Nr. 270 Drittes VIctt
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Dienstag, (7. November 1925 n—ii II * --. —<- r—■■TT- । *i r> m w ■ nrrnir—m—1———1•
Wirtschaft.
Die Kohlerproduklion in Sefien.
Die monatliche S.alistik der Kohlenproduk- tion oes Vol.sj.aa.es Hessen weift für den Monat Oktober 1925 folgende Zahlen nach: An Rohbraurnohlen wurden ge,ordert 33 -100 Tonnen, verkauft wurden davon 13 473 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiter verarbeitet oder war zur Weiterverarbeitung bestimmt. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden erzeugt: 425 Tonnen Braunkohlenbriketts, sowie eine Anzahl Schwelereiproduite. Außerdem wurden erzeugt eine Anzahl Steinpreßkohlen. Unter Berücksichtigung der aus den Vormonaten übernommenen Befände sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 10 224 Tonnen Rohkohlen, 242 Tonnen Briketts, 1625 Tonnen Raß- Preßsteine, zusammen 12 091 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodulte im Gesamtwert von 78 960 Mk.
Don den deutschen SchlachtviehmärKten.
SWN. An den deutschen Schlachtoiehmärkten der vorigen Woche war der Marktverlauf für alle Gattungen ganz überwiegend mittelmäßig bis langsam. Ein ausgesprochen schlechter oder guter Marktverkauf war nur ganz vereinzelt festzustellen. Die Auftriebsziffern weisen durchweg eine Zunahme auf, am stärksten bei Rindern und Schweinen. In der Preisgestaltung traten größere Verschiebungen nicht ein, doch war die Tendenz allgemein wohl etwas schwächer. Auf den nachstehenden Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Pfennig ntytiert:
Rinder
Kälber
Schafe Schweine
Berlin
20—56
42—103
27—55
82—99
Bremen
28—53
40—95
30—58
77—90
Breslau
16—53
50—74
25—52
74—94
, Chemnitz
20—57
50—86
30—45
82—104
' Dortmund
20—59
45—98
28—50
75—93
Dresden
—
62—80
—
75—103
Düsseldorf
20—64
55—93
—
79—95
Elberfeld
20—58
50—95
30—55
80—90
Essen
25—59
50—110
25—50
80—94
Frankfurt
15—63
45—80
25—50
75—92
Hamburg
14—57
30—99
20—51
75—95
Hannover
15—50
35—90
20—50
75—98
Husum
22—55
—-
38—48
—
Karlsruhe
20—60
75—85
35—45
88—100
Staffel
20—56
45—65
28—36
79—92
Kiel
16—55
27—82
24—52
56—93
Köln
20—63
60—95
31—48
72—95
Leipzig
20—58
50—85
25—56
85—103
Magdeburg
16—58
30—70
20—44
75—97
Mannheim
14—58
50—84
24—38
72—94
München
40—65
—
—
62—90
Stettin
10—53
35—90
15—48
62—98
Stuttgart
13—56
60—84
—-
72—95
Zwickau
15—54
50—82
25—56
84—104
* Bamag-Meguin A. G, Berlin. Die Werkstätten in Butzbach können, wie sich die „Franks. Ztg." aus Berlin melden läßt, so wie bisher nicht weitergeführt werden. Brauchbare Fabrikationen sollen daher, wie verlautet, in der Hauptsache nach Bayenthal-Köln überführt und Butzbach weitgehend stillgelegt werden. Die Bankschulden bei der Gesellschaft werden als „erträglich" bezeichnet.
