Einzelbild herunterladen

bei

Wer auch eine nf Prozent kann

Schlagende Wetter.

Don H. Ribeaucourt.

Das grauenvolle Unglück auf der Dort­munder Zeche mU seinen Massenopsern an Men­schenleben und mit all seinen Derzweislungsszenen der beteiligten Bevölkerung weckt die Erinnerung noc& schrecklichere Berg" tDertgfataftcoVöen. Das entsetzlichste Gruben- Unglück der letzten Jahrzehnte war wobl das von Courrr res. wo am 10. März 1906 elshunbert F1 ÄenIc<cn reLncn plötzlichen Tod fanden. Ein knappes Jahr spater, am 23. Januar 1907. folgte öann das Unglück von Reden mit 150 Todes» wiederum ein reichliches Jahr später am 12 November 1903, die Radboöer Katastrophe mit 341 Toten, und zwei Jahre darauf am 21. Dezember 1910, das ebenso schwere Unglück von Hulton, bei dem 343 Bergleute den Tod fanoen.

®:efe entsetzlichen Mastentragödien unter der Erde haben b;cr zu dem Weitverbreiterin Glauben beigctragen, daß der Beruf des Bergarbeiters der gefahrvollste aller Berufe sei. Die Statistik stellt aber an Hand von nüchternen Zahlen die überraschende Tatsache fest, datz dies durchaus nicht zutrifft, daß bei einem Vergleich der An- s illhäufigleit in den verschiedenen Berufen der Bergbau im Jahre 1905 zum Beispiel an sechster 'Stelle stand, in den beiden folgenden Jahren an

erst in den sogenannten Nachschwaden gefunden weisen ja auch bei dem Dortmunder Ole geborgenen Leichen zum großen Teil nicht die geringste äußere Verletzung auf. Und außerdem find hier auch meyrere Sanitätsmann- schäften den nachziehenden i Gasschwaden zum Opfer gefallen, als die eigentliche Explosion schon langst vorüber war.

völlig aosf«. cytSlvS. Im Anschluy Daran gestatten wir unS, mitzuteilen, daß die sozial­demokratische Fraktion heute mittag den Be­schluß gefaßt hat, sich an dem von Ihnen zu bil­denden Kabinett mit Herrn Severing als einzigen sozialdemokratischen Minister trotz schwerer Bedenken wegen dieser ungenügenden Vertretung zu beteiligen."

Wie die Telunion von unterrichteter Seite erfährt, hat Oekonomierat Steiger, der Ge° eralsekretär der Landwirtschastskammer Han­nover, sich bereit erklärt, den Posten des preu­ßischen Landwirtschaftsministers zu n vernehmen.

Die Sozialdemokraten zur hessischen Krisis.

Darmstadt, 17. Febr. (TA.) Die Sozial- emokratische Partei hat sich erneut mit der -rage der hessischen Regierungsbildung befaßt i.nd folgenden Beschluß gefaßt:Für die sozial, demokratische Lanötagssraktiou liegt keine Veranlassung vor, ihren seitheri­gen Standpunkt in der Frage einer Der. breiterung der bisherigen Regierungskoalition zu ändern.-

Aus dem Hessischen Landtag.

Darmstadt. 16. Febr. (Priv.Tel.) Land- tagsabgeordneter Haury (D.Dp.) hat dem Landtag eine kleine Anfrage über die Der- gümng der Ueberteuerungszuschläge bei Brandschäden durch die Brand- Versicherungsanstalt eingebracht. Er weist da­rauf hin, daß nach dem Urteil der Sachver­ständigen die Ueberteuerung auf dem Bau­rn arkt heute das 1,8fache der Baupreise von 1914 beträgt, während der Aeberteue- rungszuschlag der Drandversicherungsanstalt nach der Festsetzung durch das hefstiche Minffterium des Innern nur das 1,4fache der Friedensbaupreise vergüte. Die Brano- geschädigten müssen die Differenz infolge­dessen aus eigener Tasche bei Neubauten zahlen, so daß der wohltätige Zweck des Gesetzes nicht erreicht wird. Abg. Haury fragt an, was die Regierung zu tun gedenkt. 1. um den bisher Geschädigten Ersatz zu leisten, 2. um die AeberteuerungSzuschläge in Bcano- schädenfällen künftighin den jeweiligen Teue- mngsverhältnissen anzupassen.

