Die Oberwälder.
Roman von *211 f r e b Dock.
20. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Er tmn von Engelrvd. Dort toar unter allgemeiner Beteiligung der alte Peter Schuchardt begraben toorben. der den Dorfnamen .Taubenschlag" trug. MS einziges Jtinb war er von seinen Ellern arg verhätschelt worden. Damit er sich nicht vertälte. legte ihm die Mutier, auch wenn eS das schönste Wetter war. einen Palatin um den HalS. Der Dater war seines Zeichens Schmied. DaS Peterchen wurde konfirmiert, ilnb die Nachbarn rebeten den Eltern zu, sie nröchten den Dub in die Fremde schicken, damit er als künftiger Schmied etwa- Tüchtiges lerne. D'.e Alken dachten nicht daran, sich von ihrem Einzigen zu trennen. Diesem selbst als einem rechten Nest- kuller wäre daS größte Qetb widerfahren, wenn man ihn in btc weile Welt geschickt hätte. Wie nun daS Geguackel der Leute nicht aushören wollte, sprach die Schuchardtin zu ihrem Mann: ..Weißt du was? Wir verstecken das Peterchen im Taubenschlag. Da mag er vier Wochen hocken. Dernachert sagen wir. er wär in der Fremd' gewesen." Gesagt, g-tan. DaS Deterchen verkroch sich in den Taubenschlag, blieb dort über Tag und wurde bei guter Verpflegung schnegelselt. Nun gefchah'S. daß des NachbarS Dalthes dem Peterchen seine Kameradin, daS Stänzche. druMen im Hof mit Schlägen traktierte. Auf einmal öffnet sich der Taubenschlag. daS Peterchen steckt den Kopf auS der 9uBe und schreit: .Dreckspah, horst du aus! Wann ich alleweil net in der Fremd' wär, käm ich erabber und tät dir den Buckel voll hauens" Da lieh der DaltheS von dem Stänzche ab und guckte wie vergeistert in die Höbe. Dann lachte er hell aus. lind auch daS Stänzche lochte übers ganze Gesicht. Eine Viertelstunde danach wußte daS ganze Dors, wo das Peterchen In der „Fremde" war.
Das erzählte der Anton Blitt und erzählte noch viel mehr, denn er kutschierte jahraus, jahrein im Dogewberg herum und kannte sich in allen Dörfern auS.
Der KrämerSkarl horte nur nui yaroem Ohr zu. Deine ®e&infen waren bei dem Bauunternehmer in Lauterbach. Wenn der jetzt nicht zu «reichen war, was gab'S dann? Er tonnte gefährlich krank geworden fein. Der Arzt würde niemand zu ihm lassen. konnte auch in Berlin oder in Frankfurt fein, mit feinen Abnehmern -u verhandeln. Wegen der Lohnzahlungen harte er sich aus ihn, den Karl, als feinen Stellvertreter, verlassen. Der kleine K'nnps hatte recht. Ein Brief oder eine Postkarte wäre doch wohl am Platz gewesen. Drohe Herren erlaubten sich alle#.
Dos beschäftigte und erregte den Karl. Allmählich beruhigte er sich. Warum sollte er sich den Hirnkasten Kerreihrn? Der Dispnrz war ein reicher Mann. Die Kasse würde nichts verlieren.
Noch vor Abend kam die Kreisstadt In Sicht. Der Anton lenkte in die Bahnhofstraße ein und setzte dort feinen Fahrgast ab. Der )»g eiij paar Minuten später im ErdTe'choh eine# stattlichen HauseS die Schelle. Niemand öffnete ihm. Er sch-llte noch einmal. Jemand rief von oben: „Sie wünschen T'
„3<b wollt den Herrn Bifving svrechen."
„Ditte, kommen Eie einen Augenblick herauf." ES war der Hauseigentümer, der den Rechner in ein bchaglich durchwärmt^ Z.mnrer führte.
„Sie haben mit dem Herrn Disping Geschäfte?"
„Jawohl, ich wart schon feit vierzehn Tagen auf ihn."
„Da warten Sie vergebllch Er ist samt seiner Frau spurlos verfchwu den. Hoffentlich haben Sie nichts von ihm zu fordern. Sonst tonnen S.e's in den Schornstein schreiben. Dem Schw.ndler gehört nicht daS Hemd auf dem £*?i5."
Der KrämerSkarl entfärbte sich und streckte die Arme a>:S. als ob fein Körper den Halt verliere. Rasch sprang der Hausherr herzu, stützte ihn und geleitete ihn zu einem Sessel.
„Ist Ihnen nicht gut? Ruhen Sie sich ein bißch n aus."
Keine# Wortes mächtig, an allen Gliedern zitternd, fiel der Karl auf den Sessel.
Der Besitzer lieh eine Weile vergehen. Dann fragte er: „Ist Ihnen jetzt besser?"
Der Karl nickte.
