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Vereine

Mittwoch. 16. Dezember (925

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Ht. 294 Zweiter Blatt

Strafvollzu g in Stufen im Freistaat Hessen

Sf.

Nachdruck verboten.

21. Fortsetzung.

Seit der neue Kapellmeister Mario!

das

weis Geist

von ein»

zu einer bemerkenswerten Förderung derer führt, an denen er erprobt wird und daß auä dem Versuche eine dauernde Einrichtung, zum Wohle des Staatsganzen emporwachsen kann.

Franziska.

Roman von L i e s b e t Dill.

sind fünfzig Jahre verflossen, seit die hiesige Diakonissen st ation besteht. Damals kam die erste Schwester von dem Elisabethstift Darm­stadt als chospitalschwester hierher. Jetzt sind im ganzen 15 Schwestern von dieser Anstalt hier tätig, davon 12 an dem Hospital und drei in der Gemeinde. Es ist wohl überflüssig, etwas über das segensreiche Wirken dieser Schwestern zu sagen: es ist wohl kaum ein Haus in Friedberg, das dieses Wirken

ist für den kräftig aufwäctsstrebendem in unserem Gemeinwesen.

Kreis Friedberg.

Friedberg, 15. Dez. In diesem Monat

Dirigentenpult bestiegen hatte, war ein neues Leben in den alten Schlendrian des Hostheaters gekommen. Eine kräftige Hand war zwischen diese verstaubten Samtportieren gefahren, hatte die Fenster geöffnet, und frische Luft wehte in den alten Räumen, eine etwas scharfe freilich, es war ein straffer Zug in alle Darsteller gekommen, als habe man Drahtpuppen auf frische Drähte gespannt. Mariot kam von Berlin, es ging ihm der Ruf voraus, ungewöhnlich begabt und rück­sichtslos zu sein. Am ersten Tag, als er mit dem Taktslock das liegengebliebene Schnupftuch seines Vorgängers vom Dirigentrnpult ins Par­kett fegte, wußten sie alle: hier galten keine Vorurteile, keine anerkannten Bevorzugungen, und dem ersten Hieb seines Taktstockes, der durch dir Luft pfiff, folgte sofort das Aufklopfen. Der Einsatz war ungleich Die alten Musiker, die sich unter Wohlgemut eingespielt hatten, setzten von neuem ein, doch wieder klopfte Mariot auf.5>cr Einsatz, meine Herren! 3a, meine Herren, schütteln Sie nur." sagte Mariot,ma­chen Sie lieber Ihre Instrumente rein und blasen Sie fis statt f. Den Einsatz noch einmal.

in Frankreich stattfand, elegant und pomphaft, wo der Marquis den Grafen leicht am Arm ver­wundete, k brr mit allem Drum und Dran, dem ver­schlossenen Landauer, der durch den noch dunklen W ld b.im Morgengrauen fuhr, dem feierlichen Abstecken der Plätze... Schade, dachte Fran­ziska, der feige Stephansberger hatte sie eigent­lich um ihren Ruhm gebracht. Als sie des Abends mit ihm zu spielen hatte, war sie hochmütig und verächtlich zu ihm, und er prahlte in den Pausen: Wann i das anfangen töt, dann hält man ja nix anderes mehr zu tun, als sich zu duel­lieren. Leben will ich!" Er lachte und zeigte ihr die schönen weißen Zähne, die sie an das Gebiß eines Hundes erinnerten. Sie betrachtete an diesem Abend die Menschen im Zuschauer­raum durch das Guckloch und sah Hasse im ersten Rang sitzen, und sie fühlte den Abstand zwischen

diesen Männern und Hasse. Würde einer allen diesen anderen sein Leben für sie setzen? Kein einziger außer ihm.

Lind deshalb liebte sie ihn.

eigenen Mitteln Brot. Marmelade und Käse genossen werden. Erwachsene dürfen Kau­oder Schnupftabak verwenden. Die Bewegangs- zeit im Freien ist ausgedehnter, und zwar be­trägt sie eine Stunde, für Jugendliche zwei Stun­den. Die Hälfte der Zeit kann zu Frei- und Turnübungen verwendet werden. Die Gefangenen haben Sprecherlaubnis. Während die Desuchs- dauer in der ersten Stufe regelmäßig 15 Minuten beträgt, ist sie in der zweit eit Stufe ausgedehnter. Die Desuchssristen uird der Briesempfang sind geregelt. Als Lektüre sind eigene Bücher zur beruflichen oder allgemeinen Fortbildung zu- gelassen. Es ist die Teilnahme am Schal-, Gesangs- und Zeichenunterricht sowie an Vor­trägen. die Ausschmückung des Heftraumes mit Blumen und Bildern erlaubt und der Besitz von Schreib- und Zeichenmaterial, Gedulds- und Ge­schicklichkeitsspielen gestattet.