Zum Aebe rgang der begabten Schü­ler zur höheren Schule hat de Deut­sche Bolkspartei nachstehend. n An­trag im Landtag eingebracht: Der Landtag wolle beschließen, die Regierung za er'uch.n, vom Beginn des neuen diesjährigen Schul­jahres ab, begabten Schülern dec Grundschule nach dreijährigem Grundschulen- besuch den Aebergang in eine höhere Schule zu gestatten.

Deutscher Reichstag.

Die kommunalen Anskandkredite. Die Berkehrspolitik.

ro Merlin.' 16. Febr. Am Regierungstisch Reichslnnenmmister Schiele, Reichsfinanzmi» mster Dr. v. Schrieben.

Präsident Lobe macht Mitteilung von einem Telegramm der Tschechosiowakischen De- putrertenkammer anläßlich der Dorimunder Grubenkatastrophe. Der Präsident teilt weiter mit, daß die Ruhrdenkschrift der Reichsregierung eingegangen sei.

. Es wird in die Beratung des Antrages Muller-Franken (Soz.) auf Aufhebung der Verordnung des Reichspräsidenten über Auf­nahme von Auslandkrediten durch Gemeinden und Gemeindeverbände und ben ni dieser Frage eingebrachten sozial­demokratischen Gesetzentwurf eingetreten.

Reichsfinanzminister Dr. von Schlieben geht aus die sozialdemokratische Beschwerde ein, daß diese Materie auf dem Verordnungs- Wege geregelt worden sei. Debits im Ro- vemoer 1924 sei eine Verordnung über die Aufnahme von Ausland krediten erlassen wor- dem Erst Mitte Dezember fej es dann ge­lungen, mit sämtlichen Ländern eine Einigung ]^er rrÖTe Richtlinien zu erziehen. Richt aber in allen Landern stehe den Aufsichtsbehörden ein entscheidender Einfluß auf die Gemeinden und Gemeindeverbände zu.

Am die unter großen Schwierigkeiten zustande gekommene Einigung nicht wieder zu gefährden hatte die Reichsregierung auf Wunsch einiger der gächem Ö°n etnCC reichsgesetzlichen Regelung ab- Die Verordnung war notwendig, um ein Aus- pichen einzelner Gemeinden zu verhindern.

Es war von vornherein beabsichtigt, sie sofort wieder aufzuheben, sobald die ge° setzgeberische Regelung erfolgt war.

Zeichsmimiler Schiele erklärt im einzelnen die Anwendung des Artikels 48. der den Reichs­präsidenten ermächtigt, die notwendigen Mc ß- nahmen zu treffen, wenn die deutsche Sicherheit

Neuer Dorstotz der Wahabiten.

Beirut 17. Febr. (Voss. Ztg.«) Die Wahabtten haben, von Mekka aus einen Vorstoß gegen die Hafenstadt Dschidda am Ro­ten Meer unternommen, wo sich König Ali der Sohn und Nachfolger Husseins, befindet.' Anter den Verwundeten befinden sich mehrere Europäer vom Personal der verschiedenen Konsulate in Dschidda. Einzelheiten über die Vorgänge fehlen noch.

Aus aller Welt

D'e Opfer von Dortmund.

Don den Opfern des Dortmunder Gruben- Angluckes sind 133 geborgen wordem Drei Tote befinden sich noch im Schacht.

