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Aungcn auf die sozialen Verhältnisse des Buch- drückerstandes schloß der Redner den wertvollen Vortrag.

Camera-Club Gießen 1920. Zu einem Vortrag feine» zweiten Vorsitzenden E. Winterhvff üder das ThemaFarben- Photographie" hatte der Camera-Club seine Mitglieder und Freunde am Freitag abend in den großen Hörsaal des Physikalischen Instituts eingeladen. Dor den zahlreich Erschienenen ent­wickelte der Vortragende zunächst in wesentlichen Zügen die Eigenart und die Dehandlung der Agfa-Farbenplatte, der einzigen Platte, die heute für den Amateur in Frage kommt. 3m Anschluß daran wurden farbige Diapositive in großer Anzahl gezeigt und an ihnen nach Fehlerquellen Ät, sowie gezeigt, daß die Farbenphoto- ie dank der Fortschritte unserer einschlägi­gen Industrie heute in der Lage ist. jedem Ama­teur die Ausübung dieses schönen Zweiges der ..schwarzen Kunst" zu ermöglichen. Dietet sich doch gerade dem Farbphvtographen durch die Bunt- heit seiner Motive manch reizvolles Bild, weit eher als das bei dem Schwarzweißlünstler der Fall ist. D ie Ausführungen deS Redners tour- i en mit Beifall ausgenommen und den gezeigten Bildern ein reges Interesse entgegengebracht.

*' Auftrieb a u f dem heutigen Frankfurter Schlachtdiehmarkt: 158 Rinder, 397 Ochsen, 45 Dullen, 1152 Färsen und Kühe, 400 Kälber. 365 Schafe, 3317 Schweine.

Oberheffen.

" Landkreis Gießen.

l. Hungen, 14. Nov. Aus der jüngsten G e ° meinderatssitzupg ist zu berichten: Auf das zum Verkauf stehende Fichten st ammholz sind auf eine engere Submission hin folgende Höchst­gebote eingegangen: Fichtenstämme 2. Klasse 28,80 Mk., 3. Klasse 28,60 Mk., 4. .Klasie 28 Mk., Va-Klasse 27,25 Mk., Vb-Klasse 26,25 Mark. Die betressenden Firmen sollen nach An­hörung des Forstamts ßid) den Zuschlag erhalten. Nachdem die Pacht für das Gemeindege­lände für 1925 auf die Friedens^acht festgesetzt worden ist, werden die Pachtbeträge für das in 1914 noch nicht verpachtet gewesene Gemeindegelände ent- sprechend festgesetzt. Dem Wunsche eines Züchters um Ueberlaffung eines Gemeindeebers zu Aus­stellungszwecken soll entgegengekommen werden, die Landwirtschaftskommission wird mit dem Weiteren beauftragt. Die weiteren Beratungen bezwecken den Erlaß von Forderungen und Vorlagen der Gemeinde an bedürftige Personen, sowie die wegen Wohnungs­beschaffungen notwendigen Maßnahmen.