In der b itten Stufe

find noch weitere, dem oben erwähnten Ziele entsprechende Erleichterungen eingeführt. Zellen­oder Gemeinschaftshaft, bessere Raumausstattung. Anstaltskost mit Zulagen aus eigenen oder An-- staltSmitteln, Tabakgenuß bei Gefängnis­gefangenen auch Rauchtabak, längere Dewe- gungsmöglichkeit int Freien, Einschränkung der Aufsicht. Sprecherlaubnis, möglichste Beschäfti­gung int eigenen Beruf. Erweiterung der Be­suchs- und Schreiberlaubnis. Benutzung eigenen Briefpapiers, dauernde Belassung ausgehändigter Schriftstücke, das Halten einer eigenen Zeitung und Belassung persönlicher Bedarfsgeg.'nstände, wie Uhr. Trauring, Messer, Toilettegrgenständen und schließlich tägliche Beleuchtung der Zelle nach erfolgtem Einschluß des Gefangenen auf die Dauer von zwei Stunden, für Zuchthausgefangene von einer Stunde.

Di.fe Anordnungen des Justizministeriums tragen einem Teile der

Forderungen der Straivo.lstreckung.'reformer in billigem Maße Rechnung. Richt von der Verhängung einer Strafe schlechthin hangt die Dersserung eines Rechtsbrechers ab, sofern er überhaupt besserungsfähig ist es gibt ohne Zweifel auch Unverbesserliche sondern von der Art und W is> des Strafvollzugs. Die Unter- h l'.ung uns:rcr Straf- und Besserungsanstalten alter Art kostet den Staatssäckel jahraus jahrein außerordentlich hohe Summen. Sie sind bann auf den einzelnen Missetäter geradezu verschwen­det, wenn dieser nicht durch seine erste Strafe vor einem Rückfall bewahrt bleibt. In diesem Sinne ist der Strafvollzug, d. h. die Art und Weise seiner Ausführung mindestens ebenso wich­tig wie der Spruch, der die Strafe verhängt. Bei der Betätigung des Strafvollzugs kommt natur­gemäß bi' aussichtssührende. verantwortungsvolle Führ errette der Anstaltsleitung zu: nicht minder wichtig aber ist die Haltung der persönlichen Aus­sichtsbeamten den aus den Geleisen des täglichen Lebens entfernten Gefangenen gegenüber. Diese dauernd persönlich tätigen Aufsichtsbeamten müß­ten Befähigungen besitzen und nachweisen, die auf ihre Eignung zu ihrem Beruf schließen lassen. Denn dieser Berus ist in höchstem Grade erzieherisch oder soll es sein. Die Befähigung des Aufsehers, des Wacht»meisters" soll und muh über die eines gewöhnlichen Türaufundzuschlie- ßers hinausgehen. Vorschriften haben erst dann einen Wert, wenn der ihnen zugrunde liegende Sinn von den zu ihrer Ausführung berufenen Beamten zur Verwirklichung gebracht wird. Und wie ein schlechtes Gesetz, von einem guten Rich­ter angewendet, immer noch Ruhen bringen kann, ein gutes Gesetz dagegen in der Hand eines schlechten Richters Schaben stiften, so wirb es auch mit cILn Strafvollrugsvorschriften gehen. Liegt ihre Anwenbung nicht in der Hand s ilcher, denen die Kunst bei- Menschenbehandlung in er- zi.herischer Hinsicht gewissermaßen angeboren ist und ihrer sind, wie ein jeder aus seiner Schulzeit weiß, nur wenige oder in Der Hand solcher, die soweit irgend möglich in dieser Kunst ausgebildet sind, so wird der Staat immer wieder für zahlreiche Missetäter, die rückfällig werden, sein gutes Geld umsonst ausgeben. Hoffen wir, daß der Versuch der Strafvollstreckung in Stufen

Es gab Revolution unter den Künstlern.

