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Mittag- und Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine

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Fahrgasse

Gießener Wochenmarktpreisc.

am 11. 2(pri( 1925 (Händlerpreise).

Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkte: Butter 230, Matte 40, Käse 70, Wirsing 35, Weiß« kraut 20, Rotkraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, topinot 4050, Römischkohl 20, Unler-Kohl- acht 8, Mischgemüse 20, Grünkohl 25, Rosenkohl 70, ^Feldsalat 100, Tomate« 130, Zwiebeln 30, Meerret­tich 60100, Schwarzwurzeln 70, Kartoffeln 5, Aepfel 1520, Birnen 12, Dörobst 35, Honig 40. rjunge Hahnen 100, Suppenhühner 120140, Nüsse 80 Pf. je Pfund; Eier 11, Blumenkohl 60150, Salat 60, «alatgurken 150, Endivien 80, Lauch 5 bis 10, Sellerie 2080 Pf. je Stck; Radieschen Bund 2040 Pf.

werbofchure für Mädchen frergewoiLene Stelle der Haushaltungslehrerin Frl. D r ü n g e s aus Kassel übertragen. Am dritten Ostertag findet hier ein großer Kreisfeuerwehrtag statt, dem eine Klebung der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr vorangeht.

bl. Herborn, 9. April. In der Gemarkung Medenbach entdeckte man vor kurzem eine ganze Anzahl von S t e i n b r ü ch e n, die sich zum Teil im Gemeinde- und zum Teil im Privatbesitz befanden. Bei dem Verkauf resp. Verpachtung er­zielte man hohe Preise.

Strafkammer Gießen.

*" Gießen, 7. April. Dec Schuhmacher K.A. auSReichelsheim hatte zusaimnen mit dem Jugend­lichen TD. G. für einen neuzugründenden Verein im Auftrag von anderen an Hand einer Liste eine Sammlung veranstaltet. Don den erhaltenen Beträgen behielten sie zusammen 3 Mk. zurück und änderten an zwei Stellen der Aste die ge­zeichneten Summen entsprechend ab. Das Schöffen­gericht hatte R. wegen Unterschlagung und Be­trugs zu je 30 Mk. Geldstrafe verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt zur Erzielung einer Verurteilung auch wegen schwerer Urkundenfälschung. Die Straskammer erblickte im Gegensatz zum Vorderrichter in der Liste eine beweiserhebliche Urkunde und verurteilte R. wegen schwerer Urkundenfälschung in Tateinheit mit Unterschlagung zur Mindeststrafe von einer Woche Gefängnis. Gegen G. wird vor dem Jugendgericht demnächst verhandelt werden.

In der Aeujahrsnacht war, wie bekannt, in Heuchelheim in der Wirtschaft von G. durch un­vorsichtiges Umgebe» mit einer Armeepistole ein junger Mensch ums Leben gekommen. H. M. und C. S. aus Heuchelheim waren deshalb am 11. Fe­bruar 1925 vom Schöffengericht wegen fahrlässiger Tötung zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden. S. hatte die Strafe hingenommen. M. dagegen Berufung eingelegt. Er bebauptete, schuldlos zu sein. S. habe ihm die Pistole, nach­dem er auf seine Frage, ob sie auch leer fei, von S. eine bejahende Antwort erhalten habe, über den Tisch gereicht, dabei sei der Schuß losgegan­gen und habe den ihm gerade gegenübersitzeichen W. R. getroffen; er könne nicht einmal sagen, ob sich die Pistole in seiner Hand oder in der deS S. entladen habe. Das Gericht glaubte diesen Behauptungen nicht, zumal sie in wesentlichen Punkten von seiner früheren Aussage abweichrn. Es folgte vielmehr de» Ausführungen des heute als Zeuge auftretenden S. Dieser bekundete, M. habe die Pistole von ihm in Empfang genom- nien, vor sich auf den Tisch gelegt und mit beiden Händen daran hantiert; dabei sei der Schuh gefallen. Die Kammer erblickte die Fahr­lässigkeit be£ M, der selbst zugibt, als Soldat mit dieser Waffe ausgebildet worden und mit ihrer Handhabung genau vertraut zu sein, in dem Umstand, daß er sich nicht alsbald s e l b st überzeugte, ob die Pistole leer oder ordnungs­mäßig gesichert sei. Da die vom Schöffengericht ausgesprochene Strafe angemessen erschien, wurde die Berufung verworfen.

