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Regierung zu unterstützen, die fest entschlossen ist, das Kartellprogramm ohne Schwäche durchzu­führen.

reits das neue Tiefdruckgebiet folgt, das unS Set südlichen Winden zwar etwas höhere Tempera­turen, doch spater erneut Niederschläge bringen dürfte.

Einheitsfront der deutschen nationalen Parteien in Böhmen

Prag, 15. Oft. ($11.) Rach den Absagen der deutschen Sozialdemokraten an die übrigen

Ernste Lage in China.

Neuhork, 16. Ott. (TU.) Nach Meldungen aus Schanghai spitzt sich die Lage in China immer nrehr zu, so dos; bereits in den nächsten Tagen mit einem offenen Ausbruch der Feind­seligkeiten gerechnet wird. Der Gouverneur von Tschekiang steht mit seinen Truppen vor den Toren von Schanghai und nimmt gegen die Stadt eine drohende Haltung ein. Sn Schanghai herrscht große Bestürzung, da man stündlich einen An­griff gegen die Stadt befürchtet.

Die Fing-Tien und Tsche-Kaing-Truppen. die das Hinterland von Schanghai beherrschen, haben begonnen, sich die Eisenbahnlinien entlang zurückzuziehen und treffen Vorbeugungsmaß­nahmen gegen einen möglichen Qtngriff auf die Eisenbahn zwischen Wu-Si und Fing-Tien. Aus Sun-Kiang wird eine allgemeine Mobil­machung gemeldet. Aus verschiedenen Städten treffen Nachrichten über Ausschreitungen der Truppen und gewaltsame Pressung zum Heeresdienst ein. Der Hafenmeister von Hong­kong gibt bekannt, daß die Kantoner Be­hörden in der Nahe der Küstenbefestigungen Minen gelegt haben und daß daher die Schiffe bei der Fahrt durch die Minenfelder sich beson­derer Lotsen bedienen müssen.

Ende des diesjährigen Marokkofeldzuges.

Paris, 15. Ott. (Wolff.) Havas meldet aus Fez, daß alles darauf Hinweise, daß die militä­rischen Operationen großen Stils gegenwärtig als abgeschlossen angesehen werden könnten. Die Franzosen richteten sich an den von ihnen be­setzten Punkten ein. Die Organisation von Etap­pen und die Besetzung der Nordfront werde intensiv betrieben. Marschall Petain werde demnächst nach Frankreich zurücklehren, und über die gegenwärtige Lage Bericht erstatten. Ein Teil bed Generalstabes des Oberkommandos sei nach Rabat verlegt worden. Es sei möglich, daß im Laufe des Winters einige weniger wichtige Einzelunternehmungen an.schonen Tagen unter­nommen würden. Die spanischen Wteilungen sind im Frontabschnitt von Alhucemas etwas weiter vorgerückt, um die Front zu befestigen. Man erwartet, daß die Spanier an der Küste gegen Sidi Driß und gegen Arau vorrücken wer­den, um auf diese Weise eine direkte Verbindung mit Melilla herzustellen, so daß sie dann diesen ganzen Küstenabfchnitt beherrschen würden.

- , Das Fallgebiet ist über Finnland im Ab- dolfe begriffen. Wir liegen zur Zeit in einem Zwifchenhochgeteet, dem westlich von Srland be-

Ausschuß für die Redaktion der Kongreherklarung hat folgendes Kommu- nrqutz angenommen: Die Kommission nimmt einmütig zur offiziellen Erklärung die von Herriot SSFTJ*** «n. Die scheM H?r- Vertrauen und überläßt eS Ä' 4U BeUt!SlIern' dB im Laufe der Arbeiten ^^ugresses seine Erklärung nach gewissen Punkten noch ergänzt werden kann. Die Abaeord- yeten der Partei werden aufgefordert, nur eine

-------- uic e» erauo - ga&c des Geldes Einem Schaffner wurde mtt einem Messer der Tragriemen der Geldtasche durchschnitten, weil er mit der Herausgabe des Geldes zögerte. Die Täter entkamen unerkannt.