Die Ar fache der Explosion ist noch immer mcht aufgeklärt. In Brrawbeiterkreisen ist man der Ansicht, daß die C-ploslon auf das Schießen wi Schacht zurückzuführen ist, durch das die Kohlenstaubentzündung hervprgcrufen worden ist

wirrnyastttchen Vorgänge zu fördern. Es habe dafür zu sorgen, daß die Verkehrssicher­heit auf den Schienen, auf den Land- und den Wasserstraßen vermehrt werde. Die Rechte des Verkehrsministers auf die Eisenbahnverwal­tung seien nicht so gering, wie es nach den Dar­legungen des Berichterstatters erscheinen könne. Der Minister erklärte, er habe keinen Grund zur Annahme, daß in dieser Hinsicht irgendwelche Schwierigkeiten von der Reichsbahn kommen werden. Der Minister teilte mit, daß er ermäch­tigt sei, zu erklären, daß die Reichsbahn dem Reichstag jede Auskunft er­teilen wird, die er wünscht. Wir sollten nicht von vornherein die Reichsbahn zu einem Kampfgebiet machen. Die Reichsbahn stehe so sehr im Mittelpunkt des Interesses, da ßsie sich der Kritik der öffentlichen Meinung nicht ent­ziehen könne.

Die bisherige Wasser st ra he npolitik werde fortgesetzt werden. Sollten sich Schwierig­keiten in den Tariffragen ergeben, so werde sich zeigen, daß man mit einem starren Prinzip nicht durchkäme. Alle Verkehrsmöglichkeiten müßten zusammengefaßt werden. Die Länder müßten beruhigt werden über die Wahrung ihrer Lan­desinteressen.

Am die Begriffsbestimmungen im Luft­verkehr werde jetzt gekämpft. Man werde hoffentlich einsehen, daß man im Luftver­kehr ohne Deutschland nicht aus­kommen könne.

Das Haus vertagt sich auf Dienstag.

Herriots Finanzpolitik.

Paris, 17. Febr. (TA) In der Kammer ist es gestern nachmittag zu der von der Morgen- Preise ange'ündigten Intervention Herriots ge­kommen. Seine Erklärungen galten der Finanz­politik der Regierung. Frankreich habe infolge des Krieges Anleihen in einem Gesamtbeträge von 144 Milliarden Franken aufnehmen müssen. Zusammenfassend müsse man feststellen, daß Frankreich eine möglichst große Zahl von An­leihen aufnahm und so wenig wie möglich be­zahlte. Jetzt liege die Situation umgekehrt. Es komme darauf an, so viel wie möglich zu bezahlen und so wenig wie möglich zu leihe n. Das Jahr 1925 stehe im Zeichen der Fall'gleitet rmire. Die Regierung habe sich die Ausgleichung des Budgets zum Ziele gesetzt, konnte aber gewisse Ausgaben, insbe­sondere die Beamtenzahlungen, nicht umgehen. Der Wiederaufbau der verwüsteten Gebiete Rordfranlrcichs werde in der näch­sten Zeit zu einem erfolgreichen Abschluß ge­bracht werden. Was die Währungspolitik an» belange, so werde di? Regierung um jeden Preis dem Beck ckel Großbritanniens folgen und versuchen, den Franken auf seinen Goldwert zu bringen. Auf dem Gebiete der Steuerpolitik plane die Regierung die Einführung des neuen Aeberwachungs.ystems. das Gefängnisstca en und die Beschlagnahme eines Seite des steuerpflich­tigen Kapitals für den Fall von Hinterziehung vorsieht. Der Kapitalflucht soll in der Weise vorgebcugt werden, daß die im Ausland be­findlichen Kapitalien künftig deklariert werden müssen.

Der neue finnische Neichs- präsident.

