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Nachdruck verboten.
14. Fortsetzung.
Kleiner und Heiner wurde der Zug für die
Porzellan-
der Reise
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ofiet und Sch
Reichsschuldenverwaltung.
Armenamt.
Augen, der andere der dritte wieherte zum Steinerweichen. Bekümmernis.
Dor allem die
AlS alles in dem dunklen Rachen verschwunden war. schloß Pelzmärtel den unterirdischen Gang ab, steckte den Schlüssel in die Tasche und blies dreimal an das große Tor. Da wurde es ebenso unsichtbar wie er selber.
„So, ihr schlauen Rürnberger," schmunzelte der Wirbt, indem er sich auf seine boshafte Weise tle Hände rieb, „jetzt könnt ihr suchen, mit oder ohne Trichter!"
Lieber eines freilich hatte er sich zu ärgern:
Beine hinauflaufen würde, fühlten sich die Püppchen einer Ohnmacht nahe. Aber Pelzmärtel sagte:
„Rur Mut, Mut T
Lind tapfer, wenn sie auch die Augen zu- machten, schritten die Puppen als erste in das Gewölbe. Angespornt von solcher Heldenhaftigkeit, folgten ganze Regimenter. Gleich hinter den Soldaten, umgeben von seinem Hühnervolk, mar'chierte Kikeriki. Darauf kam brüllend und brummend die Menagerie. Lind nun, von den Rußknackern, die den Polizeidienst versahen, vorwärtsgetrieben, folgte der große Haufen.
Als letzter wackelte Christophorus Herzensräuber, dieser Feigling, hinterdrein, indem er ein über das andere Mal stöhnte: „Ich werde krank davon, ich kriege Rheumatismus, ich habe schrecklichen Rheumatismus!" Es half Ihm aber nichts, statt aller Antwort bekam er nur einen nicht zu sanften Rippenstoß. __________
„Welche Geschichten?" fragte er unüberlegt und mußte nun den Zeigefinger umlegen, weil er wider Willen eine zweite Frage gestellt hatte.
Hans Sachs tat sehr erstaunt. ..Die Geschichten von den Zwergen und Wichteln und Riesen und verwunschenen Königstöchtern... hat dir niemals jemand Märchen erzählt?"
Rein, Otto wußte nicht viel davon. Sein grmer Baler, die Gevatterin Cornelia und Gevatter Franz steckten viel zu sehr in Arbeit, um Märchen erzählen zu können. Otto hatte zwar von ungefähr gehört, daß es Feen gab, konnte sich aber nichts Rechtes darunter vorstellen.
Jetzt zog er daher neugierig den Mittelfinger ein und stellte die dritte Frage: „Ist cs schön im Feenland?"
Hans Sachs zögerte etwas mit der Antwort. „Es ist das Schönste, was es gibt", sagte er schließlich freigebig. „Dort gibt es soviel Sonne, daß man kolossa e Vorräte davon an legen könnte. Der Himmel ist immer blau, und die Rosen blühen das ganze Jahr. In den Gärten kann man die Orangen korbweise pflücken, und jeder darf zulangen und essen, so viel er will."
Das genügte für Otto, um eilig und überglücklich zu Liefe! zu springen, ihr gleich wieder zu erzählen, was er gehört hatte. Im letzten Augenblick aber hielt er es für klüger, die Sache bei sich zu behalten: denn das mit den Körben voll Orangen konnte eine Llebertreibung sein, und dann war es besser, zuerst an die eigenen Taschen zu denken. Liesel, sagte er sich, ist beim Zugreifen immer flinker als ich.
Das war, wie gesagt, kurz vor der Abreise gewesen, jetzt aber erwies sich das Verlangen zu plaudern stärker äls seine Selbstsucht, und er erzählte Liesel das Gespräch mit dem guten Mann im graumelierten Bart. Er machte noch allerhand dazu, ließ die Körbe voll Orangen immer größer werden und mit anderen Leckereien, die sonst nicht in Gärten zu wachsen pflegen, in Menge gefüllt herumstehen, und schloß seinen Bericht mit einer großartigen Handbewegung, als ob sie bereits im Schlaraffenland angekommen wären: „So, und nun gib nur acht, daß du dir den Magen nicht verdirbst."
lFortsetzung folgt.)