Die Ebenhausen meldete sich nach der ersten Probe krank.

Die Kolleginnen standen nach der Probe flüsternd im Vestibül zusammen, eigentlich freu­ten sie sich alle, am meisten triumphierte Fran­ziska.

Roch niemals war es auf der Bühne vorge­kommen, dtß man rücksichtslos gegen die Eben­hausen verfuhr. Mariot aber kam am anderen Morgen und ineldete kurz, Frau Cbnthausen habe sich krank gemeldet, an ihrer Stelle sänge Fräulein Franziska Rott die Prtie.

Auf allen Mienen malte sich Bestürzung, Franziskas Herz begann heftig zu schlagen. Sie war glücklich und stürzte sich Hals über Kopf in ihre neue Partie. Sie schrieb Hasse, sie könne die ganze Woche nicht ausgehen, sie habe zu arbeiten. Sie fuhr zu den Proben, lief zu ihrer Schneiderin, sonst saß sie in ihrem Zimmer Dec Professor gab ihr die Direktiven, sie wollte in dieser Rolle zeigen, was sie konnte. In ihr lebte und flammte ein Ehrgeiz, der bisher träge in ihr geschlummert hatte, aufgepeitscht von die» fen kurzen Lufthieben des neuen Taktstockes.

Mariot war noch keine Wpche da, als sich schon die Meinungen für und gegen ihn ent­schieden hatten. Er konnte keine gleichgültigen Untergebenen oder Kollegen haben, dieser junge Feuergeist mit den temperamentvollen Bewe­gungen, den hellgrauen, klaren, schönen Augen, dem zurückgeworfenen Kopf, den nur eine kurze Haartolle schmückte. SKn mageres, blasses Gesicht mit dem Römerprofil hatte etwas Unnahbares. Seine Blicke irrlichterten manchmal zur Bühne hinauf wahrend einer kurzen Pause, wie in halber Zerstreuung. Er sah keine Sängerin wohlwollend an, er kritisierte nur, rügte und tadelte. Er lobte nie. Herr Wohlgemut war populär ge­wesen, jedermann kannte feine freundliche, weiß­haarige, untersetzte Erscheinung auf der Straße. Mariot würde niemals allgemein beliebt werden, er legte auch keinen Wert dar ruf. »Ich kümmere mich nicht um das, was die Leute sagen," sagte er,ich betrachte sie als Objekt, ich stehe über ihnen und ich weiß, das das nicht populär macht."

(Fortsetzung folgt)

Die Sänger und Sängerinnen auf der Äühne, die, in ihre Mäntel gehüllt, die erste Probe Hatter, setzten sich auf die Kisten zwischen den Kulissen. Das konnte ja nett werden, wenn der so empfindlich war. Das Orchester unter Wohl­gemut galt für tadellos, nur in der Morgenzei- tung hatte der scharfe Doktor bosh.fte Witze über den Wohlg.inuthschen Dirigentenstab ge­macht, den er mit einem Kochlöffel verglich.

Die Morgenzeitung, die von Diesm Kritiken eigentlich lebte, denn jedermann hielt sie. um auf dem Fcühstückstisch eine amüsante Kritik des Doktors zu lesen, war Wohlgemuths einzigster Feind gewesen und des neuen Intendanten Interesse lag mehr auf literarischem Gebiet.

Die Proben Wohlgemuths hatten früher um zehn tihr begonnen, aber man kam nie vor halb elf. Der neue Kapellmeister machte sofort be­kannt, daß die Proben Punkt zehn begännen, und er begann gleich mit der Einübung der Pre­miere der im vorigen Jahr angenommenen^ Oper eines auswärtigen Hofkapellmeisters,Die Königs­tochter", die Wohlgemut aufzuführen immer hin- ausgeschcben hatte, weil schon zu Anfang fünf- stimmige Hirtengesänge darin vorkamen.