Eingesandt.

Die Stoubplage in der Frankfurter Straße.

Wer t» der Frankfurter Straße wohnt und zu den regelmäßigen Passanten derselben gehört, ist wirklich zu bedauern. Durch den starlen Autv- verkehr, wie wir ihn in keiner zweiten Straße unserer Stadt haben, wird, durch das zur Zeit herrschende trockene Wetter begünstigt, ein Staub aufgewirbelt, der das Wohnen und Passieren in dieser Straße zu einer Qual gestaltet. Aach dem städtischen Sprihfaß, welches hier lindernd ein­greifen könnte, sieht man sich vergeblich die Augen aus. Es wäre angebracht, wenn sich die Stadt­verwaltung von Vorstehendem überzeugen und entsprechende Maßnahmen ergreifen würde.

Ein Bewohner der Frankfurter Straße.

Parsifal; im Schumann-Theater

Turnen, Sport und Spiel.

Straßenrennen

quer durch Ohm- und Lahntahl.

Mehr als 200 Rennfahrer und über 1000 Wan- frrsahrer ließen sich in die Meldeliste eintrage». Der Start ist am 2. Ostertag, vormittags 8 Uhr, i» Kirchhain. Die ersten Fahrer dürften gegen 12 Uhr, von Lollar kommend, über die Steinstraße, Westanlage, die Hauptkontrolle Gasthaus Doller, in Gießen, erreiche». Hier sind 15 Minuten Zwangs­pause, worauf die Wettbewerber durch die Alice- straße. Südanlage, Ostanlage »ach Kirchhain zu­rückfahre». Unter den Wettbewerbeer» befindet sich auch der bekannte Gießener Straßenfahrer August Deibel.

Die Erfolge des Gießeuer Schwimm­vereins in Leipzig und Magdeburg.

Anschließend an unseren Bericht vom Mitt­woch wird uns noch gemeldet:

200-Meter-Brustschwinmren für Damen: Die große Prüfung für Erna Murray-Leipzig, die deutsche Meisterin. Die Schwedin Hjördis Toepel, Tilly Arndt-Gießen und Käthe Büns-Hamburg Ware» ihre gefährlichsten Geg­nerinnen. Aach Ablauf der ersten 50 Meter liegt die Hamburgerin vor der deutschen Meisterin. Bei 100 Meter gibt die Schwedin ermattet auf. Erna Murray versucht angestrengt die Spitze zu er­reichen. Bei 150 Meter geht sie leicht in Führung, immer noch von Frl. Arndt stark bedrängt. Dann entwickelt sich ein Endspurt, w':e man ihn in der Brustlage selten sicht. Erna Murray ge­lingt es, sich frei zu machen; sie siegt knapp in der neuen Weltrekordzeit von 3:20 2 Minuten. Aber auch Tilly A r n d t als Zweite unterbietet nicht nur die bisherige deutsche Best­zeit. sondern auch den bisherigen Weltrekord. Eine glänzende Leistung aller drei Schwimme­rinnen. Das 102-Meter-Rückenschwimmen gewann dis deutsche Meisterin Frl. Rehborn-Bochum in der neuen Rekordzeit von 1:31 Min. vor Frl Murray und Frl. Arndt.

In Magdeburg traf am Montagabend im 10>Mcter-Brustschwimmen Frl. Murray wieder

Schöffengericht Gießen.