Das städtische Wohlfahrtsamt in Gießen.
II. (Schluß.)*) Jugendamt.
Durch Ortssatzung vom 31. Januar 1913 wurde hier die Berufsvormundschaft eingeführt, gleichzeitig als Ergänzung die st ädt. Sammelvormundschaft errichtet. Während sich die Derufsvormundschaft von Gesetzes wegen nur auf die im Wege der öffentlichen Armenpflege untergebrachteil Mündel zu erstrecken hatte, umfaßte die Sammelvormundschaft die Minderjährigen, deren Verhältnisse es wünschenswert erscheinen ließen, daß ihre Interessen von rechtskundiger Seite aus in vollem Llmfange und nachdrücklichst geltend gemacht wurden. Am 1. April 1924 trat das Reichsjugond- wohlfahrtsgeseh vom 9. Juli 1922 in Kraft. Es brachte in die bisherigen Fürsorgeverhältnisse mancherlei Aenderungen. So bestimmt § 35 dieses Gesetzes, daß mit der Geburt eines unehelichen Kindes das Jugendamt des Geburtsortes die gesetzliche Amtsvormundschaft über das Kind erhält. Von 1912 bis jetzt führte die städtische Vormundfchaftsstelle. heute Jugendamt genannt, 1544 Vormundschaften, von denen 712 im Laufe der Jahre beendet wurden, so daß gegenwärtig noch 832 zu versehen sind. An Zahlungen für die Mündel gehen augenblicklich monatlich rund 3500 Mk. ein. Wer jemals das „Vergnügen" hatte, das Amt eines Vormundes zu führen, der wird aus seiner Erfahrung zur Genüge wissen, welche Fülle von Arbeit. Verdruß und Llnannehmlichkeiten, unter Llmständen sogar persönliche Gefährdung mit einem solchen Auftrag verknüpft ist. Daraus famx man den Schluß ziehen, daß das Amt mit feinen 832 Vormundschaften keine Sinekure darstellt. Die Fürsorgeerziehung bestand im Rechnungsjahre 1913 über 62 Kinder, heute sind es 136. Hierzu kommen ferner noch zur Zeit Lieber- wachungen und freiwillige Unterbringungen, die sich auf etwa 100 Einzelfälle belaufen. Die Llnter-
*) Teil I in Rr. 285 vom 5. Dezember._______
gebrannt war. Auch Blaublau, Zwitschervogel mit dem glänzenden gefieder, fehlte.
S e ch st e s Kapitel.
Krr — itr — kraka — hazi! Auf
Die Luft wurde immer dünner und kälter, es schien, als hätten sich die Störche in der Richtung geirrt und flögen zu den Eiswüsten der Rordfeen statt zu den Traum ländern des Südens. Besorgt drückten Otto und Liesel ihre blaugefrorenen Väschen an das Fensterchen.
„Wiesenstelz, bist du auch auf dem richtigen Weg?"
„Schlaft, schlaft!" antwortete Wiesenstelz. „Ihr habt einen guten Postillion."
Otto und Lie'el krochen wieder in die Federn, aber schlafen, nein, dazu hatten sie keine Lust.
„Wie mag es im Feenland sein?" fragte Liesel, die jünger war als ihr Brüderchen und noch nicht viel von der Welt wußte.
Otto warf sich in die Brust, er war ausgezeichnet unterrichtet. Während der langen Abschiedsszenen vor dem unterirdischen Gang hatte er sich an die drei Abgesandten herangemacht, um ein wenig herumzuhören. Der mit dem schönen graumelierten Bart und der pelzbesetzten Jacke, die den Winterröcken der Rürnberger Bürger glich, gefiel ihm am besten und schien ihm am vertrauenswürdigsten.