Alle waren empört Um zehn ilfjr, zu nachtschlafender Zeit! Der Äammerfänger Drast mit feinem Eberkopf, der größte Hans Sachs Deutschlands, wie ihn die einheimischen Kritiker nannten, ein ausgezeichneter Sänger, der mit allen Theaterdirektionen in Streit geriet oder im Prozesse lag. mar, nachdem er sich mit allen Intendanten üb.rroerfen hatte, bei Wohlgemuth ?gelandet der ihn schonte und ihm seine unordent- iche Lebensführung nachsah. Es kam ost vor, daß er aus dem Dahnhofshotel zu der Probe aus dem Bett geholt werden muhte, oder dah er überhaupt nicht erschien. Wohlgemuth ließ ihn manchmal beste fen, da aber Brast grundsätzlich niemand bezahlte, fo erließ man ihm nach einer vor- züglichm Vorstellung, in der seine prachtvolle, un­erschöpfliche, sichere S i.nme wieder einmal alle anderen herausgerissen hatte, meist seine Strafe. Manchmal erzürnte er sich und kündigte, nahm dieses aber wieder zurück, wenn er nüchtern war. Morgens war er nüchtern, aber dah er um halb zehn in der Probe fein sollte, war eine unerhörte Zu... j.

Das Hessische Ministerium der Justiz hat mit Lrlah vom 19. Oktober 1925 Anordnungen über fen Strafvollzu in Stufen getroffen. Hiernach wirb zur Ausführung der von den Landesregie» rungen vereinbarten Grundsätze für den Bollzug r-on Freiheitsstrafen vom 1. Juni 1923 (Reichs­eesehblatt II S. 263), in der Zellenstrafanstalt Auhbach und im Landeszuchthaus Marien - l^loß vom 1. Rov. 1925 an zunächst Det- '»chsweis e »der Strafvollzug in stufen cingefüijrt. Er soll, so heißt es im 6v [®'fc. die sittliche Hebung des Gefangenen Da- MTd) fördern, dah ihr Ziele gesetzt werden, die rg ihm lohnend erscheinen lassen, feinen Willen luzuspannen oder zu beherrschen Je nach dem kprtfd^rcUcn der inneren Wandlung des Ge­legenen wird Der Strafvollzug seiner Strenge, kntfleibet und durch Vergünstigungen, die nach pikt und Grad allmählich gelte.g-ert werden, ge- nuldert und schließlich soweit erleichtert, daß er k>cn .tiebergang in die Freiheit und zu einem ^ehmäßigeir. Leben vorbereitet. Im einzelnen ist Egendes zu sagen.

Es werden

drei Stufen

kebtLöc'i, die von unten anfangend mit I, II lirb III bezeichnet werden. Sie unterscheiden sich !äußerlich durch Abzeichen an der Anstaltskletdung | aoeißer bzw. gelber Metallknopf auf jeder Seite |i>s& Kragens). Ein Zuch'hausgesangener kann nach Incun Monaten, ein Gefängnisgefangener nach l'echs und ein Jugendlicher kann nach drei Mo- noten Strafzeit unter der Voraussetzung nach Stufe II aufrüden, daß er außer guter Arbeits-

I Iriftung und guter Führung den ernsten und pufrichtigen Willen zeigt, sich zu beffern. Haus- l ordnungsmäßiges Verhaltes allein genügt nicht. |6inb die vorgenannten Fristen abermals Der» I flössen und ist die Hälfte der Strafzeit verbüßt. Iso ist zu prüfen, ob der Gefangene aus deo zweiten in die dritte Stufe aufrüden kann. E.n Illeberspringen der Stufen tft nicht zulässig, lieber | dos Aus rüden beschließt der Strasanstaltsdirektor ! nctch Beratung in der Beamtenbesvrechung. Das I SigebniS ist aktenkundig zu machen und dem Ibefangenen mitfluteilen.

3n Stufe 1 gibt e< grundsätzlich keine Der- günffgurgen.

1'3 ie Vergünstigungen der Stufen II und III, über | bLe unten noch kurz gesprochen werden soll, cver- b öen nur einzeln und schrittweise ge° itDcbrL Geistige Darbietungen wie Vorträge, Mufikaufführungen u. dgl. dürfen nicht zu häufig gewährt werden und sollen mehr die Förderung kdec Bildung als die Befriedigung des Unter- hrltungsbedürfnisses im Auge haben. Dauernd Ironie, völlig arbeitsunfäh ge und geistig minöer- I inertige Personen, bei denen ein Erfolg vom | ckcafvollzug nicht zu erwarten ist, ble'ben vom Strafvollzug in Stufen ausgeschlossen. Sogenannte Illeberzeugungstäter, die eine Straftat aus Titt- I sicher, religiöser oder politischer Ueberzeugung be­dingen haben, verbleiben außerhalb des Straf- rc»Ilzugs in Stufen. Für sie bleibt der § 32 der i Durchführungsverordnung in Kraft. Ihnen können llkinad) Trauringe und andere Gegenstände, von iteren eine mißbräuchliche Benutzung nicht zu be- ['uriyten ist, auf Antrag vom Vorsteher aus- Inahmsweise belassen werden.

