Ausgabe 
11.11.1925
 
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Nr. 265 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

Mittwoch, V. November W25

Aus Natur und Technik.

Ein Wandelbildwerfer mit optischem Ausgleich.

Ein Wunderwerk heimis er Industrie.

Aon Wilhelm A u ch m a n n.

Die Pfade, die die Technik wandelt, sind of* seltsam. Da tritt eines Tages an die schaffenden Ingenieure eine Aufgabe heran, für die cs mehrere Lösungswege gibt. Einer ist der beste. Dies wird auch klar erkannt, aber ungeheure Schwierigkeiten türmen sich bei seiner Verfolgung aus. Ein anderer wenn auch unvollkommenerer Weg führt auch zum Ziel, und zwar schneller und einfacher. Was Wun­der, wenn sich die Erfinder zunächst vornehmlich

Bild auf das nächstfolgende kann dabei vor'genom- men werden, ohne das; ein Abblenden in der Wech­selzeit notwendig ist.

Der Gedanke des optischen Ausgleichs tauchte schon 1877 auf, also lange bevor im Jahre 1895 der erste brauchbare Kinematograph erfunden wurde. In dem nun folgenden Wettlauf gewann das

dieser Lösung zuwenden, um überhaupt etwas zu bringen. Erft viel später, wenn die allgemein fort­geschrittene Technik dem Erfinder neue Hilfsmittel und Erkenntnisse an die Hand gibt, ersteht dann der Traum des Vollkommenen zur Wirtlichkeit.

Ein kennzeichnendes Beispiel hierfür bietet der Entwicklungsgang der. Wandelbildwerfer (Kinopro- jektionsapparate). Beim Film werden bekanntlich auf ein langes Band in der Minute etwa tausend Aufnahmen gemacht, so das; in Bewegung befindliche Gegenstände auf jedem einzelnen Filmbildchen in einer vom vorhergehenden Bildchen verschiedener Stellung ausgenommen werden. Für die Wieder­gabe gibt es nun zwei grundsätzlich verschiedene Möglichkeiten. Bei beiden wird die Trägheit des

System des ruckweise fortgeschrittenen (filme einen gewaltigen Vorsprung. Man hatte zwar schon früh erkannt, das; der optische 'Ausgleich die unzwei- selhast beste Lösung ist, aber keiner der zahlreichen Erfinder kam über unbefriedigende Versuchsmodelle hinaus, von denen übrigens zwei auf der Berliner Kino- und Photoausstellung gezeigt wurden.

Es blieb dem Deutschen Emil Mechau vorbe­halten, in jahrzehntelanger stiller Arbeit in Ge­meinschaft mit den Optischen Werken von Ernst Leig in Wetzlar einen Wandelbildwerfer mit optischem Ausgleich zu schaffen, der in seiner Art als genial bezeichnet werden muf;. Der Apparat ist so interessant und für die Zukunft des Films so bedeutungsvoll, daß versucht werden soll, in seine Geheimnisse einzudringen.

Unsere Bilder sollen das Verständnis für die

rückgeführt. Für die Kippbewegung wäre es das Einfachste, sie geradlinig unter dem Lichtbüschel zu bewegen und dann nach Art einer rollenden Treppe zurücklaufen zu lassen. Der Erfinder ordnete sie jedoch auf einem Kreise als Sektorspiegel an, da­mit sie noch eine weitere Ausgabe erfüllen können, von der wir gleich noch sprechen werden. Trotz der Kreisbewegung müssen die Spiegel aber beim Vor­beigang am Lichtbüschel ihre Kippachse unverändert beibehälten. Dabei ruhen sie im Punkt 6 auf Kugel­gelenken, die an den mit der Welle 5 verbundenen Armen 4 sitzen. Gesteuert werden die Spiegel durch ein Genauigkeitsgetriebe und Kurvenscheiben, die auf ein Hundertstel Millimeter genau geschlissen sind. Die Spiegel selbst werden bis auf ein tausend­stel Millimeter genau eingerichtet.