e D i e preußischen Sparkassen in den ersten Dreivierteliahren 1 9 2 5. Während der ersten Dreivierteljahre vom Januar bis September 1925 hat die Entwicklung der Cinlagebestände im preußischen spar- und bankmäßigen Sparkassenverkehr eine erfreuliche Aufwärtsbewegung genommen. An Spareinlagen sind seit Jahresbeginn 542,4 Mill, zugeflossen. Die Ende 1924 vorhandenen Spargelder der Kassen haben sich dadurch um 133,8 Prozent vermehrt, also weit mehr als verdoppelt. Die Spareinlagen hatten beim Abschluß des dritten Vierteljahrs 1925 mit rund 948 Mill. Rm. ziemlich den 50fachen Betrag des Tiefstandes von 1923 erreicht, machten jedoch nicht ganz ein Dreizehntel des auf das heutige Staatsgebiet entfallenden Vorkriegsbestandes vom 31. Dezember 1913 (12,6 Milliarden Mark) auS. Die Reubildung von Spar- kapitalicn befindet sich demnach im Vergleich mit dem Vorkriegsstände noch stark im Anfangsstadium.
" Die Frankfurter Ausländsanleihe. Die von der Stadt Frankfurt a. M. durch Vermittelung der Bantsirmen Lazard Speyer-Cllissen und Jakob S. H. Stern in Frankfurt a. M. mit der Firma Speyer u. Co. in Rewyork und der Firma Mendelssohn u. Co. Amsterdam abgeschlossene Ausländsanleihe von 4 Millionen Dollar ist in 20 gleiche Serien von je 200 000 Dollar eingeteilt, von welchen in jedem Jahre eine Serie, und zwar die erste nach Ablauf eines Jahres, die letzte nach Ablauf von 20 Jahren zu pari fällig wird. Ab 1930 ist verstärkte Tilgung durch Auslosung oder Gesamtkündigung zugelassen. Die Aleihr wird demnächst in Rewyork zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Ein Teilbetrag von 1 200 000 Dollar ist von holländischen Bankfirmen zur Emission in Holland fest übernommen bezw. in der Schweiz von einer Gruppe, an deren Spitze sich der schweizerische Bankverein befindet, fest untergebracht worden
• Elektrizitäts-A.-G. norm. W. Lahm eher & So., Frankfurt a. M. Die Gesellschaft beantragt, aus einem Reingewinn von 1 608 755 Rm. die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent.
6 Sichel u. C o. G. m. b. H., Mainz. Diese Gesellschaft des Sichelkonzerns, die sanitäre Artikel vertrieb, ist nunmehr verkauft worden. Die Liegenschaften sollen nach und nach verkauft werden, sodaß die Gläubiger voll befriedigt werden dürften.
* Beendigung des Lohnkonflikts in der Metallindustrie. Die unter dem Vorsitz des Schlichters Dr. Bernheim in Darmstadt 'stattgehabten Verhandlungen über den Lohnkonflikt in der Metallindustrie des Wirtschaftsgebiets Mainz-Wiesbaden sind durch eine Vereinbarung beendet worden, wonach die in den handwerksmäßigen Betrieben Beschäftigten einen Spitzenzu- schlag von 6 Pf. pro Stunde erhalten. Damit ist die drohende Aussperrung vermieden worden.
• Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk, Essen-Ruhr. Im Ge
schäftsjahr 1924/25 stieg d c nutzbare Strom- abgab: gegenüber dem Vorjahr um 57.9 Proz. Dab:i ist zu berücksichtigen, daß der Absatz im letzten Jahr unter den Einw.ck 1132.1 d r Ruhr- besetzungcn gelitten hatte. D.e in den Leitungen in Argr.ff g.'nomme en Erweiterungen der Jk.fi« werke wurden zum Abschluß gebracht. Der Be- triebsgewinn beläuft sich a s 29 999 427 M.. Rach Abschreibungen von 10 711 76j Mk. erg bt sich ein Ueberschuh von 12 028169 Mk., aus bem 8 Proz. Dividende auf die Inhaberaktien und 12 Proz. auf die Ramensackien aasgeschütte: werden. Der A.-R. erhält eine Ta.'.t cme in Höhe von 642 316 Mk.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
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Berlin
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>»/. Teuüche Reichsanletl>e 4% Deutsche Ncichsanleiye 3'/,°.'" Deutsche N-icheanlcive 3°/, Tcuische ‘jkid)S mlcibe Tcuische 2i’arpr.imicnaulcihe 4% Preußische ÄoniotS 4VO t>ClfC!l • •
3‘/s% Hessen 3% Heiicn Deutsche Vertb. Tollar-Anl. dio Doll Scharz-Amreiing.^
40/<> Zollturkcn ...
