Aeuer am Nordpol.
; Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.
Don Karl-August von Laffert.
44, Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
,Lch bezweifle, ob das praktisch ist. Denken Sie an das unerbittliche Klima und das stets wechselnde Wetter. Im Winter vor allem müssen wir mit starken Schneeverwehungen rechnen. Ich meine, wir richten uns nur auf unterirdischen Betrieb ein. Eine Förderanlage ist bei der geringen Tiefe unpraktisch. Wir nehmen einen sanft geneigten Stollen als Einfahrt und sprengen unten größere Räume aus, die wir elektrisch erwärmen müssen, denn die Außentemperatur wird sich hier noch vis in größere Tiefen fühlbar machen."
„Ich möchte doch vorschlagen, zunächst einen einfachen Schacht bis auf die Platinader niederzutreiben", entgegnete Sanders. „Es ist zu wichtig, uns von dem tatsächlichen Vorhandensein des Platins auf die schnellste Weise zu überzeugen."
„Setzen Sie Zweifel in Ihre Rutentätigkeit?"
„In letzter Zeit habe ich an manchem zweifeln gelernt. Ich will rasche Gewißheit haben. Auch für die Geldgeber unseres Unternehmens wird die Bestätigung der erwarteten Platinfunde äußerst wichtig sein."
„Diesen Gesichtspunkt lasse ich gelten", stimmte Nagel zu.
Von fern ertönten mehrere Schüsse. Nagel blickte mit seinem Zeißglase dorthin.
.Hallo!" rief er frohgelaunt. „Die Unsrigen sind bereits auf der Jagd. Ich glaube, sie haben eine Herde Moschusochsen aufgetan. Dieses Land verspricht mehr, als ich zu hoffen wagte. Frisches Fleisch ist höchst wertvoll für uns. Auch zum Gemüsebau werden wir übergehen können. Natürlich unter Glas- I enstern und im Winter bei künstlicher Sonne. Sie ollen sehen, es wird sich recht erträglich in un- erem Nova Thule leben."
„Hier in Platinia scheinen tatsächlich ganz leidliche Verhältnisse zu herrschen. Doch wie wird es in Petrolea, wohin unser Kraftwerk und die Hauptanlagen kommen? Dort liegt das ganze Gebiet unter einer Eisschicht von über 100 Meter Stärke."
„Auch damit werden wir fertig. Das feste, kristallische Ueberlandeis nützt uns in anderer Weise.
Es wird das Baumaterial für unsere Gebäude bilden. Eine ganze unterirdische Stadt soll unter dem Eise entstehen. Maschinenhallen, Wohnungen, ja vielleicht sogar Gärten, erleuchtet und erwärmt von künstlichen Sonnen, lassen sich mit Leichtigkeit in dem festen und doch unschwer zu bearbeitenden Eis schaffen. Als nächstes bauen mir eine Tunnelbahn von Petrolea nach hier, soweit das ewige Eis reicht, und auf der anderen Seite bis ans Ende von Nova Thule, Alaska gegenüber. Im leicht zerstörbaren Eise wird es sich zwanzig, ja hundertmal so schnell arbeiten lassen wie im festen Gestein."
„Gewiß ist das Eis leicht zu bearbeiten und besitzt andererseits auch genügende Tragkraft. Aber unter der Jnnenwärme der erheizten Räume wird es fortschmelzen."
„Auch dafür ist gesorgt. Meine Versuche ergaben, daß eine Doppelschicht dünner Asbestplatten mit hohlem Lufträume dazu völlig gegen Wärme sowohl wie gegen Kälte isoliert. Wir machen uns das System der Thermosflaschen zunutze. Sie erinnern sich, daß ich auf Errichtung der großen Asbestfabrik in Uralsk drang? Nur Blankenburg wußte Bescheid. Man muß nicht alle Absichten vorher bekanntgeben."
Eine Zeitlang noch umschritten sie die nähere Umgebung der zukünftigen Platingrube und besprachen technische Einzelheiten. Dann ging es zum Landungsplätze zurück. Eine Quelle mit schönem, klarem Wasser war nicht allzu weit entdeckt worden, und die Jäger brachten ein erlegtes Moschuskalb und zwei Schneehasen mit.
„Jetzt zum Mittagessen!" rief Nagel. „Und dann alle Mann auf mindestens 6 Stunden in die Kojen. Wir brauchen Kräfte für die kommende Arbeit."