„Entschuldigen Sie, lieber Herr," fragte er ihn, indem er ihn vorsichtig am Aermel zupfte, „Sie können mir sicherlich einige Fragen beantworten. Richt viele, denn ich möchte nicht unbescheiden fein, aber vielleicht wenigstens eine, oder auch zwei?"
„Sine, zwei, auch drei, wenn du willst," hatte voller Güte der Mann im graumelierten Bart, der niemand anders als Hans Sachs war, geantwortet.
Drei! Das lieh sich Otto nicht entgehen. An den Fingern abzählend, begann er mit dem Daumen:
„Ist Vater bei den Feen?"
..Die Väter haben immer mit den Feen zu tun“, antwortete Hans Sachs ausweichend. „Auch die Mütter. Wußtest du das nicht? Was sollten denn die Feen den ganzen Tag über tun, wenn sie nicht den Eltern die wunderbaren Geschichten zum Weitererzählen an die Kinder eingeben mühten."
Auf diese Weise suchte sich Hans Sachs geschickt herauszuxiehen, ohne eine Lüge zu sagen. Otto rih die Augen auf.
ins Feenland, wo man die Orangen korbweise pflücken kann, holt sich Krachauf einen
Schnupfen, der fürchterliche Folgen hat.
Die Störche schlugen die Richtung gegen die Höhenzüge dee. Iura ein. Weiße Wölkchen kamen den kühnen Luftfahrern entgegengezogen.
„Seewind!" stellte Luginsland fest. „Es wird besser sein, hoher zu fliegen."
„Schneestürme auf den Bergen!" entgegnete Schnabelspih schnippisch. „Wir müssen tiefer gehen."
Wiesenstelz schwieg. Sie wußte von 03ring» glück, daß Schnabelspitz die Gewohnheit hatte, immer zu widersprechen, und auch Luginsland war auf seine alten Tage etwas eigensinnig geworden. Kleine MeinungZverschiedenhei en gab es daher immer, sie hatten aber in diesem Falle um so weniger zu sagen, als beide Störche schließlich doch jenem sicheren Instinkt folgen würden, der allen Zugvögeln eigen ist, und in der Tat kümmerte sich keiner um seinen eigenen Ratschlag und ihren eigenen Warnungen zum Trotz, hielten sie sich weiter auf mittlerer Höhe.
„Mach du den Führer," flüsterte Kunigunde Wiesenstelz ins Ohr, und unauffällig schob sich das gescheite Storchensräulein nach und nach an die Spitze. Von diesem Augenblick an ging es rasch und sicher dahin.
aber nur für solche, die eine bestimmte wissenschaftlich wichtige Forschungsaufgabe lösen sollten, dann hat man einen kurzen Ueberblitf davon, was die Notgememschast der Deutschen Wissenschaft (die ihren Sitz in Berlin C 2, Schloß, Portal 3) hat. durch freudige Tätigkeit der Leitung und der Mitglieder der Ausschüsse geleistet hat. Die Auslandhilfe für die Notgemeinschaft ist nach der Wiederherstellung der deutschen Währung kaum noch vorhanden, aber Beziehungen zum Ausland hat die Notgemeinschaft vielfach geschaffen und dadurch dem geistigen Krieg entgegengewirkt, der leider immer noch im Ausland gegen die deutsche Wistenschaft geführt wird. Auf den verletzenden Ausschuß der deutschen Wissenschaft, den der „Conseil international des recherches" noch in Brüste! beschlossen hat, gibt führt wird. Auf den verletzenden Ausschluß der deutschen wistenschaftlichen Fortschritt und darum bleibt auch für die deutsche Ehre, deutsche wissenschaftliche Leistung und wirtschaftliche Entwicklung die Tätigkeit der Notgemeinschaft so dringend nötig und überaus wertvoll.
wie er vorhin die eingeschläferten Epi ^fachen zählte, um zu sehen, ob alle da waren, mußte er bemerken, daß Fifi, die Gummikahe, durch- der schone
Die Tätigkeit des Ärmenamts erstreckt sich auf die Fürsorge für S tadtarme und die für Ortsfremde. Beide Leistungen finden ihre gesetzliche Grundlage in der Reichsfürsorge- verordnung vom 13. Februar 1924.