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Vcrlmer Handelsgesellschaft Lommerj- und Prioat.L«ank Tacinst. und NaiionaNank Deutsche Bank Tcuische Percinsbank . . . TiLcomo Commandit Mclallbank. .......
Mitteldeutsche Kreditbank Lesteireichiichc Kreditanstalt Wcstbank ......
Bochumer Guh ..... Buder^.6 Gero Dcutlch-Luremburg .... Ciclfenfirdjcncr Bergwerke. Harpcucr Bergbau MchiDcrfe AiwerSlcben.... Kaliwerk Westeregeln .... liaurapütfc ..... Obcrbcdars Phonn Bergbau ..... öiucinitabl ...... Niebcck Montan..... .
TelluS Bergbau .... Hamburg.Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd Chcramische '-Scrtc Albin . . Zementwerk Heidelberg . . Philipp HoUmann .....
Anglo-Gont--Guano .... Badische Anilin Chemische Mayer Alavin . . Goldschmidt ......
GrieS cimer Electron .... Höchster Farbwerke ..... Solwcrkoylung.....
NütgerSwerke ...
Scheideanstalt ........
Mg. ElekMitläts-Desellschaft Bergmann Mainkrastwerke ........ Schuckcrt • . .
Siemens 4 Halske .....
«dlcrwerke .Metier ..... Daimler Motoren. ..... Heyligenstaedr.....
Mcauin............
Motorenwerke Mannbetm .
Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Brann . . DketaNgelell chaft Frankfurt . Pet. Union A.-G. . . . .
Schich'abrik Hcrj . . .... Sichel. .
Zcllsto'i Waldhos ..... Zuücrr'abrtk Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
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22
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1 5
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7
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50
50
50
—
42
43,5
43.25
42,75
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
Telegraphische Auszahlung.
(Ohne Gewähr.)
14 Novbr.
16 Nov r.
Aun.iche Noti runa
Amtliche 'Dotierung
Geld
Vriei
Geld Brick
Amtt- 'Jtou
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168 79
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1.746
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19,07
19 04
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Stockholm
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Italien. .
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London. -
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Spanien .
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5 76
5 74
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4 197
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Uruguav .
4.30
4.31
4,30
4,31
Banknoten.
(Ohne Gewahr.)
Berlin, 16 Novbr
Geld
Briet
Amerikanische Note» .....
'.19.
4.214
Belgische Noten .......
18,99
19,09
lünürt'i' Noten .......
104,3«
104 86
Englische Noten -
20,302
20,402
stranzosssche Noten ......
16,84
16 92
Holländische Noten .....
168.3S
169,22
Italienische Noten......
16.89
13,97
Norwegische Noten......
Deutsch^csterr,5100 Kronen
85,0s
85 44
58.91
59.21
Rumänische Noten......
—
—
Schwedische Noten......
111.87
112.43
Schweizer Noten..... .
80.63
81.03
Spanische Noten ......
59.55
59 85
Tschechoslowakische Noten . .
12.38
12.44
Ungarische Noten ...
5.83
5.87
Berliner Börse.
((Stgcner Drahtberich- des „Gchener Anzeigers".)