.etc haben sich erschreckt, sagte der Hausherr voll Mitgefühl. .Ich tonn mir'* schon denken. Sie sind auch bei dem Disping hevemaefallen. S ist zwar ein schlechter Trost, aber S ist doch ein Trost: Sie haben viele Leidensgefährten. Ich bin selber darunter. Für die Miete, die mir der Gauner schuldig geblieben ist. wollt ich mich an feiner Einrichtung schadlos halten. Gestern schreibt mir eine Frankfurter Firma, sie nimmt die Möbel als ihr Eigentum in Anspruch. Der Difping Hütte nur eine Heine Anzahlung geleistet. Ich kann gar nichts dagegen machen und gehe leer aus. Dabei hat der Spitzbub drei Iahre mit mir Kontrakt gemacht. Der hat den Rummel verstanden! Wenn man ihn so sprechen hörte, floh er von Diederkeit über. Ich habe einmal gelesen, in der Hölle werden die Heuchler in einen Dleimantel gesteckt und müssen mit verrenktem HalS rückwärts gucken. Ich wünsch so leicht keinem Menschen was DöseS. Dem Disping, dem Gleisner, tät ich'S gönnen!“
Obzwar der Karl den Anfall überwunden hatte, war er doch völlig fassungslos. In feiner Verzweiflung legte er alle Zurückhaltung ab und schüttete sein Herz vor dem Hausbesitzer auS. Der hörte ihm aufmerksam zu und sprach sich dann dahin an«. eS sei ihm nicht mehr zweifelhaft, dah Disping die Komöd e mit dem Dasaltbruch nur aufgeführl habe, der Spar- und ®arlebni8?offe die fünfzigtaufend Mark abzugaunern. D-rß bei der Zwangsversteigerung in Dortmund für die zweite Hypothek etwas übrig bleibe, sei im höchsten Grad unwahrscheinlich. Immerhin müsse man. nichts zu versäumen, an maßgebender Stelle Erkundigungen einziehen.
ES dunkelte, als der KrämerSkarl sich zum Gehen wandte.
Auf der Straße packte ihn aufS neue ein Schwindel, daß er förmlich inS Taumeln geriet.
Ein paar Jungen, die nicht anders glaubten, er habe des Guten zuviel getan, riefen ihm nach: „Er hat! Er hat!"
Er war froh, als er die Stadt hinter sich hatte. Die frische Luft tat ihm gut Der Weg führte zu beträchtlicher Höhe hinan. Demungeachtet schritt er wacker zu. Wenn ihn die Kräfte nicht verließen, konnte er in dvei Stunden zu Hause fein.
Plötzlich blieb er stehen und Myne ,‘ZDw nur ein Mensch so schlecht sein ftnrnf"
Dann wimmerte er: .Wem soll man noch trauen!"
Er wollte an daS Furchtbare gar nicht denken. Er spürte. eS würde ihn nieöertDerfen. Nur vorwärts. vorwärts'
Der Wald nahm chn auf, mächtige Buch« mit Lärchen gemischt. Ringsum ertönten die Stimmen der Nacht.
War daS der Sturm, der so schrecklich heulte? DaS war nicht der Sturm Ja, was war's denn? Dem Herzhaftesten konnte der Mut entfallen. C weh! Da kam s Ein grausames Lärmen, Geißel- platzen und Räderyerassel. Pserdegehuder und Hundegebell, ilnb einer johlte .Iuhu. juhul' Bei Gott im Himmel, das wütende Heer!
Dem Karl trat der kalte Schweiß auf die Stirn. Er fing laut zu beten an:
.W.icht, ihr Trauergeister, Denn mein Freudenmeister IesuS tritt herein!"
Schon war daS TeufelSgespükniS verfchwun« den. Don fern klang'S wie verhallender Donner
Ein Wiesengrund lat sich auf. Nahebei glänzten die Lichter von HopfmannSfeld.
Dem Karl kehrte der Mut zurück. Don Hopf- mannSseD hatte er noch eine Stunde nach Hause.
Gr hostete wmter. An Wäldern und Oe den. an schlafenden Dörfern vorbei. Gegen Mitternacht passierte er die Grenze der heimischen Gemarkung.
Auf einmal verlangsamte er feine Schritte. Eine Zaghaftigkeit fiel ihn an. Taufend Gedanken stürmten auf ihn ein. Wie sollte et künftig alS Beamtet der Kasse bestehen?
Er hatte die Beleihung der Hypothek begünstigt. Jawohl. Doch wat'» in gutem Glauben geschehen. Aber hatte er nicht tausend Mark von dem Disping genommen? Allerdings, für feinen Aufsichlsdienst. Hätte er geahnt, aus welchen Händen das Geld tarn, er hätte eS wett von sich gewiesen. Nein, sein Gewissen war ttin. Mochten sie ihn unbedacht, ja leichtsinnig schelten, seine Ehre konnten sie ihm nicht nehmen, ib* Ehre ging über Geld unb Gut.
(Fortsetzung folgt.)
Sie habrn mit der Pneumette eine Einrichtung geschaffen, welche einzig dasteht.
Seitdem meine Frau unb ich die Pneumette*) tragen, haben wir keine Fuhschmerzen mehr. Sie haben damit eine Einrichtung geschaffen, welche einzig da steht. Meine Frau verspürte früher stets Schmerzen im Fußgewölbe, welche sich bis ins Knie hinauszogen. Die Schmerzen sind durch das Tragen der Pneumettevöllig behoben unb kann sie ungehinbert Fußtouren unternehmen, ohne daß ber Fuß wieder anschwillt. Die Pneumette kann ich nur jedem heftens empfehlen. 2273A
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