" Gießen, 6. April. Der frühere Eisen- bahnschafftier H. A. aus Wies eck war am 16. Februar d. I. wegen schweren Diebstahls zu 2 Iahren Zuchthaus verurteilt wor­den. Er war am 27. Aovember v. I. auf den um 5.07 Ahr vormittags in Großen-Duscck ab­gehenden Güterzug gesprungen, Halle gewaltsam die Plombe eines Stückgutwagens geöffnet und aus demselben 6 Kartons Tabak, die »ach Ren­zendorf bestimmt waren, in der Aähe der Lepper­mühle herausgeworsen. Vor der Einfahrt in Reiskirchen war er wieder abgesprungen. A. war auf Grund eines Indizienbeweises ver­urteilt worden. Aach der Verkündigung des Urteils hat er ein reumütiges Geständnis ab­gelegt, und dabei auch den Händler B. H. aus Alten-Duseck als Mittäter angegeben. Gegen die­sen wurde heute verhandelt. A. und H. haben sich im Gefängnis seinerzeit kennengelernt und sich kurze Zeit vor dem Diebstahl zur gemein­samen Ausübung des Althandels zusammen­getan. H. war am 25. und 26. Aovember den ganzen Tag mit A. zusammen. A. schlief auch die Rächt zum 27. bei H. in Großen-Duseck. Gegen i/25 Uhr morgens gingen sie zusammen fort, H. zur verabredeten Abwurfstelle, A. auf den Bahnhof. Als A. nach Verübung des Dieb­stahls von Reiskirchen zur Leppermühle kam. hatte H. bereits 5 Kartons in die Aähe der Straße ReiskirchenGießen geschafft. Der 6. Kar­ton konnte von beiden nicht gefunden werden. A. blieb nun bei dem gestohlenen Gut, während H. nach Hause ging, um sein Fuhrwerk zu holen. Mit diesem wurde der Tabak nach Gießen ge- bracht, wo ihn A. an den Mann zu bringen

Aus dem Amtsverkündigungsblatt.

^^tg&erjunbig ungöblatt

07 r. 2 9 vom 9. April enthalt: Verordnung über

Zuschläge und Prämien für 'JtotltanOScrbeiter. Straßensperre. Statistik über Streik- und AuS« sperrungen. Erhebung der Kurtaxe und Bädern gelber in Dad-Aauheim. Aenderung der Orts« sahung der Gemeinde Ettingshausen. Dienftnach» richte».

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-älmschau".^

SamStag, 11. April:

4.30 bis 6 Uhr: Aachmittags-Konzert des Hausorchesters: Bach und Händel. 1. Bourree, Bach. 2. Air a. d. Suite in v-Dur, Dach. 3. Ouv. z. d. OratoriumSamson", Händel. 4. Phans. und Fuge in V-Moll (Klaviersolo), Bach. 5. Largo a. d. Konzert in V-Moll, Bach. 6. Trauermarsch a. d. Orat.Saul", Händel. 6 bis 7.30 Uhr: Vortrag von Dr. Wilhenn Heinitz- Hamburg:Richard Wagners Parsifal" (mit musikalischen Erläuterungen durch Flügel und Grammophon). 7.30 bis 8 Uhr: Zunkhochschulc. Vortrag von Prof. Dr. Schultz:Frank Wede­kind und das neuere deutsche Drama". 8 bis 8.30 Uhr: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: Vortrag von Rektor Wchrhahn: Ostergebräuche und -sitten". 8.30 bis 9.30 Ahr' Passions-Konzert. 1. Brandenburgisches Kon­zert in v-Dur, I. S. Bach. 2.Ich will ben Kreuzstab gerne tragen". Solokantate, I. S. Bach. 3. Arie aus der Matthäuspassion mit obligater Gambe, I. S. Bach. 9.30 Uhr; Aachrichtendienst, Wettermeldung. Sportbericht. 10 bis 11 ilbr: Szenen aus Goethes Faust. (Studierstube bis Osterchöre.) Ausführende: Mitglieder der Frank­furter Bühnen.