Berlin, 16. Rov. Zwei Faktoren wirkten zusammen, um eine Beruhigung der Börsenlage herbeizuführen: die von der Botschafterkonferenz beschlossene Räumung der Kölner Zone und die Einführung weiterer Erleichterungen im besetzten Gebiet, sowie das Bestehen einer erheblichen Materialknappheit an den führenden Spezialmärkten. Zu der in "Berliner Kreisen beobachteten freundlichen Beurteilung der außenpolitischen Lage und der damit zusammenhängenden innerpolitischen Fragen kam noch die Rotwendigkeit von Deckungskäufen seitens der Spekulation, so daß b.e stabilen Samstag - Kurse b eh auptet blieben. Vereinzelt ließen sich sogar kleine Gewinne feststellen. Auch die leichte Lage des Geldmarktes wirkte anregend. Trotz
dem trat in der allgemeinen Stimmung eine grundsätzliche Aer.berung nicht ein. Dividenden- losigleit und Kre'aitnot brii_ en leicht aus die Efseklenmärlie. E ari enttäuscht fjajcn die negativen Erge^ni.se der Prager Bo. .riegsschulden- verhandlurgen; über die Papierschulden wurde fomit keine Einigung erzielt. Ungarische und österreichische Renten die bisher stark bevorzugt waren hatten hierunter erheblich zu lei- dm. Am Devisenmarkt ist die Lage unverändert. Paris gegen London 121,12. Mailand g.-gen London 120 30. London gegen Kabel 4,84'p. Die Marc ist unverändert.
Sra-Ijurter Mendborse.
Frankfurt a. M., 16. Roo. Die Abend- börse verkehrte bei lustlosem Geschäft in behaupteter Haltung. Der deutsche Rentenmarkt war vernachlässigt. D.e Taxe für öproz. Reichs anleihe ging auf 0,207*Am Dankaktienm^'.kt waren leichte Besserungen zu verzeichn.n, die Abendbörse schloß zu gehaltenen Kursen. Deutsche Anleihen: 3' prvz. Preußisch? Konsols 0,222. Ausländische Renten: Oesterre'.chische Silberrente 1,15, 5proz. Goldmexikaner 43,75, 5proz. Silbermexikaner 18,20. 3proz. Mexikaner 13. Bankaktien: Commerzbank 93,75, Darmstädter Tank Llltimo 103,25, Deutsche Bank U't mo 103,50, Dresdner Dank 100, Mitteldeutsche Kreditbank 89.50, Oesterreichsche Kreditaktien 6 75. Montanaktien: Deutsch Luxemburg 67, Phönix 65,25, Rombacher Hütte 18,87, Kali A'chersleben 103,50. Chemische Aktien: Badische Anilin 116,75, Elberfelder Farben 115,75. Transportaktien: Rordd. Lloyd 73,50, Baltimore 67. Jndustr'eaktien: Adlerwerke Kleyer 28.12, AEG. 90,75, Elektrisch Licht und Kraft 90, Holzmann 43.50, Jnag 0,35, Rheinmetall 16, Siemens Halske 79, Wahß und Freytag 63,75.
Frankfurter Getreidebörse.
(Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt n. M., 16. Rov. Es wurden notiert: We'zen, Wetterauer 23 bis 23,25, Roggen, inländ. 17,50, Sommergerste für Dra z vecke 21,50 bis 23,50, Hafer, inländ. 18,50 bis 21, Mais, gelb 18,50 bis 18,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 38,50 bis 38,75, Roggenmehl 24,50 bis 24,75, Weizenkleie 10, Roggenkleie 10 bis 10,25, Erbten 30 bis 36, Linsen 40 bis 70, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10 bis 10,50, We zen- und Roggenstroh 5 bis 5,50, Treber, getrocknet 18 bis 18,50. Tendenz fester.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M. 16. Rov. Auftrieb: 1594 Rinder, darunter 397 Ochsen, 45 Bullen, 1152 Färsen und Kühe. 400 Kälber, 365 Schafe, 3317 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 54 bis 60, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere auSgemästete 44 bis 53, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 35 bis 43; Bullen, vollfl. auSgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 48 bis 54, vollfl. jüngere 40 bis 47; Färsen und Kühe, vollfl. ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 50 bis 58, vollfl. ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 46 bis 53, wenig gut entwickelte Färsen 38 bis 49, ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 35 bis 45, mäßig genährte Kühe und Färsen 25 bis 34, gering genährte Kühe und Färsen 15 bis 24. Kälber: Feinste Mastkälber 73 bis 80, mittlere Mast- und beste Saugkälber 62 bis 72, geringere Mast- und gute Saugkälber 50 bis 61. Schafe: Mastlämmer und Masthämmel 45 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 36 bis 44. mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzschafe) 25 bis 33. Schweine: Dollfl. von 80 bis 100 Kg. 92 bis 95. vollfl. unter 80 Kg. 85 bis 91, von 100 bis 120 Kg 93 bis 96, von 120 bis 150 Kg. 93 bis 95, Fettschweine über 150 Kg. 93 bis 95, unreine Sauen und geschnittene Eber o bis 85. Marktverlauf: Großvieh schleppend. Schweine mittelmäßig, Kleinvieh rege. Bei Großvieh und Schweinen etwas lieber« stand.