Die zweite Aufgabe der Spiegel ist die, das Licht im Bildfenster richtig zu verteilen. Betrachten wir jetzt noch einmal das Bild 2. Das Licht der Bogenlampe 9 wird vom Hohlspiegel 10 über die Sammellinse 14, die Linsen 15 und die Spiegel 3 in ihrer unteren Lage über ein Prisma 16 aus das Bildsenster geworfen, das mehrere Bildchen hoch ist, und durch das der Film 1 von der Vorratstrommel 21 zur Sammeltrommel 22 läuft. Die Spiegel füh­ren in ihrer unteren Lage gleichfalls Kippbewegun­gen aus, die denen in der oberen Lage genau ent- geoeiig-setzt sind. Dadurch werden die einfallenden Strahlen einem in das Fenster cintretenDen Bild­chen genau nachgeführt, bis es wieder verschwindet .,ud der nächste Spiegel das nächste Bildchen auf seiner kurzen Wanderung beleuchtet.

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Bild 1

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Bild 2.

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Bild 3.

Bild 4.

Auges ausgenutzt, das die einzelnen Bewegungs- ftufen miteinander verknüpft, also die schnell vor­geführten Bilder als zusammenhängend auffaßt und damit eine vorgetäuschte Bewegung erschaut.

Der eine Weg, der bisher beschritten und auch zu Hobe technischer Vollkommenheit ausgebaut wurde, ist der, das; jedes einzelne Filmbildchen einen Augenblick lang im Bildfenster des Vorführungs­apparates festgehalten wird. Dann schließt eine aus umlaufenden Flügeln bestehende Blende den Strah­lengang zur Leinwand ab, und in dieser Zeit wird der Film ruckartig um ein Bild weiter vorgezogen, moicuf sic"' die Blende wieder öffnet und so fort. Zwischen zwei Bildern herrscht auf der Lein­wand also völlige Dunkelheit, die dem Beschauer beim schnellen Vildwechsel ober gar nicht zum Be­wußtsein kommt, trotzdem versucht das Auge dau­ernd, sich den raschen Helligkeitsschwankungen an- zupassen und ermüdet dadurch. Die ruckartige Be- laegling beansprucht sowohl den Film wie auch die Öetnebeieilc des Apparats außerordentlich hoch; ein schneller Verschleiß ist die Folge.

Der zweite Weg ist der des optischen Ausgleichs. Dec Grundgedanke besteht darin, den Bildstreifen mit gleichmäßiger Geschwindigkeit durch das Bild­fenster zu ziehen. Da die einzelnen Bilder aber dann nicht auf der Leinwand feststehen, sondern über sie hinweghuschen würden, muß in den Stahlengang eine Vorrichtung eingeschaltet werden, die die Be­wegung wieder aufhebt. Der Wechsel von einem

Wirkungsweise erleichtern. Das Bild 1 zeigt schema­tisch die wichtigsten Teile der Ausgleichungsvorrich­tung. Der Filmstreifen 1 läuft mit gleichbleibender Geschwindigkeit in einer kreisförmigen Führung vor der Linse 2 vorbei und wird dabei von hinten be­leuchtet. Seine Bilder werden über die Spiegel 3 und 7 an die Wand 8 geworfen. Betrachten wir einen Bildpunkt bei 11 und lassen ihn nach 12 wan­dern, so wird sein Abbild ebenfalls an der Fläche 8 wandern, und zwar nach oben. Kippen wir nun aber den Spiegel 3 um den Punkt 6 aus der Stel­lung 31 in die Stellung 32, so wird die Bild- wanderung aus der Wand 8 aufgehoben. Läuft der betrachtete Bildpunkt weiter nach 13, und kippt der Spiegel 3 mit entsprechender Geschwindigkeit in die Stellung 33, so bleibt das Spiegelbild unbeweglich an der Wand stehen. Nun soll aber doch auch ein Wechsel der Bilder eintreten; das wird dadurch^ er­reicht, daß der Spiegel 3, wenn er in der Stel­lung 33 angelangt ist, aus dem vom Punkt 13 aus­gehenden Strahlenbüschel herausbewegt und durch einen neuen, in der Anfangslage 31 stehenden Spie­gel ersetzt wird, der nun seinerseits den neuen, von 11 aus wandernden Bildpunkt weiter wirft (Bild 2), bis er von einem dritten Spiegel abgelöst wird, und so fort. Was für einzelne Punkte gilt, trifft auch für die ganzen Bildchen zu. Die wandernden Spiegel, von denen eine ganze Anzahl vorhanden sein muß beim Mechau-Bildwerfer sind es 8 werden nun immer wieder zum Anfangspunkt zu­

