Nr. 114 viertes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefstn)
Samstag, K. mal 1925
„Die Isolierung der Mittelmächte".
Die neuen Bände der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes.
Don Bernhard Schwertfeger.
5X303. Noch vor Pfingsten wird die zweite Hülste der Gierten Gruppe der Drohen Akten- publikation des Auswärtigen Amtes .Die Drohe Politik der Europäischen Kabinette 1871—1914"*) erscheinen. Damit wird durch die Deutsche 2<<id)^- tegicrung wieder ein neuer, sehr beträchtlicher und für da» Verständnis der Gegenwart überaus wichtiger Abschnitt der deutschen Vorkriegspolitik der politisch-historischen Forschung zugänglich gemacht.
3n den Jahren, die der Inhalt der Bände 22- 25 deckt, lomml bic Isolierung der Mittelmächte zum Abschluh. Vach den ersten tastenden Versuchen deS Veuen Kurses - Bände 7 bis 12 - hatten sich die Lenker der deutschen Politik allmählich zu der äleberzeugung bringen lassen, dah Deutschlands Interessen in der Welt durch die ^Politik der Freien Hand" am besten zu wahren seien. Fest gestützt auf das Bündnis mit Oesterreich legte man der Zugehörigkeit Italiens zum Dreibund eine übergroße Bedeutung nicht bei. Ein Lieblingsgedanke deS Deutschen Kaisers war es immer gewesen, durch eine stark entwickelte Persönlichkeitspolitik Deutschlands Interessen von Fall zu Fall durch Anschluß an die eine oder die andere Macht zu wahren. In vielen Fällen hat auch zweifellos die Freundschaft des Kaisers zum Zaren in Verbindung mit den immer wieder unternommenen Annäherungsversuchen an Frankreich die Gefahren des Zweibundes für das in unerhörter wirtschaftlicher Blüte aufstrebende Deutschland zu beschwören vermocht. Diese Versuche haben aber die eigentlichen Grundlagen der Zweibundpolitik niemals ernstlich zu erschüttern • vermocht, zumal der Zweibund seine feste Stütze in der wrrtschast- lichen Abhängigkeit des Zarenreiches von Frankreich besaß, und die französische Republik diese Abhängigkeit stets in dem Sinne eines stärkeren Ausbaues der russischen Wehrmacht, der russischen Festungen und der russischen für einen Aufmarsch gegen Deutschland und Oesterreich- ilngarn wichtigen westlichen und südwestlichen Dahnen auszunuhen verstände^ hat.
Zwischen dem Zweibunde und dem immer brüchiger werdenden Dreibunde hatte England sich lange Jahre hindurch seine völlige politische Unabhängigkeit zu bewahren gewußt. Mit dem Augenblick, wo es die Gefahr seiner .splendid isolation" einsah und einen entschiedenen Anschluß an eine der FestlandSgruppen politisch erstrebte, war für die deutsche Politik die Revision der deutschen Beziehungen zu England das wichtigste Problem. Es scheint in allen den Jahren, deren Akten nunmehr vor unS liegen. in Berlin nicht immer mit gleicher Deutlichkeit in Rechnung gestellt worden zu sein, daß die Zugehörigkeit Italiens zum Dreibunde von dessen Ursprung an stets von einer freund- schastlichen Haltung des Dreibundes zu England abhängig blieb. Mit vollendeter Klarheit berichtete am 19. Vovember 1908 der Botschafter Graf v. Monts an den Reichskanzler Fürsten v. Bülow (Dokument Rr. 8268), das Verhältnis Italiens zu England, besser gesagt, die Abhängigkeit der Halbinsel von dem see- gewaltigen Albion sei ein Moment, das immer und immer wieder in das kontinentale Bundes- Verhältnis hinübergreife. .Die Allianz (mit Italien) beruht von Anfang an auf dem Gedanken, daß England sich zu derselben dauernd freundlich stellte." Vunmehr seien aber die Versuche der Italiener, ihr Etaatsschiff durch die Brandung des englischen Gegensatzes bindurchzulavieren, immer -ühev-ller geworden. So hatte Marchese R u d i n i dem Grasen Monts einst rundweg erklärt: „Ein Krieg, in dem England in der Reihe unserer Gegner steht, würde das Bundes- Verhältnis notgedrungen löse n. Denn „ultra Posse nemo obligatur" und nur unter dieser einschränkenden. ihm damals von unserer Seite als ganz unmöglich bezeichneten Modalität habe er seinerzeit die Allianz erneut."