Die Llnterstützungen an Stadtarme machten von Januar bis einschl. Rovember d. I. 2540 Fälle aus, in denen Fürsorge der verschiedensten Art — Miete, einmalige oder laufende Linker- stützung, Rahrangsmittelbeschaffung, Brennmate- riallieferung, Kleidung und Schuhe — gewährt wurde. Der Kostenauswand bezifferte sich auf rund 112 401 Mk. Im Monatsdurchschnitt nahmen 236 Llnterstützungsempfänger das Amt in An
spruch. Soweit Stadtarme auf Kosten des Amtes in den Kliniken verpflegt wurden, stellten sich für das Halbjahr April bis Septbr. d. I. einschl. die Gesamtzahlen für Erwachsene und Kinder wie folgt: 350 Fälle, 7044 Verpflegungstage, 22 779,27 Mk. Kosten. Hierzu kommen aber noch rd. 5640 Mk. Kosten für Verbandszeug.
Von besonderem Interesse sind die Ergebnisse der Ortsfremdensürsorge in der Zeit vom Januar bis Rovember d. I. einschl. Danach wurden hier durchreisende Wände r a r m e vom Wohlfahrtsamt gezählt und durch dieses verpflegt: Januar 505, Februar 485, März 458, April 406, Mai 378. Juni 253, Juli 447. August 458, September 606, Oktober 815, Rovember 1459. An Verpflegungskosten waren hierfür in den elf Monaten insgesamt rd. 4605 Mk. aufzuwenden, dazu kommen noch rund 2316 Mk. an Beförderungskosten, die in der Zeit vom April bis einschl. Oktober verausgabt wurden. Im Kapitel Klinikspflege fürOrls- fremde findet man folgende Leistungen verzeichnet: Januar 77 Fälle, Februar 58, März 195, April 64, Mai 61, Juni 60. Juli 62, August 36. September 35. Die Kostenaufwendung hierfür belief sich auf rund 64 300 Mark.
In der Provinzial-Pflegeanstalt find vom Wohlfahrtsamt in den Monaten April bis Oktober 290 Pfleglinge untergebracht worden. Die Kosten hierfür beziffern sich auf 11640 M., wovon rund 10 500 M. auf die Fürsorge für Stadtarme kommen.
Der Landes-Heil- und Pflegean- fla 11 muhte das Amt in den beiden ersten Quartalen des Rechnungsjahres 1925, also von April bis September, 172 Pfleglinge zuführen, für die in diesen sechs Monaten rund 44 800 Mark aufzuwenden waren: hiervon entfielen etwa 31 400 M. auf Stadtarme.
Im Säuglingsheim waren von April bis einschl. Oktober 236 Kinder in Obhut. Die Kosten beliefen sich hier auf rund 16 000 M.: etwa 5250 M. entfallen hierbei auf Stadtarme, rund 10 750 M. auf Ortsfremde.
Die Aufwendungen für Ortsfremde, von denen der Leser in diesem Abschnitt mehrfach Kenntnis erhält, werden unserer Stadt, wenn leistungspflichtige Fürsorgeverbände für die von hier aus betreuten fremden Pfleglinge aufkommen müssen, natürlich zurückerstattet. Soweit es sich bei den Ortsfremden aber um Landarme handelt, für die kein Fürsorgeverband ersatzpflichtig ist, zahlt der Landesfürsorgeverband Hessen die Hälfte der Kosten, während die ändere Hälfte endgültig unsere Stadt belastet.
Einige Schlußbetrachtungen.