Welrr

Zunächst wenig veränderte Wetterlage, später etwas aufklarend und milder.

entstanden seien, sollten zu einem wechselseitigen Hebereinkommen auf dem Fuße der Gleichberech­tigung führen. Man werde in der nahen Zukunft ihre Rückwirkung in den Beziehungen der Völker erkennen. Die Konferenz von Locarno werde nicht den auferlegten, sondern den von allen gebilligten Frieden bekunden, der den Völ­kern jene Erleichterungen bringen werde, deren sie nach den jahrelangen furchtbaren Opfern und Lasten so sehr bedürften.

Auswirkungen von Locarno?

Köln, 15. Ott. (WB.) Wie der Bericht­erstatter der ..Kölnischen Zeitung" in Locarno aus bester Quelle erfährt, fand zwischen Dr. S t r e s e m a n n n und Außenminister D r i a n d eine Unterredung statt über die Angelegenheit des durch das Kriegsgericht in Bonn verurteil­ten Reichswehrangehörigen Bührig, der zu einem 3ahr Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe verurteilt worden war. weil er ohne die für die Angehörigen der Reichs­wehr notwendige besondere Erlaubnis das be­setzte Gebiet betreten hatte. Dr. Stresemann wies darauf hin daß ein derartiges Vorgehen der Desatzungsbehörden nicht mit dem Geist der Verhandlungen in Locarno ver­einbar sei. Der französische Außenminister teilte Dr. Stresemann nunmehr mit, daß er aus Paris einen Bericht eingefordert habe und daß die Begnadigung des Verurteilten erfolgen werde.

Aus aller Wett.

Indienststellung dcsKreuzersEmden"

Wilhelmshaven, 15. Ott. (LU.) Der Herne KreuzerEmden", der am 6. Januar ds. 3S. vom Stapel gelaufen ist, wird am heuttgen Tage in den Dienst gestellt. Die Indienststellung wurde eingeleitet durch einen Gottesdienst, an £>em sich eine Ansprache des Kommandanten. Kapttan zur See Förster, an die Besatzung anschloß.Emden" ist der erste neue Kreu- »er der Reichsmarine. Als Nachfolger der ai^ dem Krieg bei Freund und Feind rühm­lichst bekannten .Emden" führt das Schiff am Bug das 1914 der altenEmden" verllehene eiserne Kreuz. Anschließend an die Ansprache deS Kommandanten fand die Flaggenset- zung unter militärischer Parade der Besatzung statt. Reichspräsident von Hinden­burg übermtttelte an den Chef der Marine­leitung und das Schiff telegraphisch seine Glück­wünsche.

Der Düsseldorfer Gemäldediebftahl- Prozeh.

Wicklung und seinen wirtschaftlichen und kultu­rellen Leistungen gebührt.

In dieser Zuversicht bitte ich Sie, meine Herren, unseren Willkominengruß zusammenzufassen in den Ruf: der Herr Reichspräsident, er lebe hoch!

