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spd. Mainz. 15. Juli. Die Stadtverord­netenversammlung bewilligte 850 000 Mk. für den Neubau eines großen Getreide- speichers am Rhein. Zu den Baukosten gibt das Reich einen entsprechenden Zuschuß. Der alte Getreidespeicher ist seit Zähren von den Besatzungsorganen beschlagnahmt. Die Folge dieser Beschlagnahmung war die Abwanderung des Getreidehandels aus Mainz, in der Haupt­sache nach Frankfurt a. M.

Hreis Wetzlar.

Wetzlar, 15. Juli. Der Kreistag des Kreises Wetzlar setzte die Satze bet Saab - pacht st euer mit Wirkung vom 1. Aprrl ab auf 20 Proz. für Kreiseingesessene und 40 Proz. für außerhalb des Kreises wohnende Pächter fest. Der Stadt Wetzlar wurde zur Anschaffung einer Motorfeuerspritze eine Beihilfe von 5000 Mk. bewilligt. Zur Errichtung einer Ziegenaufzuchtstation wurden 3000 Mk. und zur Errichtung eines Rotviehzucht- hofes 5000 Mk. bereitgestellt, außerdem zur

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>0116. M 1925. in Ciehen. 61a6t Aichen jut ausendjährige jeinlande zum t im Siabttyeatet lich eindrucksvollen Oberbürgermeisters !s Etudienrats Dr. immie Wenge, dir )te Whtzrn Mr, der iausend'iährigin ade mit dem beut« hervor. Ten glanz« .samen Reden boten s.«Rgts. Rr. 15 unter er Löber mit Rich. ' undEinzug der lagnersAheingold" verein unter seinem mit mehreren grö-

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Kreis Friedberg.

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spielte unermüdlich beim Zuge, bei den turnerischen Aufmärschen und in den Zwischenpausen. Die hier selten gehörte Streichmusik in Begleitung Zupfinstrumenten gefiel derart, daß vielfach Wunsch laut wurde, ob sich nicht alljährlich Mitwirkung dieser Kapelle ermöglichen ließe.

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Scheiben stiftete, nahm das Schießen einen sehr schonen, harmonischen Berlauf. Die Preise, die erst die Mitglieder des Vereins unter sich her­ausschossen, waren schöne, praktische Gegen­stände Den ersten Preis schoß Mitglied I. Jonas mit 26 Punkten. Rach dem Dereins- schichen sand dasselbe für Richtmitglieder statt, bei welchem die zahlreichen Schützen ihre Trefs- sicherhcit zeigen konnten.

t Grünberg, 15. 3uli. Gegen die Ent­scheidung des Kreisausschusses Gießen über die

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rein katholischer Ort hat nur eine kleineevan- gelische Gemeinde, die von der Pfarrei Bad-Rauheim kirchlich versehen wird. Die Gottesdienste wurden seither in einem kleinen Raum abgehalten. Seit Jahren wird nun schon für den Dau einer evangelischen Kapelle im ganzen Lande gesammelt, besonders der Gustav-Adolf-Verein fördert das gute Werk. Jetzt ist man so weit, daß am nächsten Sonntag die Grund st einlegung zum Bau des evangeli­schen Gotteshauses erfolgen kann.

am. Stammheim, 15. Iuli. Letzten Sonn­tag hielt hier der Zweigverein Wetterau sein Gustav-Adolf-Fest ab, unter reger Teilnahme der hiesigen Gemeinde wie auch zahlreicher Gäste aus den Rachbarorten. 3n dem Festgottesdienst predigte Dekan Vogel- Bruchenbrücken. Bei der Rachfeier begrüßte der Ortsgeistliche, Pfarrer Hamburger, die Er­schienenen mit herzlichen Worten. Als Vertreter des Evangel. Bundes sprach der Vorsitzende des Zweigvereins Stammheim, Lehrer B e r g k, von dem freundlichen Verhältnis, das zwischen dem Evang. Bunde und dem Gustav-Adolf^Derein herrscht. Als Festredner war der Professor der praktischen Theologie von der Universität Gießen Pros. Frick gewonnen. Er berichtete über die Zustände bei den Evangelischen in Polen, zeigte, wie dort das Deutschtum mit dem Cvangelischsein unlöslich verbunden ist, kam dann auf die Ver­hältnisse im Deutschen Reiche zu sprechen. Auch da wies er nach, wie das Evangelium dem deut­schen Volke in der Vergangenheit Kultur und Charakter verliehen hat. Er schloß mit dem ernsten Hinweis, daß das deutsche Volk dem

