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arfhm ßte Mandat« «tebergelegt Aachdem in der Wohnungsamts affäre schon vor 14 Tagen die Hauptbeschuldigten wie­der aus der Untersuchungshaft entlüften War­den, ist jetzt auch dec letzte der Irchaftierten. der Leiter der Ablösungsstelle des Wohnungsamtes. Könemund, aus dem Gefängnis ent­lassen worden. Der bisherige Leiter des Woh­nungsamtes, Baurat Gresser, wurde nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis sofort von der Stadt wieder übernommen und dem Bau- amt zugeteilt. 3n der Person des polni­schen Staatsangehörigen Harry Seiden wurde aut dem hiesigen Hauptbahnhos das führende Mitglied einer internationalen De3 räuberbande verhaftet. Gleichzittg wurden auf dem Wiesbadener Bahnhof zwei Helfershelfer des Seiden fest genommen. Hier treibt sich ein Kerl herum, der sich als Be­amter des Elektrizitätswerkes aus- gibt, angeblich die Sicherungen prüft und dabei stiehlt, was er in die Finger bekommen tonn. Ein anderer Schwindler tritt als Beamter des Finanzamtes auf und versucht in Ab­wesenheit des Hausherrn bei den Hausfrauen angeblich rückständige Steuern einzu­ziehen. Schliesslich besucht eine ältere Frau Heine Leute und stellt ihnen die Eo ft unfreie Lieferung von Kohlen aus irgend einem Fonds in Aussicht. Die Schwindlerin läßt sich für jeden zu liefernden Zentner Kohle zehn Pfennig Fuhrlohn geben. 3n allen Fäl­len arbeiten diese drei Menschenbeglücker mit recht gutem Erfolge.

Die französischenKulturträger"

