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> -.iiliorben, jeyt aber auf mehr als 11 Milliarden belliuft in England nur 9,1 Milliarden Mark, wenn also auf den Kopf der Bevölkerung eine jährliche Steuerlast von 180 Mark kommt, zu denen sich noch für soziale Lasten weitere 25 Mark ge- feilen, so ist eine solche Belastung völlig untragbar und vor allem nicht erforderlich, denn die Ein­nahmen des Reiches übersteigen in Wirklichkeit die Ausgaben erheblich, so daß sich in öffentlicher Hand Ricscnbetröge angefammelt haben und weiter an­sammeln werden. Das Katastrophale ist, daß der­artige Summen der kapitalsarmen Wirtschaft ent­zogen werden. Des weiteren beträgt die Ansamm­lung iion 600 Millionen im Postscheckverkehr und von 900 Millionen, die die Reichsbahn als Jahres­überschuß errechnet hat, sowie die bisherige Art der Verwendung dieser Riesenbeträge sehr viel zur Warenverteuerung bei. Dem Prob ' , misprozeß sind diese Gelder wegen ihrer Kurzfälligkeit nur in sehr geringem Maße dienstbar zu machen. Wir müssen fordern, daß diese ganzen Summen, soweit sie nicht zur Kassaführung unbedingt nötig sind und daher liquib gehalten werden müssen,

der Wirtschaft ganz anders nutzbar gemacht werden als bisher. Die Forderung, die wir hier stellen, ist nicht Forderung des Bankgewerbes: es ist Forderung der deutschen Wirtschaft. Bei der jent so beliebten Klage über die teueren Bankbedin­gen wird vollkommen übersehen, daß der Bank­kredit im Januar 1924 20 Proz., im Juli vorigen Jahres 36 Proz., aber schon im Oktober nur noch 18 Proz. und seit Februar dieses Jahres 14 Proz. kostet. Erhöht sich bei den Banken weiterhin der Zufluß fremder Gelder, so wird auch der Zinssatz eine abermalige Senkung erfahren. Wie es Auf­gabe des Bankiers ist, dem Sparer ein treuer Be­rater zu fein, so fallen ihm andererseits auch Auf­gaben gegenüber der Spekulation zu. Bor allem wird bei der Unterbringung von Neuemissionen der spekulative Zwischenbesitz wieder die Rolle spielen müssen, die er bis zur Jahrhundertwende auf diesem Gebiete gespielt hat. Die notwendigen Vorbedin­gungen für die Erfüllung der heutigen gesamtwirt­schaftlichen Aufgaben des privaten Bankgewerbes müssen zu einem sehr großen Teil von der Regie­rung und den anderen öffentlichen Gewalten, zu einem weiteren Teile von den wirtschaftlichen Er- werbsständen und zum letzten und nicht geringsten Teile vom Bankierstand selbst erfüllt werden. Eines aber, das wichtigste, braucht das Bankgewerbe zur Erfüllung feiner Aufgabe vom ganzen Volke: Ver­trauen !

Ueber dasselbe Thema sprach als zweiter Be­richterstatter Karl L. Pfeiffer-Kassel. Der Be­richterstatter erörterte die Verwendung bei? öffent­lichen Gelder und das Bankensystem der öffentlichen kommunalen Banken. Die Gesundung in unserem kommunalen Bankwesen könne nur dadurch herbei­geführt werden, daß die Sparkassen und die Stadt- und Kreisbanken sich wieder des Hypothekengeschäf­tes annehmen und sich unter grundsätzlichem Ver­zicht auf Blankokredite im Personalkreditgeschäft auf wirkliche Mittelstandskredite bis etwa 50 000 Mark beschränken. Die Girozentralen müßten sich gleichfalls aus dem Kundenkreditgeschäft zurück­ziehen und ihre Mittel in Wechseln anlegen oder an Staatsbanken ausleihen. Wird der Weg, den wir weisen, beschritten, dann werden die Sparkassen in ihrer veränderten Gestalt zusammen mit den an­deren Kommunalinstituten die Stellung in dem deutschen Bankenorganismus finden, die für sie ge­geben ist. Dann wird die Gefahr für den Geld­markt, die sie heute bedeuten, beseitigt sein. Dann werden sie auf ihrem Gebiet in hohem Maße be­fruchtend auf die deutsche Wirtschaft wirken.