Don derIellenputzerin" zur Sammlerin.

Der Lebenslauf einer Diene.

So unendlich viel man sich auch wissenschaft­lich mit der Biene bereits beschäftigt hat und so Wichtiges auch gerade in letzter Zeit über ihr ..Sehen" undHören", über ihre Sammeltätig­keit und ihreWerbetänze" beobachtet worden ist, so wissen wir doch bis heute über die eigent­lichensozialen Probleme" des Bienenstaates noch nichts Zuverlässiges. Zwar ist die Vertei- lang der Arbeit auf die einzelnen Kasten be­kannt: Die Königin allein legt Eier, die Droh­nen haben lediglich die Aufgabe der einmaligen Begattung der Königin; alle übrigen Pflichten werden ausschließlich von den Arbeiterinnen er­füllt. Aber wie verteilen sich die Leistungen auf die Arbeiterinnen? Gibt es in ihrer Kaste noch Llnterlasten? Tut eine Arbeiterin ihr Le­ben lang dasselbe oder übt sie die verschiedenen Tätigkeiten nacheinander aus? Einen Einblick in diese intimeren Vorgänge des Dienenstaates ermöglichen nun zum erstenmal zahlreiche und mühsame Dersuche, die G. A. R ö s ch vorgeiwm- men hat und bei denen er die einzelnen Bienen in einem in ganzer Wabenausdehnung überseh­baren Deobachtungsstock numerierte. Aus diese Weise ist es geglückt, die ganze Lebensgeschichte der einzelnen Biene zu verfolgen uiu> die auf das feinste durchgeführte Arbeitsteilung im Die­nenstaat festzustellen. Wenn die frisch geschlüpfte Diene die Beste der Puppenhaut von ihrem Körper abgeputzt hat, dann beginnt sie ihre soziale Tätigkeit stets alsZellenputzerin": sie kriecht in leere Druüellen hinein und macht sie sauber, damit sie Die von der Königin ge­legten Eier aufnehmen können. Hat die Zellen- puherin mehrere Zellen besucht, dann sitzt sie stundenlang ruhig da, aber immer nur auf Drut-

zellen, und zwar ist dann ihre Ausgabe, tue Drut zu wärmen, wie ein über die Zelle geleg­tes Federbettchen. In dieser ersten Lebenszeit läßt sich die junge Diene noch von älteren Ge­nossinnen füttern. Erst vom dritten Lebenstage an holt sie Pollen und Honig aus den Dorrats­zellen und beginnt nach der indirekten mit der direkten Brutpflege, indem sie den mindestens 4 Tage alten, also fast erwachsenen Larven Pol­len und Honig in ihre Zelle hineingibt. Die Futterdrüse" ist zu dieser Zeit noch nicht funk­tionsfähig, aber da biere Diene ein gut Teil der Vorräte für sich zur Aahrung behält, reift die Futterdrüse bald heran, und vom 6. Lebens­lage an vermag sie. aus dieser Drüse zu sezer- nieren. Darauf geht sie sofort dazu über, ju­gendliche Larven mit dem Futterdrüsensaft,u füttern. Alle Larven erhalten so von den min­destens etägigen Arbeiterinnen Drüsensaft, die älteren auch noch von den jüngsten Dienen Pol­len und Honig.

