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. QSctijanMiincen zwuo-en den ö.ua.en |iüü» , .laben haken. Dr. Frank wird nun dreSchluß- ?rhandlu.igen in Berlin führen. Man glaubt :r, das; die Aushebung sehr bald geschehen '.ne, so das; man dafür einen bestimmten Tag üsehen kann.

Des Vatikans Konflikt mit der Tschechoslowakei.

I Prag, 15. Juli. (WTB.) In der Tscheche ' slowakei ist infolge der kirchenpolitischen Partei- 7 kämpfe eine akute Koalitions- und Regie­rungskrise ausgebrochen. Die tschechisch-natio- ' nalsozialistische Partei, welche der Regierungsmehr­heit angehört, besteht auf der Einbringung einer dringlichen Interpellation üoer die infolge der Huß- seierlichkeiten erfolgten Abreise des pcipst - l i ch e n Nuntius. Da die Regierung eine parla­mentarische Behandlung der Frage vermeiden wollte, der Außenminister B e n e s ch aber mit seinen dringlichen Darlegungen bei der National­sozialistischen Partei, der er selbst angehört, nicht durchdrang, hat der Führer der Partei, Postminister S t r i b r y, nunmehr demissioniert. Benesch wird ungeachtet seiner Mitgliedschaft zur tschechisch­nationalsozialistischen Partei im Amte verbleiben. Dagegen hat sich der Postminister Franke aus dem Kabinett zurückgezogen.

SrepomlscheAgrarresorm

$?cr Kampf gegen die Minderhe-tei«.

Warschau. 15. Juli. (Wolff.) Gestern kam s im Sejm bei der Abstimmung über bas Agrapresormgesetz zu größeren Ausschr.ttun^n. on den Bestimmungen, daß der parzellierte Bo- jen nicht auf die örtliche Bevölkerung, sondern : auf andere übervölkerte Gegenden )es Staates verteilt werden könne, wo­bei besonders Pächter und Beamte parzellierter Güter, gediente Soldaten zu berücksichtigen toaren, rblickten die llfrainec und Weißrussen das Be° streben, kvwch Parzellierung der Güter im Osten polnische Kolonisationspolrtik zu treiben. Als die Abänberungsanträge, nach denen der parzellierte Boden nur der örtlichen Bevölkerung zuzuweisen sei, von allen polnischen Parteien abgelehnt wurde, erhob sich aus den Bänken der Akrainer und Weißrussen ein ohE- betäubender Lärm. Es wurde mit den Füßen gestampft, mit Fäusten auf die Pulte geschlagen und gepfiffen, so daß

die Sitzung abgebrochen werden muhte. Sofort nach Wiederaufnahme der Sitzung begannen von neuem Lärmszenen und Wortgefechte zwischen den Abgeordneten, die schließlich in größere Schlägereien aus­arteten.

Aach den gestrigen Sturmszenen sah man in politischen Kreisen der heutigen Sejmsitzung, die die Fortsetzung der Abst immun g über das Agrarreiormgeseh bringen sollte, mit Span­nung entgegen. Gleich nach Beginn der Sitzung meldeten die slawischen Minderheitsklubs und die Deutsche Bereinigung Erklärungen an, um zur minderheitenfeindlichen Haltung .der polnischen Parteien, die gelegentlich der gestrigen Abstim­mung zutage getreten war, Stellung zu nehmen. Für Die äUrainer und Weißrussen nahm Ch rucki vom ukrainischen Klub das Wort. Er erklärte,

das Agrarreformgeseh bedeute in de: be­willigten Fassung geradezu den Tod für die ukrainische und weißrussische Nation.