lieber das Thema:Die deutsche Währung vor und nach der Stabilisierung" referierte Franz ll r b i g , Geschäftsinhaber der Discontogefellfchaft, Berlin, aus dessen Richtlinien die Schlußfolgerung hervorgehoben sei: Deutschland ist darauf angewie­sen, als Käufer und Verkäufer von Waren im Weltmärkte aufzutreten und muß dabei mit den besten Mitteln operieren Zu den besten Mitteln zählen Oualitätsprinziv, Vertragstreue und gute Währung. Als gute Währung gilt nach der heutigen Weltanschauung die gesicherte Goldwährung. Keine Maßnahme mit dem Ziele einer Produktionsförde­rung darf hart erscheinen, keine notwendige Er- mäßigung der öffentlichen Lasten darf als unsozial verschrien werden, keine angemessene Forderung -* *uf dem Gebiete der Arbeitsleistung, sei es nach Seitumfang ober Intensität, darf unerfüllt bleiben, wenn es sich darum handelt, den Boden zu be­festigen, auf dem unsere wie jede Währung ruhen muß:

einer mit Ueberschuß abschließenden, mindestens aber ausgeglichenen Zahlungsbilanz.

Von allen Kapitalreserven entblößt, können wir dies nur durch produktive Arbeit und sparsame Wirtschaft erreichen. Wir sind dem Stadium des Gleichgewichts noch nicht nahe, in welchem unsere Währung sich befinden sollte. Alle Kräfte müssen sich vereinigen, um dieses Stadium zu erreichen. Man kann nicht 2500 Millionen Reparationszah­

an Empfindungen, das Menuett mit dem graziösen Trio, der Schlußsatz mit seinen wechselnden Bil­dern. Für die meisten Besucher das stärkste Erlebnis des Abends!

Regers Klarinettenquintett (A-Dur) ist ein Werk aus der letzten Phase seines Schaffens, wo er nach Suchen und Berfuchen die letzte Abklärung und Reife des Stiles erreicht hat. Zu dem Streichquartett läßt er dasjenige Blas­instrument treten, das in Ton und seelischem Ausdruck den Streichinstrumenten am nächsten kommt: die Klarinette, und findet so neue Mittel, sein inneres Wesen, das zu starken affektiven Aeußerungen drängt und dann wieder romanti­scher Weichheit und Zartheit huldigt, zu offen­baren. Dem Hauptthema des ersten Satzes, getragen von der Klarmette, folgt nach einer

mrzen iinpulsiven Lieberleitung, die vom Forte aus abklingt, das Seitenthema der Streichinstru­mente, zart, abgleitend, von der Klarinette um­spielt. die Durchführung mit ihrer Steigerung zum dreifachen Forte, ein Meisterstück kammer- musikalischer Setzkunst ein Verklingen des Satzes im dreifachen Pianissimo. Das Vivace huscht am Hörer vorüber, bis es im Un poco meno mosso mit der Klarinettenmelodie, die von der Bratsche beantwortet wird, reale Ge­stalt gewinnt. 3m Largo stellt sich einer Kanti- lene her Klarinette das Seitenthema des ersten Satzes entgegen; ein Satz voller reicher, ver­klärter Stimmung. Das Finale läßt einem gra­ziösen Thema von mozartschem Geiste eine Reihe von Variationen folgen, in denen sich Reger in seinem eigentlichen Element weiß; figuriert, kontrapunktiert, als vivace, piü lento, immer wieder ein neues Licht, immer wieder eine neue Seite, ein neuer Inhalt, schier unerschöpflich und immer wieder voll innerer Berechtigung.- Herr Kammermusiker Fritz H e y n a u , Darm­

lungen auf sich nehmen und allein für laufende Reichsbedürfnisse 11 Milliarden aus dem Produk­tionsprozeß herauspressen.