Reichspräsident v. Hindenburg erwiderte hierauf: Herr Ministerpräsident! Für den Willkommengruß, den Sie namens der Sächsischen Regierung an mich richten, danke ich Ihnen aufs herzlichste. Sachsen ist ein Mittelpunkt der deutschen Wirtschaft, ein Zentrum indu­striellen Schaffens, und so tritt heute die Sorge, die das deutsche Wirtschaftsleben gegenwärtig be­lastet, mir hier in besonderem Maße entgegen. Sie dürfen versichert sein, daß die Notlage der deutschen Wirtschaft Gegenstand ständiger und ernstester Aufmerksamkeit der Reichsregierung und ihre Besserung eine der ersten Aufgaben des Reiches ist. Aber es bedarf der Anspannung aller Kräfte in Reich und Ländern, um in friedlichem Wettbewerb der deutschen Arbeit freie Entfaltung und dem deutschen Arbeiter ständige und lohnende Beschäftigung zu verschaffen und zu erhalten. Ge­rade hierbei zeigt es sich, daß das Reich, unser gemeinsames Vaterland, allen seinen Stämmen und Ländern Rückhalt und Kraft gibt, und daß wir nur geschlossen, nur im Ganzen stark genug sind, um außerordentliche Nöte und Krisen zu überwin­den. Und zu dieser Stärke gehört auch ein zweites: die innere Einigkeit im deutschen Volke, das Gemeinschaftsgefühl, das über Parteien und Interessen stehen muß! Deshalb begrüße ich dank­bar die Worte, die Sie, Herr Ministerpräsident, über die Notwendigkeit des Ausgleichs der politischen Gegensätze sprachen, der Voraussetzung und Grundlage jedes Aufstiegs ist. Wir bekennen uns alle zum Glauben an Deutsch- lanö und seine Zukunft: lassen Sie uns auch jur ] T a t bekennen, die im Bewußtsein der Gemeinschaft handelt und unter Ueberwindung des Gegen­sätzlichen die Einigung schafft, der wir so drin­gend bedürfen. Dann wird uns allen hoffentlich eine sorgenfreiere Zukunft werden, die auch dem Lande Sachsen, das im besonderem Maße die Nöte der letzten Jahre getragen, eine glücklichere Ent­wicklung bringt. Mit diesem Wunsche trinke ich auf das Wohl Ihrer engeren Heimat: Sachsen hurrra, Hurra, Hurra!

. Nachdem im Anschluß an die Tafel der Reichspräsident und die Gäste noch in zwangloser Unterhaltung zusammengeweilt hatten, wurde

eine Rundfahrt

i Aus der Provinzialhauptstadt.

Gießen, den 16. Oktober 1925.

AusstellungMutter und Kind".

Sn einem einleitenden Vortrag zu der Aus­stellungMittler und Kind" sprach der Direktor der Universitäts-Frauenklinik Prof. Dr. von S a s ch k e im Großen Hörsaal der Universität über das ThemaMutter und Kind". Der Redner griff aus dem reichen Stoffgebiet zwei. Fragen zur Erörterung heraus, die er als die wichtigsten ansähe: Die Grundlagen der Pflege um) Ernährung des Neugeborenen und Säug- lings. Zunächst stellte er die wichtigsten Er­fordernisse einer rationellen Neugeborenen- und Säuglingspflege dar. Cs wurde vor allem die Notwendigkeit einer entsprechenden Wärmepflege bei dem iahen liebertritt des Neugeborenen aus dem schuhenden Mutterschoß betont, freillch auch vor lleberhihung gewarnt, im Anschluß daran das Nötigste über zweckmäßige Kleidung und Bettung des Neugeborenen und Säuglings mit- geleitt. Dor häufig zu beobachNln-en Fehlern in dieser Hinsicht wurde gewarnt, ebenso vor dem noch immer viel angewandten .Mund­auswischen", das bei dem zahnlosen Säugling ebenso gefährlich wie sinnlos sei, da durch die reichliche Speichelsekretion die Mundhöhle des Säuglings von selbst in vollkommenster Weise von anhaftenden Milchresten gereinigt würde Sm Hinblick auf die Gefahren der Nabelinfektion wurden ganz kurz die Grundprinzipien der asep­tischen Nabelpflege erörtert. Sm zweiten Teil seines Vortrages entwickelte Redner die Grund­lagen der Ernährilng des Neugeborenen und Säuglings. 11. a. schilderte der Redner kurz die prinzipiellen Unterschiede zwischen natürlicher und künstlicher Ernährung. Besonders unterstrich der Redner die Tatsache, daß selbst die kürzeste Zeit natürlicher Ernährung für das Kind von unschätzbarem Werte fei, und daß auch diejenigen Frauen, die vielleicht nicht imstande wären, ihr Kind sechs Monate lang ausreichend zu stillen, wenigstens dem Kind alles an Muttermilch zur Verfügung stellen müßten, was sie zu leisten vermöchten. Sm übrigen betonte Redner nach­drücklich, daß etwa drei Viertel aller Frauen aus­reichend stillfähig seien und daß durch eine ratio­nelle Brustpflege auch eine zunächst minder- toertige Brust zu höherer Leistung gebracht wer­den könne, wie an dem Beispiel an der Heran­züchtung von Ammen klargemacht wurde. Rach kurzen Bemerkungen über einige Grundfragen üoer Stilltechnik, Zahl und Verteilung der ein­zelnen Mahlzeiten beim Kinde, schloß der Redner mit einem Appell an die Frauenwelt, diesen Mutterpflichten sich nicht zu entziehen, zumal die Zukunft Deutschlands wesentlich abhänge von der Kraft und Gesundheit seiner Bevölkerung.