Da wir aber bereits, so sagte er, alle Mittel des parlamentarischen Kampfes erschöpft haben, so werden wir zum Zeichen des Protestes die heutige Sitzung verlassen. Als S o m s ch e r von der Deutschen Bereinigung seine Erklärungen abgeben wollte, wurde ihm vom Sejmmarschall Rataj das Wort mit der Be­gründung entzogen, er sei durch die Erklärungen Ehrutis überrascht worden und wolle jetzt keinen Präzedenzfall schaffen. Die Deutschen verlie­hen darauf als Protest gegen die minderhetten- feindliche Fassung des Agrarreformgesetzes und gegen die Entziehung des Wortes zusammen mit den Ukrainern und Weißrussen den Saal. Alle Anträge, die bei Verteilung der Ländereien auch eine Berücksichtigung der Minderheiten verlang­ten, wurden rücksichtslos von allen polnischen Parteien, mit Ausnahme der Sozialisten, ab- gelehnt, so daß die Wirkung des Gesetzes tatsächlich auf eine Polonisierung der O st­und West marken unter weitgehender Ver­drängung der Minderheiten, also auch der Dwtschm, hinausläuft.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 15. Juli. (Eig. Bericht.) Prä­sident Adelung eröffnet die Sitzung um 9.30 Uhr. Die Beratungen werden bei Kapitel 75M i- | nisterium für Arbeit und Wirtschaft" des Staatsvoranschlags wieder ausgenommen.

Abg. Felder (Ztr.) tritt für soziale Versöh­nung und eine Bolksgemeinschaft ein; nur Arbeit kann uns retten. Der Boden für gemeinsame Ar- beit müsse in einer Arbeitsgemeinschaft gefunden werden. Der Geist der Arbeitgeberverbände komme in der Denkschrift vom Mai d.J. in sehr einsei- tiger Weise zum Ausdruck. Der Redner, der den christlichen Gewerkschaften angehört, kritisiert von liefern Standpunkt aus in längeren Darlegungen die erwähnte Denkschrift und bespricht hierbei Fra- icn, wie Arbeitslohn, Tarifverträge, Arbeitszeit, Schiedsrichter und Arbeitsgemeinschaft. Im An- tchluß hieran erörtert der Redner noch verschiedene fragen der Sozialpolitik.

Abg. Jost (Bbd.) zieht aus dein Steuerdruck, der auf der Landwirtschaft lastet, die Folgerung, > gespart werden mühte. Bei der Erörterung landwirtschafllicher Fragen befürwortet der Red­ner die Durchführung der Feldbereinigung, doch dürfe das nicht mit Zwang geschehen, sondern durch Aufklärung. Im Ried zeigten sich noch >iele Widerstände, im Vogelsberg seien auf üefem Gebiete schone Erfolge zu verzeichnen. Die 'feldbereinigung erhöht die Produktion. Weiter ordert der Redner unter Hinweis auf seinen An­trag Fortsetzung der Meliorationen im Vogels- dcrg. Nachdem der Abgeordnete noch andere land- virtschaftliche Angelegenheiten besprochen hatte, ritt gegen 11 Uhr eine Pause ein.

Nach Wiederaufnahme der Verhandlungen be­antwortet ein Regierungsvertreter eine Kleine An­frage der Abg. Frl. Birnbaum und Gen., die Abg. Scholz verliest, wegen Auszahlung des Wohnungsgeldzufchuffes, daß diese im August bei der Gehaltszahlung erfolgen werde.

xtvu. u» e o c r (cioj.) ernun, cc iu..ue uuies von dem, was Abg. Weck le r gesagt habe, unter­schreiben; es gäbe aber auch vieles Trennende.