Unwürdige oder ungeeignete Gefangene l&imcn zurückversetzt werden, sogar von III un- | mittelbar in I. Ein Wiederauf steigen soll nur in besonderen Fällen möglich fein.

Der Strafvollzug in Stufen soll lediglich Der ifrjiebung Der Gefangenen Dienen, sie vor neue I thfgaben und Ziele stellen, ihre Verantwortung I beigern und sie in ihrem Willen, in Zukunft I gesetzmäßig zu leben, festigen.

Dem Verzeichnis der Vergünstigungen ent- j nefaien wir folgendes von allgemeinem Interesse:

In der ersten Stufe, von regelmäßig in |3eHenbafr befindlichen Gesang nen. ist Anstalts- Itleibung zu tragen und lediglich Anstaltskost zu 8 genießen. Die Bewegungszeit im Freien beträgt, tooi Sprechverbot, 40 Minuten.

On der zweiten Stufe

Erd das Abeichen getragen; es ist Gemeinschafts- kt zulässig. Zur Anstaltskost dürfen aus

Franziska hatte drei Tage lang auf Hasse ii unfonft nach Der Probe gewartet. Er kam irüht. Sie wußte schon alles. Stephansberger hatte das Erlebnis dramatisch vorgetragen, la- 8ch«id über diese Rarren, die von ihm ver- |knigt batten, daß er sich ihretwegen schlagen I bitte. Ja, er fand das so komisch, dah er sich Lac nicht mäßigen konnte ihn, Stephans- 5 terger, zu fordern, der jeden von den Zivergen mit seiner Hand auf Der Stelle zu Boden ftredte. | .Tiit Säbeln von Holz und Pappe bin liH jederzeit bereit, mich Abend für Abend Mir euch zu morden, aber ich habe nicht die Ab- | liebt, mir eine Kugel in den Leib jagen zu (laJfen. weil nun. Gott, weil eine von euch mic einmal gefallen hat. Rein, wirklich nicht..." I'qjte er.Richts für ungut, Franzerl, aber der Ijifl echt, dem guckt der Korpsstudent aus dem :'>ilskragen heraus, den er mir da auf Den ; h ls geschickt hat. Aber ich hab' ihn heimge- I Eidt"

Aber Franziska fand das nicht lächerlich, und nukm sie die feinen dunllen Brauen unwillig ^'ammenzog. Tagte sie über die Schulter:

Wenn die echt sind, nun, das muh ich fo-gen, Stephansberger, Sie Haden sich auchecht" benommen."

Während Hasse diese Zurückweisung wie eine ihm angetane Schmach empfand, trug Franziska ben Kopf höher und schritt über Die Straße so leicht und frei, von Dem stolzen Gefühl gehoben: cs hat jemand sein Leben für dich eingesetzt. QdS machte He stolz und glücklich, es berührte die romantische Saite in ihr.

Eigentlich tat es Franziska leid, daß Ste- dhrnsberger das Duell nicht angenommen hatte. Lolch ein Zweikampf wurde Dann in allen Zei­tungen besprochen, ihr Rame lief, durch Die i Zeitungen weitergeg.bm, an allen Kaffeetischen te-rum. Es gab eine Tänzerin, die durch einen 3»iwelcndiebstahl berühmt geworden war, warum fie nicht durch ein Duell? Ein Duell, wie es

Hof- Lich. Zwerglangshan: Karl Sch ä f e r Betten­hausen (zwei Preise). Tauben: Blau, ohne Bin­den: Moritz Müller- Ober-chörgern, ilcinrid) Glöckner- Lich. Am ersten Tage war die Ausstel­lung sehr gut besucht, mährend die Ausstellung am zwecken Tage durch den Ausfall des vorgesehenen Schweinemarktes etwas litt Bei zwei hiefiacn Biehhändlern wurde heute in ihren Viehbeständen dieMaul. und Klauenseuche sestgesteUt.