Bad-Rauheim. 13 März. Daß die Deutsche Kolonialgesellschaft auch nach dem Friedensvertrag von Versailles noch einen Zweck hat, das beweisen die sehr rührigen Ortsgruppen der Gesellschaft, die hier und in Butzbach bestehen. Sie haben es sich zur Pflich-t gemacht, Den kolonialen Gedanken zu pflegen und der Bevölkerung immer wieder vor Augen zu führen, das; die uns geraubten Kolo­nien wieder in unseren Besitz kommen müssen, denn ein Kulturvolk hat nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, am kolonialen Leben !tätig teilzunehmen. Durch mehrere Vorträge im Jahre suchen beide Abteilungen für die kolo­niale Sache zu werben: und sie Haden Erfolg in ihrem Bemühen. Ihre Veranstaltungen haben längst schon einen ständigen Stamm von Be­suchern. zu dem sich jeweils immer noch zahl­reiche Hörer gesellen. Sv trfar der jüngste Vor- tr a g s a b e n d der Kvlonialgesellschaft für un­sere Stadt wieder ein Ereignis. Die Turnhalle war bis zum letzten Platz gefüllt Der Vorsitzende der Abteilung. Amtsgerichtsdire'tor Dr. Fuhr. Begrüßte alle Kolonialfreunde herzlich und ge­dachte des kolonialen Pioniers Dr. Karl Peters, dec vor 40 Jahren, am 27. Februar 1835, Deutsch- Ostafrika für uns erwarb. Anschließend sprach dec RSmer des Abends, Ingenieur Müller aus Erfurt über die deutsche Musterkolonie Togo und die Erlebnisse der deutschen Togo-Gefangenen in Französisch» D a y o m 6. 3m ersten Teil seines sehr inter­essanten Lichtbildervortrags gab der Redner, der lange Zeit in Weftafrtka gelebt hat, zuerst in der englischen Kolonie Rigeria, dann in Togo, ein anschauliches. Bild von den landschaft­lichen Schönheiten und dem hohen wirtschaftlichen Wert Togos. Der zweite Teil des Vortrages berichtete nichts Erfreuliches, er gab im Gegen­teil ein Bild von derKulturhöhe" dergranix* natfon, so dunkel und abscheulich, wie es sich bis dahin kaum jemand vorgestellt hat Der Redner war 1914 mit der Erbauung der Grohsunken- schtion Tamina, nahe Atakpame, im Innern der Kolonie, beschäftigt, als er vom Kriegsausbruch überrascht wurde. Rach kurzer Gegenwehr kam eL mit den etwa 180 Deutschen der Kolonie in französische Gefangenschaft Rach gualvollen Lei­den, die jeder Beschreibung spotten und denen etwa 15 Prozent der Deutschen, Männer und Frauen zum Opfer fielen, erreichten die Drang­sale ihren Höhepunkt in einem der berüchtigten Gefangenenlager in Dahome. die mit Recht als Afrikanische Hölle" bezeichnet werden. Was In­genieur Müller über die bestialische Behandlung, die den Deutschen durch den Lageradjutanten und den französischen Oberstabsarzt Dr. Lvnghars zuteil geworden ist, vollkommen frei von jeglicher parteipolitischer Einstellung, schlicht und wahr­heitsgetreu erzählte, erregte Aufsehen. Was die Deutschen da erleben mußten, erinnert an die frühesten Zeiten des Mittelalters. Daß im 20. Jahrhundert tatsächlich noch Daumenschrau­ben angelegt worden sind, wird nur wenig be­kannt fein. 80 unserer unglücklichen Kolonialge­fangenen sind lebendige Zeugen dafür, daß es denritterlichen Franzosen" Vorbehalten war. durch Anwendung dieser Marterwerkzeuge von der Kulturstufe Zeugnis abzulegen, auf der sie in Wirtlichkeit stehen. Erstaunen erregte auch die Mitteilung des Redners, daß trotz wiederholten Drängens das Material über diese Schandtaten von der deutschen Regierung noch njcht veröffent­licht worden fei, obwohl es schon feit Jahren, von vielen Zeugen eidlich erhärtet, in Wort und Bild in Berlin liege. Der Dortrag. der bis 11 Uhr abends dauerte und auch in seinem zweiten Teile durch Lichtbildaufnahme französi­scher Offiziere, die durch Zufall in unsere Hände gekommen, erläutert werden konnte, machte einen tiefen und erschütternden Eindruck auf die zahl­reichen Zuhörer, die alle mit dem Redner darin einig waren, das nicht zu vergessen, was unschuldige Volksgenossen an grausigen Martern erdulden mußten. Der Redner müßte an recht dielen Orten sprechen, zumal auf anderem Wege dieEnthüllungen" über Dahoms zunächst doch nicht ihren Weg in die breite Oeffentlichkeit finden können.

Turnen, Sport und Spiel 20 Jahre Süddeutscher Ruderverband.

Der Süddeutsche Ruderverband begeht in diesem Jahr seinen 20. Geburtstag. Er ist am 30. April 1905 in Offenbach von den drei Ver­einen Offenbacher Germania, Frankfurter Ale­mannia und Frankfurter Amicitia, gegründet worden. Schon im Juni wurde die erste Re­gatta veranstaltet. 3m März 1906 wurden die Verbandssatzungen und Wettfahrtsbestimmungen endgültig genehmigt. 1907 kam ein Kartell­vertrag mit dem Mitteldeutschen Ruderverband zustande, und 1920 wurde auch eine Interessen­gemeinschaft mit dem Norddeutschen und Säch­sischen Ruderverband getätigt, die 1921 zur Grün­dung des Deutschen Renn- und Wander-Ruder- verbandes führte. In diesem Jahr zählte der

6.X35. bereits 20 Vereine Um die gleiche Zeit sind auch das Jugend- und Schülerrudern aufgenommen worden. Heute zahlt der Ver­band faß 4000 Mitglieder. Der stärkste Verein ist mit über 500 Mitgliedern der Offenbacher Vorwärts", der gleichzeitig auch die meisten Siege errungen hat. Der Bootsbestand beträgt 235.