Berliner Produktenbörse.
Berlin, 16. Mo. Im Berliner Produktenhandel bleibt bas Angebot in Brotgetreide seitens des Inlandes nach wie vor klein. Da aber anderseits Weizen und Roggen zu Exportzwecken sowie auch zum Verbrauch im Inland gefragt bleiben, entwickelte sich heute im amtlichen Verkehr eine fühlbare Höherbewegung. Weizen eröffnete mit einem Plus von 3,50 Mk. auf letzte Notierung. Roggen steigerte sich sogar auf nahe Sicht um 4 Mk., für Mailieferung um 5,50, Hafer bleibt gleichfalls fest, und zwar finbet bas Niveau eine Stütze burch vermehrte freiwillige Fragen seitens bcs Auslanbes sowie auch größeren Bebarf bcs Konsums. Gerste nur vereinzelt gefragt. Futterartikel ohne größere Umsätze, jeboch im Einklang mit ber allgemeinen Tenbenz leicht befestigt. Kartoffelnotierungen unverändert. Notierung: Weizen, märk. 228 bis 231, Weizen, Dez. 245 bis 245,5, März 248,5 bis 249, Mai 251, Roggen, märk. 142 bis 145, Roggen, Dezember 165 bis 166, März 178,5 bis 177,5 bis 178,5, Mai 183 bis 182; Gerste, märkische 184 bis 208; Futter- gerfte 148 bis 160; Hafer, märkischer 166 bis 175, Hafer, Dezember 178 bis 180,5, März 185, Mai 192; Weizenmehl 27,75 bis 32; Roggenmehl 20,75 bis 2.3; Weizenkleie 11,40 bis 11,50; Roggenkleie 9,20 bis 9.40; Viktoriaerbsen 23 bis 31,50; kleine Speise- erbsen 22 bis 24; Futtererbsen 18 bis 20; Peluschken 16 bis 18; Ackerbohnen 19 bis 22; Wicken 20 bis 25; Lupinen, blau 11,50 bis 12,50; Rapskuchen 14 bis 14,20; Leinkuchen 21,20 bis 21,50; Trocken'- schnitzel 7,60 bis 7,70; Torfmelasse 9 bis 9,20; Kar- toffelflocken 13,20 bis 13,40; Zucker 19,30 bis 19,50.
Kunst und Wissenschaft.
Frankfurter Theater.