Helsingfors, 16. Febr. (WB.) Zum Prä­sidenten der Republik ist Relander (Agrar­partei) mit 172 Stimmen gewähl' worden. Tyti (Fortschrittspartei) hat 109 Sftminen erhalten. Der neugewählte Reichspräsident Relander, der nach der Verfassung auf sechs Jahre ge­wählt ist und sein Amt am 1. 3. antritt, gehört, wie der jetzige Präsident Stahlberg, den Mit­telparteien an. Relander ist einer der Füh­rer der Agrarparrei, während Stahlberg Führer der Fortschrittspariei war. Der Präsi- dentenwechiel bedeutet keinerlei Aende- rung in der Außenpolitik. Der neue Präsident ist mit den St-mmen der Koalition der Agrarpartei, der finnischen Sammlungspartei' und der Schwedenpartei gewähtt worden.

I Sabre 1908 gar an dreizehnter und

an sechster Stelle. Die größte An- falchausig.rift hatte in all diesen Jahren die suhrwerlsberuisgenockenschaft aufzuweisen. Dies er#^eitn^r-^iU erften Blick sehr merkwürdig, erklärt sich aber aus der Tatsache, daß die wenigen Massenunfälle im Bergbau einen tiefe­ren Eindruck hinterlassen, als eine noch so große Zahl von Einzelunfällen in anderen Berufen.

, 5" den obenerwähnten Katastrophen

stets um Schlagwetterexplosionen.

Deshalb glaubt man tm allgemeinen, daß der Bergmann, hauptiächlich von solchen Explosionen bedroht sei. Die Statistik kommt aber auch hier zu einem ganz anderen Ergebnis. Danach sind nur drei Prozent aller tödlichen Anfälle im A^gbau auf Schlagwetter- und Kohlenstaub­explosionen zuruckzusühren, dagegen 43 Prozent auf öen sogenannten Kohlen- und Steinfall 37^Vldon?nauf öie Förderung undFahrung" und sechs Prozent auf die Sprengarbeit.

Am tückischsten und verheerendsten sind aber trotz ihrer relativen Seltenheit, die Schlagwettcr- explosionen. Sie wirken in zDeifacher Weise ver> nichtend Einmal durch die furchtbare Gewalt der Explosion und dann durch die giftigen Gase, die in Massen erzeugt werden. Ja, es ist feft- gestellt worden, daß bei den meisten Gruben» katastrophen der größte Tell der Opfer den Tod

Wie entsteht nun eine Schlagwetterexplosion?

®er^Jiann versteht unter sogenannten schla­genden Wettern schlechthin stde Mischung von Luft und Grubengas. Diese Mischung ist bei einem Gasgehalt von fünf bis vierzehn Prozent m höchstem Maße explosibel Aber auch eine ?^ö^"ermischung unter finf Prozent kann öurch Mitwirkung von Kohlennaub explosiv wer­den, wahrend die Mischungen über vierzehn Prozent hauptsächlich wegen ilreS Mangels an ©auerftoff dem Bergmann gefährlich werden. Das Grubengas, auch SumvschI oder Methan genannt, ist ein leichtes Kohlenwasserstosigas, das als Zersetzungsprodukt vettohlter Pflanzen- « "1C<?IL freigelegten Kohlenflözen ent» strömt. Das Ausströmen der teeubenqafe und Schlagwettergefahr ii verschieden, je noch Art und Vorkommen "der plöze. Die Fett- kohle entwickelt im allgemeinen ckehr Grubengas ate die sogenannte GaSkohle! während die Magerkohle meist frei von Grubengas ist. Im Ruhr- und Saargebiet und im Aachener Bezirk.

uno wtonung erheblich gefährdet wird. Es han­delt sich bei diesen Verordnungen um solche, auf wirtschaftlichem und finanziellem Gebiet. Anter dem Druck der politischen und wirtschaftlichen Lage und infolge der Anmög - lichkeit, den Weg der ordentlichen Gesetzgebung einzuhalten, sind ein­zelne solcher Verordnungen unerläßlich ge­wesen. Es handelt sich besonders um Maß­nahmen, die zur Aufrechterhaltung der Stabilität unserer Wirtschafts- und Finanzverhältnisse un­verzüglich notwendig waren. Wären diese Verordnungen nicht erlassen worden, so wären schwere Schaden zu befürchten gewesen. Der Minister kündigt einen Gesetzentwurf an, durch ten der Rcichsr gi r^ng unter bestimmt n Kl. useln ein Notderordnungsrecht für die Dauer der Ab­wesenheit des Reichstags

gegeben wird. Der Entwurf liege bereits dem Reichskabinett vor. Zweifelsfragen beziehen sich vor allem auf d i e R e ch t e d e r L ä n d e r. Es darf angängig erscheinen, den Ländern in Fällen, die ausschließlich das Land selbst betreffen, mehr Spielraum zu lassen.