Man kann nidjt einen Krieg verlieren und in unseren Lebensformen so tun, als ob mir einen

Krieg gewonnen hätten.

Das sind vollkommene Widersprüche. Die Vernunft drängt zum Handeln auf der ganzen Linie. Die Freigiebigkeit des Parlaments in der Bewilligung von Ausgaben ist nachgerade zu einer Gefahr ge­worden. Rechnen wir nicht auf das Ausland. Sorgen wir selbst für uns nach dem Wahlspruch: Vertrau' auf Gott und deine eigene Kraft!"

In seinem Referat überlas gleiche Thema kam Dr. jur. et phil. L. Albert Hahn, Vorstandsmit­glied der Deutschen Effekten- und Wechselbank, Frankfurt a. M., zu folgendem Schluß: Rur eine auf natürliche Zinsermäßigung im Wege der Ein­schränkung der Kapitalnachfra'ge und der Vermeh­rung des Kapitalangebotes gerichtete Politik kann von Nutzen sein. Der Staat braucht nur damit zu beginnen, gewissermaßen vor der eigenen Tür zu kehren und mit allem aufzuräumen, was sich nicht mit den Grundsätzen äußerster Sparsamkeit verein­baren läßt. Ein beträchtlicher Teil des Kapitalelends ist durch die Wegsteuerung des Kapitals und die Benutzung der weggesteuerten Mittel zu mehr ober minder unproduktiven Zwecken bedingt. Im übrigen warnen Beispiele aus der Vergangenheit, im Gegen­satz zur Lage des offenen Kapital- und Geldmarktes künstliche Zinssätze schaffen zu wollen.

Das Ziel, das sich die deutsche Wirtschaft sehen muh, ist Steigerung der Produktion durch Rationalisierung der Arbeit, Verwendung einer geringeren Arbeitsmenge zur Herstellung des gleichen Arbeitsproduktes.

Auf Grund feiner Fähigkeit zur Organisation wird und muß es dem deutschen Volke gelingen, den Ertrag seiner Arbeit so zu steigern, daß trotz aller Lasten allen Klassen ein der Kulturhöhe des deut­schen Volkes entsprechetider Lebensstandard ge­währleistet wird.

Aus der Provinz.

Landkreis Gießen.

X Klein-Linden, 15. Sept. Aus Anlaß des G !> st a o - A d o l f - F e st e s findet am nächsten Sonntag vormittag 9 Uhr in der diesigen Kirche ein F e st g o 11 e s d i e n st statt, wooei der hiesige Posaunenchor mitwirken wird. Als Festredner ist Herr Pfarrer Germer aus Bingen, ein ge­borener Klein-Lindener, gewonnen. Nachmittaas werden sich die Gemeindeglieder an dem Festzuge in Gießen beteiligen.