Ostersonntag, 12. April;

8 Uhr: Morgenfeier, veranstaltet vom Wari- burg-Derein. 4 bis 5 Uhr: Aachmittagskonzert des Hausorchesters: Verdi. 1. Ouv. z. Op.La Forza del Destinv". 2. Barcarole a. d. Op. Die Sizilianische Vesper". 3. Monolog des Iago a. d. Op.Othello". 4. Phantasie a. d. Op. Don Carlos". 5. Arie des Renee a. d. Op. Maskenball". 6. Phantasie a .d. Op.Othello". 5 bis 6 Uhr: Kinderstunde. 6 bis 7 Uhr: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung:Blumen am Fenster", Vortrag von Palmengariendireklor Kraus.Von Blumen und Gärten". Vorlesungen von Gertrud Paulun. 7 bis 7.30 Uhr: Dr. Wilhelm Heinih-Hamburg: Prüfung der Gehörschärfe unserer Funkteilnehmer nach Spezialübungsplatten des Phonetische» La­boratoriums der Universität Hamburg. 8.30 bis 9.30 Uhr: Giovanni Battista Pergvlesi 1710 bis 1736). 1. Kammertrio in 8-Dur. 2. Arietta Se tu mami. 3. Sonate für Diolincelto uird Klavier in F=5hir. 4. a) Arie a. d. Op.La serva padrona". b) SizilianaOgni pena piu spietata". 5. Kammertrio in G-Dur. 10 bis 11 Uhr: Uebertragung von Kassel: Volkstümliches Mandolinenkonzert.

Ostermontag, 13. April?

8 bis 9 Uhr: Morgenfeier mit Ansprache von Pfarrer Vömel. 4 bis 5 Uhr: Aachmittags­konzert des Hausorchesters, Früblingsmusik. 5 bis 6 Uhr: Kinderstunde. 8.30 bis 9.30 Uhr: Das Niederdeutsche Osterspiel aus Redentin vom Iahre 1464. Ausführende: Mitgliedei- Frank­furter Bühnen, ein Kammerorchester. An­schließend. Aachrichten, Wettermeldung, Sport­bericht.

Spielplan der frankfurter Theater.

Opernhaus. Sonntag. 12 .April: Parsi­fal. Montag, 13.: Parsifal. Dienstag, 14.: Der Barbier von Sevilla. Mittwoch, 15.: Tiefland. Donnerstag. 16.: Margarethe; im Schumann- Theater. Der Barbier von Sevilla. Frei-

mßrts Ei-Scto Beste'zümEiereialegen

3M van Baerle & Co., Worms a. Rhein

B Erste deutsche Wasserglasfabrik. Gegr. 1833 In allen einschlägigen Geschäften zu haben.

Ein neues Heim für das Forstinstitut nach 100 Jahren seines Bestehens.

Wie uns von berufener Sette mitgeteilt wird, sind die seit mehr als 4 Iahren zwischen der Hessischen Regierung und der Stadt Gießen ge­führten Verhandlungen zur Beschaffung eines neuen Heims für das Forst- inftitut unserer Landesuniversität zu einem für beide Teile glücklichen Abschluß gelangt.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer nichtöffentlichen Sitzung am 8. April d. I. de» ihr von der Stadtverwaltung vorgelegten ' Tauschvert rag, durch den seitens der Stadt das ehemalige G amisonlazarett dem Forstinstitut als künftiges Heim überlasse» wird, während sie selbst wertvolles Wiesengelände dafür eintauscht, einstimmig genehmigt.

Dieses Ergebnis ist um so erfreulicher, als es mit dem Zeitpunkt, in dem das Forstinstitut auf ein 1 OOjähriges Bestehen zurückblicken kann, zusammenfällt. Eine schönere Gabe als ein neues Heim hätte ihm aus diesem Anlaß nicht beschert werden können.