Dis zum 15. Lebenstage etwa ist die junge Diene beim Füttern der Brut beschäftigt, dann bildet sich ihre Futterdrüse zurück. Gleichzeitig ändert sich das Denehmen Der jungen Diene vollständig. Sie nimmt jetzt Intereste an den Werbetänzen der beladen heimkehrcnden Feld­bienen, von denen sie vorherwie erschreckt ge­flohen"; wenn sie einmal an einem schönen son­nigen Tage dem Flugloch zu nahe kommt, so wird sie in den allgemeinen Wirbel mit hinein­gerissen und verläßt zum erstenmal den Stock. DomInnendienst" geht sie so allmählich zum Außendienst" über.

Die ersten Flüge dienen jedoch nur Der Orientierung, ohne daß sie selbst noch sammelt. Dickmehr liegt ihr Hauptbetätigungsgebiet nach wie vor im Stock; sie beginnt nun den heim­kehrenden Sammlerinnen Den Rektor abzuneh­men, um ihn teils an Stockgenossen zu verfüttern, teils in die Dorratszellen zu tragen. Außerdem

Diese Vorgänge verschmelzen völlig miteinander, wie unser Bild 3 lehrt, das eine Ansicht der Spie­gelsektoren von oben in vier verschiedenen Stel­lungen a bis d gibt. Im Bild 3a ist ein Filmbild gerade in der Mitte des Fensters. Unten und oben ist je ein Spiegel voll im Strahlengang. Bei einer geringen Drehung der Scheibe wird bereits das nächste Bild mitbeleuchtet Bild 3b und an die gleiche Stelle der Leinwand geworfen. Seme Helligkeit ist aber noch schwach. Das erste Bild nimmt nun aber genau um soviel an Hel­ligkeit ab, wie das zweite zunimmt, so daß die Ge­samthelligkeit dauernd gleich bleibt. Im Bild 3c hat jedes Bild gleiche, aber halbe Beleuchtung, und im Bild 3d ist das erste Bild schon fast verschwunden.

Der Eindruck, den man auf der Leinwand hat, ist verblüffend. Die Bilder kommen gleichsam eins aus dem andern hervor, und die bewegten Gegen­stände erscheinen fast körperlich. Das Auge spürt nicht die geringste Ermüdiing, da jeder Helligkeits­wechsel tatsächlich vermieden ist. Der Film wird, da er völlig gleichmäßig bewegt wird, äußerst gering beansprucht. Die Vorführgeschwindigkeit ist beliebig. Werden gewöhnliche Filme ganz langsam gedreht, z B. mit etwa vier Dildwechseln in der Sekunde, so scheint man Zeitlupenaufnahmen vor sich zu haben. Der Wechsel von einem Bild zum andern erinnert an die bekannte Darstellung von Traum- erscheinungen im Film, wo das Traumbild all­mählich in anderen erscheint und dann wieder lang- EnsacBscawzaM i i IMUI III»! ii 11 ai1 ct

ist sie alsPollenstampferin" tätig. Wenn näm­lich die heimkehrenden Poklensammler ihre Hös­chen in den Dorratszellen abstreifen, Dann stampft unsere Stcckbiene die Pollenlugeln zu einer festen Masse zusammen. Endlich entfernt sie Fremdkörper aus Dem Stock, nagt die Drut- zcllenränder glatt unD erleichtert durch Auf- b.itzen der Wachsdeckelchen den 3ungbienen das Ausschlüpfen. Gegen Ende dieser zweiten Pe­riode im Stock, Die ungefähr bis zum 20. Le­benstage Dauert, versieht sie Den Wächterdienst, hält sich dauernd in unmittelbarer Bähe des Zkuglochrs. kontrolliert die heimlehrenden Die­nen. wehrt zudringliche Wespen ab und sorgt für Ordnung. Erst dann wird sie aus der ..Haus­biene" zur Feldbiene. Dienten ihre Flüge bis dahin dazu, sich Die Ortskenntnis in der Um­gebung zu verschaffen, so kehrt sie plötzlich eines Tages mit Fracht beladen heim und entledigt sich derselben im Stock genau so wie die er­fahrenen Sammlerinnen. Dur tanzt sie zunächst noch nicht; siespricht" weder, nochversteht" sie Die Dienensprache. Erst ganz allmählich nimmt sie an den Werbetänzen teil.

