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* «tn ^teUütgtd'Urtger Schulrat H 6 tf) m u d * Darmstadt. ba8 verdienstvolle eimige Ehrenmitglied der Deutschen Turnerschaft, vollendet heute sein 7 0. Lebensjahr. Seit 1900 sieht er an der Spitze des Mttelrheinkreises und erfreut sich in Turnerkrrifen großer Beliebtheit und hoher Wertschätzung. Aus der Ribe- lungensladl Worms stammend, besuchte er das Lehrerseminar zu Bensheim und sand seine erste dienstliche Verwendung an der Realschule zu Wimpfen a. 71. In dem dortigen Turnverein, zu Lessen Gründern der junge Lehrer zählte, betätigte er sich sehr eifrig, bis er 1879 an das Realgymnasium zu Gießen versetzt wurde. Hier erst entfaltete sich seine turnerische Begabung. Er verstand es. die zahlreichen Schüler, die in Gcetzen unter ihm turnten, für die deutsche Turnsache lebhaft zu begeistern, und viele feiner hiesigen ehemaligen Schüler sprechen noch beute mit Der größten Hochachtung von ihrem einstigen Turnlehrer. In Gießen stand er aber auch mitten im turnerischen DeremSleben. Anfangs als erster Schrifttoort. dann als 1. Sprecher des Turnvereins 1846 tätig, gründete er 1885 mit gleich- gesinnten Freunden den Gießener THännerturn- verein, der ihn noch heute mit Stolz zu feinen Ehrenmitgliedern zählt. 3m Jahre 1887 erfolgte Schmucks Versetzung an die Realschule zu Bingen am Rhein. Auch hier fand er ein reiches Feld für seine turnerische Tätigkeit. Bald sehen wir ihn an der Spitze des Turnvereins Bingen, und weiter übernahm er 1888 das Amt des 1. Gauvertreters für Rheinhessen. Im Herbst 1898 wurde er als Hess. Landesturninspektor nach Darmstadt berufen und ihm der gefamlc Turnunterricht an allen höheren Schulen und an den Volksschulen unterstellt. 3n dieser Eigenschaft war er bis zu seiner am 1. Oktober 1923 vrsolgten Versetzung in den Ruhestand tätig. Was er als LandeSturninspeklor geleistet, ist allbekannt. und welcher Wertschätzung er sich auch bei der Schulbehörde erfreut, beweist die Tatsache, daß er auch nach seiner Pensionierung wiederholt mit der Abhaltung der Prüfung für Turnlehrer und Turnlehrerinnen beauftragt worden ist So steht Schulrat Schmuck trotz seiner 70 Jahre noch in voller geistiger und körperlicher Frische auf einem verantwortungsvollen Posten nicht nur als 1 Kreisvertreter des Mittelrhein- kreilcs. sondern auch als Mrtglied des Haupt- ausschusses der Deutschen Turnerschaf'. Auch schristslellerifch ist Schulrat Schmuck sehr tätig gewesen, als Mitarbeiter an der .Deutschen Turn-Zeitung" und als Herausgeber eines Lehrbuches für den Turnunterricht, das in allen hessischen Schulen Eingang gesunden hat. Seit Anfang dieses Jahres leitet er die Turnzeitung des 9. Kreiles (Mittelrhein». Als einen echten Turner als einen treuen deutschen Mann feiert ihn heute die Deutsche Turnerschaft, und über diese Kreise hinaus gedenken auch zahlreiche andere Mitbürger Hessens des verdienstvolleir Mannes. Möge er der deutschen Turnsache noch viele Jahre erhalten bleiben
•• Die Konfirmanden der evangelischen Gemeinde. Am kommenden Sonntag finden hier iroch die Äonfirmationsfcicrn der Matthäus- und Lukasgemeinde statt, nachdem die Kinder der Iohannesgemeinde schon am 29. März, die Kinder der Martusgemeindc am 2. Oft erlag konfirmiert worden sind. Insgesamt beträgt die Zahl der diesjährigen Konfirmanden 485. Sie verteilen sich folgendermahen. auf die Matthäusgemeinde 73 Knaben und 43 Mädchen (116), auf die Warlusgemeiude 55 Knaben und 53 Mädchen (108), auf die Lukasgemeinde 74 Knaben und 67 Mädchen (141). auf die Johannes- Gemeinde 59 Knaben und 61 Mädchen (120). Auch in dem letzten Halbjahr tarnen zu diesen Konfirmanden im Unterricht noch viele hinzrr. die auswärts wohnen, aber hier die Schulen besuchen und in ihrer Heim al gemeinde konfirmiert werden.