:: Beuern, 15. Sept. Dem Weitblick unseres Gemeinde rats haben wir es zu ver­danken, daß das Wallbottsche Haus on der Ecke HauptstraßeDersröder Weg durch An­kauf in den Besitz unserer Gemeinde übergegangen ist. Die direkt auf der Straßenecke stehende Scheune dieser Hosreile bildete ein Verkehrshindernis ersten Ranges. Es konnten sich noch nicht zwei Fuhrwerke an dieser unübersichtlichen Stelle, die dazu noch vor der WirtschaftZur Germania" liegt, kreuzen. Run hat die Gemeinde die Scheutre a b r e i ß e n lassen. Es ist damit eine große Gefahr beseitigt worden für Fuhrwerke aller Art, namentlich aber für Fuhren mit Langholz, die täglich, fast das ganze Jahr über, diesen Weg passieren müssen. 3n unserem Ort rüftet man eifrig für die am 20. l. Mts. in Gießen stattfindende Gustav-Adolf-Tagung. Der hiesige evan­gelische Kirchengesangverein, der sich am Massen­chor in der Gießener Festhalle beteiligt, hat seine Klebungen vor einigen Tagen aufgenommen. Archer seinen 60 bis 70 aktiven Sängerinnen und Sängern wird sich eine große Anzahl der hiesigen Gemeindemitalieder an dem Gießens Fest beteiligen. Am Festsonntag (20. Sept.'» spricht im hiesigen Gotteshaus der Diaspora­pfarrer Roth atls Mühlbach in Siebenbürgen lReu-Rumänien). Am Samstagabend zuvor, um 1 \9 älhr, wird derselbe Redner im hiesigen Volksbildungsverein einen Vortrag halten, der voraussichtlich das Thema behandelt: Land und Leute in Siebenbürgen". Zu dem Vor­trag wird keinerlei Eintritt erhoben, |inb somit wäre eine große Beteiligung auch ans den Rach­barorten erwünscht.

!I Harbach, 15. Sept. Die ä 11 e ft c Frau unseresDorscs und wohl auch der weiteren Umgebung ist die 96 Jahre alte Frau Gräf. Vor etwa einem Jahre starb ihre Tochter im Alter von 78 Jahren; ihr jetzt noch lebender Sohn befindet sich im 73. Lebensjahr.

!! Queckborn, 15. Sept. In den dies­jährigen Sommermonaten herrschte hier eine rege Bautätigkeit Sieben Wohnhäuser erstanden neu, davon ist ein Teil der Bauten be­reits unter Dach gebracht. Gastwirt G ö r n e r t hat den Saal seiner Wirtschaft vergrößern lassen

ftabt, vereinte sich mit dem Drumm-Quartett zur Wiedergabe des Werkes; mit seinem weichen Ton, biegsam und warm, verwuchs er mit dem Streichkörper zu einem organischen Ganzen.

Für die letzte Veranstaltung (Montag abends waren Violinsonatcn von Komponisten der Gegen­wart vorgesehen: Psihner, v. Koczalsky, B r u g n o l i. Roch in letzter Stunde trat eine Aenderung des Programms ein, die Sonate von Brugnoli fiel fort, dafür leitete Robert Schumanns /r-Mell-Sonate mit ihrer drän­genden, stürmenden Romantit den Abend ein und bereitete den Boden für die Reuromantik deutscher und slavischer Fassung. Mit seiner So­nate (op. 27) offenbart sich Psihner als ein ganz anderer. Er hat feinen Stil gefunden; seine impulsive Persönlichkeit bricht durch; Kantilene, impressionistische Elemente, ein Flimmern, Hu­schen, Steigerungen größten Stils, im Ausdruck der Erregung bis an die Grenzen des Instru­ments drängend, artistische Kunstmittel (Flageo- lettöne) als Aeußerungsmittel. Richt mehr das Kühle, Verhaltene wie im Quartett (op. 13), ein Stürmen, das ihn so reich erfüllt, daß die Formen geweitet werden; er kann sich gar nicht genug tun in der Durchführung des ersten Satzes, so wächst sich das Thema aus. Unter den modernen Violinsonaten nimmt op. 27 eine Vorrangstellung ein und wird diese Stellung auch behalten.