di. Langsdorf, 15. Dez. Die hiesige Kirche verfügte feit fast einem Jahr über keine spielbare Orgel. Man behalf sich daher mit einem flarmomunu Nachdem die Drgelbauanftalt Nikolaus & Pappe in Lich im Auftrag der Kirchengemeinde bzw. des Kirchenvorstandes eine neue Orgel erbaut hatte, fand am Sonntag deren feierliche Einweihung durch den Ortsgeiftlick)en statt Die Feier nahm einen schlichten Verlauf. Nach Beendigung des Geläutes fang der Männerchor den Beethovenschen Chor:Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre". 2Hsdann hielt der Pfarerr an Hand der Bibelstelle Psalm 71. Vers 22 und 23 die Weiherede und übergab daraus die Orgel durch einen kurzen Weihespruch ihrem Zweck. Daraus ertönte das neue Werk zum ersten­mal, und zwar zur Begleitung des LiedesAllein Gott in der Höh' sei Ehr'". Am Schluß des Gottes­dienstes trug der Gemischte Chor unterstützt von einigen Damen und Herren aus Gießen das wunderbareHalleluja" aus Händels . Tleffias" vor. worauf zum Beweis der Güte und Klangfülle der neuen Orgel ein Nachspiel von Bach folgte.

X ßanqb. 15. Dez. Obwohl unter Dorf in einer walbreichen Gegend liegt, wird es bis jetzt weder von Fremden ausgesucht, noch durch Zuzug von außen vergrößert. Den Grund dafür findet man wohl in der abgelegenen Lage des Dorfes bzw. in dem Mangel eines Ver­kehrsmittels, denn man hat bis zur näch­sten Bahnstation eine Stunde zu geben. Man beschäftigt sich schm, feit Jahren allenthalben mit dem Gedanken, d'esem tiebelstande abzu­helfen. tinfere Vor'ahren widerstrebten dem Bari einer Dahn durch unser Darf, weil sie abergläubischerweise mmahmen, daß durch den Rauch der Lokomotiven die Kartoffeln faulen würden. Vor Jahren war der Dau eher Bahn von Hungen über Langd. Ulfa nach Schotten geplant, aber nicht ausgeführt worden. Se t einem Vierteljahr hegt man nun die Absicht, einen .Kraftwagenverkehr Hungen tilsa Schotten zustande zu bringen. Hoffentlich tragen unser neugewählter Bürgermeister und Gerne, nbe- rat zur baldigen Schaffung dieses Verkehrsmittels recht rege bei, denn ohne Zweifel würde dadurch unser Dirs bedeutend gehoben. Auch hier macht sich d e Arbeitslosigkeit allmählich bemerk­bar. Aus dem Duderusschen Eisenstembergwerk im Heckenwald bei Hungen ist wiederum ein: An­zahl Arbeiter entlassen worden, die, mangels an­derweitiger Beschäftigung, nunmehr arbeitslos sind.

bs. S t e i n h e i m b. H u n g e n , 15. Dez. Dieser Tage wurde der erste Gemeindeabend dieses Winters hier begangen, der in allen Teilen zu einer wohlgelungenen Deranstaltung wurde. Im Mittel­punkt der Feier stand der Vortrag von Pfarrer Dr. H e y m a n u - Rodheim über das ThemaMt- Steinheim und seine Bewohner". Der Vortrag, der von außerordentlich tiefgründiger Geschichtsforschung zeugte, fand allenthalben lebhaften Anklang. Die Ausführungen wurden durch einige Chöre des Ge­sangvereinsFrohsinn"-Steinheim sowie durch Ge­dichtvorträge der Schulkinder umrahmt. Alle Be­sucher waren des Lobes voll Über den ausgezeich­neten Abend.

X Villina en, 15. Dez. Im Laufe Des letzten Jahres hat unser Dors durch eine be­trächtliche Zahl Reubauten eine erheb­liche Erweiterung erfahren, de ein De-

Oberhessen.

KanMi-cie (ließen.

