich viele Kauf­lustige eingefunden. Der Handel ging aber lang­sam. ein Zeichen der Geldknappheit. Die Preise waren trotzdem verhältnismäßig hoch. Es wurden bezahlt für ein Paar Ferkel, 6 Wochen alt, 50 Mk., für ein Paar, 9 Wochen alt, 70 Mk. Läufer wurden das Paar mit 75 Mk. und Cinlegeschweine das Paar zu 116 Mk. verkauft. Nicht alle feilgebotenen Tiere fanden Wsatz.

sperrte, kam einer der Alten auf ihn zu und hob drohend die Hand. Dabei schlug ihm das rote Feuer aus dem Mund. Dem Adam fiel das Herz in die Schuhe, er rannte wie besessen heim und kroch zitternd in fern Bett. Ändern Dags schwur er Stein und Dein, daß alles sich so zugetragen.

Der Krämerskarl schritt die Wassergasse hin­unter und bog dann in den Kirchweg ein, wo fein Häuschen lag, ein altertümlicher Fachwerk­bau. der im Sommer, wenn die Stadtleute kamen, manchen Blick auf sich zog. An der Tür stand die Pörtegritt, die ihm den Haushalt führte und in feiner Abwesenheit den Laden versah.

No, was hat's gegeben? fragte er.

,.®ar wink," versetzte die Frau. Fhr zahnloser Mund machte sie älter, als sie in Wirklichkeit war. ..Die Walkmüllern hat ein' Schoppen Rüböl geholt und der alt' Zecher ein Päckchen Deutsche").""

Der Krämerskarl ging durch den Laden in bas Hinterstübchen. Dorthin brachte ihm die Pörtegritt die Erbsensuppe, die vom Mittagessen übrig g blieben war. Er nahm ein paar Löffel, fetzte ein Schälchen Kaffee darauf und zündete feine Pfeife an.

Das Geschäft hatte in den letzten Tagen wenig eingebracht. Man mußte es nehmen, w-e es war. Er hatte im vergangenen Fahr für nahezu zwölftausend Mark Waren verkauft und hoffte, künftig mehr abzufetzen. Die Leute wußten daß er ihnen nicht Mausdreck für Pfeffer auf- fchwähte, und daß er sie redlich bediente. Etliche die gewohnt waren, sich in der Stadt zu ver­sorgen, deckten jetzt ihren Bedarf bei ihm. Frei­lich hatte er auch Schuldner. Das waren meistens Lohnarbeiter, die von der Sand in den Mund lebten, bei denen, zumal im W'nter, Schmal­hans Küchenmeister war. Doch gaben sie sich alle Müh?, die Rückstände zu tilgen, so daß er selten etwas verlor. Letzt hatte der Lehrer Weilandt gesagt:

Krämerskarl, 's müßt' so weit kommen, daß wir im Dors keinen Armen mehr hätten."Herr Lehrer." war feine Rede gewesen,das Ei ist

*) Zichorienkaffee.

gefpteue LyearerftUckchen weckten türmt] ege Heiterkeit. Es war in allen Teilen ein wohl­gelungener Llnterhaltungsabend. Es wäre zu wünschen, daß sich die Heranwachsende Fugend in eigenem Fnteresse der turnerischen Aus­bildung in größerer Zahl zuwende.

t Grünberg, 18. Febr. Bei der ge- sttigen Nutzholzversteigerung im hie­sigen Stadtwalöe wurden im Durchschnitt folgende Preise erzielt: Derbstangen 20 Mark, Fichten-Nutzreisig (Schichthaufen) 18 Mark, Fichtenstangen Va 6,50 Mark, Vb 6 Mark, IV 17 Mark, Eichenstämme II Schnittholz 70 Mark, III 100 Mark, für Bauholz IV 47 Mark und V 33 Mark je Festmeter. Der Mann ergesangverein wählte in seiner jüngsten Generalversammlung den alten Vorstand wieder und erweiterte den Vorstand in Anbetracht der hohen Mitglieder- zahl des Vereines noch durch zwei Beisitzer. Es ist beabsichtigt, für den Verein ein Kla­vier anzu schaffen; ein Teil des Kauf­preises ist durch den günstigen Abschluß des 90. Stiftungsfestes bereits vorhanden.

ton. Weickartshain, 18. Febr. Am Sonntag veranstaltete der hiesige Land­jugendbund im Saale des Gastwirt Hock eine vaterländische Abendunter­haltung. Amrahmt war der Abend durch Vorträge vaterländischer Gedichte und Vor­führung von zwei Theaterstücken. Dec gemüt­liche Teil des Abends wurde durch Tanz ausgefüllt und hielt die Anwesenden noch lang in fröhlicher Stimmung zusammen. Am Sams­tagabend wurden die Aufführungen den ge­ladenen Vereinen, Gesang- und Kriegecver- ein, sowie den Ortseinwohnern vorgeführt, wobei der Gesangverein unter Leitung des Lehrers A ch a r d durch Dortvag mehr;rer Lieder zur Verschönerung des Abends beitrug. Auch hier hielt ein gemütliches Beisammen­sein die Anwesenden noch recht lange zu­sammen. Beide Veranstaltungen waren stark besucht.

Kreis Friedberg.

'4 Bad-Nauheim, 17. Febr. Trotzdem bte Wogen des Faschings hier schon so hoch gehen wie nie in einem Fahre zuvor, gibt es doch in allen Bevölkerungskreisen noch Leute genug, die selbst in dieser Zeit noch Sinn für andere Veranstaltungen haben. So konnte sich gestern der 4.Vortragsabend des Bildungs­vereins im Kurhause eines regen Besuchs er­freuen. Reallehrer Staubach sprach in sehr fesselnder Weise über das ThemaAm Le­be nsquell der Sprache". Die Ausfüh- rungen ließen einen Blick tun in Wesen und Wandel und in das reiche Leben unserer Mutter­sprache. An einer Reihe von Wörtern und Redensarten wurde gezeigt, wie sich deren ur­sprünglich frische Bedeutung im Laufe der Fahr» Hunderte gewandell hat, wie sich Bedeutungs­umfang und -inhalt verschieben, wie Wörter m ihrem Werte sinken und steigen und der Sinn m mannigfacher Weise übertragen wird Die anschaulich entwickeltenWortgeschichten" trugen dazu bei. die Schönheit unserer Muttersprache erleben zu lassen. Der Redner erntete dankbaren Beifall.

Kreis Büdingen.

Bingenheim, 17. Febr. Der kalke . Winter 1923/24 hat wohl in hiesiger Gegend unter den Kern- und Steknobstbäurnen die

t Die Oberroälder.

Roman von AlfredDock.