Ein großer Anteil an bem Gelingen des unter oft recht mühevollen und langwierigen Ver­handlungen von allen beteiligten Stellen seither verfolgten Planes fallt unserer Stadt zu.

War sie es doch, die zur Wsung der R a u m - frage, als der Ausbau des Forstinstttuts in dem von der Landesuniversttät beantragten Um­fang von der Staatsregierung beschlossen worden war. die Hand geboten hatte.

Sie tauschte das Garnisonlazarett gegen die Städtische Kaserne, die in den Besitz der Reichswehr überging, em, um es unter günstigen Bedingungen nunmehr dem Forsttnstitut zu eigen zu gctxm.

So ist sein Fortbestand, dank der Hilfe der Stadt, gesichert. Sein Ausbau, der neben der bereits vor 4 Iahren in Aussicht genommenen Bildung von drei forstlichen Abteilungen den Anschluß von drei weiteren Abtei tung en für forstliche Bodenkunde, Forstbotanik und Forstzoologie vorsieht, wird nun die Aufgabe der nächsten Iahre sein.

Möchte es dem Forstinstttut beschieden fein, in einmütigem Zusammenwirken aller dazu be­rufenen Stellen und interessierten Kreise des Waldbesitzes, des Holzhandels und der Holz­industrie das Ziel seines Ausbaus zu erreichen, das es sich in jenen, für seine Zukunft entschei­dungsvollen Tagen des Iahres 1920 gesetzt hat!

Kleine Strafkammer Metzlar.

D Wetzlar, 8. April. Unter bem Vorsitz des Lanbgerichtsbtrektors G u n ft aus Limburg wurden heute folgende Fälle verhandelt:

Wegen Widerstandes und Beleidi­gung waren der Förster a. D. H. aus Hai- g e r und dessen Ehefrau angeklagt. Die Angeklag­ten waren vom Amtsgericht Dillenburg mit Geld­strafen von 150 bzw. 100 Mk. verurteilt worden. Hiergegen halle» die Angeklagten und die Staats­anwaltschaft Berufung verfolgt. Die Angeklagten, die bereits 73 bzw. 60 Jahre alt und noch nicht vorbestraft sind, besitzen in Haiger ein Wohnhaus, in welchem ein gewisser H. de» 1. Stock als Mie­ter innehatte, während die Eheleute B. als Zwangs­mieter 2 Mansardenzimmer bewohnten. Als H., der Mieter des 1. Stockes, mit dem sich die Angeklagten nicht gut standen, am 15. 10. 1924 aus dieser Woh­nung auszog, schlossen sie die Wohnung ab und gaben den Schlüssel dazu bei der Polizei ab. Das Wohnungsamt sprach nun die freigewordene Woh­nung dem Lanchäger B. zu, wogegen der Angeklagte diese Wohnung dem Zwangsmieter B., der schon seit 3 Jahren eine Wohnung suchte, versprochen hotte. Da die Angeklagten in Haiger den Ruf nicht besonders friedlicher Vermieter genossen, wollte der Landjäger B. nicht gerne in die ihm zugewiescne Wohnung einziehen und äußerte dieses auch bei der Besichtigung der Wohnung dem Angeklagten gegenüber. So kam es, daß der seitherige Zwangs- Mieter B. in die freigewordene Wohnung zog. Der Aufforderung des Wohnungsamtes an den Ange­klagten, ben 23. wieder hinauszusetzcn, kam der An­geklagte nicht »ach. Es kamen nun 2 Polizeibe­amte am 21. 10. 1924 auf das Anwesen des An­geklagte»^ Zu diesen kam noch der Landjäger B., dem ursprünglich die Wohnung zugewiesen war. hinzu. Der Angeklagte kam gerade aus der Stadt. Er hatte einen schweren Spazierstock bei sich, auf den er sich stützte. Als er hörte, zu welchem Zweck die Beamten da seien, schimpfte er aus diese los und nahm schließlich eine drohende Haltung an, indem er mit dem Stock herumfuchtelte. Einer derPolizei- beamten versuchte, dem Angeklagten den Stock zu entreißen, was diesem aber nicht gelang; es kam schließlich so weit, daß der eine Polizeibeamte mit der Handkette den Angeklagten an den Händen fesselte. Die Ehefrau des Angeklagten sah diesen Vorgang vom Fenster mit an, kam hinzu und soll, wie die Zeugen bekunden, schwerste Beleidigungen gegen die Beamten geäußert haben. Die Ehefrau ging darauf wieder in das Haus, * verschloß die Türen und machte es so den Beamten unmöglich, in das Haus zu gelangen. Nachdem nun einer der Polizeibeamten versucht hatte, einen Schlosser zum Ausbrechen der Tür zu holen, dies ihm aber nicht gelang, wollte dieser die Tür mit einem inzwischen herbeigeholten Brecheisen aufbrechen. Der Ehemann, der sich mitllerweile etwas beruhigt hatte, veran­laßte nun, daß die Tür aufgemacht wurde, nach­dem er entfesselt war. Später wurde dann auch die Wohnung geräumt. Nachdem das- Wohnungsamt 2 Tage später die Wohnung dem Hinausgefetzten zugesprochen hatte, konnte dieser wieder einziehen. Die Angeklagten bestritten, die Beamten beleidigt und ihnen Widerstand entgegengesetzt zu haben, son­dern gaben an, von den Beamten beleidigt worden zu fein. Während die eidlichen Aussagen der Beam­ten im Sinne der Anklage lautete, standen die Aus­sagen der von d er Verteidigung, Rechtsanwalt Hornberger in Gießen, benannten Zeugen, die eben­falls unter Eid erfolgten, in direktem Widerspruch zu diesen. Es wurde ein ärzliches Attest verlesen, das über die durch Fesselung des Angeklagten, die leinhalbe Stunde gedauert hoben soll, enstan- benen Verletzungen Auskunft gibt. Das Gericht kam zur Vertagung der Verhandlung und Ladung von 6 weiteren Zeugen.

Der Kaufmann Walter B. aus Wetzlar, her vom Amtsgericht Wetzlar wegen Preis­treiberei freigesprochen und wegen Be­trugs zu 400 Mark Geldstrafe verurteilt worden war, hatte hiergegen Berufung eingelegt, ebenfalls hatte die Staatsanwaltschaft Berufung verfolgt. Die Verhandlung ergab folgendes: Für eine an den Zeugen B. in Gräveneck gelieferte Radioanlage und Ersatzteile hatte der Angeklagte 985 Mark gefordert und von dem Zeugen über diesen Betrag drei Wechsel erhalten. Infolge Vermögensverfalls des Zeugen D. konnten diese Wechsel nicht eingelöst werden, und es kam zur Zivilklage. Nachdem seitens des Angeklagten die Wechselklage anhängig gemacht war, erstattete der Zeuge B. Anllage wegen Betrugs und be­hauptete, daß für die ihm gelieferte Radio­anlage teilweise alte Bestandteile zur Verwen­dung gekommen seien, und daß der geforderte Preis viel zu hoch sei. Der Angeklagte bestritt die Verwendung alter Bestandteile, behauptete vielmehr, sämtliche gelieferten Teile seien bei der Lieferung neu gewesen; auch sei er der Geschä­digte und nicht der Zeuge, denn durch die Ver­luste, die er durch den Zeugen erlitten habe, sei er gezwungen worden, sein Geschäft aufzugeben. Der als Sachverständiger geladene Elektrotech­niker H. aus Wetzlar erklärte, er habe die An­lage erst vier Monate nach der Einrichtung ge­sehen und könne daher keine dahingehenden An­gaben machen. Da die Angaben des Angeklagten nicht zu widerlegen waren, kam das Gericht zur Freisprechung.