6. C. 1900Pol z-i-Spvr'derein Wetzlar.

Morgen, Sonntag, stehen sich die Handball- mannschaften der beiden Vereine zum Wett­spiel an der Hardt gegenüber. Die Wetzlarer, noch frisch unter dem Eindruck ihrer von der jungen Sportclubmannschast beigebrad>ten Rie­derlage stehend, werden alles aus sich heraus­geben, um diese recht unerwartete Scharte wieder auszuwehen. Wenn man noch in Betracht zieht, daß die Mannschaft über mehrere hervorragende Spieler verfügt, die auch mit der Vertretung der Wetzlarer Farben in der Städtemannschaft be­traut sind, so wird der schwere Stand der 1900=er klar. Da auch die Gießener Mannschaft ihrem Wetzlarer Sieg einen auf heimischem Boden an- reihen will, so ist mit einem interessanten Spiel zu rechnen. (Siehe gestrige Anzeige.)

HochfchulnachrichLen.

Von der Technischen Hochschule Darmstadt.

Dem Landesgeologen Dr. Wilh. Wagner in Darmstadt wurde die venia legendi für das Fach der Geologie unter besonderer Berück­sichtigung der praltifchen Geologie und dem Dr.-Ing. Günther Worch bi Darmstadt die venia leaenbi für das Lehrgebiet Statik der Dau- konstruktionen an der Technischen Hochschule er­teilt.

Buntes Allerlei.

Großreinemachen cmf PoUzeibofshl.

Das große Reinemachen naht zugleich mit dem Frühling heran und 'wirft bereits seine dro­henden Schatten über manchen Haushalt. Immer­hin geht es uns in dieser Beziehung aber noch besser alS den Japanern, wo das Großreine­machen im Frühling und Herbst zu einer staat­lichen Einrichtung geworden ist und von der Polizei befohlen und beaufsich­tigt wird.

Die Gesundheitskommissionen der verschie­denen Städte Japans," so schreibt ein Bericht­erstatter,haben seit einiger Zeit angeordnet, daß die Bewohner bestimmter Straßen an einem festgesetzten Taggrvhreinemachen" muffen. Zur festgesetzten Stunde erscheint eine Abteilung Schutzleute, alle mit Schwertern bewaffnet, um­stellen den angegebenen Bezirk, und unter ihrer Aufsicht müssen nun alle beweglichen Gegenstände aus den Häusern ent­fernt werden, sogar dieChc>ji" oder Zwischen­wände, die im japanischen Haus transportier­bar sind. Erft wenn hie ausgeräumten Häuser von der Polizei inspiziert und für sauber erklärt worden sind, dürfen die Möbel und anderen Sachen wieder zurückgebracht werden. Da die ja­panischen Häuser klein finb und in den engen Straßen dicht beieinander liegen, so ist die Straße der einzige Platz, wohin man die Eimnchtungs- gegenftänöe bringen kann. Für den Fremden ist es ein merkwürdiger Anblick, die so verschieden­artigen Inhalte der einzelnen Häuser im Freien herumstehen zu sehen. Da der japanische Polizist sehr energisch ist, so muh die ganze Familie sich sehr eifrig an der Säuberung beteiligen, damit sie zur rechten Zeit vollends ist. Vom Ober­haupt der Familie bis zu den kleinen Kindern ist alles tätig, und der Papa geht an diesem großen Tage ebensowenig seinem Beruf nach wie die Kinder die Schule besuchen können. Da sieht man denn manchen ehrwürdigen Jap im Schweiße seines Angesichts die Familiengotter abwaschen, den dicken Buddha, den grotesken Gott Oes Glückes" Hotei und den lustigen Iizo. den Gott der Kinder, unö schließlich auch den Gott des Standes oder Handwerks, dem der Familienvater angehört.. /

Technisches aus der Antike.