ImHofstaat" der Königin findet man Die­nen aller Lebensalter, die sich in diesem Dienst beständig abwechseln. So herrscht eine aufs feinste abgewogene Harmonie im Leben und in der Arbeit des Bienenvolkes. Das Lebensalter der Sommerbienen wurde mit etwa 37 bis 48 Tagen festgestellt; die älteste Diene wurde mit 55 Tagen zum letzten Mal im Stock gesehen. Von der WolkenphotograMe.

Wie viele Amateurphotographen versuchen sich, von der künstlerischen Wirkung angezogen, am Wolkenphotographieren und wie wenig wirk­lich gute Resultate werden dabei erzielt. Die Technik der Wolkenphotographie ist allerdings auch sehr schwierig. Um diese Schwie­rigkeiten zu überwinden, muh man erstens die

sam verschwindet. Ganz besonders missallend ist über die vollkommene Gera. ^.uosigtc.t Der Vorfüh­rung, denn das gewohme Mchrtzinengewehrknat- tern, das eine unvermeidbare Begleitmusik bei unseren jetzigen Vorführungen bilde«, füllt natürlich weg, da cs von Der ruckartigen Bewegung Des Films in Den bisherigen Vorführur.gsapparaten stammt. llt ..

Unser Bild 4 gibt eine Ansicht Des vollständigen Apparates. Das Lampengehäuse 19 und Die -irom= mel 20 mit den bewegten Spiegeln ruhen auf einem Fuß 18. Im Teil 23, Der zum Einlegen des Films um die Achse 21 nach unten gekippt werden tonn, befinden sich das Prisma und Die Linsen 15. 17 ist ein auswechselbares Teleobjektiv zur Ein­stellung Der BilDvergrößerung. Die Filmtrommeln 21 unb 22 sinD liegend ongeorDr.et, was ebenfalls außerorDentlich zur Filmschonung beiträgt. Der Apparat kann o'.ich für unbewegte Lichtbilder be­nutzt werden.

JDer neue WanDelbildwcrfer ist ein Meisterwerk allerersten Ranges, und er kann Dem Planetarium von Zeiß als ebenbürtig on Die Seite gestellt wer­ben. Die deutsche optische Industrie hat Damit wie- Derum bewiesen, Daß sie des Rufes als Der ersten in Der Welt Durchaus würdig ist.

Auf Dem Wegs zur Steppe.

DieDernichtung unserer Moore.

Von Max Schneider.

Niemand bszw7 feit, daß die K.Iti- Vierung und Des cdrlung von Oedlän're- rcicn ein nationales und j d r Förderung würdiges Werk, ist. Immerhin l egen in einer einseitig übertriebenen Meliora- tion he mailichen Bodens Gefahren, d e vielleicht nicht genügeno beachtet werden und auf die im folgenden ein Fachmann Die Öffentlichkeit hinweist.

In die'en Tagen brachlen D e Tageszeitungen Die Rachricht, daß Die Deutsche Oedlandkultur- gesellschaft m. b. H. nun Darangehen will, auch das Havelluch zu kultivieren. Doch in d.esem Jahr sollen von dem über 100 000 Morgen in Frage kommenden Revier 6000 Morgen urbar und saat- fertig gemacht werden. Dieser, wie es heißt, bis jetzt minderwertige Boden wird bald in bestes Wiesen- und Weideland umgewandelt fein, auf Dem 40 000 Stück Großvieh gehalten werden können, von dem täglich 300 000 L.ter M.Ich und jährlich 100 000 Zentner Fle sch für D e Großstadt zu erwarten sind. Berlin hat sich darum auch sofort bereit erklärt, der D.Oe.K.G. ein Darlehen von 800 000 Mark zu gewähren.