Eine gan zandere Welt in dem Werke von Koczalsky; ganz aus die Kantilene als Aus­druckswert eingestellt, förmlich in ihr schwelgend, «itel Wohlklang,! dabei eine Rundung in der ^orrn. vornehm vn allem und immer schön. Eine Sonate, die dem Geiger das Eigenste des Instru­ments erschließt, hier kann und muh er fingen in allen Stadien der Gefühlswallung. Und die beiden ausführenden Künstler ein Eingehen aufeinander und ein Sich- Finden im Wevke:

und dadurch den Bedürfnissen der Vereine Rech­nung getragen. Für das nächste Jahr stehen weitere Bauten in Aussicht. Auf dem nahen Steinbruch Hellkopf muhte eine Anzahl Arbeiter wegen Absahschwierigkei- t e n c n 11 a s | e n werden. Das Hauptabfahgebiet dieses erstklassigen Basaltbruches lag bisher in Holland.

f Örünbcrg, 14. Sept. Der Kapellmeister Earl G i e h aus Hamburg, ein Sohn unserer Stadt, gab gestern abend in der hiesigen Turn­halle ein Konzert, das für die außerordent­lich zahlreichen Besucher ein erlesener Kunst­genuß war. Sämtliche Darbietungen wurden mit reichem Beifall belohnt. Die musikalische Be­gleitung des Künstlers hatte Musiklehrer W. Gerhardt -Marburg übernommen, dem gleich­falls der herzliche Dank der Zuhörer galt. Man hofft. Herrn Gieß noch oft in unseren Mauern als Konzertgeber zu begegnen.

/ Lich, 15. Sept. In der jüngsten Sitzung des S t a d t v o r st a n d es lamen folgende we­sentliche Punkte zur Beratung und Beschluß­fassung : Die Direktion der Landwirtschaft­lichen Schule dahier suchte bei dem Stadt- Vorstand darum nach, für einen Saal dieser Schule acht neue Schulbänke zu beschaffen. Die Kosten der Anschaffung dürften sich auf etwa 415 Mk. belaufen. Der Vorsitzende wies darauf hin, daß die Stadt zur Anschaffung des Schul­inventars wohl nicht verpflichtet sei, befürwor­tete jedoch im Interesse des guten Einverneh­mens mit der Schule und. weil dieser keinerlei Mittel zur Verfügung ständen, die Bewilligung des erforderlichen Kredits. Der Stadtvorstand trat dem gestellten Antrgg bei. Zum Zwecke tec Straßen Verbreiterung der Straße am Wall ist der Erwerb von 24 Quadratmeter Vorgartengelände von 2 Privaten Grundstücken erforderlich. Der Stadtvorstand stimmte dem Er­werb unter Ansehung eines Kaufpreises von 100 Mk. und Tragung der äLebereignungskosten zu. Der Schützen verein 19 13 hat seinen Schützen st and auf dem Kirchberg in der Ge­markung Lich anfangs des Jahres 1925 in die Rähe des Albacher Sees in der Gemarkung HofAlbach verlegt. Das Gelände des ersteren Schießstandes war Eigentum der Stadt Lich. Hierfür hatte der Schutzenverein eine jährliche Anerkennungsgebühr von 20 Mk. zu zahlen, die in der Inflationzeit festgesetzt und in gleicher Höhe in Goldmark übernommen worden war. Er suchte jetzt darum nach, diese Gebühr für das Iabr 1924 und 1925 auf zwei Goldmark zu ermäßigen. Der Stadtvorstand stimmte dem Ansinnen zu. Den Gesuchen des Reichsver- bandcs der deutschen Taubstummen in der Tschechoslowakei und der Hessischen Landeshaupt st ekle gegen den Alko­hol i s in us in Darmstadt um Bewilligung von Unterstütz ungsbcittägen konnte der Stadtvorstand nicht zustimmcn. Verschiedenen Gesuchen um Schadenersatz wegen Wasserschäden, die durch Abdämmen der Wetter entstanden sind, wurde entsprochen. Dem Vorstand der Frei­willigen Feuerwehr zu Sich wurde für den am 20. September hier stattfindenden Herbst- verbandstng der freiwilligen Feuerwehren der städt. Iuxplah zur freien Verfügung überlassen. Ferner teilte der Vorsitzende noch mit, daß er in Ausführung eines früheren Beschlusses eine Zählung des in unserer Stadt gehaltenen Vogelsberger Viehes habe vornehmen lassen. Diese Zählung habe 36 Stück ergeben. Der für den 28. September vorgesehene Kirmes markt kann wegen der in der Llmgegend herrschenden Maul- und Klauenseuche nicht abgehalten werden.