Wir glauben, gerade in der Technik das Altertum weit hinter uns gelassen zu haben, aber es gibt doch auch auf diesem Gebiet noch einiges, worin uns die Alten übertrafen. Wenn ein Messer oder ein Schwert zerbricht, so kann es nicht wieder zusammengeschweißt werden, aber in alten Zeiten gab es Schmiede, die ein Ge­heimmittel befaßen, durch das es ihnen mög­lich war, innerhalb kurzer Zett zerbrochene Schwerter so geschickt zusammenzuschweihen, daß man die Bruchteile nicht entdecken konnte

Wie die Alten die Farben für ihre Gemälde mischten, ist noch ein ungelöstes Ge­heimnis. So mancher Maler der neueren Zeit, von Leonardo bis zu Döcklin, hat sich bemüht, diesem Rätsel der antiken Malerei auf die Spur zu kommen, aber ohne Erfolg. Viele Bilder an Den Mauern von Pompeji haben noch so frische Farben, wie wenn sie heute geschaffen wären, und selbst die an die Mauern gemalten Ankün­digungen leuchten noch wie am ersten Tag.

Die Römer waren in ihren Bauten un­übertrefflich, und man sagt, daß der Mörtel, den sie verwendeten, fast unzerstörbar ist. Bei altrömischen Bauwerken hat der Mörtel mehr als 2000 Jahre allen Einflüssen der Witterung widerstanden. Ein anderes Geheimnis der römi­schen Handwerker, das mit ihnen verloren ge­gangen ist, war ihre Art der Bronzeher- st e l l u n g. Manche ihrer Bron^eschwerter waren so hart und wahrscheinlich ebenso scharf wie unsere Stahlschwerter Aber noch größere Meister der QBetatlbearbettung fanden sich un alten Süd­amerika, wo man das Kupfer so hart machen konnte wie den Stahl. Sogar un­zerbrechliches Glas scheint den Alten be­kannt gewesen zu fein, wenn man den antiken Schriftstellern glauben will, die von unzerbrech­lichen Gläsern aus der Zeit des Kaisers Tiberius erzählen. Diese Trinkgefäße sollen so klar wie Kristall und so fest wie Stahl gewesen fein.

Das Auge als Spiegel.

Die Augenfarbe gelehrter Männer ist nach zahlreichen Untersuchungen, die in England vor­genommen wurden, ganz vorzugsweise 5 c graue. Braune Augen fanden sich fast immer bei solchen Menschen, die iledhr temperamentvoll waren und weniger Intellekt besaßen. Grünliche und schwarze Augen fanden sich hauptsächlich bei Verbrechern vor, blaue Augen hingegen befaßen meist solche Personen, deren Gemüt mehr ausgebildet war als der Geist,

17 000 AerztMse».

3m ganzen gibt es etwa 17 000 Aerztrnnen in den zivilisierten Ländern. In Rußland gibt es 6000 tätige Aerzttnnen. In den Deremigtecv Staaten gibt es gegen 5000 Aerzttnnen. in Eng­land 2000, in Deutschland annähernd ebenfo- viele.

Ieitschriftenschau-

Heft 10 derLustigen Blätter" reiht sich den vorhergehende würdig an. Die neuen zahlreichen politischen Karikaturen von Wellner, Trier u. a. wechseln mit eleganten Kunstblättern von Heiligenstaedt, Fabiano, Heubner und Gest- wicki ab.

Westdeutsche Monatshefte, Kurt Schröder, Verlag. Bonn. Diese Westdeutschen Monatshefte sind ein Kulturgut, das dazu be­rufen erscheint, den gesamten deutschen Westen zu einer innigen Gemeinschaft zusammenzuschwei- ßen. Von höchster Warte aus wird hier von den berufensten Vertretern zu wichtigen Fragen der Politik. Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst Stellung genommen. Das Januarheft als Heft 1 t>c3 ersten Jahrganges wird mit einem Artikel von -5jaut Wentz keTausend Jahre Rhein­land im Reich" eröffnet. Einen breiten Raum nimmt das Westdeutsche Theater ein, das zu pflogen eine besondere Aufgabe der großen Büh­nen des Rheinlandes ist: u. a. findet sich in dem Heft SchmidtbonnsMaruf, der tolle Lügner". Wichtige Buchbesprechungen bilden den Beschluß. Das Februar-H"ft widmet seinen Eingangsartikel der Arbeit und dem Wesen Hans Thomas, ein sehr wertvoller Beitrag ist H. AubiusKel­ten. Römer und Germanen in den Rheinlanden". ilnb wie im ersten Heft das Kölner Theater, so wird im zweiten das Duisburger einer ein­gehenden Würdigung unterzogen. Hans F»enck und Karl R ö 11 g e r sprechen als Dichter zu dem Leser.