Die Darlegungen in den beiden Artikeln, in denen nur die Haupttätigkeitsgebiete behandelt wurden, während gar manche kleine Rebenaufgabe beiseite blieb, lassen erkennen, daß von unserem Wohlfahrtsamt eine Arbeit geleistet wird, über deren weitgespannten Umfang bis jetzt wohl nur eng begrenzte Kreise der Bürgerschaft sich eine rechte Vorstellung gemacht haben. Die vielfachen Aufgaben, die — tote wir sahen — zum weitaus größten Teil durch reichsgesetzliche Vorschriften von den Kommunen als Pflichtleistung erztoun-
folglen ihm mit den Blicken, solange sie konnten, auf der Erde Zurückbleibenden. Alle Spielfachen Schließlich sah man nur noch einen Punkt am fernen Horizont und dann gar nichts mehr. Da fuhr sich der eine mit dem Aermel über die schneuzte sich geräuschvoll, kläglich, der vierte bellte Wieder andere seufzten vor
Pelzmärtel.
Ein Rürnberger Spielzeugroman.
Aach dem Italienischen der Teresah erzählt von Gustav W. (Sb er (ein.
Copyright 1925 bh A. Scherl G. m. b. H„ Berlin.
___ _______ _ . Puppen konnten sich nicht
beruhigen. Jetzt kam erst das Schwere: eine finstere Höhle riß ihren schrecklichen Rachen aus, um ihre zierlichen und vornehmen Persönchen zu verschlingen. Pelzmärtel hatte zwar versprochen, sie ein Jahr lang in Schlaf au versetzen. Aber wird er auch fein Versprechen halten? Wird es auch wirklich keine Kröten, Käser und — huh, wie gräßlich — Mäuse geben? Bei dem Gedanken, daß ihnen eine Waus die
bringung der Fürsorgezöglinge verursachte im Rechnungsjahr 1924 einen Kostenaufwand von rd. 23 450 Mk.. von dem die Hälfte vom Ministerium des Innern ersetzt wurde. Von den Mündeln und Zöglingen sind in Anstalten und Heimen 109 untergebracht. auf dem Lande in Oberhessen 129, und zwar im Dekanat Grünberg 40, Dekanat Schotten 21, Dekanat Lauterbach 31, im übrigen Oberhessen 37.
Kindererholungssiirsorgc.
Diese Tätigkeit, vom Standpunkt der Volls- gesundheit der Zukunft aus eine der wichtigsten Ausgaben des Heute, wird natürlich vom Wohlfahrtsamt mit allem Ernst betrieben. In diesem Kalenderjahr schickte . es 60 erholungsbedürftige Kinder unserer Stadt zu einem sechswöchigen, kräftigenden Aufenthalt in die ausgezeichnete Kindererholnngsstätte auf dem Heuberg. Die Kosten hierfür bezahlte die Stadt mit rund 6000 Mark. In den Solbädern Dad-Rauheim und Kreuznach brachte das Amt in bleiern Jahre 40 Kinder unter, für die rund 2800 Mk. zu zahlen waren. 43 Kinder gingen zur Erholung an die Ostsee (Arendsee). Die Auswahl der auf städtische Kosten zu den Erholungsstätten zugelassenen Kinder erfolgt selbstverständlich nicht laienhaft oder willkürlich, sondern Die Entscheidung darüber ist abhängig von dem Befund einer sorgfältigen ärztlichen Llntersuchung der Kinder Rebenbei sei hier eingeschaltet, daß die zu Erholungsaufenthalten bestimmten Kinder von Krieger- Hinterbliebenen auf Kosten der Hauptsürsorge- stelle untergebracht werden, so daß hieraus eine Belastung der Stadt nicht entsteht.
Dorzugsrentendersahren.