2I&$. Dietrich-Baden (Dem.) glaubt, daß der Artikel 48zuAnrechtangewandt wor­den sei. Heute brauche das Reich kein Ausnahme­gesetz mehr.

Abg. Dr. Wirth (Ztr.) weist darauf hin, daß die Regierung zwar gegen Gemeinden vor­gegangen sei, aber nicht gegen Wirt­schaft s g r u p p e n. Die Wirtschaft habe Aus- landanleihen genommen, und was der Wirt­schaft recht sei. müsse den Gemeinden billig sein. Der Redner erklärt, daß aus seiner Amtszeit als Reichskanzler kein Fall eines Eingriffs in die Selbständigkeit der Gemeinden anzuführen sei. Eine Selbständigkeit der Gemeinden bei Kreditoperationen würde dem Kreditmarkt sehr nützlich sein. Die Reichsregierung sei hier zu zentralisiert geworden. Eine Gefahr im Ver­züge lag doch wirklich nicht vor.

Abg. Graf Westarp (Dntl.) fordert Be­ratung der Vorlage im Haushaltausschuß. Er erinnert daran, daß die früheren Regierungen mit sozialdemokratischen Ministern den Artikel 43 bei wirtschaftlichen Ang l genheiten ange­wandt haben: das gelte besonders für die Mi­nister Bauer und Hllferding.

Abg. Seyffert (Rat.-Soz.) erklärt, er ver- zichte auf juristische Darlegungen und schließe sich allen seinen Vorrednern an. Im Wahlkampf fei dem Volke Aufwertung versprochen worden. Es dürfe nicht wirder enttäuscht werden.

Die Anträge gehen dann an den Haushalt­ausschuß.

Das Reichöverkrhrs'm'nlsterium.

Ein Antrag Dr. Quaatz (Dntl.) fordert die Reichsregierung auf, dahin zu wirken, daß die Deutsche Reichsoahngesellscha ft in ihrer wirt­schaftlichen um) Rechnungs üirung durch den R e ch n u n g S h o f n a ch g e p r ü , t tri b und so verpflichtet wird, ihre W.rlscha, soo schlüge für Personal und Materialbescha jung und Verwen­dung dem Reichstag mitzutellen.

Eine Entschließung Dr. Reihnert (Dntl.) fordert bei der Eisenbahn- und Postverwaltung die Bevorzugung deutscher Erzeug­nisse vor Auslandwaren.

Eine Entschließung Dr. Scholz (D. Dp.) verlangt, daß der Ausnahmetarif für Eisen und Stahl zur Ausfuhr über S ee mmdestens um 50 Prozent erma ßigt wird.

Eine Entschließung Dr. Quaatz (Dntl.) wünscht eine Denkschrift über die Eisenbahn­unfälle.

Schultz- B-omberg (Dntl.) fragt, ob dem Wunsche des Ausschusses Rechnung g trag n worden sei und ob ein Vertreter der Reichseisenbahngesellschaft anwe­send sei.

Reichsverkehrsminister Dr. Kröhne erkürte, daß er diesen Wunsch der Refchsbahng?sllllchaft mitgeteiU und daß er die Antwort erhalten habe, daß der Verwaltungsrat nicht in der Lage sei, einen Vertret;r zu den Reichstags- sltzungen zu entsenden (stürmisches Hort, höctl), weil dann Schwierigkeiten von anderer Serte gemacht würden. (Erneutes Hort, hört!) Er fei aber bereit, einen Vwcreter zu den Aus­schuß s i tz u n g e n zu schicken.