Min.ster Na >

erüart: Die Wirtschaft ist das Herz, aber auch ! der Magen des Volkes, der Gradmefjer für die Wohlfahrtsdinge im Lande. Der Zustand ist nicht gut, aber erfreulicherweise besser als im Vorjahre. Bon den Großunternehmern wird das bestritten. Die Erwerbslofenziffern sind noch hoch, jedoch im erfreulichen Rückgang begriffen. Gegen­wärtig werden 5000 Erwerbslose gezählt; »rn ^ayre vorher (Juli) waren es 15000, im August sogar 19 000. Mit Preußen ist ein Abkommen über die Arbeitslosenunterstützung erzielt worden, das war notwendig, weil ein Drittel gber gewerb­lichen Arbeiter außer Hessen beschäftigt ist. Der Minister ist dagegen, daß die Landwirtschaft von der Beitragsleistung für die Arbeitslosenunterstüt­zung befreit ist. Zur Wohnungsnot meint Der Redner, die Zwangswirtschaft auf diesem Gebiete müsse wohl noch auf absehbare Zeit erhalten blei­ben. Die Tätigkeit der amllichen Schiedsrichter m gewerblichen Streitigkeiten könne man un allge­meinen nur anerkennend beurteilen. Die Regie­rung werde versuchen, die kurzfristigen landwiN- schaftlichen Kredite in langfristige umwandesti. Da das Ausland sich durch Schutzzölle abgeschlossen habe, so hätte die hessische Regierung, um Der Reichsregieruna ein Mittel bei den Unterhandlun- gen mit dem Ausland in die Hand zu geben, be­schlossen, für bewegliche Zölle emjutreten. Die Stellungnahme des Staatspräsidenten und seine (des Redners) zu den Zollfragen sei persönlich aber dieselbe, wie die der Sozialdemokratie. Nachdem der Redner noch vom Fürsorgewesen gesprochen hatte, wendet er sich zum Schluß gegen den Abbau des Ardeits- und Wirtschafts. Ministeriums, wie ihn die Deutsche Dolks- partei gesordert hat.

Nachmittagssitzung.

Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um 3.30 Uhr. Die Beratungen über das Kapttel 75 Minifterium für Arbeit und Wirt­schaft" werden fortgesetzt.

Abg. Glaser (Bbd.) wendet sich gegen die Ausführungen des Wirtschaftsministers von heute vormittag über die Zollftagen. Die Landwirtschaft bedürfe unbedingt die Schutzzölle, und wenn Der Minister gesagt hätte, er müsse das Wohl des gan­zen Volkes im Auge haben, so müsse er dagegen erklären, daß die Landwirte auch zum Volke ge­hören und Schutz ihrer Arbeit verlangen. Auf ver­schiedene kritische Erklärungen des Abg. Felder bemerkt der Redner, daß der 'Abgeordnete sich in der Adresse geirrt hätte; er solle sich an die Re­gierung wenden, das Zentrum, nicht der Bauern­bund, sitze ja in der Regierung. Wenn es feinen Zoll auf landwirtschaftliche Produkte gebe, wur­den gerade die Kleinbauern geschädigt, Gemüse, Gurken, Kartoffeln usw. würden dann aus dem Ausland bezogen.

Abg. Houry (D. 23p.) erklärt, es fei merkwur- big, daß viele Abgeordnete ihre Reden mit den Wor­ten beginnen:Meine Damen und meine Herren' und nichtWählerinnen und Wähler". 2fi>g. Felder hat erklärt, es fei gar nicht möglich, eine kinderreiche Familie wegen des Wider st andes der Haus-

I besitzer untergubringen, das fei falsch, denn der Hausbesttzer entscheide ja gar nicht darüber, sondern das Wohnungsamt. Die Hausbesitzer wollten selbst- verständlich keine plötzliche Aufhebung der Zwangs- wirtschaft, sondern eine gerechte Festsetzung her Mieten. Was Sie (zu den Sozialdemokraten ge­wendet) wollen, ist dieKaste Sozialisierung" des Wohnungswesens; Sie können sie aber nicht auf­recht erhalten. Denn die Wirtschaft selbst gibt uns ja recht. Das schlechte Verhältnis zwischen Mietern und Vermietern ist zum größten Teil erst durch die Zwangswirtschaft verursacht wor­den. Die Stadt Offenbach, eine sozialdemokra­tische Gemeinde, baut Holzbaracken, um die Wohnungslosen unterzubringen. Auf dem Woh­nungsmarkt wird es erst besser, wenn das Privat- kapital wieder am Wohnungsbau interessiert ist. Auch sozialdemokratische Hausbesitzer stehen in bezug auf die Frage der Zinsbildung auf unserem Standpunkt. Nachdrücklich weist der Redner auf die schwierige Lage des Handwerks hin und auf die unzulängliche Handhabung der Verordnungen über das Submissionswesen, wodurch das Handwerk dimer geschädigt wird. Eine Regierung, die nicht das Handwerk schütze, grabe sich selbst das Grab. Der Ertrag der Mietzins st euer müßte ganz für den Wohnungsbau verwendet werden, nicht für Regiebauten, sondern in der freien Wirt­schaft. (Lebhafter Beifall.)