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tu»£u, wenn es sich nicht wieder zurückfindet zu JesuS und dem Evangelium. Als Vertreter des Zweig­vereins Wetterau des Guftav-Adols-Vereins sprach schließlich Dclau Vogel und erstattete den Bericht über das Dereinsjahr 1924. So­wohl den Festgottesdienst wie auch die Rach- feier verschönte der Kirchengesangverein Stammheim mit seinen herrlichen Liedern unter Leitung des Lehrers K öh l e r - Staden. Das Fest war in allen Teilen wohlgelungen.

Kreis Schotten.

Laubach, 15. Juli. Die Bautätig­keit^ ist hier fortgesetzt rege. Die Licher Straße wird nunmehr auch geschlossen, indem das Gelände gegenüber dem gräflichen Forst- amt. Ecke »Steinweg", in Angriff genommen wird. Die beiden neuen Häuser in der Kaiser­straße sind im Rohbau fertig, und auch das neueKrankenhausin der Stiftsstraße wird Ende des Monats voraussichtlich unter Dach fein. Gestern fand hier in d:r Stadtkirche die Taufe des ersten Kindes des Grafen Georg zu Solms-Laubach durch den Stadtpfarrer statt. Bis in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden hier alle Kinder, wie fast allgemein in Oberhessen, in der Kirche getauft. Diese Sitte hat das gräfliche Haus bel- behalten. Die junge Tochter des Grafen, auf den Romen Irene getauft, hat nicht weniger als 20 Paten.

Hrcis Lauterbach.

/> Lauterbach, 15. Juli. Aus der gestrigen Sitzung des S t a d t o o r st a n d e s ist zu be­richten: Der Stadtoorstand beschäftigt sich zunächst mit der Vergebung verschiedener Bau- arbeiten für die beiden Arbeiterdoppelwohnhäu« ser am Schober. Nach Prüfung der cingelaufenen Angebote wird beschlossen, die elektrischen Jnstalla- lionsarbeilen der Firma A. K e r l a ch und tue Anstreicherarbeiten je zur Hälfte den Lackierer­meistern Johs. Flach IV. und Chr. Sachs zu übertragen. Die ausgeschriebenen Derputzarbeiten des Rathauses sollen durch Wenzel & Axthelm und W. W o l f gemeinsam ausgeführt werden. Ein Gesuch der Firma Johann Krömmelbein II. um käufliche Ueberlassung von städtischem Weggelände an der Rimloscr Straße wird genehmigt und der Verkaufspreis pro Quadratmeter auf 2 Rm. festge­setzt. Einem weiteren Gesuch der Mineralöl - werkeRhenaniain Düsseldorf um Aufstellung einer Benzinpumpanlage vor der Automobilhand­lung Wilhelm Heiliger wird gegen Ausstellung eines Reverses und Zahlung einer jährlichen Anerken­nungsgebühr von 3 Rm. ebenfalls stattgegeben. Im weiteren Verlauf der Sitzung erstattet Bürger­meister Walz Bericht von den staltgefundenen Ver- sammlungen in Altenschlirf und Ulrichstein bzgl. E x- r i d) t u n g neuer Autolinien. Nach seinen Ausführungen soll demnächst eine Linie mit dem Ausgangspunkt Freiensteinau über Gunzenau, Metz- los, Nösberts, Altenschlirf, Stockhausen, Müs, Lan­denhausen nach Lauterbach vorerst versuchsweise ein­gelegt werden. Ferner soll die Linie nach Ulrichstein künftig zweimal täglich gefahren werden, und zwar ist der Fahrplan hierfür so aufgestellt, daß diese Linie an der Ohmstraße Anschluß an die 2mtc SchottenUlrichstein erhält und auf diese Weise eine unmittelbare Verbindung zwischen Lauterbach und Schollen hergestellt wird. Die für beide Linien ge­forderten Garantiesummen werden bewilligt und ein Unterslcllraum für das Postauto LauterbachUlrich­stein in der kürzlich erworbenen otabhnüljlc zur Verfügung gestellt. Weiter wird beschlossen, die zur Ablösung der städtischen Vor - k r i e g s s ch u l d e n vor ca. 1* Jahren erworbenen Hypothekenpfandbriefe den darum nach­suchenden Gläubigern auszuhändigen. Nach dem 31. Juli sollen jedoch diese Pfandbriefe gegen die von der Stadt ausgestellten Schuldscheine nicht mehr um- getauscht werden. Anschließend wird der Dor- anschlag der Realschule für Rj. 1926 und die Abrechnung des diesjährigen Prämien- und Ver- losungsmarktes genehmigt, sowie die Stundenlöhne der städtischen Arbeiter den Zeitverhältnissen ent­sprechend geregelt. Gleichzeitig wird beschlossen, die Kosten für die B r e z e l n z u m I u g e n d f e st d e r K l e i n k i n d e r s ch u l e aus die Stadtkasse zu über­nehmen und die Vergütung für die Stadtschwester entsprechend der Eingabe des Elisabethenstifts zu