So endete der erste Tag in Nova Thule, der neuen deutschen Kolonie, die dazu bestimmt war, die' Welt wiederum in Brand und Unruhe zu versetzen.
4.
Am Tage, als Staffel 8 abfliegen sollte, brachten die entleerten Flugzeuge der Staffel 6 folgende Mitteilung Nagels für Günther, der sie alsbald Stratoff mitteilte:
Platinia, den 15. Juni.
1 An Etappenhauptort Archangelsk.
Platinader heute in 11 Meter Tiefe angeschlagen. Fundergebnis überraschend groß. Sanders schätzt mit mir die mögliche tägliche Ausbeute auf
10 Kilogramm. Probe anbei im verschlossenen Kästchen. Hier alles wohl. Funkenstation ist angelangt und wird in etwa vier Tagen fertig montiert sein.
Nagel. Telegramm des Volkskommissars des
Ae u ß e r n.
An Sowjetbotschaft in Berlin (chiffriert).
Fragen Sie bei deutscher Regierung an, ob Direktor Nagel im Auftrage der deutschen Regierung Nova Thule annektierte. Erheben Sie gleichzeitig Protest gegen dieses einseitige Vorgehen. Wir erwarten detaillierten Bericht.
*
Telegramm an den Außenkommissar Moskau (chiffriert).
Die deutsche Regierung gab weder einen Auftrag zur Besetzung von Nova Thule, noch hegt sie die Absicht, jemals dieses Land zu annektieren. Dieses hat mir der Reichskanzler persönlich bestätigt. Nagels Vorgehen wird hier als törichter und unbesonnener Streich betrachtet, dem keine Bedeutung beizumessen sei. Sowjetbotschaft, Berlin.
*
Extrablatt des Neuyork Herold".
Ungeheure Platinfunde in Nova Thule. Monatliche Förderung auf 500 Kilogramm geschätzt. Platin-Monopol der deutsch-russischen Gesellschaft. Unausbleibliche Wirkung auf handelspolitische Verhältnisse. In unserem in einer Stunde erscheinenden Abendblatt werden wir das bedeutungsvolle Ereignis eingehend würdigen.
*
Schreiben Strato f f s an Nagel.
Ueberbracht durch Flugzeug der Staffel 9.
Lieber Herr Mitdirektorl Die von Ihnen übersandte Platinprobe ist erklassig. Unser gesamtes Platinvorkommen im Ural ist Kaff dagegen. Also hatte Sanders doch recht, und mein gutes Geld ist nicht fortgeworfen. Jetzt heißt es aber mit Macht zur nächsten Etappe, also nach Petrolea. Dem ersten Erfolge muß sich alsbald der zweite anschließen.
Ich bitte Sie daher, sofort mit Sanders einen Erkundungsflug dorthin zu unternehmen. Sanders muß möglichst genaue Messungen aller Art machen, deren Ergebnis durch sichere, auf der Oberfläche anzubringende Erkennungszeichen festzulegen sind. Erst
dann vermögen wir weiter zu disponieren. Sagen Sie dem großen Wünschelrutenmanne meinen Glückwunsch- und unaussprechliche Bewunderung. Fürstin Linda, die ihm persönlich schreibt, ist womöglich noch begeisterter als ich.
Flugzeug 7b ging über Franz-Josephs-Land verloren. Alle Nachforschungen des Begleiters 7a blieben ergebnislos. Wahrscheinlich mußte 7b Notlandung machen, wobei es zerschellte. Derartige Verluste sind unvermeidlich und werden sich noch öfter wiederholen. Zur Aufmunterung unseres Personals stiftete ich für die Hinterbliebenen 10 000 Dollar.
Glückauf und besten Gruß Stratoff.
Beiliegendes Schreiben ist nur für Sie bestimmt.
Wie steht es mit der Gesundheit von Sanders? Hat er seine Kraft wiedergewonnen? Die Fürstin machte mir besorgniserregende Andeutungen. Bringen Sie ihn nur noch dazu, die Messungen in Petrolea auszuführen, und markieren Sie genau die von ihm bezeichneten Stellen. Dann kann er unsertwegen nachher völlig zusammenbrechen und sich erst mal längere Zeit in Saratu in den Armen der Liebe erholen. Geben Sie mir sofort und geheim Nachricht. . St.