Abg. Dr. Werner (Dschn.) erwidert dem Abg. Felder, daß kein deutschnationaler Abgeordneter sich so für die Annahme des s p a n i s ch e n H a n d e ! s - Vertrages eingesetzt habe, wie der Zentrums­abgeordnete Dessauer in Frankfurt. Die hes­sischen Abgeordneten, mit Ausnahme der Sozial­demokratie, hätten gegen den spanischen Handelsver­trag im Reichstag gestimmt. Minister Raab habe eine Stellung zum Schutzzoll eingenommen, die die Rechte freudig begrüßte, er habe aber seine Mei- nung in weiteren Ausführungen sehr vorsichtig ge­äußert. Der Redner fordert dann einen Schutzzoll für die gesamte landwirtschaftliche Produktion.

Abg. Wolf (Bbd.) beschwert sich, daß aus feine Anträge über die Bekämpfung Der Leberegelseuche und für Die Gewährung langfristiger Kredite noch keine Antwort Der Regierung erteilt sei. Er ver­langt insbesondere die langfristigen Kredite.

Frau Abg. Roth (Komm.) meint, Raab habe einseitig die Interessen der Hausbesitzer vertreten. Namentlich greift sie ihn wegen seiner zwiespältigen Haltung zur Zolltarifvorlage an und erhält bei die­ser Gelegenheit wegen des Ausdruckscharakterloser politischer Hampelmann" einen Ordnungsruf.

Abg. Scholz (D. 23p.) führt aus, daß Die Reden des Abg. Weber und Der Frau Roth heute morgen Den Boden Des Sachlichen verlassen hätten. Bei der Erwähnung Der Entschädigung für die Ruhrschäden hätten Die SozialDemokraten sich auf einmal so für Handwerker unD kleine Leute eingesetzt, die Doch nach ihrem Wirtschaftssystem keine Existenzberech­tigung mehr hätten. Bon her Sozialisierungskom- Mission höre man nichts mehr. Im Gegensatz zu Amerika roenbe sich Die Sozialdemokratie gegen hie Einführung von neuen Maschinen zur Verbesserung des Produktionsprozesses. Eine Lohnerhöhung habe nur bei einer gleichzeitigen Produk - tionsfteigerung einen Sinn, sonst bewirke sie nur eine Verteuerung her Lebenshaltung. Der Red­ner erklärt. Die Auffassung des Ministers Raab, daß Die Wirtschaftslage sich aebeffert hätte, als unzutref­fend. Die von dem Minister angeführten Zistern über den Rückgang her Zahl her Arbeitslosen wäre i nur eine Wirkung her auslänhischen Krehite, mit : Denen unsere Wirtschaft angekurbelt würbe, aber hie I Decke fei zu kurz und bald mürben sich hie Folgen

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weist her Rehner noch Darauf hin, haß Minister Raab als Sozialbemokrat unmöglich eine Stärkung her Privatwirtschaft hurchsühren werbe, wie sie eben von ben Anhängern biefe's Wirtschaftssystems ver­langt werben müsse. Seine Partei hätte kein Ver­trauen zu dem Minister unb werbe hem deutsch- nationalen Antrag auf Aufhebung des Ardeits- und Wirtschaftsministeriums zustimmen.

Nachdem bann noch Abg. Werner (Dfchn.) einige Erklärungen zu her Abstimmung der beutsch- nationalen Fraktion über ben spanischen Handels- vertrag im Reichstag abgegeben hatte, nimmt bas Haus in Uebereinftimmung mit ben Ausschußan­trägen hie Kapitel 75-34 einschließlich a n.

Der Fall Hrmmelsvach.

Das Ergebnis der Untersuchung des Landtagausschnsses.