5 Lich, 14. Sept. Nicht nur die private Bautätigkeit geht infolge der Geldknappheit nur langsam voran, wie wir dieser Tage berichteten, auch auf dem Jmmobilienmarkt macht sich der Geldmangel empfindlich bemerkbar. Zum Ver­kauf angebotene Grundstücke finden nur selten Lieb­haber und müssen gegebenenfalls zu Schleuder­preisen veräußert werden. Kaum kommt es zu einem Hausverkauf. Mehrere wertvolle Hof­reiten sind in letzter Zeit zum Verkauf angeboten worden. Es waren auch immer Interessenten, aber eine K ä nf e r da. Nur die Stadt hat kürzlich in der Obermühle ein größeres Anwesen van der fürst­lichen Verwaltung zum Preise von 14 000 Mark erworben. Die Fürstliche Obstbaumschule hatte früher weit über die Grenzen Oberhessens hinaus einen anerkannten Ruf. An der Förderung her Obstbaumzucht in Oberhessen hat sie wesentlichen Anteil. Nach dem Kriege mußte sie, da es an Nach­zucht fehlte, ihre Lieferungen mit einmal einstellen. Jetzt verfügt sie. was im Interesse unseres ober- hessischen Obstbaus lebhaft zu begrüßen ist, aber wieder über mustergültige Neuanlagen.

: ä.11phe , 15. Sept. Einem hiesigen Land­wirt geriet beim ObstPftücken die Leiter ins Rutschen. Im Fallen gelang es ihm noch, sich an einem A st s e st z u k l a m m c r n. Er

Konzertmeister Drumm und von Koczalsky am Flügel, Schumann und Pfitzner in ihrem Innersten erschließend; im letzten Stück der Kom­ponist selbst, sein Werk tragend, und Konzert­meister Drumm in kaum zu überbietender Höhe, ganz im Klang ausgehend.

Die Festestage haben ihr Ende gefunden; die Reihe der Gäste zerstreut sich; aber das Gehörte wirkt nach; allen ein Mittelpunkt späteren Gedenkens. Mögen solche Feste jedem Jahr be- schieden sein, der Kunst in ihrer Entwicklung, den Schaffenden und Hörenden zum Gewinn, und um die Zukunft unserer Musik braucht uns dann nicht zu bangen! -in-

*

Dem Wachrufen der Erinnerung an eine durch frühere Jahrhunderte mit liebevollem Ver­ständnis geübte Kunstpslege des gräflichen Hauses galt eine Besichtigung der erstaunlich reichhaltigen Porträtsammlung des Laubacher Schlosses.

Die Porträtsammlung geht zurück auf Bilder aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Die vier- ältesten Porträts stammen aus den Jahren 1520 bis 1528- von dem Oberfranken Hans Döring, einem engeren Landsmann von Lukas Cranach, von denr er mancherlei Anregung empfing. Der Zeit nach folgen zwei gute Porträts eines un­bekannten Malers, der stärkeren niederländischen Einfluß verrät. Dann kommt das 17. Jahrhundert in einigen charakteristischen Stücken zu Wort, und endlich die Fülle von Bildern des 18. Jahr­hunderts, die den eigentlichen Wert der Bilder­sammlung ausmacht. Ein Bild von M e l l o t führt uns in den repräsentativen französischen Stil um 1700 ein. Daran schließen sich deutsche Meister des beginnenden 18. Jahrhunderts. Wir finden hier den hessen-homburgischen Hofmaler Hauch, den hessischen und solmsischen Hofmaler