* «c
Funkentelegramm Nagels a n Günther.
Soeben vom Erkundungsflug nach Petrolea zurück. Das im vorigen Jahr angebrachte Erkennungszeichen wurde durch Stürme verweht. Schließlich fanden wir es. Danach ließ sich Lage des Oel- gebietes nur ungefähr bestimmen. Sanders versagte leider wegen Erkrankung. Trotzdem bin ich eines Erfolges sicher. Beschleunigen Sie Vorbereitungen für Petrolea, da hier in wenigen Tagen alles fertig.
Brief Nagels an Linda. Hochverehrte Frau Fürstin!
Heute wende ich mich an Sie mit einer für mich rech peinlichen Bitte. Ich würde es auch nie wagen, wenn ich nicht wüßte, daß Sie den innigsten Anteil am Ergehen unseres Freundes Sanders nehmen und daß Sie andererseits die eifrigste Förderin unseres großen Unternehmens find.
(Fortsetzung folgt.)
Man verlange aucririirkiirh ।
| Gießener Brauhaus-Pilsener
l
7
Elisabeth Nachtigall Christian Hüttenberger
Verlobte
Gießen, im Mai 1925
Gnauthstraße 4 Bleiche
M3O4
Sommer-Unterkleider
Herren-Makko-Jacken Herren-Makko-Hosen
In allen Größen, auch extraweit Herren-Makko-Hemden Einsatz-Hemden Poröse Hosen u. Jacken Netz-Jacken für Damen und Herren
Farbige Garnituren
für Herren (Unterjacke u. Hose)
in großer Auswahl
JULIUS SCHULZE
Kreuzplatz :: Fernsprecher 774
5016a
Kein Laden! Kein Laden!
Meiner werten Kundschaft, sowie der Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur Kenntnis, daß ich ab 18. Mai mein Geschäft eröffne.
Empfehle Kernseife, 250 g 30 Pf., 250 g 28 Pf., große Dlumenseife 100-g-Stück 30 Pf., Salmiak- Terpentin-Schmierseife, weih Pfund 55 Pf., gelb 46 Pf., Torvol, selbsttätiges sauerstoffhaltiges Waschmittel, Paket 35 Pf., Persil 45 Pf., Kathreiners Malzkaffee, 1-Pfund-Paket 50 Pf., guter Bohnenkaffee, l/4 Pfund 1 Mk., Tafelöl (nicht in Flaschen), Liter 1.80 Mk., Nähmaschinenöl und Fahrradöl, 100.g. Flasche 40 Pf., Fliegenfänger. Stück 8 Pf., Schmelzschokolade, 100.g.Tafel 40 Pf.
Ich mache besonders aus mein modernes Mittel ^Aostkorn in der Holzdose" aufmerksam, entfernt jeden Rostfleck in der Wäsche, ohne dieselbe zu beschädigen, gut, billig, einfach anzuwenden, Dose 35 Pf.
Machen 2ie bitte einen Versuch und überzeugen Sie sich von der Qualität der Ware. Der Weg lohnt, Sie sparen Geld. 04g89
Hochachtungsvoll
Heinrich Nicklaus
Kaiserallee 2, Hinterhaus, 1. St., kein Laden
Kein Laden! Kein Laden!
Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken aus diesem Wege recht herzlich
Karl Bender
und Frau Emmi geb. Moos
Krofdorf, im Mai 1925
04392
STADTTHEATER GIESSEN
Am 19. Mai 1925, abends 8 Uhr:
Tanzspiel „Aufriß“
in 13 Tänzen von Hans Erwin Steinbach
Tänzer: H. E. STEINBACH THEO DUSEBERG MARIA KÜBEL
Karten von 0.75 bis 4.00 Mk. bei E. Challier, Neuenweg, und an der Abendkasse.
5100c
Leinöl-Firnis
Farben, Pinsel
Futzboden- Lackfarben
3597D gut und preiswert in der
(M-Mrie, Wolle.
Lichtspielhaus, Bahnhofstraße
Nur noch 3 Tage, bis einschl. Mittwoch
das herrlichste deutsche Film werk
Der Demütige und die Sängerin
Nach dem Roman von Felix Holländer.