Deutsche Alpenzeitung, 20. Jahr­gang 1925 (Bergverlag Rudolf Rother, München) Das erste Heft des neuen Jahrgangs eröffnet ein Vierfarbendruck von Hans Beat Wieland: Das letzte Licht l Abendleuchten am Piz Palü), viele Photographien aus den Oft- und West-- alpen, aus außereuropäischen Gebirgsgebieten und dazu eine Reihe prächtiger Aufsätze, die dem Hochtouristen ebensoviel zu sagen haben als dem sinnigen Dergfreunö, beweisen, daß die Alpenzeitung alle Voraussetzungen bietet, das alpine Blatt zu fein.

Die Meister" Deutsche Meister-Verlag, München.) Die kleine Monatsschrift ist eine Blütenlese aus den besten und volksttimlichsten unserer älteren Schriftsteller und Dichter, und offenbart ohne lehrhaftes Dreinreden, was unsere alten Meister Schönes und Herzerquickendes der deutschen Seele zu sagen haben. (Verlag Deutsche Meister-Bund E. V.. München, Residenzstr. 10 1.)

Eingesandt.

(Für Form und 3nbalt aller unter dieser Rubrik stehenden OlrlileL übernimmt die Redaktion dem Publikum *,p£fcnüber f<"'r<ei Verantwortung)

Warum fahrt die Straßenbahn nicht in der Bahnhofstraße?

Die Anwohner der Bahnhof- und der Markt­straße. der Reustadt und der Westanlage, sowie ein großer Teil der Bevölkerung werden mit Erstaunen gehört haben, daß die Betriebsdepu- tation der Stadtverwaltung auf eine Eingabe hin es glatt abgetebnt hat, den Betrieb der Elektrischen in der Bahnhofstraße aufzunehmen.

Man rechnet es sich anscheinend zur Ehre an, eine geschichtlich gewordene (Snttoicnung mit starker Hand zu durchkreuzen, um nicht die Ver­antwortung für eine Ausgabe zu tragen, die unseres Erachtens 1. viel zu hoch gegriffen wurde und 2. viel zu sehr betont toirb. ilnb das in einer Zeit, in der Projekte für Festhallen alswerbende Anlage" schmackhaft gemacht wer­den. Als man die Elektrische baute, war dies auch mal eine werbende Anlage, und heute wird dieses großartige Beförderungsmittel einfach dem Verkehr entzogen. Heberflüffig. Wenn man über solche Anlagen so denkt, bann soll man sie lieber nicht projektieren. Oder spielen da in weitester Ferne liegende Zukunftspläne hem­mend mit?

Einst fuhr in der Dahnhofstrahe der Omni­bus, dann kam freudig begrüßt die Elektrische. In der Bahnhofstraße entwickelten sich inzwi­schen große Geschäfte. Man sehe sich doch auch einmal den Verkehr der werktätigen Bevölke­rung in der Bahnhofstraße an. Warum muh ausgerechnet die Straßenbahn diesen mit ihrem still am Eingang zur Marktstraße stehenden Ko­loß hemmen? Wo bleibt da die Gießener Ver­kehrspolizei? Kleine Handwagen werden eher von den Straßen verwiesen, wie solch großer Dcrkehrsstörer, das erfuhr Schreiber biefeS erst vor Kurzem.

Warum steht ber Koloß nun ständig unge­nutzt an dieser Stelle, warum fährt er nicht weiter? Es wird von ber Stadtverwaltung eine Summe genannt, deren Zustandekommen man sich eigentlich nur vorstellen kann, wenn man einen gewissen üntotHen zugrunde legt, ünb die Ein­nahmen, über diese wird wohl gar nicht ge­sprochen?