Abg. Dr. Quaatz (Dntl.) berichtet dann Uber die Ausichuhverhandlungen. Die R-ichs- eisenbahn sei internationalisiert Worten, anders könne man es nicht bezeichne, wenn man b\e Form betrachte, die ihr durch das Da'ves- abkommen gegeben worden sei. Im Ausschuß fei man befremdet gewesen über den Salto mor­tale. durch den der frühere Minister Oeser Generaldirektor der Reichseisenbahngesellschaft ge­worden sei.

Scharf kritisiert wurde die Personalpolitik der Reichsbahn.

Man dürfe nicht dulden, daß gegen alle Verträge ui verschleierter Form eine Militäreisen­bahn etabliert werde.

Reichsverkehrsminister Dr. Kröhne gibt dann einen Aeberblick über die Aufgaben seines Ministeriums. Das Ministerium habe jetzt los- di- gefamfe c Lr , aftssage ms Auge zu fassen und unterAufrechterhaltung der Verkehrsfreiheit die

Aus Anlaß der Schlagwctterkatastrophe ha­ben dem Ai»,wärtigen Amt ihr Beileid noch ausgesprochen die Botschafter der Vereinig­ten Staaten und Japans, die Gesandten Oesterreichs. Schwedens und Brasi­liens. sowie der Geschäftsträger Argenti­niens.

An Spenden sind bisher 750 000 Mk. für die Hinterbliebenen bei der Grubenkatastrophe aus der ZecheMinister Stein" Verunglückten ein» gelaufen. Das Geld soll zu. dem Grundstock einer ftlnterstühungskasse verwendet werden.

Lchwere Schneeftürmc in Frankreich und Spanien.

Aus ganz Frankreich werden heftige An­wetter gemeldet. Auf dem Mftlelgebirge hat es feit 12 Stunden ununterbrochen geschneit. Auf dem Hochplateau erreicht der Schnee eine Höhe von 40 Zentimeter. 2m Aisne-De- Partement hat der Schneesturm großen Scha­den angerichtet. Zahlreiche Baume wurden ent­wurzelt und Dächer abgedeckt. Bei Lyon stürzte gestern nachmittag eine Eifenbahn­brücke ein. Auch in Spanien schneit es feit M:ntag ununterbrochen. 3n der Provinz Vigo ist das Dach einer Kaserne unter dem Druck der Schneemassen eingestürzt. Zahl­reiche Schiffe haben sich vor dem Sturm in die Hasen geflüchtet.

Erdgasexplofion bei Hamburg.

Beim Reinigen der ersten Reuengammei. Erdgasquelle entstand infolge plötzlich auftreten« Ben Gasdrucks eine Explosion. Das aus­brechende Feuer ergriff Öen Bohrturm, der vollständig nieder brannte. Durch die Explosion wurden drei Arbeiter schwer, einer leicht verletzt. Die aus der Umgebung herbeigeeilten Feuerwehren konnten nach zwei­stündiger Arbeit wieder abrücken. Der Betrieb der Reuengammer Quelle ist durch die Explosion nicht gestört.

Schwerer Anfall auf einer belgischen Grube.

Aus der St. Andreasgrube tm Henne­gau hat sich ein schwerer Anfall ereignet. Ein vollbesetzer Förderkorb stürzte in Ben Schacht, wobei acht Grubenarbeiter tödlich ver­letzt wurden.

Fünf Hauser durch Feuer zerstört.

Aus München wird gemeldet: Eine größt Feuersbrunst entstand am Sonntagabend in Ehrwald, wo bis abends Ahr fünf Häuser niedergebrannt ' waren. Di« telephonischen Verbindungen mit Ehrwald und Amgebung und auch mit der Zugspitze sind unter­brochen.

Eine Landspitze versunken.