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D i e Erhebung der Gewerbe­steuer betrifft eine Bekanntmachung der Stadt- Verwahrung in unserem gestrigen Anzetgenterl, auf die hiermit aufmert.am gemacht sei.

<- Kein unter schiedlrches Schul­geld mehr. Von den die höheren Lehranstal­ten in Hessen besuchenden Kinder aus anderen deutschen Ländern wurde bisher ein Zu.chmg zu den normalen Schulgeldsätzen erhobew Wie wir hören, soll jetzt bic unlerschledli^^hand' lung zwischen hessischen und nichthessi chen Schu­lern wegfallen. Bekanntlich werden in Preußen, Bayern, Württemberg und V^)en die Schuler aller Reichsangehörigen gleich behandelt.

" Ausgehobene Straßensperre. Dom Polizeiamt wird uns geschrieben: Die unterm 25 Juni angeordnele Sperrung des schmalen -teils der Rittergasse zwischen Mäusburg und der eigent­lichen Rittergasse wird ausgehoben.

Oberhessischer Kun st verein. In dem Bericht über die Mil^'nederversammlung muß es am Schlüsse bei der Neuwahl zum Ausschuß nicht Proscssor Mangel, sondern Professor W e n t - zel heißen.

e Unfälle. Gestern vormittag stürzte ein Motorradfahrer von hier, der sich auf einer Geschäftsreise befand, in der Rähe von Marburg und erlitt eine Geh irnerschütterung, eine schwere Kopfwunde und sonstige Verletzungen. Der Ver­letzte wurde durch die Sai.itatskoloime Gießen nach hier verbracht. Ein weiterer Unfall ereignete sich zur gleichen Zeit in einem Hause der Liebig- straße, wo eine Benzinflasche bei Jnstallations- arbeiten explodierte und die Kleider eines Ar­beiters in Brand setzte. Der Vkann erlitt erheb­liche Verbrennungen am ganzen Körper und wurde nach Anlegung entsprechender V<n.-bände durch die Sanitätskolonne nach der Klinik iiber-

Sonder-Konzert für zwei Kla­viere. Am Dienstag abend brachten die Bru­der Fischer aus Köln im Cafe Ernst Ludwig ein Sonder-Konzert für zwei Klaviere zu Ge­hör. Die Qualität des Gebotenen stand schon allein durch die Auswahl des Programms auf beachtlichem Riveau. 11. a. gab es die Beet- hovensche Ouvertüre zuCoriolan", dieTann­häuser"-Ouvertüre und das Preislied aus den Meistersingern". Liszts A-dur-Äonjert für zwei Klaviere und seine Ungarische Phantasie erziel­ten dank der vorzüglichen Technik und musi­kalischen Durcharbeitung der beiden Künstler einen starken Erfolg. Auch die Tannhäuser- Ouvertüre (Solist: Heinz Fischer) zeugte von positivem musikalischen Arbeiten. Cm Strauh- schesWalzertraum"-Potpourri fand gefällige Aufnahme und reichen Beifall.