Engherzig darf die Stadtverwaltung ge­schichtliche Entwicklungen ihrer Verkehrs- und Werbebetriebe nicht behandeln. Die Strecke durch die Bahnhositraße ist stets befahren worden und wird dringend benötigt. Die Bevölkerung fühlt sich mit Recht vor den Kopf gestoßen. Es ist gairz undenkbar, daß der jetzige Zustand noch lange bestehen bleibt. Die Bevölkerung wünscht, daß die Herren Stadtverordneten nunmehr einen Beschluß herbeiführen. Das Rechenexempel muh besser gelöst werden. Hub selbst wenn die Zu­kunft eine neue Linie durch die Reustadt bringen soll. Die Anwohner der Bahnhofstraße wollen ihre Straßenbahn wieder fahren sehen, ganz gleich, was die Zukunft bringt. Dieser letzte Hin­weis möge die Anwohner der Bahnhositraße zur Aufmerksamkeit mahnen. Sonst erleben wir hier, was einst dem Walltvr geschah, als man den Bahnhof verlegte. Die Bahnhofstraße hat noch die besten Entwicklungsmöglichkeiten als Geschäftsstraße, diese Möglichkeiten sollen von keiner Stadtverwaltung kurzsichttg gestört werden.

r.

Aus Dem AmtsverkiindiqunaSblatt.

* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 20 vom 13. März enthält: Faselwesen im Kreise Gießen: Das Landgestüt: Wahl des Kreis­ausschusses: Feuerlöschwesen: Gebührentarif der Gemeinde Beltershain: Drainagearbeiten der Wassergenossenfchaft Breiteich; Feldbereinigung Treis a. d. Lda.; Straßensperre: Drenftnachrichten.

Rundfunk-Programm

des Frairkfurtee Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Sonntag, 15. März:

8 30 Uhr: Morgenfeier des WartburgvereinS. 1. Motette (Bläserchor des Wartburgvereins); 2. Wenn Christus der Herr (Kirchenchor der Riederwaldgemeinde, Frankfurt): 3. Sonate in f-Moll von PH. E. Bach: 4. Ansprache von Pft Manz von der Riederwaldgemeinde; 5. Wenn ich ihn nur habe (Kirchenchor der Riederwald- gemeinde, Frankfurt); 6. Rocturno von Chopin: 7. Vater Einser von Krebs: 8. Choral (Dläserchor des Wartburgvereins. 121 Uhr. Mebertragung von Kassel: Historische Märsche. 45 ilfjr: Kin­derstunde. 56 Uhr Sonntag-Rachmittags-Kon­zert: Aus Iohann-Strauß-Operetten. 1. Ein­zugsmarsch aus der OperetteDer Zigeuner- baron"; 1. Ouvertüre zur OperetteEine Rächt in Venedig; 3. Gesang: 4. Fledermauswalzer; 5. Gesang: 6. Potpourri aus der Operette1001 Rächt". Ausführende: Das Hausorchester unter Mitwirkung von Anita Franz (Sopran). Am Flügel: Dr. Merten von der Frankfurter Oper. 62 Uhr: Stunde des RH-ein-Mainischen Ver­bandes für Volksbildung: Direktor Menne vom Stadt. Derufsamt Frcmsiurt a. M.: 1. Die Be­rufsberatung der Schüler höherer Lehranstalten und die akademische Berufsberatung"; 2. Lesung Der grüne Heinrich von Gottfr. Keller, 2. Teil: Berufswahl. Die Mutter und die Ratgeber. 8.309.30 Uhr: Klavierabend James Simon. 1. Präludium und Fuge (I. S. Dach); 2. Fran­zösische Suite in E (I. S. Bach); 3. Rondo A-OHoll (W. A. Mozart); 4. SonateLes Adieux" (Beethoven); 5. Zwei Intermezzi (Schumann). 930 Uhr: Aachrichten, Wettermeldung, Sport­bericht. 10 bis 11 Uhr: Die Lokaldichtung (Frank­furter Dichtungen aus alter und neuerer Zeit). 13. Abend (nachgeholt): Unbekannte Erzählungen von Friedrich Stoltze. Ausführende: Lene Ober- meyer und Hans Rerking, beide vom Frankfurter Schauspielhaus.