Dlättermel ungen aus Ol e u ft e 11 i n zufolge tft eine Landspitze, die in den Pielburgsee hineinragte, plötzlich verschwunden. Das zwei Morgen große Stück Land war mit Bäumen bewachsen, die 5 bis 6 Meter hoch waren. Auch von den Bäumen ist nichts mehr zu sehen.

Aus Furcht vor dem Abbau erhängt.

In der Lombardabteilung der Reichsbank in Berlin wurde der Geldzähler Reese er­hängt aufgefunßen. Der Beamte soll sich das Leben genommen haben, weil er demnächst ab- gcöaut werden sollte.

Aus Stadt und Land.«

Gießen, den 17. Februar 1925.

Zur Errichtung einer Festhalle in Gissten.

2luf Veranlassung des Verkehrsver» eins fand gestern abend imPostkeller" eine Versammlung der Vorstände aller hiesigen Vereine zur B.spcechung der Er­richtung einer ständigen Fest Halle aus dem Trieb statt. Wie schon früher bei großen Aufgaben z. D. bei der Errichtung des Volks­bades und der Erbauung des Theaters so zeigt sich auch in d.eser bedeutsamen Angelegen­heit sehr großes Interesse aus allen Ki-eifen der Bürgerschaft und ebenso seitens der Stadt­verwaltung. Das kam gestern abend schon in dem sehr starken Besuch der Versammlung zum Ausdruck, in der die hiesigen Vereine fast voll­zählig vertreten^ waren und der für die Stadt­verwaltung.germeister Krenzien bei­wohnte.

Der DorsihenDe des Verkehrsvereins, Stadw. Win n. machte nach feinen einleitenden De- g ußungsworten die Versammlung mit den bis jetzt vorliegenden Eürzelheiten des Planes be- kanitt. Danach soll eine ständige Fest Halle auf dem vorderen Teil des Triebs gegenüber der Kaserne der Maschinengewehr-Kompagnie er­richtet werden. Sie soll etwa 3000 Personen fassen und so rechtzeitig fertiggestellt sein, daß sie schon dem Kreisturnfest dienen kann. Weitere Ausbaumöglichkeiten in späterer Zeit sollen na­türlich von vornherein berücksichtigt werden. Die Baukosten werden nach dem heutigen Stand der Dinge auf etwa 120 000 Mk. berechnet. An der Finanzierung wird sich die Stadtverwaltung be­teiligen, von der einheimischen Industrie sind gleichfalls erhebliche Beisteuern zu erwarten, weiter sollen sich die Vereine und zahlungskräf- | ........................................................................

sowie in Riederschlesien und in den sächsischen Revieren sind die Flöze größtenteils schlag­wettergefährlich. während der oberschlesische Berg­bau im allgemeinen schlagwetterfrei genannt werden kann.

Vorbedingung einer jeden Schlagwetterexplo­sion ist also das Zusammenwirken von drei ge­trennten Arsachen. Einmal muß überhaupt Gru­bengas vorhanden sein, dann mutz eine genügende Anreicherung der Luft mit Gas stattgefunden haben und drittens mutz eine offene Flamme vor­handen sein, damit sich die Schlagwettermischung entzünden kann.

Da das Ausströmen von Grubengas schwer­lich ganz zu vermeiden sein wird, so ist ein Be- kämpfen der Schlagwettergefahr nur möglich durch ein Anschadlichmachen der beiden anderen Ar- sachen. Also durch eine genügende Ventilation der Schachte und Stollen, die eine allzu starke An­reicherung der Luft mit Gas verhindert und dann durch die Ausschaltung jeder Möglichkeit einer Entzündung bet sich etwa bildenden Schlag- wettermlschung. Auf diesen beiden Wegen wird wohl in jeher Grube das Menschenmög'ichste zur Verhütung einer Katastrophe getan. Daß aber auch die modernsten Einrichtungen noch nicht voll- tommen sind, das hat das Dortmunder Anglück zur Genüge bewiesen, das hoffentlich Anlaß zu immer neuen Verbesserungen der Schlagwetter- sicherung geben wird.