Als ich vor mehr als zehn Jahren nie:ne Studien in diesem Gebiet begann, war das ganze Luch von Bauen bis Rhinow, abgesehen von einzelnen in das Tal hine.ngestrichelten In- landsdi'menzügen und Talsandhorsten ein e nziges grünes Wiesenmeer, an dessen Rand D.ehkoppeln vor den Ortschaften lagen und ganz selten einmal ein kleiner anderer Farbfleck a tf den schüchternen Versuch des Anbaus einer Feldfrucht hindeutete. Wer damals cs gewagt hätte, in Der Zeit von Anfang September bis Mitte Juni diese grünen Weiten zu durchqueren, ohne die sicheren Wege genau zu kennen, wäre bald im Moor stecken geblieben. Heut ist das ganz anders. Das Luch ist durchweg den größten Teil des Jahres glatt passierbar. Seine eigenartige Tierwelt ist fast völlig verschwunden. Aus dem einst unruhigen Moorboden mit schlechten Gräsern waren fast überall schöne glatte Wiesen geworden, deren Edelheu für Stallfütterung stark begehrt wird. Aber das meliorierte Luch hat den Viehbestand des Havellandes selbst nur wenig vermehrt und Die Milchlieferung Der Städte in erster ßinie nur durch die besseren Transportmöglichkeiten (Oluto) gesteigert. Ein großer Teil des Heus ist Darum HandelsproDukt geworden. .

Inzwischen hat daneben noch eine bedeu­tungsvollere Wirtschaftsbewegung eingesetzt. Wer einmal mit der Dahn von Friesack bis Rauen fährt, kann sich schon vom Zuge aus davon überführen. Wo sich noch vor wenigen Jahren nichts als weite Grasslächen ausdehnten, tauchen anfangs als kleinere dann immer größere Inseln Lupinen-, Ruben-, Kartoffelfelder auf; Roggen-- unD Haseräcker nehmen ständig zu. bis von Paulinenaue über Dergerdamm nach Rauen dos ganze frühere weite Luch in ein einziges Riesen­ackerfeld übergeht, auf dem nun in umgekehrter

Dlauwirkung Der die photographische Platte trefsende:i Strahlen zurückhalten, zweitens mutz die Platte durch einen der Emulsion zugesehten Farbstotz für Gelb und Grün empsindlich ge­macht werden. Tim das Blau zu dämpfen, schal­tet man vor oder hinter das Objekt eine mono­chromatische Gelbscheibe ein. Drei Gelb­scheiben von verschiedener Dichte werden für die meisten Zwecke genügen. Die hellste Gelbscheibe benützt man zur Aufnahme stark glänzender Wol­len bei blauem Himmel, während man die dun­kelste für ganz feine Wolken bei blauem Himmel verwendet. Da durch das Filter das Blau des Himmels gedämpft ist und die grünen weniger brechbaren Strahlen in größerer Menge ein­treten, mutz man eine Platte verwenden, Die auch für die grünen Strahlen empsindlich ist. Die gewöhnlichen Trockenplatten sind nicht für Gelb empfindlich, aus diesem Grunde mutz man oriochromatische Platten verwenden. Heber die Delichtungszeit lassen fid) sehr schwer nähere Angaben machen; denn selbst bei großer Er-, lahrung wird man sich oft über die Helligkeit Der Wolken täuschen. Will man Wolken ohne Halbtöne, (Sirren, photographieren, so arbeitet man vorteilhaft mit einer kleinen Blende und be­lichtet kurz. Die Platten sind dann nach Der Ent­wicklung zu verstärken, wozu man sie für einige Minuten in eine einhalbprozentige Sublimat­lösung bringt, dann auswäscht und sie fo lange in einer zweipro.-entigen Lösung von Schlipp- schem Salz läßt, bis Die Gelatine von Der Lö­sung Durchdrungen ist. Zu Den technisch schwie­rigsten Aufnahmen gehören die Ausnahmen ganz zarter Cirren in ihrer Entwicklung und Um­formung oder auch bei ihrer Auflösung. Sehr zweckmäßig für Wolkenaufnahmen sind Weit­winkelobjektive zu verwenden, da man durch sie einen guten Ueberblid über die Gesamtheit Dec Erscheinung erhält.