war nun gezwungen, aus ziemlicher Höhe ak» zuspringen und erlitt dabei einen Beinbruch. In fcen letzten Jahren hatten sich viele Kleiw- tierhalter auf die Aufzucht von Ziegen­böcken geworfen, da reinrassige Tiere sehr gut bezahlt wurden und sogar ausländische Kommissionen zum Ankauf der Tiere auf den Märkten der Umgegend erschienen. Da dies, anscheinend durch die Festigung unserer Wäh^ rimg verursacht, jetzt nicht mehr der Fall ist, herrscht zur Zeit ein- großes Lieberange.' bot an solchen Tieren. Infolgedessen waren viele Züchter gezwungen, auch von dem letzten Markt in Aid da unverrichteter Sache wreder heimzukehren, nachdem sie schon mehrfach andere Märkte put ihren Tieren beschickt hatten. Ez wird eben nichts anders übrig bleiben, als in Zukunft wieder mehr Döckchen beizeiten in ft? Pfanne, wandern zu lassen.

Kreis Friedberg.

Bud-Nauheim, 15. Sept. Am Freitag unternahm die hiesige Stadtschule eine Rheinfahrt. 650 Schüler wurden im Sonder- zug nach Mainz gebracht, von wo auf dem Dampfer Albertus Magnus" eine frohe Fahrt bis zur Loreley .führte. Auf dem Rückwege galt dem Nie­derwald ein lohnender Besuch.

Kreis Bndingcn7

ow. äl n t e r - W i d d e r s h e i m, 15. Sept. Am Sonntag sand die feierliche Einweihung des auf dem Friedhof zu Tlnter-Widders- heim errichteten Kriegerdenkmals statt, ilnter Vorantritt des Posaunenchors Glauberg, der sich freundlich zur Verfügung gestellt hatte, bewegte sich ein stattlicher Festzug durch das ganze Dorf zum Denkmal. Schuljugend, Kränze tragende Mädchen, Kriegerverein, Gemeinderat. Kirchenvorstand, Radfahrer- und Gesangverein, sowie die meisten sonstigen L>rt sein wohnen nahmen an dem Festzug teil. Auf dem Friedhof hatte sich schon vor Eintteffen des Festzuges eine große Menschenmenge meist Gäste aus den umliegenden Orten eingefunden. Das vom Architekten Theis in Darmstadt entworfene.' von der Firma Bräuer in Miltenberg in Sandstein künstlerisch ausgeführte und von Bau­meister Eckel in Tlnter-Widdersheim aufgebaute Denkmal ist altarartig in die Friedhofsmauer eingebaut und von einem vorhofähnlichen blumen- geschmückten Raum umgeben. Es ehrt in seiner Aufschrift acht Gefallene, einen Vermißten, unb zwei in der Heimat an den Folgen der Kriegs­strapazen Gestorbenen, und macht einen durch­aus würdigen und erhebenden Eindruck. Rach einem die Weihefeier einleitenden Vorspiel des Posaunenchors und einem von Lehrer Seibert vorgetragenen Gedicht hielt Beigeordneter Müller eine längere, wohldurchdachte ernste Ansprache und ließ das Denkmal enthüllen, wobei von dem Kriegerverein die üblichen Ehrenbezeu­gungen erwiesen wurden. Von Schülern und jungen Mädchen vorgetragene Gedichte, Gesänge der Sängerabteilung des Radfahrervereins und Gemeindclieder leiteten über zur Weiherede, in der der Ortspfarrer aufforderte, der zehn Kriegsopfer niemals zu vergessen, vielmehr in der Erinnerung an sie und ihr Heldentum sich immer wieder Kraft zu holen für den Kampf, in dem wir noch stehen müssen, um Deutschland- innere Einheit und äußeren Wiederaufbau. Dar­nach folgte die feierliche Gedäcbtnishandlung mit Verlesen der Rainen der 10 Kriegsopfer, wobei für jeden auf» der Ehrentafel des Denkmals Ver­zeichneten ein Kranz niedergelegt wurde. Rach weiteren Gedicht- und Gesangsvorträgen und Gebet schoß die Gewehrsektion des Kriegervereins die üblichen Ehrensalven, dann wurden mit zum Teil längeren Ansprachen Kränze nieder gelegt im Ramen des Kriegervereins, der Ortsgemefnde, der Kirchengemeinde, des Radfahrervereins und seiner Gesangsabteilung' und des Bundes tater- ländisch gesinnter Krieger, Abteilung Hessen. Rachd:m Bürgermeister Michel das Denkmal in den Schutz der Ortsbehörde übernommen hatte, verabschiedete sich der Kriegerverein von der Ehrenstätte seiner toten Kameraden mit dem LiedIch hatt' einen Kameraden". Unter den Klängen des Posaunenchors marschierten die Vereine ins Dorf zurück. Allgemeines Urteil war: Die Gemeinde ^lnter-Widdersheim hat durch dies Denkmal und durch die stimmungsvolle er­hebende Feier ihre toten Kriegshelden würdig geehrt.