"• Erhöhung der Versvrgungsge- bührnisse ab l. April 1925. Der Zentral- verband Deutscher Kriegsbeschädigter und Krie- gerhinterblicbenen Berlin teilt mit: Die Dersor- gungsgebührnisse nach dem Reichsversorgungs- gesetz wurden mit Wirkung vom 1. April um drei Prozent auf 18 v. H. erhöht. Da bei Zahlung der Bersorgungsgebührnisfe für April nur die bisher geltende Rentenerhöhung um 15 v. H. berück sichtig t wurde, wird bei Zahlung der Bersor- gungsgebührniffe für Mai der Ausgleich sorgt- nommen werden Demzufolge werden einmalig 21 v H. zur Auszahlung kommen Die Fürsorge-
stellen können het Zahlung der Zusatzrente Urne April die Rentenerhöhung nicht mehr berücksichtigen. Darum wird bei Zahlung der Husatzrente Mitte April noch der bisherige Satz von 15 v. H. zugrunde gelegt. Die Rachzahlung um 3 vH. wird bei Zahlung der Zusatzrente Mitte Mai mit den laufenden Beugen verbunden. Diese Rentenerhöhung gilt auch für reichsdeutsche Rentenempfänger im AuSlande, die ihre Verfor- gungsgebührnisfe in fremder Währung erhalten.
" Zur Scho nung derKreis st raßen. Das Kreisamt Gießen veröffentlicht im neuesten Amtsverkündigungsblatt die folgende wichtige Bekanntmachung: Häufig fahren die Fuhrnxrks- lenker auf Straßenstrecken mit stärkerem Gefälle zur Verminderung der Geschwindigkeit mit einer Radseite auf dem Bankett neben den Wand- fleinen. Wtr weisen außer dem Etraßenaufsichts- verfonal die Gendarmeriestationen hiermit an, derartigen Unfug zur Anzeige zu bringen.
** Kein Ankleiden der Leichen vor der Leichenschau. Das fireisatnt Gießen gibt im neuesten Amtsoerkündigungsblalt bekannt: Aerzte des Kreises, führen Klage, daß, wenn sie bei Verstorbenen die oorgeschriebene Leichenschau vor nehmen wollen, die Leichen oft schon angekleidet sind. Dadurch wird die amtliche Leichenschau^ die bei völlig entkleideter Leiche vorgenommen werden muß, sehr erschwert und auch unnötig verzögert. Das Streisamt hat die Bürgermeistereien angcroiejen, da für )u sorgen, daß die Verstorbenen mchi eher angekleidet und zur Einsargung vorbereitet werden dürfen, als bis die vorgeschriebene Leichenschau von den zuständigen Leichenbeschauern vorgenom- men worden ist.
' Ein K r eiSs e verwehr ta g findet, nach einer Bekanntmachung des Kreisamts Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt, am Sonntag, 3. Mai. in Lich statt. Zusammenkunft: 21 •» Uhr am Gerätebaus. Dortselbst Vorführung eines Drandangrifss durch die Freiwillige Feuerwehr Lich: anschließend Versammlung im Saal der Gastwirtschaft von Stein. Tagesordnung: 1. Das Feuerlöschwesen im Kreise Gießen. 2 Besprechung über den Brand in Lollar, 3. Anträge und Verschiedenes. Etwaige Anträge oder Anfragen sind spätestens bis 25. April an Kreis- feuerwehrinspektor Sidore, Gießen, Schanzen- straße 8. schriftlich einzureichen
•• D i e zweite Zuchlviehversteige- rung des LMdwirtschastskammerausschusseö sür die Provinz Oberhessen wird am Mittwoch, dem 29. April, in Lauterbach gehalten. Äs jetzt sind rund 30 Bullen für die Veranstaltung gemeldet.
fpd. Warnung vor Auswanderung in die Türkei. Die öffentlichen Auswanderer- beratungsstellen Warner, ausdrücklich vor einer Auswanderung in die Türkei und nach Angora. Infolge der starken Wirtschaftskrisis ist der Arbeitsmarkt dort sehr schlecht, die freien Stollen werden Einheimischen Vorbehalten AuSlänbiiche Firmen werden nur dann zugelassen, wenn sie lediglich Türken anstellen. Wer dennoch dorthin auswandern will, sollte feine Arbeitsverträge sorgfältig prüfen, ob die Bedingungen auch feine Existenz sichern und ferner die Möglichkeit geben, sich eine Summe für die mögliche Rückreise auszusparen.