Montag, 16. März:

11.55 Uhr: Zeitangabe. 12 Uhr: Rachrichten- dienst. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4.20 Uhr: Rachrichtendienst. 4.306 Uhr: Ungarischer Rach­mittag des Hausorchesters. 1. Rakoczi-Mcrrsch: 2. Ouv. z. OperDer Zigeunerbaron" (Strauß); 3. Ungarische Rhapsodie II (Liszt); 4. Ungarische Tanze Rr. 5 und 6 (Brahms): 5. Ouvertüre zur OperHunyadi Lasziv" (Erkel); 6. Ungarisches VoWlieder-Potpourri (Taube); 1. Zsambeki-Csar­das (Gungl): 8. Ungar. Original-Czardcrs. 6 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 66.30 Uhr: Die Lese- stunde (Die Rovelle): AusCarmen" von Prosper Märime. 72.30 Uhr:Der Wein von der Rebc bis zum Konsum", Vortrag von Hermann Gut­zeit, Geschäftsführer der Weißfrauenhofkellerer 88-30 Uhr: Englischer Unterricht. 8.30 Uhr llebertragung von Kassel: Russische Lieder. Pro­gramm: gilbet von Mussorgsly, Tschaikowsky, Rubinstein, Gretschaninow. Ausführende: Wally Strauß (Alt), Konrad Pingoud (Dartton). Am Flügel: Kapellmeister Dr. Zulauf. 9.30 Uhr: Rachrichten, Wettermeldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Chorkonzert des GesangvereinsMetzers Quartett.

Kirchliche Nachrichten.

Evangelisch« Gemeinden.

Gießen. Sonntag, den 15. März. Okuli. Stadt- kirche. 9'/,: Pft. Becker. 11: Kinderkirche für die Markusgem. Pft. Becker. 6: Pfarrasf. Hertel. Iohanneskirche. 9'/,: Zugl. Militärgottesdienst. Pfr. Uusfeld. Beichte und heiliges Abendmahl für die Militärgemeinde. II1/.: Kinderkirche für die Iohannesgem. Pft. Ausfeld. 6. Pft.Bechtolsheimer. 8: Bibelbesprechung im Iohannessaal. Pfarrasf. Hertel. - Mittwoch, den 18. März, abends 6 Uhr: 4. Passionsand. in der Stadtkirche. Pfarrasf. Hettel. Kirchberg. 10. Lollar 1'/,. - Watzenborn- Garbsnteich. Watzenborn - Steinberg: 1. 8: 3. Pas­sionsandacht. Garbenteich: '/,10: Beichte, anschl. Gottesdienst u. heil. Abendmahl der Alten (Koll. für Obermörlen). - Wieseck. 10.

Katholische Gemeinde«.

Gießen. Samstag, 15. März. 4V, u. 7 Beichte. Sonntag, 15. März. 3. Fastensonntag. 6V, Beichte. 7 Messe, Kom. der Iungft., 8 Kom., 9 Hochamt m. Pred.. 11 Messe m. Pred., 41 Jungfrauen-Kongreg., 5^3 Christenlehre u. saftament. Bruderschaftsandacht. Montag 5 Kinder beichte. Dienstag u. Freitag abend 61/, Fastenandacht. Dienstag abend 81/« Elternabend im Dereinshause. Grünberg, 9*/2 Messe m. Pred. - Lich. 10 Hochamt u. Pred. - Hungen. 8 Mess« u. Pred. Laubach. Meße u. Predigt.

Sonntagsdienst b. Aerzte u.Avotbeken am 15.3.25.

Dr. Platz. Dr. Ploch. Pcltkanavolbeke.

Zahnarzt: Dr. Kockerveck, Frankfurter Skratze.

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