D i c Bereinigung für Feuerbe­st attun g_für Gießen und Umgegend beschloß in ihrer am Montagabend stattgehabten, gut besuchten außerordenllichen Generalversammlung, daß jeden zweiten Montag eines Monats Mitgliederversamm­lung stattfindet, und verstorbenen Mitgliedern auf Antrag der Angehörigen die Kosten der lieber- sührung der Leiche nach Friedberg bis zur Fertig­stellung des hiesigen Osens gewährt werden können.

"Deutsche Volkspartei. Man berichtet uns: Am Montagnachmittag versammelten sich im Hindenburg" die Frauen der Deutschen Volkspar­tei zur Monatsversammlung. Leider war Fräulein M. Birnbaum durch wichtige Sitzungen ver­hindert, den in Aussicht gestellten Bericht über die Rheinische Frauentagung" in Köln zu erstatten. Frau Schudt brachte statt dessen sehr interessante Auszüge aus Briesen aus Florida (von Fräulein Weiffenbach) zu Gehör, in denen Land und Leute in ebenso anschaulicher als humoristischer Weise geschildert wurden. Frau Z i e p r e ch t und Frau Schudt erfreuten darauf die Anwesenden durch schöne Lieder, die von Frau F i s che r begleitet wurden. Die nächste Versammlung findet im Sep­tember statt.

Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: Drei Ochsen, 6 Färsen und Kühe, 769 Kälber, 418 Schafe, 712 Schweine.

Bornotizen.

Der Z irkus Althofs, der zur Zeit in Kassel gastiert, trifft am nächsten Samstag hier ein und gibt noch am Abend seine Eröffnungs­vorstellung. Dem Unternehmen geht ein guter Ruf voraus. Man beachte die heutige Anzeige,

LanvkrciS Gictzen.

Mainzlar, 15. Juli. Zu der Meldung über den Ausgang der hiesigen Bürger­meisterwahl ist berichtigend festzustel­len, daß Bürgermeister Vogel IV. 252, fein Gegenkandidat, Landwirt Wilh. Schäfer I., 117, nicht 170 Stimmen erhielt.

V Londorf, 14. Juli. Am Sonntag hielt der hiesige Kriegerverein sein diesjähriges Preis schieß en ab. Dank der guten Vor­bereitungen des Vorsitzenden, unterstützt durch das Vereinsmitglied Rittmeister a. D. v. R ö -

Beschalluna von Rouneh für den Zuchtviehhof ein Darlehen von 15 000 Mk. gewährt Den Hausdaltsplan des Kreises genehm.gte man in E in nähme und Ausgabe mit 1461000 Mark. Außerdem wurde, wie schon kurz berichtet, eine 21 n l c i h c von 200 000 Mk. zur Gewährung von Daudarlehen genehmigt.

' Wetzlar, 15. Juli. Zu der Rotiz in Rr. 154 unseres Blattes, nach der sich eine junge Patientin aus einem etwa 6 Meter hoch ge­legenen Fenster deS hiesigen .Krankenhauses ge­stürzt haben sollte, wird uns mitgeteilt. das Mädchen habe sich nicht selbst in die Tiefe gestürzt, sondern fei aus dem Fenster ge­fallen. Es liege auch kein Grund vor, von geistiger Umnachtung zu sprechen.

Hessen-Nassau.