Darmstabt, 15. Juli. (TU.) Der Ausschuß des Hessischen Landtages zur Untersuchung her Himmelsbachaffäre trat am Mittwochabend zu einer geheimen Sitzung zusammen. In ihr wurden die Ergebnisse der Z e u g e n v e r n e h - mung unb bie Denkschrift bes hessischen Finanzministeriums zu bieser Angelegenheit bera­ten. In her Denkschrift werben bie für die fran­zösischen Desatzungsbehorben gefällten Holzbestanbe auf 133 595 Festmeter im Werte von über 4,5 Millionen Golbmark geschätzt. Daburch, baß tuest Fällungen nicht in walbpftichtiger Weise, nach forstwirtschaftlichen Grundsätzen, fonbern in m al D-- chädlicher Weise burch Kahl-, ja Großkahl- djläge vorgenommen würben, ist her Schaben, her hierburch unb her ebenfalls bamit uerbunbenen Verschlechterung bes Walbbobens entstanden ist, noch Diel größer. Er beziffert sich auf rund 6,25 Millionen Golbmark. Unberücksichtigt bleiben Dabei bie volkswirtschaftlichen Schäden. Die Firma Himmelsbach ist an ben Holzsällungen mit 36 612 Festmetern beteiligt.

Der Ausschuß faßte bann einstimmig folgenbe Ents chließung :

Der Ausschuß stellt fest:

1. Ein Verschulden her Staatsbehörden, Insbesondere her Canbesforftoerroaltung, ist nicht nachweisbar.

2. Die Fragen, ob hie Firma Himmelsbach bei Abschluß her Verträge glauben konnte, unter Zwang zu handeln, wird bejaht.

3. Lin Verschulden der Firma Gebr. Himmels­bach bei her Aeberprüfung der Verträge, die den hessischen Staat zur Geltendmachung von Schaden­ersatzansprüchen ermächtigen konnten, war für den Ausschuß nicht feststellbar.

Grohdeulsche Tagung in Darmstadt.

Darmstadt, 15. Juli. (WTB.) Heute be° aann hier eine vom Landesverband Hessen der Deutschen Dvlkspartei veranstaltete große Deutsche Tagung, die bis zum Sonntag dauert. Der heutige Tag galt der Westmark und war als Darmstädter Kundgebung aus Anlaß der rheinischen Jahrtausendfeier gedacht. Ohi Stelle des verhinderten Abg. Molden- hauer hielt Chefredakteur Fischer-Mann­heim einen Vortrag Über die Rheinlandfrage, die er vom historischen Standpunkte aus behandelte und toobei er interessante neue Ergebnisse aus deutschen Archiven über die französische Deem- flusftingstätigkeit nach der Revolution in den Aheinlanden mitteilte. Der zweite Redner, Malermeister Schmelzer- Saarbrücken, Mit- glieb des saarländischen Landesrates, schilderte den Kampf der Saarmark um ihr Recht vor dem Genfer Völkerbund.

Kleine politische Nachrichten.

Der Reichskanzler hat Vertreter des Reichsverbandes der deutschen In­dustrie empfangen, die angesichts der allge­meinen Rotlage der gesamten Wirtschaft an die Reichsregierung die dringende Bitte richteten, an dem neuen Entwurf des Finanzaus­gleichgesetzes unter allen Umstanden fest- zuhalten und alle anderweitigen Wünsche der Länder und Gemeinden abzulehnen. Dabei wurde auf die Rotwendigkeit äußerster Sparsamkeit bei Ländern und namentlich bei den Gemeinden hingewiesen. Eine durchgreifende innere Ver­waltungsreform sei dazu außerdem uner­läßlich.

In Wiesbaden wurde bei einer Sitzung der Handwerkskammer mitgeteilt, daß die Ver­handlungen wegen der Errichtung emes Staats- sekretariatS für das Handwerk Erfolg gehabt hätten, und daß nunmehr ein besonderer Staatssekretär für Handwerk und Gewerbe durch das Reich bestellt werden soll.

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Die Strafkammer hat den Haftbefehl gegen den ehemaligen Generaldirektor der Stem- bank, K u t i s k e r, auf Grund eines medizinischen Gutachtens, nach der» bei Kutisker Lebensgefahr bestehe und auch bei weiterem Verbleib in der Charitä mit der Wiederherstellung seiner Ver-- Handlungsfähigkeit nicht zu rechnen sei, aufge- hoben. Von der Stellung einer Kaution nahm die Strafkammer Abstand, weil die finanzielle Lage Kuttskers die Aufbringung größerer Geld­mittel unmöglich mache. *

Der Reichsverband der Rheinlän­der, der den Zusammenschluß aller Heimattreuen Rheinländer im Reiche bezweckt, hält feine dies­jährige Generalversammlung als Heimattagung am 15. August in Königswinter a. Rh. ab.