Kreis Schotten.

§ Ulrichstein, 15. Sept Am Sonntag war ein Jahr seit dem Brande des Kirch­turms verstrichen; aus diesem Anlaß fand abends ein besonderer Geben kgottesdienst statt, der ausnezeichnet besucht war. Text der Predigt war da. bedeutsame Wort aus Jo­hannes, Kapitel 13, Vers 7. Eine Kollekte, die zu einer schwarzen Verkleidung für den Tauf­stein und die Kanzel zu ernsten Sonntagen ver-

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Rnndt, den Frankfurter Lipp old. Durch Lippold kam der befannte Maler I o h. Daten- t i n Tischbein nach Laubach. Er loar ge­boren zu Haina in Hessen 1715, wurde 1741 Hof­maler unter der Regierung des Reichsgrafen Ehristian August (1738-1784). erhielt 1747 eine jährliche Bestallung und malte nach Ausweis der Quittungen zahlreiche Bilder für den Lau­bacher Hof. von denen uns eine Reihe tocrt-1 voller Stücke erhalten sind. Ioh. Valentin Tisch­bein brachte auch seinen jüngeren Bruder Jo­hann Heinrich (geb. 1722 in Haina, geff. 1789 als Professor an der Kunstakademie in Kassel) nach Laubach. Er ist hier in den Jahren 174144 nachweisbar. 1744 ging er nach Paris, 1748 nach Venedig und wurde 1752 Kabinetts­maler des Landgrafen von Hessen.

Auch ein Gießener Maler namens R e u I i n g war um die Mitte des 18. Jahrhunderts für das Laubacher Schloß tätig. Seine Bilder sind durch ihren kostürnlichen Reichtum fesselnd. Der Voll­ständigkeit halber sei auch noch aus dieser Zeit Ehristian Friedrich Z i e s e n i s genannt. Be­sonderes Interesse beanspruchen die Porträts des jüngsten Bruders Anton Wilhelm Tisch­bein, der 1758 Sekretär des Grafen Ehristian August toirrbe. Seine Bilder sind äufterft reizvoll und dekorativ, wenn sie auch bei weitem nicht an die Qualität der Werke seines älteren Bru­ders Ioh. Valentin heranreichen. Die Reihe der Hofmaler beschließt der Pastellmaler Dryander, der nach dem Tode des Grafen Christian August als Hofmaler zum Fürsten von Rassan-Saar- brücken kam. Reizvolle Pastelle und Zeichnungen der Gräfin Christiane Luise zu Solms-Laubach, einer Tochter des Grafen Christian August, zeigen den Einfluß, den daS künstlerische Milieu auch auf die Mitglieder bet gräflichen Familie ausübte.

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