V Aus dem Kirchspiel Rordeck- W innen. 14. Juli. Rachdem die btchge Pfarrfte11 e seit dem Tode des leider erst ein Jahr hier amtierenden Pfarrers BalzerS ein halbes Jahr unbesetzt war. wurde der neu­ernannte Pfarrer Hilpert, seither In Eetsmar bei Frankenberg, durch die obere Kirchendehorde in feierlichem Gottesdienst in sein neueS Amt eingesührt

spd Frankfurt a. M-, 15. Juli. Der er­folgreiche Leiter des Frankfurter Meßamtes, Direktor Otto Ernst Sutter, wird feinen bisherigen Wirkungskreis verlassen unb einem Ruf nach Berlin Folge leisten. Sutter über­nimmt dort die Leitung der Gesellschaft ..Der Gasverbrauch". Diese Gesellschaft ist eine Grün­dung der deutschen Gaswerke und Gasfabriken und dient der Werbung für den Absatz des Gases und seiner Rebenprodukte. Direktor Sutter tritt seine neue Stellung erst nach Deendigimg der diesjährigen Herbstmesse an. Die eigentliche Lei­tung der Frankfurter Messe verbleibt in den Händen des bisherigen Direktors Modlinger. Die Gattin Sutter-s, Frau Sutter-Kottlar, das hervorragende Mitglied des frankfurter Opernhauses, bleibt ihrem seitherigen Wirkungs­kreis erhalten. Das mit fünf Personen be­setzte Auto des Frankfurter Kaufmanns Lö­wenstein erlitt bei Mühlhofen im Schwarz­wald einen Radschaben unb überschlug s i ch. Das fünfjährige Töchterchen der Familie wurde so fchwer verletzt, daß es kurz nach der Einlieferung in das nächste Krankenhaus ver­starb 5rau Löwenstein wurde der linke Arm abgequetfcht. Löwenstein selbst und eine ältere Tochter wurden leichter verletzt. Auf der Vorortstation D o n a m e & wurde in der vergangenen Rächt der Schaffner Jahn aus Riederwöllstadt von einem Perfonenzuge so un­glücklich über fahr en, daß er nach wenigen Augenblicken verstarb.

Ans scitt Amtsvrvkttndigungsbitttt.

♦♦ Das Amtsoerkündigungsblatt N r. 56 vom 14. Juli enthält: Nachtrag zu den Friedhofsordnungen mit entsprechenden Polizeiver­ordnungen der Gemeinden Großen-Linden, Hausen und Oppenrod . Maul- und Klauenseuche in Odenhaufen, Langsdorf und Albach. Äenderung der Ortssatzung über die Lieferung von elektrifchem Strom in der Gemeinde Lollar. Die fortbil- dungsschulpflichtigen Lehrlinge. Dienstnach- richten.

Wein und Weinling.

gültig erklärt wurde, ist Berufung ein­gelegt worden.

"f Inheiden, 15. Juli. Am Montagnach- mittag fand unter allgemeiner Beteiligung der Gemeinde das erste I u g e n d f e st, welches von der Schule veranstalte! wurde, statt. Unter Dorantritt einer Musikkapelle bewegte sich der Zug der Schulkinder, an dem sich auch die Ver­eine geschlossen beteiligten, durch die Ortsstrahen nach der Wiese, welche für die Veranstaltungen vorgesehen war. Lehrer Sülz gedachte in ker­nigen Worten der 1000-Jahrfcier der Rhein­lande und ermahnte, in Treue zusammenzustehen für das Wohl unseres Vaterlandes, woraus das Deutschlandlied gelungen wurde. Der Gesang­vereinEintracht" brachte einige schöne Chöre zu Gehör. Die Schüler der Obetllaffe führten dieRütli"-Szene aus SchillersTeN" auf; cs wechselten bann Volkstänze, Deklamationen, Spiele und dreistimmige Kinderchöre, die vor­trefflich eingeübt waren, in bunter Reihenfolge. Dank der großen Mühe, die sich unsere beiden Lehrer Sülz und Mühl gaben, nahm das Fest einen sehr schönen Verlauf und fanden sämtliche Vorführungen ungeteilten Beifall. Zum Schlüsse wurden an die Kinder Würstchen und Brötchen verteilt, die die Gemeinde in lobens­werter Weise zur Verfügung stellte.