Die Lage Deutschlands in einem Zukunftskriege war also sehr bedenklich, falls England sich in die Reihe unserer Gegner stellte. Daraus ergab sich folgerichtig als Ziel der deutschen Politik, entweder sich zur See so stark zu machen, daß man die Auseinandersetzung mit England nicht zu scheuen brauchte, oder aber, wenn dies nicht möglich war. auf politischem Wege alle Differenzpunkte mit England so rechtzeitig auszugleichen. daß eine ernsthafte Verstimmung nicht daraus entstehen konnte.
Die vorliegenden neuen Bände zeigen uns die persönlichen Bemühungen Kaiser Wilhelms II. um Verbesserung der Beziehungen zu England, aber gleichfalls deutlich, wie durch den Gang der deutschen Flottenpvlitik Englands Mißtrauen zunächst toad&qerufen und 'sodann immer weiter gesteigert wurde. Man gewinnt aus der Durchsicht der Dokumente den Eindruck, daß es damals das Ziel der deutschen Politik gewesen ist. beide soeben skizzierten Zwecke gleichzeitig zu verfolgen, also einerseits zur See zu rüsten, andererseits aber England freundschaftlich zu behandeln. Letzteres Ziel verfolgte
•) „Die Große Politik der Europäischen Kabinette 1871 — 1914". Sammlung der diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius. Albrecht Mendelssohn- Bartholdy. Friedrich Thimrne. 4. Reihe: „Die Isolierung der Mittelmächte". Zweite Abtetlung: Band 22 bis 25. Im Verlage der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8.
Kaiser Wilhelm II. ganz p.r önUch und mit denjenigen Mitteln, Zhe er offenbar für die wirksamsten hielt, nämlich nut den Mitteln einer ganz ausgesprochen englandireunblichen Per- sönlichleitspolitil Das Jahr 1908 bietet hierfür die eindringlichsten D.!?ge in der Angelegenheit des Briefes an Lord -Ttoecb- rn o u t h. den ersten Lord der briti! J)en A irali- tät (16. Februktr 1908). in dem der .Kaiser beteuerte. daß Deutschland nicht daran denke, die britische Ueberbgenheir zur See in Frag« stellen zu wollen. Dieser Brief, von: Vionarchen eines anderen Landes an eine amtliche Persönlichkeit Englands gerichtet, erregte, da er nicht gehe m blieb, in England und besonders auch bei König Eduard VII. eine lebhafte M i ß f ; m m u n g. Es gelang aber noch, den Sturm zu beschwören.
Weit größere Tragweite hatte die Affäre des .Daily Telegraph" im Herbst 1938. durch die Kaiser Wilhelm II.. oiwohl er offensichtlich das Beste gewollt unb d e ganze Angelegenheit zu amtlicher Bryandlung an ba$ Auswärtige Amt gegeben batte nich nur von Deutschland, sondern vor aller Welt als Träger einer Persönlichkeitspolitik bloßgestellt wurde, die in verschiedener Richtung bedenklich erschien. Wir erfahren aus dem jetzt ersch enenen 24. Bande zum ersten Male in rückhaltloser Ausführlichkeit alles, was an amtlichen Schriftstücken über den „Vovembersturm von 1908" im Auswärtigen Amt vorhanden war.
Mit diesem „Vovembeisturm", der die Stellung des Reichskanzlers Fürsten Bülow gegenüber dem Kaiser endgültig erschütterte, und im weiteren Verlaufe auch die Entlassung des Fürsten und die Berufung V e t h m a n n - H o l I- wegs zur Folge hatte, tritt die deutsche Geschichte der Vorkriegszeit in ihr letztes entscheidendes Stadium. Bisher hatte Staifer Wilhelm II. in festem Glauben an fein Können und an die Wirkung seiner Persönlichkertspolitik einen, wenn auch sicherlich nicht immer endgültig maßgebenden, so doch in vielen Fällen bestimmenden Einfluß auf die Führung der deutschen Außenpolitik ausgeübt. Jetzt hatte der Kanzler so empfand es der Kaiser — feinen kaiserlichen Herrn vor aller Oefsentlichkeit preisgegeben. Die Folge' war ein schwerer Vervenzusammenbruch, von dem sich der Monarch nie wieder völlig erholt hat. Dadurch bereitete sich bei ihm ein? Zurückhal- tung von den amtlichen Geschäften vor, die jedenfalls nicht im Sinne der von Bismarck gedachten und geschaffenen Reichsverfassung gelegen hat. „Unter dem äußeren Mantel seines alten Selbstbewußtseins", so schildert Kronprinz Wilhelm in seinen „Erinnerungen" diese Entwich- lung seines kaiserlichen Vaters, „hat er sich von da ab mehr und mehr eine Zurückhaltung auferlegt, die vielfach noch hinter den durch seine verfassungsmäßige Stellung gezogenen Grenzen zurückblieb. Im Kriege führte ihn diese Selbst- bescheidung fast bis zur völligen Ausschaltung seiner Person gegenüber den operativen unb organisatorischen Maßnahmen der Ehess des Generalstabes." Schließlich ist es dahin gekommen, daß bei den schwierigsten Entscheidungen, die für den Fortbestand des monarchischen Deutschlands bestimmend geworden sind, die von der deutschen Kriegsversassung gewollte oberste Spitze — oberhalb der politischen unb militärischen Führer — tatsächlich nicht vorhanden gewesen ist. Den Ausgangspunkt für diese Entwicklung haben wir, das zeigen die Dokumente der neuen Reihe der Akten des Auswärtigen Amtes mit aller Deutlichkeit, in den Vorgängen von 1908 zu suchen. In dieser Hinsicht geben uns gerade diese Dokumente den Schlussel zum Verständnis der späteren Gesamtentwicklung.