Gießener Stadttheater.
Dic heilige Johanna — (tzaftspicl a. ($.
Johanna: Susanne Hehm.
Die erste Sentimentale auf Engagement als Johanna gastieren zu lassen — Hand aufs Herz! — ist verfehlt.
Von ihrer Leistung in der Rolle zu sprechen: Sie bringt nicht die Reife mit, und sie hat nicht die klare Linie gefunden, auf der Gerda Bachfeld sie gespielt hat. Aber: Sie hat in manchen Einzelheiten, gerade infolge der Uneinheitlichkeit der ganzen Figur — die schon bei dem ..Teufelsschüler" an dieser Stelle aufgezeigt wurde, und die bei allen Shawschen Helden vorhanden ist — manche Szenen mehr auf Shaw hin gespielt, als das in der Premiere geschah: Die Austrittsszene war bei aller Beweglichkeit zu start kokett und naiv gespielt (ich sage gespielt: bei Shaw i st man). Vorm Dauphin und dem Erzbischof klang sehr viel sprudelndes Leben durch, auch in der Kirche im Gespräch mit Dunois. Das große Alleinsein mit Gott, die vtlionären Erlebnisse waren nicht so überzeugend, wie wir sie schon sehen konnten. Fein war die
Freude über dte noch lebendige örtnncrung in Orleans in dem sonst zu quecksilbrig gehaltenen Epilog (.Diese Geschichte ist eine Angelegenheit mit einem erhabenen Ende." Da ..schillert" der Herr Shaw sehr deutllch1,
5m übrigen und hauptsächlich. Susanne Hehm hat Blut, spiell mit Intensität und Därme, hält auf Fühlung mit ihrem Partner und ist Weibchen und kokett. Wieweit sie einmal groß und einsam fein kann (die Johanna hätte Gelegenheit bieten sollen) muß offen bleiben. Sie scheint musikalisch genug, im Dialog den Ton aufzunehmen und weiter zu entwickeln, auch zeigt sic sich beweglich und gewandt. Die Kraft des Ausbruchs fehlt. Im ganzen jedoch scheint sie allerlei gute Anlagen mitzubringen, die zu entwickeln die Aufgabe einer klugen Regie sein wird. e—s
tunrt, in oenen aum (lreunb|d)att»|pielr unterlagt sind. Die Sperrzen für Hand und Fußball wird vom 1. Juli dis 15. August festgesetzt.
Schwimmen
Hauptgegenftanb her Besprechung waren die 'ampfbeftimmungen, namentlich ht enf die Gliederung der 'Sentämpic und die ftlafknem- teilung
Fechten
Die Beständeserbel'ung zeigt eine Zunahme von 49 Wiegen. Oer 'Dlitglieberbeuanb beträgt rund 4890. Bon den erstmalig iiir Lehrgänge bewilligten Geldmitteln der D. I. verspricht man sich eine gute Fortentwicklung des Fechtens innerhalb der D. T. Die Meisterickatten werden tn .nnnnowr im OTtnber ausgetragen, die Mannschaftsmeisterschaften bereite im Juli tn Berlin, und zwar tm Florett.
Turnen. Sport und Spiel.
Kreiswartetagung der D. T. in Breslau.
Nachdem eine Sitzung des engeren Borstandes bereits den reichen Arbeitsplan durchgesprochen und zu den verschiedenen Fragen und Anträgen Stellung genommen hatte, traten zum vierten Male die tech nischen Führer der Deutschen lurnerschast, insgesamt etwa 150, in Breslau zu einer Tagung zusammen. So reichhaltig sind die in Breslau behandelten Gegenstände, daß aus den Beschlüssen der einzelnen Fachausschüsse und von den sie begleitenden und ergänzenden Borführungen nur das Wichtigste er- wähnt werden tciin.
Allgemeines:
Die Ausschußsitzung für das Männerturnen lehnte eine Beteiligung an den Lipinpischen Spielen in Amsterdam 1928 Nach lebhafter Aussprache entschieden ab, solang«' noch ein feindlicher Soldat auf beuti<!)ein Boden stehe — Das Kampsrichterwesen erfuhr eine Neuregelung. Zwecks Einschränkung der Wcttiämp'e sollen einige Kampiarten zurückgehalten werden (man will sie nicht ganz streichen). Stabte- n ettfemp'e mst cm und derselben Stadt dürfen nur einmal im Jahre ausgetragen werden. — Die Tell- nahn.e a:i Wettkämpfen, veranstaltet von Verbänden, die nicht dem Sportbund angehören, lann von Fall zu Fall durch den Zkreisoberturnwart genehmigt werden.