-st Aus dem Buseckertal, 13. Rov. Wie leicht man heut in der Zeit der allgemeinen Geldknappheit doch noch seinen Lebensunterhalt verdienen" kann, zeigt das Beispiel des ^Tier­arztes Grünewald", der bei verschiedenen Tierhaltern einer Gemeinde im Buseckertalprak­tizierte". Kam da Anfang dieser Woche ein Herr in Ledergamaschen und anderer F.-K.-Aufma- chung zu einem dortigen Einwohner, stellte sich alsDertoandterdesSchwiegerfohnes vor, redete in herzlicher imö gewinnender Werfe den Herrn des Hauses als Onkel, die Frau als Tante an und brachte im Laufe des Gespräches auch die Rede auf das Dieh. Er als »Tier­arzt" versteht natürlich davon sehr viel, unter­sucht die arme Kreatur, stellt gleich mehrere Krankheiten fest und fügt sofort eine »Kur­an. Der notwendige Etter setzt sich aus Seife und Del zusammen. , Schließlich schreibt er noch 2 Rezepte: eins gegen einengeronischen" (chro­nischen) Gedärm uiterka tarrh, das andere zur Förderung derMilchsevrektion", soll heißen: Milchsekretion. Die beiden Rezepte erregen na­türlich ein homerisches Gelachter in bet Äpotyeke zu Gießen, werden aber angefertigt. Als man das, ein wenig mißtrauisch geworden, demHerrn Doktor" erzählt, kommt er gar nicht in Verlegen­heit:Ausstudiert hat er in Berlin: aber die Apothekerschrift lernt er eben erst noch." Rechnung: jedes Rezept 4 Mk.: die Behandlung kostet nur 5 Mark,von wegen der Verwandtschaft". In einem anderen Bauernhof war der5)err Tierarzt" ebenfalls ein guter Bekannter vvn Bekannten, macht gleich Schnwllis mit dem jungen Herrn _ und erteilt auch dort bereitwilligst seine bewährten Rat­schläge und Rezepte. Schließlich verabreicht er dem armen Vieh noch einige Spritzen einer höchst wertvollen" Flüssigkeit. Daß hier die Rech­nung noch etwas gesalzener war, ist einleuchtend. And die Moral an der Geschicht: Solange man gegenüber Srremben so vertrauensselig ist. so­lange wird es den Herren Gaunern und Spitz- buben Wohlergehen.

Kreis Friedberg.

sf. Friedberg. 14. Rov. Nachdem der Vorsteher des hiesigen Eisenbahnbetriebsamtes, Baurat H d o, schon vor einigen Tagen im Gisenbahnerverein einen Lichtbildervor­trag über das ThemaAus den Kinderjahren der Eisenbahn" gehalten hatte, veranstaltete die betreffende Stelle in Verbindung mit dem Roten Kreuze im überfüllten Zentraltheater für die Mitglieder des Vereins und zahlreiche geladene Gäste eine Filmvorführung, die großes Interesse und allgemeinen Beifall fand. Der erste FilmHerr Mayer auf Reisen", zeigte in zwar humoristischer, aber zugleich sehr be­lehrender Weise, wie der unerfahrene Reisende

durch Unkenntnis der Bestimmungen in die größten Schwierigkeiten geraten kann, der zweite Film gab bei dem Reubau einer Eisenbahnbrücke in Berlin während des Betriebes ein anschau­liches Bild von den Errungenschaften unserer Technik, die vor feiner Schwierigkeit zuruck- schreckt. Zum Schlüsse lief der vom Roten Kreuze zur Verfügung gestellte große FUm, der reich war ort Belehrungen über die erste Hilfe bei leichten und schweren Llnglücksfällen. wie diese ja täglich vorkommen, und der gewiß feinen Zweck der praktischen Anleitung nicht verfehlt. Medizinalrat Dr. Rebel hatte vorher in einer kurzen Ansprache auf die Bedeutung und die Bestrebungen des Roten Kreuzes hmgewiesen. Rach altgewohnter Sitte hielt die E v g L Vereinigung (Zweigverein des Evgl. Bun­des) einen Lutherabend ab; der Saal in Groß-Friedberg erwies sich wieder einmal als zu klein für derartige Veranstaltungen, so daß viele der Erschienenen keinen Sitzplatz mehr bekommen konnten. Die Begrüßungsansprache hielt der Dorsitzende der Dereinigung. Professor L a m - p a s. Den Hauptpunkt des Programms bildete die Festrede von Stadtvfarrer Lic. Gengnagel überLuthers Familie". In einstündiger vor­trefflicher Rede entwarf er ein anziehendes Bild vvn dem Famllienleben und den Charakter­eigenschaften Luthers und feiner Ehesrau. er schilderte das häusliche und gastfreundliche Trei­ben in diesem Hause. Die Ansprache, die ein äußerst interessantes Bild von Luthers Häus­lichkeit entwarf, wurde mit größter Spannung entgegengenommen. Ein ausgewähltes und rei­ches. künstlerisches Programm gab dem ganzen Abend eine besondere Weise. Der Evgl. K i r - che n ch o r unter Leitung von Herrn Reallehrer Reinheimer trug in ausgezeichneter Weise eine Anzahl von Chören vor. daran reihten sich Dellamationen, Diolin- und Gesangsvorträge so­wie gemeinsame Gesänge, so daß die ganze Der- anftaltung als eine in jeder Beziehung anspre­chende und erhebende zu betrachten ist.