Einer Besprechung der Einzelbände der vierten Serie mag es Vorbehalten bleiben, die großen Linien des politischen Geschehens in den Jahren 1904 bis 1908 aufzuweisen. Soviel darf heute schon gesagt werden, daß mit der Vorlage dieser Akten eine große Zahl von .Urteilen über Deutschlands Außenpolitik vor dem Kriege, die schon Gewohnheitsrecht erlangt hatten, wird über Bord geworfen werden müssen.
Kleine Strafkammer Wetzlar.
Q Wetzlar. 14. Mai. Der Schlosser E. F. aus Offenbach (Dillkreis) war wegen gefährlicher Körperverlehung vorn Amtsgericht Herborn zu 6 Mo naten Gefängnis verurteilt worden, während der Bergmann K G. und der Hüttenarbeiter G. S. aus Oisenbach wegen des gleichen Deliktes damals mit 2 Vlonaten Gefängnis davonkamcn. Auf die von allen Angeklagten gegen dieses Urteil eingelegte Berufung stand die Sache heute zur erneuten Verhandlung. Vicht weniger als 17 Zeugen waren geladen. Der seinerzeit verletzte Zeuge M. war als Veben- kläger zugelassen. Di? Verlesung des angefochtenen Urteils ergab folg ndes: Am 5. August 1923 machten die Angeklagten mit noch mehreren anderen Burscheri aus Offenbach einen Abskotzher nach dem Vachbardorf Bicken, woselbst sie in einer Wirtschaft einkehrten und mit den Dorf- schönen von Offenbach -nd Bicken eifrig tanzten. Bis dahin hatte zwischen den Burschen von Offenbach und Bicken gerade nicht das beste Einvernehmen bestanden. Es hatte sich daher auch vor deni Lokal eine größere Anzahl Burschen an- gesammelt. die sich das Treiben ansahen. Wie nun der Angeklagte T. aus dem Saal auf den Hof ging, wlll er. wie er behauptet, von hinten einen Schlag auf den Kopf erhalten haben. Er will bann gefragt Haben, wer dies getan, doch gleich darauf will er wieder in Ne Wirtschaft zurückgekehrt sein, um gleich nachher wiederzukommen und den Täter fest zu stellen. Hierbei kam es zu einer Schlägerei Die 'Beweisaufnahme ergab jedoch ein wesentlich anderes Bild. Danach sind die Angeklagten T. und S. auf den Hof gekommen und auf die daselbst steherrden Bickener Burschen losgegangen, wobei T. mit einem Gegenstand. anscheinend einem Hackenstiel, dem Zeugen
Nätsel-Ecke.
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Don links nach rechts: 1. Körperteil, 2. heiliges Buch, 3. Sohn Voahs, 4. Turngerät. 5. Element (Atomgewicht 11), k Stadtteil von Konstantinopel, 7. Stimmlage, 8. Element, 9. Fischnetz, 10. Fett, 11. Ruhe, 12. Ton. 13. Webschrei, 14. banktechnischer Ausdruck, 15. Insekt, 16. Speise, 17. persönliches Fürwort, 18. Auszug, 19. weibliches Wesen, 20. musikalisches Zeichen, 21. Zeichen zum Aufbruch, 22. Körperteil, 23. Atemwerkzeug, 24. Befestigungsmittel, 25. Blutgefäß, 26. Schlußruf, 27. griechische Sagenfigur, 28. nordisches Wild.