Geräteturnen:
Bei logcnamtlen neuzeitlichen Freiübungen ist eine Aerbindung des guten Alten mit dem guten Neuen zu erstreben, aus den Hebungen muß der Uebung^zweck und der llebungswert ersichttich fein.
Volkstümliches Turnen:
Für die Aufnahme des Marathonlaufs in die Meistrrfchaftskämpfe ergab sich eine beträchlliche Mehrheit, ebenso für die Durchführung bereits in diesem Jahr. Auch dar Wettgehen wird ausgenommen und die Wettkampfbestimmungen dahingehend ergänzt. Der Marathonlauf sand viele (flegner, namentlich bei den Mönnertuniwarten, die Bolts- tummartc setzten ihn aber durch. — Die Meister scharten sollen doch in Leipzig veranstaltet werden, die Bedenken wegen UeberfüUung Leipzigs durch die gleichzeitig stattfindende Messe wurden zerstreut.
Frauenturnen:
Bei der Pfingsttagung der D. T. für die Körpererziehung der Frau sollen aus grundsätzlichen Erwägungen Gymnastiksysteme nicht oorgesührt werden.
Der Name Musterturnschule wird nicht mehr verliehen. Die Einführung besonderer lumfefte für Frauen wird allen Kreisen empfohlen, ebenso die sorgfältige Ausbildung der Llampfrichter für das Frauenturnen.
Bezüglich der Frauenturnkleidung wird allgemein die Ansicht vertreten, Turnerinnen im Festzug ober außerhalb des Uebungsplatzes niemals zu gestatten, in der Turnkleidung zu erscheinen, sie müssen einen Rock überwerfen Im Handballspiel soll durch eine Aenderung der Regeln eine Milderung der Anstrengung ermöglicht werden.
Spiele.
Mit 3241 Handballmannschaften steht die D. T. an der Spitze aller Verbände. Die Bildung besonderer Fachausschüsse für einzelne Spielarten wurde abgelehnt Iugendspiele dürfen nicht als Meisterschaftsspiele bezeichnet werden: sie dienen nur zur Feststellung von Bestmannschaften. Für die einzelnen opielartcn werden Sperrzeiten eingc
Rundfunk-Programm
des Frankfurter LenderS.
(Aus der „Radio-Umschau".>
Freitag, 17. April:
12 Ubi Rachlichtendiensi 3 und 4 lUjr* W irischen lsnul0uag:n *1.20 Hbi Rachrichtenbienst. 4.30 brs 6 Utn Hauv'lauennachmtttag in MuNk und Wort. '-ßroaianun h a.: ..Er» nährmigslebie im Haushalt . I>»ilrag von Dr. Strvhecker. Rabrungsmittelchemiker am Städtisch Rahlungsmitteluntersuchungsamt. v Utn Wirt- schaltsmeldungen. 6 bis 6.30 Uh.. Iuriftensunl 6.30 bis 7 Uhr Dic ßdeftunbe l Mei st er werte der Weltliteratut > Aus ..Soll und Haben" >un-. Gustav Freytag (Fortsetzung Z bis 7.30 Upr VortragSzyllus her Philosophischen Vereinigung (Dozent Pfau er Taesler). 20 Vonrag ..Friedrich Rietzfche 7.30 bis 8 Ubr Die Bespiechung Theater und Kino 8 bis 8.30 Uhr: Esperanto- Unterricht. Lehrer Herr Urban S 30 bis 9.30 Uhr Anekdoten und Schwänke. Vortragende. Fr l. Theffa Klinkhammer vom Frankfurter Schau- fpiclhaus und Herr Gerd Fricke 9.30 Uhr: Rachrichtendienst. Wettermeldung. Sportbericht. 10 bi» 11 Uhr. Tanzmusik von Iomrys Hawaricm-Band
-lus dem -lmtsvcrknn-igunFSblatt.
*' Das Amtsverkündiaungsblatt 91 r. 30 uom 14. April enthält Leichenschau. — Matti- und Klauenseuche in Bellersheim und Langs darf. — Unterhaltung der Kreisstraßen. — Kreis straßen. — Kreisfeuerwehrtage. — Staatsmittel für Hebammen. — Straßensperre. — Verloren, gefunden.
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