: : Utphe, 14. Juli. Am Sonntag fand unter Beteiligung des hiesigen Gesang-, Turn- und Krie- geroereins unser diesjähriges Jugendfeft in Verbindung mit einer Rheinlandfeier für die Erwachsenen statt. Um 2 Uhr bewegte sich ein stattlicher Festzug durchs Dorf, voran die mit Blu­men und Fähnchen geschmückte Schuljugend, ge­folgt von dem Schulvorstand und den genannten Vereinen. Die weiteren Veranstaltungen fanden auf dem nahen, von einer Anzahl mächtiger Lin­den beschatteten Lindenplatze statt, wo sich fast das ganze Dorf eingefunden hatte. Zunächst wechselten Gedichte mit wohlgelungenen Gesangsootträgen der Schulkinder und des Gesangvereins ab. In einer Ansprache wies Lehrer Arnold auf die Be­deutung der Rheinlandseier hin. Nicht allein als historische Erinnerungsseier sollten wir sie betrach­ten, sondern als ein einigendes Band für alle Volksaenossen. Gerade wir müßten heute jede sich bietende Gelegenheit mit Freuden ergreifen, die unser zerrissenes Bolksganze wieder zufammen- kitte, da uns ein nationaler Festtag, wie ihn die meisten Völker haben, fehlt. Jm Anschluß wurde gemeinsam das Deutschlandlied gesungen. Es folg­ten dann Stabübungen der Oberklasse, Reigen und gut ausgeführte Freiübungen des T u r n v e r - eins. Unter lebhaftem Beifall der Erwachsenen fand dann eine ganze Reihe von Wettkämpfen und Spielen der Jugend mit Preisoerteilung statt. Einen wesenllichen Anteil an dem Gelingen des Tages hatte die Kapelle des Gießener Ver­einsW a n d e r l u ft". Die jugndliche Schar

neulich stand in dieser Zeitung ein Rezept zu einem Rotwein aus Sauerkirschen mit Dierkahesen. In diesem war auch davon gesprochen, daß man solche roten Weine nur zur Zeit der Kirschenernte Herstellen könne, während man weiße Weine ja das ganze Jahr aus Aepfeln, Feigen, Rosinen mit Dierkahesen bereiten könne.

Jeder Mensch hat wohl hieraus ersehen, daß es sich nicht um Traubenweine handelt; denn nach dem Weingeseh ist Traubenwein Wein, alles andere aus Früchten weinähnliches Getränk (also Apfel­wein ist nicht Apfelwein, sondern weinähnlicheS Getränk aus Aepseln, und man dürste auch im Haushalt nicht Kaffee zu einem aus Malzkaffee bereiteten Dettänk sagen, sondern ^kaffeeähnlicheS Gettänk aus gebranntem Malz^! Schön - nicht?). Würde also ein solcher mit Dierka-Bordeaurhese bereiteter Kirschwein verkauft werden, Io müßte bies unter dem Ramen .Weinähnliches Gelrank aus Kirschen" geschehen; im Haushalt freilich könnte man es nennen, wie man will. Diesem Standpunkt stimmen aber die Weinhändler nicht zu; sie halben mich wieder einmal dieses Ausdruck« .Wein" in obigem Inserat wegen angezeigt. Außerdem haben die Spihenverbände des Weinbaus, Weinbandeis und verwandter Berufszweige bei der Reichsregie­rung beantragt, daß die Dierkahesen verboten oder zum mindesten mit einer Steuer belegt werden sollen, weil die HauSweinbereitung mit den Dierka­hesen ihnen zu großen Schaden macht, von dem Standpunkt ausgehend, daß nach einem Verbot jeder Dierkakelterer den vielfach teureren Trauben­wein laufen würde -! Run, ein Antrag ist ja noch kein Gesetz; dagegen werden sich ebenso die Dierka­kelterer wie die Apotheken und Drogerien, die Dierkahesen verlausen, wehren.

Um aber diese ewigen törichten Anzelgen zu vermeiden, schlage ich vor, das mit den Dierka­hesen bereiteteweinähnliche Getränk für die Folge Weinling zu nennen. Dieser Rame ist mir vom Reichspatentamt geschützt, und ich stelle ihn hier­mit den Dierkakeltcrern zur Verfügung.

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