Am Mittwochabend hielt im Großen Hör­saal der Universität Medizinal-Rat Dr. Wal- ger einen Vortrag über das Thema:Ge­schlechtskrankheiten und Alkohol". Der Redner bemerkte eingangs, daß er in Anbe­tracht der Weite des Gebietes nicht auf Einzel­heiten eingehen könne und sich darauf beschränken müsse, einen Ausschnitt darzulegen. Er erläuterte zunächst die Art der Fortpflanzung. Sm wei­teren kam der Redner auf den Geschlechtstri^ zu sprechen, der beim Menschen, im Gegensatz 3um Tiere, frei ist Aus dieser Freiheit des Geschlechtstriebes erwächst dem Menschen einer­seits eine große und heilige Verantwortung, sich seiner Würde bewußt zu bleiben, anderseits liegt hierin die Ursache der großen Verwüstungen, die die Geschlechtskrankheiten Hervorrufen. Grund­sätzlich ist hier vorweg zu bemerken, daß diese Krankheiten heilbar sind. Voraussetzung ist na­türlich, daß man frühzeitig einen erfahrenen Fach­arzt zu Rate zieht. Vor den Kurpfuschern sei nachdrücklich gewarnt. Hier gilt es besonders für Eltern und Erzieher, dahin zu wirken, daß sie sich das Vertrauen der ihnen cmt>ertrauten Sugend in solchen Fällen sichern. Als allgemeine Vorbeugemittel seien hier genannt. Das Betrei­ben eines gesunden Sports und das Fernhalten von schlechter Lettüre und leichtsinnigen Kame­raden. Anschließend behandelte der Redner die einzelnen Arten der Geschlechtskrankheiten und er­läuterte eingehend die Art der Übertragung, bie ersten Anzeichen und ihre Wirkungen auf den menschlichen Organismus. Der zweite Teil der Ausführungen galt dem Hauptschrittmacher der Geschlechtskrankheiten, dem Allohol. Der Vortragende betonte hierher ausdrücklich, daß er nur von dem gewohnheitsmäßigen Lllkohol- mißbrauch spreche, und schilderte eingehend feine Folgen, die in Schädigung des Nervensystems. Herabminderung der Denkfähigkeit, Arbeitsunlust und vielen anderen bestehen. 2hLch das beste Erbgut, das manchem Süngling a/,ä dem Eltern­haus mitgegeben wurde, feine Gesundheit, wird durch diese unheilvolle Krankheit untergraben. Diese Ausführungen wurden an Hand einiger Tabellen, auf denen die Wirkungen des Alkohols bildlich dargestellt waren, treffend vor Augen geführt. Das ThemaGeschlechtskrankheiten und Alkohol" zusammenfassend beantwortete der Red­ner noch die Frage:Was sollen wir tun, um diesem üebel abzuhelfen?" Wir müssen beim Kinde anfangen und ihm auf die Frage übet das Woher keine Märchen erzählen, sondern ihm eine bestimmte, dem kindlichen Verständnis entsprechende Antwort geben und so vermeiden, daß es genötigt ift, sich beim Kameraden oder der Kameradin eine Antwort zu holen. Bezüglich des Allohols ist bei den Kindern Enthaltsamkeit empfehlenswert .Eine weitere Frage lautet:Sft die Enthaltsamkeit für die Gesundheit des jungen Mannes schädlich?" Dieses Vorurteil wird heute von allen maßgebenden Fachleuten verneint. Als Beweis hierfür sei erwähnt, daß im Weltkriege Hunöerttausende von Männern in den Gefan­genenlagern aller Länder Cuthaltsamkeit üben mußten, ohne nachweisbare Schädigung ihrer Ge­sundheit. Der ausgezeichnete Vortrag fand bei den Zuhörern dankbare Aufnahme.