Im Neuen Theater ist Bernhard Shaws „Z u - rück 3 u Methusale m", welches wie Winterwind den Hörer anweht. Voll kalter Klarheit, beißender Ironie und unendlich erfrischend sind die beiden ersten Teile des großen fünfteiligen dramatischen Werkes. „A m Anfang" müht sich Adam mit dem Unsterblichkeitsgedanken ab, ihm graust, eine Ewig- feit leben zu müssen, ihm graust aber auch vor dem Gedanken des Sterbens. Aus dem Quartett Adam, Eva, die Schlange und später Kain, wetterleuchtetes von einer Fülle kritischer und politischer Gedankenblitze, die die stets treffende Pfeilspitze der Ironie und Satire tragen. Kain, der erste Mörder, ist mit eine der köstlichsten Figuren, die der große Spötter je gezeichnet hat. Im „Evangelium der Brü
der Barnabas" hat die Evolution der Menschheit den weiten Weg vom Paradies bis zur Gegen- wurt zuruckgelcgt. Und wie verhält sich die Sacke jetzt/ Die Liudei Barnabas sind zur (Srienntnis ge« kommen, daß die Menschheit zu kurz lebt, ehe der Mensch reif wird, stirbt er. Dir mußten 3000 Jahre leben, um zur wahren Vollendung und Reise yi ge- langen. Was nun folgt und anläßlich bcs Minister« besuches bei den Brüdern Barnabas geredet wird, ist eine prächtige Persiflage aus die Politik Englands und im allgemeinen. Leider blieb hie Ausführung hinter dem Wollen des Dichters zurück und entbehrte 6er inneren Geschlossenheit. Der zweite Teil des Abends war der weitaus bessere; hier standen dem Regi'seur Edgar Klitsch Künstler uue Alois Großmann und Georg L e n g b a ch als Vertreter der Ministerrollen zur Verfügung.
Die Kammerspiele eröffneten die Winter- saison mit MoliLres „Misanthrop", übersetzt von Ludwig Fulda. Es war ein guter Gedanke, nach längerer Pause Moliäre wieder zu Wort fom» men zu lassen. Die Anklagen, die Möllere 1666 ins Parkett schleuderte, sind zeitlos und werden, da die Geschlechter nur wechseln, sich aber nie ändern, immer aktuell bleiben. Die Ucberzeugung Fuldas läßt Mollöres Charakterkomrdie in klangvollen Versen über die Bühne schreiten, und die Regie Heinz Hilperts sorgte für lebendige Flüssigkeit. Er hatte den Remeeinfall, das Ganze im Narrenkostüm spielen zu lassen, die Männer bunt anzumalen und Die Frauen im Stil der Tillergirls auf die Bühne zu schicken. Die Idee war recht luftig an sich, bleibt aber letzten Endes Geschmacks- und Empfindungssache. Im übrigen war die Ausführung ausgezeichnet, hatte starke Spielwirkungen, die lediglich d"rch dis Kostüme ins rein Possenhafte abgesch.wächt wurden. Das Publikum nahm den Abend, in dessen Mittelpunkt Robert Taube ustib Kundry Steuert standen, äußerst beifällig auf.
Büchertisch.
Das Familienblatt unserer Samstagnummer war dem Gedenken Jean Pauls gewidmet und wird hoffentlich recht vielen Lesern Anregung geben, sich mit einem der größten Drnkrr und Dichter, d.e wir Deutschen haben, zu beschäftigen, der nur deshalb bisher so wenig gelesen wurde, weil die Form seiner Darbietungen viele abschreckt. Durch eine verständge Kürzung und Weglassung der übersentimentalen Ergüsse und burlesken Einschiebsel treten der hohe Ideengehalt und der unvergleichliche Humor in ihrer Wirkung ungestört hervor, und die Lektüre wird ein hoher Genuß statt einer „Pferdearbeit", wie sie selbst Friedrich Theodor Bischer, der große Verehrer und Schüler Jean Pauls, genannt hat. Diese Aufgabe ist in, der „Gekürzten Gesamtausgabe der poetischen Werke Jean Pauls", verlegt bei Albert Langen in München, gelöst. In vier geschmackvoll lind sorgfältig ausgestatteten Bänden wird alles das geboten, was von Jean Pauls ungeheurem Schaffen bleibenden Wert hat. Verständnisvolle Einleitungen und Erklärungen, sowie bibliographische Rotizen sind angefügt. 754