4- Ober-Mörlen. 15. Rov. Die am vorigen Sonntag getätigte Bürgerrnei st er­wähl wurde wieder angefochten, und zwar von der Partei des unterlegenen seitherigen Bür­germeisters Geibel. Wenn das Kreisamt die vorgebrachten Gründe für stichhaltig hält und die Wahl verwirft, bann würden wir über kurz oder lang zum fünftenmal in diesem Jahre Dürgermeistertoahl haben. Am vorigen Sonntag wurde, wie wir berichteten, in der Stichwahl der Zentrumskandidat Landwirt Schmidt mit Unter- stühung der Arbeiterschaft mit 188 Stimmen Mehrheit gewählt.

ch. Trais-Münzenberg, 15. Rov. In feierlichem Gottesdienst wurde unter Beteiligung der ganzen Gemeinde und zahlreicher auswärtiger Gäste unsere prächtig wiederhergestellte Kirche wieder in Gebrauch genommen. Die Festpredigt hielt auf Grund von Matth. 4. 4 der Ortsgeistliche. Pfarrer Behr ich aus Münzen­berg. 2m Gottesdienst wirkten der Männergesang- Derein durch 2 Chöre und acht weißgekleidete junge Mädchen mit. die als Lichtträgerinnen im Wochselgespräch mit dem ßiturgen und durch Sprschcköre die Feier reicher ausgeftalten halfen. Durch die Erneuerung ist nufer in feinen ältesten Teilen etwa taufend Jahre altes Gotteshaus wohl eine der schönsten und freundlichsten Kirchen in weitem Umkreise geworden. Die künstlerische Ausstattung des Gotteshauses lag in Händen des Kirchenmalers K i e n z 1 e aus Tratfa bei Darm­stadt. die Weihbinderarbeiten führte Weißbinder- meister Schäfer aus Albach auS. Eine besondere architektonische Wirkung wurde bei der Erneue­rung dadurch erzielt, daß die Dretterwäiche. die daS Seiten- und das Hauptschiff trennten, nun­mehr beseitigt wurden, so daß jetzt die wunder­vollen romanischen Dogen und Pfeiler zwischen Haupt- und Seitenschiff wieder voll zur Geltung kommen. Emporenbiälstungen. die Stirnwände des Gestühls und die Fensternischen sind sinnig mit Blumen und sonstigen Ornamenten geziert. An der Decke des Hauptschiffs erblickt man zwei Engel, von denen der eine Arhren und Wein­trauben, als Symbole des heiligen Abendmahls, trägt, der andere den Lorbeerkranz als Symbol der Seligkeit, die der Treue winkt. Die Kanzel zeigt die Bilder der Apostel Jakobus, Petrus und Johannes. Das Seitenschiff ist als Kriegs­gedächtnis- und Ehrenhalle nusgestal­tet. Dort ist die Gedächtnistafel für die Veteranen des Krieges 1870/71 aufgehängt und sind die Ramen der Gefallenen sowie sämtlicher Kriegs- teilnebmcr der Gemeinde mit näheren Angaben der Kriegserlebnisse zu lesen. Die Gemeinde darf stolz auf ihr schon wiederhergestellles Gotteshaus sein, zumal sie auch in einer Zeit wirtschaftlicher Rot freudig und opferwillig zur Destre-itung der Kosten bereit war. In einem Gemeinde- abend, der am selben Tag in der Kirche statt- sand. sprachen nach einer Begrüßung durch den OrtSgeistlichen zwei frühere Pfarrer der Ge­meinde. Professor D. Weimar und Pfarrer Heß. beide aus Darmstadt, her erstere über das Thema:Was haben wir an unserer Kirche?", ber letztere über:Was haben wir an unserer Heimat?". Außerdem überbrachte noch Pfarrer Ködding aus Eberstadt die Grüße der einstigen Tochtergemeinde. Gesänge der Gemeinde und des Mädchenchors unter Leitung von Lehrer Morell umrahmten die Ansprachen. Mit herzlichen Dankwort und Gebet schloß der Ortspfarrer die schön verlaufene Feier. ___________

Kreis Büdingen.