Von oben nach unten: 29. Baumteil, 30. Grasfläche, 31. Münze, 32. Vorrichtung zum Kürzen der Segel, 33. Sporij ftrument, 34. schwacher Wind (Eigenschaftswort), jj. mathem. Zeichen, 36. Adjektiv (sinngleich mit grell, stark), 37. german. Gottheit, 38. Fluß in der Schweiz, 39. grammatikalischer Begriff. 40. Partikel, 41. Teil einer Vadel, 42. südländische Frucht, 43. 'Abtei- lungsbegrisf, 44. Flächenmaß, 45. Ton, 46. Sprech- Werkzeug, 47. Land in Südamerika, 48. Mädchenname, 49. Friedensgruß, 50. Musikstück, 51. Hausflur, 52. Gottheit, 53. Lasttier, 54. allgemeines Fürwort, 55. Blasenwurm, 56. Familienname.
Kartenkunststück.
Aus 20 Karten soll ein Viereck gelegt werden, und zwar dergestalt, daß in jeder senkrechten wie wagerechten Reihe 5 Karten zu liegen kommen. Wer vermag's?
! Lettland
Schweiz
Argentinien
Litauen
Spanien Rußland
Japan Estland
In die leeren Felder ordne man die zu nebenstehenden Staaten gehörigen Staatsoberhäupter ein, welche nachstehend in anderer Reihenfolge auf geführt sind. Bei richtiger Lösung nennen die Anfangsbuchstaben einen tschechischen Politiker. Alfonso XIII, Alvear, Kukk, Dkisy, Rylow, Smetana, Tschakste, Boshihito.
Silbenrätsel.
a, a, an, brier, cha, chi, dach, der, di, c, e, ei, en, sen, gel, ger, gra, i, kä, ke, ko, la, lud, non, ne, nel, nie, or, or, pel, pel, phie, ras, re, ri, ris, rund, sche, fe, sen, sen, sen, si, sto, stuhl, the, tho, ti, ton, u, wie, wig.
Aus diesen 52 Silben bilde man 23 Wörter, deren Anfangs- und drille Buchstaben, letztere von unten nach oben gelesen, ein Zitat ergeben. Die Worte bedeuten: 1. Frauennamen, 2. Daum, 3. Schwertlilie, 4. Gewürz, 5. Metall, 6. Stadt in Italien, 7. Märchendichter. 8. Griechisches Gewand, 9. Raubtier, 10. Grasfläche, 11. Erdteil, 12. Handwerkszeug, 13. Körperteil, 14. Musik
instrument. 15 Franzöl Komponist cn. 16 Priester» gewand. 17. Rechtschreibung 18. Teil des HauseS, 19. Kanton. 20. Polarforscher, 21. Edelstein, 22. Türk. Titel, 23 Männernamen, (ch — ein Buchstabe )
Auslösungen.
Silbenrätsel.
1. Denernsee 2. Jsaschar. 3. Ellritz« 4. Symphonie 5 Agram 6. Vauheim. 7. Diana
Wie Sand am Meere.
Weinkarte. Maibowle. Arithmc ische Schcrzaukgabe. (Ast — a) -j <Rad 4- Ella) „Stradella". Versteckrätsel.
Gotthold Ephraim Lessing.
Vorsehau'gade.
Agent, Neger, Dassel. Rast, Estrich, Ahorn. Sturm, Abart, Gelle, Halm, Ewald, Norden. Dilse, Ameise, Chose, Harm.
Andrea- Achenbach.
Die Narrenkappe.
Splitter und Sparren Dom VedaktionSttsch
Grober klotz, grober keil.
Bernard Shaw, der Dator der „Heiligen Johanna", sandlc dieser Tage auf eine recht sar- lastische Einladung der britischen Themerbesitzcr zu einem Lunch in seiner bekannten witzigen Art eine charakteristische Antwort. Die boshafte Einladung lautet wie folgt:
„Lieber B. G. Shaw' Die Theaterdirektoren von England, von Inverneß bis Plymouth, die ihren jährlichen Lunch am nächsten Freitag abhalten, würden bei diesem Anlässe gern den Mann in ihrer Mitte sehen, an dessen Stücken sie in den letzten zehn Jahren soviel Geld verloren haben. Kommen Sie."