Auf Grund des Gesetzes über die Ablösung öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 und der Ausführungsverordnung hierzu vorn 3. September 1925 sind die Dezirksfür - sorge stellen (Wohlfahrtsämter) mit dem Vorzugsrentenverfahren beauftragt. Bei dem Wohlfahrtsamt Gießen liegen bis jetzt 220 Anträge vor. Die Anträge sind von dem Wohlfahrtsamt daraus zu prüfen, ob der Antragsteller bedürftig ist, Reichsangehöriger ist und im Inlande wohnt. Lieber den Antrag selbst entscheidet in erster Instanz der „ A u s s ch u ß f ü r d i e V o r A u g s r e n t e n". Er besteht aus einem Vertreter des Versorgungsamtes und einem Beamten des Wohlfahrtsamts. Auf Beschwerde gegen die Ablehnung entscheidet in zweiter Instanz der Oberausschuß für die Dorzugsrenten. Die Festsetzung und Auszahlung der Rente erfolgt durch
gen werden, machen naturgemäß einen Verwaltungsapparat notwendig, der mit den alten Begriffen d r wesentlich enger begrenzten Wohlfahrtsarbeit g..r nicht übercinflimmt. Lind doch lvird jeder, der Einblick in die Dinge hat, zu- geben müssen, daß auf dem Wohlfahrtsamt kräftig gearbeitet wird. Daß durch die verstärkte Sozialarbeit auch die städtischen Finanzen erheblich beeinflußt werden, geht aus den mitgeteilten Ziffern deutlich hervor. Aber trotz dieser Belastung muß man bedenken, daß nach dem furchtbaren Ricderbruch unseres Volkes durch den Krieg und die Rachkriegs- und Inflationszeit jetzt umfassendere Sozialarbeit unabweisbare Pflicht der Volksgesamtheit ist, um schwer b drängte Volksgenossen vor dem .Untergang zu bewahren. Treffend hat der Leiter unseres Wohlfahrtsamtes, Beigeordneter Dr Frey, in «einer Denkschrift an das Stadtparlament zur Begründung der Wohl- fahrtsausg-ben für 1925, darüber hinaus aber zur Charakterisierung der ganzen Lage hinsichtlich der So-ialarbeit gesagt: „Es ist-h^.e Rech, nung über den verlorenen Krieg, die den deutschen Städten damit überreicht wird", wobei er die überall stark angewachsenen Wohlfahrtsausgaben im Auge hatte. Leider wird dieser inhaltschwere Sah noch auf Jahre hinaus seine bittere Geltung haben.
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Kirchliche Nachrichten.
Evanael'sche Gemeinden.
Gießen. Sonntag, 13. Dezember. 3. Advent. Stadttirche. 91/,; Pfarrer Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde. Pfarrer Mahr. 5 Uhr: Pfarrer Decker. Beichte u. heil. Abendmahl für die Markusgemeinde. - JohannesUrche.97,:Pfarrass. Schultheis. 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde- Pfr. Bechtolsheimer. 5: Pfr. Ausseid. Beichte u. heil. Abendm f. d. Iohannesgem. - Kirchberg. 10: Lollar. Rachm. 17,. - Donnerstag 17. Dezemb. abends 8H2: Daubringen Bibelstunde - Wieseck. 97« Beichte- 93«Predigtgottesdienst, im Ans chl. Feier d. heil Abendm. 11 Kinderk. Abds. 71 , Adventsand. Watzenborn«Garbenteich. Wahenborn-Steinberg. 3 (Dersammlung der Frauen und Jungfrauen. Dekan Guhmann). 77r. Abendgottesdienst. Garbenteich: 1.
Katholische Gemeinden.
Gießen. Samstag, den 12. Dez. 47, u. 7 Beichte. Sonntag, den 13. Dezember. 3. Adventsonntag. 67? Beichte, 7 Messe, Kom. der Jünglinge, 8 Kom-, 9 Hochamt mit Predigt, 11 Messe mit Pred., 57, Adventsandacht. - Grünberg. 97, Messe mit Predigt. — Hungen. 9',„ Hochamt mit Pred. — Lich. 77,. Messe mit v rebigt.
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