Bewundernswert die hohen schauspielerischen Leistungen eines erstklassigen Ensembles.
Hauptrolle: LIL DAGOVER.
Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr.
Von 7—8 Uhr nochmals auf vielfachen Wunsch:
------- Gießen im Film ------
Außerdem die neueste Wochenschau.
Wegen der großen Länge des Films sind wir gezwungen, pünktlich um 8.15 Uhr die letzte Aufführung zu beginnen. 5093c
Alle Vergünstigungen aufgehobenI
kalasiris
patentiert in allen Kulturstaaten, mit allen Vorteilen, aber ohne die Nachteile des bestsitzenden Korsetts, macht elegante, schlanke Figur, stützt Leib und Rücken, ohne sonstwie zu beengen. Für Gesunde und Kranke.
Verkauf: Jeden Mittwoch in Gießen, Plockstraße 13 I
Vertretung: Frau M. Kopp, Marburg
Schulsttaße 10.
Zeichnungen aller Art für Handarbeiten • Wäsche • Gardinen
m
..... HAUS
HANDARbeit Jnd ausstäUUNG
Selters wog 61. 4864a
kontinental« Schreibmaschine
gebraucht, in gutem Zustande zu verkaufen. Schrift!. Angebote unter 50840 an den Gieftener Anzeiger.
Brennabor moderne Muster billigste Preise
August Kilbinger
Astoria-Lichtspiele
SelterNweg
Heute bis einschließl. Mittwoch: Kopfjäger der Südsee Hochinterressant. wissenschaftlicher Reisefilm des Forscherpaares Johnson durch die Inseln Melanesiens. Ferner: IleMtap im tadel der Zeile« Eine Kulturstudie in 7 Bildern.
Achtung! Achtung!
Ausflügler, Vereine usrv. WnieWrllag, öen 21. Ml 1925, findet auf der Eisernen Hand uormlflags MWMn-Mzerl u.
nodjmittags Mz flau , prima Würstchen eigener Schlachtung la Jbrina-Biere im Ausschank.
Zu zahlreichen Besuch ladet ein 043*1 Gastwirt Geller.
Wasche mit
luhns
Achtung
Die schwere wirtschaftliche Aot unserer lieben Mitbürger veranlaßt mich zurPreiS- ermäßigung. Wer also Geld sparen und seine Stiefel schnell und gut gemacht haben will, benutze diese günstige Gelegenheit Auch sorgfältige Ausführung von Maschinensteppereien. Ein Versuch lohnt sich. $. Badunann, MlMArimisler Eounenstrake 29111. Kein Laden
loelers-Bedricbpulver jede Mengesofort abWerk lieferbar RobertSchmidt Gießen, Schiffenbergerweg 56.
Garagen
für Personen- und Lastwagen mit Waschplah zu vermieten. Schriftliche Angebote unt. 51O3D a. d. Gieß. Anz.
5* 5
Henna! Dlonats- zEoldmal xsennig f« aU beton cinzel infolge hc Fernste SchriM lag unb®e Anschl^ 1 richt-nA
ZlanMi1
"bftn
für
wm - fei sich von d: lagen' tönn muiigde 1925 W fommen.
Hcrriot MMe 2ic;
3one beruh vic der QL br»ch [>ei miar 1925 | Waste Bi! , Der QIh
2öie ti'c
•imp nr • % v n n a &i “Weit %)-, feW« »4
Sie mi itfp.i'L'- ~ jnelte am ' rieten unu , Haufe" am . muffte ma nicht auf dah er bl! der auf) werke. Si perantwortl «ach der 2 Präsidenten die er seit auch im Kn terbesteh 3m er| sich Tc., Str xoliti! u Trotz der se unlcr den Auswärtige flerium tei angefotbeti Crhöhru ist, fo foll auch fjeut: tungen wc rückblei verlangte Autonomie liche Äeibi
Grunds sierung, du Separat 1924 gab. i das, die Qli feilen Seat! antwortlich! fcins erfolg vielmehr e nnterlea
N ÄHi Lttcrc r IvM W ö'r »“ie d
ÄJ«
lonb$ saft in f«kemizeichne sorlichreitend "alienis, «USgeoli
zwischen Manie
“auerfe k. fischen Je, Gebühren J“ Diener d>e sehr Cll(r ^'schen den
auch na. Jcn”fen. 3 m