Bornotizen.

unternommen, auf der der Reichspräsident von dem überall sich zahlreich eingefundenen Pu­blikum stürmisch begrüßt wurde. Die Rundfahrt endete am Opernhaus, vor dem sich eine dichtgedrängte Menschenmenge aufgestellt hatte, die trotz des eiskalten Westwindes geduldig war- iete. Kurz vor 5 Uhr erschien der Reichspräsident. Die Menge begnügte sich nicht mit der tunen Voibeifahrt. so daß Hindenburg dem Druck der Menge nachgab und mit einigen Herren seiner Umgebung auf dem Balkon erschien. Sm Opern- baus hatte Ministerpräsident Held zu einem Empfang im Foyer geladen. DaS Gesamt- mmiltenum, an feiner Spitze Ministerpräsident Held, empfing und begrüßte die Ankommenden. Man sah zahlreiche hohe Staatsbeamte, die Gene­ralität der Reichswehr, geführt vom Landeskom­mandanten Generalleutnant Müller, Ober­bürgermeister Blühe, Vertreter der Landwirt, schäft, Sndustrie, Handel, Beamte der Arbeiter­schaft, Wissenschaft und Kunst. Sm Opernhaus tourben dann als Feftvorstellung einige Akte des Freischütz" gegeben, worauf der Reichspräsident sich zur Abreise auf den Neustädter Bahn­hof begab. Hier zog ein starker Zug der Sportler ,md Sportlerinnen aus dem Gau Obersachsen an dem Reichspräsidenten vorbei. Unter nicht enden- wollenden Hochrufen der Menschenmenge begab ttch der Reichspräsident mit seiner Begleitung

Oem Dateisteig wo der Zug fahrplanmäßig <25 Uhr nach (Berlin abfuhr.

Der Reichspräsident in Dresden.

Besuch der sächsischen Staatsregieruug.

Dresden, 15. Ott. (£11) Reichspräsi­dent v. Hindenburg ist mit seinem Gefolge mit dem fahrplanmäßigen V-Zug gegen 11,30 Uhr hier eingetragen. Das Wetter ist regnerisch, trübe, kalt und stürmisch. Trotzdem zeigen die Straßen der inneren Stadt einen besonders leb­haften Verkehr. Die Häuser namentlich der vorn Reichspräsidenten zu passierenden Straßen pran­gen in reichem Flaggenschmuck. Die alte Reichsfarbe schwarz-weih-rot, die sächsische und die Dresdener Farbe, zu denen sich namentlich an behördlichen Gebäuden die schwarz-rot-golde­nen Farben gesellen, bieten einen prächtigen Anblick. Auch die Vorstädte, selbst die, die zum überwiegenden Tell von Arbettern bewohnt sind, grüßen den Reichspräsidenten mit Flaggenschmuck. Schon kurz nach 9 Uhr sieht man Schul­kinder in geschlossenen Reihen zur Spalier­bildung anmarschieren, und 'die Mitglieder vater­ländischer ^Bereinigungen treffen sich an ihren Sammelplätzen. 2ttif dem Bahnhof zieht die Ehren kompagnie, gestellt vom 1. Säger- Bataillon des Snfanterie-Regiments 10, auf. Auf dem rechten Flügel der Ehrenkompagnie haben die unmittelbaren Vorgesetzten, auf dem linken eine Abordnung der ehern, sächsischen Armee, Armeeführer, kommandierende Generäle und solche Offiziere Aufstellung genommen, die in persön­licher Beziehung zum Reichspräsidenten ge­standen haben. Die Garnison Dresden bildet auf dem Wiener Platz Spalier.