(4. B. Shaw schrieb aus Funchal auf Madeira zurück:
„Die Theaterdirektoreii von England, von Jn- uerneß bis Plymouth, werden, wenn sie sämtlich bei Galli versammelt sind, ein außerordentliches Schau- spiel bieten. Ich kann aber nicht teilnehmen, da ich für solche überwältigende Eindrücke zu alt bin. Ucbermitteln Sie allen meine herzlichsten Grüße. Welch eine Gelegenheit für einen Guy Fawkes des 20. Jahrhunderts!" (Guy Fawkes war bekanntlich der Verschwörer, der eine Höllenmaschine im Keller des Parlaments aufstellte, um die Volksvertretung in die Luft zu sprengen.)
Anregungen zu ersprioßlichem Vereinsleben.
1. Besuche keine Vereinsversammlungen.
2. Wenn du kommst, so komme zu spät. 3. Wird eine Versammlung oorberxilet, so erkläre die vorbereitenden Arbeiten des Vorstandes unb der anderen Mitglieder für verkehrt. 4. Sabotiere die Verbands- deschlüsse. 5. Nimm nie ein Amt an, da es leichter ist, zu kritisieren, als selbst Arbeit zu leisten. 6. Trotzdem sei gekränkt, wenn du zur Mitarbeit im Ausschuß nicht ausgefordert wirst. Ist dies aber der Fall, so gehe nicht zu den Sitzungen. 7. Wenn der Vorsitzende dich um deine Meinung fragt, so sage, du habest nichts zu bemerken. Nachher erzähle allen, wie es hätte gemacht werden müssen. 8. Tue nur das absolut Notwendige: wenn aber andere Mitglieder selbstlos Zeit und Arbeit für die Sache einsetzen, so klage über Cliquenwirtschaft. 9. Bezahle deinen Beitrag möglichst spät ober überhaupt nicht. 10. Kümmere bich möglichst wenig um Werbung neuer Mit- glieber. Laß bies Frau Müller tun.
Das Nilpferd. 1
. . . „Die ganz Klasse ging hin, um das Nilpferd zu sehen: bloß ich nicht, ich hatte es im Halse. . ."
Beinahe zuviel!
Ein zerstreuter Professor war auf dem Heimwege von einem langen Spaziergange. In die Nähe seiner Wohnung gekommen, malt er sich aus, wie wundervoll es sein wird, wenn er seinen Kocher angezündet und das Teewasser aufgesetzt haben wird uns bis zum Sieden des Wassers sich so recht behaglich in die Sofaecke setzön kann. In seiner Stube angelangt, setzt er in seiner Zerstreutheit den vollen Teekessel in die Sofaecke und sich selbst auf den Kocher. Und das merkt er erst, als er anfängt zu . . . fingen! Au!
M. derart über den Kopf schlug, daß dieser zusammenbrach. Bei dem nun entstehenden Lärm kamen auch die anderen noch im Saal befindlichen Burschen auf den Hof und gingen auf die Bickener Burschen los. Zwei andere Offenbacher Burschen sollen nun den am Boden liegenden M. mit Knüppeln weiter bearbeitet haben. M. hatte bei dieser Schlägerei ganz erhebliche Verletzungen — das Schädeldach war zersplittert und das Gehirn gequetscht worden — davongetragen und entging mit knapper Vot dem Tode. T. bestritt heute, den verhängnisvollen Schlag auf M. abgegeben zu haben, und versuchte dem Mitange- llagten G. die Schuld in die Schuhe zu schieben: denn dieser habe sich damals mit der Tat gebrüstet. Das Gericht kam zur Verurteilung der Angeklagten T. und G. au je 2 Monaten ® ei ä n g n i i, billigte ihnen aber bedingte Strafaussetzung mit einer Bewährungsfrist von 3 Jahren gegen Zahlung einer Geldbuße von 100 Ml., zahlbar in monatlichen Raten von 10 Mk. zu, während es den dritten Angeklagten S. freisprach.
Der Kaufmann F. M. von Wetzlar hatte als Vertreter einer Firma für diese einen Geldbetrag einkassiert, weiter hatte er Waren für stch behalten, ohne die Firma dafür zu entschädigen.
Auf die Anzeige der Firma erfolgte setnerzeit durch das Amtsgericht Wetzlar Verurteilung wegen Unterschlagung zu iMonatGefängnis, wogegen er Berufung ein legte. Der Angeklagte gab den Sachverhalt zu und enschuldigle sein Verhalten mit Forderungen, die er in die Firma gehabt haben will. Heute erblickte das Gericht rn der Handlungsweise des Angeklagten Untreue und beließ es bei der Strafe erster Instanz.
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