Schleier der Pierrette und Tänze. Sams­tag 18.: Hosfmanns Erzählungen; int Schumann^ Theater: Schleier der Pierrette und Tänze; Iosef- legende. Sonntag, 19.: Figaros Hochzeit; im Schu­mann-Theater: Iosefslegende; Aida. Schau­spielhaus: Sonntag. 12. April. Goethes Faust l.Teil. Qllontag, 13.: Der Kreidekreis. Dienstag, 14.: Goethes Faust 1. Teil. Mittwoch, 15.: Goe­thes Faust 1. Teil. Donnerstag, 16.: Louis Fer­dinand Prinz von Preußen. Freitag, 17.: Goethes Faust 1. Teil. Samstag. 18.: Bummelstudenten. Sonntag, 19.: Goethes Faust l.Teil»

auf Frl. Arnvt und Sri. Büns. (Die Schwedt» kam nicht in Frage.) Erwartungsgemäß siegte auch hier die Meisterin sehr knapp vor Frl. Arndt und Frl. Büns. Der Dienstagabend sah abermals das deutsche Dreigesttrn der Damen- Brustschwimmerinnen am Start in Magdeburg. Auch die 400 Meter gewann Frl. Murray, stark bedrängt von Frl. Büns-Hamburg und Frl. A r n d t - Gießen. Erste Frl. Murray: 7:23.6 Min. Zweite: Frl. Büns: 7:24 Min. Dritte: Frl. Arndt: 7:30 Min.

Frl. Arndt zählt heute zu den besten Schwimmerinnen Europas. Am 19. April trifft sie in Bochum ebenfalls mit Frl. Murray im Brustschwimmen unb Frl. Rehborn im Rücken­schwimmen zusammen. Der Gießener Schwimm- verein ist mit Recht stolz auf seine Meisterin.

Vom Arbeiter-Turu- und Sportbund.

Weitere Erfolge der Gießener Arbeiter-Sportler.

Am Sonntag fand'der diesjährige Kreis- frühjahrswalblauf in Mörfelden bei Frankfurt a. M. statt, an dem auch zwei Sport­ler der Freien T u r n e r s ch a f t Gießen, O. Balser und O. R ü s p e l e r , teilnahmen. Reben einer starken Konkurrenz wurden große An­forderungen an die Teilnehmer gestellt, denn die Strecke ging meist durch ansteigendes Gelände, und die Langstreckler mußte» schon alles aufbieten, um sich durchsetzen zu können. Im 5000-Meter-Lauf be­legte Balser- Gießen knapp hinter Siegle- Diebesheim den 2. Platz; der nicht in Form befindliche Otto R ü s p e l e r mußte sich mit dem 5. Platze begnügen. Der vorjährige Kreismeister mußte sich trotz oller Bemühuygen auf den 3. Platz zurückdrängen lassen. Man konnte auch hier feststel­len, daß in ben Wintermonaten fleißig gearbeitet wurde und infolgedessen die Leichtathletik gut mar­schiert.

versuchte. H. leugnete hartnäckig. Die ruhigen Bekundungen deS A. aber wirkten überzeugend. Es kamen noch einige andere Momente hinzu, die ebenfalls auf Sy als Täter hinwiesen. Ins­besondere sprach der Umstand sehr für das Schuld­bewußtsein des H., daß er sich im Vorverfahren, als er einem Zeugen gegenübergestelll werden sollte, in seiner Scheuer versteckte und von de» Kriminalbeamten aus dein Heu gezogen werden mußte. Das Gericht hielt den Ausführungen der Staatsanwaltschaft entsprechend H. für überführt und verurteilte ihn unter Zubilligung mildern­der Umstände zu 1 Jahr 6 Monaten Ge­fängnis. Ein Monat der Untersuchungshaft wurde auf die Strafe angerechnet.

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