— O. Glaubrecht, Zinzendorf tn der QBetterau. Reu herausgegeben vonHer- monn Knodt. Drunnenverlag Gießen und Basel, 1925. Der für die Geschichte der christlichen Frömmigkeit so bedeutungsvolle Gras Zinzendorf war 1736 durch den Kurfürsten von Sachsen genötigt worden, Kursachsen zu verlassen, weil er mit seinen kirchlichen Anschauungen in Konflikt mit den Staatsbehörden gekommen war. Er kam nach dem halb verfallenen Dergschloß auf der Ronneburg bei Büdingen, wo er nach dem Muster seiner Herrnhuter Brüdergemeinde eine neue Gemeinde begründete und leitete, bis ihm die Rückkehr in seine Heimat wieder gestattet wurde. Der hessische Volksschriftsteller O. Glaubrecht (R. Oeser), gestorben 1859 al« Pfarrer zu Lindheim, hat in seinem Buche „Zinzendorf in der Welterau" den Aufenthalt des Grafen im heutigen Oberhessen geschildert. Dieses Buch weist alle Vorzüge des hessischen Erzählers auf: spannende Handlung, schöne Ra- hrrbilöer, treffende Schilderung des Volkslebens, überall prägt sich die milde Frömmigkeit des Verfassers aus. Run hat Oberpfarrer Hermann Knodt das Buch neu 6 er auggegeben, brle werden ihm hierfür Darrt wissen; denn Glaubrecht gibt hier nicht nur eine Darlegung des Aufenthaltes des Grafen auf der Ronneburg, sondern in Erzählungsform eine Beschreibung des ganzen Leber^ganges des seltenen Mannes und eine Darlegung seines Wirkens. Der Verlag hat sich durch die schöne Ausstattung des Buches ein besonderes Verdienst erworben. (471) D.
— Mathilde Wrede, Unter Gefangenen und Freien. Brunnenverlag Gießen und Basel, 1925. Von einer merkwürdigen Frau erzählt dieses Buch. Mathilde Wrede hat nach dem Vorgang der Engländerin Elisabeth Fry jahrelang die Gefängnisse in Finnland besucht, um die Gefangenen seelisch auszurichten. Der vorliegende Band enthält Skiz^n aus dieser Arbeit. Man gewinnt nicht nur ein deutliches Bild von den Verhältnissen in dem nordischen Lande, sondern vor allem einen tiefen Eindruck von einer Persönlichkeit, die, auf christlicher Grundlage stehend, einen großen Teil ihres Lebens barange» seht hat, bedrängten und seelisch angefochtenen Menschen Trost und HUfe zu bringen. Bei einer zweiten Auflage wäre es dienlich, wenn eine ausführliche Biographie der Frau Mathilde Wrede vorangestellt würde, damit die lose aneinandergereihten Skizzen etwas Zusammenhang bekommen. (472) D
— Rathan Söderblom, Einigung der Christenheit. C. Ed. Müllers Verlag in Halle. — Peter Katz. Rathan Söderblom. Im gleichen Verlage. Unter den wenigen Staaten, die in der Kriegs- und Rachkriegszeit für Deutschland volles Verständnis gezeigt h ben, steht Schweden obenan. Der evangel.-luther. Erzbischof Rathan Söderblom zu Upsala kann in dieser Hinsicht als der hervorragendste Vertreter Liner Volkes gelten. Seit Jahren hat er das Ziel, die Christenheit, die sich in verschiedenen Kirchen und Organisationen zersplittert, zu einigen. Diese Einigung will er im Sinne des Weltkonzils zu Stockholm, das vor wenigen Monaten stattgefunden hat, durch die „Tatgemeinschaft der Liebe" erreichen. In seinem Buche tritt er überall als der geistvolle, warmherzige Theologe hervor. S?hr wertvoll ist in diesem Zusammenhang das Buch des badischen Pfarrers Peter Katz, das eine Biographie und eine Darlegung der Gedankenwelt des schwedischen Kirchenmannes gibt (462) D.