Auf dem Bahnhof

hatten sich zu feiner Begrüßung die Mitglieder ter chs i sch en Regierung mi tbem Mi­nisterpräsidenten Held an der Spitze, die Vertreter der staatlichen und städtischen Be­hörden und Körperschaften eingefunden. Nachdem dem Reichspräsidenten verschiedene Herren vor­gestellt worden waren und er die Begrüßungs­reden entgegengenommen hatte, schritt er die Front der Ehrenkompagnie ab und fuhr bann im Auto durch dis von einer dichten Menschenmenge besetzten Straßen. Ueberall rief fein Erscheinen . stürmische Huldigungen hervor. Leider setzte bei der Abfahrt vom Bahnhof ein starker z Schneesch aper ein. Die Fahrt ging nach dem Ministerialgebäude.

Vor und hinter dem Auto ritt eine Reiter­schwadron des Reiterregiments Nr. 12. Sm Mi­nisterialgebäude fand die Vorstellung der Staatsminister und der Ministerialdirek­toren und anschließend eine Besprechung und persönliche Aussprache statt. Bald nach 12 Uhr stattete der Reichspräsident dem Land­tagspräsidenten im Landtagsgebäude einen Besuch ab, wo auch die Frakttonsvorsihenden des Landtages dorgestellt wurden. Anschließend daran begab er sich zum Besuch der Städtischen Kollegien inS Neue Rathaus, wo ihn Ober­bürgermeister, Stadtverortee'envorsteher und die Vertreter der Städtischen Kollegien willkommen hießen. Ein Lundgang durch die Festräume des Rathauses schloß sich an. Sm großen Saal des Rathauses trug der Kreuz-Chor eine Mo­tette vor. Hierauf fuhr der Reichspräsident, über­all von der Menschenmenge auf das lebhafteste begrüßt, nach dem Hotel Bellevue, wo um 1 Uhr ein vom Ministerpräsidenten gegebenes Frühstück flattfanb.

Wahrend der Tafel begrüßte

Ministerpräsident Held den Reichspräsidenten mit folgender Ansprache Hochverehrter Herr Reichspräsident!

Sm Namen der Sächsischen Regierung heiße ich Sie, Herr Reichspräsident, herzlich will­kommen. Daß wir Sie heute als höchsten Ver­treter unseres auf neuer Grundlage aufgebauten ?eu^eS begrüßen dürfen, darf ich als ein Symbol dafür auftassen, wie sehr sich unsere innerpolitischen Zustände nach lan- ger Zerrissenheit gefestigt haben, und wenn ich dabei daran denke, wie Sie, Herr Rrichspräsitent, während der Zeit Shrer Deichs- Prä,identschaft bemüht sind, die politischen Gegen­sätze auszugleichen, so können Sie des Dankes des deutschen Volles dafür gewiß fein, daß Sie d" schwere Bürde der Reichspräsidentschaft über­nommen haben, um dem deutschen Dolle bei feinem Wiederaufstieg zu helfen.

v » rx Qbr auch versichert sein, daß das sächsische Volk und seine Regie- tu diesem Wiederaufbau im Bewußtsein der SchicksalSgemrinschaft aller deutschen Länder Mitarbeiten und jederzeit treu zum Reiche und seiner Verfassung stehen werden. Dir wissen uns dabei mit Shnen eins, wenn wir glauben, daß das Reich dann seine Kräfte am besten zu entfalten vermag, wenn das in der DLfchSverfassung verankerte Eigenleben ter und ihrer Länder erhalten bleibt. Werten in dieser Weise alle Kräfte unseres Pottes auf das eine Ziel unserer Wieder­aufrichtung beretmgt, so wird unser deutsches Vaterland auch wieder die Stellung in der Welt erkrr^w, Me Gm nach seiner gestAchtttchm Ent­

Tages kalender für Freitag. Stadttheatei. ?V3 Uhr:(Sin Spiel von Tod und Srete . Ausstellung .Mutter und Kind" von 11 ipr vorm. bis 91/, Uhr abends Neue Aula: Großer Hörsaast der Universität: 8 Uhr Vortrag von Dr. Hofmann. Lichtspielhaus, Bahnhof (trafie:Die weihe Schwester". Astoria-Licht- spiele:Maciste Imperator".