In Hannover wurde eine Luckner-Ge- m e i n s ch a f t gegründet. Aus dem Programm ist hervorzuheben: Weckung und Wachhaltung des Kolvnialgedankens im deutschen Volke, Erhöhung der Weltgeltung Deutschlands, Erziehung der Jugend zu weltpolitischem Gedenken und Fühlen.

Aus aller Wett.

Das Urteil im Affenprozetz.

Dayton, 15. Juli. (WTB) Der Vor­sitzende in dem Affenprozeß lehnte den Antrag der Verleid.ger 'auf Zurückziehung der Anklage gegen Professor Scopes ab und entschied, daß das Antievolutionsgesetz der Verfassung des Staates Tennessee nicht widerspreche. Der Richter führte weiter aus, daß kein Staatsgesetz Scopes oder sonst jemanden zwingen konnte, eine Dienstanstel­lung in den öffentlichen Schulen anzunehmen.

ioen.1 |ein Gewijsen ihm vorschre ot. die Lvolu- tionslehre zu lehren. Er finde Gelegenheit, feinen Glauben in anderen Schulen des Staates zum Gegenstände feiner Lehrtätigkeit zu machen, ohne befürchten zu müssen, mit den staatlichen Dc- hörden in Konflikt zu geraten. Die Gerichts tänden auf dem Standpunkt, daß die Kon­trolle der öffentlichen Schulen eine Funktion sei, die von der staatlichen Gesetz- gebu n g ausgehe.

Lin neues photographisches Verfahren.

Neuyork, 15. Juli. (WTB.) Ein neues pho- tographisches Verfahren, bas, wie erwartet wird, bie gesamte Gufterfunbung im Kriege neu ge­tanen wird, würbe gestern auf hem Gut des Dor- itzenben bes Ausschusses für Militärfragen, Wads­vorth, vorgeführt, wobei bie Flieger in einer Ge- amtzeit von 9 Minuten Lichtbiiber in her Luft aufnahmen, entwickelten unb abwar - "e n. Bei bem neuen Verfahren kommt ein Film zur Verwenbung, her bei her Entwicklung als positiver Abbruck erscheint.

Auf dem Heuboden verbrannt.

Hartenstein (Freistaat Sachsen), 15. Juli. (Wolff.) Im benachbarten Orte Raum sollte der 7jährige Sohn des Hausbesitzers Schettler Heu vom Doden holen. Er nahm seinen 2jährigen Bruder mit. Als beide nicht wiederkamen, be­gab sich die Mutter nach dem Boden "hüb fand Den ganzen Raum lichterloh bren­nend. Sie hörte die Angstschreie der Kinder, konnte ihnen aber keine Hilfe bringen. Die bei­den Kinder sind verbrannt. Das Haus ist bis auf die Umfassungsmauern niederge­brannt.

TSettervoraussage.

Winde linksdrehend, zimächst meist heiter und wärmer, dann zunehmende Gewitter- und Regenneigung.

In ganz Mitteleuropa ist geringer und im Kanalgebiet starker Druckfall eingetreten, da die isländischen Zyklone südöstlich an Raum gewon- nen hat und mit Ausläufern auf den Kontinent übergreift.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 16. Juli 1925.

Iahrtausendseier in Gießen.