4 Watzenborn-Steinberg, 15. Dez. Im vollbesetzten Saale seines Dercinslokals, der Wirt­schaft ,r3ur Krone", veranstaltete der Gesang­verein Jugendfreund unter Leitung seines Dirigenten ch. Köhler am Sonntagnachmittag sein diesjähriges W i n t e r k o u z e r t. Neben einer großen Zahl hiesiger Gesangssrcunde hatte sich eine stattliche Zahl auswärtiger Interessenten eingcsun- den. Sämtliche Darbietungen fanden starken Beifall. Alles in allem eine Veranstaltung, die dem Gesang­verein Jugendfreund und seinem Dirigenten zur Ehre gereicht.

cfXI o 11 a r , 16. Dez. Gestern ereignete sick) auf dem hiesigen Rangierbahn Hof ein bebauen kicher Unglücks fall. Der Rangiermeister cheinr. Wagner von hier geriet beim Rangieren, wohl infolge des Schnees und der Glätte, unter einen Wagen und wurde derart verletzt, daß sich die Ucberführung des Verunglückten in die Gießener Klinik notwendig machte. Hier wurde festgestellt, daß der Fuß abgeguetscht mar. (Das Befin­den des bedauernswerten Mannes ist, wie wir auf Anfrage in der Klinik hören, den Umständen ent­sprechend gut D. Red.)

* Londorf, 15. Dez. Dieser Tage ereignete sich am hiesigen Bahnübergang ein Unfall, der leicht hätte schlimme Folgen haben können. Ein Schlitten kam die steile Straße von Kesselbach her und rannte gegen die geschlossenen Schranken des Bahnkörpers,wobei der eine Schrankenbaum zer­brach. Der Schlitten wurde stark beschädigt und blieb mit dem Pferde und den Insassen zwischen der Schranke stehen, als gerade der Zug von Grün­berg her einfuhr. Der Vorsteher konnte den Zug vor seiner sonstigen Haltestelle noch rechtzeitig zum Stehen bringen, wodurch weiteres Unglück verhütet wurde.

T Grünbc-rg, 15. Dez. Der Krieger- verein hielt unter der Leitung seines Vorsitzen- den, Oberstudiendirektors Angelberger, eine sehr gut besuchte Hauptversammlung ab, zu der auch zahlreiche Gäste erschienen waren. Hierbei hielt Real­lehrer K o h l b a ch einen fesselnden und sehr bei­fällig aufgenommenen Vortrag über die Kriegs­ursachen, treffliche Lichtbilder illustrierten das ge­sprochene Wort nach mancher Richtung hin. Der Vorsitzende stellte in Aussicht, daß weitere Auf- Uärungsoorträge stattfinden werden. Anschließend wurden Vereinsangelegenheiten, wie das 50. Stif­tungsfest, Wiederaufnahme des Schießens ufw., erörtert. Etwa 10 Mitglieder wurden neu aus­genommen, der jetzige Mitgliederstand beläuft sich auf weit über 100 Kameraden.

)) Lich, 14. Dez. Der Geflügel- und Vogelzuchtverein Lich und Umgegend hielt gestern und heute in der hiesigen Turnhalle seine diesjährige Jubiläumsausstellung sürGeflügel undTaubenab. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgte am Svnntagnachn.ittag mit einer Begrüßungsansprache des Bürgermeisters Völker hier. Der Katalog wies 104 Ausstellungs- nummem auf. Als Preisrichter fungieite Herr Rübsamen - Gießen. Durch zahlreich bereit­gestellte Ehrenpreise konnten folgende Züchter für ihre schönen Zuchtergebnisse mit einem solchen be- lohnt werden. Hühner Weiße Wyandottes: Wilheln' D ü r i n g e r - Ober-Hörgern. Schwarze Italiener: Jakob Lotz, Ober-Hocgern und Otto Wagner I., Ruppertsburg. Weiße Wyandottes: Wilhelm D ü - ringer, Über-Hörgern. Rebhuhnfarbige Wyan­dottes: Wilhelm B o m m e r s h e i m - Betten­hausen. Schwarze Wyandottes: Bürgermeister D ö 1 k e r - Lich. Blaugold - Wyandottes: Lehrer Schiefer st ein - Bettenhausen. Barnafelder: Karl R i e g g e r - Inheiden. Rebhuhnfarbige Italiener: Karl Wick- Lich (zwei Preise), Hch. R a d e tz k i - Lich, Wilh. Bom mersheim- Bettenhausen, Leh­rer S ch i e f e r st e i n - Bettenhausen. Schwarze Italiener: Jak. L o tz - Ober-Hörgern, Jakob L e r ch- Lich, Jakob Lotz- Ober-Hörgern, Georg S t e u 1 - Betienhausen. Weiße Italiener: Heinrich Jäger- Ober-Hörgern. Gelbe Italiener: Karl Schäfer- Bettenhaüsen (zwei Preise). Silberbrakel: G. Meid-