Naturheilveretn. Montagabend Vortrag im Kath. DereinshcmS über Fehlerhafte

_ dreitägiger Verhandlung wegen des Gemaldediebstahls in der Städtischen Kunsthalle ^us der in der Nacht zum 30. September 1924 aetjt Gemälde im' Werte von einer Million Reichsmark gestohlen worden waren, ver- urteiltedas erweiterte Schöffengericht den Kaus- . ~ ,------ mann Martin Derzewski aus Neusäß an ter

ßeutjefcn »arteten m der T,chech°n°wakei Und Oder ,u neun Ttontien Tesan^is dte du^ch dte übrigen Parteien m ter Untersuchungshaft als verbüßt erachtet wurden, weiter gegan- Der wegen Begünstigung angeEIagte Direktor 9^- Vertreter des Bundes der Landwirte, der Städtischen Kunstballe OTTm-tin der putschen Christlichen Sozialen Vollspartei broich, wurde maS Deutchen Demokratischen Freiheitspariei, te^ Der

der Deutschen Nationa- aus Murg täuschte bri ter Ve^dluaa lm Partri und ter Deutschen Nationalsozialisti- Vergiftungsverfu?r

------ balle von den beiden Angellagten der Bei-

sozraustrschen Kongretz. München, 15. Oft. (2LTB.) Aus Immen- ..Paris 16. Ott. (TU.) Herriot hat den £5." berichtet, daß nach längerem Schnee- ^LEsvzialistischen Kongreß in Nizza mit einer Ä f r rub b i e ganze All-

Begruhungsrede eröffnet, in der er die Politik 1% * V9/ Lr 9/?,f ette t nm ,nterlichem ^^Partei großen Umrissen schilderte. Hin» Das Thermometer zeigte

sichtlich des Erfolges der auswärttgen Politik * Null. Aus K ochel wird gemeldet,

sagte Herriot:Wir behaupten, daß es die W SS? - 5 aVf den Bergen, sondern auch im \a um u ng der Ruhr war, die es uns er- efn?et.retfn.fc 3n der Umgegend

moghdjte, in Marokko einem Angrift wirksam 5 Reukirchen ist feit einigen Tagen alles bis ins entgegmzutreten. Wir erklären im übrigen aus- ^ hw mter bereift Bei 5 Grad Kälte gab es druckftch erneut im Angesicht der gesamten Welt, J prusten.

öab wir keine neuen Gebietsteile beanspruchen Uni ^ute vormittag gingen leichte

unb daß wir mit den gegentoärfigen ©rennen tfelbberge nieder.

Frankreichs zufrieden sind." Die innerpolittsche Temperatur betrug tn der Nacht minus 7,2 Gr.

f age wird, so erklärte Herriot weiter, voll- «fru^ rocrben noch etwa 5 bis 6 Grad Kälte

tommen beherrscht vom Finanzproblem. Eine ^messen.

Ratton, die sich verblutet hat, kann an den Ueterfall auf einen Straßenbahnwagen?""'

vm^^ememsame Sache übernommenen Der- Düsseldorf. 15. Oft. (WLB) Gestern

^gründe gehen. abend kurz nach 11 Uhr bemerkt? ter SS

ni8 k bas zukünftige Verhält- eines Straßenbahnzuges, daß die Gleise du^r ch

terr?artti innerhalb des Kai'- einen langen Holzblock gesperrt wa- Mmnien soll, ist stark beseht, ten. Als das Hindernis beseittgt teerten Mte alieteÄ? öen Derhandlmigen die zehn Mit- sprangen aus dem Dunkel drei mastterie Männer Painlevs bei, die hervor und verlangten unter Vorhaltung von angehören. Der von dem Vevolvern von den Schatsnern die Heraus-

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