Die gestrige Feier der Stadt Gießen zur Erinnerung an die tausendjährige Zugehörigkeit der Rheinlande zum Deutschen Reiche nahm im Stadtcheater einen würdigen, außerordentlich eindrucksvollen Verlauf. Die Ansprache des Oberbürgermeisters Keller und die Festrede des Studienrats Dr. König an die festlich gestimmte Menge, die das Theater bis auf das letzte Plätzchen^ füllte, hoben die hohe Bedeutung der tausendjährigen Verbundenheit der Rheinlande mit dem deut­schen Vaterlande gebichrend hervor. Den glanz­vollen Rahmen der bedeutsamen Reden boten die Kapelle des 1. Batl. Inf.-Rgts. Rr. 15 unter Leitung von Obermusikmeister L ö b e r mit Rich. WagnersSiegfried-Idyll" undEinzug der Götter in Walhall" aus WagnersRheingold" und der Bauersche Gesangverein unter seinem Chormeister Otto Gör lach mit mehreren grö­ßeren Chören, die dem Gedanken des Abends entsprachen. Das gemeinsam gesungene Deutsch­landlied bildete den Abschluß der denkwürdigen Veranstaltung. Wie wir schon mitteilten, wird die Feier mit genau dem gleichen Pro­gramm morgen, Freitag, abend 8 Ahr im Stadtcheater noch einmal wiederholt, damit auch alle diejenigen, die gestern abend keinen Platz mehr finden konnten. Gelegenheit haben, ihre treue Zusammengehörigkeit mit dem Rheinland zu bekunden. Wir werden am Samstag über die Feier eingehend berichten.

Dis Feier des Dersasiungstages.

Das Hessische Gesamtministerium gibt allen unterstellten Behörden folgendes bekannt:

Das Gesamtministerium hat beschlossen, baß her Verfassungstag auch in diesem Jahre in besonderer Weise im Lande gefeiert wirb.

Die öffentlichen Gebäube sinb für biese Feier am 11. August in ben Reichs- unb Lanbesfarben zu beflaggen. Wenn nur eine Gelegenheit zum Aufziehen her Fahne vorhanben ist, sollen unter allen Umständen bie Reichsfarben gezeigt werben. Sofern staatliche Behörden nicht staatseigene Ge­bäube inne haben, so ist auch für beren ange­messene Beflaggung zu sorgen.

In allen Schulen bes Landes ist am 11. August eine Feier zu veranstalten, in der der Wiederkehr des Verfassungstages zu gedenken ist. Bei der Fest­legung dieser'Schulfeiern ist Rücksicht auf bie an- Deren Veranstaltungen bes Tages, soweit sie her Verfassungsfeier gewibmet sind, zu nehmen; ge­gebenenfalls ist den Schulern und Schülerinnen Ur­laub für Teilnahme an solchen Veranstaltungen zu erteilen. In ben Orten, wo her 11. August in bie Ferien fällt, ist bie Feier in ben ersten drei Tagen nach Wiederbeginn der Schule abzuhalten.

Zur Teilnahme an der Verfassungsfeier fet­tens der Beamten unb Angestellten wirb für ben 11. August Bureauschluß angeorbnet.

Wegen her Feier bes Verfassungstages in ben (Stählen (außer Darmstadt) unb Ortschaften des Landes wird folgendes bestimmt:

In ben Kreisstäbten haben bie Kreisdirektoren in Verbindung mit den Spitzen der Kommunal- behörden in allen anderen Städten unb Orten Des Landes bie Bürgermeister sich mit Ver­tretern her Bevölkerung (Organisationen her Ar­beitgeber unb Arbeitnehmer, Hanbelskammer, In­nungen, Beamten- unb Angestelltenorganisationen, Sportvereinen, politischen Vereinen) ins Beneh­men zu setzen, um eine gemeinsame Feier her Be- völkcrung unb beren würdige äußere Gestaltung herbeizuführen. Auch empfiehlt es sich, mit ben örtlichen Reichsbchörben in Verbindung zu treten. Wenn auch die Verschiedenheit her örtlichen Ver­hältnisse eine allgemeine Regelung ausschließt, so läßt sich wohl folgender allgemeiner Rahmen der Feier bes Verfassungstages einhalten: Gedenkrede, musikalische unb sportliche Darbietungen, Kinder- fest unb ähnliches im Freien, soweit bie Witterung es zuläht.

Wegen her Beteiligung her Kirchenbehörden an Der Begehung bes Tages ist bie Regierung bereits mit diesen in Verbindung getreten.

Reit- und Fahrturnier in G etzen.

Man schreibt uns: Die Zahl der MeU>ungen ftir das am Samstag und Sonntag stattfindenda