/ Ridda, 14. Rov. Dieser Tage hat­ten sich etwa 15 Pfarrfrauen zu einer Pfarr­frauenfreizeit hier eingesunden. Die Vormittage wurden jrbcsmel mit einer tiefgrabenden Schrift- betrachtung eröffnet, die die Derulsarbeiterin der Inneren Mission. Fri. Hardt, hielt. Die Red­nerin sprach im Anschluß an Iesaia Kap. 6 bezw. Hohelied Kap 1 überGesegnetes Frauen­leben",Wie kann ein Leben gesegnet fein, wenn wir in der Rachfolge und Gemeinschaft Jesu leben" undGesegnetes Fraurnleben. wenn totr im Gebet leben", eine rege Aussprache schloß sich jedesmal an. An den Rachmittagen wurden im Anschluß an Vorträge des neuen Direktors des Hessischen Landesvereins der Inneren Mis­sion, Pfarrer D r e v e s - Darmstadt und Pfar­rer M e m m e r t - OberwiddersheimDie Arbeit der Frau an der Kirche im Rahmen der Inneren Million" undDie Arbeit der Kirche an der Frau" besprochen und durch die Erfahrungen der Pfarrfrauen wertvoll ergänzt. An den Abenden wohnten die Teilnehmerinnen den Cvan- gelisationsversammlungen b:i? die Frl. Hardt in der Kirche abhielt und die sich eines zahlreichen Besuchs seitens der Gemeinde erfreuen durften. Die Gottesdienste wurden an den verschiedenen Abenden durch mannigfache musikalische und ge­sangliche Darbietungen verschönt. Dankbaren Herzens für die innere Herzensstärkung und auch für die freundliche Aufnahme in den gastlichen Häusern verließen die Pfarrfrauen das Städt­chen.

Kreis Alsfeld.

(!) Groß-Felda, 15. Rov. Die bisherige Ha'l teste! le der Autopost liegt natur­gemäß an dem Postgebäude, da von hier aus An» und Abfahrt erfolgen. Da das Postgebäude jedoch weit am Ausgange unseres Marktfleckens liegt, so muhten die hiesigen Einwohner mitunter fast 10 Minuten bis dorthin laufen. Hm diesem ilebelftanb abzuhelfen, ist durch die Bemühungen von Postmeister U f l n g c r jetzt noch eine zweite Haltestelle beim Hotel Weifenbach, mitten im Ort, eingerichtet worden, was vom Publikum nur begrüßt wird.

N i ede r - G e m ü n d e n, 14. 9loo. Die lang ersehnte Kirchenglocke ist nun hier angelangt. Es handelt sich um die dritte und kleinste Glocke, die als Ersatzglocke für die im Weltkrieg abgelieferte gegossen wurde. Sie hat ein Gewicht von 167 Sg. und kostet nahezu 600 Mk. Die Einweihung soll am Totensonntag (22. November) in der hie­sigen Kirche stattfinden.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

23 Wetzlar, 14/Nov. Wie man hört, wird der jetzige besoldete Beigeordnete Baurat K l e e m a n n seine hiesige Stelle aufgeben und eine auf ihn gefallene Wahl bei der Stadt Elbing an­nehmen. Laurat Kleemann war seit mehr als sechs Jahren in Diensten der Stadt Wetzlar. In seine Amtszeit fällt besonders die st a r k e Wohnungs­bautätigkeit der Stadt und der Ausbau einer großen Zahl von Straßen, sowie die heute halbfertig liegende Friedhofserwei­terung. Außerdem ist noch zu nennen der Aus­bau des früheren Seminars als Kran­kenhaus und der Umbau der Unteroffizier­schule als S ch u l st a d t mit Stadion. Wie wir vor einigen Tagen bereits in Aussicht stellten, sind für die kommende Kreistagswahl fünf Wahloorfchlage eingereicht worden. Es mar­schieren auf: Bereinigte bürgerliche Liste für Stadt und Land, Zentrum, Demokraten, Sozialdemokraten rind ftommuniften. Die Gefahr weiterer Sondcrlisten ist glücklich gebannt worden. Nun wird in den nächsten Tagen der Kampf der Parteien von neuem beginnen, nachdem er glücklich ein halbes Jahr oe- ruht hatte. Es wäre zu wünschen, daß er von allen Seilen mit Würde und Sachlichkeit geführt wurde. Möge aber auch jeder Wähler sich am Wahl­tage seiner Verantwortung gerade bei dieser Wohl bewußt sein und seine Pflicht nicht durch Zuhause­bleiben vernachlässigen. Nur auf diese Weise ist auch für den künftigen Kreistag eine bürgerliche Mehr­heit gesichert.

b. Wetzlar, 14. Rov. Die Zahl der tn letzter Zeit im hiesigen Kreise unterstützten Erwerbslosen beträgt über 600. Es ist jetzt wieder die Zeit gekommen, wo in den Lan- gememben des Kreises der allwinterlich statt­findende Fortbildungsschulunterricht für die schulentlassene Jugend beginnt. Die meisten Gemeinden des Kreises haben be­schlossen, den Unterricht einzuführen, wo dies der Fall ist, sind durch ein vom Kreisausschuß erlassenes Statut sämtliche in dem Gemeindebezirk wohnhaften, oder dort nicht vorübergehend be­schäftigten nicht mehr schulpflichtigen männlichen Personen unter 18 Jahren, gleichviel welchem Berufe sie angehören, verpflichtet, die ländliche Forlbildungsschuien in den festgesetzten Stunden zu besuchen. Die Schulpflicht besteht für 4 auf­einanderfolgende Winterhalbjahre: sie beginnt mit dem Anfang des ersten Winterhalbjahres nach Entlassung aus der Volksschule oder aus einer sonstigen Schule und endigt spätestens mit dem Schluß des letzten Winterhalbjahres vor Vollendung des 19. Lebensjahres. Von dem Schulbesuch ist befreit, wer eine landwirtschaftliche Winterschule, Innungs-, Fach- oder andere Fort­bildungsschule besucht oder einen entsprechenden

anderen Unterricht erhält, sofern dieser Schul­besuch oder Llnterricht als ein ausreichender Er­sah für den allgemeinen Fortbildungsschuluntsr- richt anerkannt ist.

Dillkrcis.

bl. Dillenburg, 14. Rov. Der Kreis- t a g des Dillkreiies, der zu einer Sitzung hier zusammentrat, übernahm u. a. die Bürg­schaft für ein der Gemeinde Allen do rf von der Deutschen Kultur-Aktienge'ellfchaft bewillig­tes Darlehen von 2000 Mark zu OQteRera- tionszwecken. Der Staat wie der BezirkSver- banZ) Wiesbaden haben dem D i 11 k r e i - zur Beseitigung der im Rovember 1924 an öffent­lichem Eigentumangerüsteten Hochwasser­schaden je 6791 Mark im Dar lehn Swegc und einen ebenso hohen Betrag geschenktoetse überwiesen: der Kreistag übernahm ebenfalls die Bürgschaft. Einige Stunden lang wurde über die zu errichtende Kreis - und Stadtspar- kasse verhandelt. Im Prinzip waren alle Ab­geordneten einig, daß feine andere Lösung ge­funden werden könne, doch wurden Abanderungs- anträge zu den Satzungen gestellt. Die Satzungen wurden schließlich unter einer Abänderung an­genommen und somit auch die Errichtung 6er Kasse gebilligt. Aller Voraussicht nach soll ab 1. Januar 1 926 der Betrieb eröffnet werden.

Kleine Strafkammer Wetzlar.

Q CB e 91 a r, 14. Rov. Wegen Diebstahls und Körperverletzung wird gegen die Ehefrau L. B. aus Frohnhausen verhandelt. Die Angeklagte war in erster Instanz durch das Amtgericht Dillenburg wegen Diebstahls an Stelle von einer Woche Ge­fängnis zu 30 Mk. Geldstrafe und wegen Körper­verletzung zu 20 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Nach längerer Verhandlung kam das Gericht zu der Annahme, daß die Angeklagte in gutem Glauben ge­handelt Halle, und sprach sie wegen des Diebstahls frei und wegen der Körperverletzung (eine Ohrfeige an ein Kind) erkannte es auf 3 Mk. Geldstrafe, hilfs- weise auf einen Tag Gefängnis. Von den entstan­denen Kosten wurden ein Achtel der Angeklagten und sieben Achtel der Staatslasse auferlegt. Gegen den Kaufmann C. aus Kröffelbach wurde wegen Vergehens gegen die Neichsversicherungsord- nung verhandelt, weil ihm zur Last gelegt war, er habe in 1924 und 1925 als Arbeitgeber fortgesetzt Krankenoersicherungsbeitrüge, die er seinen Arbeit­nehmern vom Lohn abgezogrn hatte, nicht an die empfangsberechtigte Kasse abgeführt. Weaen dieser Straftat war der Angeklagte in erster Instanz vom Amtsgericht Braunfels zu 100 Mark Geldstrafe ver­urteilt worden. Er erhob gegen dieses Urteil Be­rufung. Er wollte in der fraglichen Zeit aus,Mangel an Geldmitteln nur Vorschüße on seine Arbeit­nehmer bezahlt haben. Gelder für die Krankenkasien- beiträge will er damals nicht zur Verfügung gehabt haben. Später habe er dann die Kaffe durch Zah­lung der Rückstände cinschl. Verzugszinsen entschä­digt, so daß dieser keinerlei Schooen entstanden sei. Das Urteil lautete auf kostenlose Freisprechung des Angeklagten.

Schöffengericht Wetzlar.

2 Wetzlar, 14. Rov. Wegen fahrlässiger Ialscheides war der>losser I. K. aus Burg­solms unter Anklage. Ihm wurde zur Last gelegt, er habe anläßlich der Leistung des Offenbarungs­eides Insofern aus Fahrlässigkeit falsch geschworen, als er in dem hierbei vorgelegten Dermögensver- zeichnis über sein Eigentum unrichtige Angaben gemacht habe. Nach der sehr umfangreichen Beweis­aufnahme, bei der 15 Zeugen vernommen wur­den, gelangte das Gericht zur Freisprechung des Angeklagten. Der Monteur 5). W. aus Ober-Biel war der schweren Urkundenfälschung angeklagt. Die Verhandlung ergab folgendes: Der Angeklagte war bei einer Wetzlarer Firma als chilfsmonteur befdjäfügt. Als solcher konnte er selbständig bei Bedarf Gegenstände für die Firma ir Wetzlarer Geschäften unter Benutzung der ihm ton der Firma zur Verfügung gestellten Bestell­zettel holen. Als der Angeklagte diese Stellung ver­ließ, behielt er sich ein Bestellzettelformular zurück. Mit Hilfe dieses Formulars holte er sich bann, nach­dem er es mit dem entsprechenden Eintrag und der Unterschrift eines Angestellten seiner früheren Firma versehen hakte, in einem Geschäft eine Zug- lampe auf Rechnung seines früheren Arbeitgebers. Als der Lieferant der Lamps die Rechnung dem vermeintlichen Empfänger zur Bezahlung präsen­tierte, kam der Schwindel ans Tageslicht und die Sache zur Anzeige. Der Angeklagte gab den Tat­bestand zu. Er wollte die Absicht gehabt haben, später zu bezahlen. Das Urteil lautete auf 1 Mo­rt a t Gefängnis. Außerdem wurde dem Ange­klagten eine Bewährungsfrist Den 3 Jahren unter Auferlegung einer Geldbuße von 50 Mk., zahlbar in Monatsraten von je 10 Mk., zugebilligt.

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